Das wird die Woche, die wird

Beginn der Champions League, die Entscheidung in der Basketball-WM der Frauen sowie der Auftakt der NFL (dazu noch die von mir gesondert behandelten US Open).

 

Die Monsterrunde beginnt

 

Zum dritten Mal wird die Champions League im Format der einen 36er-Gruppe gespielt, in der jedes Team acht Partien austrägt. Ich persönlich kann damit überhaupt nichts anfangen, denn es ist sehr unübersichtlich, und es gibt einfach zu viele Partien (allein in der Vorrunde 144). Ja, an jedem Spieltag gibt es dem Namen nach höchst attraktive Partien (wie gleich heute Real vs Inter und morgen Liverpool vs Atlético), doch der sportliche Wert tendiert gegen Null, weil auch Niederlagen leicht kompensiert werden können.

Der Modus ist der Gleiche geblieben: Die besten acht Mannschaften erreichen direkt das Achtelfinale, Platz 9 bis 24 spielen in einer Zwischenrunde und die weiteren acht Teilnehmer aus, 12 Teams scheiden aus, ich erspare mir Spekulationen, wer das jeweeils sein könnte …

4 deutsche Vertreter sind dabei, die folgende Auftaktbegegungen bestreiten. Wie immer in der 1. Woche verteilen sich die Spiele auf 3 Tage.

Meister Bayern München vs Bodo Glimt (Do., 21:00)
Borussia Dortmund vs Villarreal (Di., 21:00)
VfB Stuttgart vs Viking Stavanger (Mi., 18:45)
RB Leipzig  bei Como mit Trainer Ces Fabregas (Do., 21:00)

Amazon zeigt über die gesamte Saison jeweils am Dienstag eine Partie exklusiv, der Rest läuft bei DAZN, einzeln in Konferenz.

 

Deutsche Basketballerinnen in der Zwischenrunde

 

Nach der Vorrunde im Schweinsgalopp (die 16 Mannschaften haben ihre je drei Partien an 4 Tagen ausgetragen), geht es ohne Pause weiter. Die deutschen Basketballerinnen stehen wie erwartet in der Zwischenrunde. Der klaren Niederlage gegen Spanien folgten souveräne und letztlich ungefährdete Erfolge gegen Japan und Mali.
Heute wartet in der Berliner Halle am Ostbahnhof die Vertretung Südkoreas. Nach den zuletzt starken Leistungen ist die Mannschaft klarer Favorit, zumal sie den körperlich eher kleinen Asiatinnen körperlich überlegen ist. Die Truppe um die WNBA-Profis Nyara Sabally, Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder findet von Spiel von Spiel besser zusammen, der ernüchternde Auftakt gegen Spanien wurde sehr gut weggesteckt.

Sollte die deutsche Mannschaft heute gewinnen, wartet am Donnerstag allerdings ein ungleich stärkerer Gegner. Europameister Belgien hinterließ bei den bisherigen Auftritten einen vorzüglichen Eindruck, vor allem bei Sieg am Montag über Australien. Gerade die WNBA-Stars Emma Meesemans und Julie Allemand wussten zu überzeugen.

Turnier-Favoritin ist allerdings das Star-Ensemble der USA, auch ohne Aja Wilson. Gerade die Breite des Kaders mit 12 fast gleich starken Akteurinnen dürfte sich im eng getakteten Turnier positiv auswirken: Den Viertelfinali am Donnerstag folgen schon am Samstag die Halbfinale und am Sonntag das Endspiel.

Das Turnier wird vom Publikum sehr gut angenommen. So viel Interesse und Begeisterung gabs bei einer Frauen-WM wohl noch nie, nicht nur die deutschen Spiele sind gut besucht. Das dürfte sich in der K.o.Runde weiter steigern, weil die Frauen wirklich Werbung für ihren Sport machen.

 

Das Lederei fliegt wieder

 

(Vorbemerkung: wirklich beschäftigt habe ich mich bisher kaum mit der NFL. Ich hoffe, mein Interesse steigt, wenn es richtig losgegangen ist)

Erstmals also in Australien, genauer gesagt in Melbourne) wo sich zum NFL-Auftakt in der Nacht zu Donnerstag (02:20 Uhr MESZ)  die Seattle Seahawks und die New England Patriots messen. Eine Wiederholung des Super Bowls, bei dem die Seahawks das bessere Ende für sich hatten. Beide Teams dürften auch in dieser Saison wieder ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen, ob sie dann wieder im Finale aufeinadertreffen (in Los Angeles), steht auf einem anderen Blatt.

Favoriten in der NFC sind neben den Seahawks vor allem die Divisionsrivalen Los Angeles Rams und San Francisco 49ers. Gerade die Rams dürfte die Aussicht auf einen Heim-SuperBowl beflügeln. Als weitere Favoriten erachte ich wie gehabt die Philadelphia Eagles (East) und die Chicago Bears (North).

In der anderen Konferenz (AFC) bleibt abzuwarten, ob die Patriots auch mit einem schwierigeren Spielplan zurechtkommen. Schon die Auseinandersetzung mit dem Divisions-Rivalen Buffalo Bills dürfte wie gehabt haarig werden. Zu beachten sind vor allem die Teams aus der AFC West, allen voran die Denver Broncos und die Kansas City Chiefs, erst recht , wenn Quarterback Patrick Mahomes wieder fit ist.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Spitzenspiel in Elversberg, wo der verlustpunktfreie Aufsteiger Meister FC Bayern empfängt (So., 17:30). Die Münchner haben auf Schalke beim 0:0 schon Federn gelassen und sind erstmals seit 2 jahren nicht mehr Tabellenführer, sondern finden sich auf Platz 6 wieder, wahrscheinlich nur eine Momentaufnahme. Elversberg beeindruckte zuletzt beim 4:3 nach 1:3-Rückstand bei Borussia Mönchengladbach.
    Nominelles Topspiel (Sa., 18:30) ist allerdings die Partie 1. FC Köln – Werder Bremen. Der FC Augsburg will seine Tabellenführung mit einem klaren heimsieg gegen Bayer Leverkusen (Sa., 15:30) untermauern.
  • Internationaler Fußball, England: Im Blickpunkt steht das Manchester-Duell zwischen United und City (So., 17:30). City ist neben Arsenal (am Samstag in Sunderland gefordert) das einzige verlustpunktfreie GTeam.
    Spanien: Barca grüßt nach 4 Siegen in 4 Spielen schon als alleiniger Tabellenführer. Ob Levante (So., 16:15) zum ersten Stolperstein wird, wage ich zu bezweifeln. Real Madrid versucht nach der ersten Niederlage bei Betis Sevilla, Anschluss zu halten mit einem heimerfolg gegen Vallecano (So., 21:00).
  • Formel 1: nach Monza ist vor Madrid Gejagter in der spanischen Hauptstadt ist Kimi Antonelli, der mit dem Triumph in der italienischen Heimat auch einen emotionalen Höhepunkt erlebte.
  • Leichtathletik: Abschluss der Freiluftsaison in Budapest mit den sogenannten World Athletics Unltimate Championships. Ein Treffen der weltbesten Athleten in 28 Disziplinen, die sich an drei Veranstaltungstagen ab Freitag messen. Keine Vorläufe, keine Vorkämpfe, die Veranstalter versprechen komprimiert Leichtathletik vom Feinsten mit auserwählten AtletInnen. Ob die Damen und Herren dazu nach einer langen Saison noch willens und fähig sind, stelle ich mal anheim.

 

Arsenal noch besser, und die Konkurrenz schwächt sich selbst

Vorhang auf also für die reichste Liga der Welt. Mit den fettesten Fernsehverträgen national und international, der größten Ansammlung von Top-Stars (trotz Real, Barca und PSG). Obs dann ein Spektakel gibt, ob wir Spannung im Meisterrennen haben, das bleibt abzuwarten. Und ebenso, ob nach Jahren der Dürre auch der Champions-League-Titel wieder auf die Insel kommt (zuletzt ManCity 2023), und damit meine ich nicht die Schotten von Celtic Glasgow.

Heute beginnt es also, wenn Titelverteidiger FC Arsenal im Emirates Aufsteiger Coventry City empfängt. Das Team aus Mittelengland kehrt nach 34 Jahren in die Premier League zurück, zeitweise krebste man in der 4. englischen Liga herum (die euphemistisch League 2 heißt). Der Traditionsclub ist ein Gewinn für die Premier League, ihr Trainer Frank Lampard eine Fußball-Legende. Zumindest beim FC Chelsea, wo er jahrelang Kapitän einer sehr erfolgreichen Mannschaft war, die unter anderem 2012 in München den Champions-League-Titel errang (sehr gerne streue ich Bayern-Fans das Salz in die Wunden, Finale dahoam und so)

 

Überblick der Meisterschafts-Aspiranten

 

Arsenal Top-Favorit auf die Titelverteidigung

Die Londoner sind nicht nur heute der haushohe Favorit, sondern für die gesamte Saison. Die Londoner haben den Kader quanititativ, vor allem  aber auch qualitativ weiter verstärkt, gerade Bruno Guimaraes und Christos Tzolis könnten eine wesentliche Verstärkung der ohnehin so starken Meistermannschaft darstellen, bei der Kai Havertz endlich mal eine komplikationsfreie Vorbereitung bestreiten konnte.

City ohne Guardiola und Rodri nur Außenseiter

Dagegen hat der härteste Konkurrent deutlich an Substanz verloren. Vor allem der Verlust von Trainer-Guru Pep Guardiola wiegt sehr schwer, und mit Rodri verließ der beste Spieler der WM den Verein in Richtung FC Barcelona. Wobei der Spanier aufgrund zahlreicher Blsssuren in den vergangenen Jahren bei den Cityzens nur sporadisch zum Einsatz kam. Auch die Mittelfeldakteure Reijnders und Bernardo Silva sind nicht mehr dabei, ob das die Neuzugänge Eliott Anderson und Mathys Detourbet kompensieren können, bleibt abzuwarten. Stars wie Schlussmann Gianluca Donnarumma und der außergewöhnliche Torjäger Erling Haaland bürgen allerdings weiter für allerhöchste Qualität und sollten ein echtes Absacken im Klassement vermeiden helfen.

 

United in Lauerstellung

 

Die Red Devils haben sich nach Jahren der Agonie zurückgemeldet und als Dritter sicher einen der letztlich fünf Champions-League-Plätze ergattert. Ob jetzt schon mehr drin ist, wage ich aber zu bezweifeln. Zum einen fehlt der Top-Torwart, denn der Belgier Senne Lammens hat noch nicht die Klasse eines Raya (Arsenal), Donnarumma (City) oder das Duo Allison/Mamardashivili vom FC Liverpool. Sehr gespannt bin ich auf Lammens‘ belgischen Landsmann Youri Tielemans, der von Aston Villa kam, die Liga also schon kennt. Auch vorne gibt es überdurchschnittliche Akteure: die beiden ehemaligen Leipziger Sesko und Cunha sowie Rückkehrer Marcus Rashford seien hier genannt.

 

Liverpool mit neuem Trainer und neuen Investoren

 

Arne Slot, der Meistercoach von 2025, musste nach einer enttäuschenden Saison schon wieder die Koffer packen, so ist das Geschäft in der reichsten Fußball-Liga der Welt (nicht nur dort). Und auch Mo Salah, im vergangenen Jahrzehnt der wichtigste Akteur auf dem Platz und  Publikumsliebling, hat den Club verlassen. Die Reds hoffen, dass der Schwede Alexander Isak und vielleicht sogar der Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké zumindest sportlich die Lücke schließen können. Natürlich bauen sie zudem darauf, dass Florian Wirtz nach einem eher schwierigem ersten Jahr zu dem Unterschiedsspieler wird, der Bayer Leverkusen 2024 zum Bundesliga-Titel geführt wird.

Aufregung genug gibt es jenseits des Platzes. Ein Investoren-Team um Amazon-Chef Jeff Bezos hat sich Anteile von der Fenway Group gesichert, die Rede ist von gut 1,5 Milliarden Euro für 30 Prozent. Aufstocken dieses Anteils bis hin zur Mehrheit scheint nicht ausgeschlossen zu sein. Das ausgerechnet der vermeintlich so bodenständige Arbeiter-Club zum Spekulations-Objekt wird, sorgt am Mersey River schon jetzt für viel Aufregung, auch wenn alle Milliardäre beschwichtigen, sie hätten nur das beste für Club und Anhänger im Sinn. Was man halt so sagt …

 

Rückkehr der Enttäuschten aus London?

 

Damit meine ich die beiden  Clubs FC Chelsea und Tottenham Hotspur, die nach einer katastrophalen Saison das internationale Geschäft verpassten. Wobei die Spurs erst im letzten Moment gar den Abstieg in die 2. Liga verhinderten. Was die Vereinsbosse hier wie dort nicht hindert, jetzt wieder große Töne zu spucken.

Die namhafteste Verstärkung von Chelsea geschah auf der Trainerbank, wo jetzt Leverkusens Meistercoach Xabi Alonso Platz nimmt und beweisen will, dass sein Scheitern bei Real Madrid nicht an seiner Person lag (eher an völlig undisziplinierten Spielern, Vini jr.). Mit Morgan Rodgers kam ein hochveranlagter Mittelfeldspieler von Aston Villa, verlassen hat den Club der bei der WM so überzeugende spanische Weltmeister Marc Cucurella – ein herber Verlust!

Als alter Spurs-Fan (mein Lieblingsclub in der PL) hoffe ich natürlich auf eine weitaus bessere Saison als 25/26. Nicht nur sind die zahllosen Verletzten fast alle wieder fit, erheblich verstärkt wurde das (defensive) Mittelfeld mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes. Top-Akteure wie Xavi Simons, James Maddison und Richarlison geben durdchaus zu Hoffnungen Anlass, dass die Champions-League-Plätze zumindest wieder in Reichweite kommen.

 

Deutsche Trainer-Invasion

 

Gleich 4 deutsche Coaches (und damit einer mehr als aus England selbst) werden zumindest zu Saisonbeginn das Sagen auf der Bank haben: wie gehabt Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds), neu dabei sind Matthias Jaissle (Newcastle) und Rückkehrer Marco Rose (Bornemouth). Vorreiter Jürgen Klopp, der den FC Liverpool zum Titel führte, hat also nach seinem Weggang 2024 durchaus noch Spuren hinterlassen im englischen Oberhaus. Wobei es mehr als vermessen wäre, vom jetzigen Quartett mehr zu erwarten als ein mehr oder weniger früh gesicherter Klassenerhalt. So hat zum Beispiel Newastle United seine Ambitionen gehörig zurückgefahren, wie der Ausverkauf der besten Mittelfeld-Spieler Tonali, Guimaraes und Gordon (für insgesamt fast 300 Millionen Euro) zeigt.
Bornemouth (Platz 7/Europa League) und Brighton (Rang 8/Conference League) haben eine außergewöhnlich gute Spielzeit hinter sich. Diese lässt sich nur schwerlich wiederholen, zumal die Clubs jetzt international gefordert sind (Brighton muss allerdings noch die Qualifikation für die Conference League schaffen/0:0 im Hinspiel in Tromsö).
Für Leeds United und Farke zählt erneut nur der Klassenerhalt, in dieser Preisklasse dürfte dann auch Coventry City anzusiedeln sein.

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Nach der gerade abgelaufenen Superwoche (morgen dazu ein langer Beitrag) ist das Programm ab heute doch relativ überschaubar. Die Reitersleute suchen in Aachen noch diverse Weltmeister, am Wochenende kommt es zur 1. Pokalrunde mit durchaus attraktiven Begegnungen. Dazu das Tennis-Masters in Cincinnati.

 

Die berühmte Soers im Blickpunkt

 

Die Aachener Soers gilt bei den Springreitern als der Heilige Gral. Ein Stadion extra für den Pferdesport mit 40.000 begeisterten wie fachkundigen Zuschauern, die jeden Ritt geradezu in sich aufsaugen und nicht nur die deutschen Pferd/Reiter-Paare feiern. Die Springprüfungen sind Höhepunkt jeder Reiter-WM (nix für ungut, Vielseitigkeit, Dressur und Voltigieren). Die besten Teams werden am Mittwoch und Donnerstag ermittelt und der beste Einzelreiter am Sonntag. Leider schon länger nicht mehr in einem Vierer-Turnier, als jeder Starter nicht nur mit seinem eigenem Pferd, sondern auch mit denen der drei Konkurrenten den Parcours meistern musste. Die Deutschen gehören sowohl im Team als auch im Einzel zu den Favoriten, obs dann wirklich zum Titel reich, bleibt abzuwarten.
Sehr stark dürften die deutschen Dressur-SpezialistInnen auftrumpfen. Isabell Werth hat weiter ein Spitzenpferd (Wendy), mit dem sie in der Kür Bronze hinter der unerreichbaren Olympiasiegerin Charlotte Fry (Glamourdale) und Caritne Laudrup-Dufour (Mount St. John Freestyle) Bronze eroberte und ihre 14. WM-Medaille holte. Von Mittwoch bis Freitag werden noch Mannschafts- und Einzelmedaillen im Grand Prix Special verteilt. Der Unterschied zur Freien Kür: Hier gibt es ein festes Programm mit genau geregelten Prüfungen für Pferd und Reiter, geritten wird ohne Musik. Und trotzdem dürften die gleichen Frauen vorn sein. Sach ich jetzt einfach mal

 

Masters als Generalprobe

 

Offiziell ist das Tennis-Turnier von Cincinnati das 7. Masters (von insgesamt 9) des Jahres. Inoffiziell die letzte Formüberprüfung vor den US Open, die am 30. August beginnen. Bei den Männern fehlen wie schon in Montreal mit Jannik Sinner und Carlos Alcáraz die beiden besten Profis. Sinner hat nach seinem Wimbledonsieg kein Turnier mehr bestritten, aber viel schlimmer steht es um Alcáraz. Wegen der Handverletzung fehlt er seit Mai, seinen ursprünglich für Cinci geplanten Start hat er abgesagt. Ob er in New York antreten kann, erscheint mittlerweile sehr fraglich.

Die ersten Runden haben die Topspieler schon absolviert, und mit Ben Shelton hat es schon einen Mit-Favoriten erwischt. Der gerade gekürte Turniersieger von Montreal musste sich dem Portugiesen Faria beugen. Ebenfalls schon raus ist Novak Djokovic, der sich während der Partie gegen Tirante übergeben musste. Die Top 2, Zverev und Auger-Alliasime sind dagegen noch im Rennen.

Bei den Frauen sind die ganz großen Überraschungen bisher ausgeblieben (das ist bei diesem auch in der Spitze unbeständigen Feld allerdings schon eine Überraschung). Gespannt bin ich auf die Toronto-Siegerin Iga Swiatek, die in Kanada endlich wieder zu alter Form gefunden hat.

 

Wem gelingt die Cup-Sensation?

 

Die 1. Runde des DFB-Pokals ab Freitag garantiert Überraschungen. Nur welchen der 18 Erstligisten es erwischt, das ist halt die Frage. Gefährdet scheint mir vor allem der VfB Stuttgart bei Hansa Rostock (Freitag, 20:30), auch weil die Drittligisten (wie die Zweitligisten) schon 2 Spieltage absolviert haben, während die Bundesligisten den Saison-Auftakt absolvieren, echte Wettkampf-Praxis also fehlt. Weitere besonders heikle Aufgaben stehen demnach dem FC Augsburg (Samstag beim Zweitligisten FC Energie Cottbus), Bayer Leverkusen (Samstag be Wehen Wiesbaden, das im vergangenm jahr die Bayern am Rade einer Niederlage hatte) und die Elversberg (beim Regionalligisten MSV Duisburg).

Meine Löwen empfangen am Samstag (18 Uhr) im Grünwalder Stadion Holstein Kiel, eine Überraschung ist erwünscht.

Die Auftaktpartien von Bayern München und Borussia Dortmund finden zu einem späeren Zeitpunkt statt: Der Meister und Vizemeister bestreiten am Samstag den Supercup (20:30 im Westfalenstadion)

 

Und sonst?

 

  • Fußball: Die Premier league beginnt am Samstag. Klarer Favorit ist Titelverteidiger FC Arsenal. Die Londoner scheinennnoch stärker und gefestigter als in der vergangenen Saison. Das 3:0 im Community Shield (englischer Supercup) am Samstag beeindruckte Fans und Experten. Näheres zur PL am Ende der Woche in einer gesonderten Vorschau.
  • Champions League: Hinspiele der 4. und letzten Qualifikationsrunde am Dienstag und Mittwoch. Wer diese übersteht, hat die Geldtöpfe sinder erreicht, die Verlierer sind zum Trost in der Europa League. Von den insgesamt 7 Partien sticht für mich die Partie zwichen Celtic Glasow und dem LASK ins Auge (Mittwoch im Celtic Park), also der schottische gegen den österreichischen Meister. Ein echtes Duell der Außenseiter werden die beiden Partien zwischen Beer Sheva (Israel) und Sabah (Aserbaidschan) sein.
  • Leichtathletik: Nach der EM ist vor der Diamond League. Ein erlesenes Feld wartet am Donnerstag in Lausanne auf, wenn Europameister auf die besten Athleten aus aller Welt treffen, respektive sich in einer Revanche mit knapp geschlagenen platzierten messen. Besdondere Aufmerksamkeit genießt natürlich die Schweizer 800-Meter-Meisterin Audrey Werro, auch wenn die Britin Odgkinsonoffenbar nicht am Start ist. Die Bahn in Lausanne ist ziemlich schnell, das Wetter muss halt mitspielen.
  • Golf: Schon die 2. Runde der Fedex-Ausscheidung in den USA. Startberechtigt bei den BMW Championships in St. Louis ab Donnerstag sind nur noch 70 Profis, nur 50 erreichen die nächste Runde.
  • Radsport: Die Vuelta beginnt am Samstag, nämlich mit einem 8-Kilometer-Zeitfahren in Monaco. Ziel wird nach 21 Etappen Granada im Süden des Landes sein, im zweifel nahe der Alhambra. Die Spanien-Rundfahrt ist die dritte der drei großen, dreiwöchigen Rundfahrten, hat aber längst nicht die gleiche Bedeutung wie die Tour de France und auch nicht die des Giro. Das könnte sich dieses jahr ändern, weil Tadej pogacar am Start sein wird. Denn der Vuelta-Sieg fehlt noch in de überreichen Sammlung des Slowenen. Alles andere als ein überlegener Erfolg wäre eine faustdicke Überraschung, einer der Konkurrenten wird der österreichische Giro-zweite Felix Gall sein, der für die Frankreich-Rundfahrt aussetzte (aussetzen mussteI.
    Typisch sind die sehr schwierigen Bergetappen mit extrem steilen Anstiegen, die Landschaft in Spanien kommt allerdings längst nicht so spektakulär und abwechlungsreich daher wie die in Frankreich.

Das wird die Woche, die wird

Europameisterschaften de olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Becken-Schwimmen, dazu die Entscheidung bei den Tennis-Masters in Kanada (Toronto respektive Montreal). Und die neue Fußball-Saison nimmt ganz langsam Fahrt auf, national und international.

 

Europameisterschaften – oft ein Muster ohne Wert?!

 

Mein Verhältnis zu EMs im Schwimmen und in der Leichtathletik ist zwiespältig. Einerseits sind das durchaus spannende Wettbewerbe, andrerseits oft ein Muster ohne Wert, weil die Allebesten eben nicht dabei sind. Besonders auffällig im Sprint, wo die schnellsten der Welt seit eher (oder sehr langer Zeit) aus der Karibik und den USA kommen. In der Langstrecke sind dagegen die Afrikaner das Maß aller Dinge.

Und doch versprechen die Titelkämpfe in Birmingham (Leichtathletik) und Paris (Schwimmen) viel Spannung und auch tolle Leistungen.

 

Deutschlands Läufer wollen Medaillen

 

Das hatten wir schon lange nicht mehr, dass der DLV sehr aussichtsreiche Athleten in die Laufwettbewerbe schicken kann. Doch seit ein paar Jahren trumpfen gerade Männer in Disziplinen auf, die vorher geradezu Brachland waren. Ewig alte Rekorde wurden gebrochen, so zum Beispiel der von Harald Schmid über 400 Meter Hürden aus dem Jahr 1987 (!) , ehe ihn Emil Ageykum ablöste. Dieser gilt jetzt als Top-Kandidat für eine Medaille (neben seinem Landsmann Ole Fischer-Breiholz), für Gold dürfte es allerdings nicht langen hinter dem zumindest in Europa unantastbar scheinenden Weltrekordler Karsten Warholm aus Norwegen. Ähnlich verhält es sich über 1500 Meter, wo Robert Farken ganz vorne in der europäischen Elite mitmischt. Diese Lauf-Entscheidung könnte ein echter Höhepunkt der gesamten Veranstaltung werden, zumal hier die Briten mit dem frischgebackenen Meilen-Weltrekordler Josh Kerr einen Titelfavoriten stellen.

Ich will jetzt aber den Teufel tun, hier Wettbewerb für Wettbewerb durchzugehen. Insgesamt stehen 7 Tage (bis Sonntag) auf dem Programm, ARD und ZDF berichten episch sowohl im linearen Fernsehen als auch im Stream, wer sich allzu viel Deutschtümelei ersparen will (die erste Morgen-Session lässt diesbezüglich Böses erahnen), kann auf die App von Eurovisionsports zurückgreifen oder sich via VPN sich das Land der Wahl aussuchen.

Meine persönlichen Höhepunkte sind:

– Stabhochsprung de Männer wegen Armand Duplantis, eh klar. (So., 20:30)
– 800 Meter der Frauen: faszinierender Dreikampf zwischen Werro/Schweiz, Hodginson/GB und Bol/NL, die sich auf ihrer neuen Strecke schnell eingefunden hat (Fr., 22:45).

Natürlich auch die 100-Meter-Sprints der Frauen (Montag) und Männer. Neu im Programm ist die Sprint-Mixed-Staffel.

 

Becken-Schwimmen – und die Russen sind voll dabei

 

Noch eklatanter ist der Leistungs-Abfall der Europäer im Schwimmen, wo die (US-)Amerikaner, Australier und auch Asiaten zum Teil weit voraus sind. Ausnahme-Athleten wie der Franzose  Leon Marchand sind wirklich nur die Ausnahme der Regel. Umso größer der Schock der französischen Gastgeber, dass ihr Gold-Aspirant wegen einer nicht ganz ausgeheilten Adduktoren-Verletzung seinen Start für die beiden Lagenstrecken (200 und 400 Meter) abgesagt hat, wo er den Titel nur hätte abholen müssen (und über 400 Meter auf Weltrekordjagd gehen wollte). Immerhin bleibt seine Nennung für die 400 Meter Freistil und 200 Meter Schmetterling bestehen, und auch einige Staffelstarts dürften eingeplant sein.

Deutschlands Starschwimmer Lukas Märtens will nach seinem Olympiasieg über 400 Meter, dem WM-Titel und dem Weltrekord auch den europäischen Titel. Er ist klarer Favorit. Ansonsten gibt es ein zahlenmäßig riesiges Aufgebot, die eine oder andere Medaille wird mit Sicherheit herausspringen (Langstreckler Johannes Liebmann, Brustspezialistin Anna Elendt, die Staffeln).
Die Wettbewerbe in Paris erstrecken sich ebenfalls bis Sonntag.

Sehr großes Manko: Die Schwimmer haben die russischen AthletInnen trotz des entsetzlichen Angriffsskrieges gegen die Ukraine wieder mit Glanz und Gloria (und offenbar auch wieder Hymnen) in ihrer Mitte aufgenommen. Sogar die Staffeln dürfen starten, bisher waren Mannschaftswettbewerbe für Russen ein absolutes Nogo und von allen Verbänden strikt abgelehnt. Die Schrecken des Krieges sind offenbar Normalität geworden, regelrecht abgestumpft heißen die Sportverbände Russland wieder willkommen. Ich bin regelrecht angewidert von dieser erbärmlichen Demut, die Gefühlslage der ukrainischen Sportler vermag ich mir gar nicht auszudenken. Die löbliche Ausnahme: die Leichtathletik, danke dafür!

 

Der Kicker – eine einzige Schande

 

Großereignisse in den olympischen Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik waren mal eine Domäne des Sportmagazins. Vorbei, vergessen, der Kicker ist zur reinen Fußballzeitschrift mutiert, und das, obwohl die 1. Liga noch gar nicht begonnen hat. In der Montag-Ausgabe steht zu Schwimmen und Leichtathletik: nicht eine einzige Zeile (immerhin eine Doppelseite handball …); früher gabs den komplette Zeitplan plus Medaillentipps des großartigen Leichtathletik-Experten Gustav Schwenk (nicht immer zutreffend, aber ein klarer Anhaltspunkt für den Gelegenheitsgucker). Und jetzt? Nichts, nada, niente! Was für eine Ignoranz, was für eine erbärmliche Schande! Die komplette Kapitilation vor der Vielfalt des Sport, sehr, sehr traurig!

 

Tennis-Entscheidung in Toronto und Montreal

 

Wie immer teilen sich die Frauen für die Masters-Turniere in Kanada auf. Diesmal schlagen die Männer in Montreal auf und die Frauen in Toronto. Die Besonderheit: Beide Endspiele finden in der Woche statt, nämlich jeweils am Freitag (Ortszeit). Grund. Schon in dieser Woche beginnt das Masters in Cincinnatti, ebenfalls auf Hartplatz.

Bei den Männern ist der Titelverteidiger noch im Rennen. Ben Shelton steht nach dem Sieg gegen Fonseca im Viertelfinale. Nach dem Ausscheiden un ter anderem von Alexander Zverev sowie der Nichtteilnahme von Jannik Sinner und Carlos Alcáraz ist er jetzt der bestklassierte Mann im Feld. Obs zum erneuten Sieg reicht, bleibt allerdings abzuwarten. Einen glänzenden Eindruck hat vor allem der junge Spanier Jodar hinterlassen.
Auch bei den Frauen ist die Nummer 1, Aryna Sabalenka, schon draußen. Jede der verbliebenen acht Spielerinnen hat Titelchancen, so verrückt ist dieses Tennis-Jahr. Wenn ich tippen müsste: die Amerikanerin Coco Gauff hat in kanada schon öfter sehr gut gespielt.

 

Und sonst?

 

  • Fußball: Super-Cup-Finale in Salzburg. Parallel zu den Mozart-Festspielen treffen im ednlich mal wieder ausverkauften EM-Stadion (30.000 Zuschauer) Champions-League-Sieger Paris St. Germain und Europa-League-Champions Aston Villa aufeinander. Die Ligen haben weder in Frankreich noch in England begonnen, und viele Spieler sind auch noch im WM-Urlaub. Eine nette Spielerei um Europas Krone, nicht mehr, nicht weniger.

    Ernst wird es dagegen für deinige Clubs in der Champions-League-Qualifikation, wo am Dienstag die Rückspiele der 3. Runde anstehen. So muss Sturm Graz gegen Fenerbahce Istanbul einen 0:2-Rückstand aufholen (20:30). Sollte das gelingen, wartet auf die steirer noch eine 4. Runde, ehe die Geldtöpfe sicher sind. Ansonsten gibt es als Trostpreis die Europa League.

  • Rhythmische Sportgymnastik: Ab Mittwoch die WM in Frankfurt/Main, und mittendrin Darja Varfolommev. Ob die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin in den Einzel-Geräten wieder den Durchmarsch schafft, bleibt abzuwarten. Denn auch bei den Gymnastinnen sind die Russinnen wieder startberechtigt, und die waren vor ihrem kriegsbedingten Ausschluss in dieser Sportart das maß aller Dinge. Ist halt die große Frage, ob die KampfrichterInnen gleich eine russische Titelflut zulassen.
  • Pferdesport: Und noch eine WM, nämlich die der Reiter. In Aachen, so etwas wie de heilige Gral, zumindest der Spring- und Dressurreiter. Von morgen an bis Sonntag in einer Woche werden WM-Titel in insgesamt 6 Disziplinen vergeben. Die DeutschInnen sind überall zumindst MitfavoritInnen, auch wenn Dressur-Olympiasiegerin Jessica Bredow-Werndl fehlt, weil sie ohne Spitzenpferd dasteht, nachdem sie den überragenden Dalera in den Ruhestand geschickt hat.
  • Tennis: Nach Kanada ist von Cincinnati. Doch die Männer-Konkurrenz leidet an verletzungsbedingten Absagen. So zog Carlos Alcáraz seine Nennung wieder zurück, die Handverletzung scheint immer noch nicht ausgeheilt. Ebenfalls nicht dabei ist der Weltranglisten-Erste Jannik Sinner, den der Oberschnekel zwickt. für beide Top-Spieler wirds jetzt für die US Open (ab 30. August) durchaus eng. Lokal-Matador Taylor Fritz fehlt ebenso.
    Top-gesetzt ist somit French-Open-Sieger Alexander Zverev, gefolgt vom kanadier Felix auger-alliasime. zuletzt in Montreal zeigte sich der hamburger allerdings ziemlich müde.
    Bei den Frauen ist dagegen alles dabei, was Rang und Namen hat. Vorhersagen sind dort allerdings fast unmöglich, in den Top Ten (oder auch Top 20) kann jede gegen jede gewinnen, aber auch verlieren. Zu schade, dass deutsche Spielerinnen schon länger mit der Spitze nichts mehr zu tun haben. Mit einem Auge schaue ich auf Top-Talent (und mehr) Österreichs Lilli Tagger, die sich allerdingfs in der Qualifikation beweisen muss.

 

 

 

 

Jürgen Klopp verbittet sich einen Jürgen Klopp

Jetzt ist es also offiziell. Jürgen Klopp wird die  Fußball-Nationalmannschaft betreuen. Ein äußerst zuversichtlicher Mann stellte sich am Freitag im Frankfurter DFB-Campus vor; voller Tatendrang und wie es scheint auch voller Kraft und Energie. Die vergangenen anderthalb Jahre als Head of global Soccer bei Red Bull und dazu als Magenta-WM-Experte scheinen nicht allzu zehrend gewesen sein. Apropos Rote Bullen, wo er noch unter Vertrag stand. Das Thema scheint elegant gelöst zu sein: 1 Million Euro überweist der DFB an die Stiftung Wings for Live, die sich für gelähmte Menschen einsetzt (bekannt durch einen jährlich stattfindenden Wettbewerb an mehreren Orten gleichzeitig), außerdem soll es bis 2030 drei Länderspiele in der Red-Bull-Stadt Leipzig geben.

Klopp verbreitete Aufbruchstimmung. Was er will? Das ganze Land wieder begeistern für Fußball, wenn möglich sogar ändern. In drei Städten, Mainz, Dortmund und Liverpool sei ihm das gelungen. An mangelnder Unterstützung soll es nicht fehlen. Kloppo durfte sein Wunschteam an Assistenz zusammenstellen. Nicht nur seine langjährigen Co-Trainer Peter Krawietz und Pepijn Lijnders verstärken das Team, sondern auch Sven Bender, einst beim BVB einer seiner Lieblingsspieler. Als großer Stratege dient zudem sein Intimus Marc Kosicke, dem er seit Jahrzehnten in allen relevanten Dingen auch jenseits des Fußballs vertraut. Der DFB nickte alle Personalien und Vorstellungen ab,  Alternaltiven zu Klopp hat er er auch nicht zur Hand.

Eines darf man gewiss sein: Jürgen Klopp wird sich reinknien. Auch wenn sein Job offiziell erst am 15. August beginnt, er wird jetzt schonh mit der Sichtung von Profis beginnen. 55 Spieler habe er erst mal unter Beobachtung, berichtete er. Und im Gegensatz zum eher reisefaulen Vorgänger Julian Nagelsmann werde er sehr viel unterwegs sein: nicht nur in den Bundesligastadien, sondern überall auf der Welt, „wo unsere Jungs unterwegs sind“. Eines habe er sich auf jeden Fall vorgenommen. Die Leute sollen Spaß an den Spielen haben und zufrieden nach Hause gehen.

Klopps merkwürdige Wutrede

Alles paletti also? Jürgen Klopp wäre nicht Jürgen Klopp, würde er nicht anecken! Das Fett bekamen die anwesenden Medien ab (und zwar bevor die überhaupt tätig wurden). „Wenn ihr mich euch danebenbenehmt, bin ich weg!“ Nein, eine Stimme reiche nicht. „Aber auch wenn der DFB findet, dass es scheiße ist, bin ich weg.“ Ohne Abfindung, wie er betonte (erstaunlich genug).

Diese maßlose Kritik und vor allem dieser raue Ton, der ohne Not gesetzt wurde, erzürnen mich; vor allem, weil sie vermeintlich völlig ansatzlos und unbegründet quasi aus dem Nichts kam. Wohl kein Bundestrainer seit Franz Beckenbauer 1984 hat dermaßen fast unbegrenzten Vorschusslorbeer erfahren. Vor allem ist er der Held der Boulevard-Presse, die schon seit Dortmunder Zeiten von einem Bundestrainer Klopp träumen. Offenbar hat er aber mitbekommen, wie mit seinem Vorgänger Julian Nagelsmann umgesprungen wurde. Einer seiner schärfsten Kritiker war: Jürgen Klopp. der bei Magenta sehr schnell sehr große Lust verbreitete, wie sehr ihn (Kloppo) dieser Job reizen würde. Kurz gesagt: Klopp hat vor einem wie Jürgen Klopp Angst.
Die Philippika rührt auch von einem seltsamen Verständnis des Journalisten-Berufs. Auch wenn man es oft nicht glauben will, es gilt bei vielen immer noch der Leitsatz von Hanns-Joachim Friedrichs, der Journalisten und Reporter davor warnt, sich mit einer Sache gemein zu machen, auch mit einer guten.
Völlig in Ordnung finde ich es allerdings, dass sich Klopp Einmischungen oder besonders tiefes Graben in sein Privatleben, zumal er selbst dieses praktisch völlig unter Verschluss bleibt.

Trotzdem Aufbruchstimmung

Trotz dieses leichten Misstons (den ich jetzt auch nicht überbewerten will): die positive Grundstimmung überwiegt, zumal an der Kloppschen Fußball-Expertise kaum seriöse Zweifel bestehen. Vor allem die Hoffnung, dass Klopp und die Seinen auch den arg verbrämten DFB durchschütteln, was vielleicht sogar zu einer Demission des komplett überforderten Verbands-Chef Bernd Neuendorf führt. Ich darf ja wohl noch träumen!

Wie schnell dann der Erfolg eintritt (wie auch immer der zu definieren ist), muss man sehen. Wunderdinge kann Klopp nicht bewirken, zumal er sich die Spieler nicht backen (oder auch nur einkaufen kann). Schon gar nicht bei seiner Länderspiel-Premiere am 25. September in Amsterdam gegen Holland.

Das wird die Woche, die wird

Die letzte Tour-Woche, deutsche Finals in Hannover und tatsächlich schon wieder Fußball-Champions-League, wenn gleich „nur“ Qualifikation.

 

Pogacar ohne Gegner – oder?

 

Die Tour de France ist in der letzten Woche vor dem Ziel am Sonntag in Paris. Doch schon heute ist ein klarer Anwärter aufs Podest wegen eines Sturzes ausgeschieden. Bei einer sehr tückischen Abfahrt im Zeitfahren rutschte Florian Lipowitz in einer engen Kurve mit dem Hinterrad weg, er schlitterte mit der Schulter gegen eine nicht abgesicherte Bordsteinkante und konnte nicht weiterfahren. Stattdessen wurde er mit dem Krankenwagen abtransportiert.
Für mich ein absolutes Unding: zum einen so eine gefährliche Abfahrt in das Einzel-Zeitfahren einzubauen und diese zum anderen nicht im Geringsten zu schützen. Ein Sturz war fast naheliegend und offenbar von den sensationslüsternen Organisatoren fast schon eingepreist. Auch der klar Führende Tadej Pogacar hatte an dieser Stelle seine Mühe, obwohl der Slowene nicht das Letzte riskiert haben dürfte.
Pogacar dürfte nach Rang 2 hinter Remco Evenepoel, aber nur 28 Sekunden Zeitverlust auf den absoluten Spezialisten im Kampf gegen die Uhr, der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein bei 4:32 Minuten Vorsprung auf den Belgier. Auch wenn die anstehenden Alpenetappen unter anderem mit zweimal Alpe d’Huez kein Zuckerschlecken werden. Evenepoel hat beste Chancen auf Rang 2, es wäre seine mit Abstand beste Tour-Platzierung in Paris. Allerdings fehlt ihm mit Lipowitz ein sehr wichtiger Helfer in den Bergen, der Rest des Red-Bull-Hansgrohe-Team ist dort kein Faktor. Mal schauen, ob er über die ganz hohen Berge auch gut rüberkommt, das war in den vergangene jahren sien Problem.
Sehr spannend wird der Kampf um Platz 3 (nach dem Ausfall von Lipowitz und zuvor Jonas Vingegaard). Der Mexikaner Isaac del Toro und der Franzose Paul Seixas kämpfen nicht nur um den Podestplatz, sondern auch ums Weiße Trikot es besten Nachwuchsfahrers (bei der Tour sind das alle Profis unter 25 jahren).

 

Deutsche Titel im Hunderterpack

 

Ab Donnerstag ist es wieder soweit. In gleich 23 Sportarten kämpfen Athletinnen und Athleten um deutsche Meistertitel. Neben Traditions-Sportarten wie Schwimmen, Bogensport und Turnen, die schon öfter in den sogenannten deutschen Finals dabei waren, kämpfen erstmals auch solche aus Jiu Jitsu und Rapid Surfen, aber auch Beachvolleyball und Wasserball um Meisterehren. Die Wettbewerbe sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, für diejenigen, die sich nicht extra nach Hannover aufmachen (ich gehe mal davon aus, dass keiner meiner Leser dort wohnt …), bietet die ARD zahlreiche Live-Streams an.

Mein persönlicher Liebling: die 3×3-Basketballer und das Rugby-7-Turnier (jeweils Frauen und Männer), auch wenn hier die Nationalspieler wegen der nahen Europameisterschaft unabkömmlich sein werden.

Extrawurscht der Leichtathleten – aus Gründen!

Auch diese kämpfen dieses Wochenende um Titel und Platzierungen. Allerdings nicht in Hannover, sondern in Bochum-Wattenscheid, im altehrwürdigen Stadion an der Lohrheide, wo in den 80er-Jahren auch die Bundesliga-Kicker von Wattenscheid 09 spielten (heute Regionalliga).
Der Grund für den Sonderweg ist profan: Nach dem Umbau des Niedersachsenstadions in eine reine Fußball-Arena (für die WM 2006!) gibt es dort keine wettkampftaugliches Leichtathletik-Stadion. Der Zuschauer daheim wird nix merken, auch hier ist das Fernsehen live dabei, wahrscheinlich sogar besonders ausführlich, wie es sich für die olympische Kernsportart gehört.

 

Sturms erster Schritt zur Königsklasse 

 

Sturm Graz gegen Hearts of Midliothian – so lautet aus meiner austriaphiler Sicht der Schlager der 2. Qualifikationsrunde (Di., 20:30, ORF1).  Beide Teams wurden in der nationalen Meisterschaft Zweiter, die Hearts verpassten herzzerreißend in fast letzter Minute mit einer Niederlage beim direkten Konkurrenten Celtic Glasgow den Titel. Sowohl Österreicher als auch Schotten waren ja bei der WM dabei, beide Teams schieden früh aus. Inwieweit Spieler fehlen, vemag ich nicht zu sagen, noch weniger weiß ich über die Form: Aber gerade die Hearts haben im Sommer einen erheblichen Aderlass erlitten, die besten Profis haben sich davongemacht.

Ansonsten sticht noch die Partie FC Thun gegen Dinamo Zagreb heraus (Di., 20 Uhr/SRF), immerhin der Schweizer Meister (ohne Meistercoach Lustrinelli, der in Richtung 1. FC Union nach Berlin entschwand) gegen den Titelträger Kroatiens.

Insgesamt sind vier Qualifikationsrunden zu überstehen, bevor die Geldtöpfe der Königsklasse anvisiert werden können. In der 3. Runde greift dann auch der österreichische Titelträger LASK ein.

 

Und sonst?

 

  • Formel 1: Letzter Lauf vor der einmonatigen Sommerpause in Budapest (Sonntag, 15 Uhr). WM-Leader Kimi Antonelli im Mercedes muss sich de stärker werdenden Konkurrenz der Ferraris und von max Verstappen (Red Bull) erwehren.
  • Tennis: Traditionelle Sandplatzturniere der Männer in Kitzbühel (unter anderem mit Bublik, Vacherot, Struff und Altmaier) und Estoril (Rublew, Darderi, Wawrinka). Die Frauen messen sich in Hamburg (Olyinikova, Kalinina, Korpatsch) und Prag (Bouskova, Krejikova, Tagger).
    Das Gros der Spielerinnen und Spieler hat sich bereits nach Nordamerika aufgemacht, wo ab nächste Woche die Sommer-Hartplatz-Saison mit dem Höhepunkt US Open (ab 31. August) ansteht.