von Münchner Löwe | Feb. 18, 2026 | Mailand, Olympia, Winterspiele 2026
Kein Skifahren mehr, noch nicht mal Skispringen, und Biathlon pausiert. Dennoch lockt einiges
Pflichtprogramm
10/14:00: Nordische Kombination, Team
Es gibt Zweiermannschaften, die schöne und so oft so wunderbar dramatische Vierer-Staffel wurde abgeschafft, ganz großer Seufzer.
Jeder absolviert einen Sprung von der Großen Schanze, dann beginnt der Langlauf-Sprint mit den addierten Zeitabständen aus dem Springen. Jeder Athlet 7,5 Kilometer laufen. Jede Nation darf nur ein Team stellen.
Favoriten sind ganz klar die Norweger mit Jonas Öftebro vor Österreich (Lamparter, Stefan Rettenegger oder doch sein Bruder Thomas?).. Normalerweise gehören auch die Deutschen dazu, doch Johannes Rydzek und VincenzGeiger kamen mit der Schanze im Einzel nicht nach Wunsch zurecht. Sehr gut dagegen schnitten die Finnen Eero Hirvonen und Ilkka Herola ab, die sich völlig überraschend in den beiden Einzeldisziplinen (Kleine und Große Schanze) je eine Bronzemedaille schnappten.
19:10: Eishockey, Finale der Frauen
USA gegen Kanada, mehr geht nicht. Die ewige Final-Paarung der Frauen bei Olympia. Dieses jahr scheinen die Rollen sehr klar verteilt. Während die US-Girls die Konkurrenz in Grund und Boden spielte, hatte Kanada gegen die Schweiz schon erhebliche Mühe, dass sie das Endspiel erreichten. Das (relativ bedeutungslose) Vorrundenspiel der beiden Teams gegeneinander dominierten die USA und gewannen klar mit 5:0. Alles Herberger-Taktik der Ahornblätterinnen?
Zuvor (14:30) bestreiten die Schweiz und Schweden die Partie um Bronze. Die Eidgenössinnnen sind für mich Favorit.
Wird sicher spannend
13:55: Skibergsteigen, Finale Frauen und Männer
Die neue Olympia-Sportart. Mir praktisch unbekannt. In einen Weltcup habe ich reingelugt, überzeugend fand ichs nicht, aber erwähnen will ich es einfach, hab ich 2024 in Paris mit Breaking (desaströs) auch gemacht ….
Ohne Gewähr läuft es folgendermaßen ab: Ein dreigeteilter Lauf, zuerst wird ein noch relativ flaches Stück mit Skiern hochgelaufen. Es folgt ein steilerer Abschnitt, in dem die AthletInnen die Skier abschnallen und in einem umgeschnallten Rucksack verstauen müssen. Im dritten Sektor geht es dann in einem abgesteckten Kurs bergab, selbstverständlich wieder mit Skiern. Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen.
Ds Ganze hat mit einer langen Skitour rein gar nichts zu tun, zumindest nicht die Olympische Disziplin „Sprint“.
Das Finale bestreiten wie so oft je 4 LäuferInnen, die sich am selben Tag zuvor in Vorläufen und Halbfinali qualfizieren.
16:30: Eisschnelllauf, 1500 Meter der Männer
Meine Lieblingsstrecke, zumindest bei den Einzelstarts. Das Mittelding zwischen Sprint und Langstrecke. Die einen gehen sehr schnell an und hoffen, dass sie sich irgendwie ins ziel retten, die anderen eher langsam, dafür verlassen sie sich auf den Endspurt.
Großer Favorit bei den Männern ist natürlich wieder Jordan Stolz. Das US-Ausnahmeläufer hat schon Gold über 500 und 1000 Meter gewonnen, die 1500 sind sogar seine Spezialstrecke. Natürlich kämpfen auch die Holländer um Edelmetall.
Diese Saison schaffte der Deutsche Finn Sonnekalb den Durchbruch zur absoluten Weltelite. Der 20-Jährige gitl als Ausnahmetalent, doch ob er schon reif für olympisches Edelmetall ist, bleibt abzuwarten. Zumal er kurz nach der Eröffnung gesundheitliche probleme hatte, die sich schon nachteilig auf seinen 1000-Meter-Lauf auswirkten. Beim deutschen Medaillen-Glück der vergangenen Tage wirds wahrscheinlich mal wieder ein vierter Platz, aber seine Karriere startet erst durch.
19:05: Curling, Halbfinale Männer
Auf zwei Bahnen gleichzeitig werden die 2 Halbfinali ausgetragen. Die Paarungen stehen noch nicht fest, diese ergeben sich erst nach der letzten Runde am Vormittag. Entgegen ersten Meldungen hat das deutsche Team noch theoretische Chancen, die Runde der besten 4 zu erreichen, ein Sieg gegean China am Vormittag vorausgesetzt und andere Unwahrscheinlichkeiten. Hat zumindest ein Dr.Math oder so errechnet, ich erspars mir und Euch.
Und sonst?
- Kür der Frauen: Nach dem Kurzprogramm zu schließen, kämpfen 3 Japanerinnen gegen die US-Amerikanerin Alysa Liu um Gold. Die entscheidenden Küren (Kürs?, ich sag Programme!) dürften ab etwa 21:30 laufen. Wie immer kommt die Beste aus dem Kurzprogramm Ami Nakai als Letzte der insgesamt 24 Starterinnen.
- Aerials, Finale Männer: Wie der Name schon sagt, gehen Skifahrer in die Luft und drehen sich. Der Unterschied zu Big Air? Die Schanze scheint kleiner. Und die Aerials waren zuerst da …
von Münchner Löwe | Feb. 18, 2026 | Allgemein, Mailand, ski alpin
Nach einem Tag selbst auferlegter Olympia-Pause (na ja fast) gibt es einiges aufzuarbeiten.
Ein Slalom, sehr viel Ärger
Kurz zu den Fakten: Der Schweizer Loic Meillard triumphierte und bestätigte seinen WM-Titel aus dem vergangenen Jahr. Das gelang bisher nur dem großen Ingemar Stenmark und Benni Raich, also zwei Skilegenden. Zweiter wurde Fabio Gstrein, die die Ehre der Österreicher rettete mit der ersten Einzel-Medaille bei den Alpinen, vor dem norwegischen Altmeister Henrik Kristoffersen.
Geredet wurde aber über 2 andere Sportler
Atle McGrath – der Unglücksrabe
Mit klarer Bestzeit hatte der Norweger den 1. Durchgang absolviert. Doch ihn ereilte im 2. Lauf das Slalom-Schicksal, das alle fürchten und alle schon getroffen hat: den berühmt-berüchtigten Einfädler. McGrath erwischte es an einem vermeintlich ganz einfachen Tor, Chance aufs Gold weggeschmissen. Wie die Stöcke, die er wutentbrannt in die Gegend schleuderte. Danach machte sich McGrath auf, überwand einen Zaun und stapfte in Richtung Wald. Dort legte er sich in den Schnee, Leib und Seele brauchten Abkühlung. Es passt zur so unpersönlichen Organisation, dass sich alsbald ein Offizieller aufmachte und Meillard bedeutete, dass er dort nicht liegen bleiben dürfe. Anstatt ihn dort einfach in Ruhe (sich abkühlen) zu lassen.
In der Pk am Abend war McGrath schon wieder gefasst. Er erzählte von schrecklichen Wochen, weil kurz vor den Spielen sein geliebter Großvater gestorben sei. Nur der Gold-Triumph seines besten Skikumpels Lucas Braathen im Riesenslalom sei ein kleiner Silberstreif in den dunklen Tagen gewesen. Am Freitag ist die Besetzung in der norwegischen Heimat, extra für McGrath und „seinen“ Slalom wurde sie verschoben.
Die Wut des Ski-Löwen
In dürren Fakten: Linus Straßer beendete den Slalom als Neunter, nicht schlecht, aber doch weit weg von den ersehnten Medaillenrängen. Noch während das Rennen lief, ließ der Fahrer des TSV 1860 München, deshalb Ski-Löwe, Dampf ab und kein gutes Haar an Olympia allgemein und dem Austragungsort Bormio im Besonderen. „Zu steril, keine Emotionen, zu teure Karten, die Zuschauer zu weit weg“, schimpfte er. So wie er würden viele denken.
Natürlich schwang da viel Frust übers Verpassen der Medaille mit, aber es steckte auch viel Wahrheit drin. Der Slalomhang im Schlussteil der Stelvio war viel zu flach, absolut unwürdig fürs wichtigste Rennen des Jahres. Die Olympia-Organisatoren wollten Bormio unbedingt als Olympia-Ort präsentieren – mit dem Ergebnis, dass die alpinen Männer dort die einzigen Olympioniken waren; also kein Austausch mit anderen Sportlern. Ja nicht einmal mit den alpinen Frauen, denn die starteten in Cortina, wo es im übrigen auch Männer-taugliche Strecken (und für Slalom und Riesenslalom viel bessere!) gegeben hätte.
Bormio ist das Sinnbild dieser furchtbar zerstückelten Spiele. Wo es für normalsterbliche Fans (also diejenigen ohne Privat-Hubschrauber, Herr Skipräsident Eliasch!) unmöglich ist, mehrere Sportarten zu besuchen: was aber genau den Charme von Olympischen Spielen ausmacht.
In einem anderen Blog habe ich Straßer für seine beinharte Kritik kritisiert. Ich meinte vor allem den Umstand, dass er dies getan hat, während das Rennen noch lief, also seine Slalom-Gefährten noch um Medaillen kämpften (und er selbst wie ein schlechter Verlierer daherkam). Dazu stehe ich weiterhin, aber in der Sache gebe ich ihm völlig Recht (wobei ich die fehlende Stimmung im Ziel natürlich nicht wirklich vom Fernsehgerät beurteilen kann).
Was ich ja immer wieder betont habe, manifestiert sich: Für uns Zuschauer mag Olympia das Größte sein. Für die Aktiven und objektiv viel wertvoller ist ein Triumph im Gesamtweltcup, weil dieser den sportlichen Erfolg einer gesamten Saison und nicht nur eines Rennens honoriert. Zufalls-Olympiasieger (ein böses Wort) hats schon viele gegeben, aber noch nie einen zufälligen Weltcupsieger.
Ein Abbruch, viel Ärger und einige offene Fragen
Apropos Wut. Diese entlud sich vor allem seitens der deutschen Skispringer über die Organisatoren des Super-Team-Wettbewerbs. Gerade hatte Philipp Raimund mit einem tollen Sprung die Führung übernommen (mit Andi Wellinger), da setzte recht plötzlich heftigster Scheefall ein. Die Organisatoren warteten zu, ließen sogar noch den bedauernswerten wie chancenlosen Kacper Tomasiak vom Bakken, der weit hinter Raimund blieb und mit Polen vermeintlich alle Chancen auf eine Medaille verlor. Drei Athleten warteten noch oben, doch es war klar, dass bei diesen Verhältnissen kaum jemand Raimund und seinen Teamkollegen Wellinger würden einholen können. Denn sehr viel Schnee bedeutet: die Anlaufsspur wird erheblich langsamer, der Springer wird dadurch komplett chancenlos.
Die Jury hatte ein Einsehen und brach nach Minuten des Überlegens und Diskutierens den Wettbewerb ab. Gewertet wurden also nur zwei anstatt der drei vorgesehenen Durchgänge, und da lagen die Deutschen 0,3 Punkte hinter den bronzenen Norwegern und klar hinter den siegreichen Ösis und silbernen Polen. Also sprachen die Verantwortlichen von „Skandal!“ und „geraubter Medaille“.
Dazu ein paar Anmerkungen: Natürlich war es extrem unglücklich, dass das Springen abgebrochen wurde, zumal sich das Wetter recht schnell besserte. Die richtige Entscheidung wäre wahrscheinlich gewesen: zumindest alle zweiten Springer der acht verbliebenen Nationen den 3. Durchgang noch mal absolvieren zu lassen. Dies hat die Jury unterlassen mit der für mich schwer nachvollziehbaren Begründung, das sei auch Wunsch der Fernsehanstalten gewesen. Als ob es in der Olympischen Geschichte noch nie längere Unterbrechungen gegeben hätte. Noch besser wäre gewesen, den Wettbewerb angesichts des drohenden Schneefalls schneller ablaufen zu lassen …
Zum Punkt „geraubte Medaille“: Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die Deutschen vor dem entscheidenden Durchgang von Raimund schon sehr viel Rückstand hatten, der unter normalen Umständen kaum aufzuholen gewesen wäre. Die Deutschen trauern also einer (Gold)Medaille nach, die sie höchstens den Verhältnissen zu verdanken gehabt hätten (was es schon oft gegeben hat). Sportlich fair klingt anders, vor allem der Auftritt von Sportdirektor Horst Hüttel stieß bei mir sauer auf, der mehr oder weniger unverblümt sagte: sollen die anderen doch schauen, wie sie mit Drecksverhältnissen zurechtkommen, Hauptsache wir bekommen die Medaille.
Am verdienten Gold der Österreicher Jan Hörl und Stefan Embacher gab es eh nie den geringsten Zweifel. Sie erlösten das Springer-Team Austria, über dessen „Versager“ nach den bis dato medaillenlosen Spielen schon der Stab gebrochen wurde.
Eine Kür zum Träumen
Ich meine den wundeschönen Lauf des japanischen Paares Riku Miura und Kihara Ryuichi. 4 Minuten voller Poesie, voller Höchstschwierigkeiten, vielleicht das Beste, was die Eiskunstlauf-Welt je gesehen hat in dieser traditionsreichen Disziplin (sagt der Münchner Löwe, der Eiskunstlauf-Super-Auskenner …). Die Punktrichter jedenfalls sahen das Außergewöhnliche, vergaben so viele Punkte wie noch nie für eine Kür. Ausgemerzt war die verpatzte Kurzkür, die das Weltmeisterpaar auf Platz 5 noch recht glimpflich beendete (jaja, die Punktrichter …).
Schon bevor die Führenden Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin als Letzte zur Kür schritten, war klar: Nur ein absolut fehlerloser Lauf würde den Deutschen zu Gold reichen – wenn überhaupt. Doch schon beim dreifachen Salchow patzte Hase, sprang nur einfach, damit war der Goldtraum dahin. Es reichte letztlich zu Bronze, und nach einer ersten kleinen Enttäuschung waren beide auch hochzufrieden mit der Medaille.
Grotesk empfand ich die Überschriften all überall in den Online-Medien: „Gold verpasst“ anstatt „Bronze gewonnen“. Warum kann man nicht einfach eine großartige Leistung von anderen würdigen? Zumal Medaillengewinner für detsche AthletInnen höchst rar gesät sind, außer …
Danke, lieber Eiskanal
Die Röhre in Cortina wurde ja gerade noch rechtzeitig fertig, zur Ver- und Bewunderung fast aller Beobachter. Aus deutscher Sicht kann man nur sagen: Gott sei Dank. Denn während in anderen Sportarten die hiesigen AthletInnen allzu oft mehr oder weniger weit weg von der Spitze vorbeifahren und -springen, sammeln sie in Cortina Edelmetall im Überfluss.
Vorläufiger Höhepunkt der Erfolgsstory war der Zweierbob der Männer. Johannes Lochner siegte vor seinem Erzrivalen Francesco Friedrich und Adam Ammour (I love that name). Deutscher Dreifach-Erfolg, das hatten bei diesen Spielen nur die schwedischen Langlauf-Sprinterinnen geschafft. Nach der Silbermedaille von Laura Nolte im Monobob und den reich bedachten Rodlern und Skeletoni also der Meaillen-Sweep. Ein Sonderlob gebührt den Technikern vor allem denen des FES (Institut für Forschung und Entwicklung), das maßgeschneiderte Gefährte und Kufen gezimmert haben. Berliner Wertarbeit, wer in der Hauptstadt kann das noch von sich behaupten?
20 Medaillen hatten die deutschen SportlerInnen bis Dienstagabend gesammelt, 15 (!) davon im Eiskanal. Nough said zu diesem ungesunden Verhältnis, außer: Es stehen im Bob noch der Frauen-Zweier und Vierer-Männer an …
Und sonst?
- Biathlon: Die 3 dominierenden Nationen machten die Männer-Staffel unter sich aus. Frankreich siegte trotz der Strafrunde für Startläufer Fabien Claude vor Norwegen und Schweden. Das deutsche Quartett wurde Vierter – immerhin Best of the Rest. Obs die Frauen am Mittwoch besser machen? Ich hab meine Zweifel.
- Eisschnelllauf: Wieder was gelernt: Im Mannschaftswettbwerb gibt es keine Führungswechsel mehr. Eine fährt die gesamten 3000 Meter voran, die anderen beiden eng hinterher, zum Teil mit (erlaubter) Berührung. Führungswechsel, so die neueste Erkenntnis, würden zu viel Zeit kosten und wären zudem zu fehleranfällig. Es siegten die kanadischen Frauen und die italienischen Männer.
- Ski Freestyle: Wer kann, möge sich in der Mediathek das Männer-Finale im Big Air anschauen. Schon beim Zuschauen wirds einem angesichts der Drehungen und Windungen (bis zu sechsfach!) schwindlig. Gewonnen hat ein allen Experten bis dato fast unbekannter Norweger namens Tormod Frostad vor dem US Boy Mac Forehand (wieso spielt der nicht Tennis, hihi?) und Matej Svancer aus Österreich.
von Münchner Löwe | Feb. 17, 2026 | Mailand, Olympia, Winterspiele 2026
Pflichtprogramm
10/13:30: Slalom der Frauen
Normalerweise müsste ich über die Top-Favoritin nicht eine Sekunde nachdenken. Doch Mikaela Shiffrin und Olympia, das ist sei Peking 2022 eine fast verstörende Unerfolgsgeschichte. Dort blieb sie in 6 Starts ohne Medaille, und auch in Cortina will nichts funktionieren. Im Team-Wettbwerb verbremste sie komplett ihren Slalom und fiel noch auf Platz 4 zurück, machdem ihre Partnerin Breezy Johnson mit der besten Abfahrt Gold eigentlich pfannenfertig serviert hatte.
Mittleweile scheint Olympia ein Trauma für Shiffrin, und die große Frage ist, ob sie in ihrer Lieblingsdisziplin Slalom (8 von 9 Rennen diese Saison hat sie gewonnenden Schalter einfach wieder umlegen kann.
Die Konkurrenz wartet nur auf Fehler: Allen voran Camille Rast: Die Schweizerin ist die Einzige, die Shiffrin diese Saison besiegt hat. Auch ihre Landsfrau Wendy Holdener, Lara Colturi aus Albanien (die Mutter Daniela Ceccharelli holte 1998 Super-G-Gold für Italien) und Shiffrins Landsfrau Paula Moltzan rechnen sich gute Chancen aus, wie Katharina Truppe aus Österreich, selbstbewusst Gold aus dem Teamwettbewerb .
Auch Deutschinnen haben sehr gute Chancen: Emma Aicher hat schon 2 Silber-Medaillen im Gepäck, der Slalomhang liegt ihr. Lena Dürr befindet sich in glänzender Form, wie ihr erster Riesen-Slalodruchgang bewies. Ihr hauptproblem: 2 gleichgute Läufe in den Schnee zu zaubern. Erinnert sei noch einmal an Peking, als sie im ersten Lauf Bestzeit fuhr und im 2. Durchgang auf Rang 4 zurückfiel.
14:45: Biathlon, Staffel Frauen
Die Frauen müssen nur 6 Kilometer bewältigen. Wie die Männer gehts für jede Läuferin einmal zum Liegend- und einmal zum Stehendschießen, wie gehabt bei Staffeln mit je 3 nachladern.
Für mich recht klare Favoritinnen sind die Französinnen. Lou Jeanmonnot und Julia Simon haben ihre Goldmedaillen schon sicher aus der Mixed-Staffel, Simon siegte außerdem im Einzel, Jeanmonnot holte 2 weitere Medaillen in Einzel und Sprint. Ein kleines Fragezeichen setze ich hinter Justine Braisaz-Bouchet, die am Schießstand hinter den Erwartungen bleibt.
Die Norwegerinnen dürften die schärfsten Konkurrentinnen sein. Wenn sie ihre Schlussläuferin Maren Kirkeeide in Schlagdistanz ins Rennen schicken, ist alles möglich, die Sprint-Olympisiegerin und Vefolgungs-Zweite ist Meisterin des Endspurts.
Die Deutschinnen um Franziska Preuß haben allenfalls Außenseiter-Chancen, gespannt bin ich auf die Schwedinnen, gerade die Öberg-Schwestern Hanna und Elvira können mit den Spielen nicht zufrieden sein.
12:10: Eishockey, Deutschland – Slowakei
Angesichts der anderen Kaliber (Kanada, USA) sind die Slowaken noch ein „angenehmer“ Gegner. Schwer genug wirds trotzdem, diese tradtionelle Eishockey-Mannschaft zu bezwingen, die immerhin die stark eingeschätzten Finnen zu Beginn des Turniers gleich 4:1 wegschossen. Mannschaftlich präsentieren sich die Slowaken sehr gut, aufzupassen gilt es auf ihren Top-Scorer Juraj Slavkovsy von den Montreal Canadians.
Die Deutschen nahmen die Zwischenrunden-Hürde Frankreich recht souverän mit 5:1, eine Steigerung wird allerdings dringend nötig sein.
Im Laufe des Tages die 3 weiteren Viertelfinali: Kanada – Tschechien (16:40), Finnland – Schweiz (18:10) und USA – Schweden/Lettland (21:10).
Wird sicher spannend
11:45/12:15: Skilanglauf, Teamsprint Finale Frauen und Männer
Gelaufen wird in der Freien Technik, also Skating. Im Finale treffen die 8 besten Zweierteams aufeinander. Insgesamt sind 6 Runden zu bewältigen, jeweils abwechselnd.
Es gibt jeweils einen klaren Favoriten: Schweden bei den Frauen, Norwegen bei den Männern, wo Johannes Klaebo seinen 10. Olympiasieg anpeilt. Härteste Gegner sind die Norwegerinnen und Franzosen, vielleicht auch ItalienerInnen.
2022 gewann übrigens ein deutsches Duo sensationell bei den Frauen: Victoria Carl und Katharina Hennig siegten im Klassischen Stil. Carl fehlt allerdings wegen eines positiven Dopingbefunds (ein Bundeswehr arzt hatte ein falsches Erkältungsmittel gegeben, Carl nicht aufgepasst). Für Deutschland werden somit Laura Gimmler und Carina Rydzek an den Start gehen. Schon de Finaleinzug wäre eine positive Überraschung.
21:00: Shorttrack, Staffel 3000 Meter Frauen
Südkorea, Kanada, Holland und Italien haben sich fürs A-Finale qualfiziert. 4 Frauen bilden ein Team. Eine ist im Wettkampfmodus auf der Bahn, die anderen halten sich im Innenraum bereit und können jedezeit durch Anschieben abgelöst werden. Das perfekte Durcheinander, Stürze und Behinderungen sind programmiert. Fantastisch zum Anschaun auch ohne jede Ahnung. Im Zweifel gewinnt dann eh Holland, oder?
von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein, Biathlon, Winterspiele 2026, Wintersport
Pflichtprogramm
14:30: Biathlon-Staffel, Männer
4 Athleten pro Nation gehen nacheinander (Ablösung per Handauflegen) auf die 7,5 Kilometer, mit Liegend- und Stehendschießen. Je 5 Schüsse auf die Scheiben, wer nicht alle abräumt, bekommt jeweils 3 Nachlader, danach drohen Strafrunden. Immer wieder ein extremer Spannungsmoment, weil beim Stehen schnell die Beine das Zittern anfangen, weil der Puls zu tief sinkt, die berühmte Nähmaschine.
Es gibt 3 klare Favoriten auf die Medaillenränge: Frankreich, Norwegen und Schweden (alphabetische Reihenfolge, nicht meine Bewertung) dürften die Plätze 1 bis 3 unter sich ausmachen, wenn alles normal abläuft. Die Hoffnung der Hinteren (Deutschland, Italien): Wann läuft eine Biathlon-Staffel schon normal ab?
16:22/16:41: Eisschnelllauf, Mannschaftsverfolgung Finale, Männer und Frauen
2 Teams à 3 Läuferinnen (oder Läufer) laufen gegeneiander 3000 Meter. Möglichst dicht beeinander (sie dürfen sich sogar berühren) und mit Führungswechseln wegen Luftwiderstand. Jede halbe Runde wird der Abstand der Teams gemessen. Wenns knapp ist, ist die Spannung unerträglich.
Zuvor werden noch die Halbfinali ausgetragen; bei den Frauen USA vs Kanada und Holland vs Japan, bei den Männern Holland vs Japan und USA vs China. Oranje zweimal bowen?, dem Holland-durchsetzen Publikum würde es gefallen …
Wird sicher spannend
10:00/13:30: Nordische Kombination, Großschnze und 10 Kilometer
Ein Sprung und dann wie gehabt die Gundersen-Methode. der Sprungbeste geht als Erster in die Loipe, die Platzierten folgen je nach ihren Sprung-Abständen. Das heißt: Der Erste im Ziel nach 10 Kilomtern ist auch der Goldmedaillen-Gewinner.
Athleten von 3 Nationen haben zuletzt fast alle Weltcups unter sich ausgemacht: Norweger, Deutsche und Österreicher. Tatsächlich AthletEN, denn Frauen sind in der Noko für Olympia nicht vorgesehen. Angeblich zu wenige aus zu wenigen Nationen. Was für eine Sauerei angesciths der lachhaften Rodel-Konkurrenzen mit 5 wettbewerbsfähgien Teams.
Für die Deutschen lief es im ersten Wettbewerb von der Noralschanze wenig berauschend, auch die Trainingsergebnisse vom Großen Bakken sind bestenfalls ordentlich zu nennen. Wieder gut sind die Ösis um Johannes Lamparter und Norge um Öftebrö. Und vielleicht wieder ein Finne, diesmal Herola?
12:10: Eishockey, Männer, Zwischenrunde
Obs wirklich spannend wird, sei mal dahingestellt. Das deutsche Team trifft auf Frankreich, und die NHL-Profis um Leon Draisaitl sind klarer Favorit. Auch die weiteren Partien Schweiz vs Italien (12:10), Tschechien Dänemark (16:25) und Schweden – Lettland (21:10) dürften für das jeweils erstgenannte Land klare Angelegenheiten werden. Für die heißt es auch: Kraft sparen, denn schon am Mittwoch stehen die Viertelfinali gegen dann ausgeruhte Teams an.
Und sonst?
- Bob, Zweier der Männer: Vielleicht sogar ein deutscher Sweep, also Gold, Silber und Bronze für Team Germany. Zumindest führte nach 2 von 4 Läufen Deutschland (Lochner) vor Deutschland (Friedrich) vor Deutschland (Ammour). Zumindest die USA können den Dreier noch verderben.
von Münchner Löwe | Feb. 16, 2026 | Allgemein
Italienische Märchen im Doppelpack
Was Olympia ausmacht? Die Gechichte hinter der Siegerin. Der unfassbare Außenseiter-Erfolg. Oder die unglaubliche Comeback-Story. 2 große Italienerinnen boten Letzteres. Wohlfühlkino mit Happy Ends, das auch die härtesten Konkurrentinnen nicht neiden werden und wenn doch, dann bestimmt nicht öffentlich.
Brignone, das Medizin-Wunder
Sie ist hier ja schon eine gute Bekannte. Im April zerstörte Federica Brignone bei einem Sturz ihr linkes Bein: Schien- und Wadenbeinbruch, dazu ein Kreuzbandriss. Olympia? Keine Chance, hieß es allüberall von medizinischen Experten und auch denen, die sich nur dafür halten. Diese Null-Chance nutzte sie, arbeitete fanatisch und mit großen Schmerzen am Comeback. Erste zaghafte Versuche im Januar, und nun das Märchen. Erst der Triumph im Super-G, jetzt am Sonntag im Riesenslalom, als sie der kompletten Weltelite in einem an sich äußerst knappen Rennen auf und davonfuhr.
Klare Bestzeit im 1. Durchgang, im 2. Lauf behielt sie die Nerven, und trotz einen Fehlers am Ende hatte sie 62 Hunderstel Vorsprung auf die zeitgleichen Thea Louise Stjernesund und Sara Hector, die witzigerweise schon im 1. Lauf zeitgleich waren. Nur mal zur Verdeutlichung der Überlegenheit von Brignone: 62 Hunderstel betrug auch der Abstand zwischen Platz 2 und 15.
Vitozzi, die Schnellschützin
Fliegend wechselte Sonntagmittag das Geschehen zum Biathlon. Zu Lisa Vitozzi, und der nächsten italienischen Heldinnennsaga. Wegen einer hartnäckigen Rückenverletzung musste sie die gesamte Saison 24/25 passen, als sie im November zurückkam, war sie weit von ihrer Glanzform entfernt. Sie stand in Antholz vielleicht im erweiterten Favoritenkreis, doch schon in den ersten Rennen deutete sie an, dass sie in Form war.
Fünfte wurde sie am Samstag im Sprint, war mit 40 Sekunden Rückstand noch in Schlagdistanz für den Verfolger am Sonntag. In dem sie eine Glanzleistung ablieferte und nicht nur schnell wie ein Wilddieb (Copyright Fritz Fischer) schoss, sondern auch in der Loipe über sich hinauswuchs. Weil die Konkurrenz patzte, schloss sie zur Spitzengruppe auf und beim letzten Schießen zeigte sie ihre einmaligen Qualitäten. In Rekordzeit räumte sie alle 5 Scheiben ab, während sich die Norwegerin Maren Kirkeeide 2 Strafrunden einhandelte und auch Lou Jeanmonnot patzte. Unter dem Jubel der Landsleute absolvierte sie ihre „Ehrenrunde“ und avancierte zur ersten italienischen Olympiasiegerin im Biathlon überhaupt.
2 starke Frauen, 2 Comeback-Märchen: Ich wage die Behauptung, dass diese ohne die Anziehung von Heim-Olympia nicht möglich gewesen wären.
Die Deutschinnen patzen
Beide italienischen Märchen hatten als Sidekick eine deutsche Komponente: Die Darstellerinnen hießen Lena Dürr und Franziska Preuß. Beide hatten zeitweise veritable Medaillenchancen (nicht für Gold!), beide patzten in der entscheidenden Phase.
Lena Dürr: Der Riesenslalom war nur als Aufgalopp für ihre Spezialdisziplin Slalom am Mittwoch gedacht. Sensationell fuhr sie im 1. Durchgang auf Platz 2, so gut war sie im RS noch nie. Und auch im 2. Lauf sah es sehr gut aus zumindest für eine Medaille – bis sie kurz vor Schluss an einem für alle Läuferinnen tückischen Tor besonders viel Zeit verlor und alle Chancen verlor. Traurige Erinnerungen kamen da auf an 2022, als sie im Slalom nach Bestzeit im ersten Durchgang noch auf Platz 4 zurückfiel – Blech statt Bronze: der Albtraum jedes Olympioniken (für Altphilologen: mittlerweile werden tatsächlich die Teilnehmer so genannt und nicht nur die SiegerInnen).
Franzi Preuß: Wieder war sie fehlerfrei geblieben bis zum letzten Schießen, hatte sich dadurch im Verfolger auf Platz 6 vorgearbeitet. Und wieder patzte sie beim letzten Anschlag, verfehlte 2 Scheiben, wodurch sie alle Medaillen-Chancen vergab. Wie schon im Sprint, wo sie durch Fehler sicher eine Medaille vergab (und obendrein eine bessere Ausgangsposition für die Verfolgung). Ob sie jetzt sich nach einem Nuller gegen die ebenfalls fehlerlose Suvi Minkkinen im Bronze-Kampf durchgesetzt hätte – niemand weiß es. Preuß‘ Schussschwäche beim letzten Schießen zieht sich wie ein roter Faden durch die Olympischen Wettbewerbe. Wäre ich deutscher Trainer, würde ich sie in der Staffel nicht aufs Schlussläuferin aufstellen.
Und sonst:
- Rekordsieg: Johannes Klaebo sicherte der norwegischen Langlauf-Staffel als Schlussläufer Gold. Es war ein besserer Sonntagsspaziergang und sein 9. Triumph bei Olympischen Spielen, mehr hat im Winter noch nie jemand gesammelt. Gewiss: Klaebo ist en überragender Langläufer, doch ist die Sportart auch prädestiniert für Medaillenhamster, weil sie bei jedem Olympia-Treff viele Möglichkeiten gibt (im Gegensatz etwa zu einem Eishockeyspieler).
- Eishockey: Wie erwartet müssen die deutschen Männer in die Zwischenrunde. Dort wartet morgen mit Frankreich ein schlagbarer Gegner. Im Viertelfinale würden Leon Draisaitl und Co. auf die Slowaken treffen – auch das scheint bei allem Respekt nicht völlig aussichtslos.
- Skispringen: Die Prevc-Geschwister sammeln weiter Medaillen. Domen gewann von der Großschanze bei den Männern, Nika wurde bei den Frauen Dritte, nur Dritte, möchte ich angesichts ihrer Ausnahmestellung fast schreiben. Von der Großschanze, erstmals für Frauen im Programm, gewann wie vokleinen Bakken die Norwegerin Anna Odine Ström. Noch so ein olympisches Märchen.
- Legenden-Gold: Doch noch ein olympischer Triumph für den Buckelpisten-König Michael Kingsbury. In den Dual Moguls (2 fahren gleichzeitig im K.-o.-Modus) setzte sich der Kanadier im Finale gegen Ikuma Horishima durch und holte Gold nach dem für ihn enttäuschenden 2. Platz im Einzel auf der Buckelpiste. Jetzt kann er beruhigt abtreten. Für Kanada war es das erste Gold der Spiele überhaupt, man wurde schon unruhig.
Neueste Kommentare