Wawrinka und Monfils -Abschied von 2 ganz Großen

Die ersten zwei Runden im Einzel bei den US Open sind absolviert. Während bei den Frauen alles nach Plan läuft und die Top-Gesetzten nahezu geschlossen in die 3. Runde marschierten, hat sich dass Feld bei den Männern schon merklich reduziert

 

Frenetischer Beifall für Wawrinka und Monfils

 

Sehr viel Wehmut ist jetzt schon dabei dabei, wenn ich diese Zeilen schreibe. Denn Stanislav Wawrinka und Gael Monfils waren nicht nur höchst erfolgreiche Profis (Wawrinka mehr, Monfils etwas weniger). Vor allem  begeisterten sie die Fans auf der ganzen Welt mit fantastischem und unglaublich ästhetischem Tennis. Beide mit einer herrlichen einhändigen Rückhand gesegnet, aber ich trete Monfils sicher nicht zu nahe, wenn (nicht nur) ich konstatiere: Eine schönere einhändige Rückhand als die von Stan the Man hat es bei den Männern noch nie gegeben, allenfalls die von Justine Henin (nona).

Jetzt hatten der Schweizer und der Franzose ihr letztes Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Die Niederlagen gegen Matteo Berrettini und Learner Tien gerieten aber fast zur Nebensache: Wichtig war, dass sie noch einmal ihr Können zeigen durften, dass sie Abschied nehmen durften von der ganz großen (Grand-Slam-)Bühne. Über die Video-Wand liefen noch mal die besten Szenen, von ihren Erfolgen. Von denen Wawrinka mehr hatte, schaffte doch das Kunststück, dass er trotz der Großen 3 Federer, Nadal und Djokovic gleich dreimal bei Grand Slams triumphierte, unter anderem in New Y>ork 2016. Ein solcher Erfolg blieb Monfils verwehrt, auch wegen zahlreicher Verletzungen, die eine noch größere Karriere verhinderten. Dennoch war er aufgrund seiner spektakulären Spielweise überall Publikumsliebling. Auch die New Yorker drückten ihm gestern Nacht die Daumen, obwohl er gegen ihren Landsmann Tien antrat. Der wiederum wäre der Letzte, der ihnen das übel genommen hätte.

Die beiden werden das Jahr bei kleineren Turnieren ausklingen lassen, der Schweizer Wawrinka etwa zu Hause in Basel. Monfils wiederum hat in New York noch gar nicht fertig, denn seine ukrainische Ehefrau Lena Svitolina ist noch chancenreich im Rennen. Da wird er schon heute Nacht auf der Tribüne die Daumen drücken.

 

Aderlass bei den Top-Männern

 

Das Feld der Weltranglisten-Spitze hat sich schon spürbar gelichtet. So mussten von den Top 8 Felix Auger-Alliasime (3), Novak Djokovic (4) und Alex De Minaur (6) die Segel streichen; ebenso Lorenzo Musetti (13), Arthur Fils (10/gegen Stefan Tsitsipas) und der US-Boy Brandon Nakashima (16), der zuvor bei den Masters-Turnieren in Montreal und Cincinnati so aufgetrumpft hatte. Jetzt fand er in seinem Landsmann Alex Mikkelsen seinen Meister.
Wieder mal ein (Gesundheits)Drama legte Djokovic hin. In seiner Erstrundenpartie gegen den soliden Argentinier Navone kämpfte er mehr mit seiner Fitness denn mit dem Kontrahenten. Übergeben musste er sich auf dem Platz, am Ende hatte der Serbe überhaupt keine Kraft mehr. Es war das erste Erstrundenaus bei einem Grand Slam seit 2006 (!), damals in Melbourne. In New York ist ihm ein derartiges Missgeschick überhaupt noch nicht passiert.
Die körperliche Qualen, die ihn laut eigener Aussage regelmäßig bei anstrengenden Partien befallen: sind sie vielleicht deutliches Zeichen, dass der 24-malige Grand-Slam-Sieger es endlich sein lassen sollte? Der Djoker verneinte das, sein Fernziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dem objektiven Betrachter fehlt angesichts der Bilder vom Center Court in New York die Fantasie, wie er bis dahin durchhalten will. Andrerseits: Es ist Djokovic, und der ist dann am Besten wenn alle gegen ihn sind …

 

Fragezeichen hinter Zverev und Alcáraz

 

Die beiden Top-Gesetzten sind noch im Turnier, aber die Auftritte waren alles andere als souverän. Zverev mutiert zum wahrscheinlich härtesten (und bestbezahlten) Nachtarbeiter in New York. In zwei aufreibenden Night Sessions auf dem Arthur Ashe brauchte er jeweils 5 Sätze, ehe er die keineswegs hochbegabten Lorenzo Sonego und Quentin Halys (nix für ungut) aus dem Turnier nahm. Es war zweimal weit nach Mitternacht, als Zverev ddie Matchbälle verwandelte.
Carlos Alcáraz hatte zwar gegen Safiullin und Faria weit weniger Mühe, und doch bin ich hier fast noch skeptischer. Der Spanier ist sichtlich noch nicht fit; wie auch nach mehr als 4 Monaten Pause wegen der Handverletzung? Sein Spiel ist teilweise immer noch brillant, aber er schlägt bei Weitem schwächer auf als jeder in der Männer-Konkurrenz (wahrscheinlich gibts auch ein paar Frauen, die zurzeit über ein härteres Service verfügen). Die Frage, die nur Alcáraz beantworten kann (und nicht wird). Kann er es nicht besser oder hält er den Aufschlag bewusst zurück und hofft, dass die anderen Fähigkeiten genügen? Eines sollte sich jeder Zweifler (also auch ich selbst) vergegenwärtigen: Der Spanier ist seit jetzt 16 Grand-Slam-Partien ohne Niederlage und in New York Titelverteidiger. Nough said …

 

Die Amis kommen

 

Vorn allen Spielern, die ich näher verfolgt habe (recht viele, aber bei Weitem nicht alle …), machte Taylor Fritz mit zwei äußerst souveränen Siegen den besten Eindruck. Auch seine Landsmänner Ben Shelton (nach Anfangsschwierigkeiten) und Francis Tiafoe scheinen die Atmosphäre zu genießen, wo die Fans so hoffen, dass sie mal wieder einen heimischen Turniererfolg bei den Männern sehen dürfen. Mein Tipp vor der Männer-Konkurrenz lautete: Taylor Fritz. Daran hat sich erst mal nichts geändert.

 

Favoritinnen souverän

 

15 der 16 Top-gesetzten Spielerinnen haben die 3. Runde erreicht. Allein Belinda Benic musste sich der Außenseiterin Julia Putintzewa geschlagen geben, die schon länger den zweifelhaften Ruf als einer der unangenehmsten Kontrahentinnen im Feld genießt. Ansonsten. Mehr oder weniger klare Siege der Sabalenkas, Rybakinas und Gauffs. Die alle noch ohne Satzverlust sind, auch wenn Coco Gauff gestern Nacht gegen Paula Badosa im 2. Durchgang einige Mühe hatte und erst im Tiebreak von einer unerklärlichen und plötzlich auftretenden Aufschlagsschwäche der Kontrahentin profitierte.

 

Taggers Talentprobe

 

Drei Sätze brauchte die letztjährige Finalistin Amanda Anisimova – und zwar gegen eine erst 18-jährige Spielerin, die in den nächsten Jahren viel Aufsehen erregen dürfte: Lilli Tagger gab jedenfalls mehr als eine Kostprobe von ihrem Können ab, die unseren österreichischen Nachbarn viel Hoffnung gibt. Letztlich  war Anisimova ungefährdet, aber es braucht nicht viel Fantasie, um das gewaltige Potenzial der 1,85 Meter großen und dementsprechend aufschlagstarken Tagger zu erkennen. Die als eine der ganz wenigen im Spitzentennis noch eine einhändige Rückhand wagt (nicht vganz wo schön wie die von Stan …). Die große Frage: Wird das künftig ihre Waffe oder Angriffsfläche sein?

Aber das ist Zukunftsmusik: Die Gegenwart in New York verspricht ausgeglichenes Spitzentennis. Die Auftritte der Top-Profis lassen in den nächsten Tagen aufregende und offene Partien gegeneinander erwarten. Leider ohne deutsche Beteiligung: Als Letzte verabschiedeten sich gestern Eva Lys (eher chancenlos gegen Mirra Andreewa) und Tatjana Maria (eher unnötig gegen Bartunkova) aus dem Wettbewerb.

Red Socks fast unaufhaltsam

Blick über den Teich, MLB

 

Bis zum Juni war die Saison für die vielen Fans der Red Socks eine verdammt zähe Angelegenheit. Dann kamen die Fußball-Schotten nach Boston, sie machten Partie im altehrwürdigen Fenway Park, und seitdem läuft es wie geschnitten Brot.
Vorführ-Effekt: Ich wollte die 15-Siege-Serie loben, da endete diese mit einer Niederlage zu Hause gegen den ebenfalls aufkommenden Divisions-Rivalen Baltimore Orioles.

Rund 100 Spiele haben die 30 Teams absolviert (plusminus): höchste Zeit, mal einen Überblick aufs Geschehen und noch viel mehr auf die Play-off-Aussichten, zumal jetzt die Ablenkungen wie Play-offs in NBA und NHL (schon länger) und Fußball-WM vorbei sind.

Es ist allerdings alles noch so eng beisammen, dass (fast alle) Teams mit außergewöhnlichen Serien hochkommen oder abstürzen können.

 

AMERICAN LEAGUE

 

Im Vegleich zur National League klar die Schwächere. Zurzeit haben gerade mal 5  der 15 Teams eine positive Bilanz. Es kann durchaus sein, dass eine mannschaft mt ausgeglichenem ode gar knapp negativem Rekord ist die Post Season kommt.

 

East

 

Die „beste“ Division der Liga. Mich würde wenig wundern, wenn sich nicht nur der Sieger direkt für die Play-offs qualfizieren würde, sondern darüberhinaus zwei, vielleicht sogar drei Teams für die Wld-Card-Runde.
Seit ungefähr einem Monat haben die Tampa Bay Rays die Tabellenführung übernommen vor den New York Yankees. Das Team aus Florida hat nicht den ganz großen Superstar (sorry, Senor Caminero), aber sie spielen sehr fein, sogenannten small ball. Also auf Base kommen, Bases stehlen, dann kommen die Punkte fast automatisch. Dazu ordentliches Pitching.
Zurzeit führen sie mit 2 Spielen vor den New York Yankees. Diese leiden extrem unter dem verletzungsbedingten Ausfall von Aaron Judge, der seit gut anderthalb Monaten wegen eines Rippenbruchs fehlt (nicht nur sehr schmerzhaft, sondern äußerst lästig gerade im Baseball, weil man hier den Körper so verdrehen muss). Wann und in welcher Form der MvP der vergangenen beiden Spielzeiten zurückkommt, steht in den Sternen. Dass die Yankees überhaupt noch in Schlagdistanz sind, haben sie dem außergewöhnlichen Pitching zu verdanken, und jetzt ist nach Gerrit Cole auch noch Max Fried zurückgekommen.

Und dann folgen schon die Red Sox auf Rang 3 mit sehr guten Chancen zumindest auf einen Wild-Card-Spot (siehe dort). Fast aus dem nichts ist bei den Schlagmännern der Knopf aufgegangen, die zum Teil absurd hohe Trefferquoten haben. Trotz erheblicher Verletzungsprobleme  (Star-Werfer Garret Crochet fällt vielleicht für die komplette Saison aus) funktioniert auch das Pitching bestens. Wo das noch hinführt, ist die große Frage.

Nicht einmal die Baltimore Orioles und Toronto Blue Jay würde ich komplett abschreiben. Bei den Kanadiern spielt da allerdings auch der Bonus der vergangenen Saison eine Rolle, als sie nur Zentimeter vom Titel entfernt waren.

 

Central

 

Es führen (man lese und staune) die Chicago White Sox. In der vorvergangenen Saison die Lachnummer der Liga, haben die Team-Verantwortlichen die Zeit genutzt, und ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Das zumindest für den Divisionssieg gut ist, wenngleich der Vorsprung auf die Cleveland Guardians nur 1,5 Siege beträgt – das ist eine halbe Dreispiele-Serie. Auch die Minnesota Twins (4,5 Siege zurück) können noch ein gewichtiges Wort mitspielen. Die Detroit Tigers und vor allem die Kansas City Chiefs würde ich aufgrund der bisher erbrachten Leistungen abschreiben.

 

West

 

Die schwächste Division der Liga. Schon jetzt steht praktisch fest, dass nur der Sieger in die Play-offs kommt (und dort als „schlechtester“ Divisionssieger eine Wildcard-Serie bestreiten muss). Wer das sein wird, ist allerdings völlig offen.
Die besten Karten und auch das beste Potenzial haben die Seattle Mariners (51:52), die ich immer noch stärker einschätze als die Texas Rangers (51:51). Auch hier mag die vergangene Saison eine Rolle in meiner Einschätzung liegen, als die Mariners im Halbfinale nur knapp an den Blue Jays scheiterten. Dann wäre es allerdings hilfreich, wenn etwa Catcher Cal Raleigh in die Gänge kommen würde. In de vergangenen Saison begeisterte der Catcher offensiv (63 Homeruns) und defensiv, jetzt bringt er am Schlag überhaupt nichts mehr zu Stande (und es wird von Monat zu Monat schlimmer).

Während die Houston Astros noch im Dunstkreis schwingen (weit weg von Traum-Spielzeiten vergangener Jahre), können die abgeschlagenen Athletics und LA Angels für die nächste Saison planen

 

Wild Cards

 

Wie in der vergangenen Saison qualifizieren sich neben den 3 Divisionssiegern (egal mit welcher Bilanz) die drei besten Teams für die Vorausscheidung. Fast sicher dabei ist dabei der Zweite der AL East (Rays respektive Yankees). Sehr gute Chancen haben auch die Boston Red Socks sowie der Zweite der AL East. Die anderen Teams bis hinunter zu den Blue Jays (47:56) brauchen schon mehr oder weniger lange Sieges-Serien. Nicht auszuschließen, aber die Formumkehr (wie zuletzt bei den Red Socks gesehen) wird halt von Woche zu Woche unwahrscheinlicher, zumal ganz langsam auch die Spiele ausgehen.

Vorhersage (Bauchgefühl ohne Spielplanabwägung und Ähnlichem)

 

Divisionssieger werden die Yankees, White Sox und Mariners, die Wild-Card-Plätze schaffen die Rays, Guardians und Red Socks.

 

NATIONAL LEAGUE

 

Hier dürfte ein Team mindestens 88 Siege brauchen (mit Hochrechnungen habe ich es absolut nicht), um in die Play-offs aufzusteigen.

 

East

 

Klar in Führung sind die Atlanta Braves, die fünf Spiele vor den Philadelphia Phillies führen. Letztere knabbvern immer noch am furchtbaren Saisonstart. Jetzt läuft es allerdings prima, auch weil Klyee Schwarber und Derek Harper regelmäßo9g Homeruns abliefern und da Öiching bestens funktioniert. Vielleicht können die Phillies sogar noch den braves gefährlich werden, aber auch wenn nicht, für einen Wild–Card-Platz dürfte es auf jeden Fall reichen.
Bis Anfang Juli sah es kurzfristig so aus, als könnten die Miami Marlins oben mitmischen, eine grausame Niedelagenserie von 9 Partien hat diese Hoffnungen zerstoben.
Während die Wahsington Nationals wenigstens ab und zu ein Lebenszeichen von sich geben und zumindest offesiv erfreuen (die meisten Home Runs aller Teams) , breite ich über die entsetzliche New York Mets, die trotz des Luxuskaders offenbar komplett zerstritten vor sich hin dümpeln, den Mantel des Schweigens.

 

Central

 

Klar in Führung die erstaunlichen Milwaukee Brewers, die wieder mal auch ohne Superstar eintolles Team zusammengestellt haben. Spektakulär Jacob Misiriowski, der serienweise Würfe von mehr als 102 meilen pro Stunde produziert (völlig ungewöhnlich für einen Starting Pitcher). Gott sei dank hat sein Coaching Staff einen blick auf den jungen Mann und verheizt ihn nicht.

Die Chicago Cubs sind zwar schon sieben Spiele hinter den Brewers, doch im Wild-Card-Rennen haben sie beste Chancen. Auch Pittsburgh Steelers und St. Louis Cardinals dürfen sich in dieser starken Division noch etwas ausrechnen. Nur die Cincinatti Reds haben eine negative Bilanz (47:54) und dürften sicht mehr ins Play-off-Rennen eingreifen.

 

West

 

Der Titelverteidiger kreist wieder in der eigenen Umlaufbahn, trotz so mancher Formdelle. Die 65:38 Siege machen die LA Dodgers zum derzeit besten Team der Liga, obwohl nicht jede Partie mit vollem Ernst angegangen wird (dafür ist die 162-Spiele-Saison) auch viel zu lang. Wenns drauf ankommt, dann zeigen Pitcher (Yamomoto) und schlagmänner (Ohtani) ihre ganze Klasse.
Dahinte haben sich zu meiner großen Freude „meine“ Arizona Diamondbacks (nicht fragen warum) etabliert. Angeführt wird das Team vom venezolanischen Weltmeister-Pitcher Eduardo martinez, der eine großartige Saison spielt. Der Abstand zu den Dodgers ist zwar kaum einzuholen (- 9 Siege), aber das Team aus der Wüste ist bestensim Wild-Card-Rennen.
Das gilt eher weniger für die San Diego Padres. angetreten waren das Team, um dem kalifrnischen Rivalen aus LA die Stirn zu bieten. nach einigermaßen vernünftigem Saisonstart wird die Formkurve schwächer und schwächer. Die jetzige Bilanz von 50:53 kann niemanden zufriednstellen.

Doch was sollen da erst die Fans der San Francisco Giants sagen? Bei 42:60 bleibt nur das blanke Entsetzen, und es ist kein Trost, dass es in der NL West mit den Colorado Rockies ein noch schlechteres Team gibt (41:63). Die haben sich wenigstens im Vergleich zur vergangenen Saison klar gesteigert. Nach nicht einmal zwei Drtitteln der Spiele haben sie schon fast so viele Siege geschaft wie 2025, als sie 43-mal erfolgreich waren.

 

Wild Card

 

Zwei Teams (Phillies und Cubs) scheinen einen Platz sicher zu haben. Um den letzten verbleibenden Spot gibt es noch ein wüstes Gerangel vom derzeit Drittplatzierten Diamondbacks (54:49) bis zu den San Diego Padres (50:53).

 

Vorhersage

 

Divisionssieger werden die Braves, Brewers und Dodgers; die Wild-Cards werden die Phillies, Cubs und Diamondbacks (Wunsch der Vater des Gedanken) erobern.

 

Kepler-Watch

 

Seit Juli mischt der Berliner wieder in de MLB mit, nämlich im Dress der Diamondbacks (das ist aber nicht der Grund für meine Sympathie). Nach Anlaufschwierigkeiten nach der 80-Spiele-Sperre wegen Dopings schlägt er sich ordentlich. Zuletzt schaffte er einen siegbringenden Hit gegen die St. Louis Cardinals (sogenannter Walk-off), und 2 Homeruns stehen auch in seiner Bilanz. Dazu exzellentes und vor allem fehlerloses Spiel in der Verteidigung. Ein Schnäppchen für die Backs, die ja nur den Mindestlohn (immerhin auch knapp eine Million Dollar) überweisen müssen.
Eines ist allerdings jetzt schon klar: Wegen seiner Doping-Vergangenheit wäre er nicht für die Play-offs spielberechtigt.

 

 

 

 

Die Celtics im Angriffsmodus

Blick über den Teich, NBA

 

Gut einen Monat und 16+ Partien läuft noch der Grunddurchgang. Höchste Zeit für eine Vorschau, was da noch passieren kann, wobei die Konstellationen sich im Hinblick aufs Play-off-(Play-In) schon ziemlich verfestigt haben. Sowohl im Osten als auch im Westen haben sich Favoriten kristallisiert. Gut ein Viertel der Liga hat schon abgeschenkt; den betreffenden Teams geht es nur noch darum, möglichst oft zu verlieren, damit die Chancen auf einen Top-Pick in der kommenden Draft steigen (ein sehr vielversprechender Jahrgang, was ich so lese und höre). Übers sogenannte Tanking möchte ich mich jetzt aber nicht auslassen.

 

Eastern Conference

 

Die Spitze

 

Ganz vorn rangieren immer noch die Detroit Pistons, doch dahinter kommen die Boston Celtics mit Wucht. Viele Experten hatten dem Meister von 2024 wenige Chancen eingeräumt, auch weil sie ihren Kader aufgeräumt haben und gute, aber alternde und zu teure Profis weggetradet haben (Porzingis, Holiday, Kornet). Dazu die schwere Verletzung von Jayson Tatum. Doch Abschenken der Saison kam nicht infrage, jetzt ist auch Tatum wieder dabei (noch nicht ganz in Top-Form), aber das wird besser und besser.
Dass sie die Pistons in den verbleibenden Spielen noch von Rang 1 verdrängen, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich angesichts des derzeitigen Rückstands von 3,5 Siegen, aber das ist zweitrangig. Die Play-offs sind schon sicher und dort muss man den Rekord-Champion erst mal aus dem Weg räumen.
Ob das etwa dem jungen Team aus Detroit gelingt, erscheint mir fraglich. Hinter den überragenden Cunningham und Duren wird es doch recht dünn, wobei ein Duncan Robinson jenseits der Dreierlinie immer heißlaufen kann.
Fix in den Top 4 würde ich auch die New York Knicks und Cleveland Cavaliers einordnen. Gerade die Cavs haben sich in der Wechselzeit noch klar verstärkt. Harden ist ein Upset gegenüber dem verletzungsanfälligen Garland (Tausch mit den LA Clippers), Schröder und auch Ellis gute Ergänzungen im Kader. Die Knicks wiederum können sich auf ein eingespieltes Team um Brunson, Towns und Amunoby verlassen. Und auf Mitchell Robinson, den Offensiv-Rebound-König.

 

Kampf um die direkten Play-offs

 

Wenn ich großzügig bin, kämpfen sechs Teams um 2 Plätze, die anderen vier machen dann in den Play-Ins die übrigen 2 Plätze unter sich aus. Wenn ich mir Bilanz und Form ansehe, spricht vieles für die beiden Teams aus Florida, Miami Heat und Orlando Magic. Dann müsssten Toronto, Philadelphia, Atlanta und Charlotte in die Ehrenrunde.

Gerade das „deutsche“ Team der Magic (Wagner-Brüder, Tristan da Silva) hat sich zuletzt gefangen, zB mit 2 Auswärts-Siegen in Los Angeles bei den Lakers und Clippers. Endlich scheint auch wieder die Verteidigung besser zu funktionieren. Das alles allerdings ohne Franz Wagner, der erneut wegen einer Verletzung ausfällt. Sehr viel spricht leider dafür, dass er im Januar wegen des Berlin Game in seiner Heimatstadt zu früh wieder eingesetzt wurde (Wer kann ihm verdenken, dass er dort unbedingt auflaufen wollte?). Ob und in welcher Form er zurückkehrt, steht noch nicht fest. Allzu sehr scheint man nicht mehr darauf zu vertrauen.

 

Der traurige Rest

 

Zumindest die Milwaukee Bucks mit Superstar Giannis Antetokuonmpo kämpfen noch um Rang 10, doch der Abstand wird und wird nicht geringer – im Gegenteil. 4 Teams (ich nenne sie jetzt gar nicht) versuchen nur noch zu verlieren. Natürlich nicht die Spieler auf dem Parkett, aber es gibt Mittel und Wege, sie einzuhegen. So traurig.

 

Western Conference

 

Die Spitze

 

Die große Frage: Retten die Oklahoma City Thunder ihren 2-Siege-Vorsprung ins Ziel oder werden sie noch von den San Antonio Spurs noch abgefangen. Trotz erheblicher Verletzugnsprobleme (zuletzt fehlten Jaylen Williams, Hartenstein, Caruso, Holmgren) hat sich OKC um Shai Gilgeous-Alexander wieder gefangen, gewann 9 der letzten 10 Partien – ebenso wie der texanische Kontrahent um Victor Wembanyama, der zunhmend Verantrwortung übernimmt. Gut möglich, dass diese beiden Teams auch das Conference Final bestreiten, wenn ich so weit vorausgreifen darf (so viele Unwägbarkeiten, weshalb man das eigentlich unterlassen sollte).

 

Kampf um die Play-offs

 

5 Teams (Houston, LA Lakers, Minnesota, Denver, Phoenix) rangeln um die Plätze 3 bis 6: Ohne allzu waghalsig zu prophezeien: Der Siebte (das wären zurzeit die Phoenix Suns) wird mit größter Wahrscheinlichkeit die Play-offs über die Play-Ins erreichen.
Die Ränge 3 und 4 hätten in der ersten Play-off-Runde Heimrecht und sind deshalb so begehrt. Wer das letztlich sein wird: Meine Glaskugel ist trotz neuer Brille sehr trüb. Schemenhaft habe ich die Lakers und Timberwolves im Visier, allerdings hier wie dort mit großem Fragezeichen versehen. Bei LA ist der Elefant im Raum LeBron James. Zurzeit fehlt er mal wieder verletzt, und plötzlich spielen sie  besser. Andrerseits: Wer könnte mehr helfen als der so vielen Play-off-Serien gestellte James – trotz des fortgeschrittenens Alters (41).
Die Timberwwolves haben vielleicht das meiste Talent (Anthony Edwards!), aber sie bringen ihre PS nicht auf die Straße, wie der völlig missglückte Auftritt heute Nacht bei den Lakers verdeutlichte.
Ähnliches Hin und Her sehe ich bei den Nuggets (trotz Nikola Jokic!) und Houston Rockets (trotz Kevin Durant!). Deren außerordentliche Leistungen kann das Team plötzlich beflügeln und auf ein ganz anderes Level heben, und dann müssten sich auch Thunder und Spurs warm anziehen.
Die Suns wiederum spielen ohne jeden Druck, wie es scheint. Der 7. Platz ist gesichert.

 

Die Post-Season-Teams

 

Die Ränge 8 bis 10 (und damit die verbleibenden Play-In-Plätze) scheinen schon vergeben. LA Clippers, Golden State Warriors und Portland Trail Blazers kämpfen nur noch um die Reihenfolge. Ein Team des Trios wird sogar noch in die Play-offs rutschen (und dort das Schlachtopfer der Thunder oder Spurs werden, oder etwa nicht?). Während die alternden Clippers (Leonhard) und Warriors (Curry, Butler, Green) dem Sonnenuntergang entgegenreiten, scheint die mittelfristige Zukunft der Blazers eher verheißungsvoll, da viele junge Spieler ihren Zenith erst noch erreichen werden.

 

Der traurige Rest

 

Memphis, Dallas, New Orleans, Utah und Sacramento: 5 Teams des Grauens und keine Zeile wert..

Astros und Marines rüsten Offensive auf

Blick über den Teich, MLB

 

Jeden Juli teilt sich die MLB in 2 Gruppen, in die Käufer und Verkäufer. Nach 2 Drittel der Saison ist absehbar, ob ein Team noch Play-off-Chancen hat oder nicht. Die „mit“ schauen nach Lücken in ihrer LineUp oder bei den Pitchern, die „ohne“ wollen teure Profis für einen Nueaufbau loswerden, der sich mancherorts gefühlt Jahrzehnte dauern kann. Die Trade-Deadline, dieses Jahr am 31. Juli ist die Marke, bis zu der alle Änderungen abgeschlossen werden müssen, dementsprechend wild ging es auch heuer zu.

Die beiden zumindest vom Namen her spektakulärsten Moves schafften die Houston Astros und Seattle Mariners, beide in der American League West und in einem Zweikampf um den Divisionssieg verwickelt (in dem die Astros zurzeit mit 4,5 Partien vorne liegen. Die „ewigen“ Astros holten Carlos Correa, non den Minnesota Twins, die Mariners verstärkten ihre recht maue Offensive mit Eugenio Suüárezn von den Arizona Diamondbacks. Beide Top-Spieler kehrten zu ihrem Ex-Team zurück.

Ansonsten verstärkten sich viele Teams mit Bullpen-Pitchern (für die gehandelteln Start-Werfer wurde zu viel Gegenwert verlangt. Hier werden vor allem die National-Teams San Diego Padres und New York Mets sowie die New York Yankees als Gewinner der Tradezeit gehandelt.

 

Und so steht es

 

Fast 110 von 160 Partien haben die Teams jetzt absolviert, sie werden also bald ins letzte Viertel der Saison einbiegen. Noch immer kann viel passieren, aber einige Divisonssieger zeichnen sich jetzt schon sehr deutlich ab

 

AMERICAN LEAGUE

 

East

 

Dank eines enormen Zwischenspurtes haben die Toronto Blue Jays Platz 1 übernommen, und diese Führung verteidigen sie hartnäckig. Zurzeit beträgt der Vorsprung 3,5 Partien auf die leistungsschwankenden Yankees, die sich aber immerhin mit zuletzt 3 Siegen gegen den direkten Divisikonsrivalen Tampa Bay Rays etwas Luft verschafft haben. Im Rennen sind auch noch die Boston Red Sox, 5 Siege hinter den Jays.

 

Central

 

Hier scheint alles klar: Obwohl die Detroit Tigers zurzeit ziemlich schwächeln (4:6 in den letzten 10 Spielen), führen sie immer noch deutlich vor den Cleveland Guardians (9,0) und Kansas City Royals (9,5). Aufgegeben haben offenbar die Twins, die ihren besten Spieler Carlos Correa Richtung Houston sowie einige Pitcher abgegeben haben. Die Chicago White Sox sind zwar abgeschlagen, haben aber jetzt „schon“ 40 Siege gesammelt, 42 waren es 2024 in de gesamten Saison.

 

West

 

Wie gesagt: Die ohnehin schon starken  Astros und Mariners haben sich weiter verbessert (zumindest auf dem Papier). Die Play-offs dürfte für beide Teams eine klare Sache werden, der Divisonssieger hat gute Chance auf ein Freilos in der Wildcard-Runde. Dahinter lauern die Texas Rangers, die nach schwachen Saisonstart sehr gut ins Rollen gekommen sind.

 

Wild Card

 

Der „schlechteste“ Divisionssieger sowie hinter die drei besten Teams kommen in die Wil Cards, wo in 2 Best-of-3-Serien die beiden Play-off-Teilnehmer ermittelt werden. Insgesamt 11 Teams dürfen sich sehr gute Chancen (Blue Jays, Astros, Tigers) gute (Yankees, Red Sox), mittelgute (Mariners, Rangers, Guardians) oder eher geringe Chancen (Royals, Rays, LA Angels) machen.

 

NATIONAL LEAGUE

 

East

 

Immer noch ein äußerst spannender Zweikampf der New York Mets und Philadelphia Phillies um den Divisionssieg, wobei der Verlierer des Rennens ziemlich sicher in die Wild Cards darf. Ein halber Sieg trennt die beiden Kontrahenten. Der Rest ist abgeschlagen und darf für die nächste Saison planen.

 

Central

 

Eine ganz ähnliche Konstellation: Die Milwaukee Brewers und Chicago Cubs rittern um den Divisionssieg (der 2. kommt dann in die Wild Cards). Dahinter haben die Cincinnati Reds (-8.0) und St. Louis Cardinals (-10.0) bestenfalls noch Wildcard-Chancen.

 

West

 

Trotz ihrer massiven Verletzungsprobleme bei den (Starting) Pitchern führen die Los Angeles Dodgers mit 3 Spielen vor den San Diego Padres. Bei den San Francisco Giants geht es nur noch um einen Wildcard-Platz, den dürften „meine“, seufz) Arizona Diamondbacks abgeschrieben haben. Die Colorado Rockies sind mit 28:80 Siegen das schlechteste Team der Liga. Nur wenn sie alle (!) restlichen 44 Spiele gewinnen, schließen sie die Saison mit einer positiven Bilanz ab. Vielmehr sehr viel wahrscheinlicher, dass sie an der 40-Siege-Marke scheitern, es wäre zum ersten Mal in der MLB-Geschichte.

 

Wild Card

 

Ich sehe 10 Contender um die insgesamt 6 Plätze. Tatsächlich ist in der Conference-Tabelle ein kleiner 3-Spiele-Abstand zwischen Rang 6 (zZ Padres) und 7 (Reds). Dahinter müssen Cardinals, Giants und Marlins auf einen mehr weniger großen Einbruch der Top 6 hoffen. Doch die scheinen mittlerweile sehr gefestigt und haben sich auchn noch verstärkt (oder die Verletzten kommen nach und nach zurück/Dodgers). In der Reihenfolge der ersten Sechs ist noch alles drin, und kein Divisionssieger steht auch nur ansatzweise fest.

 

Stats und Stars

 

Cal Raleigh von den Mariners führt weiterhin die Home Runs an, mittlerweile steht er bei 42, unfassbar für einen Catcher (und schon jetzt Rekord für einen sog. Switch-Hitter, der also rechts oder links schlagen kann). Dahinter die Superstars Shohei Ohtani (Dodgers/38), Aaron Judge (Yankees/37, zurzeit allerdings auf der Verletztenliste und zwar noch mindestens bis zum 5. August) und Kyle Schwarber (Phillies/37).
Apropos Ohtani: Er wird von den Dodgers ganz behutsam als Starting Pitcher herangeführt, hat vorgestern erstmals mehr als 50 Pitches (51) genommen). Bei den Werfern überragen Paul Scenes von den Pittsburgh Pirates, der auf dem besten Weg ist, alle Rekorde zu brechen. Auch Tarik Skubal (Tigers) und Zack Wheeler(Phillies) zeigen außergewöhnliche Leistungen.

 

Kepler Watch

Offensiv läuft es weiter äußerst bescheiden für den Berliner. Mit einem Schlagdurchschnitt 0.203 spielt der Right Fielder seine schwächste Saison. Wahrscheinlich allein seine defensive Konstanz (erst ein statistischer Fehler) hält ihn noch in der Line Up, und auch das könnte sich ändern, wenn etwa ein Alex Bohm wieder gesund ist.

 

Die ewigen Astros grüßen wieder von oben

Blick über den Teich, MLB

 

Die Hälfte der Saison ist schon weit überschritten (gut 90 von 162 Spielen): Trends sind klar zu ersehen, aber es kann sich noch viel ändern. wer hätte etwa den New Yorker Slump (Yankees und Mets) vor 2 Monaten vorhergesagt?

 

AMERICAN LEAGUE

 

Eastern Division

Mittlerweile führen die Toronto Blue Jays mit 3,5 Spielen vor den Yankees. In einer 4-Spiele-Serie schaften die Kanadier einen Sweep gegen das Team aus New York. Deren Pitcher Max Fried, lange überragend, musste zuletzt einige Runs über dem Durchschnitt schlucken. In Lauerstellung sind noch die Rays (+5,0), die jetzt allerdings sehr viele Auswärtsspiele vor der Brust haben, weil die MLB in weiser Voraussicht für Juli und August im heißen Florida kaum Partien angesetzt hat. Boston Red Socks und Baltimore Orioles helfen jeweils nur noch Superserien. So haben die Red Sox die vergangenen 5 Partien gewonnen, das hilft natürlich.

 

Central Division

Die Detroit Tigers bleiben das heißeste Team der gesamten Liga, und der Divisionssieg ist mit 14 Siegen Vorsprung auf Rang 2 kaum noch zu nehmen. Tarik Skubal brilliert als Pitcher, auch die anderen Werfer lassen wenig zu, und die Offensive produziert. Alle anderen Teams haben schon eine recht klare negetive Bilanz, das dürfte für die Royals, Twins und erst recht für die Guardians sehr schwer werden mit einem Wild-Card-Platz. Ein Fall für sich sind die Chicago White Sox. Immer noch weit unterdurchschnittlich, aber klar verbessert im Vergleich zu 2024.

 

Western Division

Und wieder grüßen die Astros von der Spitze, so wie praktisch das gesamte vergangene Jahrzehnt. Trotz Verletzungspech der Pitcher, sie kriegen immer wieder eine schlagstarke Mannschaft mit guter Defensive zusammen. 6,5 Siege haben sie mittlerweile Vorsprung auf die Seattle Mariners. Die verfügen zwar über tolle Starting Pitcher, leider produziert die Offensive nur sporadisch. Den Texas Rangers, LA Angels und erst recht den Athletics (die tatsächlich zurzeit keinen Stadtnamen tragen dürfen) bleibt nur die sehr vage Hoffnung auf eine Siegesserie.

 

NATIONAL LEAGUE

 

Eastern Division

Vorne die Phillies und Mets gleichauf (wobei der Zweite aus diesem völlig offenen Duell sehr gute Wild-Card-Chancen hat). Die Mets haben sich nach einem furchtbaren Juni wieder einigermaßen gefangen und etwa die Stadtserie gegen die Yankees mit 2:1 für sich entschieden. Mir scheinen dennoch die Phillies ausgeglichener und besser besetzt mit dem alles überragenden Zach Wheeler, der gerade seine eh schon starken Leistungen noch mal übertrifft (Complete Game mit nur einem zugelassenen Hit gegen die Cincinnati Reds). Schon jetzt praktisch chancenlos sind die Braves, die größte Enttäuschung der gesamten Liga, sowie (eher erwartungsgemäß) die Miami Marlins und Washington Nationals.

 

Central Division

Spannender Dreikampf an der Spitze: Die Chicago Cubs, Milwaukee Brewers un d St. Louis Cardinals trennen nur 1,5 Siege. Alle 3 Teams nicht immer überzeugend, aber doch mit eine gewissen Grundsubstanz. Etwas abreißen lassen mussten zuletzt die Cincinnati Reds, während es bei den Pittsburgh Pirates nur noch um Schadensbegrenzung geht. Wie lange macht Star-Pitcher Paul Scenes dieses offensive Elend noch mit?

 

Western Division

Trotz unfassbarer Verletzungssorgen vor allem bei den Pitchern sind die Los Angeles Dodgers relativ weit vorn. 5 respektive Siege haben sie zwischen sich und den Giants und den Padres gelegt, denen einfach keine Siegesserie mehr gelingt, aber noch gut im Wild-Card-Rennen liegen. Noch schlimmer ergeht es „meinen“ Arizona Diamondbacks, deren Felle mehr und mehr davonschwimmen. Bleiben noch die Colorado Rockies, die drauf und dran sind, die schlechteste Sieg/Niederlagen-Bilanz in der Geschichte der MLB zu knacken.

 

STARS UND STATS

 

Batter

Cal Raleigh weiter unglaublich: Er hat mittlerweile 36 Homeruns geschlagen und führt die Liga damit an. Einen Team-Rekord hat er schon aufgestellt, denn noch nie hat ein Spieler der Mariners vor dem All-Star-Break (nächste Woche) so viele Bälle über den Zaun geschlagen. Und das als Catcher, der eher für die Defensive zuständig ist mit seiner anstrengenden kauernden Position hinter der Platte.
Auch Aaron Judge schlägt weiter munter Homeruns und hat immer noch den beeindruckenden Schlagdurchschnitt von 0.360. Um diese Leistung zu würdigen: Der Zweite in dieser Kategorie ist Jacob Wilson von den Athleics mit einem Average von0.335
Shohei Ohtani ist Dritter bei den Homeruns (31), und langsam wird der Japaner auch als Pitcher herangeführt.

 

Pitcher

Aus der Reihe herausragender Werfer will ich Tarik Skubal (Tigers), Hunter Brown (Astros) und Zach Wheeler (Phillies) noch einmal herausheben. Nicht nur haben sie sagenhafte Stats (ERA unter 0.220*, WHIP unter 1.0**), sie spielen auch für absolute Spitzenteams und dürften in den Play-offs eine wichtige Rolle einnehmen. Paul Skenes etwa zeigt ähnlich starke Vorstellungen, nur spielt er für die äußerst schwachen Pirates.

* ERA=Earned Runs Average: Hochgerechnet die Runs, die ein Werfer in 9 Innings zu verantworten hat.
** WHIP= Walks und Hits per Inning: Also die Spieler, die ein Werfer pro Inning auf Base zulässt.

 

Kepler Watch

10 Homeruns und 30 RBIs gehen in Ordnung. Sein Schlagdurchschnitt von 0.212 ist ausbaufähig (vor allem, wenn ich bedenke, dass er gegendie ihm noch weniger liegenden  linkshändigen Pitcher kaum eingesetzt wird), zuletzt traf der den Ball wieder etwas besser (0.278 in den vergangenen 7 Partien), Der Berliner ist allerdings weiter sehr gut in der Defensive (und dafür haben ihn die Phillies auch geholt), spielt im linken Außenfeld fast fehlerlos mit ein paar außergewöhnlichen Catches.