von Münchner Löwe | Juni 12, 2026 | Allgemein
Wer von mir Erörterungen zum vermeintlichen Sportereignis des Jahres erwartet, sucht vorerst vergebens. Ich bin zu angewidert von Trump, Infantino und dem ganzen Rest. Mindestens bis Beginn der K.o.Phase werde ich mich höchstens im Ausnahmefall äußern. Leider bin ich zu sportbegeistert, um auf die Spiele selbst gänzlich zu verzichten.
von Münchner Löwe | Juni 9, 2026 | Allgemein
Blick über den Teich, NBA
Alles schien schon angerichtet für den Triumphzug der New York Knicks. Was sollte schon noch viel passieren nach den beiden Auswärtssiegen beim Gegner der NBA Finals, den San Antonio Spurs. Ein flirrender Madison Square Garden wartete auf die Gefühlsexplosion. Die aufgerufenen und offenbar bezahlten Eintrittspreise erklommen stundenweise Rekordwerte (und lassen sie meisten Partien de Fußball-WM wie ein Billig-Vergnügen dastehen). Fünfstellige Dollarsummen mussten fürs günstigste Ticket berappt werden, Rekordpreis waren angeblich die dreiviertel Million Dollar.
Sogar der Präsident war live vor Ort, eingeladen vom Besitzer der Knicks und mit dem freundlichem Segen der Liga. Donald Trump war laut Angaben der NBA das erste US-Staatsoberhaupt live vor Ort in einem Finalspiel. Bei de Hymne wurde er kurz eingeblendet, auf das Herzlichste ausgebuht vom New Yorker Publikum. Die Pfiffe endeten erst, als die Nationalflagge gezeigt wurde. Die Amerikaner, ich werde sie wohl nicht mehr begreifen.
Vielleicht war das alles zu viel für die Knicks. Die begannen schrecklich nervös, auch wegen der eigenartgen Stimmung im Garden. Die beinharten Fans waren nicht da, dafür ein sogenanntes Opernpublikum, das sich gerne bespaßen lässt, aber nicht selbst für die Anfeuerung sorgt. Die größte Sorge vor Spiel 3 war ja, wie die junge Spurs-Truppe mit dem ganzen Tohuwabohu umgehen würde gerade nach dem Rückschlag der 2 knappen Heimniederlagen. Sie taten es glänzend, und in der starken Schlussphase sicherten sie sich Spiel 3, das die Best-of-7-Serie wieder völlig offen lässt.
Bester der Sieger
Victor Wembanyama: Vorne und hinten der Anker. Er begann mit 2 krachenden Dunks, und in der Verteidigung hatte er insgesamt 3 Blocks und 2 Steals. 32 Punkte sammelte er, verteilte 6 Assists und schnappte 8 Rebounds.
Stark trotz der Niederlage
Jalen Brunson (32 Punkte) und OJ Amunoby (28) stemmten sich am meisten gegen die drohende Niederlage. Amunoby war effizienter (9/13) und auch in der Abwehr stärker.
Diesmal allerdings fehlte die außerordentliche Unterstützung von der Bank, die in Spiel 2 den Ausschlag für die Knicks gegeben hatte.
X-Faktor
Stephon Castle: Beeindruckendes 1. Hälfte, als er gleich 18 seiner insgesamt 23 Zähler auflegte.Wichtig war, dass er nach einer schöpferischen Pause im 3. Viertel im Schlussabschnitt wieder zur Stelle war mit einem ganz wichtigen Dreier.
Ausblick
Alles ist wieder offen. Spiel 4 wird vielleicht nicht ganz so viel Brimborium bringen und erst recht keinen Präsidentenbesuch. Dafür aber wieder die echte Garden-Basketball-Atmosphäre, die die Halle so einzigartig macht. Die Spurs haben gezeigt, dass sie auch gewinnen können, sogar bei den Knicks, die zuletzt im April (!) eine Partie verloren haben.
Ansetzungen
Do., 02:30: Knicks – Spurs (2:1)
So., 02:30: Spurs – Knicks
Mi., 02:30: Knicks – Spurs *
Sa., 02:30: Spurs – Knicks *
* falls erforderlich
Insgesamt 44 Ballverluste leisteten sich die Teams, Ausdruck de großen Nervosität auf beiden Seiten, die die gesamte partie nie so richtig verschwand.
von Münchner Löwe | Mai 22, 2026 | Allgemein
Es ist also offiziell: Manuel Neuer fährt als Nummer 1 zur Fußball-WM. Eigentlch wollte ich launige, boshafte, vielleicht sogar bis bösartige Zeilen dazu schreiben. Ich habe nur noch abgrundtiefe Verachtung für N&N übrig
Nur die letzte Pointe will ich nicht vorenthalten. Manuel Neuer fehlt den Bayern im Pokalendspiel gegen Stuttgart wegen seiner dauernd maladen Wade. Er will sich für die WM schonen. Kannste Dir nicht ausdenken. Leider gut für die Bayern, weil Vertreter Jonas Urbig eh der viel bessere Torwart ist.
von Münchner Löwe | Mai 20, 2026 | Allgemein
New York Knicks – Cleveland Cavaliers 115:104 OT (1:0)
Im Geiste hatte ich sie schon formuliert. Meine süffisanten Kommentare zu den ganzen allwissenden Experten, die den Cavaliers so überhaupt keine Chance geben wollten. Die detailgenau wussten, warum sich die Knicks klar durchsetzen und in die NBA Finals einziehen würden.
Und dann wurden die New Yorker in eigener Halle richtiggehend vorgeführt. Vor all den Prominenten, die sich so gerne im Madison Square Garden sehen lassen, nicht nur Edelman Spike Lee. Naxch ausgeglichenem Beginn shcraubten die Gäste um den übrragenden Donovan Mitchelldie Knicks in die Einzelteile, und im 4. Viertel betrug der Vorsprung 22 Punkte; es stand 93:71, und es waren nur noch 7:52 Minuten zu spielen, und die ersten Zuschauer verließen die berühmteste Halle der Welt, sie sollten eine historische Aufholjagd versäumen, wenn sie das Gebrüll der Zuschauer nicht wieder auf ihren Sitz gelockt hat.
Punkt für Punkt knabberten die Knicks am Vorsprung weg – und das in beängstigend kurzer Zeit. 4 Minuten vor Schluss waren es nur noch acht. Den Knicks gelang fast alles, den Cavs nichts mehr, vielleicht auch weil ihr Bester Donovan Mitchell sichtlich nicht mehr hundertprozent bei Kräften war. Doch Trainer Kenny Atkinson wollt ihn nicht vom Parkett nehmen, und so ging er im Knicks-Wirbelsturm mit unter. Vor einem ausrastenden Publikum. Der Garden hat schon sehr viel ikonische Sportwettkämpfe gesehen, unter anderem Ali gegen Frazier, doch so eine Extase war selten.
45 Sekunden vor Schluss der Ausgleich zum 99:99, noch einmal hatte die Cavs durch James Harden die Antwort, wieder glichen die Knicks aus (101:101). Den letzten Angriff in der regulären Spielzeit hatten die Cavs, sie hätten mit einem Treffer die absurde Aufholjagd zu einer kuriosen Aufholjagd marginalisieren können: Ausgerechnet Mitchell wagte den Versucht – daneben und damit Verlängerung. Und in dieser machten die Knicks kurzen Prozess mit den völlig entnervten Gästen.
Bester der Sieger
Jalen Brunson: Der Initiator der Aufholjagd. Der mit seinem unbändigen Willen dem Team noch mal Leben einhauchte. 15 Punkte hatte er allein in den jetzt schon legendären 7:50 Minuten, insgesamt waren es 38.
Stark beim Verlierer
Donovan Mitchell: Etwas mehr als drei Viertel war es sein Abend. Der eines unfassbar eleganten, kraftvollen Spielers, der fast nach nach Belieben schalten und walten konnte. Bis er angeschlagen wurde und dem Team nicht mehr helfen konnte, das ohne ihn völlig auseinander bracht.
X-Faktor
OJ Amunoby: In der Verlängerung kam seine Zeit, als er 9 Punkte sammelte (und damit 6 mehr als das gesamte Team der Cavaliers). Bis dahin agierte der Rückkehrer recht gehemmt; als behindere ihn noch die Verletzung, wegen der er zuletzt gegen Philadelphia pausieren musste.
Zahlereien der Aufholjagd
22 Punkte sind der zweitgrößte Rückstand in den vergangenen 30 Jahren, den je ein Team im 4. Viertel einer Play-off-Partie aufgeholt hat. Die LA Clippers machten 2012 gegen Memphis gar 24 Zähler gut.
5 von 6 Dreier fanden das Ziel. Zuvor waren 5 von 26.
🇩🇪👓
Dennis Schröder saß während der Aufholjagd weitestgehend auf der Bank.Hätte der Weltmeister helfen können? Man wird ja noch mal fragen dürfen. Zuvor viel aktiver (5 Assists) als zuletzt, allerdings weiterhin mit grauenhafter Wurfquote (1 von 9, obwohl der erste Dreier saß).
Ausblick
Die große Frage: Können sich die Cavs erholen nah dieser Niederlage, die schon als Sieg verbucht war. Doch die Play-off-Historie zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Viel wichtiger ist deshalb die Frage, o Mitchell sich ensthaft verletzt hat. Das wäre wirklich bitter.
Ansetzungen
Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Cavaliers – Knicks
von Münchner Löwe | Mai 13, 2026 | Allgemein
Bundesliga-Finale, dazu Tennis in Rom und der Giro.
Irrer Abstiegsdreikampf
Das hats noch nie gegeben: Vor dem letzten Spieltag sind die letzten der Tabelle punktgleich. Wolfsburg, St. Pauli und Heidenheim haben jeweils 26 Zähler, sie werden die Ränge 16 bis 18 unter sich ausmachen.
Der Clu: imn Hamburg kommt es zum direkten Duell zwischen St. Pauli und Wolfsburg, außerdem spielt Heidenheim gegen Mainz, das selbst keinerlei Ambitionen mehr hat. Wolfsburg hat beste Torverhältnis, jeweils um drei besser als Pauli und Heidenheim. Vorausgesetzt, die Württemberger gewinnen gegen Mainz, hat nur der Sieger eine Chance.
Gerettet wäre man dann immer noch nicht, aber in der Relegation war zuletzt immer der Erstligist siegreich.
Auperdem gibt es ein Fernduell um den letzten verbliebenen Championsplatz (hinter Meister FC Bayern, dem BVB und RB Leipzig. Stuttgart und Hoffenheim sind punktgleich, die Stuttgarter haben aber die um 5 Toire bessere Tordifferenz. Mit anderen Worten: ein Sieg in Frankfurt würde alle Voraussicht nach reichen, wäre aber auch notwendig, weil Hoffenheim in Gladbach Favorit ist. Nur wenn beide Anwärter verlieren, kann Bayer Leverkusen sich mit einem Sieg über HSV noch zur lukrativen Königsklasse. Große Hoffnungen sollte sich die Werkself angesichts der Nicht-Form der Frankfurter und Gladbache nicht machen.
Wer folgt Schalke ins Oberhaus?
Auch hier: drei punktgleiche clubs Die besten Chancen hat Elversberg, das zu Hause den Tabellenletzten und sicheren Absteiger Preußen Münster erwartet und zudem das beste Torverhältnis hat. Ein Sieg, und die Saarländer wären tatsächlich im Oberhaus, als 59. Team. Hannover 96 und der SC Paderborn bleibt nur die Hoffnung auf einen Ausrutscher. Im Fernduell um Rang 3 (gegen den Bundesliga-16.) hat Hannover klar die besseren Karten: das einfachere Spiel (zu Hause gegen Nürnberg, Paderborn in Darmstadt), vor allem aber die um 4 Treffer bessere Tordifferenz.
Im Abstiegskampf der 2. Liga sind noch ein Halbes Dutzend involviert. Ich will jetzt nicht ales aufdröseln, nur so viel: Neben Preußen Münster hat Fürth die schlechtesten Karten, denn nach Lage der Dinge brauchen sie einen Sieg mit 3 Toren Vorsprung gegen Fortuna Düsseldorf, um sich zu retten.
FC Energie vorm Aufstieg
Wem das an nationaler Fußball-Spannung immer noch nicht reicht, der kann noch zur 3. Liga schauen (alle Spiele: Sa., 13:30). Energie Cottbus kann mit einem Sieg bei Jahn Regensburg Rang 2 und damit den direkten Aufstieg fixieren. Bei einem Remis heißt es zittern, ob nämlich der MSV Duisburg nicht mit einem Sieg mit 3 oder mehr Toren Unterschied gegen Viktoria Köln vorbeizieht. Bei eine Niederlage wäre die Lausitzer höchstwahrscheinlich sogar nur Vierter. Aufgrund alter Verbundenheit aus meinen Frankfurter zeiten drücke ich Trainer Pele Wollitz und dem Team alle Daumen.
Jannik Sinner – wer sonst?
Da Tennis-Masters in Rom geht in die entscheidende Phase. Klaer Favorit ist wieder mal Jannik Sinner: Der Italiener ist weiter in bestechender Form, und sein vermeintlicher härtester Konkurrent Carlos Alcáraz nicht dabei. Alexander Zverev ist bereits ausgeschieden, er musste sich gestern dem Italiener Darderi beugen, wobei er im 2. Satz 4 Matchbälle vergab auf einem abenteuerlich schlecht präparierten Platz. So viele falsch springende Bälle habe ich noch nicht mal in Wimbledon gesehen. Unfassbar, was sich die Organisatoren da leistn.
Bei den Frauen hat es die Nummer 1 dagegen erwischt. Aryna Sambalenka unterlag der Rumänin Sofia Cirstea, die im halbfinale auf Coco Gauff trifft. In der andere Hälfte ist steht Iga Swiatek schon in der Runde der besten Vier und wartet auf die Siegerin aus der Partie Lena Rybakina und Lena Svitolina.
Alles läuft für Jonas Vingegard
Der Däne ist beim Giro ohnehin der große Favorit. Bisher kam er im Gegensatz zu seinen Konkurrenten ohne schlimmeren Sturz aus. Ausgeschieden nach einem bösen Sturz ist dagegen Bergspezialist Adam Yates. Diese Woche stehen dann die ersten schwereren Etappen an, mal sehen, in welcher Form sich Vingegaard präsentiert.
Und sonst?
- England: Cup-Finale in Wembley. Im Endspiel auf dem heiligen Rasen treffen Manchester City und der FC Chelsea aufeinander (Sa., 16:00). Für die Londoner die einzige Chance, eine katastrophale Saison noch einigermaßen zu retten mit einer Trophäe und dem damit verbundenen Einzug in die Eruopa League nächste Saison.
Am gleichen Wochenende ist auch der vorletzte Spieltag der Premier League terminiert. Der FC Arsenal kannn mit einem Sieg gegen Absteiger Burnley einen wichtigen Schritt Richtung Titel machen, City (am heutigen Mittwoch noch das Nachholspiel gegen Crystal Palace), müsste dann gegen Bournemouth (zurzeit in bestechender Form) am 19. Mai nachlegen.
Eine sehr erstaunliche Terminplanung, eine Vermutung: man will das Wembleystadion freibekommen, weil hier Aufstiegsendspiele in die Premier League respektive Champiuonship stattfinden.
- Österreich: Hier entscheidet sich am Sonntag das Titelrennen (14:30). Dem Ersten Linzer ASK (allgemein als LASK bekannt) reicht dabei ein Unentschieden bei Austria Wien, Verfolger Sturm muss zu Hause gegen Rapid gewinnen und auf einen Komplett-Ausrutscher des LASK hoffen. Es wäre der erste Meister-Titel der Linzer seit 1966, den Pokal haben sie sich schon gesichert.
- Eishockey: Die WM beginnt am Freitag. Ja, auch nach diesem Super-Olympia-Turnier mit allen NHL-Stars gibt es wie eine Weltmeisterschaft, parallel zu den NHL-Play-offs. Gespielt wird in der Schweiz, genauer in Zürich und Fribourg. Wie immer 2 Achtergruppen. Die Deutschen (ohne Draisaitl und Stützle), beginnen am Freitag gegen Finnland. Beim Team Suomi gibt Alexander Barkov sein Comeback, de die gesamte Saison wegen eines Kreuzbandrisses fehlte. Ansonsten eine Mischung aus NHL-Profis und den Ligen aus Finnland und er Schweiz.
Das erklärte Ziel der Deutschen ist das Viertelfinale. Das sollte zu erreichen sein. Knackpunkt hierzu dürften die Partien gegen Lettland (Sonntag) und Österreich (23.05.) sein.
- Basketball: Die Play-offs in der BBL beginnen. Schlager der 1. Runde (Best of 3) ist das Duell zwischen den Ex-Meistern Bamberg Baskets und ratiopharm Ulm. Der FC Bayern spielt gegen den Sieger der morgigen Play-in-Partie Gladiators Trier und Seawolves Rostock.
In der Euroleague kommt es heute zum Spiel 5 zwischen Valencia und Panathinaikos. Bisher hat es nur Auswärtssiege gegeben. Wer gewinnt, steigt ins Final Four auf, wo schon Real Madrid, Olympiakos und Fenebahce warten zum Turnier am 22. und 24. April in Athen.
von Münchner Löwe | Mai 11, 2026 | Allgemein
Tischtennis-WM, ein Freiburger Fußball-Märchen, und Barca mit Hasi Flick schafft einen histrischen Coup.
Fantastisches Tischtennis, aber am Ende siegt doch China
Das Sporteignis, das mich in der vergangenern Woche am meisten geflasht hat: die Mannschafts-WM in London. Mit unfassbar spektakulärem Sport und trotz der letztlich erwarteten Titel für Chinas Frauen und Männer – spannend war es auch. Mein Daumendrücken für die Gegner)innen vor allem aus Frankreich und Japan war letztlich erfolglos.
Seit jeher sind die Chinesen im Tischtennis nahezu unangreifbar. Diesmal waren die anderen Teams so nah dran wie lange nicht, in der Vorrunde kassierten die Männer sogar Niederlagen gegen Südkorea und Schweden. Doch als es drauf ankam, waren sie zur Stelle, obwohl die Männer ihre besten Spieler Fan Zhengdong und Ma Ling ersetzen mussten, die nicht mehr für ihr Land antreten.
Nicht nur mein tragischer Held heißt Alexis Lebrun. 1:1 stand es im Halbfinale zwischen Frankreich und China. Er gewann gegen Liang die ersten beiden Sätze mit 11:3 und 11:1(!), hatte im 3. Satz 2 Matchbälle, die der Chinese kunstvoll abwehrte. Lebrun verlor Satz und Match, und sein Team (darunter sein Bruder Felix Lebrun) waren gebrochen. Aber das ist eine goldene Generation mit den Lebruns und Flavien Coton
Im Finale ein ähnliches Bild. Japan konnte sehr gut mithalten, führte sogar mit 2:1, am Ende hatten die Chinesen die besseren Nerven. Was auffiel: Wenn die Chinesen zurücklagen, änderten sie ihr Spiel, stellten sich auf den Gegner ein, der seinerseits keinen Plan B hatte.
All das auf einem unwahrscheinlich hohen Niveau, grandios eingefangen von Hd-Kameras, als leidlich guter Freizeitsspieler saß ich bei manchem Ballwechsel atemlos, konsterniert und schwerst begeistert vorm Fernseher, egal ob bei den Frauen oder Männern. Letztlich habe ich nur bedauert, dass dann doch zweimal China im Finale gegen Japan gewann. Wie heißt es so schön? Varietas delectat …
Hansi Flicks schönster und trauriger Tag
Dass der FC Barceona spanischer Fußball-Meister wird, das stand schon sein mehreren Wochen praktisch fest. Nur rechnerisch fehlte noch was, und am Sonntag sollte der große Tag sein: Im Spiel gegen den Erzrivalen Real Madrid und damit eine Novität. Keinen einzigen seiner jetzt 29 Meistertitel hat Barca mit einem Sieg gegen Real auch rechnerisch fixiert.
Ein großer Tag für Trainer Hansi Flick. Doch am Morgen erhielt er die traurige Nachricht, dass sein Vater gestorben war. Er entschloss sich dennoch, dass er am Abend live dabei sein wollte. Camp Nou und seine Zuschauer dankten es. Vor der Partie eine Schweigeminute, danach „Hansi-Flick-Rufe!“ In Barcelona lieben sie ihren Trainer, der in Deutschland seit der verpatzten WM 2022 nur noch Hohn und Spott erhielt. Googelt mal „Flick“ und „Graugänse“.
Im Spiel selbst begeisterte die junge Barca-Mannschaft gegen ein Real Madrid, das zurzeit sehr schwere Zeiten durchlebt. Das 2:0 gibt nicht ansatzweise die Überlegenheit der Gastgeber wider, allein Madrids Schlussmann Thibault Courtois verhinderte eine höhere Niederlage. Immerhin zeigten sie sich als gute Verlierer und umarmten Hansi Flick mit aller herzlichkeit.
14 Punkte Vorsprung hat Barca jetzt auf Real, vor gerade mal 19 Spieltagen, nach dem 2:1 der Madrilenen im Hinspiel, hatten die Königlichen ihrerseits 5 Punkte Vorsprung – was für eine Umkehr der Verhältnisse. Seitdem ist bei Real allerdings alles schiefgelaufen samt völlig verfrühten und sinnlosem Trainerwechsel von Xabi Alonso zu Arbeloa. Ein zerstrittener Haufen (Schlägerei in dieser Woche zwischen Valverde und Tchouameni als negativer Höhepunkt) voller Egomanen (Vini jr., der mit Jude Bellingam den Trainerwechsel forciert haben sollen, auch Mbappé samt Extratouren nach seiner Verletzung). Bei Real dürfte das große Aufräumen und ein kompletter Neustart anstehen. Den Gerüchten nach mit José Mourinho auf der Bank, na denn viel Glück ….
Barca dagegen hat gute Zeiten vor sich (ich denke trotzdem immer an die gut 1 Milliarde Schulden oder mehr? Wer zählt schon …). Das komplett renovierte Stadion wird tatsächlich irgendwann vollständig fertig, das Team ist jung und kommt zu großen Teilen aus der eigenen Jugend (der vermeintlich beste Lamine Yamal war gegen Real gar nicht dabei), und Flick ist der richtige Anleiter. Hier hat er endlich sportliches Glück gefunden, obwohl längst nicht alles nach Wunsch verlief in dieser Saison. Das Ausscheiden jeweils gegen Atlético Madrid in Champions League und Pokal schmerzt, zumindest die Königsklasse ist nächste Saison ein Muss!
Freiburg erobert Europa
Wer hätte das gedacht? Die Breisgauer stehen im Finale um die Europa Leagu, dem zweitwichtigsten Wettbewerb des Kontinents. Im Rückspiel gewannen sie mit 3:1 gegen Sporting Braga und kompensierten die 1:2-Hinspiel-Niederlage. am 20. Mai treffen sie in Istanbul auf Aston Villa und müssen dann gegen royale Unetstützung ankommen. Prinz William, der Thronfolger, ist nämlich glühende Villa-Fan, er dürfte live vor Ort dabei sein – auch als Chef des englischen Fußball-Verbandes.
Was die Freiburger aus ihren vergleichsweise geringen Möglichkeiten machen, erstaunt schon länger Fußball-Deutschland. In der wärmsten Stadt des Landes kann Fußball gedeihen, ein Eldorado auch für die Trainer, die ruhig arbeiten können. Volker Finke war in den 90ern 16 jahre lang der Vorreiter, Christian Streich setzte von 2011 bis 2024 das Werk fort; beide waren also weit mehr als 10 Jahre verantwortlich, wo gibt es das noch in der Bundesliga außer in Heidenheim. Julian Schuster, als aktiver Spieler Kapitän der Mannschat, wirkt jetzt seit fast 2 Jahren. Vielleicht ist das Spiel nicht mehr so spektakulär, erfolgreich allemal. Jetzt die Krönung vorm designierten König?
Und sonst?
- Bundesliga: Der VfB Stuttgart hat nun die besten Karten um den letzten verbliebenen Champions-League-Platz. Im direkten Duell gewannen die Schwaben mit 3:1 gegen ein auf der ganzen Linie enttäuschendes Bayer Leverkusen, das nächsten Samstag auf Ausrutscher hoffen muss. Nicht nur von Stuttgart (bei Eintracht frankfurt), sondern auch von 1899 Hoffenheim (in Mönchengladbach)
Im Abstiegskampf wahrte der 1. FC heidenheim die Chance mit einem 3:1 in Köln, auch weil die beiden Konkurrenten St. pauli (1:2 in Leipzig) und VfL Wolfsburg (0:1 gegen Bayern) verloren. Das Trio ist jetzt punktgleich, nächsten Samstag treffen Pauli und wolfsburg am Millerntor aufeinander, eidenheim erwartet Mainz 05. Es geht allerdings nur noch um Platz 16 und die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga.
- England: Der VAR hat vielleicht die Meisterschaft entschieden – zu Gunsten des FC Arsenal. 1:0 führten die Guners bei West ham, als nach eine Ecke und Getümmel im Torraum der Ball plötzlich im lag. Doch ging alles mit rechten Dingen zu? Der Schiri konsultierte die Fernsehbilder und siehe da, es lag eine klare Behinderung des Arsenal-Torhüters vor. Es gibt allerdings den äußerst faden Beigeschmack, dass gerade Arsenal auf ähnliche Art und Weise nach Eckbällen und Torhüterbehinderung viele Treffer erzielte in dieser Saison. Sie haben diese Art der Eckbällle erst hoffähig gemacht.
Seis drum: Jetzt können die Londoner mit 2 Siegen gegen Absteiger Fulham und bei Crystal Palace den Titel perfekt machen. Es wäre de erste seit 2004, als die sogenannten Invincibles die Meisterschaft sicherten. Zudem steht Arsenal noch im Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain (30. Mai in Budapest)
- Handball: Der SC magdeburg und die Füchse Berlin stehen im Final 4 der Champions League. Sie setzten sich im Viertelfinale jeweils gegen ungarische Clubs durch. Dabei benötigten die Füchse gegen Vezprem ein Siebenmeterschießen.Außerdem beim Viererturnier in Köln in einem Monat dabei: Handbold Aalborg und der FC Barcelona.
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