Dodgers sang- und klanglos raus

Blick üver den Teich, MLB

 

Los Angeles Dodgers – MILWAUKEE BREWERS 4:6 (Endstand 0:4)

 

Die Hoffnungen aufs Weiterkommen waren eh miserabel, jetzt sind sie endgültig vorbei. Auch die vierte Partie verloren die Dodgers – und das im heimischen Stadion – und müssen den Traum vom Three-Peat, den dritten Titel in Folge, begraben. Gescheiert sind sie zum Einen an einem in jeder Beziehung großartigen Gegner, aber auch an den eigenen Unzulänglichkeiten.

Spiel 4 im Dodger Stadium war eine Blaupause dafür. Das für die Gastgeber fantastisch begonnen hatte, denn im 2. Inning hatte endlich auch ihr Superstar Shohei Ohtani einen seiner wenigen lichten Momente in der Serie und drosch den Ball bei zwei eigenen Leuten auf Base über den zaun. Mit diesem 3-Run-Homer lag LA 4:0 in Führung, und das Stadion tobte. Träumte schon vom ersten Sieg, dem dann „nur“ noch drei weitere Erfolge folgen müssten, um das Wunder zu schaffen. So zumindest die Theorie.

Die Praxis sah dann so aus, dass die Gäste trotz des klaren Rückstands ruhig blieben. Grundsätzlich und vor allem an der Platte. Im. 4. Inning begannen sie ihre Aufholjagd, verkürzten durch zwei Doubles hintereinander durch Jake Bauers und Wilson Contreras auf 2:4. Im 5. Abschnitt dann das typische Small-Ball-Spiel: Zuerst der Walk von Christian Jelich, der rückt durch einen Steal auf die 2. Base vor, und mit einem weiteren Single bringt David Hamilton Jelich nach Hause – 3:4. In dieser Tonart geht es weiter – zum Entsetzen der LA-Fans. Nach zwei weiteren Walks sind die Bases geladen, und auch der eingewechselte Dodgers-Pitcher Alex Vesla findet gegen Jake Bauers nicht die Strke Zone. Erneuter Walk, und damit der Ausgleich zum 4:4.

Die vorher so gepriesene Dodgers-Offensive bringt in diesen mittleren Abschnitten überhaupt nichts Produktives mehr auf die Beine, auch weil der Bullpen der Brewers erneut brilliert. Im 6. Inning ist es Garrett Mitchells Homerun, der die Weichen auf sieg stellt. Die Dodgers haben zwar noch zweimal sehr gute Chancen auf den Ausgleich mit Läufer auf der 3. Base und jeweils nur einem Out, doch Closer Aaron Ashby befreit sich äußerst gekonnt aus den heiklen Situationen, unter anderem mit einem Strikeout gegen Ohtani.

 

Völlig verdientes Weiterkommen

 

Es gab durchaus Stimmen, die den Brewers den Sieg in der NLCS zugetraut hatten. Aber mit einem sogenannten Sweep (keine Niederlage) hatten auch die größten Fans aus Milwaukee nicht rechnen dürfen. Es war die geschlossene Mannschaftsleistung: Exzellentes Pitching (Starter und Einwechsler), großartiges und vor allem fast fehlerloses Feldspiel, und die gesamte Offensive vermochte zu punkten. Nicht immer alle natürlich, so funktioniert Baseball nicht, aber einer war halt immer zur Stelle.
Und doch: Einen möchte ich herausheben. Jake Bauers. Bisher ein äußerst solider Spieler, der in dieser Serie über sich hinauswuchs. In jedem Spiel landete er mindestens einen Hit. In zwei Spielen hintereinander trieb der den Starting Pitcher in schon epischen Werfer-Schlagmann-Duellen zur Verzweiflung, die er dann noch erfolgreich abschloss. Im entscheidenden 4. Spiel verbuchte er 3 RBIs, brachte also 3 Spieler auf die Homebase. Es hat mich sehr gefreut, dass die Journalisten so dachten wie ich und Bauers um MvP der Serie ehrten.

 

Ausblick der Sieger

 

Die Brewers stehen erstmals seit 1982 in den World Series, die sie damals in 7 Partien gegen die St. Louis Cardinals verloren. In ihrer jetzigen Verfassung sind sie für mich auf jeden Fall Favorit, egal ob die Cleveland Guardians oder die Tampa Bay Rays de Gegner sind. Zumal die jetzige Pause sicher ein zusätzlicher Vorteil ist, weil sich die Pitcher nahezu komplett erholen können. Während sich Rays und Guardians wahrscheinlich noch einige pfysisch und psychisch fordernde Partien abverlangen werden. Zurzeit steht es 2:1 für Cleveland, aber mich würde nicht wundern, wenn diese Serie über die volle Distanz von sieben Spielen geht.

 

Und die Verlierer?

 

… lecken die Wunden. Die Dodgers werden analysieren müssen, warum gerade die Offensive und hier vor allem die Top-Stars so kläglich abgeschnitten, ja versagt hat. Egal ob Ohtani, Freeman und Betts, nicht einer fand zu Normalform, und sie erreichten viel zu selten die Base. Die wenigen Chancen wurden meist vergeben. Mangelnde Geduld, manchmal etwas Pech und im Fall von Ohtani schlicht fehlende Form, auch weil er nicht hundertprozent fit ist. Die Unzufriedenheit war dem Japaner sichtlich anzusehen, und nicht einmal sein fantastischer Homerun konnte daran etwas ändern.

Im nächsten jahr werden die Dodgers wieder angreifen. Sie werden wieder Favorit sein, weil sie die mit Abstand bestbezahlte Truppe de Liga sind. Jetzt wissen sie es Schwarz auf Weiß: Unschlagbar sind sie nicht.

 

Ansetzungen (American League)

 

Sa., 02:00: Guardians – Rays (2:1)
So., 02:00: Guardains – Rays
Di., 02:00: Rays -Guardians *
Mi., 02:00: Rays – Guardians *

* falls nötig

Die World Series beginnen nächste Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag in Milwaukee.

Hallendach verhindert Homerun

Blick über den Teich, MLB

 

Der erste Spieltag der Divisional Series ist immer auch ein Festtag für alle Baseball-Fans. Diesmal samt einer Absurdigät/Kuriosität), dass eine Hallenbefestigung völlig legal aller Wahrscheinlichkeit nach einen Homerun verhindert hat..

https://www.youtube.com/watch?v=BU8AZLDcg9k

4 Partien über den ganzen Tag verteilt (MESZ von 19 bis 5 Uhr). Die Ausgabe 2026 jedenfalls hat sich gelohnt. 4 durchaus spannende Spiele, die für den Fortgang der jeweiligen Best-of-5-Serien einiges versprechen. Ich ordne es trotz allem chronologisch, und meines Erachtens wurde es von Spiel zu Spiel besser und aufregender (mit dem „Roof-Homerun ganz am Schluss in Spiel 4).

AL: Cleveland Guardians – Chicago White Sox 0:3

 

Das Duell der beiden Kontrahenten der Central Division, in der sich die Guardians eben knapp den Sieg und damit den Heimvorteil gesichert hatten. Davon ließen sich die Sox allerdings wenig beeindrucken, und das Glück (vor allem Können) in heiklen Phasen stand ebenfalls Pate. Das 3. und 4. Inning überstanden sie trotz geladener Bases ohne Run. Ansonsten hatten die Pitcher das Geschehen weitgehend im Griff. herausragend dabei Grant Taylor, der im 6. Inning ins Spiel kam und in den restlichen 4 Abschnitten nur 2 Hits und keinen Run hinnehmen musste.
Dioe White Sox selbst gingen im 4. Inning durch einen 2-Run-Homerun von Rookie Munetaka Morikami mit 2:0 in Führung, die Colosn Montom mit seinem RBI-Double auf 3:0 ausbaute.

 

NL: Los Angeles Dodgers – Atlanta Braves 5:3

 

Die Organisatoren hatten die glänzende Idee, diese Partie in die kalifornische Mittagshitze von weit mehr als 30 Grad anszusetzen (Spielbeginn: 13 Uhr Ortszeit). Der im Sommer verpflichtete Super-Pitcher Tarik Skubal durfte für den Titelverteidiger aus LA gleich beginnen, und er machte seine Sache zunächst hervorragend. Nur einen Hit und 2 Walks ließ er zu, ehe ihm Sean Murphy im 6. Inning einen Homerun um die Ohren schlug (was eben immer passieren kann).
Da stand es aber schon 2:0 für die Dodgers, und im unteren 6. Inning machten sie den Gegenpunkt mehr als wett. Kyle Tucker und Max Muncy schlugen Back-to-Back-Homer, die insgesamt 3 Punkte einbrachten.
Ozzie Albies machte es zwar im 9. Inning zwar noch mal spannend mit seinen 2-Run-Homerun zum 3:5 aus Braves-Sicht, aber der eingewechselte Dodgers-Closer Evan Phillips brachte die Partie ohne weiteren Schaden über die Bühne.

 

AL: Tampa Bay Rays – New York Ynakees 1:0

 

Pflichtsieg für die Rays, denn ihr stärkster Pitcher Drew Rasmussen traf auf den vermeintlich schwächsten der Yankees. Wobei Gerrit Cole seine Sache mehr als gut machte, wie die gesamte Yankees-Werfer-Crew. Nur den Homerun von Luis Aranda gleich im 1. Inning ließ er zu.
Dass die Leistung nicht zum Sieg reichte, lag an Drew Rasmussen, der sogar für seine starken Verhältnisse einen außerordentlich guten Tag erwischt hatte. Egal wer ihm gegenüberstand, Rasmussen hatte keine Probleme, was angesichts des knappen Spielstands umso bemerkenswerter ist (beim Stand von 5:0 kann jeder gut aussehen …).
Als Rasmussen nach 8 grandiosen Innings unter großem Jubel das Feld verließ, standen unglaubliche Zahlen auf der Anzeigentafel: Nur 2 Walks und 1 Hit standen da auf der Anzeigentafel. Und nicht einmal der statistische Hit von Austin Wells brachte schaden, weil der übermütige Catcher gleich bis zur dritten Base laufen wollte, die er aber nicht rechtzeitig erreichte.
Closer Bryan Baker ließ im 9. Inning auch nichts mehr anbrennen und schloss die Partie standesgemäß mit 2 Strikeouts und einem Groundout.

Ich hab geschrieben, dass das ein Pflichtsieg der Rays war. Denn jetzt treten für die Yankees die beiden so starken Pitcher Cam Schlittler und Max Fried an. Besser als Cole können sie ihre Sache allerdings auch nicht machen. Wird also aus Yankees-Sicht Zeit, dass die Offensive wieder ins Rollen kommt.

 

NL: Milwaukee Brewers – Sand Diego Padres 3:2

 

Der größte Aufreger des Tages kam fast zum Schluss. Ty France trat für die Padres im 9. Inning an den Schlag beim Stand von 2:3. Er traf den Ball voll, der hoch in die Luft flog, und vieles sah nach einem Homerun aus, der die Führung bedeutet hätte. Blöd nur, dass das Dach geschlossen war, und der Ball eine Deckenbegrenzung traf. Nicht nur wurde so der Homerun verhindert, er fiel auch dem Outfielder Jackson Chourio in den Fanghandschuh. Statt 4:3 und einem Out für die Padres stand es also weiter 2:3 und 2 Spieler waren Out. Alles wurde regelkonform entschieden (ich will das an dieser Stelle nicht länger ausbreiten, aber in alle Kürze: Wenn die Deckenbegrenzung über dem Feld getroffen wird, geht es weiter, als sei nichts geschehen).

So brachten die Brewers eine Partie nach Hause, die für sie alles andere als optimal begonnen hatte. Schnell stand es 2:0 für die Padres. Zudem hatte ihr überragender Werfer Jakob Misiorowks zunächst erhebliche Probleme und brauchte allein in den ersten beiden Innings gleich 57 Würfe (normal sind etwa 15 pro Inning). Vor allem deshalb musste er schon nach 4 Innings vom Feld, aber die Brewers-Reliever machten ihre Sache recht gut und ließen bem Stand von 2:2 keinen weiteren Run zu.

Zum Matchwinner avancierte so Wilson Contreras, der im 7. Inning den Ball zum 3:2 über den Zaun beförderte. ZUvor hatte im 3. Inning Jackson Chourio mit seinem 2-Rund-HOmer die 2:0-Führung de Padres ausgeglichen.

 

Ansetzungen heute

22:00: Brewers – Padres (1:0)
02:00: Dodgers – Braves

 

Ansetzungen morgen

23:00: Guardians – White Sox (0:1)
02:00: Rays – Yankees (1:0)

 

Weiters (jeweils 3. Spiel)

Mi., 00:00: Braves – Dodgers
Mi., 03:30: Padres – Brewers

Mi., 22:00: White Sox – Guardians
Do., 02:00: Yankees – Rays

 

 

Das wird die Woche, die wird

Beginn der Champions League, die Entscheidung in der Basketball-WM der Frauen sowie der Auftakt der NFL (dazu noch die von mir gesondert behandelten US Open).

 

Die Monsterrunde beginnt

 

Zum dritten Mal wird die Champions League im Format der einen 36er-Gruppe gespielt, in der jedes Team acht Partien austrägt. Ich persönlich kann damit überhaupt nichts anfangen, denn es ist sehr unübersichtlich, und es gibt einfach zu viele Partien (allein in der Vorrunde 144). Ja, an jedem Spieltag gibt es dem Namen nach höchst attraktive Partien (wie gleich heute Real vs Inter und morgen Liverpool vs Atlético), doch der sportliche Wert tendiert gegen Null, weil auch Niederlagen leicht kompensiert werden können.

Der Modus ist der Gleiche geblieben: Die besten acht Mannschaften erreichen direkt das Achtelfinale, Platz 9 bis 24 spielen in einer Zwischenrunde und die weiteren acht Teilnehmer aus, 12 Teams scheiden aus, ich erspare mir Spekulationen, wer das jeweeils sein könnte …

4 deutsche Vertreter sind dabei, die folgende Auftaktbegegungen bestreiten. Wie immer in der 1. Woche verteilen sich die Spiele auf 3 Tage.

Meister Bayern München vs Bodo Glimt (Do., 21:00)
Borussia Dortmund vs Villarreal (Di., 21:00)
VfB Stuttgart vs Viking Stavanger (Mi., 18:45)
RB Leipzig  bei Como mit Trainer Ces Fabregas (Do., 21:00)

Amazon zeigt über die gesamte Saison jeweils am Dienstag eine Partie exklusiv, der Rest läuft bei DAZN, einzeln in Konferenz.

 

Deutsche Basketballerinnen in der Zwischenrunde

 

Nach der Vorrunde im Schweinsgalopp (die 16 Mannschaften haben ihre je drei Partien an 4 Tagen ausgetragen), geht es ohne Pause weiter. Die deutschen Basketballerinnen stehen wie erwartet in der Zwischenrunde. Der klaren Niederlage gegen Spanien folgten souveräne und letztlich ungefährdete Erfolge gegen Japan und Mali.
Heute wartet in der Berliner Halle am Ostbahnhof die Vertretung Südkoreas. Nach den zuletzt starken Leistungen ist die Mannschaft klarer Favorit, zumal sie den körperlich eher kleinen Asiatinnen körperlich überlegen ist. Die Truppe um die WNBA-Profis Nyara Sabally, Leonie Fiebich und Luisa Geiselsöder findet von Spiel von Spiel besser zusammen, der ernüchternde Auftakt gegen Spanien wurde sehr gut weggesteckt.

Sollte die deutsche Mannschaft heute gewinnen, wartet am Donnerstag allerdings ein ungleich stärkerer Gegner. Europameister Belgien hinterließ bei den bisherigen Auftritten einen vorzüglichen Eindruck, vor allem bei Sieg am Montag über Australien. Gerade die WNBA-Stars Emma Meesemans und Julie Allemand wussten zu überzeugen.

Turnier-Favoritin ist allerdings das Star-Ensemble der USA, auch ohne Aja Wilson. Gerade die Breite des Kaders mit 12 fast gleich starken Akteurinnen dürfte sich im eng getakteten Turnier positiv auswirken: Den Viertelfinali am Donnerstag folgen schon am Samstag die Halbfinale und am Sonntag das Endspiel.

Das Turnier wird vom Publikum sehr gut angenommen. So viel Interesse und Begeisterung gabs bei einer Frauen-WM wohl noch nie, nicht nur die deutschen Spiele sind gut besucht. Das dürfte sich in der K.o.Runde weiter steigern, weil die Frauen wirklich Werbung für ihren Sport machen.

 

Das Lederei fliegt wieder

 

(Vorbemerkung: wirklich beschäftigt habe ich mich bisher kaum mit der NFL. Ich hoffe, mein Interesse steigt, wenn es richtig losgegangen ist)

Erstmals also in Australien, genauer gesagt in Melbourne) wo sich zum NFL-Auftakt in der Nacht zu Donnerstag (02:20 Uhr MESZ)  die Seattle Seahawks und die New England Patriots messen. Eine Wiederholung des Super Bowls, bei dem die Seahawks das bessere Ende für sich hatten. Beide Teams dürften auch in dieser Saison wieder ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen, ob sie dann wieder im Finale aufeinadertreffen (in Los Angeles), steht auf einem anderen Blatt.

Favoriten in der NFC sind neben den Seahawks vor allem die Divisionsrivalen Los Angeles Rams und San Francisco 49ers. Gerade die Rams dürfte die Aussicht auf einen Heim-SuperBowl beflügeln. Als weitere Favoriten erachte ich wie gehabt die Philadelphia Eagles (East) und die Chicago Bears (North).

In der anderen Konferenz (AFC) bleibt abzuwarten, ob die Patriots auch mit einem schwierigeren Spielplan zurechtkommen. Schon die Auseinandersetzung mit dem Divisions-Rivalen Buffalo Bills dürfte wie gehabt haarig werden. Zu beachten sind vor allem die Teams aus der AFC West, allen voran die Denver Broncos und die Kansas City Chiefs, erst recht , wenn Quarterback Patrick Mahomes wieder fit ist.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Spitzenspiel in Elversberg, wo der verlustpunktfreie Aufsteiger Meister FC Bayern empfängt (So., 17:30). Die Münchner haben auf Schalke beim 0:0 schon Federn gelassen und sind erstmals seit 2 jahren nicht mehr Tabellenführer, sondern finden sich auf Platz 6 wieder, wahrscheinlich nur eine Momentaufnahme. Elversberg beeindruckte zuletzt beim 4:3 nach 1:3-Rückstand bei Borussia Mönchengladbach.
    Nominelles Topspiel (Sa., 18:30) ist allerdings die Partie 1. FC Köln – Werder Bremen. Der FC Augsburg will seine Tabellenführung mit einem klaren heimsieg gegen Bayer Leverkusen (Sa., 15:30) untermauern.
  • Internationaler Fußball, England: Im Blickpunkt steht das Manchester-Duell zwischen United und City (So., 17:30). City ist neben Arsenal (am Samstag in Sunderland gefordert) das einzige verlustpunktfreie GTeam.
    Spanien: Barca grüßt nach 4 Siegen in 4 Spielen schon als alleiniger Tabellenführer. Ob Levante (So., 16:15) zum ersten Stolperstein wird, wage ich zu bezweifeln. Real Madrid versucht nach der ersten Niederlage bei Betis Sevilla, Anschluss zu halten mit einem heimerfolg gegen Vallecano (So., 21:00).
  • Formel 1: nach Monza ist vor Madrid Gejagter in der spanischen Hauptstadt ist Kimi Antonelli, der mit dem Triumph in der italienischen Heimat auch einen emotionalen Höhepunkt erlebte.
  • Leichtathletik: Abschluss der Freiluftsaison in Budapest mit den sogenannten World Athletics Unltimate Championships. Ein Treffen der weltbesten Athleten in 28 Disziplinen, die sich an drei Veranstaltungstagen ab Freitag messen. Keine Vorläufe, keine Vorkämpfe, die Veranstalter versprechen komprimiert Leichtathletik vom Feinsten mit auserwählten AtletInnen. Ob die Damen und Herren dazu nach einer langen Saison noch willens und fähig sind, stelle ich mal anheim.

 

Arsenal noch besser, und die Konkurrenz schwächt sich selbst

Vorhang auf also für die reichste Liga der Welt. Mit den fettesten Fernsehverträgen national und international, der größten Ansammlung von Top-Stars (trotz Real, Barca und PSG). Obs dann ein Spektakel gibt, ob wir Spannung im Meisterrennen haben, das bleibt abzuwarten. Und ebenso, ob nach Jahren der Dürre auch der Champions-League-Titel wieder auf die Insel kommt (zuletzt ManCity 2023), und damit meine ich nicht die Schotten von Celtic Glasgow.

Heute beginnt es also, wenn Titelverteidiger FC Arsenal im Emirates Aufsteiger Coventry City empfängt. Das Team aus Mittelengland kehrt nach 34 Jahren in die Premier League zurück, zeitweise krebste man in der 4. englischen Liga herum (die euphemistisch League 2 heißt). Der Traditionsclub ist ein Gewinn für die Premier League, ihr Trainer Frank Lampard eine Fußball-Legende. Zumindest beim FC Chelsea, wo er jahrelang Kapitän einer sehr erfolgreichen Mannschaft war, die unter anderem 2012 in München den Champions-League-Titel errang (sehr gerne streue ich Bayern-Fans das Salz in die Wunden, Finale dahoam und so)

 

Überblick der Meisterschafts-Aspiranten

 

Arsenal Top-Favorit auf die Titelverteidigung

Die Londoner sind nicht nur heute der haushohe Favorit, sondern für die gesamte Saison. Die Londoner haben den Kader quanititativ, vor allem  aber auch qualitativ weiter verstärkt, gerade Bruno Guimaraes und Christos Tzolis könnten eine wesentliche Verstärkung der ohnehin so starken Meistermannschaft darstellen, bei der Kai Havertz endlich mal eine komplikationsfreie Vorbereitung bestreiten konnte.

City ohne Guardiola und Rodri nur Außenseiter

Dagegen hat der härteste Konkurrent deutlich an Substanz verloren. Vor allem der Verlust von Trainer-Guru Pep Guardiola wiegt sehr schwer, und mit Rodri verließ der beste Spieler der WM den Verein in Richtung FC Barcelona. Wobei der Spanier aufgrund zahlreicher Blsssuren in den vergangenen Jahren bei den Cityzens nur sporadisch zum Einsatz kam. Auch die Mittelfeldakteure Reijnders und Bernardo Silva sind nicht mehr dabei, ob das die Neuzugänge Eliott Anderson und Mathys Detourbet kompensieren können, bleibt abzuwarten. Stars wie Schlussmann Gianluca Donnarumma und der außergewöhnliche Torjäger Erling Haaland bürgen allerdings weiter für allerhöchste Qualität und sollten ein echtes Absacken im Klassement vermeiden helfen.

 

United in Lauerstellung

 

Die Red Devils haben sich nach Jahren der Agonie zurückgemeldet und als Dritter sicher einen der letztlich fünf Champions-League-Plätze ergattert. Ob jetzt schon mehr drin ist, wage ich aber zu bezweifeln. Zum einen fehlt der Top-Torwart, denn der Belgier Senne Lammens hat noch nicht die Klasse eines Raya (Arsenal), Donnarumma (City) oder das Duo Allison/Mamardashivili vom FC Liverpool. Sehr gespannt bin ich auf Lammens‘ belgischen Landsmann Youri Tielemans, der von Aston Villa kam, die Liga also schon kennt. Auch vorne gibt es überdurchschnittliche Akteure: die beiden ehemaligen Leipziger Sesko und Cunha sowie Rückkehrer Marcus Rashford seien hier genannt.

 

Liverpool mit neuem Trainer und neuen Investoren

 

Arne Slot, der Meistercoach von 2025, musste nach einer enttäuschenden Saison schon wieder die Koffer packen, so ist das Geschäft in der reichsten Fußball-Liga der Welt (nicht nur dort). Und auch Mo Salah, im vergangenen Jahrzehnt der wichtigste Akteur auf dem Platz und  Publikumsliebling, hat den Club verlassen. Die Reds hoffen, dass der Schwede Alexander Isak und vielleicht sogar der Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké zumindest sportlich die Lücke schließen können. Natürlich bauen sie zudem darauf, dass Florian Wirtz nach einem eher schwierigem ersten Jahr zu dem Unterschiedsspieler wird, der Bayer Leverkusen 2024 zum Bundesliga-Titel geführt wird.

Aufregung genug gibt es jenseits des Platzes. Ein Investoren-Team um Amazon-Chef Jeff Bezos hat sich Anteile von der Fenway Group gesichert, die Rede ist von gut 1,5 Milliarden Euro für 30 Prozent. Aufstocken dieses Anteils bis hin zur Mehrheit scheint nicht ausgeschlossen zu sein. Das ausgerechnet der vermeintlich so bodenständige Arbeiter-Club zum Spekulations-Objekt wird, sorgt am Mersey River schon jetzt für viel Aufregung, auch wenn alle Milliardäre beschwichtigen, sie hätten nur das beste für Club und Anhänger im Sinn. Was man halt so sagt …

 

Rückkehr der Enttäuschten aus London?

 

Damit meine ich die beiden  Clubs FC Chelsea und Tottenham Hotspur, die nach einer katastrophalen Saison das internationale Geschäft verpassten. Wobei die Spurs erst im letzten Moment gar den Abstieg in die 2. Liga verhinderten. Was die Vereinsbosse hier wie dort nicht hindert, jetzt wieder große Töne zu spucken.

Die namhafteste Verstärkung von Chelsea geschah auf der Trainerbank, wo jetzt Leverkusens Meistercoach Xabi Alonso Platz nimmt und beweisen will, dass sein Scheitern bei Real Madrid nicht an seiner Person lag (eher an völlig undisziplinierten Spielern, Vini jr.). Mit Morgan Rodgers kam ein hochveranlagter Mittelfeldspieler von Aston Villa, verlassen hat den Club der bei der WM so überzeugende spanische Weltmeister Marc Cucurella – ein herber Verlust!

Als alter Spurs-Fan (mein Lieblingsclub in der PL) hoffe ich natürlich auf eine weitaus bessere Saison als 25/26. Nicht nur sind die zahllosen Verletzten fast alle wieder fit, erheblich verstärkt wurde das (defensive) Mittelfeld mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes. Top-Akteure wie Xavi Simons, James Maddison und Richarlison geben durdchaus zu Hoffnungen Anlass, dass die Champions-League-Plätze zumindest wieder in Reichweite kommen.

 

Deutsche Trainer-Invasion

 

Gleich 4 deutsche Coaches (und damit einer mehr als aus England selbst) werden zumindest zu Saisonbeginn das Sagen auf der Bank haben: wie gehabt Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds), neu dabei sind Matthias Jaissle (Newcastle) und Rückkehrer Marco Rose (Bornemouth). Vorreiter Jürgen Klopp, der den FC Liverpool zum Titel führte, hat also nach seinem Weggang 2024 durchaus noch Spuren hinterlassen im englischen Oberhaus. Wobei es mehr als vermessen wäre, vom jetzigen Quartett mehr zu erwarten als ein mehr oder weniger früh gesicherter Klassenerhalt. So hat zum Beispiel Newastle United seine Ambitionen gehörig zurückgefahren, wie der Ausverkauf der besten Mittelfeld-Spieler Tonali, Guimaraes und Gordon (für insgesamt fast 300 Millionen Euro) zeigt.
Bornemouth (Platz 7/Europa League) und Brighton (Rang 8/Conference League) haben eine außergewöhnlich gute Spielzeit hinter sich. Diese lässt sich nur schwerlich wiederholen, zumal die Clubs jetzt international gefordert sind (Brighton muss allerdings noch die Qualifikation für die Conference League schaffen/0:0 im Hinspiel in Tromsö).
Für Leeds United und Farke zählt erneut nur der Klassenerhalt, in dieser Preisklasse dürfte dann auch Coventry City anzusiedeln sein.

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Nach der gerade abgelaufenen Superwoche (morgen dazu ein langer Beitrag) ist das Programm ab heute doch relativ überschaubar. Die Reitersleute suchen in Aachen noch diverse Weltmeister, am Wochenende kommt es zur 1. Pokalrunde mit durchaus attraktiven Begegnungen. Dazu das Tennis-Masters in Cincinnati.

 

Die berühmte Soers im Blickpunkt

 

Die Aachener Soers gilt bei den Springreitern als der Heilige Gral. Ein Stadion extra für den Pferdesport mit 40.000 begeisterten wie fachkundigen Zuschauern, die jeden Ritt geradezu in sich aufsaugen und nicht nur die deutschen Pferd/Reiter-Paare feiern. Die Springprüfungen sind Höhepunkt jeder Reiter-WM (nix für ungut, Vielseitigkeit, Dressur und Voltigieren). Die besten Teams werden am Mittwoch und Donnerstag ermittelt und der beste Einzelreiter am Sonntag. Leider schon länger nicht mehr in einem Vierer-Turnier, als jeder Starter nicht nur mit seinem eigenem Pferd, sondern auch mit denen der drei Konkurrenten den Parcours meistern musste. Die Deutschen gehören sowohl im Team als auch im Einzel zu den Favoriten, obs dann wirklich zum Titel reich, bleibt abzuwarten.
Sehr stark dürften die deutschen Dressur-SpezialistInnen auftrumpfen. Isabell Werth hat weiter ein Spitzenpferd (Wendy), mit dem sie in der Kür Bronze hinter der unerreichbaren Olympiasiegerin Charlotte Fry (Glamourdale) und Caritne Laudrup-Dufour (Mount St. John Freestyle) Bronze eroberte und ihre 14. WM-Medaille holte. Von Mittwoch bis Freitag werden noch Mannschafts- und Einzelmedaillen im Grand Prix Special verteilt. Der Unterschied zur Freien Kür: Hier gibt es ein festes Programm mit genau geregelten Prüfungen für Pferd und Reiter, geritten wird ohne Musik. Und trotzdem dürften die gleichen Frauen vorn sein. Sach ich jetzt einfach mal

 

Masters als Generalprobe

 

Offiziell ist das Tennis-Turnier von Cincinnati das 7. Masters (von insgesamt 9) des Jahres. Inoffiziell die letzte Formüberprüfung vor den US Open, die am 30. August beginnen. Bei den Männern fehlen wie schon in Montreal mit Jannik Sinner und Carlos Alcáraz die beiden besten Profis. Sinner hat nach seinem Wimbledonsieg kein Turnier mehr bestritten, aber viel schlimmer steht es um Alcáraz. Wegen der Handverletzung fehlt er seit Mai, seinen ursprünglich für Cinci geplanten Start hat er abgesagt. Ob er in New York antreten kann, erscheint mittlerweile sehr fraglich.

Die ersten Runden haben die Topspieler schon absolviert, und mit Ben Shelton hat es schon einen Mit-Favoriten erwischt. Der gerade gekürte Turniersieger von Montreal musste sich dem Portugiesen Faria beugen. Ebenfalls schon raus ist Novak Djokovic, der sich während der Partie gegen Tirante übergeben musste. Die Top 2, Zverev und Auger-Alliasime sind dagegen noch im Rennen.

Bei den Frauen sind die ganz großen Überraschungen bisher ausgeblieben (das ist bei diesem auch in der Spitze unbeständigen Feld allerdings schon eine Überraschung). Gespannt bin ich auf die Toronto-Siegerin Iga Swiatek, die in Kanada endlich wieder zu alter Form gefunden hat.

 

Wem gelingt die Cup-Sensation?

 

Die 1. Runde des DFB-Pokals ab Freitag garantiert Überraschungen. Nur welchen der 18 Erstligisten es erwischt, das ist halt die Frage. Gefährdet scheint mir vor allem der VfB Stuttgart bei Hansa Rostock (Freitag, 20:30), auch weil die Drittligisten (wie die Zweitligisten) schon 2 Spieltage absolviert haben, während die Bundesligisten den Saison-Auftakt absolvieren, echte Wettkampf-Praxis also fehlt. Weitere besonders heikle Aufgaben stehen demnach dem FC Augsburg (Samstag beim Zweitligisten FC Energie Cottbus), Bayer Leverkusen (Samstag be Wehen Wiesbaden, das im vergangenm jahr die Bayern am Rade einer Niederlage hatte) und die Elversberg (beim Regionalligisten MSV Duisburg).

Meine Löwen empfangen am Samstag (18 Uhr) im Grünwalder Stadion Holstein Kiel, eine Überraschung ist erwünscht.

Die Auftaktpartien von Bayern München und Borussia Dortmund finden zu einem späeren Zeitpunkt statt: Der Meister und Vizemeister bestreiten am Samstag den Supercup (20:30 im Westfalenstadion)

 

Und sonst?

 

  • Fußball: Die Premier league beginnt am Samstag. Klarer Favorit ist Titelverteidiger FC Arsenal. Die Londoner scheinennnoch stärker und gefestigter als in der vergangenen Saison. Das 3:0 im Community Shield (englischer Supercup) am Samstag beeindruckte Fans und Experten. Näheres zur PL am Ende der Woche in einer gesonderten Vorschau.
  • Champions League: Hinspiele der 4. und letzten Qualifikationsrunde am Dienstag und Mittwoch. Wer diese übersteht, hat die Geldtöpfe sinder erreicht, die Verlierer sind zum Trost in der Europa League. Von den insgesamt 7 Partien sticht für mich die Partie zwichen Celtic Glasow und dem LASK ins Auge (Mittwoch im Celtic Park), also der schottische gegen den österreichischen Meister. Ein echtes Duell der Außenseiter werden die beiden Partien zwischen Beer Sheva (Israel) und Sabah (Aserbaidschan) sein.
  • Leichtathletik: Nach der EM ist vor der Diamond League. Ein erlesenes Feld wartet am Donnerstag in Lausanne auf, wenn Europameister auf die besten Athleten aus aller Welt treffen, respektive sich in einer Revanche mit knapp geschlagenen platzierten messen. Besdondere Aufmerksamkeit genießt natürlich die Schweizer 800-Meter-Meisterin Audrey Werro, auch wenn die Britin Odgkinsonoffenbar nicht am Start ist. Die Bahn in Lausanne ist ziemlich schnell, das Wetter muss halt mitspielen.
  • Golf: Schon die 2. Runde der Fedex-Ausscheidung in den USA. Startberechtigt bei den BMW Championships in St. Louis ab Donnerstag sind nur noch 70 Profis, nur 50 erreichen die nächste Runde.
  • Radsport: Die Vuelta beginnt am Samstag, nämlich mit einem 8-Kilometer-Zeitfahren in Monaco. Ziel wird nach 21 Etappen Granada im Süden des Landes sein, im zweifel nahe der Alhambra. Die Spanien-Rundfahrt ist die dritte der drei großen, dreiwöchigen Rundfahrten, hat aber längst nicht die gleiche Bedeutung wie die Tour de France und auch nicht die des Giro. Das könnte sich dieses jahr ändern, weil Tadej pogacar am Start sein wird. Denn der Vuelta-Sieg fehlt noch in de überreichen Sammlung des Slowenen. Alles andere als ein überlegener Erfolg wäre eine faustdicke Überraschung, einer der Konkurrenten wird der österreichische Giro-zweite Felix Gall sein, der für die Frankreich-Rundfahrt aussetzte (aussetzen mussteI.
    Typisch sind die sehr schwierigen Bergetappen mit extrem steilen Anstiegen, die Landschaft in Spanien kommt allerdings längst nicht so spektakulär und abwechlungsreich daher wie die in Frankreich.

Das wird die Woche, die wird

Europameisterschaften de olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Becken-Schwimmen, dazu die Entscheidung bei den Tennis-Masters in Kanada (Toronto respektive Montreal). Und die neue Fußball-Saison nimmt ganz langsam Fahrt auf, national und international.

 

Europameisterschaften – oft ein Muster ohne Wert?!

 

Mein Verhältnis zu EMs im Schwimmen und in der Leichtathletik ist zwiespältig. Einerseits sind das durchaus spannende Wettbewerbe, andrerseits oft ein Muster ohne Wert, weil die Allebesten eben nicht dabei sind. Besonders auffällig im Sprint, wo die schnellsten der Welt seit eher (oder sehr langer Zeit) aus der Karibik und den USA kommen. In der Langstrecke sind dagegen die Afrikaner das Maß aller Dinge.

Und doch versprechen die Titelkämpfe in Birmingham (Leichtathletik) und Paris (Schwimmen) viel Spannung und auch tolle Leistungen.

 

Deutschlands Läufer wollen Medaillen

 

Das hatten wir schon lange nicht mehr, dass der DLV sehr aussichtsreiche Athleten in die Laufwettbewerbe schicken kann. Doch seit ein paar Jahren trumpfen gerade Männer in Disziplinen auf, die vorher geradezu Brachland waren. Ewig alte Rekorde wurden gebrochen, so zum Beispiel der von Harald Schmid über 400 Meter Hürden aus dem Jahr 1987 (!) , ehe ihn Emil Ageykum ablöste. Dieser gilt jetzt als Top-Kandidat für eine Medaille (neben seinem Landsmann Ole Fischer-Breiholz), für Gold dürfte es allerdings nicht langen hinter dem zumindest in Europa unantastbar scheinenden Weltrekordler Karsten Warholm aus Norwegen. Ähnlich verhält es sich über 1500 Meter, wo Robert Farken ganz vorne in der europäischen Elite mitmischt. Diese Lauf-Entscheidung könnte ein echter Höhepunkt der gesamten Veranstaltung werden, zumal hier die Briten mit dem frischgebackenen Meilen-Weltrekordler Josh Kerr einen Titelfavoriten stellen.

Ich will jetzt aber den Teufel tun, hier Wettbewerb für Wettbewerb durchzugehen. Insgesamt stehen 7 Tage (bis Sonntag) auf dem Programm, ARD und ZDF berichten episch sowohl im linearen Fernsehen als auch im Stream, wer sich allzu viel Deutschtümelei ersparen will (die erste Morgen-Session lässt diesbezüglich Böses erahnen), kann auf die App von Eurovisionsports zurückgreifen oder sich via VPN sich das Land der Wahl aussuchen.

Meine persönlichen Höhepunkte sind:

– Stabhochsprung de Männer wegen Armand Duplantis, eh klar. (So., 20:30)
– 800 Meter der Frauen: faszinierender Dreikampf zwischen Werro/Schweiz, Hodginson/GB und Bol/NL, die sich auf ihrer neuen Strecke schnell eingefunden hat (Fr., 22:45).

Natürlich auch die 100-Meter-Sprints der Frauen (Montag) und Männer. Neu im Programm ist die Sprint-Mixed-Staffel.

 

Becken-Schwimmen – und die Russen sind voll dabei

 

Noch eklatanter ist der Leistungs-Abfall der Europäer im Schwimmen, wo die (US-)Amerikaner, Australier und auch Asiaten zum Teil weit voraus sind. Ausnahme-Athleten wie der Franzose  Leon Marchand sind wirklich nur die Ausnahme der Regel. Umso größer der Schock der französischen Gastgeber, dass ihr Gold-Aspirant wegen einer nicht ganz ausgeheilten Adduktoren-Verletzung seinen Start für die beiden Lagenstrecken (200 und 400 Meter) abgesagt hat, wo er den Titel nur hätte abholen müssen (und über 400 Meter auf Weltrekordjagd gehen wollte). Immerhin bleibt seine Nennung für die 400 Meter Freistil und 200 Meter Schmetterling bestehen, und auch einige Staffelstarts dürften eingeplant sein.

Deutschlands Starschwimmer Lukas Märtens will nach seinem Olympiasieg über 400 Meter, dem WM-Titel und dem Weltrekord auch den europäischen Titel. Er ist klarer Favorit. Ansonsten gibt es ein zahlenmäßig riesiges Aufgebot, die eine oder andere Medaille wird mit Sicherheit herausspringen (Langstreckler Johannes Liebmann, Brustspezialistin Anna Elendt, die Staffeln).
Die Wettbewerbe in Paris erstrecken sich ebenfalls bis Sonntag.

Sehr großes Manko: Die Schwimmer haben die russischen AthletInnen trotz des entsetzlichen Angriffsskrieges gegen die Ukraine wieder mit Glanz und Gloria (und offenbar auch wieder Hymnen) in ihrer Mitte aufgenommen. Sogar die Staffeln dürfen starten, bisher waren Mannschaftswettbewerbe für Russen ein absolutes Nogo und von allen Verbänden strikt abgelehnt. Die Schrecken des Krieges sind offenbar Normalität geworden, regelrecht abgestumpft heißen die Sportverbände Russland wieder willkommen. Ich bin regelrecht angewidert von dieser erbärmlichen Demut, die Gefühlslage der ukrainischen Sportler vermag ich mir gar nicht auszudenken. Die löbliche Ausnahme: die Leichtathletik, danke dafür!

 

Der Kicker – eine einzige Schande

 

Großereignisse in den olympischen Kernsportarten Schwimmen und Leichtathletik waren mal eine Domäne des Sportmagazins. Vorbei, vergessen, der Kicker ist zur reinen Fußballzeitschrift mutiert, und das, obwohl die 1. Liga noch gar nicht begonnen hat. In der Montag-Ausgabe steht zu Schwimmen und Leichtathletik: nicht eine einzige Zeile (immerhin eine Doppelseite handball …); früher gabs den komplette Zeitplan plus Medaillentipps des großartigen Leichtathletik-Experten Gustav Schwenk (nicht immer zutreffend, aber ein klarer Anhaltspunkt für den Gelegenheitsgucker). Und jetzt? Nichts, nada, niente! Was für eine Ignoranz, was für eine erbärmliche Schande! Die komplette Kapitilation vor der Vielfalt des Sport, sehr, sehr traurig!

 

Tennis-Entscheidung in Toronto und Montreal

 

Wie immer teilen sich die Frauen für die Masters-Turniere in Kanada auf. Diesmal schlagen die Männer in Montreal auf und die Frauen in Toronto. Die Besonderheit: Beide Endspiele finden in der Woche statt, nämlich jeweils am Freitag (Ortszeit). Grund. Schon in dieser Woche beginnt das Masters in Cincinnatti, ebenfalls auf Hartplatz.

Bei den Männern ist der Titelverteidiger noch im Rennen. Ben Shelton steht nach dem Sieg gegen Fonseca im Viertelfinale. Nach dem Ausscheiden un ter anderem von Alexander Zverev sowie der Nichtteilnahme von Jannik Sinner und Carlos Alcáraz ist er jetzt der bestklassierte Mann im Feld. Obs zum erneuten Sieg reicht, bleibt allerdings abzuwarten. Einen glänzenden Eindruck hat vor allem der junge Spanier Jodar hinterlassen.
Auch bei den Frauen ist die Nummer 1, Aryna Sabalenka, schon draußen. Jede der verbliebenen acht Spielerinnen hat Titelchancen, so verrückt ist dieses Tennis-Jahr. Wenn ich tippen müsste: die Amerikanerin Coco Gauff hat in kanada schon öfter sehr gut gespielt.

 

Und sonst?

 

  • Fußball: Super-Cup-Finale in Salzburg. Parallel zu den Mozart-Festspielen treffen im ednlich mal wieder ausverkauften EM-Stadion (30.000 Zuschauer) Champions-League-Sieger Paris St. Germain und Europa-League-Champions Aston Villa aufeinander. Die Ligen haben weder in Frankreich noch in England begonnen, und viele Spieler sind auch noch im WM-Urlaub. Eine nette Spielerei um Europas Krone, nicht mehr, nicht weniger.

    Ernst wird es dagegen für deinige Clubs in der Champions-League-Qualifikation, wo am Dienstag die Rückspiele der 3. Runde anstehen. So muss Sturm Graz gegen Fenerbahce Istanbul einen 0:2-Rückstand aufholen (20:30). Sollte das gelingen, wartet auf die steirer noch eine 4. Runde, ehe die Geldtöpfe sicher sind. Ansonsten gibt es als Trostpreis die Europa League.

  • Rhythmische Sportgymnastik: Ab Mittwoch die WM in Frankfurt/Main, und mittendrin Darja Varfolommev. Ob die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin in den Einzel-Geräten wieder den Durchmarsch schafft, bleibt abzuwarten. Denn auch bei den Gymnastinnen sind die Russinnen wieder startberechtigt, und die waren vor ihrem kriegsbedingten Ausschluss in dieser Sportart das maß aller Dinge. Ist halt die große Frage, ob die KampfrichterInnen gleich eine russische Titelflut zulassen.
  • Pferdesport: Und noch eine WM, nämlich die der Reiter. In Aachen, so etwas wie de heilige Gral, zumindest der Spring- und Dressurreiter. Von morgen an bis Sonntag in einer Woche werden WM-Titel in insgesamt 6 Disziplinen vergeben. Die DeutschInnen sind überall zumindst MitfavoritInnen, auch wenn Dressur-Olympiasiegerin Jessica Bredow-Werndl fehlt, weil sie ohne Spitzenpferd dasteht, nachdem sie den überragenden Dalera in den Ruhestand geschickt hat.
  • Tennis: Nach Kanada ist von Cincinnati. Doch die Männer-Konkurrenz leidet an verletzungsbedingten Absagen. So zog Carlos Alcáraz seine Nennung wieder zurück, die Handverletzung scheint immer noch nicht ausgeheilt. Ebenfalls nicht dabei ist der Weltranglisten-Erste Jannik Sinner, den der Oberschnekel zwickt. für beide Top-Spieler wirds jetzt für die US Open (ab 30. August) durchaus eng. Lokal-Matador Taylor Fritz fehlt ebenso.
    Top-gesetzt ist somit French-Open-Sieger Alexander Zverev, gefolgt vom kanadier Felix auger-alliasime. zuletzt in Montreal zeigte sich der hamburger allerdings ziemlich müde.
    Bei den Frauen ist dagegen alles dabei, was Rang und Namen hat. Vorhersagen sind dort allerdings fast unmöglich, in den Top Ten (oder auch Top 20) kann jede gegen jede gewinnen, aber auch verlieren. Zu schade, dass deutsche Spielerinnen schon länger mit der Spitze nichts mehr zu tun haben. Mit einem Auge schaue ich auf Top-Talent (und mehr) Österreichs Lilli Tagger, die sich allerdingfs in der Qualifikation beweisen muss.