von Münchner Löwe | Okt. 8, 2026 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Aus und vorbei. Mit einem schmachvollen Sweep gegen die Tampa Bay Reys haben sich die New York Yankees aus dem Titelrennen 2026 verabschiedet. Der Rekord-Champions (27 Meistertitel) wartet nun schon seit 2009 auf eine weitere Krönung. Für das hochbezahlte Star-Ensemble indiskutabel, für die stolze Stadt New York nicht hinnehmbar.
Der Titelverteidiger ist dagegen auf Kurs: Die LA Dodgers übersprangen die Hürde Atlanta Braves mit einiger Mühe und bekommen es in den Conference Series ab Sonntag (Best of 7) mit den Milwaukee Brewers zu tun.
AL: Chicago White Sox – Cleveland Guardians 3:9 (2:1)
Erster Matchball klar vergeben. Ohne jede Chance waren die Chicago White Sox bei ihrem ersten Heimspiel in Divisional Series seit 2021. Zwar gingen sie mit 1:0 in Führung, dann aber übernahmen die Gäste das Kommando. 4 Runs im 3. Inning stellten die Weichen auf Sieg. Zwar konnten die Gastgeber nach dem 6. Inning beim Stand von 3:5 noch auf eine Wende hoffen, doch in den letzten 3 Abschnitten brachten sie gegen die unantastbaren Pitcher Herrin und Smith nicht einen einzigen Spieler auf Base, weder durch einen Hit noch durch einen Walk.. Dagegen punkteten die Gäste fast nach Belieben, sodass am Ende das höchste Ergebnis der diesjährigen Divisional Series überhaupt heraussprang.
Schon heute Nacht Spiel 4 erneut in Chicago. Dann können die White Sox den ersten Divisional-Round-Sieg seit 2005 (!) klarmachen.
AL: New York Yankees – TAMPA BAY RAYS 3:4 (Endstand: 0:3)
Immerhin wehrten sich die Yankees. Immerhin hielten sie die Partie bis zum Schluss völlig offen. Immerhin schafften sie endlich Runs aufs Scoreboard, wenn nicht Ben Rice am Schlag stand. Doch gegen die ausgebufften Rays genügte das alles nicht, auch weil Star-Pticher Max Fried nicht seinen besten Tag erwischt hatte.
Es war eine sehr spannende Partie im Yankees Stadium, zu der fast 49.000 Zuschauer gekommen waren. Zweimal gingen die Rays in Führung, zweimal schafften die Yankees sofort den Ausgleich. Im oberen 6. Inning beförderte Victor Mesa den Ball über den Zaun – 4:2 für die Rays. Auch hier gab im unteren Abschnitt dien Antwort der Yankees. Ein weiter Ball von Anthony Volpe flog in die Zuschauer: Homerun und 2 Punkte für die Yankees? Nach längerer Beratung entschieden die Schiedsrichter, dass eine Behinderung eines Rays-Verteidigers vorlag, weswegen dieser den Catch verpasste. Also „nur“ ein Double von Volpe und nur ein Run für George Lombard. Fans, die ihrem eigenen Teams wegen Selbstsucht Runs und Siege kosten – die Bücherschränke sind voll von solchen Erzählungen, man frage mal in Chicago einen Cubs-Fan nach Steve Bartman.
https://www.youtube.com/watch?v=vq8G81oOHhY
Der fehlende Punkt sollte schließlich den Ausshlag geben, denn der Bullpen der Rays ließ danach nichts Entscheidendes mehr zu. Closer Bryan Baker produzierte zwar noch einen Walk, sodass der potezielle Siegpunkt in Person von Trent Grisham auf der Platte stand. Doch der Pinch-Hitter (eingewechselter Schlagmann) kassierte einen Strikeout. Dieses Aus war das endgültige Aus der Yankees. Fürs Spiel und für dieses jahr. Nächste Saison dann wieder (wenn denn nicht wie allgemein befüchtet gestreikt wird), dann auch wieder mit dem schmerzlich vermissten Superstar Aaron Judge
Die Rays haben jetzt erst mal Pause bis Montag und können auf der Couch zuschauen, wie sich die White Sox und Guardians beharken und Kräfte lassen.
NL: Atlanta Braves – LOS ANGELES DODGERS 1:4 (1:3)
Das Ergebnis klingt weit deutlicher, als es in Wirklichkeit war Die Braves hatten durchaus ihre Chance, in dieser Ppartie und in der gesamten Serie. Aber sie konnten ihre Chancen eben nicht nutzen. Zahlen sagen nicht alles, aber manchmal eben doch sehr viel. In diesem Fall 0 von 7. Siebenmal trat am Mittwoch ein Braves-Batter an den Schlag, wenn Mitspieler auf der zweiten und/oder 3. Base standen, das berüchtigte Runner in Scoring Position (RISP). Sie produzierten dabei nicht einen Hit, der dann auch Punkte eingebracht hätte. Sehr viel effizienter die Dodgers bei 1 von 3, und dieser eine Hit von Andy Pages kippte die Partie im 7. Inning, denn danach stand es 3:1 statt zuvor 1:1.
Um die (sportliche) Katastrophe der Braves bei RISP zu verdeutlichen. Insgesamt hatten sie in der Vier-Spiele-Serie die Bilanz 1 von 23 (0.043). Historisch schlecht für eine Play-off-Serie, nur ein einziges Mal war ein Team schlechter, nämlich die Dodgers (sic) 1966 in den World Series (0 von 22).
Außer ihrer mangelnde Effizienz hatten sich die Braves nich viel vorzuwerfen. Ihre Pitcher kamen bestens zurecht mit den schlagstarken Gegnern, die am Mittwoch insgesamt nur 3 Hits produzierten. Die Schlagmänner beschäftigten Dodgers-Starting-Pitcher Tyler Glasnow hervorragend und produzierten gleich 5 Walks, sodass Glasnow schon nach 4.2 Innings den Mound räumen musste. Doch ausgerechnet die vermeintliche Schwachstelle der Dodgers brachte den Sieg ein: Der oft kritisierte Bullpen (insgesamt fünf eingewechselte Werfer) zeigte eine herausragende Leistung. ließ in 4.1 Innings nur 2 Hits zu.
NL: San Diego Padres – MILWAUKEE BREWERS 1:3 (1:3)
Schade, dass diese Serie vorbei ist. Schade, dass den Baseball-Fans der Showdown eines fünften und entscheidenden Spiels in Milwaukee verwehrt bleibt. Eine erneut knisternde, jederzeit spannende Partie in Südkalifornien. Die heimischen Fans durften praktisch bis zum letzten Pitch noch auf die Wende hoffen, aber die großartigen Werfer der Brewers hielten jeglichem Druck stand, und wenn doch ein Schlagmann den Ball traf, dann verhinderten die Verteidiger Schlimmeres. Wie im 8. Inning: Manny Machado erwischte einen sogenannten Sinker von Uribe voll, der Ball flog und flog und flog, vermeintlich über die Bande im Center Field des ewig großen Petko Fields, und landete doch nur im Handschuh des zurückgeeilten Garret Mitchell. 2 sicher geglaubte Punkte (und damit der mögliche Ausgleich zum 3:3) waren dahin. „Hätte halt härter schlagen sollen“, befand Machado trocken. Oder in einem anderen Ball Park. Statistiker haben errechnet, dass Machados Ball in 18 der 30 MLB-Stadien einen sicheren Homerun bedeutet hätte.
Mitchell war es auch, der sein Team im 3. Inning mit einem RBI-Single in Führung brachte. Padres-Star Fernando Tatis glich im gleichen Abschnitt per Homerun aus. Schnell war aber klar. Die Padres-Schlagmänner kamen mit den Würfen der gegnerischen pitcher überhaupt nicht klar. Am Ende standen mickrige 3 Hits zu Buche, während die Brewers immerhin zehnmal erfolgreich schlugen. Und auch wenn sie (ähnlich wie die Braves) reichlich unproduktiv waren, brachten sie doch im 5. und 6. Inning 2 punkte ins Ziel.
Dass das 3:1 nach dem 6. Inning dann tatsächlich bis zum Schluss Bestand hatte, lag am überragenden Bullpen der Brewers (so etwas wie das Leitmotiv der gesamten Baseball-Nacht).
Traumpaarung im NLCS
Statt Spiel 5 gegen San Diego steht nun für die Milwaukee Brewers in den Conference Series der National League (NLCS) die ultimative Herausforderung statt. Die Best-of-7-Serie gegen die LA Dodgers, den Titelverteidiger und bei allen Buchmachern auch der erneute Titel-Favorit. Es ist auch die Revanche für die vergangene Saison, als allerdings insgesamt viel zu nervöse und fehlerhafte Brewers keine Chance hatten und keine einzige Partie gewannen. Sie sind in diesem Jahr allerdings gereift, haben endlich auch mal wieder in der Fremde eine Play-off-Partie gewonnen. Obs dann reicht, wir werden es sehen. Ab Sonntag erst mal in Milwaukee, wo auch ein mögliches siebtes und entscheidnedes Spiel stattfinden würde.
Ansetzung
Do., 02:00: White Sox – Guardians (2:1)
von Münchner Löwe | Okt. 6, 2026 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Jeweils die zweite Partie der 4 Best-of-5-Serien der Divisional Series sind absolviert, doch nur eine ist geteilt. Ausgerechnet der Titelverteidiger Los Angeles Dodgers hat nach gewonnenem ersten Spiel die zweite Begegnung gegen die Atlanta Braves verloren.
NL: Milwaukee Brewers – San Diego Padres 4:3 (Stand: 2:0)
Wenn sich die Padres bisher auf einen Mann verlassen konnten, dann auf ihren überragenden Closer Mason Miller. Closer, dass sind die besonders wurfkräftigen Männer, die am Ende der Partie den Vorsprung in einen Sieg ummünzen, und Miller gilt als der beste seiner Zunft. Und so verbuchte wahrscheinlich jeder außer ein paar sehr optimistische Brewers-Fans den Sieg für San Diego, als es beim Stand von 3.2 ins letzte und entscheidende Inning ging.
Dann passierte das Unvorstellbare. Mason Miller bekam die Flatter. Gleich mit drei Walks lud er die Bases. Als für die Brewers Jackson Chourio an den Schlag kam, hätte die Spannung nicht größer sein können. Geladene Bases bei 2 Outs. Pitchcount 2 Balls und 2 Strikes. Den nächsten Pitch erwischte Chourio zu einem unerreichbaren Single, und seine Mitspieler Christian Jelich und Sam Frelich kamen ins Ziel und drehten mit ihren Runs das Ergebnis. 4:3 für die Brewers, und die zuvor schon sehr ernüchterten Zuschauer (in der Bierstadt Milwaukee bestimmt nicht mehr nüchtern) drehten komplett durch und feierten eine nicht mehr erwartete Siegespartie. Die Überraschungsfeste sind aber sind, wie jedermann weiß, die allerschönsten. Mit 2:0 und breitester Brust fahren die Brewers nun nach San Diego, wo heute Nacht unserer Zeit die 3. und vielleicht letzte Partie dieser Serie ansteht.
Chourio aber avancierte zum 2. Mal zum Matchwinner gegen San Diego. Schon in Spiel 1 hatte der venezolanische Weltmeister einen 2-Run-Homer geschlagen und zudem den obskuren Decken-Abpraller gefangen.
NL: Los Angeles Dodgers – Atlanta Braves 2:3 (1:1)
Die erste Überraschung zumindest für mich schon die Aufstellung de Dodgers. nicht Yonishibo Yamonmoto stand als Starting Pitcher auf dem Mound, sondern Blake Snell. Also nicht der überragende Japaner, der im vergangenem Jahr für 3 Siege in den World Series verantwortlich war.
Die Braves brachten Snell schnell in Bedrängnis, luden schon im 1. Inning die Bases, brachten aber letztlich nur einen Run auf die Anzeigentafel. Auch in den folgenden Innings hatte Snell Probleme mit der Strikezone, so dass Team-Manager Dave Roberts seinen Starting Pitcher schon nach 3.2 Innings bei insgesamt 5 Walks und 3 Hits vom Mound nahm und dem Bullpen (Ersatzwerfern) das Vertrauen schenkte, die aber vielleicht die einzige Schwäche im Luxuskader der Kalifornier sind.
Immerhin: Im 4. Inning glich Freddie Freeman mit einem Solo-Homerun für die Dodgers aus, Kyle Tucker und Andy Pages kamen danach auf die Bases 1 und 2 bei nur einem Out. Doch der eingewechselte Releive Pitcher Grant Holmes bereinigte die Situation ohne weiteren Schaden.
Das sollte sich aus Sicht der Dodgers rächen: Nach einem Wild Pitch im 5. Inning sprintete Michael Harris von der 3. Bases aus ins Ziel, und im 7. Inning erhöhte erneut Harris mit einem RBI-Double auf 3:1. Max Muncy schaffte zwar im 9. Inning mit einem Homer noch den 2:3-Anschluss, doch das war zu wenig.
Yamamoto wird heute in Atlanta in Spiel 3 für die Dodgers werfen. Auf der Gegenseite steht der in der Wild Card gegen Philadelphia überragende Chris Sale.
AL: Cleveland Guardians – Chicago White Sox 3:4 (0:2)
Eine brillante Leistung von Releive Pitcher Sean Burke ebnete den Sieg für die White Sox, die nur noch einen Erfolg vom Conference Finale entfernt sind. Im 3. Inning kam er ins Spiel (schon als 3. Pitcher seines Teams). Was er danach vollbrachte war außergewöhnlich. In 5.1 Inning ließ er nur noch einen einzigen Run zu, bei nur einem Hit und einem Walk zu. Ansonsten brachte er die Guardians-Schlagmänner zur Verzweiflung.
2:0 hatten die Gastgeber geführt, und ihr Starting Pitcher Gavin Williams hatte zunächst keine Mühe und in ließ in den ersten 5 Innings nur einen Run zu zum 1:2-Anschluss. Im 6. Inning allerdings war nach einem Single Schluss für ihn, ob zu früh, darüber werden in den nächsten tagen die Experten diskutieren. Sein Ersatz Erik Sabrowski, normalerweise sehr verlässlich, erwischte einen furchtbaren Abend und wackelte bedenklich. Es war dann Braden Montgomerys Double, der Chicago 2 Punkte zur 3:2-Führung brachte, und unmittelbar danach erhöhte Chase Meidroth mit einem RBI-Single auf 4:2.
Dem hatten die Guardians nichts mehr entgegenzusetzen, eben weil Sean Burke so großartig pitchte und Closer Grant Taylor ebenfalls nichts mehr anbrennen ließ.
Am Mittwoch gehts in Chicago weiter, das Stadion ist ausverkauft. Nach langen Jahren des Darbens (negativer Höhepunkt: 2 Saisons mit 100+ Niederlagen) dürsten die Whitesox-Fans nach erfolgreichem Baseball.
Tampa Bay Rays – New York Yankees 5.2 (2:0)
Cam Schlittler konnte es dann auch nicht richten. Nachdem der Yankee-Ptcher in der Wild-Card-Runde gegen Boston brilliert hatte, erwischte er einen extrem bescheidenen Tag, einen der schwächsten in dieser Saison. Wenig hilfreich war allerdings eine katastrophale Yankees-Veteidigung, die insgesamt gleich 5 Errors fabrizierte, so viele wie noch nie in einem Play-of-Spiel. Das zeigt auch die offizielle Statistik. 4 Runs musste Schlittler hinnehmen, allerdings werden ihm nur 2 angerechnet (Earned Runs), die anderen beiden geschahen durch fürchterliche Fehler im Fielding. Jener Disziplin, die oft vernachlässigt wird, die aber doch so entscheidend ist, um Spiele zu gewinnen.
Richtig ist allerdings auch, dass Schlittler von Beginn an nicht so souverän wirkte wie bisher in dieser Saison. Kaum ein Inning, in dem nicht einer oder mehr Rays auf den Bases erschienen. Ein Treppenwitz, dass es nach 4 Innings nur 1:1 stand, weil Ben Rice, der einzige Yankee mit Offensiv-Power, einen Homerun schlug und die Rays-Führung aus dem 1. Inning ausglich.
Im 5. Inning alledings brachen die Yankees-Dämme, und Schlittler wurde mitgerissen: Gleich 4 Runs brachten die Rays auf die Anzeigentafel. Dass war die Entscheidung im außergewöhnlich stimmungsvollen Tropicana Field. Zwar drosch Ben Rice einen weiteren Ball über den Zaun, der Rest des Teams war aber offensiv nicht zu sehen. Außer die beiden Homeruns von Rice standen nur noch zwei Hits und 2 Walks zu Buche.
Ansetzungen
Mi., 00:00: Braves – Dodgers (1:1)
Mi., 03:30: Padres – Brewers (0:2)
Mi., 22:00: White Sox – Guardians (2:0)
Do., 00:00: Braves – Dodgers
Do., 02:00: Yankees – Rays (0:2)
Do., 04:00: Padres – Brewers (wenn nötig)
von Münchner Löwe | Okt. 5, 2026 | bundesliga, Fußball, Tennis, Wochenvorschau
Für mich am spannendsten sind die Play-offs in der MLB und WNBA, mit denen ich mich aber in gesonderten Texten beschäftigen werde. Ansonsten kehrt am Wochenende der Liga-Fußball zurück. Und Alexander Zverev kann beim Turnier in Schanghai weiteren Boden auf den verletzungsbedingt pausierenden Jannik Sinner gutmachen
Hält Dortmunds Tabellenführung?
4 Spiele, 4 Siege, so lautet die zumindest zahlenmäßig optimale Ausbeute des BVB zum Saisonstart. Als einiges Bundesliga-Team beklagt die Truppe noch keinen Punktverlust. Schon am Freitag treffen die Dortmunder zu Hause auf Werder Bremen, eine durchaus machbare Aufgabe. Komplizierter hats da schon der Titelverteidiger. Der FC Bayern spielt am Samstag beim FC Augsburg: jenem Team also, das den Münchner in der vergangenen Spielzeit die einzige Niederlage zufügte (allerdings war das in der Münchner Arena).
Nominelle Top-Paarung des 5. Spieltags ist die Begegnung RB Leipzig vs Eintreacht Frankurt (Sa., 18:30), vom Tabellenstand mittelmäßiger könnte es kaum sein (Neunter gegen Zehnter).
Zverevs Aufholjagd setzt sich in Schanghai fort
Nach 2 Grand-Slam-Siegen hat der Tennis-Profi für 2026 noch ein klares Ziel: Platz 1 in der Weltrangliste. Beim Masters in Schanhai kann der Hamburger diesem Ziel ein erhebliches Stück näherkommen, da der Noch-Inhaber Jannik Sinner wegen seiner Knieverletzung weiter pausieren muss. Ganz einholen kann Zverev den italiener in China allerdings noch nicht, aber der Machtwechsel dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, denn in der Jahreswertung führt Zverev schon mit 810 Punkten.
Zverev ist in Schanghai als Nummer 1 gesetzt, bekommt es zum Auftakt mit einem Qualifikanten oder Lucky Loser zu tun. Außer Sinner ist die gesamte Welt-Elite in Schanghai am Start.
Zuvor werden aber bis Dienstag noch die Turniersieger in Peking und Tokio ermittelt. Das Finale in Tokio bestreiten carlos Alcáraz und Jiri Lehecka, jenes in Peking Alex De Minaur gegen Novak Djokovic oder Daniil Medwedew. Djokovic eliminierte gestern im Viertelfinale Zverev, das Turnier in der chinesischen Hauptstydt liegt dem Altmeister aus Serbien extrem, und dort lieben ihn die Zuschauer.
Und sonst?
- Internationale Ligen, England: Im Schatten des Finanz-Skandals um Manchester City (offenbar ein Betrug in Höhe von 1 Milliarde Euro) und dem Warten auf die angemessene Bestrafung versucht die Premier League die Saison-Fortführung. Besagtes City grüßt als verlustpunktfreier Tabellenführer. Die Partie am Sonntag beim FC Liverpool (17:30) wird allerdings ein echter Prüfstein.
Spanien: Der FC Barcelona kennt sich mit Finanz-Trickereien (bisher allesamt ungeahndet) bestens aus (Schulden in Höhe von weit mehr als 1 Milliarde Euro). Ubeeindruckt zieht Barca schon früh in der Saison fast einsam seine Kreise und fasziniert durch herrlichen Angriffs-Fußball. Mir fehlt die Fantasie, dass ausgerechnet Rayo Vallecano im Camp Nou zum Stolperstein wird (Sa., 18:30). Zumindest von Namen her schwieriger hats da schon Real Madrd zu Hause gegen Real Villarreal.
- Tennis: Die Frauen bestreiten ein erstklassig besetztes Turnier in Peking. Allerdings sind die zwei Top-Gesetzten Lena Rybakina und Aryna Sabalenka schon vor dem Achtelfinale ausgeschieden. Zumindest nominell „best of the rest“ ist Coco Gauff (Nummer 3) vor French-Open-Siegerin Mirra Andreewa (4), doch das Feld ist zurzeit extrem unbeständig, sodass Vorhersagen nahezu unmöglich erscheinen.
- Formel 1: Nach Malaysia ist vor Singapur. Im Stadtstaat bestreitet die Königsklasse am Sonntag ihr nächstes Rennen. Kimi Antonelli hat weiter einen beruhigenden Vorsprung von 86 Punkten auf Mercedes-Teamgefährte George Russell.
- Basketball: Nur ein Spieltag in dieser Woche in der Euroleague. Der FC Bayern empfängt am Donnerstag (20 uhr) Virtus Bologna. Schon am Samstag (16 Uhr) folgt für die Münchner in der BBL der Auftritt bei den Niners Chemnitz.
- Motorrad: WM-Läufe in allen Klassen am Wochenende in Mandalika/Indonesien. In de MotoGP füjrt Jorge Martin (333 Punkte) vor seinem spanischen Landsmann Marc Marquez (301). Wie immer stehen am Samstag ein Sprint und am Sonntag das klassische Rennen auf dem Programm.
von Münchner Löwe | Okt. 4, 2026 | Fußball
Bisher hat Jürgen Klopp so getan, als ginge ihn der Ausgang der ersten Spiele seiner Amtszeit als Bundestrainer nichts an, als interessierten ihn die Ergebnisse nicht. Obwohl diese Partien sogar zu einem offiziellen Wettbewerb gehören, der mehr oder weniger wohlgelittenen Nation League. Klopp tat jedenfalls einiges, um das Desinteresses zu verdeutlichen: die 44 berufenen Profis, die ohne große (zumindest mir erkennbare) Logik in zwei etwa gleichstarke Teams aufgeteilt wurden, die jeweils zwei Partien bestreiten sollten. Das lustige Wechselspiel, vor dem nicht mal der nominelle Kapitän Joshua Kimmich gefeit war, der nach 2 Spielen abreisen musste wie eben der Großteil des 1. Teams. Man durfte Klopp abnehmen, dass die vier Spiele Ende September/Anfang Oktober wirklich nur ein Casting unter Wettkampf-Bedingungen seien. Dementsprechend zahm fielen die Reaktionen und Kritiken nach dem eher desaströsen 0:1 gegen Griechenland aus.
Jetzt aber ist plötzlich alles ganz anders. Heute Abend steht in Thessaloniki das Rückspiel gegen Griechenland an. Da will Klopp keineswegs verlieren, wie er bekannte. Denn eine Niederlage würde wahrscheinlich schon das Aus in der Nation League bedeuten, weil dann die ersten beiden Gruppen-Plätze hinter Griechenland und Holland kaum mehr zu erreichen sind. Und so umstritten der Wettbewerb ist: Es schmückt schon, wenn man in der K.-o.Runde steht und sich mit weiteren Hochkarätern messen darf.
Deshalb rückt Klopp von seinem fröhlichen Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel ab. Zu spüren bekommt das Finn Dahmen. Jener Torwart des FC Augsburg, der zwar als einer der wenigen in beiden Klopp-Kadern stand, der bisher aber nur auf der Bank saß. Die allgemeine Erwartung war also, dass er in Griechenland das Tor hüten würde (oder gar der ebenfalls nominierte Joel Atubolo). Doch daraus wird nichts, denn Jonas Urbig wird in Saloniki spielen. Die nächste Torwart-Verarsche im Nationalteam zu Gunsten eines Münchners, nachdem Oliver Baumann vor der WM wie der letzte Dreck behandelt wurde, als Julian Nagelsmann plötzlich Manuel Neuer vorzog
Jener Urbig stand schon am Donnerstag in München im Tor und hielt mit einer tadellosen Leistung die Null beim 2:0-Erfolg. Also aus rein sportlicher Sicht ein durchaus nachvollziehbarer Schritt von Klopp. Nur die Begründung, die finde ich erbärmlich und klingt nach fauler Ausrede. Er wolle Urbig Spielpraxis verschaffen, weil er beim FC Bayern eben nicht spielt, sagte der Coach und lachte selbst über den schlechten Witz. Dort stellt nämlich Trainer Vincent Kompany Jonas Urbig ins Tor, sondern Manuel Neuer erhält den Vorzug. Nicht weil dieser besser ist, sondern weil er die Neuer-Lobby im Club hat, gegen die nicht mal ein Kompany vorzugehen wagt.
Klopp betonte noch, es sei keinerlei Vorentscheidung im Kampf um die Nummer 1 gefallen, doch diese Lüge ist augenscheinlich (und sogar ein Friedrich Merz würde wahrscheinlich Rot werden vor Scham). Denn alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Urbig tatsächlich die Nummer 1 im Nationaltor sein wird, spätestens 2027, wenn der dann 42-jährige Neuer tatsächlich zurückgetreten sein sollte und Urbig dessen Platz auch im Bayern-Kasten einnimmt. Wirklich schade, dass Klopp zu feige ist, Farbe zu bekennen und nicht für seine Entscheidung einsteht. Verdient hätten es alle Beteiligten, am meisten alle betroffenen Torhüter.
von Münchner Löwe | Okt. 4, 2026 | Allgemein, MLB
Blick über den Teich, MLB
Der erste Spieltag der Divisional Series ist immer auch ein Festtag für alle Baseball-Fans. Diesmal samt einer Absurdigät/Kuriosität), dass eine Hallenbefestigung völlig legal aller Wahrscheinlichkeit nach einen Homerun verhindert hat..
https://www.youtube.com/watch?v=BU8AZLDcg9k
4 Partien über den ganzen Tag verteilt (MESZ von 19 bis 5 Uhr). Die Ausgabe 2026 jedenfalls hat sich gelohnt. 4 durchaus spannende Spiele, die für den Fortgang der jeweiligen Best-of-5-Serien einiges versprechen. Ich ordne es trotz allem chronologisch, und meines Erachtens wurde es von Spiel zu Spiel besser und aufregender (mit dem „Roof-Homerun ganz am Schluss in Spiel 4).
AL: Cleveland Guardians – Chicago White Sox 0:3
Das Duell der beiden Kontrahenten der Central Division, in der sich die Guardians eben knapp den Sieg und damit den Heimvorteil gesichert hatten. Davon ließen sich die Sox allerdings wenig beeindrucken, und das Glück (vor allem Können) in heiklen Phasen stand ebenfalls Pate. Das 3. und 4. Inning überstanden sie trotz geladener Bases ohne Run. Ansonsten hatten die Pitcher das Geschehen weitgehend im Griff. herausragend dabei Grant Taylor, der im 6. Inning ins Spiel kam und in den restlichen 4 Abschnitten nur 2 Hits und keinen Run hinnehmen musste.
Dioe White Sox selbst gingen im 4. Inning durch einen 2-Run-Homerun von Rookie Munetaka Morikami mit 2:0 in Führung, die Colosn Montom mit seinem RBI-Double auf 3:0 ausbaute.
NL: Los Angeles Dodgers – Atlanta Braves 5:3
Die Organisatoren hatten die glänzende Idee, diese Partie in die kalifornische Mittagshitze von weit mehr als 30 Grad anszusetzen (Spielbeginn: 13 Uhr Ortszeit). Der im Sommer verpflichtete Super-Pitcher Tarik Skubal durfte für den Titelverteidiger aus LA gleich beginnen, und er machte seine Sache zunächst hervorragend. Nur einen Hit und 2 Walks ließ er zu, ehe ihm Sean Murphy im 6. Inning einen Homerun um die Ohren schlug (was eben immer passieren kann).
Da stand es aber schon 2:0 für die Dodgers, und im unteren 6. Inning machten sie den Gegenpunkt mehr als wett. Kyle Tucker und Max Muncy schlugen Back-to-Back-Homer, die insgesamt 3 Punkte einbrachten.
Ozzie Albies machte es zwar im 9. Inning zwar noch mal spannend mit seinen 2-Run-Homerun zum 3:5 aus Braves-Sicht, aber der eingewechselte Dodgers-Closer Evan Phillips brachte die Partie ohne weiteren Schaden über die Bühne.
AL: Tampa Bay Rays – New York Ynakees 1:0
Pflichtsieg für die Rays, denn ihr stärkster Pitcher Drew Rasmussen traf auf den vermeintlich schwächsten der Yankees. Wobei Gerrit Cole seine Sache mehr als gut machte, wie die gesamte Yankees-Werfer-Crew. Nur den Homerun von Luis Aranda gleich im 1. Inning ließ er zu.
Dass die Leistung nicht zum Sieg reichte, lag an Drew Rasmussen, der sogar für seine starken Verhältnisse einen außerordentlich guten Tag erwischt hatte. Egal wer ihm gegenüberstand, Rasmussen hatte keine Probleme, was angesichts des knappen Spielstands umso bemerkenswerter ist (beim Stand von 5:0 kann jeder gut aussehen …).
Als Rasmussen nach 8 grandiosen Innings unter großem Jubel das Feld verließ, standen unglaubliche Zahlen auf der Anzeigentafel: Nur 2 Walks und 1 Hit standen da auf der Anzeigentafel. Und nicht einmal der statistische Hit von Austin Wells brachte schaden, weil der übermütige Catcher gleich bis zur dritten Base laufen wollte, die er aber nicht rechtzeitig erreichte.
Closer Bryan Baker ließ im 9. Inning auch nichts mehr anbrennen und schloss die Partie standesgemäß mit 2 Strikeouts und einem Groundout.
Ich hab geschrieben, dass das ein Pflichtsieg der Rays war. Denn jetzt treten für die Yankees die beiden so starken Pitcher Cam Schlittler und Max Fried an. Besser als Cole können sie ihre Sache allerdings auch nicht machen. Wird also aus Yankees-Sicht Zeit, dass die Offensive wieder ins Rollen kommt.
NL: Milwaukee Brewers – Sand Diego Padres 3:2
Der größte Aufreger des Tages kam fast zum Schluss. Ty France trat für die Padres im 9. Inning an den Schlag beim Stand von 2:3. Er traf den Ball voll, der hoch in die Luft flog, und vieles sah nach einem Homerun aus, der die Führung bedeutet hätte. Blöd nur, dass das Dach geschlossen war, und der Ball eine Deckenbegrenzung traf. Nicht nur wurde so der Homerun verhindert, er fiel auch dem Outfielder Jackson Chourio in den Fanghandschuh. Statt 4:3 und einem Out für die Padres stand es also weiter 2:3 und 2 Spieler waren Out. Alles wurde regelkonform entschieden (ich will das an dieser Stelle nicht länger ausbreiten, aber in alle Kürze: Wenn die Deckenbegrenzung über dem Feld getroffen wird, geht es weiter, als sei nichts geschehen).
So brachten die Brewers eine Partie nach Hause, die für sie alles andere als optimal begonnen hatte. Schnell stand es 2:0 für die Padres. Zudem hatte ihr überragender Werfer Jakob Misiorowks zunächst erhebliche Probleme und brauchte allein in den ersten beiden Innings gleich 57 Würfe (normal sind etwa 15 pro Inning). Vor allem deshalb musste er schon nach 4 Innings vom Feld, aber die Brewers-Reliever machten ihre Sache recht gut und ließen bem Stand von 2:2 keinen weiteren Run zu.
Zum Matchwinner avancierte so Wilson Contreras, der im 7. Inning den Ball zum 3:2 über den Zaun beförderte. ZUvor hatte im 3. Inning Jackson Chourio mit seinem 2-Rund-HOmer die 2:0-Führung de Padres ausgeglichen.
Ansetzungen heute
22:00: Brewers – Padres (1:0)
02:00: Dodgers – Braves
Ansetzungen morgen
23:00: Guardians – White Sox (0:1)
02:00: Rays – Yankees (1:0)
Weiters (jeweils 3. Spiel)
Mi., 00:00: Braves – Dodgers
Mi., 03:30: Padres – Brewers
Mi., 22:00: White Sox – Guardians
Do., 02:00: Yankees – Rays
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