von Münchner Löwe | Juni 1, 2026 | basketball, Eishockey, WM, Wochenrückschau
Titelverteidigung für PSG, Triumph für Finnland im Eishockey-„Feindes“-Land und ein bemerkenswerter Europarekord eines deutschen Hindernisläufers.
Sieg für PSG – und den Fußball
PSG brauchte im Champions-League-Finale gegen Arsenal in Budapest ein Elfmeterschießen, und doch war der Erfolg mehr als verdient. Der französische Meisetr nämlich wollte Fußball spielen, der englische Titelträger nur Fußball verhindern. Die Londoner liefeeten nach ihrer frühen Führung durch Kai Havertz eine veritable Abwehrschlacht, auf die jeder italienische Catenacchio-Trainer stolz gewesen wäre. Zeitspielen, wo es geht, bei jdem Einwurf, jdem Freistoß, zwei eng gestaffelte Fünferkette vorm eigenen Strafraum. Effektive Zerstörung, denn den französischen Ballkünstlern fiel wenig ein gegn dieses Bollwerk. Es brauchte schon einen Foulelfmeter nach einem eher täppischen Einsatz von Mosquera gegen Kvaratskelia; so täppisch und unbeholfen, dass der vorzügliche deutsche Schiedsrichter Daniel Siebert sogar auf die in solchen Fällen obligatorische Gelbe Karte verzichtete (die Gelb-Rot und Platzverweis bedeutet hätte). Ousmane Dembélé verwandelte sicher. Danach änderte sich an der Verteiddijgungshaltung von Arsenal wenig, so dass es nach torloser und auch recht ereignisloser Verlängerung ins Elfmeterschießen ging.
Dort schoss zunächst Arsenals Eze am Tor vorbei, Nuno Mendez scheiterte and Arsenal-Schlussmann Raya. Als letzter musste das Arsenals Abwehrass Gabriel antreten – und jagte den Ball in die Wolken: Triumph für PSG, Tragödie für Arsenal. Während fast alle Franzosen in ihre Fankurve stürmten, um zu feiern, eilte ihr Abwehrchef Marquinos zu seinem brasillianischen Landsmann, um ihn zu trösten. Wahrer Sportsgeist eines großen Sportsmannes – und das bestimmt nicht nur im Hinblick auf die gemeinsame WM in zehn Tagen mit der Selecao.
Erneut scheitert die Schweiz im Finale
Bei der Heim-WM sollte es endlich mit dem Titel klappen für die Eidgenossen. Acht zum Teil beeindruckende Siege hatten sie auf dem Weg isn Finale gefeiert vor stimmungsvollen Zuschauern in Zürich. Darunter auch in der Vorrunde gegen den Endspielkontrahenten Finnland (3:2). Es entwickelte sich eine extrem intensive Partie, sehr unterhaltsam trotz fehlender Tore. 0:0 stand es nach 60 Minuten, die Verlängerung musste entscheiden. Plötzlich aber nur noch bei 3 gegen 3 Spieler (anstatt 5 vs 5), das ist eine völlig andere Sportart mit viel weniger Körperkontakt. Nach 10 Minuten Schlagabtausch mit Bedacht (nur nicht in einen Konter laufen), schnappte sich der junge Konsta Helenius die Scheibe, zog an einem Abwehrmann vorbei und schlenzte das Spielgeraät unhaltbar in die Maschen. Grenzenloser Jubel bei den Suomis, die zuletzt 2022 den Titel geholt hatten. Große Betrübnis bei den Schweizern. Zum dritten Mal hintereinander hatten sie ein Endspiel erreicht, zum dritten Mal blieben sie ohne eigenes Tor. Das boshafte Wort der „Zweitgenossen“ macht die Runde. Despektierlich und unangebracht für ein Team, das zuvor mit sehr schönem Eishockey (aber auch mit überrtriebener Härte/Meier) beeindruckt hatte.
Dem deutschen Team blieb in der K.-o.-Runde nur die Zuschauerrolle. um Verhängnis wurde die völlig überflüssige 0:2-Niederlage gegen Lettland. Wenig Werbung für die Heim-WM im kommenden Jahr. Eine Premiere feiete dagegen Norwegen. Durch das 3:2 nach Penaltyschießen gegen Kanada holten sich die Skandinavier die erste WM-Medaille überhaupt.
Frederik Ruppert bleibt unter den magischen 8 Minuten
Ein deutscher Läufer schreibt Geschichte. Frederik Ruppert brauchte beim Diamond-League-Meeting in Rabat für die 3000 Meter Hindernis nur 7:57,80 Minuten und stellte damit einen fulminanten Europarekord auf. Als Erster von Alten Kontinent blieb er unter den magischen 8 Minuten, die über diese Strecke bisher nur Afrikaner unterboten hatten. „Es ist ein großartiges Gefühl, wenn sich all diese harte Arbeit endlich auszahlt“, sagte Ruppert, der vor Jahresfrist an gleicher Stelle schon mit 8:01,49 Sekunden und damaligen nationalen Rekord auf sich aufmersam gemacht hatte.
Zum Sieg reicht es allerdings nicht. Den sicherte sich der marokkanische Olympiasieger Soufinae Bakkali, der im Endspurt ds bessere Ende für sich hatte (7:58,41/WJB).
Ruppert ist damit zurzeit der einzige Deutsche Mann mit einem Europarekord in der Leichtathletik – und ein ganz heißes Eisen für die EM im Sommer.
2 Schweizer Siege im Mehrkampfmekka
Das Meeting in Götzis erfreut sich seit Jahrzehnten reiseiger Beliebtheit. Auch diesmal kamen zahlreiche Weltklasse-Athleten ins Mösle-Stadion nach Vorarlberg. Am Ende hatten zwei Schweizer die Nase vorn, jeweils mit nationalem Rekord und Jahresweltbestleistung. Bei den Frauen siegte Annik Kälin mit 6726 Punkten, bei den Männern lag Simon Ehammer mit 8778 Zählern knapp vor dem Deutschen Weltmeister Leo Neugebauer. Ehammer schaffte dabei im Weitsprung mit 8,51 eine neue Bestleistung während eines Zehnkampfes.
Und sonst?
- Fußball: Die deutsche Nationalmannschaft gewann den vorletzten Test vor der WM in Nordamerika mit 4:0 gegen Finnland. Denis Undav war dabei zweimal erfolgreich, zudem trafen Florian Wirtz und Jamal Musiala. Finnland ist allerdings wahrlich keine Fußball-Großmacht, sondern im Eishockey (siehe oben). Weil die Partien gleichzeitig stattfanden (welch grandiose Planung) schauten einige Ersatzspieler per handy aufs Geschehen in Zürich. Wahrscheinlich wie ein Großteil der Suomis zu hause eher Eishockey verfolgt hatten und nicht die Fußballer.
- Handball: Die MT Meslungen feiete den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Im Finale der European League in Hamburg setzte sich das GTeam gegen den deutschen Kontrahenten THW Kiel durch.
- Basketball: Heimsiege zum Auftakt der BBL-Halbfinals. Der FC Bayern gewann durch ein starkes letztes Viertel mit 83:78, Alba Berlin setzte sich mit 105:86 gegen die Baskets Bamberg durch. Schon heute jeweils die zweiten partien, wieder in München und Berlin.
- Radsport: Triumphfahrt für Vingegaard: Der Däne sicherte sich souverän den Giro d’Italia, die zweitwichtigste Rundfahrt hinter der Tour. Am Ende hatt er mehr als 5 Minuten Vorsprung auf den Ösgerreicher Felix Gall, der für das beste Ergebnis seines Landes bei einer der drei großen Rundfahrten feierte. 5 Etappensiege feierte Vingegaard in den Bergen, fünfmal vor Gall. Jetzt ist die Tour de France das große Ziel des Dänen, dort allerdings wartet mit Tadej Pogacar ein Konkurrent ganz anderer Qualität, nichts für ungut, Herr Gall.
von Münchner Löwe | Mai 18, 2026 | Fußball, Golf, Tennis, Wochenrückschau
Viele Entschedungen auf Europas Fußball-Plätzen, Jannik Sinners Erfolgslauf geht weiter, und Matti Schmid katpaultiert sich in die Golf-Elite.
Gebrochene Herzen aus Edinburgh
Die Hearts of Midlothian haben es nicht geschafft. In einem Herzschlagfinale (sic) im Glasgower Parkhead-Stadium unterlagen sie Celtic mit 1:3, ein Remis hätte zum Titel gereicht. Der Treffer zum 1:2 kurz vorm Ende, als Daizen Maeda ein Zuspiel verwertete. Ganz kurze Zeit noch Hoffnung, ob es nicht Abseits gewesen wäre, war es nicht, und ein Konter aufs leere Tor beseitigte letzte Zweifel.
Es blieben: gebrochene Herzen. Nicht zur bei den Herts-Fans, sondern wohl bei jedem neutralen Betrachter. Denn die Hearts hätten Geschichte schreiben können. Seit 1985 nämlich geht der schottische Meistertitel immer nach Glasgow, entweder zu den Celtics (mit Edelfan Rod Steward) oder zu den Rangers. Der FC Aberdeen, damals mit dem späteren Sir Alex Ferguson auf der Bank, war der letzte Meister aus Nicht-Glasgow. Die Hearts selbst warten gar seit 1960 auf den Titel.
Dabei spielte das Team aus Edinburgh eine fantastische Saison, führte schon souverän die Tabelle an, bis die Celtics eine Auholjagd starteten. Große Aufregung gab es am Mittwoch über einen mehr als umstrittenen Handelfmeter für die Boys in Green bei der Partie in Motherwell, der den Celtics in letzter Sekunde den Sieg einbrachte. Offenbar hatten sich die Götter (oder doch die Schiris?) gegen das moderne Fußball-Märchen entschieden. Die Romantiker unter uns Fans seufzen laut auf.
LASK schafft das Double
In Österreich dagegen holte sich ein sehr lange titelloser Traditionsclub die Meisterschaft. Der Linzer ASK, allgemein als LASK bekannt, ließ sich die einmalige Chance nicht mehr entgehen und siegte bei Austria Wien mit 3:1. Was für ein Erfolg auch Trainer Didi Kühbauer, der nach dem kapitalen Fehlstart der Oberösterreicher das Traineramt übernommen hatte. Dem Titelverteidiger Sturm Graz blieb nur Rang 2, dem einstigen Dauermeister RB Leipzig gar der dritte Platz. Der Lask hatte schon vor anderthalb Wochen durch einen 4:2-Finalsieg über Hartberg den Pokal gewonnen. Wieder das Double, wie zuletzt 1965 bei den letzten Titeln.
Saisonabschluss in Deutschland
Die mit Spannung erwartete Abstiegstrielle entschied der VfL Wolfsburg für sich. Die VW-Städter gewannen im direkten Duell bei St. Pauli mit 2:1 und ergatterten noch den Relegationsplatz. St. Pauli muss den Gang in die 2. Liga antreten – ebenso wie der 1. fC Heidenheim, de zu Hause mit 0:2 dem FSV Mainz 05 unterlag. Wieder hat Mainz auswärts eine Saison-Abschlussparty gecrasht, wie 2023, als man ein mit einem 2:2 bei Borussia Dortmund dessen Meisterschaft versaute.
Erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist der SV Elversberg. Die Saarländer sind das insgesamt 59. Team im Oberhaus und das viere ausihrem Bundeslgan (zuvor Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg). 13.000 Einwohner hat das Städtchen, allerdings weder einen Bahnhof noch einen Rathausbalkon.
In einem dramatischen Saisonfinale sicherte sich der SC Paderborn den 3. Platz und die 2 Relegationspartien gegen Wolfsburg. Hannover 96 nämlich kam in einer hin und her wogenden Patie nicht über ein 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg hinaus.
Zum Drama wurde der Abstiegskampf der 2. Liga. Die SpVgg Greuther Fürth schaffte das Wunder und erklomm wenigstens noch einen Relegationsplatz (gegen Rot-Weiß Essen). Mit drei Toren Unterschied mussten sie gewinnen, um fortuna Düsseldorf noch abzufangen, 3:0 stand es zur Pause. Am Ende stürmte die Fortuna mit Man und Maus und Torwart, es war umsonst. Eine anfangs normale, später unglückliche Saison hat ein desaströses Ende gefunden. Lehrbeispiel, das sich Trainerwechsel nicht immer lohnen, denn das Unheil nahm erst so richtig Fahrt auf, als erst die herren Anfang und später Ende das Traineramt übernommen hatten.
FC Energie Cottbus wieder in der 2. Liga
Disclaimer: Zu den Lausitzern habe ich ein besonderes Verhältnis. Als Journalist habe ich den Verein 12 jahre lang sehr intensiv begleitet. Und so freut es mich auch als Münchner ungemein, dass der FC Energie wieder in der 2. Bundesliga ist. Den letzten Schritt machte das Team mit dem exaltierten Trainer Claus-Dieter Wollitz am Samstag mit dem 1:0 bei jahn Regensburg. 8000 Brandenburger waren mitgefahren.
Ich kenne Wollitz sehr gut. So wild (manche sagen: schrecklich) er sich manchmal auf dem Fußballplatz (besser an der Seitenlinie) aufführt, so freundlich und nachdenklich machen ist er im persönlichen Gespräch. Immer ein Mann der klaren Worte, der gerne auch die Missstände anprangert, weil er sich und den Verein von Stadt und Land nicht genug gewürdigt fühlt. Erstmals wurde Wollitz im Jahr 2009 Trainer beim FC Energie, seitdem coacht er (mit Unterbrechungen) den Club.
Herausragender Spieler von Cottbus ist Tolcay Cigerci. Der Türke ist mit Abstand der beste Akteur in der 3. Liga und trug wesentlich zum Aufstieg bei. Ich bin sehr gespannt, ob das auch in de 2. Liga so gut klappt. Ich erlaube mir, die Daumen zu drücken.
Sinner, immer wieder Sinner
Die beängstigende Serie der Nummer 1 im Tennis fand in seinem Heimatland ihre Fortsetzung. Im Finale des Masters von Rom setzte sich der Italiener in 2 Sätzen gegen den Norweger Carsten Ruud durch. Damit gelang ihm der sechste masters-Triumph hintereinander und der fünfte in diesem jahr. In diesen sechs turnieren hat er nur 2 Sätze abgegeben, einen davon im Römer Halbfinale gegen Daniil Medwedew. Ausgerechnet Rom hatte noch in der Masters-Sammlung gefehlt. Er hat nun bei allen zurzeit ausgetragenen Veanstaltungen mindestens einen Titel gewonnen. Das hat nicht mal die Legende Novak Djokovic geschafft. So eine Überlegenheit gab es noch nie, und deshalb fährt er auch als haushoher Favorit nach paris zu den French Open ab nächsten Sonntag. Zumal sein vermeintlich härtester Konkurret Carlos Alcáraz weiter verletzt passen muss. es wird also keine Wiederholung des großartigen Finals 2025 geben, als sich der Spanier in einer eipischen partie nach Abwehr von 3 Matchbällen durchsetzte.
Bei den Frauen gewann die Ukrainerin Lena Svitolina das Finale gegen die US-Amerikanerin Coco Gauff und sicherte sich ihren ddritten Römer Titel und den 20. Turniersieg überhaupt.
Matti Schmid kratzt am Sieg
Am letzten Tag der PGA Championships im US-Staat Pennsylvania, dem 2. Golf-Major-Turnier des jahres, lag der Deutsche zeitweise sogar allein in Führung. Doch zum Sieg reichte es dann doch nicht. zum einen, weil er selbst einige Bälle nicht nach Wunsch traf, die dann unglücklich landeten. Vor allem aber, weil ein Spieler plötzlich über sich hinauswuchs und das bis dato fast einmalig eng beieinande liegende Feld förmlich sprengte: Der Engländer Aaron Rai spielte auf den letzten 10 Löchern 6 unter Par und gewann letztlich mit 3 Schlägen Vorsprung auf den Spanier Jon Rahm und Alex Smalley aus den USA. Er ist der zweite Engländer, der bei den PGA Championships triumphierte. Der erste war vor 107 Jahren Jim Barnes, wer erinnert sich nicht …
Rai gilt als fanatischer Arbeiter und ist im Spielerkreis äußest beliebt. In bescheidenen Vehältnissen aufgewachsen, hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Spielgerätn. Als einziger Profi deckt er immer noch seine Schläger mit einer Schutzhülle ab. In diesem jahr gelang ihm bisher wenig Berauschendes, umso mehr war er selbst von seinem Triumph überwältigt und überrascht. Letzte Zweifel daran beseitigte er auf Loch 17 mit einem unfassbaren 21-Meter-Putt. „Sie werden auf der ganzen Anlage nicht einen menschen finden, der ihm den Erfolg nicht gönnt“ fasste Masters-Champions Rory McIllroy die Beliebtheit von Rai zusammen.
Schmid landete auf dem geteilten vierten Platz, sein mit Abstand bestes Ergebnis bei einem Major, das ihm nicht nur etwa 800.000 Dollar einbrachte, sondern automatisch auch eine Einlandung fürs Masters 2027. „Eines der besten Turniere meines Lebens“, resümierte Schmid. Stephan Jäger als geteilter 18. und Martin Kaymer (2014 letzter deutscher Major-Gewinner) als 35. rundeten das für Deutschland erfreuliche Ergbnis ab.
Uns sonst?
- England: Manchester City ist FA-Cup-Sieger. Das Team von Pep Guardiola gewann das Endspiel in Wembley mit 1:0 gegen Clubweltmeister FC Chelsea. Das Siegestor in einem eher dürftigen Finale erzielte der Gnanaer Antoine Semenyo. it einem fantasischen hackentrick.
- Basketball: Zum Auftakt der deutschen Play-offs gab es eine überraschende Niederlage für Alba. Die Berliner unterlagen in eigener halle gegen Vechta mit 89:103. Liga-Primus FC Bayern
- Eishockey: Mit 2 Niederlagen startetgen die deutsche Nationalmannschaft in die Weltmeistetrsdchaft in der Schweiz. Dem 1:3 gegen Finnland folgte am Sonntagabend ein ernüchterndes 0:2 gegen Außenseiter Lettland. 1 Tor in 120 Minuten, das sagt schon viel.
- Leichtathletik: Paukenschlag durch Mohamed Abdilaahi. Der deutsche Langstreckler düpierte zum Auftakt der Diamond League in Schanghai die Weltelite und siegte über 3000 Meter. In 7:25,77 Sekunden pulverisierte er den deutschen Rekord von Dieter Baumann aus dem jahr 1988 (!) um fast 5 Sekunden und stellte zudem eine Weltjahresbestzeit auf.
von Münchner Löwe | Apr. 6, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Überschattetes Testspiel, Pogacars erneuter Triumph und Arsenal muss den zweiten Titel abschreiben.
Nagelsmann macht sich unmöglich
Zwei zumindest vom Ergebnis gelungene Testspiele der deutschen Nationalmannschaft, doch kein Mensch spricht darüber. Schuld daran ist einzig und allein Julian Nchlecht gespielkt“, wetterte der Bundestrainer. Offenbar schwer genervt von Stuttgarter Publikum, das seinen Liebling schon in der ersten Halbzeit vehement forderte. Nagelsmanns Erkenntnis: Auf keinen Fall werde Undav bvei der WM von Beginn an spielen, Kai Havertz und Nick Woltemade hätten klar die Nase vorn. Immerhin: Undav könne dann gegen müd gespielte Gegner auftrumpfen, wie Nagelsmann großmütig konzedierte.
Für mich ist das dennoch eine indiskutable Degradierung des mit Abstand besten Bundesliga-Torschützen, den nafgelsmann beim 4:3 in der Schweiz 90 Minuten auf der Bank versauern ließ. Eine derart vehemente Kritik hat wohl noch nie ein deutscher Siegtroschütze von einem Bundestrainer erhalten. Ohne Not hat dieser ein Riesenfass aufgemacht. Aus verletzter Eitelkeit, weil er eh alles besser weiß. Weil er vielleicht ein guter Trainer ist, aber menschlich fehlt es ihm offenbar an allem. Das zeigte ja schon sein Interview im Kicker vor 3 Wochen, als er mehrere Nationalspieler wie ungehorsame und faule Schüler abkanzelte in eine Deutlichkeit, die in der Öffentlichkeit absolut nichts zu suchen hat. Zwar sprang der Kicker selbst Nagelsmann zur Sete (kein Wunder, nachdem dieser dieses fast obsolet gewordene ehemalige Fachblatt wieder hoffähig und prominent gemacht hatte), aber der allgemeine Tenor war vernichtend. „Du sägst einen Top-Spieler weg“, monierte etwa Stefan Effenberg, sonst im „Doppelpass“ wirklich nicht die Instanz, die das DFB-Team über Gebühr kritisiert. „Einen Spieler, den du vielleicht noch brauchen kannst.“
Wenigstens heizte Undav die hitzige Stimmung nicht weiter auf. „Wir haben gesprochen. Für mich ist alles gut“, sagte der Stürmer am Samstag im Sportstudio. Auf Wiedervorlage dann bei der WM (so diese denn stattfindet bei all den Trumpereien …).
Tadej Pogacar – einfach unschlagbar
Knapp 20 Kilometer vor Ende der Flandern-Rundfahrt musste dann auch der letzte verbliebene Konkurrent abreißen lassen. An einer der vielen giftigen Steigungen distanzierte Tadej Pogacar den Holländer Matthew van der Poel, einen ausgesprochenen Spezialisten dieses Eintages-Klassikers, den er selbst schon dreimal gewonnen hatte. Gegen den Slowenen konnte er nichts ausrichten. Wie zuvor die komplette Weltelite wie die Belgier Remco Evenepoel und Woutvan Aert, die dem Höllentempo nach und nach nichtmehr folgen konnten.
So triumphierte Tadej Pogacar auch beim zweiten Monument des Jahres (nach Mailand-San Remo). In seiner Ausnahme-Form ist es sogar denkbar bis wahrscheinlich, dass er auch die folgenden drei Monumente für sich entscheiden kann (Paris Roubaix am Sonntag, Lüttich-Bastogne-Lüttich noch im Frühjahr und die Lombardei-Rundfahrt m Herbst). Das hat es noch nie dagegen, und dazwischen dürfte auch der nächste Triumph bei der Tour liegen. Pogacar fährt in seiner eigenen Welt, hat mittlerweile überhaupt keine Schwächen mehr, kann zur Not sogar sprinten. Dergleichen hat es im Radsport noch nie gegeben, zumindest nicht seit Eddy Merckx (dem Kannibalen, weil er jedes Rennen gewinnen wollte) – und das ist mehr als 50 Jahre her und war außerdem doping-gefördert, wie wir heute wissen.
Noch nicht einmal von einem roten Licht bei einem Bahnübergang ließ er sich stoppen. 200 Kilometer vor dem Schluss poassierte das zu dieser zeit noch geschlossene Feld sogar eine geschlossene Schranke, was selbstverständlich auch in einem Radrennen strikt verboten ist, ich muss wohl nicht ausführen, warum. Passiert ist Gott sei Dank nicht, aber den Profis droht ein Nachspiel: Geldstrafe und womöglich sogar acht Tage Führerschein-Verbot. Theoretisch wäre sogar eine Disqualifikation möglich, erscheint aber höchst unwahrscheinlich, weil 200 Fahrer sich diesen Fauxpas leisteten. Also eher ein Sturm im Wasserglas.
Ach, Arsenal! der nächste Titel vergeigt
Wenig ist mehr übrig geblieben vom Zauberfußball der Londoner im Herbst, als sie die Premier League aufmischten und die europäischen Spitzenclubs. Zwar führen sie die englische Meisterschaft noch an (sogar relativ komfortabel), aber ihr Spiel macht keinerlei Spaß mehr (boaring Arsenal lebt wieder auf) und ist auch längst nicht mehr so erfolgreich. Am Samstag scheiterten sie im tradtionellen FA-Cup gar an einem Zweitligisten. In einem nur zeitweise packenden Viertelfinale hatte der FC Southampton mit 2:1 die Nase vorn. Allerdings konnte das Spiel am Ostersamstag gar nicht anders ausgehen, wenn ich die Spitznamen bedenke: Hier die Saints (Heiligen), dort die Gunners (Kanoniere), da musste der Fußball-Gott oder eine ähnlich hohe Instanz einfach eingreifen, wobei in de Partie selbst alles mit rechten Dingen zugegangen war (kein Schiri-Betrug, nirgends, das muss man wohl eigens erwähnen).
Southampton trifft nun im Halbfinale auf Manchester City. Das Team von Pep Guardiola demontierte den FC Liverpool und triumphierte mit 4:0. Drei Tore erzielte dabei Erling Haaland, dem die Experten schon eine schwere Krise nachgesagt hatten. Das andere Halbfinale bestreiten der FC Chelsea und Leeds United; beide Partien werden am letzten April-Wochenende im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen (wie auch das Endspiel). Ein schöner Brauch.
Lilli Freischem gewinnt das Schwestern-Duell beim Boat Race
Das Duell Oxford gegen Cambridge, der englische Klassiker, nur „the Boat Race“ genannt. Bei den Frauen mit der Besondeheit, dass zwei Schwestern gegeneinander antraten (zum ersten Mal seit 22 jahren), nämlich die Kölnerinnen Mia (Cambridge) und Lilli (Oxford) Freischem. Oxford hatte die Bugspitze klar vorn nach 6,8 Kilometern auf einer eher unruhigen Themse. Die Eltern verfolgten das Spektakel live vor Ort in extra hellblau/dunkelblau gestrickten Pullovern. Kleiner Trost für Mia: Sie kann auch nächstes Jahr noch mal antreten, während Lilli ihr Chirurgie-Studium beendet. Und Partie kann sie auch feiern, denn die Cambridge-Studenten besiegten Oxford klar.
Und sonst?
- Bundesliga: Der FC Bayern steckte beim SC Freiburg enen 0:2-Rückstand weg (wie übrigens schon im Hinspiel) und siegte dank eines Treffers in der Nachspielzeit der Nachspielzeit des bis dato sehr blassen Lennart Karl mit 3:2. Es war das 100. Tor der Münchner in der Saison, nächsten Samstag dürfte der Bundesliga-Rekord der Münchner aus der Spieltzeit 1971/72 (101) fallen.
Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt weiterhin 9 Punkte, der BVB erzielte seine Tore zum 2:0 beim VfB Stuttgart (mit einem ehe schwachen Undav) mit den ersten Schüssen ebenfalls in der Nachspielzeit.
Im Abstiegskampf wird es für den VfL Wolfsburg eng und enger. Trotz einer 3:1-Führung bei Bayer Leverkusen verlor das Team im Plastico der beiden Werksclubs noch mit 3:6. Neu-Trainer Dieter Hecking tobte über die Schiri-Leistung, die in der Tat einiges zu wünschen ließ (Witz-Elfer für Bayer zum 1:1). Der Rückstand auf Platz 16 (St. Pauli /1:1 beim 1. FC Union) beträgt schon 4 Punkte.
- 2. Bundesliga: Dresden gegen Hertha, und mal wieder wird nicht über Sport geredet, sondern über wildgewordene Männer (es waren wirklich ausschließlich Männer). Fans beider Lager waren über die Zäune aufs Spielfeld geklettert und beschossen sich mit Pyrotechnik. In einer rund 20 Minuten langen Spielunterbrechung drängte die Polizei die Anhänger zurück in ihre Fanblöcke, und die Partie konnte tatsächlich zu Ende gespielt werden; Hertha siegte mit 1:0.
- Spanien: Der FC Barcelona machte einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft. In einem hitzigen Duell behielten die Katalanen mit 2:1 bei Atlético Madrid die Oberhand. Den entscheidenden Treffer „erzielte“ Robert Lewandowski. Viel dafür konnte der Pole nicht, denn der Ball prallte nach einer tollen Abwehr-Aktion von Atleti-Schlussmann Musso an Lewandowksi Schulter und von dort direkt ins Tor. Da Real zuvor seine Partie auf Mallorca mit 1:2 verloren hatte, beträgt der Vorsprung von Barca jetzt schon komfortable sieben Punkte.
- Tennis: Eine Woc he eher zum verschnaufen: Turniersiege holten sich Marie Boukova (in Bogotá), Jessica Pegula (Charleston) sowie Jungstar Mir Jodar (Marrakesch), Mariano Navone (Bukarest) sowie Tommy Paul in Houston. Der Amerikane besiegte im Finale den Argentinier R.A. Burruchaga. Wem dieser Nachname bekannt vorkommt: Richtig. Sein Vater Jorge Burruchaga überwand im WM-Finale 1986 Toni Schumacher zum entscheidenden 3:2 (Unvergessen ZDF-Reporter Rolf Kramer: Toni, halt ihn ! Nein!)
- Tischtennis: Toller Erfolg für Sabine Winter. Bei einem stark besetzten Welt-Turnier in Macau musste sich die Deutsche erst im Halbfinale der späteren Turniersiegerin und Weltmeisterin Sun Yingsha beugen. So weit war eine Europäerin in einem Turnier dieser Kategorie zuletzt vor 11 jahren vorgedrungen (Petrissa Solja). Bei den Männern triumphierte mit Chuqin Wang ebenfalls ein Chinese.
von Münchner Löwe | März 24, 2026 | Biathlon, Fußball, Radsport, Wintersport, Wochenrückschau
Pogacars Husarenstück trotz Sturz
Der Monumenten-Klassiker Mailand-San Remo gehörte zu den ganz wenigen wichtigen Radrennen, die Tadej Pogacar noch nicht gewonnen hatte. Auch am Samstag sah es nicht gut aus für den Slowenen, denn nur 30 Kilometer vor dem Ziel kam er zu Sturz. Doch er bestätigte seine Ausnahmeklasse, holte den Rückstand fast spielend auf und bezwang mit zerrissenem Trikot und beschädigtem Rad gemeinsam mit dem Briten Thomas Pidcock den Anstieg um Poggio als Erster. Nach der rasenden Abfahrt hinunter nach San Remo erwies er sich im Schlussspurt als der Stärkere. Wie sehr ihm der Triumph bei der „Primavera“ am Herzen lag, zeigte sein ausgelassener Jubel, andere Siege nimmt er mittlerweile ja fast gleichgültig zur Kenntnis.
Von den ganz großen Rennen, egal ob Rundfahrt oder Eingtagesklassiker, fehlt Pogacar jetzt nur noch Paris-Roubaix in der Siegessammlung. Jenes Monument in der Hölle des Nordens mit den unberechenbaren Kopfsteinpflaster. Wer den wild entschlossenen Slowenen bei seiner Aufholjagd nach dem Sturz und dem unwiderstehlichen Anstieg zum Poggio gesehen hat, zweifelt nicht daran, dass Tadej Pogacar auch dieses Rennen für sich entscheiden wird, vielleicht schon am 13. April.
Englands Armada – ziemlich gebeutet
Gleich mit sechs Teams waren ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League gestürmt, nur zwei haben diese Runde überstanden, der FC Liverpool gegen Galatasaray und der FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen. Der Rest erlitt Schiffbruch. Vor allem die Auswärtsschwäche in Spanien war eklatant. Ob Manchester City bei Real Madrid (0:3), Tottenham bei Atlético (2:5) oder Newcastle bei Barca (2:7), es hagelte regelrecht Gegentore, was auch die Heimspiele nicht kompensieren konnten. Die Schadenfreude der Konkurrenz kam dann noch hinzu, die schon einen Durchmarsch der Premier League befürchtete angesichts der finanziellen Dominanz.
Sehr souverän löste der FC Bayern die Aufgabe Atalanta Bergamo. Dem 6:1 im HInspiel ließen die Münchner in der heimischen Arena ein 4:1 folgen. In der Form sehe ich den Deutschen Meister als (Mit)Favorit auf den Henkelpott, allerdings wartet jetzt die schwere Aufgabe Real Madrid, wo gerade im Santiago Bernabeu schon so manches Fußball-Wunder (oder überhaupt wunderliches Geschehen?) geschah, wie auch die Bayern leidvoll bestätigen können.
Außerdem habe ich ganz groß den Titelverteidiger auf dem Zettel: Paris St. Germain nahm die Hürde FC Chelsea sehr souverän. In einer Wiederholung des Club-WM-Finals setzten sich die Franzosen mit einem Gesamtscore von 8:2 durch. Offenbar pflegt PSG die Erfolgstaktik von 2025: sich bis zum Frühjahr irgendwie durchschlagen und dann fast unwiderstehlich auftrumpfen.
Kehl muss gehen
Borussia Dortmund wird den Vertrag mit ihrem langjährigen Spieler und jetzigen Sportdirektor nicht verlängern. Nachfolger wird Nils Ole Book, der aus dem völlig unbedeutenden Viertligisten SV Elversberg einen seriösen Aufstiegskandidaten zur Bundesliga formte (nicht allein, versteht sich!). Damit kappte der BVB seinen fast ehernen Grundsatz, nur altgediente Profis in die Teamführung zu integrieren. Frische Luft von außen soll den club-internen Mief und Muff vertreiben. Kehl wurde als Schuldiger einer insgesamt verfehlten Transfer-Politik ausgemacht. So fehlt zurzeit derzeit der Spieler im Kader, den man zu exorbitante Summen verkaufen könnte wie früher Dembélé, Bellingham, Haaland und Aubameyang. Angesichts der vielen Verantwortlichen, die bei den Dortmunder bei Transfers so mitmischen (neben Kehl: Ricken, Sammer, der geschasste Mislintat, vielleicht auch noch Vereins-Chef Watzke), vermag ich nicht zu urteilen, ob gerade Sebastian Kehl der Hauptschuldige ist. Zumal die Saison als ungefährdeter Bundesligazweiter auch nicht als Komplett-Desaster gelten kann.
Und sonst?
- Bundesliga: Für den VfL Wolfsburg wird es im Abstiegskampf enger und enger. Die Niedersachsen verloren zu Hause das direkte Duell gegen Werder Bremen mit 0:1 – nach einer wenig mutmachenden Vorstellung. Der Rückjstand auf den Relegations-Platz 16 (St. Pauli) beträgt schon 3 Punkte und 13 Tore in der Differenz, Rang 15 (1. FC Köln) ist schon fünf Zähler entfernt.
Apropos Köln: Die Rheinländer entschlossen sich vor der Pause wegen Länderspielen zum handelsüblichen Schritt in der Ergebniskrise und feuerten Trainer Lukas Kwasniok. Der trotz Tragens des Kölschen Spielertrikots offebar nie beim sehr eigenen FC angekommen schien. Nachfolger wird zumindest vorläufig der bisherige Assistent René Wagner, bisher noch ohne jede Erfahrung als Chefcoach. Mich würde also nicht wundern, wenn der FC bei einem Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel anfragt …
- 3. Liga: Ein zartes Aufstiegsfünkchen flackerte bei mir als Löwen-Fan, es wurde durch eine Niederlage des TSV 1860 beim MSV in der Nachspielzeit jäh ausgetreten. Während der VfL Osnabrück als klar Erster schon die Aufstiegsfeier planen kann, gibt es dahinter zwischen 5 fast gleichaufen Teams ein wüstes Gerangel um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang 3.
- Wintersport: Auch beim Saisonfinale am Holmenkollen gab es keinen deutschen Sieg. Philipp Nawrath musste sich im Massenstart nur um 3,7 Sekunden dem Norweger Johan Botn beugen. Erstmals überhaupt blieb die Mannschaft komplett ohne Rang 1 bei einem Rennen. Norweger, Franzosen und Schwede sind bei Männern und Frauen in Quanitität, aber auch Qualität klar enteilt. Daran ändern auch vereizelte Siege einer Lisa Vitozzi (so am Sonntag im Massenstart nichts.
2 prägende Österreicher bestritten am Holmenkollen ihre letzten Rennen. Lisa-Maria Hauser und Simon Eder, mit 43 Jahren eh schon in einem gesegneten Sportleralter. Hausers Rücktritt kam doch etwas überraschend, immerhin konnte sie in diesem Jahr noch einen Verfolger gewinnen. Aber sie sah nach dem eher enttäuschenden Olympia keine echte Motivation mehr.Während bei den Frauen junge Österreicherinnen wie Anna Gandler und Anna Andexer bereitstehen, schaut es bei den Männern für Austria zappenduster aus.
von Münchner Löwe | März 9, 2026 | Biathlon, Formel 1, Fußball, ski alpin, Wochenrückschau
Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.
Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern
Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.
Aicher top – Aicher nachlässig
3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.
Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.
Mercedesse bestätigen Favoritenrolle
Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.
Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.
Und sonst?
- Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
- Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
- Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).
von Münchner Löwe | März 3, 2026 | bundesliga, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Olympia-Nachwehen im Wintersport und natürlich Fußball.
Dortmunds Abgesang für diese Saison
Champions-League-Aus und das Ende der (eh nur geringen) Meisterschaftsträume. Borussia Dortmund erlebte eine Woche zum Vergessen. Insbesondere das 1:4 bei Atalanta Bergamo (nach 2:0 im Hinspiel) hallt bestimmt noch eine Weile nach, nicht nur, weil die fest eingeplanten Achtelfinal-Einnahmen in Höhe von 11 Millionen Euronen plus ausverkauftem Wetfalenstadion jetzt fehlen. Der insgesamt desaströse Auftritt zeigte, dass es dem BVB an allem fehlt, was eine echte europäische Spitzenmannschaft ausmacht. Die Einstellung war vielleicht sogar noch in Ordnung, die fehlende Klasse eines Bensebaini oder Can oder Guirassy oder Beier erschütternd. Atalanta ist sicher ein sehr gutes Team, aber doch nach dem Europa-League-Triumph von 2024 arg gerupft. Zuletzt verließ Lookman, der dreifache Torschütze im Finale gegen Bayer Leverkusen, den Verein in Richtung Atlético Madrid. In der Serie A sind die Bergamasken gerade mal Siebter, die erneute Qualifikation für die Champions League scheint schon außer Reichweite.
Doch gegen Dortmund drehten sie den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel. Fast problemlos, wie es schien. Die haarsträubenden Abwehrfehler des BVB taten das Übrige, und das absurde Zustandekommen des letztlich entscheidenden Elfmeters in der letzten Minute der Nachspielzeit darf als Blaupause eines für die absolute Spitze nicht wettbewerbsfähigen Kaders herangenommen werden. Ein völlig sinnloser Chip von Schlussmann Gregor Kobel in die Füße eines Italieners, und eine noch sinnlosere KungFu-Grätsche von Benebaini im Strafraum führten zum Strafstoß und dem Knock out.
Am Samstag folgte zwar ein sehr ansehnliches Spiel gegen den Branchenprimus FC Bayern, am Ende aber siegten die Münchner nach dem munteren und von beiden Seiten sehr engagiert geführten Schlagabtausch mit 3:2 und entschieden die Meisterschaft. Nein, noch nicht rechnerisch, aber angesichts von 11 Punkten Vorsprung und dem uneinholbar besseren Torverhätlnis hat kein vernünftiger Mensch noch Zweifel am Titel.
Für die Dortmunder ist die Saison damit faktisch beendet: International sind sie nicht mehr vertreten, im Pokal ebenfalls ausgeschieden. Meister können sie nicht mehr werden, aus den Champions-League-Plätzen können sie angesichts von 8 Punkten Vorspurng auf Platz 5 auch nur noch in der Theorie fallen. Bleiben also nur das Pseudo-Ziel Platz 2 (klar, etwas höhere Prämien und ansehen) und für die Nationalmannschafts-Aspiranten zehn Partien zum Vorspielen, damit sie Julian Nagelsmann erwählt. Ein Kriterium des Bundestrainers dabei: jedes Tor frenetisch bejubeln.
Atalanta jetzt gegen Bayern
Für insgesamt 5 deutsche Teams geht es ab nächster Woche international weiter. Das mögliche deutsche Duell in der Champions League fällt aus, denn die Losfee bescherte dem FC Bayern Dortmund-Bezwinger Atalanta und Bayer Leverkusen bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun, eine wahthaft herkulische Aufgabe für die Werkself gegen den englischen Tabellenführer.
In der Europa League qualifizierte sich der VfB Stuttgart fürs Achtelfinale und trifft dort auf den FC Porto (mehr klingender Name als wirklich formstark). Der zuvor schon gesetzte SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun.
Der FSV Mainz schließlich ist in der Conference League noch dabei: Der Achtelfinal-Gegner heißt Sigma Olmütz aus Tschechien. Klingt machbar, die zwei Partien sind aber doch störend im Abstiegskampf.
Emma Aicher auf Punktejagd
Die zweifache Silbermedaillengewinnerin kam mit reicher „Beute“ zurück von den Rennen in Soldeu/Andorra. In der Abfahrt wurde sie Fünfte, einen Super-G gewann sie und in einem wurde sie Zweite. Macht insgesamt satte 225 Zähler. Damit halbierte sie den Rückstand auf die Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin, die Speedrennen in dieser Saison fast ausschließlich auslässt. Jetzt beträgt der Rückstand auf die Slalom-Olympiasiegerin „nur“ noch 219 Punkte, am nächsten Wochenende stehen im Val die Fassa noch mal 3 Speedrennen an (offenbar wieder ohne Shiffrin), in denen Emma Aicher weiter aufholen (sogar überholen?) kann. Etwaige Hochrechnungen sind noch zu früh, aber mir kann niemand erzählen, dass sie nicht von der Deutschen selbst angestellt werden …
Gerade bei ihrem Sieg am Samstag zeigte Aicher ihr unfassbares Skigefühl und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch eine Chance. Warum nicht bei Olympia?, schoss es mir durch den Kopf, dann hätte sie auch noch eine Goldene um den Hals hängen.
Und sonst?
- Aufstand im Bundesliga-Keller: St. Pauli schien schon abgeschlagen, jetzt landeten die Hamburger bei
Bayer Levekusen 1899 Hoffenheim einen 1:0-Überraschungssieg und verließen die Abstiegsränge. Auch Werder Bremen siegte nach zuvor 13 Partien ohne vollen Erfolg. Ob das mühsame 2:0 gegen das abgeschlagene Heidenheim (damit wohl sicherer Absteiger) wirklich die Kehrtwende ist, wird sich zeigen. Trübe schaut es mittlerweile für den VfL Wolfsburg aus (nicht dass ich und der gemeine Fußballfan darüber besonders unglücklich wären). Trotz des deprimierenden 0:4 beim VfB Stuttgart und dem Absturz auf Rang 17 halten die Vverantwortlichen (die wahren Schuldigen an diesem Desaster!) an Trainer Daniel Bauer fest, die Partie nächsten Samstag gegen den HSV dürfte aber die letzte Chance des Cheftrainers sein, der erst im November im Amt ist.
- Hanfmanns Erfolgslauf: Der deutsche Tennisprofi kann auf eine sehr erfreuliche Woche in Santiago zurückblicken. Beim Turnier in der chilenischen Hauptstadt wurde er erst im Finale von einem sehr gut aufspielenden Darderi gestoppt. zuvor hatte er völlig überraschend den Argentinier Francisco Cerundolo aus dem Turnier genommen.
Weniger gut lief es für Alexander Zverev. Beim Turnier in Acapulco war schon in der 2. Runde Schluss, der Serbe Kecmanovic erwies sich als zu stark. Den Sieg im mexikanischen Urlaubsort (fernab der Anschläge) sicherte sich mit Cobolli ein weiterer Italiener.
Weitere Turniererfolge in dieser Woche feierten die Frauen Peyton Stearns (Austin) und Cristina Bucsa (Merida) sowie Daniil Medwedew in Dubai.
- Die Flugshow des Domen Prevc: Olympia verlief für den Slowenen nicht nach Wunsch, trotz der Goldmedaille im Mixed-Teamspringen. Auf der Flugschanze am Kulm zeigte er wieder seine Ausnahmeklasse. Er gewann am Wochenende beide Tageswertungen und stellte mit 245,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf
Apropos Kulm: Erstmals durften auch Kombinierer auf eine Flugschanze. Johannes Lamparter nutzte die Gelegenheit und segelte auf 235 Meter. Allerdings musste er mit den Händen in den Schnee greifen (Volksmund: er rodelte), es wurden also viele Wertungspunkte abgezogen. Den Sieg in der Kombination schnappte ihn deshalb im Langlauf noch Ilkka Herola weg. Der finnische Aufschwúng bei den Kombinierern (3 Olympia-Meaillen) fand also eine würdige Fortsetzung.
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