von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | NBA, Tennis
Blick über den Teich, NFL und NBA
Verdammt soll der Super Bowl sein
Na, dass ist doch mal eine Überschrift, die zum Lesen reizt … Eigentlich wäre für den Blick-über-den-Teich-Schauer heute Nacht DER Feiertag. Aber noch selten hat mich ein Super Bowl so wenig interessiert wie dieses Jahr. Für mich ist die Partie im Super Dome zu New Orleans zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl. Die Chiefs regen mich schon die ganze Saison mit ihrem extrem effizienten, aber wenig attraktiven Defensiv-Football auf (plus ein paar überragende, leider sehr seltene Offensiv-Highlights von Quarterback Patrick Mahomes und vornehmlich Travis Kelce). Die Eagles sind mir, auch wegen ihres mir grund-unsympathischen Anhangs, schon seit jeher eher ein Graus. Das gilt leider für alle Philly-Teams (außer vielleicht den Flyers in der NHL), die ich ja aufgrund ihres Stadtnamens mögen müsste. Das fast nur auf Laufspiel basierendes Offensiv-Play der Eagles (überagend natürlich Running Back Shaqin Barkley) macht mich auch nicht grade an.
Also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen dem einmaligen Dreifachtriumph en suite der Chiefs und einem unerträglichen Triumph-Geheul der Eagles. Da passt es vortrefflich, dass DT als erster amtierender Präsident sich live vor Ort die Ehre gibt und womöglich den Münzwurf ausübt (samt dem üblichen Getöse). Dass die Trump-hörigen NFL-Milliardäre den Leitsatz „End racism“ wieder von der Endzone entfernen ließen, um ihren lieben und vor allem teuren Donald nicht zu vergraulen, passt da bestens ins Bild.
Viel Vergnügen trotzdem, vielleicht wirds ja ein attraktives spannendes Spiel. Morgen Vormittag relive reicht mir allerdings völlig.
Schluss der Transferzeit in der NBA: ein Ende mit Schrecken! Nur für Wen?
Endlich hat das Gerüchteln um Verstärkungen, Transfers, Rebuild ein Ende. Manche Teams sind kaum wiederzuerkennen. Wenn ich etwa an „meine“ Sacramento KIngs denke: Gegangen ist mit (unter anderen) DeAaron Fox (auf eigenes Betreiben!) der beste und aufregendste Spieler, dafür kamen Zach Levine und vor allem als Defensiv-Verstärkung Jonas Valenciunas, der jetzt mit Domantas Sabonis litauische Twin Towers weit weg in Kalifornien bildet.
Hauptaufreger war allerdings der immer noch unfassbare Tausch Luca Doncic/Anthony Davis zwischen den Dallas Mavericks und Los Angeles Lakers. Doncic war DER Franchise-Player der Mavs, vielleicht der begabteste Basketballer unserer Zeit. Ja, die Fitness ist nicht so sein Ding, auch nicht das Verteidigen, und seine ständige Meckerei über die Refs nervt unendlich; aber sein Unterhaltungsfaktor ist einmalig, seine Ideen, seine Kreativität. Der Finaleinzug letzten Juni war vor allem seiner Brillanz geschuldet. Gibt man wirklich so einen Spieler ab, auch wenn es gesundheitliche Probleme gab?
Die Mavs-Fans gaben die Antwort, trugen ihr Team sinnbildlich mit einem Sarg zu Grabe. Vor allem stieß sauer auf, dass der Trade offenbar ein Alleingang des Team-Managers Nico Harrison war, ohne Absprache mit dem Trainerstab. Verschwörungstheorien machten und machen die Runde (Umzug nach Vegas? Hat die NBA, vielleicht sogar Commisioner Adam Silver die Finger im Spiel, um die Liga zu pushen?) Vor allem aber: Der Gegenwert hätte viel mehr sein müssen als Anthony Davis. Mindestens noch ein Starting-Five-Spieler der Lakers (Austin Reaves, Rui Hachimura) hätte herausspringen müssen. Warum wurde übehaupt nicht mirt anderen Teams verhandelt? Gerade die Deutschen schauen ja besonders gespannt auf die Mavericks, spätestens seit Dirk Nowitzkis glorreichen Zeiten in Texas, großer Seufzer.
Der fantastische Verteidiger Anthony Davis wiederum wird den Lakers fehlen (Defense wins Championships). In seinem ersten Spiel für die Mavericks legte er gleich mal 26 Punkte, 16 Rebounds, 7 Assists und 3 Blocks auf, bevor er mit einer nicht näher bezeichneten Oberkörperverletzung das Parkett verlassen musste. Doncic wiederum verpasste sein für gestern Nacht anvisiertes Debüt bei den Lakers, die dennoch gegen die Indiana Pacers klar gewannen, weil Austin Reaves (sic) gleich 45 Punkte erzielte.
Auch zwei Deutsche gerieten in den Trade-Strudel. Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder, erst im Dezember von den Brooklyn Nets zu den Golden State Warriors gewechselt, wurde via Utah Jazz als eintägige Zwischenstation an die Detroit Pistons weitergereicht. Ein Team, das durchaus Play-off-Chancen hat, wo er helfen kann. Schon zuvor hatte er den „modernen Sklavenhandel“ in der NBA beklagt und bekam medial (vor allem auch hierzulande) ordentlich Dresche für die Wortwahl. Der Ausdruck „Sklave“ ist natürlich ob der Irrsinsgehälter reichlich absurd, doch dass die Profis bis auf ganz wenige Ausnahmen so überhaupt kein Mitspracherecht haben, wo sie spielen (dürfen), finde ich schon seit Jahren bedenklich; auch weil Spieler bei all den Millionen-Privilegien Menschen (mit Familie) sind. Und mit Geld kann man zwar vieles kaufen, aber zum Beispiel eben keine (Schul)Freunde.
Doof lief es auch für Daniel Theis. Den gaben die New Orleans Pelicans an die Oklahoma City Thunder ab. Die allerdings fanden keine Verwendung für ihn und setzten ihn auf die Straße (waived). Nein, dort wird Multimillionär Daniel Theis nicht verhungern, aber er ist erst mal verbannt von den geliebten Basketball-Feldern. Vielleicht ein Mann für die Euroleague, speziell für den FC Bayern?
Fast in den Hintergrund bei all dem Irrsinn geriet der Wechsel von Jimmy Butler von den Miami Heat zu den Golden State Warriors. Hier war wiederum der Spieler der Initiator. Seit Monaten drängte er auf den Trade, aus reiner Geldgier, vielleicht auch aus Prinzip, weil er noch nie im Freiden schied von seinen Teams. Die Heat signalisierten ihm nämlich, dass sie eine Vertragsverlängerung nicht zu den von Butler gewünschten Konditionen (Maximum-Gehalt, mehr als 50 Millionen Dollar/Jahr) für den Mittdreißiger zahlen wollen, sondern nur 40 Millionen oder gar 30 Millionen, ein echter Hungerlohn. Ob ihn die Warriors die gewünschten Summen wirklich zahlen, weiß ich nicht, aber es könnten am Ende tatsächlich alle Beteiligten als Sieger aus der Sache herauskommen. Die Warriors bekommen einen Top-Spieler gerade in den Play-offs (wenigstens noch für 1, 2 Jahre), die Heat sind einen Dauer-Konflikt los, und Jimmy Butler selbst hat seinen Seelenfrieden wieder und darf mit Steve Curry auf große Taten in San Francisco hoffen.
Fazit: Ich kann gerade nicht absehen, wer am Ende Gewinner und Verlierer sind. Dem ersten Eindruck nach haben die Spurs das große Los gezogen zumindest für die mittelfristige Zukunft mit dem „Außerirdischen“ Victor Wembanyama. Die Mavs müssen erst mal ihre Fans zurückholen, die Lakers die offene Baustelle „Defense“ schließen. Und meine Kings? Ich sehe tatsächlich viel Potenzial, aber ob das reicht für ganz oben, da habe ich meine ernsthaften Zweifel.
von Münchner Löwe | Feb. 2, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Erwarte das Unerwartete! Wer wüsste das besser als der entnervte Sportfan, der wieder mal enttäuscht auf seinen Wettschein schaut, Auch außerhalb des Spielfeld gibt es immer wieder Entscheidungen, die nur ein entgeistertes „WAS????“ hervorrufen.
So wie die Doncic-Davis-TradeNachricht, die heute Morgen aufploppte (noch nicht offiziell bestätigt, aber sehr valide) und (nicht nur) die NBA-Blase in helle Aufruhr versetzte: Anthony Davis wechselt von den LA Lakers zu den Dallas Mavericks, im Gegenzug kommt Luka Doncic von den Mavs zu den Lakers. Dazu noch ein paar Nebengeräusche, unter anderem spielt jetzt auch Maxi Kleber in Kalifornien statt in Texas.
Ein Spielertausch kurz vor Ende der Transferfrist und doch so viel mehr. Denn sowohl Doncic als auch Davis sind (besser: waren) absolute Schlüsselspieler ihrer Teams. Auf der einen Seite Luka Doncic, 25 Jahre alt: ein begnadeter Basketballspieler, zumindest in der Offensive (in der Defensive allenfalls, wenn er mag …). Seitdem er als 19-Jähriger zu den Mavs stieß, prägt er diese Franchise, galt als legitimer Nachfolger des großen Dirk Nowitzki. Er führte das Team 2024 in die NBA Finals. Bei aller Genialität ist er leider auch verletzungsanfällig (derzeit plagt ihn mal wieder die Wade), auch weil er außerhalb der Saison vielleicht nicht ganz so pflichtbewusst lebt und immer ein paar Kilo mit sich herumzutragen scheint. Außerdem notorisch unzufrieden mit den Referees, berühmt-berüchtigt ist sein Blick nach praktisch jeder zweifelhaften Aktion – oft gepaart mit lautstarken Meckereien.
Auf der anderen Seite Anthony Davis: ein großartiger Verteidiger, Turm in der Schlacht, ein toller Beschützer des eigenen Korbs, vermeintlich unersetzlich mit seiner Größe in dem ansonsten relativ kleinen Lakers-Team. Die ideale Ergänzung zu LeBron James, der zwar immer noch zu herausragenden Leistungen fähig ist, dem man aber gerade in der Verteidigung seine 40 Jahre doch ansieht. Wie Doncic ist auch Davis relativ verletzungsanfällig, auch wenn bisher gut durch die Saison kam.
Erwarte das Unerwartete! Gerade zu Ende der Transferzeit der NBA (dieses Jahr am 6. Februar). Und auch wenn alle sog. Trade Machines und Transfer-Experten noch mit einem großen Knall rechneten, ein Tausch Doncic gegen Davis hatte wohl niemand ernsthaft auf dem Zettel. Auch LeBron James, das Um und Auf bei den Lakers, war nach eigener Aussage komplett überrascht, geschweige denn involviert, das will einiges heißen beim (vermeintlichen?) GOAT.
Jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Was haben sich beide Teams dabei gedacht, ihre absoluten Schlüsselspieler auszuwechseln und vor allem: Wer hat am „langen Ende“ (Grüße an Max Eberl) das bessere Los gezogen.
Ich setze jetzt mal einen gesunden Doncic und einen gesunden Davis voraus (wahrscheinlich schon der erste Fehler): Die Lakers bekommen durch Doncic in der Offensive unglaublich viel Kreativität, LeBron James wird im Spielaufbau sichtlich entlastet, die beiden dürften auch sehr gut harmonieren. Und für die Glitzerstadt LA nicht unwichtig: sehr viel Glamour, Spektakel auf dem Parkett. Und Doncic ist mit seinen erst 25 (kaum zu glauben) sechs Jahre jünger als Davis. Auf der anderen Seite verlieren sie ihren mit Abstand besten Verteidiger, ihren einzigen übedurchschnittlich guten großen Spieler. Der auch offensiv viel liefert. Ich kann nur mutmaßen, dass sie sich von dem endlich gesunden Vanderbilt einiges erhoffen, aber ob dieser je an die Klasse von Davis heransreichen wird, wage ich doch zu bezweifeln
Die Mavs bekommen im Gegenzug mit Davis einen fantastischen Verteidiger, den großen Spieler, den sie gerade nach dem Ausfall von Derrick Lively dringend gebraucht haben (wobei Davis ein paar Klassen stärker einzuschätzen ist als Lively). Aus meiner bescheidenen Sicht passt das bei den Mavs besser zusammen, auch weil sie mit Kyrie Irving einen weiteren herausragenden Spieler haben, der die Doncic-Rolle einigermaßen ausfüllen kann. Bei den Lakers ist dagegen die große Frage, wie sie die Davis-Lücke schließen wollen. Gerade in den Play-offs ist ja eher die Defensive gefragt. Vielleicht durch einen weiteren Trade, wobei gute Center, die wirklich weiterhelfen und auch noch zu haben sind, nicht im Überfluss herumlaufen.
Ich bin wirklich sehr gespannt und erwarte das Unerwartete.
von Münchner Löwe | Jan. 27, 2025 | basketball, bundesliga, Handball, NFL, Radsport, ski alpin, Snooker, Tennis, Turnen, Wintersport, Wochenrückschau
Es war viel los auf den Sportfeldern dieser Welt: Fußball-Ligen, Handball-WM, Australian Open, eine Menge Winntersport und die Conference Finals in der NFL
Bayern dem Meistertitel nahe
Die Münchner rehabilitierten sich mit dem 2:1 beim SC Freiburg zumindest ergebnismäßig vom eher unglücklichen =:3-Debakel in de Champions League bei Feyenoord. Harry Kane, der in Rotterdam auch die besten Chancen vergab, war diesmal erfolgreich. Seinen eher harmlosen Schuss ließ Freiburgs Schlussmann Noah Atobolu passieren, als er den Ball falsch berechnete. Am Mittwoch hate Feyenoroords Keeper mit unwirklichen Paraden viel bessere Abschlüsse abgewehr. Statistiker vermelden bei diesem tor übrigens Historisches für die Bundeslgia: Die Vorlage zum Treffer gab Eric Dier. Noch nie hat ein englischer Assistgeber einen englischen Torschützen bedient.
Gleichzeitig patzte Bayer Leverkusen: Die Werkself kam bei RB Leipzig trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 hinaus, mal wieder patzte die Abwehr bedenklich. Der überragende Florian Wirtz gab die beiden Torvorlagen. Zumindest grenzwertig, dass der Schiri nicht abpfiff, als er vor dem 2:0 sekundenlang auf dem Knie von David Raum stand.
Apropos Schiedsrichter: Der übersah bei der Partie Dortmund gegen Bremen vor dem 2:0 des BVB eine klare Abseitsposition. Rami Bensebaini berührte zwar den Ball nicht, doch er irritierte mit seiner Bewegung zum Ball den späteren Eigentorschützen Marco Friedl. „Das hätte nicht gelten dürfen“, stellte der DFB in seltener Klarheit einen Schiri-Fehler fest. Am Ergebnis ändert sich nichts – Tatsachenentscheidung.
Apropos Dortmund: Der BFV reagiete nach dem blutleeren 1:2 beim FC Bologna und feuerte Nuri Sahin. Interimsweise saß gegen Bremen der bisherige U-19-Coach Mike Tullberg auf der Bank (und wird das auch am Mittwoch gegen Donezk tun). Der versuchte gleich, den Stars Feuer unter dem Hintern zu machen und mimte an der Seitenlinie das Rumpelstilzchen, wohlbekannt im Westfalenstadion seit den seligen Kloppo-Zeiten.
Favorit und Außenseiterin triumphieren
Jannik Sinner und Madison Keys sicherten sich bei den Australian Open die ersten Grand-Slam-Titel. Zu den Einzeln habe ich mich gestern schon ausgelassen. https://blickueberdenteich.de/zverev-verliert-auch-beim-dritten-mal-tennismaerchen-fuer-madioson-keys/
Im Doppel siegte bei den Männern das britisch-innische Paar Heliovaara/Patten, das sich in einem fantastischen Match gegen die Italiener Bolelli/Vavassori in drei Sätzen durchsetzten. Beschämend war die Kulisse: Weil die Veranstalter auf die indiskutable Idee kamen, diese Partie nach dem Frauen-Finale (nebst Siegerehrung) anzusetzen, vefolgten am Ende um 1.45 Uhrzeit nur noch eine Handvoll Zuschauer (davon einige sehr freudetrunkene Finnen) das Geschehen. Einen stinkenderen Mittelfinger in Richtung aller Doppelspezialisten ist kaum möglich. Dabei kassierte das Siegerpaar fast 500.000 Dollar, warum versteckt man die dann ins Nichts der Nacht?
Immerhin: Das Frauen-Finale fand dann schon am Sonntagnachmittag an. Die Tschechin Karolina Siniakova holte sich an Seite von Tayleor Townsend ihren bereits 10. Grand-Slamtitel im Doppel oder Mixed.
Rückkehr der Crazy Canucks
Als ich mich Mitte der 70er-Jahre für den Skisport zu interessieren begann, da waren die Crazy Canucks ein stehender Begriff. Verwegene kanadische Burschen, die sich ohne Rücksicht auf Verluste auf die schwierigsten Abfahrten wagten. Ken Read, Steve Podporsky und vielleicht der Irrste von allen. Hale Irwin. Durchaus erfolgreich, aber auch mit vielen Stürzen. Später dann auch ein Todd Brooker, der 1983 als letzter kanadischer Sieger auf der legendären Streif in den Annalen steht. Bis Samstag, als mit der Startnummer 20 James Crawford mit einem Parforceritt über Mausefalle, Steilhang, Hausbergkante und Co das Klassement noch mal völlig durcheinanderbrachte. Dem bis dato führenden Alexis Monnet blieb der Siegerjubel im Halse stecken. Die kanadische Partie perfekt machte der Drittplatzierte Cameron Alexander.
Crawford ist kein unbekannter, im Gegenteil: Vor zwei Jahren wurde er Super-G-Weltmeister. Aber auf Platz 1 der spektakulärsten Abfgahrt des Winters jätten ihn die wenigsten gewettet. Es war im übrigen ein faszinierendes Rennen, die Piste hart und mit Sicherheit sehr schwer, aber eben nicht unfahrbar. Anders als beim Super-G tags zuvor gab es keine schweren Stürze, der Hubschrauber kannte am Bodenbleiben.
Im Slalom dagegen feierte der beste Fahrer der Saison den nächsten Triumph. Clement Noel war erneut nicht zu schlagen, schlängelte sich zu seinem vierten Saisonsieg. Allerdings profitierte er vom Ausfall der beiden Erstplatzierten anch dem eersten Durchgang. Sowohl sein Sebastien Amiez als auch Terje haugen schieden im zweiten Durchgang aus. Vorjahressieger Linus Strasser kam auf Platz 5, gänzlich zufrieden wird der Skilöwe nicht sein, aber für ihn zählt dieses Jahr am meisten die WM.
Die Frauen trugen Abfahrt und Super-G in Garmisch aus. Federica Brignone triumphierte in der Abfahrt vor Landsfrau Sofia Goggia. Im Super-G war Lara Gut-Behrami nicht zu bezwingen. Die Deutsche Kira Weidle-Winckelmann belegte die Plätze 9 und 8. Die beiden Siegerinnen Brignone und Gut-Behrami dürften den Gesamtweltcup unter sich ausmachen. Wenn die Schweizerin Camille Rast eingreifen wollte, müsste sie sich auch an die Speeddisziplinen wagen.
Der Lindsey-Vonn-Ticker vermeldet: Ausfall in der Abfahrt, aber immerhin Platz 13 im Super-G.
Super Bowl wird mein Horror Bowl
Ich habe es befüchtet. Das Finale in der NFL in New Orleans bestreiten die von mir wenig geliebten Kansas City Chiefs und Philadelphia Eagles. Die Chiefs nutzten den heimvorteil im Arrow head Stadium (den sie wegen einiger absurder Siege in der regulären Saison innehatten) und bezwangen die Buffalo Bills in séiner sehenswerten Partie mit 32:29. Die Bills machten einfach zu viele Fehler: Zweimal ging eine 2-Point-Conversion schief, mehrere Male ganz kurze Versuche zu einem neuen first down. Zu einfallslos. Insgesamt ineressant zu sehen, dass beide Trainer vermehrt auch vierte Versuche ausspielen (was gut geht und manchmal eben auch nicht).
Die Eagles hatten kaum Probleme mit den Washington Commanders und fuhren über die Hauptstädter (apropos: USA, Hauptstadt, Weißes Haus, großer Seufzer) wie eine Dampframme hinweg. Am Ende hieß es 55:23. Sieben ihrer 8 Touchdowns erliefen die Eagles (laufende Adler), je dreimal trugen Runnigback Shaqon Barkley und Quaerteback Jalen Hurts das Ei über die Linie.
Handball-WM in der entscheidenden Phase
In den Viertelfinals ab morgen in Zagreb und Oslo gibt es doch einige Überraschungsteams. Dass Portugal und Braslien sich in der Hauptrunde gegen Schweden., Spanien und Norwegen durchsetzen würden noch dazu in Olso, hätten wohl die wenigsten erwartet. Sie begeistern durch ihr frisches, teilweise auch unkonverntionelles Spiel. Dazu würde ich auch die Ägypter zählen, die immerhin die hochgewetteten Isländer (und Slowenen) hinter sich ließen. Die Deutschen erlebten zwar in der Hauptrunde ein 30:40-Debakel gegen Dänemark, gewannen aber gegen Italien und Tunesien. Damit kommt es zu folgenden Viertelfinal-Paarungen
Di., 18:00: Kroatien – Ungarn (in Zagreb)
Di., 21:00: Frankreich – Ägypten (Zagreb)
Mi., 17:30: Dänemark -Brasilien (in Oslo)
Mi., 20:30: Portugal – Deutschland (Oslo)
Abschied und Anfang zugleich
Die Wege des Herrns sind gleichsam unergründlich wie die des Sports. Nehmen wir den Eishockey-Trainer Don Jackson Da planen die Eisbären Berlin eine schöne Abschiedsparty für ihren ehemaligen Erfolgscoach (5 DEL-Titel) und sie suchen sich die Partie gegen RB München aus, weil der „Stille Don“ auch dort erfolgreich war und dort als „Head of Coaching“ tätig ist. . So weit, so normal. Nun begab es sich, dass zwei Tage vor der Partie Red-Bull-Trainer Max Kaltenhauser von einem Tag auf den anderen den Bettel hinwirft. Große Not bzw Leere auf der Trainerbank, und wer könnte die besser füllen als Don Jackson. Also fuhr er nicht nur als Head of Coaching in die Hauptstadt, sondern als Chefcoach. Die Berliner schluckten wahrscheinlich, doch sie zogen die Ehrung anstandslos und offenbar auch stilvoll durch. Jackson revancierte sich auf seine Weise und gewann mit seinem neuen alten Team gegen sein ganz altes Team mit 3:2 nach Penaltyschießen. Und weil die Münchner so schön am gewinnen waren, auch das nächste Auswärstsspiel in Wolfsburg sogar mit 4:1.
Und sonst?
- Bundesliga: St. Pauli hat einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt geschafft. Die Hamburger gewannen gegen den 1. FC Union gleich mit 3:0 und sprangen auf Platz 13, noch vor den Belinern.
Der Wechsel von Omar Marmoush zu Manchester City ist perfekt. Ohne Marmoush kamen die Hessen zu einem 2:2 in Hoffenheim, der Hoffenheimer Ausgleich fiel erst in der Nachspielzeit. Etikite war für die Eintracht zweimal erfolgreich.
- Internationaler Fußball: Einsame Reds. Der FC Liverpool siegte klar mit 4:1 gegen Aufsteiger Ipswich Town. Weiter 6 Punkte Vorsprung auf Arsenal (mühsames 1:0 in Wolverhampton) bei einem Spiel weniger.
Barca in Torlaune. Nach dem Spektakel in der Champions League bei Benfica (5:4 nach 2:4) deklassierten die Katalanen Nachzügler FC Valencia mit 7:1. Schon zur Pause stand es 5:0, obwohl Robert Lewandowksi erst im 2. Durchgang zum Einsatz kam und einen Treffer beisteuerte.
Unbeirrbares Napoli: Die SSC überwand auch die komplizierte Hürde Juventus. Im heimischen Sau Paolo gewann der Meister von 2023 mit 2:1. Inter bleibt allerdings nach dem 4:0 in Lecce auf den Fersen und hat bei einem Spiel weniger drei Punkte Rückstand.
- Basketball: Das deutsche Euroleague-Duell zwischen Alba Berlin und dem FC Bayern wurde erst am Ende eine klare Sache der Münchner. Die auch jeden Sieg dringend brauchen im absurd engem Kampf um die Plätze. Zwischen Rang 3 und 14 sind es gerade mal 3 Siege, die Bayern sind zurzeit Neunter.
- Tennis: Tatjana Maria triumphierte beim Challenger-Turnier in Bengaloru/Indien In der Weltrangliste wird sie auf Platz 73 geführt, sie ist damit die beste Deutsche. Bei den Australian Open war sie noch in der 2. Runde gescheitert und konnte in Indien nachnennen.
- Wintersport: Deutsch-österreichische Siegerserie gestoppt. Beim Skifliegen in Oberstdorf gewannen der Slowene Timi Zajc und Johann Andre Forfang aus Norwegen. Bis dahin waren im Skisprung-Weltcup allse Saisonsiege an deutscheoder österreichische Springer gegangen, inklusive der Mannschaftswettbewerbe.
Preus verteidigt Weltcup-Führung. In Antholz belegte sie in Sprint und Verfolgung jeweils den dritten Platz. Die zweifache Siegerin Lou Jeanmonnot konnte den Rückstand allerdings weiter verkürzen. Ihr bestes Weltcup-Ergebnis schaffte Selina Grotian, die im Sprint Zweite wurde.
- Motorsport: Leider an mir vorbei rasten die Fahrer der Rallye Monte Carlo. Der Franzose Sebastien Ogier siegte in den Seealpen, unweit von seinem zu Hause.
von Münchner Löwe | Jan. 26, 2025 | Tennis
Die Australian Open sind zu Ende, doch für Alexander Zverev gab es kein Happy End. Im Finale unterlag er dem Weltranglistenersten Jannik Sinner 3:6, 6:7, 3:6. Er verlor damit das dritte Mal bei seinem dritten Grand-Slam-Finale nach den beiden Fünfsatz-Pleiten gegen Dominic Thiem (US Open 2020) und Carlos Alcáraz (French Open 2024). Drei Finalsniederlagen bei drei verschiedenen GS-Turnieren bei keinem eigenen Sieg, das hat es meiner Kurz-Recherche nach noch nie gegeben. Ivan Lendl hat allerdings sogar seine ersten 4 Finals verloren, bevor er 1985 in Flushing Meadows triumphierte.
Im Finale kann sich Zverev gar nicht viel vorwerfen. Sinner war an diesem Tag einfach der bessere Spieler, machte mit seinem eersten Aufschlag 83 Prozent der möglichen Punkte, ein unfassbar guter Wert. Folgerichtig musste der Italiener nicht einen einzigen Breakball abwehren. Dazu kam noch Glück hinzu wie sein unerreichbarer Netzroller im Tiebreak des 2. Satzes. Wenn (ja dieses Wen …) Zverev den gewonnen hätte, wäre die Partie vielleicht gekippt. Dadi wari, verschüttete Milch.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass ein Zverev mit seiner eher abwartenden Spielweise gegen einen Sinner auch nur in guter Form ohne Chance ist (und wahrscheinlich auch gegen Carlos Alcáraz). Zverev steht jetzt vor der sehr schwierigen Entscheidung: Ändert er sein Spiel zu mehr Risiko, also ein, zwei Schritte näher zur Grundlinie, wie es objektive Beobachter schon länger fordern. Doch letztlich hat ihn dieses Spiel nicht nur dreimal in ein GS-Finale geführt (in Melbourne praktisch unangefochten); er ist auch die ganz klare Nummer 2 hinter einem seit einem Jahr schier unbezwingbaren Sinner.
Und damit komme ich zur eigentlichen Tragik des ganzen Turniers: Meines Erachtens nämlich dürfte es den Triumphator Sinner gar nicht geben nach seinen zwei positiven Dopingproben vom März 2024. Die der Tennisverband schlicht ignorierte (bzw. die Räuberpistole des händeverseuchten Masseurs glaubte). Und das Tun dieses engen Vertrauten nicht Sinner zurechnete, obwohl das in derlei Fällen zwingend ist. Dass der CAS bisher den Einspruch der Dopingagentur gegen diesen skandalösen Freispruch nicht entschied, sonden sich erst im März dazu bequemt, st en weiterrer Skandal. Sinner hat damit 2 Grand-Slam-Turniere gewonnen (auch die US Open 2024), an denen er nicht hätte teilnehmen können, wenn es auch nur ansatzweise mit rechten Dingen zugegangen wäre. Betrogen werden damit alle Zuschauer, all seine Gegner. Un er selbs hat zwei Sieger-Schecks in Höhe von insgesamt 5 Millionen Euro kassiert.
Gestern war Eva Lys im ZDF-Sportstudio: ohne Namen zu nennen hat sie auf die enorme Ungleichbehandlung nahmhafter Tennisstars und dem Rest verwiesen (auch ohne Namen zu nennen: Dass sie neben der Polin Iga Swiatek auch Jannik Sinner meinte, lag klar auf der Hand). Ich übersetze: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Widerlich, und das schreibe ich als Sinner-Fan, der ich bis zur Doping-Bekanntgabe war.
Fantastische Madison Keys
Während mich das Männer-Finale nicht vom Sofasitz riss, war das beim Frauen-Finale am Samstag zwischen Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und Madison Keys ganz anders. Ein söektakuläres Endpiel, spannend bis zum tatsächlich entscheidnenden Matchball, den Keys mit einem brachialen Winner für sich entschied. Was im Tennis äußerst selten vorkommt. Beide Spielerinnen packten in der entscheidenden Phase der Partie ihr allerbestes Tennis aus. Dumme Fehler gab es kaum noch, dafür Traumschläge en masse auf beiden Seiten.
Disclaimer: Ich bin Fan von Madison Keys, seitdem sie mit 14 jahren in der Profitour aufschlägt. Ein Riesentalent, doch in entscheidenden Momenten nicht Herrin ihrer Nerven. Es gab Experten wie zum Beispiel Oliver Faßnacht von Eurosport, der sogar wetten wollte: Keys wird nie ein Grand-Slam-Turnier gewinnen, trotz ihrers fulminanten Aufschlags und krachenden Grundschläge. Weil sie nicht Herrin ihrer Nerven sei, in entscheidenden Phasen oft die falschen Entscheidungen treffe.
Ich fand das damals extrem anmaßend, gerade in dieser Endgüligkeit. Als ob sich ein 17-jähriger hochtalentierter Mensch nicht ändern könnte. Doch Faßnacht schien recht zu behalten. Einmal erreichte sie zwar in New York das Finale, das sie allerdings völlig wegwarf und absolut chancenlos gegen ihre gute Freundin Sloane Stevens.
In den vergangenen Jahren wurde es stiller um Keys, auch weil sie viele Verletzungen hatte. Auch ich hatte die Hoffnung auf einen GS-Erfolg von ihr aufgegeben. Jetzt bei den Australian Open war sie bei kaum einem Experten auch nur im erweiterten Favoritenkreis, obwohl sie mit der Empfehlung eines Turniererfolges im Vorfeld nach Melbourne kam. Was ich dann früh sah, war eine etwas anders spielende Keys. Immer noch mit beeindruckenden Schlägen, aber taktisch schien sie viel reifer, und ihre Nerven schien sie auch im Griff zu habern. Es folgte der schier unglaubliche Lauf, die ihre Nerven und die ihrer Anhänger gehörig strapazierte. Schwerer hätte der Weg ins Finale kaum sein können: Schon in der 2. Runde hatte sie große Mühe gegen die Qualaifkantin Ruse und setzte sich e kanapp mit 7:5 im 3. Satz durch. Es folgten Siege gegen die weit höher aingestuften Danielle Collins und Elena Rybakina, ein Zittererfolg gegen die unglaubliche Ukrainerin Elina Svitolina: Im Halbfinale der Thriller gegen Iga Swiatek, als sie gar einen Matchball abwehren musste und dies mit einem perfekten Schlag auch tat. Dann der Showdown vs Sabalenka, zuvor in Melbourne 20-mal hintereinander als Siegerin vom Platz gegangen bei 2 Turnier-Triumphen 2023 und 2024.
Attraktives Tennis spielt sie sowieso mit unglaublich harten Grundschlägen (es gibt nicht so viele Männer, die durchgehend so hart spielen), wenn auch mit mehr Drall).
29 Jahre musste Madison Keys werden, es war ihre 47. Grand-Slam-Teilnahme. So gesehen hat Alexander Zverev noch ein bisschen Zeit
von Münchner Löwe | Jan. 24, 2025 | Tennis
Ich habe es befürchtet, aber erwartet: Jannik Sinner hat das Finale der Australian Open erreicht. Dass er da nacheinen Leistungen objektiv hingehört, möchgte ich gar nicht bestreiten. Aber es bleibt der Gestank seines immer noch nicht endgültig entschiedenen Doping-Falls. Warum de CAS es nicht geschafft hat, in der Causa wenigstens eine Entscheidung zu treffen, empfinde ich jetzt als noch ärgerlicher, weil aus dem virtuellen Australian-Open-Finalist Sinner ein tatsächlicher geworden ist. Der normalerweise schon längst zumindest für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen worden häte müssen, so wie normalerweise Dopingfälle bestraft werden. Meine Meinung zum Fall selbst habe ich schon öfter auch hier zum Ausdruck gegeben. Auch wenn die Räuberpistole der dopingverseuchten Masseur-hand zutrifft (was ich persönlich schon bezweifle), Sinner muss sich unbedingt den Fehler eines seiner engsten Vertrauten zurechnen lassen.
In dem Zusammenhang bleibt für mich der Super-Gau wenigst3ns aus, weil die zweite Dopingsünderin Iga Swatek nach einem grandiosen Halbfinale an Madison Keys gescheitert ist.
Meine persönliche Pest also gegen Alexander Zverev, meine Cholera. Ein Frauenschläger (ein Verfahren, das die Ex-Frau anstrengte, wurde eingestellt), dem doch der deutsche Boulevard (und nicht nur der) zu Füßen liegt. Der im übrigen ebenfalls beeindruckend spielt. Immerhin hat es die Cholera Zverev geschafft, meine persönliche Nemesis Novak Djokovic (also Corona) aus dem Weg zu räumen (wenn auch nur durch einen Aufgabesieg nach dem ersten Satz. Den mag ich halt persönlich überhaupt nicht, wegen seines überbordenden Nationalismus, seiner Attitüde des allseits verfolgten Stars, den niemand liebt, sondern bestenfalls respektiert. Nota Bene mag ich seine Art, Tennis zu spielen nicht, und nicht nur wegen seiuner chronisch unsportlichen ewigen Balltipperei vorm Aufschlag.
Es waren zwei merkwürdige Halbfinali am Freitag: Zunächst Zverev vs Djokovic, am hellichten Tag und dementsprechenden Temperaturen in Melbourne. Losgelöst von meinen Vorlieben oder nichtlieben der betreffenden Spieler. Was einem bei Zverev oft in den Wahninn treibt, ist sein manches arg defensives Spiel meterweit hinter der Grundlinie. Weiß er selber, wie er hinterher zugab, aber warum es ihn seit Jahren kein Trainer beibringen kann die Bälle früher zu nehmen, öfter am ans Netz zu rücken (gut, dann müsste der betreffende Trainer ihm noch einen überdurchschnittlichen Volley beibringen), das verstehe ich nicht. So verpufft die unglaublich gute Rückhand, weil sie shclicht ewig unterwegs ist, bis sie beim Gegner ankommt. Gegerade gegen einen Djokovic, der an guten Tagen kaum Fehler macht, ist so etwas verheerend.
Verlassen konnte sich Zverev im Gegensatz zum Tommy-Paul-Match auf seinen Aufschlag. Der erste kam kam zu 76 Prozent und führte in 83Prozent der Fälle zum Punkt, also praktisch eine sichere Bank.
Djokovic konzentrierte sich darauf, seine Aufschlagsspiele durchzubringen. Er wirkte nicht fit, nach dem er in der voritgen Partie gegen Alcáraz sich am Oberschenkel behandeln ließ. Doch wie oft hat beim Djker der Schein getrügt und er trotz tatsächlicher oder vermeintlicher Malaisen ein Spiel noch gewonnen. Diesmal nicht, diesmal war es offenbar ernst. nach dem verlorenem Tiebreak gab Djokovic unvermittelt auf. Es war ihm klar, dass er nach 80 Minuten Spielzeit, in die er viel Energie gesteckt hatte, nie drei Sätze gegen Zverev hätte gewinnen können. Die einzelnen Pfiffe, mit denen er beim Abschied aus der Arena bedacht wurde, hätten isch die Pfeifenden auch sparen können, darauf wies im übrigen auch Zverev hin. Denn egal, wie man letztlich zu Djokovic steht: Das hat der 24-malige Grand-Slam-Gewinner (davon 10-mal in eben jeder Rod-Laver-Arena, nicht verdient.
Im Finale gegen Sinner am Sonntag (09:30, Eurosport) sehe ich Zverev tatsächlich leicht favorisiert, vor allem wenn sein Service so gut funktioniert. Der Italiener nämlich wirkte bei seinem jur dem Ergebnis klaren 7:6, 6:2, 6:2 gegen den Amerikaner Ben Shelton nicht immer souverän. Sheltonhatte die große Chance auf den ersten Satz, als er bei eigenem Aufschlag zwei Satzbälle vergab. Auch in der Folgezeit hielt Shelton mehr als mit, versagte aber wiederholt in den entscheidnden Szenen. Auch Sinner wirkte alles andere als topfit und ob er ein längeres Match durchgehalten hätte, schien sehr zweifelhaft. Am Ende schaffte er unter Aufbietung letzter Kräfte die entscheidenden Spielgewinne.
Wenn nicht jetzt, wann dann könnte es also für den besten deutschen Tennisspieler seit Boris Becker und Michael stich heißen. Ein Grand-Slam-Sieg würde zumindest seine Tennis-karriere rund machen nach 2 ATP-Finals und mehreren Masters-Triumphen. Vom Olympiasieg 2021 ganz zu schweigen. Lieben werde zumindest ich den Frauenschläger deshalb nicht mehr.
von Münchner Löwe | Jan. 17, 2025 | Allgemein, bundesliga, Fußball, ski alpin, Tagesrückschau, Tennis, Wintersport, WNBA
Ski-Klassiker in Wengen, Biathlon in Ruhpolding und viel (Transfer-)Wahnsinn im Fußball.
Nächster Schweizer Weltcup-Sieger
Franjo van Almen ist diese Saison der Durchbruch bei den Alpinen geungen Nach zwei zweiten Abfahrts-Plätzen in Gröden und Bormio fuhr er am Freitag im Super-G in Wengen zu seinem ersten Weltcup-Sieg. Das ist mittlerweile schon unglaublich, was die Eidgenossen vor allem in den Speed-Disziplinen für eine Auswahl haben. Da kann ich dem Teamchef nur viel Glück wünschen, jeweils nur vier Fahrer für die WM-Rennen in Abfahrt und Super-G zu mominieren. Möge er die richtigen auswählen (die Konkurrenz hofft eher nicht darauf).
Van Almen profitierte ,it seiner frühen Startnummer 3 allerdings auch von einer nachlassenden Piste, gerade im eher flachen und doch entscheidenden Mittelteil gab es schnell hindernde Schläge. Das allein allerdings kann den enttäuschenden 7. Platz von Marco Odermatt nicht erklären, der einen wilden allerdings auch fehlerbehafteten Ritt am Lauberhorn hinlegte.
Zweiter wurde Vincent Kriechmayr mit gerade mal einem Zehntel Rückstand vor dem Schweizer Stefan Rogentin und dem Kanadier James Crawford. Am Samstag steht die traditionelle Lauberhorn-Abfahrt auf dem Programm, mit 4,2 Kilometern die längste im Weltchupzirkus.
Die Frauen sind ebenfalls auf einer absoluten Traditionsstrecke am Start, auf der Tofana in Cortina, wo 2026 auch die Olaympischen Ski-Wettbewerbe ausgetragen werden. Lindsey Vonn hatte beim Training einen Sturz. Schwerwiegende Verletzungen hat sie offenbar nicht davongetragen. Im 2. Trainingslauf ließ sie es ruhig angehen, mal sehen wie mutig sich die Amerikanerin morgen und übermorgen auf ihre Lieblingsstrecke stürzt. Favoritinnen sind die Etablierten wie Sofia Goggia, Lara Gut-Behrami und Federica Brignone
Preuß zurück in der Erfolgsspur
Nach dem missglückten Heimauftritt in Oberhof schaffte sie im noch heimischeren Ruhpolding im Einzel einen hervorragenden zweiten Platz und verteidigte die Weltcup-Führung vor der am Donnerstag siegreichen Lou Jeanmonnot. Ein Schießfehler kostete sie den Sieg, aber so dürfen Biathletinnen und Biathleten nicht rechnen. Die Laufform stimmt, nur Elvira Öhberg war in der Loipe noch ein bisschen schneller.
Die deutschen Staffel-Männer schafften heute den ersten Podestplatz der Saison. Sie wurden Dritte hinter Frankreich und Schweden. Das klar favorisierte Norwegen leistete sich insgesamt drei Strafrunden und kam nur noch auf Rang 4 heran.
Am Samstag folgt die Frauen-Staffel und am Sonntag die beiden Massenstarts.
Apropos Biathlon: Der Weltverband gab bekannt, dass der Saisonstart 2025 in München in München erfolgen wird. Im Oktober im Olympiapark, allerdings auf Skirollern.
Mega-Vertrag für Haaland, Marmoush im Anflug
Der Norweger verlängerte seinen Kontrakt bei Manchester City vorzeitig bis 2034 (!). Dem Vernehmen nach („The Athletic“) kassiert er pro Woche 600.000 Euro, das beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Euro. Nehme ich die absurden verträge in Saudi-Arabien aus (Neymar, Ronaldo), dürfte das Rekord für einen Fußballprofi sein. Der sich allerdings im Vergleich zu Basketball- und Baseball-Superstars wie ein armer Schlucker vorkommen muss (haja …).
Trotz der Haaland-verlängerung verdichten sich die Anzeichen, dass City mit Omar Marmoush einen weiteren Top-Angreifer verpflichten wird, und zwar schon jetzt im Januar. Laut „Kicker“ wird der Ägypter heute nicht im Kader von Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund stehen. Offenbar ist den Verantwortlichen der Hessen die Gefahr zu groß, dass eine Verletzung den auf mindestens mit 80 Millionen Euro taxierten Wechsel verhindern könnte. Sportlich wäre das eine herbe Schwächung der Eintracht, die allerdings in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sie gerade für Offensiv-Positionen immer wieder Weltklassespieler findet.
Zverev schlägt sich bestens
Der Hamburger ist bei den Australian Open als einziger der Top-Spieler nach 3 Spielen noch ohne Satzverlust, ließ in seinen Partien Louis Poille, Paolo Portero-Martinez und Jacob Fiernley (zugegeben nicht die härtesten Brocken) keine Chance. Das spart Kraft, die er sonst bei Grand Slams in ermüdenden Vier- oder Fünfsatzpartien in den ersten Runden vergeudete. Jetzt wartet der Franzose Ugo Humbert, auch eine lösbare Aufgabe, zumal Zverevs Aufschlag glänzend funktioniert. Ebenfalls mehr ode weniger souverän das Achtelfinale erreicht haben in der unteren Hälfte Carlos Alcáraz und Novak Djokovic. Jannik Sinner bestretet erst huete Nacht sien Drittrunde-Spiel gegen Marcos Giron. Asgeschieden ist dagegen schon Vorjahresfinalist Daniil Medwedew gegen den amerikanischen Qualifikanten Tien.
Bei den Frauen ist von den Deutschen nur noch Eva Lys im Einzel dabei. Die kam nur als Lucky Loserin ins Hauptfeld, weil eine andere Spielerin ihre Teilnahme abgesagt hat. 15 Minuten vor der Abreise hat sie angeblich ewrst von ihrem Glück erfahren. Danach gewann sie zwei Partien gegen Birrell und Gracheva und hat heute Nacht gegen die Rumänin Jaquelin Christian auch keine unlsbare Aufgabe. Alle Mitfavoritinnen sind noch im Rennen. Das mit Spannung erwartete Duell der Mütter entschied die Schweizerin Belinda Bencic gegen die Japanerin Naomi Osaka für sich.
Und sonst?
- Transfer-Gerüchte im Fußball: Der FC Bayern geht die Torwartfrage, also die irgendwann tatsöchlich eintretende Nachfolgeregelung für manuel Neuer, offensiv an. Offenbar stehen die Münchner unmittelbar vor einer Verpflichtung des Kölners Jonas Urbig (22), der als größtes deutsches Torwart-Talent gilt. Allerdings war er zuletzt beim Zweitligisten 1. FC Köln nicht mehr erste Wahl, sondern nur Ersatz hinter Martin Schwäbe. Das befeuert natürlich die Wechsel-Gerüchte. Offenbar sind die Münchner auch nicht vollends von den bisher als Neuer-Nachfolger ausgeguckten und sogar verpflichteten Alexander Nübel überzeugt, der bei Stuttgart und auch im Nationalteam nicht immer brillierte, um es noch freundlich auszudrücken.
Dass der ohnehin ins Auge gefasste Wechsel von Uhrig zu den Bayern jetzt schon erfolgt (noch ist ein kleines Fragezeichen wg der Ablöse), hängt damit zusammen, dass zum einen Manuel Neuer tatsächlich dem Alter Tribut zollt, vor allem aber die Ersatzmänner Sven Ulreich (wg privater Angelegenheiten) und Daniel Peretz (verletzt) derzeit nicht einsatzfähig sind.
Tedesco gefeuert: Die Nachricht kommt wahrlich nicht überraschend. Der belgische Verband hat Domenico Tedesco von seinen Aufgaben suspendiert, wie es so hübsch heißt. Das eher schwache Abschneiden bei der EM und jetzt in der Nations League, als die „Roten Teufel“ gegen Italien und Frankreich chancenlos waren und nur mit Mühe den Abstieg in die 2. Leistungsklasse verhinderten, war das eine: Dass er aufgrund von Unstimmigkeiten auf Thibault Courtois verzichtete, für mich der beste Schlussmann weltweit, war nicht förderlich. Offenbar gibt es auch mit dem neuen Sportdirektor Vincent Mannert unterschiedliche Auffassungen, und wer hat wohl in einer solchen Konstellation das Nachsehen? Ein Nachfolger steht noch nicht fest: Er muss mit dem immer noch hochgeschätztem Team zum einen die Nations-League-Relegation gegen die Ukraine schaffen, vor allem aber auch die WM-Qualifikation für 2026, in der Wales wohl der stärkste Gegner sein wird.
- Arsenal beschwichtigt die Fans: Das Aus im FA Cup zu Hause gegen Manchester United tat sehr weh, da ist der Sieg im Nordlondon-Derby gegen Tottenham Hotspur sehr lindernder Balsam. Die Gunners drehten noch vor der Pause einen 0:1-Rückstand, verplemperten aber im 2. Durchgang beste Konterchancen und strapazierte unfreiwillig das Nervenkostüm aller Beteiligten. Die Spurs ihrerseits haben auf Platz 14 jeglichen Kontakt zu deninternationalen Plätzen verloren, haben aber (noch) genug Abstand auf die Abstiegszone.
Manchester United, im Pokal siegreich bei Arsenal, verhinderte mit Mühe eine Blamage gegen den abgeschlagenen ´Letzten Soiuthampton. Erst ein ganz später Hattrick von Amad Diallo (81./90./90+4) stellte die Weichen auf Sieg.
- Dreikampf in Italien: Ohne zu spielen, darf sich die SSC Neapel als Siegerin fühlen. Denn die beiden Meisterschafts-Konkurrenten Inter (vs Blogna) und Atalanta Bergamo (vs Juventus) kamen nicht über Heim-Unentschieden hinaus. Napoli fhrt jetzt mich 3 Punkten Vorsprung auf Inter (das ein Spiel weniger hat) und vier auf Atalanta.
Beste Stimmung also in Neapel? Im Prinzip schon, aber der von Cwitscha Kwarazchelia forcierte Wechsel zu Paris Saint Germain, der unmittelbar bevorstehen soll, bringt natürlich Unruhe. Der Georgier war mit insgesamt 25 Torbeteiligung maßgeblich beteiligt am Meistertitel für Neapel 2023 (die Feier mit den lautesten Kanonenböllern klingt mir immer noch in den Ohren). Kvaradona wurde er liebevoll genannt in Anlehnung an Diego Maradona, aber jetzt folgt er dem Ruf des Geldes, soll das fünffache bei PSG verdienen (11 statt 2 Millionen /Jahr). Das nimmt er lieber, als in Napoli (vielleicht) zur zweiten unsterblichen Legende zu werden.
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