von Münchner Löwe | Apr. 6, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Überschattetes Testspiel, Pogacars erneuter Triumph und Arsenal muss den zweiten Titel abschreiben.
Nagelsmann macht sich unmöglich
Zwei zumindest vom Ergebnis gelungene Testspiele der deutschen Nationalmannschaft, doch kein Mensch spricht darüber. Schuld daran ist einzig und allein Julian Nchlecht gespielkt“, wetterte der Bundestrainer. Offenbar schwer genervt von Stuttgarter Publikum, das seinen Liebling schon in der ersten Halbzeit vehement forderte. Nagelsmanns Erkenntnis: Auf keinen Fall werde Undav bvei der WM von Beginn an spielen, Kai Havertz und Nick Woltemade hätten klar die Nase vorn. Immerhin: Undav könne dann gegen müd gespielte Gegner auftrumpfen, wie Nagelsmann großmütig konzedierte.
Für mich ist das dennoch eine indiskutable Degradierung des mit Abstand besten Bundesliga-Torschützen, den nafgelsmann beim 4:3 in der Schweiz 90 Minuten auf der Bank versauern ließ. Eine derart vehemente Kritik hat wohl noch nie ein deutscher Siegtroschütze von einem Bundestrainer erhalten. Ohne Not hat dieser ein Riesenfass aufgemacht. Aus verletzter Eitelkeit, weil er eh alles besser weiß. Weil er vielleicht ein guter Trainer ist, aber menschlich fehlt es ihm offenbar an allem. Das zeigte ja schon sein Interview im Kicker vor 3 Wochen, als er mehrere Nationalspieler wie ungehorsame und faule Schüler abkanzelte in eine Deutlichkeit, die in der Öffentlichkeit absolut nichts zu suchen hat. Zwar sprang der Kicker selbst Nagelsmann zur Sete (kein Wunder, nachdem dieser dieses fast obsolet gewordene ehemalige Fachblatt wieder hoffähig und prominent gemacht hatte), aber der allgemeine Tenor war vernichtend. „Du sägst einen Top-Spieler weg“, monierte etwa Stefan Effenberg, sonst im „Doppelpass“ wirklich nicht die Instanz, die das DFB-Team über Gebühr kritisiert. „Einen Spieler, den du vielleicht noch brauchen kannst.“
Wenigstens heizte Undav die hitzige Stimmung nicht weiter auf. „Wir haben gesprochen. Für mich ist alles gut“, sagte der Stürmer am Samstag im Sportstudio. Auf Wiedervorlage dann bei der WM (so diese denn stattfindet bei all den Trumpereien …).
Tadej Pogacar – einfach unschlagbar
Knapp 20 Kilometer vor Ende der Flandern-Rundfahrt musste dann auch der letzte verbliebene Konkurrent abreißen lassen. An einer der vielen giftigen Steigungen distanzierte Tadej Pogacar den Holländer Matthew van der Poel, einen ausgesprochenen Spezialisten dieses Eintages-Klassikers, den er selbst schon dreimal gewonnen hatte. Gegen den Slowenen konnte er nichts ausrichten. Wie zuvor die komplette Weltelite wie die Belgier Remco Evenepoel und Woutvan Aert, die dem Höllentempo nach und nach nichtmehr folgen konnten.
So triumphierte Tadej Pogacar auch beim zweiten Monument des Jahres (nach Mailand-San Remo). In seiner Ausnahme-Form ist es sogar denkbar bis wahrscheinlich, dass er auch die folgenden drei Monumente für sich entscheiden kann (Paris Roubaix am Sonntag, Lüttich-Bastogne-Lüttich noch im Frühjahr und die Lombardei-Rundfahrt m Herbst). Das hat es noch nie dagegen, und dazwischen dürfte auch der nächste Triumph bei der Tour liegen. Pogacar fährt in seiner eigenen Welt, hat mittlerweile überhaupt keine Schwächen mehr, kann zur Not sogar sprinten. Dergleichen hat es im Radsport noch nie gegeben, zumindest nicht seit Eddy Merckx (dem Kannibalen, weil er jedes Rennen gewinnen wollte) – und das ist mehr als 50 Jahre her und war außerdem doping-gefördert, wie wir heute wissen.
Noch nicht einmal von einem roten Licht bei einem Bahnübergang ließ er sich stoppen. 200 Kilometer vor dem Schluss poassierte das zu dieser zeit noch geschlossene Feld sogar eine geschlossene Schranke, was selbstverständlich auch in einem Radrennen strikt verboten ist, ich muss wohl nicht ausführen, warum. Passiert ist Gott sei Dank nicht, aber den Profis droht ein Nachspiel: Geldstrafe und womöglich sogar acht Tage Führerschein-Verbot. Theoretisch wäre sogar eine Disqualifikation möglich, erscheint aber höchst unwahrscheinlich, weil 200 Fahrer sich diesen Fauxpas leisteten. Also eher ein Sturm im Wasserglas.
Ach, Arsenal! der nächste Titel vergeigt
Wenig ist mehr übrig geblieben vom Zauberfußball der Londoner im Herbst, als sie die Premier League aufmischten und die europäischen Spitzenclubs. Zwar führen sie die englische Meisterschaft noch an (sogar relativ komfortabel), aber ihr Spiel macht keinerlei Spaß mehr (boaring Arsenal lebt wieder auf) und ist auch längst nicht mehr so erfolgreich. Am Samstag scheiterten sie im tradtionellen FA-Cup gar an einem Zweitligisten. In einem nur zeitweise packenden Viertelfinale hatte der FC Southampton mit 2:1 die Nase vorn. Allerdings konnte das Spiel am Ostersamstag gar nicht anders ausgehen, wenn ich die Spitznamen bedenke: Hier die Saints (Heiligen), dort die Gunners (Kanoniere), da musste der Fußball-Gott oder eine ähnlich hohe Instanz einfach eingreifen, wobei in de Partie selbst alles mit rechten Dingen zugegangen war (kein Schiri-Betrug, nirgends, das muss man wohl eigens erwähnen).
Southampton trifft nun im Halbfinale auf Manchester City. Das Team von Pep Guardiola demontierte den FC Liverpool und triumphierte mit 4:0. Drei Tore erzielte dabei Erling Haaland, dem die Experten schon eine schwere Krise nachgesagt hatten. Das andere Halbfinale bestreiten der FC Chelsea und Leeds United; beide Partien werden am letzten April-Wochenende im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen (wie auch das Endspiel). Ein schöner Brauch.
Lilli Freischem gewinnt das Schwestern-Duell beim Boat Race
Das Duell Oxford gegen Cambridge, der englische Klassiker, nur „the Boat Race“ genannt. Bei den Frauen mit der Besondeheit, dass zwei Schwestern gegeneinander antraten (zum ersten Mal seit 22 jahren), nämlich die Kölnerinnen Mia (Cambridge) und Lilli (Oxford) Freischem. Oxford hatte die Bugspitze klar vorn nach 6,8 Kilometern auf einer eher unruhigen Themse. Die Eltern verfolgten das Spektakel live vor Ort in extra hellblau/dunkelblau gestrickten Pullovern. Kleiner Trost für Mia: Sie kann auch nächstes Jahr noch mal antreten, während Lilli ihr Chirurgie-Studium beendet. Und Partie kann sie auch feiern, denn die Cambridge-Studenten besiegten Oxford klar.
Und sonst?
- Bundesliga: Der FC Bayern steckte beim SC Freiburg enen 0:2-Rückstand weg (wie übrigens schon im Hinspiel) und siegte dank eines Treffers in der Nachspielzeit der Nachspielzeit des bis dato sehr blassen Lennart Karl mit 3:2. Es war das 100. Tor der Münchner in der Saison, nächsten Samstag dürfte der Bundesliga-Rekord der Münchner aus der Spieltzeit 1971/72 (101) fallen.
Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt weiterhin 9 Punkte, der BVB erzielte seine Tore zum 2:0 beim VfB Stuttgart (mit einem ehe schwachen Undav) mit den ersten Schüssen ebenfalls in der Nachspielzeit.
Im Abstiegskampf wird es für den VfL Wolfsburg eng und enger. Trotz einer 3:1-Führung bei Bayer Leverkusen verlor das Team im Plastico der beiden Werksclubs noch mit 3:6. Neu-Trainer Dieter Hecking tobte über die Schiri-Leistung, die in der Tat einiges zu wünschen ließ (Witz-Elfer für Bayer zum 1:1). Der Rückstand auf Platz 16 (St. Pauli /1:1 beim 1. FC Union) beträgt schon 4 Punkte.
- 2. Bundesliga: Dresden gegen Hertha, und mal wieder wird nicht über Sport geredet, sondern über wildgewordene Männer (es waren wirklich ausschließlich Männer). Fans beider Lager waren über die Zäune aufs Spielfeld geklettert und beschossen sich mit Pyrotechnik. In einer rund 20 Minuten langen Spielunterbrechung drängte die Polizei die Anhänger zurück in ihre Fanblöcke, und die Partie konnte tatsächlich zu Ende gespielt werden; Hertha siegte mit 1:0.
- Spanien: Der FC Barcelona machte einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft. In einem hitzigen Duell behielten die Katalanen mit 2:1 bei Atlético Madrid die Oberhand. Den entscheidenden Treffer „erzielte“ Robert Lewandowski. Viel dafür konnte der Pole nicht, denn der Ball prallte nach einer tollen Abwehr-Aktion von Atleti-Schlussmann Musso an Lewandowksi Schulter und von dort direkt ins Tor. Da Real zuvor seine Partie auf Mallorca mit 1:2 verloren hatte, beträgt der Vorsprung von Barca jetzt schon komfortable sieben Punkte.
- Tennis: Eine Woc he eher zum verschnaufen: Turniersiege holten sich Marie Boukova (in Bogotá), Jessica Pegula (Charleston) sowie Jungstar Mir Jodar (Marrakesch), Mariano Navone (Bukarest) sowie Tommy Paul in Houston. Der Amerikane besiegte im Finale den Argentinier R.A. Burruchaga. Wem dieser Nachname bekannt vorkommt: Richtig. Sein Vater Jorge Burruchaga überwand im WM-Finale 1986 Toni Schumacher zum entscheidenden 3:2 (Unvergessen ZDF-Reporter Rolf Kramer: Toni, halt ihn ! Nein!)
- Tischtennis: Toller Erfolg für Sabine Winter. Bei einem stark besetzten Welt-Turnier in Macau musste sich die Deutsche erst im Halbfinale der späteren Turniersiegerin und Weltmeisterin Sun Yingsha beugen. So weit war eine Europäerin in einem Turnier dieser Kategorie zuletzt vor 11 jahren vorgedrungen (Petrissa Solja). Bei den Männern triumphierte mit Chuqin Wang ebenfalls ein Chinese.
von Münchner Löwe | März 24, 2026 | Biathlon, Fußball, Radsport, Wintersport, Wochenrückschau
Pogacars Husarenstück trotz Sturz
Der Monumenten-Klassiker Mailand-San Remo gehörte zu den ganz wenigen wichtigen Radrennen, die Tadej Pogacar noch nicht gewonnen hatte. Auch am Samstag sah es nicht gut aus für den Slowenen, denn nur 30 Kilometer vor dem Ziel kam er zu Sturz. Doch er bestätigte seine Ausnahmeklasse, holte den Rückstand fast spielend auf und bezwang mit zerrissenem Trikot und beschädigtem Rad gemeinsam mit dem Briten Thomas Pidcock den Anstieg um Poggio als Erster. Nach der rasenden Abfahrt hinunter nach San Remo erwies er sich im Schlussspurt als der Stärkere. Wie sehr ihm der Triumph bei der „Primavera“ am Herzen lag, zeigte sein ausgelassener Jubel, andere Siege nimmt er mittlerweile ja fast gleichgültig zur Kenntnis.
Von den ganz großen Rennen, egal ob Rundfahrt oder Eingtagesklassiker, fehlt Pogacar jetzt nur noch Paris-Roubaix in der Siegessammlung. Jenes Monument in der Hölle des Nordens mit den unberechenbaren Kopfsteinpflaster. Wer den wild entschlossenen Slowenen bei seiner Aufholjagd nach dem Sturz und dem unwiderstehlichen Anstieg zum Poggio gesehen hat, zweifelt nicht daran, dass Tadej Pogacar auch dieses Rennen für sich entscheiden wird, vielleicht schon am 13. April.
Englands Armada – ziemlich gebeutet
Gleich mit sechs Teams waren ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League gestürmt, nur zwei haben diese Runde überstanden, der FC Liverpool gegen Galatasaray und der FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen. Der Rest erlitt Schiffbruch. Vor allem die Auswärtsschwäche in Spanien war eklatant. Ob Manchester City bei Real Madrid (0:3), Tottenham bei Atlético (2:5) oder Newcastle bei Barca (2:7), es hagelte regelrecht Gegentore, was auch die Heimspiele nicht kompensieren konnten. Die Schadenfreude der Konkurrenz kam dann noch hinzu, die schon einen Durchmarsch der Premier League befürchtete angesichts der finanziellen Dominanz.
Sehr souverän löste der FC Bayern die Aufgabe Atalanta Bergamo. Dem 6:1 im HInspiel ließen die Münchner in der heimischen Arena ein 4:1 folgen. In der Form sehe ich den Deutschen Meister als (Mit)Favorit auf den Henkelpott, allerdings wartet jetzt die schwere Aufgabe Real Madrid, wo gerade im Santiago Bernabeu schon so manches Fußball-Wunder (oder überhaupt wunderliches Geschehen?) geschah, wie auch die Bayern leidvoll bestätigen können.
Außerdem habe ich ganz groß den Titelverteidiger auf dem Zettel: Paris St. Germain nahm die Hürde FC Chelsea sehr souverän. In einer Wiederholung des Club-WM-Finals setzten sich die Franzosen mit einem Gesamtscore von 8:2 durch. Offenbar pflegt PSG die Erfolgstaktik von 2025: sich bis zum Frühjahr irgendwie durchschlagen und dann fast unwiderstehlich auftrumpfen.
Kehl muss gehen
Borussia Dortmund wird den Vertrag mit ihrem langjährigen Spieler und jetzigen Sportdirektor nicht verlängern. Nachfolger wird Nils Ole Book, der aus dem völlig unbedeutenden Viertligisten SV Elversberg einen seriösen Aufstiegskandidaten zur Bundesliga formte (nicht allein, versteht sich!). Damit kappte der BVB seinen fast ehernen Grundsatz, nur altgediente Profis in die Teamführung zu integrieren. Frische Luft von außen soll den club-internen Mief und Muff vertreiben. Kehl wurde als Schuldiger einer insgesamt verfehlten Transfer-Politik ausgemacht. So fehlt zurzeit derzeit der Spieler im Kader, den man zu exorbitante Summen verkaufen könnte wie früher Dembélé, Bellingham, Haaland und Aubameyang. Angesichts der vielen Verantwortlichen, die bei den Dortmunder bei Transfers so mitmischen (neben Kehl: Ricken, Sammer, der geschasste Mislintat, vielleicht auch noch Vereins-Chef Watzke), vermag ich nicht zu urteilen, ob gerade Sebastian Kehl der Hauptschuldige ist. Zumal die Saison als ungefährdeter Bundesligazweiter auch nicht als Komplett-Desaster gelten kann.
Und sonst?
- Bundesliga: Für den VfL Wolfsburg wird es im Abstiegskampf enger und enger. Die Niedersachsen verloren zu Hause das direkte Duell gegen Werder Bremen mit 0:1 – nach einer wenig mutmachenden Vorstellung. Der Rückjstand auf den Relegations-Platz 16 (St. Pauli) beträgt schon 3 Punkte und 13 Tore in der Differenz, Rang 15 (1. FC Köln) ist schon fünf Zähler entfernt.
Apropos Köln: Die Rheinländer entschlossen sich vor der Pause wegen Länderspielen zum handelsüblichen Schritt in der Ergebniskrise und feuerten Trainer Lukas Kwasniok. Der trotz Tragens des Kölschen Spielertrikots offebar nie beim sehr eigenen FC angekommen schien. Nachfolger wird zumindest vorläufig der bisherige Assistent René Wagner, bisher noch ohne jede Erfahrung als Chefcoach. Mich würde also nicht wundern, wenn der FC bei einem Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel anfragt …
- 3. Liga: Ein zartes Aufstiegsfünkchen flackerte bei mir als Löwen-Fan, es wurde durch eine Niederlage des TSV 1860 beim MSV in der Nachspielzeit jäh ausgetreten. Während der VfL Osnabrück als klar Erster schon die Aufstiegsfeier planen kann, gibt es dahinter zwischen 5 fast gleichaufen Teams ein wüstes Gerangel um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang 3.
- Wintersport: Auch beim Saisonfinale am Holmenkollen gab es keinen deutschen Sieg. Philipp Nawrath musste sich im Massenstart nur um 3,7 Sekunden dem Norweger Johan Botn beugen. Erstmals überhaupt blieb die Mannschaft komplett ohne Rang 1 bei einem Rennen. Norweger, Franzosen und Schwede sind bei Männern und Frauen in Quanitität, aber auch Qualität klar enteilt. Daran ändern auch vereizelte Siege einer Lisa Vitozzi (so am Sonntag im Massenstart nichts.
2 prägende Österreicher bestritten am Holmenkollen ihre letzten Rennen. Lisa-Maria Hauser und Simon Eder, mit 43 Jahren eh schon in einem gesegneten Sportleralter. Hausers Rücktritt kam doch etwas überraschend, immerhin konnte sie in diesem Jahr noch einen Verfolger gewinnen. Aber sie sah nach dem eher enttäuschenden Olympia keine echte Motivation mehr.Während bei den Frauen junge Österreicherinnen wie Anna Gandler und Anna Andexer bereitstehen, schaut es bei den Männern für Austria zappenduster aus.
von Münchner Löwe | März 9, 2026 | Biathlon, Formel 1, Fußball, ski alpin, Wochenrückschau
Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.
Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern
Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.
Aicher top – Aicher nachlässig
3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.
Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.
Mercedesse bestätigen Favoritenrolle
Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.
Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.
Und sonst?
- Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
- Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
- Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).
von Münchner Löwe | März 3, 2026 | bundesliga, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Olympia-Nachwehen im Wintersport und natürlich Fußball.
Dortmunds Abgesang für diese Saison
Champions-League-Aus und das Ende der (eh nur geringen) Meisterschaftsträume. Borussia Dortmund erlebte eine Woche zum Vergessen. Insbesondere das 1:4 bei Atalanta Bergamo (nach 2:0 im Hinspiel) hallt bestimmt noch eine Weile nach, nicht nur, weil die fest eingeplanten Achtelfinal-Einnahmen in Höhe von 11 Millionen Euronen plus ausverkauftem Wetfalenstadion jetzt fehlen. Der insgesamt desaströse Auftritt zeigte, dass es dem BVB an allem fehlt, was eine echte europäische Spitzenmannschaft ausmacht. Die Einstellung war vielleicht sogar noch in Ordnung, die fehlende Klasse eines Bensebaini oder Can oder Guirassy oder Beier erschütternd. Atalanta ist sicher ein sehr gutes Team, aber doch nach dem Europa-League-Triumph von 2024 arg gerupft. Zuletzt verließ Lookman, der dreifache Torschütze im Finale gegen Bayer Leverkusen, den Verein in Richtung Atlético Madrid. In der Serie A sind die Bergamasken gerade mal Siebter, die erneute Qualifikation für die Champions League scheint schon außer Reichweite.
Doch gegen Dortmund drehten sie den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel. Fast problemlos, wie es schien. Die haarsträubenden Abwehrfehler des BVB taten das Übrige, und das absurde Zustandekommen des letztlich entscheidenden Elfmeters in der letzten Minute der Nachspielzeit darf als Blaupause eines für die absolute Spitze nicht wettbewerbsfähigen Kaders herangenommen werden. Ein völlig sinnloser Chip von Schlussmann Gregor Kobel in die Füße eines Italieners, und eine noch sinnlosere KungFu-Grätsche von Benebaini im Strafraum führten zum Strafstoß und dem Knock out.
Am Samstag folgte zwar ein sehr ansehnliches Spiel gegen den Branchenprimus FC Bayern, am Ende aber siegten die Münchner nach dem munteren und von beiden Seiten sehr engagiert geführten Schlagabtausch mit 3:2 und entschieden die Meisterschaft. Nein, noch nicht rechnerisch, aber angesichts von 11 Punkten Vorsprung und dem uneinholbar besseren Torverhätlnis hat kein vernünftiger Mensch noch Zweifel am Titel.
Für die Dortmunder ist die Saison damit faktisch beendet: International sind sie nicht mehr vertreten, im Pokal ebenfalls ausgeschieden. Meister können sie nicht mehr werden, aus den Champions-League-Plätzen können sie angesichts von 8 Punkten Vorspurng auf Platz 5 auch nur noch in der Theorie fallen. Bleiben also nur das Pseudo-Ziel Platz 2 (klar, etwas höhere Prämien und ansehen) und für die Nationalmannschafts-Aspiranten zehn Partien zum Vorspielen, damit sie Julian Nagelsmann erwählt. Ein Kriterium des Bundestrainers dabei: jedes Tor frenetisch bejubeln.
Atalanta jetzt gegen Bayern
Für insgesamt 5 deutsche Teams geht es ab nächster Woche international weiter. Das mögliche deutsche Duell in der Champions League fällt aus, denn die Losfee bescherte dem FC Bayern Dortmund-Bezwinger Atalanta und Bayer Leverkusen bekommt es mit dem FC Arsenal zu tun, eine wahthaft herkulische Aufgabe für die Werkself gegen den englischen Tabellenführer.
In der Europa League qualifizierte sich der VfB Stuttgart fürs Achtelfinale und trifft dort auf den FC Porto (mehr klingender Name als wirklich formstark). Der zuvor schon gesetzte SC Freiburg bekommt es mit dem belgischen Vertreter KRC Genk zu tun.
Der FSV Mainz schließlich ist in der Conference League noch dabei: Der Achtelfinal-Gegner heißt Sigma Olmütz aus Tschechien. Klingt machbar, die zwei Partien sind aber doch störend im Abstiegskampf.
Emma Aicher auf Punktejagd
Die zweifache Silbermedaillengewinnerin kam mit reicher „Beute“ zurück von den Rennen in Soldeu/Andorra. In der Abfahrt wurde sie Fünfte, einen Super-G gewann sie und in einem wurde sie Zweite. Macht insgesamt satte 225 Zähler. Damit halbierte sie den Rückstand auf die Weltcup-Führende Mikaela Shiffrin, die Speedrennen in dieser Saison fast ausschließlich auslässt. Jetzt beträgt der Rückstand auf die Slalom-Olympiasiegerin „nur“ noch 219 Punkte, am nächsten Wochenende stehen im Val die Fassa noch mal 3 Speedrennen an (offenbar wieder ohne Shiffrin), in denen Emma Aicher weiter aufholen (sogar überholen?) kann. Etwaige Hochrechnungen sind noch zu früh, aber mir kann niemand erzählen, dass sie nicht von der Deutschen selbst angestellt werden …
Gerade bei ihrem Sieg am Samstag zeigte Aicher ihr unfassbares Skigefühl und ließ der Konkurrenz nicht den Hauch eine Chance. Warum nicht bei Olympia?, schoss es mir durch den Kopf, dann hätte sie auch noch eine Goldene um den Hals hängen.
Und sonst?
- Aufstand im Bundesliga-Keller: St. Pauli schien schon abgeschlagen, jetzt landeten die Hamburger bei
Bayer Levekusen 1899 Hoffenheim einen 1:0-Überraschungssieg und verließen die Abstiegsränge. Auch Werder Bremen siegte nach zuvor 13 Partien ohne vollen Erfolg. Ob das mühsame 2:0 gegen das abgeschlagene Heidenheim (damit wohl sicherer Absteiger) wirklich die Kehrtwende ist, wird sich zeigen. Trübe schaut es mittlerweile für den VfL Wolfsburg aus (nicht dass ich und der gemeine Fußballfan darüber besonders unglücklich wären). Trotz des deprimierenden 0:4 beim VfB Stuttgart und dem Absturz auf Rang 17 halten die Vverantwortlichen (die wahren Schuldigen an diesem Desaster!) an Trainer Daniel Bauer fest, die Partie nächsten Samstag gegen den HSV dürfte aber die letzte Chance des Cheftrainers sein, der erst im November im Amt ist.
- Hanfmanns Erfolgslauf: Der deutsche Tennisprofi kann auf eine sehr erfreuliche Woche in Santiago zurückblicken. Beim Turnier in der chilenischen Hauptstadt wurde er erst im Finale von einem sehr gut aufspielenden Darderi gestoppt. zuvor hatte er völlig überraschend den Argentinier Francisco Cerundolo aus dem Turnier genommen.
Weniger gut lief es für Alexander Zverev. Beim Turnier in Acapulco war schon in der 2. Runde Schluss, der Serbe Kecmanovic erwies sich als zu stark. Den Sieg im mexikanischen Urlaubsort (fernab der Anschläge) sicherte sich mit Cobolli ein weiterer Italiener.
Weitere Turniererfolge in dieser Woche feierten die Frauen Peyton Stearns (Austin) und Cristina Bucsa (Merida) sowie Daniil Medwedew in Dubai.
- Die Flugshow des Domen Prevc: Olympia verlief für den Slowenen nicht nach Wunsch, trotz der Goldmedaille im Mixed-Teamspringen. Auf der Flugschanze am Kulm zeigte er wieder seine Ausnahmeklasse. Er gewann am Wochenende beide Tageswertungen und stellte mit 245,5 Metern einen neuen Schanzenrekord auf
Apropos Kulm: Erstmals durften auch Kombinierer auf eine Flugschanze. Johannes Lamparter nutzte die Gelegenheit und segelte auf 235 Meter. Allerdings musste er mit den Händen in den Schnee greifen (Volksmund: er rodelte), es wurden also viele Wertungspunkte abgezogen. Den Sieg in der Kombination schnappte ihn deshalb im Langlauf noch Ilkka Herola weg. Der finnische Aufschwúng bei den Kombinierern (3 Olympia-Meaillen) fand also eine würdige Fortsetzung.
von Münchner Löwe | Jan. 20, 2026 | Allgemein, Fußball, ski alpin, Wintersport, Wochenrückschau
Ski-Gott Odermatt, deutsches Handball-Glück und Absurdes vom Afrika-Cup
Brignones wundersames Comeback
Es war die Story des Riesenslaloms von Kronplatz, der am heutigen Dienstag ausgetragen wurde. Italiens Ski-Heroin Federica Brignone war nicht ur erstmals seit ihrem Schien- und Wadenbeinbruch im April wieder am Start, sie überzeugte auch durch zwei mehr als ansprechende Fahrten und wurde am steilsten hand der Saison (Neigung zum Teil 65 Prozent) erstaunliche Sechste, fuhr also als beste Italienein sofort wieder mitten in die Weltelite und landete unter anderem vor den Spezialistinnen Paula Moltzan und Valerie Grenier.
Nur mit dem Sieg und auch mit dem Podest hatte sie nichts zu zun. Den sicherte sich erneut Julia Scheib, mit der Österreich in seiner lange schwächsten Disziplin plötzlich eine absolute Siegläuferin hat und Gold-Favoritin fürs Rennen bei Olympia. Scheib raste von Rang 3 kommend noch an Camille rast und Sara hector vorbei und sicherte sich ihren vierten Saisonsieg.
Odi, Herrscher am Lauberhorn
Wenn es denn eine Abfahrt gibt, die Marco Odermatt auf dem Leib geschneidert ist, dann ist es Lauberhorn in Wengen. Obwohl wegen des Windes stark verkürzt (Start direkt am Hundsschopf), war der Schweizer eine Klasse für sich und triumphierte mit 79 Hunderststelsekunden Vorsprung auf Vincent Kriechmayr und den erstaunlichen Italiener Giovanni Franzoni.
Odermatt triumphierte im Schatten der Bergriesen Eiger, Jungfrau und Mönche zum vierten Mal in Folge und löste Landsmann Beat Feuz als Rekordmann ab. „Ich hab fast ein schlechtes gewissen“, bekannte er im SRF. Schon vor einer Woche hatte er in Adelboden eine Rekordmarke eier Skilegende eingestellt, als er zum fünften Mal den Riesenslalom an diesem traiditonshang für sich entschied. Da Odi noch einige Jahre Skifahren vor sich hat, dürfte er auch hier bald ganz allein ganz oben in der Liste der Sieger stehen.
Wenn ich schreibe, „erstaunlicher Franzoni“, bezieht sich das auf den Super-G. Tags zuvor hatte der Italiener in dieser Disziplin für mich reichlich überraschend gesiegt (trotz guter Trainingsergebnisse). Das Rennen war fast 15 Sekunden länger und mit allen Schweirigkeiten der Strecke gespickt, und Franzoni düpierte mit einer Glanzfahrt die Konkurrenz. Zweiter wurde Stefan Babinsky mit seinem besten Karriere-Ergebnis im Weltcup for Franjo van Allmen, der sich vor Odermatt den letzten Podestplatz sicherte.
Im Slalom dominierte ganz klar die norwegische Schiene: Atle McGrath triumphierte vor seinem besten Freund Lucas Braathen (für Brasilien startend) und Henrik Kristoffersen. Wie herzlich Braathen seinem Kumple gratulierte, so sieht Fairness aus. Best of the Rest wurde der Schweizer Weltmeister Loic Meillard, Linus Strasser klassierte sich als einziger Deutscher in den Weltcuprängen und wurde letztlich Elfter, mit 2,65 Sekunden Rückstand auf den Sieger (ohne eklatanten Fehler, die muss er bis zum Olympiarennen in einem Monat finden).
Aichers Triumphfahrt
Sie kann alles (außer Riesenslalom), das wissen alle. Am Sonntag brachte Emma Aicher im Super-G endlich mal wieder eine fast fehlerfreie Fahrt ins Ziel, und siehe da, die grüne „1“ leuchtete auf, und dies sollte an diesem strahlenden Wintertag keiner anderen Läuferin mehr gelingen. Es ist der zweite Saisonsieg der vielseitigen Deutschen mit schwedischen Wurzeln nach dem Abfahrtssieg Mitte Dezember in St. Moritz. Im Gesamtweltcup katapultierte sie sich auf Platz 3, allerdings mit Respektabstand zur Führenden Mikaela Shiffrin. Die hat zwar beschlossen, dass sie keine Abfahrten (und voererst auch keine Super-Gs) mehr fährt, dafür gewinnt sie (fast) jeden Slalom. Wie am vergangenen Dienstag den Nachtslalom von Flachau, als sie vor Landsfrau Paula Moltzan und der Österreicherin Katharina Truppe triumphierte, zum 7. Mal im 8. Saisonrennen.
Handballer plötzlich mit weißer Weste
Die beste Nachricht ereilte die deutschen Handballer schon vorm abschließenden Vorrundenspiel gegen Spanien. Da nämlich hatten die Österreicher Serbien bezwungen, und damit stand fest, dass die Mannschaft um die überragenden Torhüter Wolff und Späth auch mit einem knappen Sieg die Hauptrunde erreichen würde und dies sogar ohne Punktverlust, weil aufgrund der EM-Arithmetik die Niederlage zuvor gegen Serbien aus den Ergebnissen fallen würde.
Die Partie gegen Spanien war dann die erwartet zähe Angelegenheit. Das deutsche Team lag zwar fast die gesamte zeit in Führung, aber nie mit mehr als drei Toren, was im Handball wahrlich kein geruhsames Polster ist. Doch in den entscheidenden Phasen konnten sich die Deutschen auf ihren Schlussmann verlassen (im Gegensatz zu den Iberern auf ihren Mann zwischen den Pfosten). Diesmal war es vor allem der junge David Späth, der mit ein paar Glanzparaden den spaniern den Zahn zog. Am Ende stand es 34:32, das reichte zum Gruppensieg.
In der Hauptrunde ab Donnerstag warten jetzt allerdings mit Dänemark, Frankreich, Norwegen und Portugal durchweg höher einzuschätzende Kontrahenten. Eine gewaltige Steigerung muss also her, soll das Ziel „Halbfinale“ Wirklichkeit werden, dafür wäre nämlich ein Platz unter den ersten zwei notwendig.
Skandal beim Afrika-Cup
Schon vor dem Finale beim Afrika-Cup zwischen Gastgeber Marokko und Senegal ging es hoch her. hier die Mahgreb-Staaten, dort Zentralfrika – mit gegenseitigen Vorwürfen. Einer lautete: Der afrikanische Verband würde alles tun, dass die Marokkaner auch den Titel holen würden.
Zunächst blieb im Finale am Sonntag in Rabat alles im Rahmen, bis sich in der Nachspielzeit der kongolesische Schiedsrichter zu einem der Hauptdarsteller aufschwang. Zunächst verweigerte er aus eher fadenscheinigen Gründen einen Treffer Senegals, und sein verfrühter Foulpfiff machte auch eine Video-Überprüfung unmöglich. Minuten später entschied er nach einem Zupferchen an Real-Star Brahim Diaz nach minutenlanger VAR-Konsultierung auf Strafstoß, mindestens umstritten, für mich indiskutabel. Die Situation eskalierte. Wutentbrannt verließen mehrere Senegalesen das Feld, angestiftet von ihrem Trainer. Ein Spielabbruch drohte – mit ungeahnten Konsequenzen für alle Beteiligten.
In solchen Fällen ist es notwendig, dass zumindest einige Akteure kühlen Kopf behalten. Hier war es Sadio Mané, der senegalesische Kapitän. Er blieb nicht nur auf dem Feld, sondern signalisierte zunehmend vehement, dass bitte auch seine Mitspieler die Wut runterschlucken sollten und die Partie würdig beenden sollten. Manes* Wort ist in Senegal Gesetz (seitdem er das Land vor 4 jahren als Kapitän zum Afrika-Sieger führte), und tatsächlich bequemten sich die Spieler zurück aufs Feld.
Dort begann das nächste Drama, der Elfmeter. Der marokkanische Superstar Diaz sollte es richten, Torschützenkönig des Turniers und einer der besten Spieler. Diaz lief also an im mittlerweile strömenden Regen zu Rabat, und er entschied sich zu einem „Panenka“. Jener unfassbar frechen Variante also, in dem der Ball nur in die Mitte geschlenzt wird ohne Tempo, in der Hoffnung der Torwart werde schon in eine Ecke fliegen. Der Tscheche Antonin Panenka wurde so berühmt 1976 in Belgrad im EM-Endspiel gegen Deutschlands Sepp Maier im Elfmeterschießen, nicht so aber Diaz. Senegals Schlussmann Fernando Mendy nämlich hatte den Braten gerochen, bleib stehen und hatte nicht die geringste Mühe, den Ball abzufangen.
„Alles abgesprochen“, hieß es später in den aszialen Netzen verdrossen, und das war tatsächlich auch mein erster Gedanke. Bis ich in die verzweifelten Augen von Diaz schaute. Verzweiflung darüber, dass er nicht Marokko zum ersten Afrika-Triumph sein 1975 (1975!) geschossen hatte. Wenn das geschauspielert war, dann herzliche Gratulation zum nächsten Oscar!
Also Verlängerung: Es kam fast, wie es kommen musste. Mit einem Gewaltschuss in den Winkel bezwang Senegals Pape Gueye Marokkos vorzüglichen Schlussmann Bono, und dieses eine Tor sollte reichen. Afrika-Triumph für Senegal, der zweite nach 2022.
Immerhin durfte sich Marokko über den Fairnesspreis freuen, und diese Auszeichnung ist mindestens so absurd wie der FIFA-Friedenspokal für Donald Trump. Mit Fairness hatte es nämlich wenig bis nichts zu tun, wie sich Marokko übers (gut organisierte) Turnier gerierte. Den Vogel schossen am Finaltag die Balljungen ab, die mit Unterstützung von Ersatzspielern immer wieder versuchten, das Handtuch von Senegals Torhüter Mendy zu stehlen, damit dieser sich nicht die regennassen Handschuhe abtrocknen konnte. Es ging so weit, das Senegal seinerseit den Ersatztorwart abstellte, der danach nichts anderes zu tun hatte, als die fortwährenden Angriffe auf Mendys Eigentum abzuwehren. Famos bewältigte er diese Aufgabe.
Das mag afrikanisch-folkoristisch klingen (wie wir diesen Afrika-Cup lieben gelernt haben), ist aber schlicht bodenlos und ein katastrophales Zeichen im Hinblick auf die WM 2030, die ja in Marokko, Spanien und Portugal stattfinden wird. Auf keinen Fall daaarf eine derartige Unverfrotenheit mit einem Fairnesspreis bedacht werden, wenn da nicht mein Freund Gianni Infantino seine widerwärtigen Schleimpfoten im Spiel hatte.
von Münchner Löwe | Jan. 12, 2026 | Allgemein, basketball, bundesliga, Fußball, ski alpin, Tennis, Wintersport, Wochenrückschau
Viel Wintersport, wieder oder weiterhin Fußball und die ersten Zuckungen des Tennisjahres.
Lindsey Vonn – königlich gut
Speedqueen wurde die Amerikanerin in ihren besten Zeiten genannt. Doch was heißt beste Zeiten, wenn ich mir diese Saison so anschaue. Am Samstag in Zauchensee feierte sie bereits den zweiten Sieg, und es tat ihrer Leistung keinerlei Abbruch, dass wegen des Schneefalls (der große Feind aller Wintersport-Organisatoren) die Strecke verkürzt wurde und die Siegerinnen-Zeit nur etwa 65 Sekunden betrug. Keine vermag die schnellen Kurven so gewagt und doch gekonnt zu nehmen. Die US-Amerikanerin behauptet sogar, dass sie gar nicht das letzte Risiko nimmt (das wird erst bei der Olympia-Abfahrt in Cortina am 8. Februar der Fall sein, dann heißt es Sieg oder Akkia …)). Was sie zeigt, das genügt, um die gesamte Weltelite in Schach zu halten. In 4 der 5 Abfahrten diese Saison schaffte sie einen Podestrang, in der Abfahrts-Weltcupwertung führt sie klar mit 340 Punkten vor der Deutschen Emma Aicher (211), die in Österreich den sechsten Platz schaffte. Da winkt die nächste Kristallkugel für die 41-Jährige Vonn, deren Comeback niemand mehr belächeln würde, wie es vor gut einem jahr so viele machten.
Ein bitteres Aus ereilte die junge Österreicherin Magdalena Egger. Die 22-Jährige zog sich bei einem Sturz einen Kreuzbandriss zu und muss ihre Olympiaträume zumindest für 2026 begraben. So erlebte Austria ein Abfahrtsdebakel. Cornelia Hütter landete als Beste auf dem 20. Platz.
Während Zauchensee unter den Bedingungen litt (der für Sonntag geplante Super-G musste abgesagt werden), erlebte Adelboden ein Skifest auf dem berühmt-berüchtigten Kuenichsbärgli. Im Riesenslalom triumphierte der Schweizer Lokalmatador Marco Odermatt. Er gewann zum fünften Mal auf dem Traditionskurs mit dem fantastisch steilen Schlusshang mitten in ein stadion-ähnliches Zuschauermeer und egalisierte die Bestmarke von Ingemar Stenmark, der in der 70ern und 80ern das Maß aller Riesenslalom-Spezialisten war.
Am Sonntag war im Slalombei strahlendem Sonnenschein der Aufsteiger der Saison, Paco Rassat, erfolgreich. Der nach dem 1. Lauf viertplatzierte Franzose fing mit einem fulminanten zweiten Durchgang Henrik Kristoffersen noch ab und landete den zweiten Saisonsieg vor . Linus Straßer kommt einfach nicht in Form, schied diesmal sogar aus und verschlechterte weiter seine Ausgangsposition im Kampf um günstige Startnummern.
Giacomel und die große Geste an den toten Biathlon-Freund
Noch immer steht die Biathlonblase unter dem Schock des Todes vom Norweger Sivert Bakken, der vor zwei Wochen leblos in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde, mit einer Maske für Höhenluft überm Kopf. Sein vielleicht bester Freund im Weltcup ist der Italiener Tommasso Giacomel. Vielleicht höhere Mächte wollten es wohl, dass dieser Giacomel am Donnerstag den Sprint in Oberhof gewann. Als er mit Bestzeit durchs Ziel stürmte, brach es aus ihm heraus. Er grüßte mit dem Trauerflor-umschossenen rechten Arm in den Himmel. „Es ist einer meiner besten Tage im Biathlon und gleichzeitig einer meiner schlechtesten, weil Sivert nicht mehr hier ist. Das macht mich extrem traurig.“ Giacomel gewann dann auch am Samstag den Verfolger nach abstrusen Rennen, wo die Spitzenläufer reihenweise die Scheiben verfehlten. 6 Strafrunden leistete sich Giacomel, und trotzdem reichte es zum Sieg, so ein Kunststück schaffte zuletzt der große Ole Einar Björndalen 2001, wenn ich der menschgewordenen Datenbank Sigi Heinrich Glauben schenekn darf.
Eine faszinierende Männer-Staffel war der sportliche Höhepunkt der tollen Biathlontage im endlich mal wieder verschneiten Oberhof – und das bei Kaiserwetter. Vorm letzten Schießen hatten gleich 5 Staffeln die Möglichkeit zum Sieg. Am Ende hatten mal wieder die Norweger die Nase vorn und setzten sich gegen Frankreich und Schweden durch. Die Deutschen mit Schlussläufer David Zobel schnupperten ebenfalls am Sieg: Am Ende reichte es zwar nur zu Platz 5 noch hinter Italien (und dem furiosen Schlussläufer Giacomel); der insgesamt stark verbesserte Auftritt macht aber durchaus Hoffnungen.
Für die Norweger und Giacomel wird es jetzt stressig. Am Dienstag findet in Norwegen die Beisetzung für Bakken statt, das komplette Team und eben auch der Italiener werden dabei sein, danach geht es umgehend nach Ruhpolding, wo in dieser Woche die nächsten Traditionsrennen stattfinden – hoffentlich in einer ähnlich schönen Winterlandschaft.
Harziger Start ins Bundesliga-Jahr
Schon bevor es am Freitag losging, standen die ersten Hiobsbotschaften fest. Aufgrund des heftigen Wintereinbruchs gerade im Norden mussten die Partien St. Pauli vs Leipzig und Bremen vs Hoffenheim abgesagt werden. Wer ansonsten tatsächlich noch auf eine spannende Meisterschaft gehofft haben sollte, wurde am Sonntag eines Besseren belegt. Der souveräne Tabellenführer FC Bayern fertigte nach 6 Tore in de 2. Halbzeit den inferioren VfL Wolfburg mit 8:1 ab. Wer auf Rost in der Winterpause (und auf Nachwirkungen aufgrund der Club-WM im Sommer) gehofft hatte, sah sich enttäusch. Extrem spielfreudig waren die Münchner mit einem überragenden Michael Olise, dazu wie gewohnt enrom lauffreudig (127 Kilometer).
Die „Verfolger“ patzten dagegen: Borussia Dortmund kam in eine wüsten Partie mit haarsträubenden Abwehrpatzern nicht über ein 3:3 bei Eintracht Frankfurt hinaus. Bayer Leverkusen erlebte daheim gegen den VfB Stuttgart gar ein Desaster: 1:4 verlor der Werksclub, gerade in der 1. Halbzeit wurde der Meister von 2024 geradezu vorgeführt (0:4).
Um die Überlegenheit der Münchner darzustellen: Der Vorsperung auf den zweiten Dortmund beträgt 11 Punkte, das Torverhältnis lautet 63:11 (nach 16 Partien). Die Tordifferenz von +51 ist besser als die aller anderen mit einem ositiven Torverhältnis). Am Mittwoch gehts zum 1. FC Köln, seit 7 Spielen sieglos – noch Fragen?
Polen holt den United-Cup
Dass unser östlicher Nachbar bei der inoffiziellen Tennis-Club-WM in Perth und Sydney ein Wort mitreden würden war angesichts ihrer Einzelbesetzung Iga Swiatek und Hubert Hurkacz zu erwarten gewesen. Nicht allerdings, dass ihr zusammengewürfeltes Mixed-Doppel Katarzyna Zawa/Jan Zielinski die Kastanien aus dem Feue reißen würde oft die Kastanien aus dem Feuer reißen würde. So geschehen im Finale gegen die USA (vs Bencic/Paul), davor aber auch im Halbfinale gegen die USA (Gauff/Harrison). Zweimal musste das Mixed entscheiden, da zuvor Topspielerin Swiatek gegen Bencic und Gauff den Kürzeren gezogen hatte.
An Polen war das deutsche Team schon in der Vorrunde gescheitert (ohne dass das Doppel entscheidn musste). Ein schimpfender Zverev (vs Hurkacz) und eine sich tapfer wehrende Eva Lys (Swiatek, erstmals aber mit Satzgewinn)) hatten ihre Einzel schon verloren.
Sechstligist schmeißt Titelverteidiger raus
Im Mai war Crystal Palace noch strahlender FACup-Sieger nach dem Übverraschungserfolg gegen Manchester City, jetzt musste das Team von Teammanager Oliver Glasner in diesem Wettbewerb eine unglaubliche Schmach erleben. Die Londoner verloren in de 1. Runde beim Sechstligisten Maccelesfield mit 1:2. Seit 1909 war die ein Titelverteidiger an derart unterkassigen Team gescheitert, damals hieß die Überraschungsmannschaft übrigens Crystal Palace … Zwischen Maccelsfield und Crystal Palace liege 117 Plätze, noch nie in der Geschichte des ältesten Fußball-Wettbewerbs der Welt (seit 1863) hat es laut BBC eine gößere Sensation gegeben.
Das frühe Aus im FA-Cup ereilte unter anderem auch Manchester United und Tottenham Hotspur. Wenigstens erfolgen die Heimniederlagen gegen Erstligisten (West Ham und Aston Villa).
Erfolgreiches Comeback von Moe Wagner
Mehr als ein Jahr musste der Berliner im Dress der Orlando Magic nach seinem Kreuzbandriss im Dezember 2024 pausieren. In der Nacht zu Montag kam er in der NBA wieder zum Einsatz. 10 Minuten agierte er beim 128:118-Erfolg über die New Orleans Pelicans, den sich die Magic im Endspurt sicherten, sammelte trotz nervöser Anfangsphase ansprechende 8 Punkte und je 2 Rebounds und Assists. Groß war der Jubel in der Orlando-Halle, als Wagner kurz vor Ende des 1. Viertels das Parkett betrat. Sein jüngerer Bruder Franz fieberte von der Bank aus mit.
Damit ist Wagner rechtzeitig fürs Berlin Game am Donnerstag gegen die Memphis Grizzlies fit, ob das auch für Franz gilt, bleibt abzuwarten. Glänzend in Form zeigte sich de dritte Deutsche im Orlando-Team: Tristan da Silva sammelte 16 Punkte und verwandelte alle 4 Versuche jenseits der Dreierlinie.
Und sonst?
- Super-Cup an Barca: Im Finale siegten die Katalanen mit 3:2 gegen Real Madrid. Der abwechslungsreiche Clasico fand in Dschidah/Saudi-Arabien statt – wo halt die meisten
Peseten Euronen Perodollars gezahlt werden. Für Barca-Trainer Hansi Flick war es der achte Finalsieg in seinem achten Finale – bemerkenswert.
- Serie A: Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Inter und Meister Napoli endete 2:2. zweimal waren die Mailänder in Führung gegangen, zweimal glichen die Gäste durch den Schotten McTominay aus. 4 Punkte beträgt nun der Vorspung von Inter auf Neapel, dazwischen liegt noch der AC Mailand, das bei Letzten Florentina nicht über 1:1 hinauskam.
- Skispringen: Nach dem souveränen Sieg von Domen Prevc trat beim Weltcup in Zakopane ein anderer Slowene in Erscheinung: Anti Lanisek war im Einzel vom großen Bakken nicht zu schlagen und schaffte vor den Österreichern Jan Hörl (endlich mal wieder Zweiter wie schon in der Tournee-Gesamtwertung 25 und 26) und Manuel Fettner den ersten Saisonerfolg. Prevc landete nur auf Rang 27.
Im Teamspringen (Zweiermannschaften) hatte der Slowene eine Pause erhalten. Weine Landsleute Timi Zajc (endlich mal mit regelkonformen Anzug) und Ante Lanisek kamen hinter Österreich (Jan Hörl/Stephan Embacher) auf dem zweiten Platz.
- Hockey: Österreichs Männer gewannen die Hallen-EM in Heidelberg: Im Finale setzte sich Austria nach Siebenmeterschießen gegen Polen durch. Rekordeuropameister Deutschland war schon im Halbfinale an den Polen gescheitert.
- Tennis: Turniersiege holten sich die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Weißrussland in Adelaide, die Ukrainerin Lena Switolina in Auckland sowie bei den Männern der Russe Daniil Medwedew in Brisbane und Alexander Bublikin aus Kasachstan in Hongkong. Der Osten lebt auf.
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