von Münchner Löwe | Juli 20, 2026 | Allgemein
Der Albtraum nahm bei mir kurz vor der Geisterstunde Gestalt an, spätestens in der Verlängerung. Diese widerwärtige Argentinien-Truppe würde sich ins Elfmeterschießen mogeln, wo sie dann triumphieren und Weltmeister werden würde. Widerwärtig deshalb, weil die Südamerikaner nur foulten und bissen und kratzten und traten und nachtraten und provozierten und protestierten und reklamierten. Ekelerregend. Das hatte mit Fußball nix zu tun, sondern glich eher einer Straßenschlacht in Buenos Aires oder Rosario. Dass ein Dauer-Fouler und -Aufwiegler wie Leandro Paredes zum Zeitpunkt des Schlusspfiffs noch auf dem Spielfeld stand: unglaublich angesichts seiner serienweise Sauereien! Vielleicht ist er ja eine sehr netter Mensch, als Fußballer widert er mich an.
Und dann die Erlösung. Gegen 10 Argentinier, weil Enzo Fernandez nach einem üblen Tritt tatsächlich vom Platz flog (und die Stirn hatte, lautstark zu jammern und protestieren). Endlich das Tor des eingewechselten Ferran Torres, dessen satter Schuss nach Kopfball-Ablage aus kurzer Entfernung endlich an Schlussmann Emiliano Martinez vorbeiplatziert war. Martinez, meine Albtraum-Nemesis, mein potenzieller Elfmeter-Töter im Elferschießen wie im Finale 2022 gegen Frankreich (nach einem zuvor allerdings begeisternden WM-Endspiel). Es war der 20. Schuss der Spanier, der zwölfte aufs Tor (zuvor gefühlt alle direkt auf Martinez). Die Argentinier hatten bis dato an „Offensive“ zu verzeichnen: nicht ein Schuss, nicht mal ein Abschluss. Expected Goals: 0,00 Prozent! Also nix, nada, niente. Furchterregend. Wären Argentinier Künstler gewesen, das Publikum hätte die Elf gnadenlos von der Bühne gebuht!
Und dann? Nach dem Rückstand? Plötzlich spielte Argentinien Fußball, begeisternden und auch gefährlichen Angriffsfußball. Angeleitet vom endlich erblühenden Lionel Messi, dem bis dahin unsichtbaren Spaziergänger. Argentinien drängte die stolzen und so ballsicheren Spanier nach hinten, attackierte, kombinierte, dominierte, spielte Chancen heraus (Simeone MUSS treffen). Der Ausgleich lag in der Luft, jeder Spanier hing in den Seilen – bis zur Erlösung, als Schiedsrichter Vincic die Partie endlich mit fünf Minuten Nachspielzeit abpfiff.
Danach ging die Treterei und Rangelei munter weiter, mittendrin mein besonderer Freund Paredes, der nach einer Würgattacke gegen Gavi endlich das verdiente Rot sah. Auch Trainer Lionel Scaloni war kein guter Verlierer. Der nur seine angeblich so heroischen Spieler heraushob und es nicht fertigbrachte, den Spaniern zum Triumph zu gratulieren (das zusammengebissene „bessere Mannschaft“ kann beim besten Willen als ernsthafte Ehrerbietung gewertet werden.
Dass der Sieg der Spanier verdient war, wird wohl niemand bestreiten; auch nicht Menschen, denen Argentinien und deren Einwohner sympathisch sind und ihnen den Triumph von Herzen gegönnt hätten. Spanien hat sich über das gesamte Turnier als die beste mannschaft erwiesen. Die Iberer gerieten allenfalls im Viertelfinale gegen Belgien in Verlegenheit nach dem Ausgleich, dem einzigen Gegentreffer im gesamten Turnier. Das Team verfügt vielleicht nicht über den absolut überragenden Offensivmann, zumal der junge Außenstürmer Lamine Yamal wie Nico Williams weit hinter seiner Top-Form zurückblieb. Dafür stellt es herausragende Defensivkräfte. Den sensationellen Innenverteidiger Pau Cubarsi, erst 19 Jahre alt und bester Jungprofi der WM, dem ich eine große Zukunft prophezeie; den unermüdlichen Marc Cucurella, weltbester auf der linken Außenbahn; und schließlich Rodri, der unnachahmliche Balleroberer und -Verteiler im defensiven Mittelfeld, der völlig zu Recht zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Wie ich schon vor der Partie schrieb: Es gibt keine Schwachstelle, und vor allem spielen die 11 Jungs auf dem Feld blendend zusammen.
Katastrophaler Rasen
Die Umstände rund um die Partie waren eines WM-Finals unwürdig. Da war zum einen der Rasen: zu holprig zu stumpf, zu trocken; der Ball rollte nicht richtig, ein furchtbarer Acker. Normalerweise spielen die NFL-Footballer der New York Jets und New York Giants im MetLife Stadium, und auch hier ist die Spielfläche berüchtigt und für die eine oder andere schwere Verletzung verantwortlich. Man hat so vieles bei dieser WM bewerkstelligt, aber einen gut bespielbaren Rasen fürs wichtigste Spiel in einem Vierjahres-Turnus, das konnte und wollte man offensichtlich nicht schaffen.
Es drängte sich ohnehin das Gefühl auf, dass dieses (End)Spiel eigentlich nur störte. Vor der Partie ein ewig langer Music Act, meist nur per Playback vorgetragen (hier zitiere ich nur Berichte, angeschaut habe ich mir das Elend nicht). Dann die erbärmliche Halbzeit-Show. Man wollte so was Ähnliches wie beim Super Bowl präsentieren, aber es war nur ein katastrophaler Abklatsch. Statt einem oder bestenfalls zwei Künstlern zu geben (wie beim Super Bowl üblich), waren es gleich 7 Acts, zusammengestellt ohne Sinn und Verstand. Und deshalb wurde die seit mehr als 100 Jahren festgeschriebene Pausenzeit von 15 Minuten handstreichartig fast verdoppelt? Das passt zum fußball-hassenden Gianni Infantino, der das Ganze veranlasst hat.
von Münchner Löwe | Juli 19, 2026 | Fußball, WM
Nach mehr als fünf Wochen ist es jetzt endlich soweit: das mit Spannung erwartete Finale. Spanien gegen Argentinien, das kommt jetzt nicht völlig unerwartet, immerhin trifft der amtierende Europameister auf den Südamerika-Champion. Kaum zu glauben: Zuletzt trafen Spanien und Argentiniene in einem Pflichtspiel 1966 aufeinander.
Das Vorspiel machte schon mal Appetit auf mehr. In einer extrem unterhaltsamen Partie um Rang 3 bezwang England Spanien mit 6:4
Spanien – Argentinien So., 21:00 in New York/New Jersey ZDF und Magenta sowie ORF und SRF
Was beide Teams vereint? Jeder Feldspieler ist technisch perfekt am Ball, großartig ausgebildet. Der große Unterschied. Während die Spanier auf Team-Fußball schwören und das perfekte Zusammenspiel forcieren, dreht sich bei Argentinien alles um Lionel Messi. 39 Jahre ist er mittlerweile alt, seit fast zwei Jahrzehnten gehört er zu den besten Fußballern der Welt (viele sagen, er ist der Beste). Und doch ist das jetzige Turnier vielleicht sogar sein stärkstes, zumindest von den Zahlen her. Acht Tore und 4 Assists sind ihm gelungen, so viele waren es noch nie bei einer WM und auch bei keiner Copa America.
Players to Watch
Marc Cucurella: der beste Linksverteidiger des Trniers, ich würde behaupten, mit einigem Abstand. Extrem lästig in der Defensive, wo er keinem Zweikampf aus dem Weg geht, dazu gefährliche Vorstöße. Und auch wenn dem Lockenkopf nicht alle Zuspiele gelingen, Cucurella kann den sogenannten tödlichen Pass spielen. Wechselt nach dem Turnier von Chelsea zu Real Madrid.
Enzo Fernandez: das Arbeitstier, gerne mit Zweikämpfen jenseits der Grenze des Erlaubten. Verfügt über einen unglaublich guten Weitschuss, die Torhüter von Kap Verde und England werden es leidvoll bestätigen. Wie Cucurella spielte er zuletzt beim Club-Weltmeister FC Chelsea.
X-Faktoren
Lionel Messi Die große und wahscheinlich spielentscheidene Frage: Inwieweit bekommt der argentisnische Superstar Zugriff aufs Spiel. Wenn er erst einmal in Faht kommt wie in der Schlussphase gegen England, wird es unheimlich schwer für die Spanier. Er vermag es wie kaum ein anderer, seine Mitspieler gut einzusetzen (die gerne für ihn zusätzliche Meter rennen), dazu verfügt er über einen brandgefährlichen Schuss. Andrerseits ist er halt auch schon 39 jahre alt, das Turnier war zehrend. In einigen Partien ist Messi regelrecht untergegangen, beteiligte sich minutenlang nicht am Geschehen. Ganz auszuschalten wird Lionel Messi nicht sein, aber wenn es den Spaniern gelingt, die magischen Momente auf ein Minimum zu reduzieren und diese unbeschadet überstehen, dann dürften sie die besseren Chancen haben.
Die Bankspieler
Je fünfmal dürfen die beiden Trainer wechseln, einen zusätzlichen gäbe es in der Verlängerung. Es treffen die beiden Teams mit der besten Bank aufeinander. Bei Spanien braucht ein Mikel Merino nur Minuten, um ins Spiel zu finden (er erzielte nach jeweils fünf Uhr-Umdrehungen die Siegtore gegen Portugal und Belgien). Der Außenspieler Nico Williams bringt neuen Schwung, ähnlich wie Mittelfeldmotor Pedri.
Auch die Argentinier haben Waffen wie Lautaro Martinez. Und sollten sie einen Vorsprung über die zeit retten müssen, gibt es die ekligen Männer wie Simeone, denen kein Trick, kein nickeliges Nachtreten, keine Spielverzögerung zu billig ist, um Minuten von der Uhr zu nehmen.
Die Bedingungen:
Gespielt wird in East Rutherford im MetlLife Stadium, wo die NFL-Footballer der New York Giants und New York Jets ihre Heimat haben. Der Rasen gilt als der schlechteste des gesamten Turniers, zu stumpf, zu trocken – das ist tödlich fürs Passspiel, das beide Teams pflegen. Die ganz große Hitze bleibt wohl aus, zum Zeitpunkt des Anstoßes (15 Uhr Ortszeit) werden 27 Grad erwartet. Der befürchtete Rauch aus Kanada, wo die Wälder unkontrolliert brennen, hält sich offenbar auch in Grenzen.
Verlängerte Halbzeitpause
Es soll wie beim Super Bowl werden. Eine gigantische Halbzeitshow wird die Pause überbrücken mit Auftritten von absoluten Superstars der Pop-Szene: So haben sich Shakira, Madonna, Justin Bieber und die südkoreanische Boygroup BTS angekündigt, Moderator soll Coldplay-Sänger Chris Martin werden. Ob das alles innerhalb von den vorgeschriebenen 15 Minuten zu bewerkstelligen ist (inklusive Auf- und Abbau), ist die ganz große Frage. Martin verspricht dies, aber vorsorglich hat die FIFA schon angekündigt, dass es länger dauern könnte (nur um wie viel länger, das ließ sie offen). Keine Frage, dass der Rhythmus durch eine allzu lange Pause verloren geht, andrerseits sollten es die Trainer schaffen, dass sich die Spieler nicht allzu viele Gedanken darüber machen.
🧠 Spanien (ganz knapp)
Die Leistung gegen Frankreich hat mich schwer beeindruckt. Diese unfassbare Ballfertigkeit, das tolle Kombinationsspiel, das ich in dieser Form nur von eingespielten Club-Teams kenne. Jeder einzelne ist ein Top-Kicker, ich sage nur: Rodri, Yamal, Olmo. Die große Frage: wie gehen die Spanier mit einem eventuellen Rückstand um. Im Viertelfinale gegen Belgien sah das nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich längst nicht so so souverän aus.
Was für Argentinien spricht: Sie geben nie auf, sind in diesem Turnier schon mehrfach dem Ausscheiden von der Schippe gesprungen. Nicht mit Glück (zumindest nicht nur), sondern dank des Urvertrauens in die eigene Stärke. Die ja auch bei jedem einzelnen Spieler vorhanden ist (Alvarez, Di Paul), nicht nur bei diesem Zaubermenschen Lionel Messi.
Frankreich – England 4:6 (0:4)
Satz und Sieg, das liegt bei diesem Tennisergebnis nahe. Das es noch nie in der Geschichte von WM-Endrunden (mehr als 1000 partien) gegeben hat (ein sogenantes Scorigami).
Es war eine wilde Partie, in der die Offensive Trumpf war. Wie so oft bei einem Spiel 3, wenn der ganz große Wunsch Titel unerreichbar geworden ist und (wie man hört) der Frust-Alkohol noch in den Knochen steckt). Von Beginn an hatten die Engländer mehr Lust auf Fußball, und in der 1. Halbzeit war jeder Schuss ein Treffer, was zum absurden 4:0 führte. Offenbar fand Frankreichs scheidender Trainer Didier Deschamps bei seiner letzten Pausen-Ansprache die richtigen Worte, und er packte die Seinen an der Ehre. Tor um Tor holten die Franzosen auf zum 3:4. Die Schlussphase war dann eher wie aus Absurdsistan gescripted. Über 5:3, 5:4 und 6:4 retteten die Engländer die Partie und sicherten sich mit Platz 3 tatsächlich die beste Platzierung seit 1966, als sie im heimischen Wembley-Stadion sogar den Titel holten.
Für Trainer Thomas Tuchel war das ein ganz wichtiger Erfolg. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der 4:0-Vorsprung noch hergegeben worden wäre. Einige der englischen Journalisten und Experten (wie in Deutschland eine echte Plage, die alles, aber auch alles besser wissen) wittern eh schon Blut und fordern die Ablösung.
Trotz der Niederlage hatte zumindest Kylian Mbappé Grund zur Freude. 2 Treffer steuerte der Angreifer in der Aufholjagd bei und erhöhte sein Torekonto bei dieser WM auf 10. So viele Treffer bei einer einzigen WM waren zuletzt Gerd Müller gelungen, im Jahr 1970 (!), wozu der damalige Bayern-Stürmer allerdings nur 5 Partien brauchte und nicht nacht wie Mbappé. Der jetzt 22-mal bei WM-Turnieren erfolgreich war, damit führt er die ewige Rangliste an vor Messi (bisher: 21).
Ob Mbappé tatsächlich Torschützenkönig wird, steht allerdings noch nicht fest. Sollte Messi heute Abend zweimal treffen, hätte er wie Mbappé Tore auf dem Konto. Da der Argentinier mehr Assists geleistet hat, würde ihm der Goldene Schuh überreicht werden.
von Münchner Löwe | Sep. 13, 2025 | basketball, EM
Basketball-EM, Halbfinale
Letztlich souverän schafften die deutschen Riesen den Sprung ins Endspiel. Gegen Finnland gewannen Dennis Schröder und Co. mit 98:86. Nur ganz zu Beginn lag das Team zurück, ein donnernder Slam Dunk von Franz Wagner Mitte des 1. Viertels war das Zeichen, dass man es jetzt Ernst nehmen möge gegen die Suomis, die im Achtelfinale immerhin den Titelfavoriten Serbien aus dem Turnier genommen hatten.
Das gab den Skandinaviern um NBA-Star Lauri Markkanen durchaus Selbstvertrauen, doch die Deutschen sind mittlerweile wirklich gefestigt (für mich, der auch die Niederungen des deutschen Basketballs miterlitten hat, schrebt sich das immer noch extrem verwunderlich). Immer wenn es eng zu werden drohte besannen sie sich, und vor allem trafen sie dieses Mal auch aus der Ferne. Die Dreierquote von 40 Prozent ist jedenfalls die mit Abstand beste im Turnierverlauf, und sogar Franz Wagner, der bis dato jenseits der 6,25-Meter-Linie so gut wie überhaupt nichts getroffen hatte und jenseits von Gut und Böse, fand gleich mit 3 Versuchen das Ziel. Gott sei Dank hörte Coach Alex Ibrahimagic (er heißt wirklich so!!!) nicht auf meinen Rat, er möge Wagner den Dreier mögllichst verbieten …)
Zwei Stärken der Finnen aus Achtel- und Viertelfinale kamen dagegen weniger zum Tragen: die Offensiv-Rebounds und ihre eigenen Dreier. Da deuteten sie jeweils ihre Klasse (Muurinen) nur an. Trotz der Niederlage werden sie mit dem schon jetzt besten Abschneiden ihrer EM-Geschichte hochzufrieden sein, zumal sie am Sonntag mit einem Sieg gegen Griechenland sogar eine Medaille gewinnen könnten. Und die Zukunft scheint ohnehin äußerst hell.
Finale, Deutschland – Türkei (Sonntag, 20 Uhr, Magenta Sport, RTL)
Im Endspiel wartet allerdings mit der Türkei ein ganz anderes Kaliber. Im emotionalen Duell gegen Nachbar Griechenland ließen NBA-Star Alperin Sengün und Co. von Beginn an nicht den geringsten Zweifel am Sieg. Können sie diese Form ins Finale transportieren, wird es verdammt schwer für die Deutschen. Denn die Türken haben eine enorm homogene Mannschaft beieinander und befinden sich auf ihrer Mission Titel. Gegen die Griechen langte es fast locker, deren Star Giannis Antetokuonpo kam praktisch überhaupt nicht zur Geltung und musste sich mit für ihn kümmerlichen 12 Punkten begnügen. Was die Türkei zeigte gerade in der 1. Halbzeit des Halbfinals, war jedenfalls klar das Beste, was ich bei diesem Turnier gesehen habe. Mit dieser Erkentnis stehe ich wahrlich nicht allein.
Aber Quervergleiche sind natürlich immer schwierig, und jede Partie beginnt von Neuem (das Phrasenschwein muss auch gefüttert werden …). Zumal die Türken völliges Neuland betreten, zumindest diese Spieler-Generation. 2001 hatte eine türkische Mannschaft das EM-Finale beim Heimturnier erreicht, das gegen ein jugoslawisches Team verloren wurde; übrigens nach einem denkwürdigen Halbfinale gegen Deutschland (mit Dirk Nowitzki) nach Verlängerung, die der damalige Superstar Hidayet Törkoglu mit einem unglaublichen Dreier erreichte. Noch immer fragen sich Experten und hadern deutsche Fans, warum man nicht vorher gefoult hatte, um ein 3-Punkte-Spiel (und den Ausgleich) zu verhindern. Die Frage und vor allem deren Antwort wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Von diesem Team ist natürlich kein Spieler mehr dabei.
zum Nachleiden ca.1:20:00): https://www.youtube.com/watch?v=KE_orYNbt6w
Die Deutschen dagegen sind finalerprobt aus dem siegreichen WM-Endspiel 2023 in Manila gegen Serbien (nach dem unglaublichen Halbfinal-Erfolg zuvor gegen die USA). Gerade die Stützen Dennis Schröder, Franz Wagner und Daniel Theis sowie Dreier-Spezialist Andi Obst naben also Erfahrung, wenn es tatsächlich um den Titel geht. Letztgenannter muss allerdings noch ein wenig an seinem Visier schrauben.
Es ist das 3. EM-Finale einer deutschen Mannschaft. 1993 gewann das Team in einem Thriller in der Münchner Olympiahalle gegen Russland (Reporter Fritz Thurn und Taxis, unvergessen), 2005 verloren Dirk Nowitzki (zum MvP des Turniers gewählt) und Co. gegen Griechenland nahezu chancenlos mit 62:78.
Für mich sind die Türken leichter Favorit, weil sie eben nicht nur den einen Superstar haben wie die deutschen K.-o.-Runden-Gegner Slowenien (Doncic) und Finnland (Markkanen). Andererseits haben sie ihr perfektes Spiel schon hinter sich, während bei den Deutschen tatsächlich noch Potenzial nach oben ist. Eines scheint allerdings sicher: Auf die Basketball-Fans wartet ein großer Abend.
von Münchner Löwe | Juni 15, 2025 | Eishockey, NHL
Blick über den Teich, NHL
Edmonton Oilers – Florida Panthers 2:5 (2:3)
Einen Schritt sind die Panthers noch von de Titelveteidigung entfernt. Das 5:2 in Spiel 5 der Stanley-Cup-Finalserie war eine Offenbarung des effizienten Team-Eishockeys. Das zeitweise Genietum der Oielers Conor McDavid und Leon Draisaitl war zumin dest gestern Nacht nicht genug.
Bei Gegentoren in der Edmonton-Halle Rogers Place legt der Oilers-Discjockey immer ein besonders trauriges Stück auf. Fünfmal musst er auf die Taste drücken, weil sich die Gasstgeber zum Teil Treffer fingen, die einen deutschen Zweitliga-Trainer die Tränen in die Augentreiben dürften. Wann etwa hat man ein Tor gesehen, das direkt aus einem Bully am Mittelkreis fällt. So geschehen beim letztlich bahnbrechenen 1:0 der Panthers durch Brad Marchand, der nach dem Bully-Gewinn von Anton Lundell einfach um 2 Verteidiger kurvte und Calvin Pickard überwand. Dieser Marchand steht eh sinnbildlich für das Florida-Hockey. Ein Routinier mit allen Wassern gewaschen, oft mit Dirty Hockey agierend. Die eigenen Fans lieben ihn (vielleicht mit schlechtem Gewissen?) die Gegner hassen ihn (vielleicht mit Neid und Respekt?).
Die Oílers bekamen ihre Offensiv-PS nicht aufs Eis. Draisaitl und McDavid abgemeldet, obwohl sie von Trainer Kris Knoblauch recht früh in eine Reihe genommen wurden. So konnten die Panthers durch Sam Bennett und abermals Marchand (nach abermaligen Oilers-Abwehr-Desaster) nachlegen. Dieser Vorsprung sollte reichen, auch wenn McDavid und Corey Perry zwei Oilers-Tore erzielten. Eero Luustarines Empty-Net-Goal zum 5:2 der Gäste 79 Sekunden vor Schluss war dann die endgültige Entscheidung, begleitet durch besonders traurige Musik.
Die Stars
Brad Marchand erzielte 2 Tore für die Panthers. Dabei spielt der Rechtsaußen nur in der 3. Reihe. Doch die Ausgeglichenheit der Reihen ist eh der Trumpf der Panthers.
Conor McDavid erzielte nach herrlicher Einzelleistung das 1:3 der Oilers.
Die Goalies
Sergej Bobrowski war wie immer der starke Rückhalt der Panthers, hatte aber auch das Glück des Tüchtigen bei gleich 3 Stangentreffern der Oilers. Seine Ruhe wirkt sich aufs ganze Defensivverhalten aus.
Auf Oilers-Seite spielte dieses Mal Calvin Pickard. An den Gegentoren weitgehend schuldlos, aber die Wechsel im Tor (mit Scottie Skinner) sind halt nicht wirklich beruhigend
Draisaitl Watch
Wie immer sehr engagiert, aber etwas glücklos. Feine Vorarbeit vor Corey Perrys Gewaltschuss zum 2:4.
Meine 🇫🇮
Anton Lundell gewann das Bully vorm 1:0 und verbuchte damit einen Assist. Eero Luustarinen gab den Assist zum 3:0 und traf zum 5:2. Panthers-Kapitän Alexander Barkov verzeichnete einen Assist zum 4:1 von Sam Bennett.
Auf Oilers-Seite verzichtete Kris Knoblauch dieses Mal auf Kasperi Kapanen in der 2. Reihe mit Draisaitl.
Ausblick
Jetzt gibt es tatsächlich 2 freie Tage, bevor es in der Nacht zu Mittwoch in Florida mit Spiel 6 weitergeht. Die Oilers haben natürlich noch ihre Chance in dieser ausgeglichenen Serie, aber sie müssen halt noch bei 50/50-Spiele für sich entscheiden. Die Maxiume kann nur lauten: Spiel 6 in Fort Lauderdale klauen, und dann Spiel 7 in eigener Halle zelebrieren.
Ansetzungen
Mi., 02:00: Panthers – Oilers (3:2)
Sa., 02:00: Oilers – Panthers (falls notwendig)
von Münchner Löwe | Juni 13, 2025 | Eishockey, NHL
Blick über den Teich, NHL
Florida Panthers – Edmonton Oilers 4:5 OT (2:2)
Schon in nüchterne Zahlen liest es sich packend: viertes Finalspiel, drittes Mal Overtime, 2. Sieg der Oilers, erneut durch Leon Draisaitls Siegestreffer. Und doch gegen diesen nüchternden Fakten nicht annähernd die Dramatik der Partie in Fort Lauderdale wider.
3:0 führten die Panthers, weil die Oilers sich früh im ersten Drittel zwei dämliche Strafen einhandelten (auch noch fast gleichzeitig), die die Gastgeber zu zwei Powerplay-Treffern nutzten. Als Anton Lundell noch im ersten Abschnitt zum 3:0 nachlegte, schienen Spiel und Serie schon entschieden. Doch die Edmonton Oilers sind Comeback Kids, die (ähnlich wie die Indiana Pacers in der NBA) sich auch von Rückständen nicht verrückt machen lassen. Das 1:3 früh im 2. Drittel weckte die Hoffnung, auch bei den Fans im fernen Edmonton bei Public Viewing. Durch einen Doppelschlag innerhalb von 135 Sekunden glichen die Gäste noch im 2. Abschnitt aus, und als Verteidiger Jake Walman in der 54. Minute zur erstmaligen Führung für Edmonton traf, flippte die kanadische Stadt aus.
Die Entscheidung? Wäre zu profan gewesen, fand der Drehbuchschreiber und ließ Florida 19 Sekunden vor Schluss durch Sam Reinhard ausgleichen, weil die Oilers zuvor die Scheibe nicht und nicht aus dem eigenen Drittel bekamen.
Also die ersehnte (naja) Overtime, und in der traf Leon Draisaitl nach 11:18 Minuten mit abgefälschten Rückhand-Schuss erst durch die Beine eines Verteidigers, dann durch die Beine von Panthers-Goalie Sergej Bobrowski. Damit schaffte der deutsche Einmaliges: Noch nie hat ein Spieler in einer Stanley-Cup-Finalserie zwei Overtime-Treffer erzielt.
Die Goalies
Hatten nicht ihren allerbesten Tag (wir sprechen von höchstem Torwart-Niveau). Scottie Skinner wurde vom Coach Kris Knoblauch nach einem Drittel gar aus dem Kasten geholt, obwohl er an den Gegentreffern wenig zu halten hatte. Für ihn kam Calvin Pickard (ohnehin praktisch gleichwertig), der seine Sache glänzend machte und nur den Treffer ganz kurz vor Schluss hinnehmen musste. Mit einer unglaublichen Parade in der Overtime bewahrte er die Oilers vor dem K. o.
Sergej Bobrowski hatte zwar auch einige fantastische Saves (etwa gegen Conor McDavid nach dessen wieder mal einzigartigen Solo), aber bei einem Treffer aus ganz spitzem Winkel (Nurse num 2:3) oder durch die Beine (Draisaitl OT) sieht ein Torwart nun mal etwas unglücklich aus, erst recht in Super-Zeitlupe.
Draisaitl Watch
Nicht nur die einzigartge Stanley-Cup-Leistung, also der Treffer zum Sieg. Zudem gab der Kölner die Assists zum 1:3 und 3:3. 25:21 Sekunden stand er auf dem Eis, immer mit voller Konzentration, was für ein toller Spieler!
Meine 🇫🇮
Panters-Kapitän Alexander Barkov assistierte zu den ersten beiden Treffern. Anton Lundell traf zum 3:0 für Florida. Auf Oilers-Seite servierte Kasperi Kapanen zum 4:3 der Oilers.
Ausblick
Dem Serientod fast entronnen, und jetzt ein Heimspiel. So schnell wechselt in dieser Serie die Gefühlslage. Jetzt hat das Pendel wieder in Richtung Oilers und Kanada ausgeschlagen, doch wer weiß, was noch alles kommt. Ob nach tiefschürfender Analyse oder Blick in die Glaskugel: Alles ist drin von Oilers in 6 bis Panthers in 7. Ich sage nur: Go, Canada, go!
Ansetzungen
So., 02:00: Oilers – Panthers (2:2)
Ernsthaft! Nur 1 Tag Pause trotz Reisestrapaze über 4000 Kilometer
Mi., 02:00: Panthers – Oilers
Sa., 02:00: Oilers – Panters (wenn notwendig)
Neueste Kommentare