Das wird die Woche, die wird

Jenseits der WM: 2 absolute Top-Ereignisse des Sportjahres starten – Wimbledon und die Tour de France

 

Alles Sinner oder was?

 

Was macht Janni Sinner in Wimbledon, das er heute als Titelverteidiger eröffnet. Einen Monat war es still um den Italiener nach seinem hitzebedingten Sensations-Aus bei den French Open. Nicht eines der Vorbereitungsturniere auf Rasen hat er absolviert, nur trainiert, wie gut, weiß nur er selbst. Dennoch führt der Sieg nur über den Titelverteidiger, zumal Carlos Alcáraz wegen seiner Handverletzung immer noch pausieren muss. Derzeit gibt es kaum Meldungen über ein eventuelles Comeback des Spaniers zur amerikanischen Hartplatz-Saison, was immer das heißen mag.
Den typischen Rasenspezialisten (Aufschlag, Volley und der eine oder andere geblockte Return) gibt es schon länger nicht mehr. Sehr stark schätze ich die US-Amerikaner um Taylor Fritz, Ben Shelton und Francis Tiafoe ein. Die US-Männer warten schon ewig auf einen Titel (es war tatsächlich Pete Sampras im Jahr 2000). Obs dann wirklich einer aus diesem Trio (oder gar Tommy Paul?) den Durchmarsch schafft, ist einer der Spannungsmomente des Turniers. Und natürlich das Abschneiden des „ewigen“ Djokers Novak Djokovic auf der Jagd nach dem 24. Grand-Slam-Triumph.
Aus deutscher Sicht natürlich die spannendste Frage, was French-Open-Sieger Alexander Zverev auf dem von ihm nicht so geliebten Rasen veranstaltet, auch weil ihn eine Rasen-Allergie plagt. Schlechter als vergangenes Jahr kann es dem hamburger nicht ergehen, als er in der 1. Runde Arthur Rinderknech unterlag und danach in einer markerschütternden Pressekonferenz einen Seelenstriptease hinlegte, wo er mit sich und der Welt komplett unzufrieden war. In einem pozenziellen Viertelfinale könnte er auf Taylor Fritz treffen sein Angstgegner, gegen den er zuletzt in Halle/Westfalen seine 7. Niederlage hintereinander bezog.

Bei den Frauen steht erst einmal das Comeback von Serena Williams im Blickpunkt. Die US-Amerikanerin erhielt von den Veranstaltern eine Wild Card, der Hype um die 23-fache Grand-Slam-Siegerin (letzter Wimbledontitel: 2016) ist gewaltig (meines Erachtens zu gewaltig), ihre Partie gegen gegen die Australierin Maja Joint findet auf dem Center Court statt, er wird brechend voll sein. Ebenfalls beim Doppel, das sie mit ihrer älteren Schwester Venus bestreitet.

Auch wenn Williams die eine oder andere Einzel-Runde gewinnen sollte (eher bestenfalls eine), das Turnier wird sie nicht gewinnen. Für den Sieg kommen ein knappes Dutzend Spielerinnen in Frage. Anders gesagt: die natürliche Favoritin erkenne ich nicht. Die Vorbereitungsturniere hinterließen einen gemischten Eindruck. Die Top 2, Aryna Sabalenka und Lena Rybakina, bezogen empfindliche Niederlagen. Auch bei den Frauen gibt es chancenreiche Amerikanerinnen, sogar ein Quartett (Coco Gauff, Jessica Pegula, Madison Keys und trotz fehlender Form die letztjährige Finalistin Amanda Anisimova). Die Tschechinnen um Karolina Muchova (Turniersieg in Berlin) und Linda Noskova (Turniersieg in Bad Homburg) sind stark, und natürlich nie zu unterschätzen ist Iga Swiatek, die polnische Titelverteidigerin. Oder eben die Überraschungsfrau, die Wimbledon so gerne hervorbringt.

Die mittlerweile 37-jährige Tatjana Maria zeigte unlängt mit der Finalteilnahme in Eastbourne (vs Keys), dass sie auf Rasen sehr gefährlich sein kann, Ähnliches lässt sich über die deutsche Landsfrau Laura Siegemund sagen.

 

Alles Pogacar oder was?

 

Die Tour de France beginnt am Samstag, wie immer über 3 Wochen mit der Schluss-Etappe am 26. Juli mit einem Rundkurs in Paris. Wieder ein extrem anspruchsvoller Kurs mit gleich 8 Bergetappen und 5 Bergankünften. Gleich zweimal ist Alpe d`Huez das Ziel, bei der vorletzten Etappe allerdings geht es eher harmlos über die Ostseite hoch zum legendären Wintersportort: erst danach steht der Gesamtsieger wirklich fest.
Und wir wissen dann, ob Tadej Pogacar auch wirklich triumphiert. Der Slowene ist der haushohe Favorit auf den Toursieg; es wäre sein fünfter, mit dem er zu den Legenden Merckx, Indurain und Hinault aufschließen würde. Er ist in glänzender Form, wie der übelegene Sieg bei der Generalprobe Tour de Suisse eindrucksvoll bestätigte.

Doch die Konkurrenz wird sich nicht kampflos ergeben. Vor allem nicht Jonas Vingegaard, der überlegen den Giro gewann und dabei sogar Kräfte sparen konnte. Im Zeitfahren ist der Däne mindestens ebenbürtig, allerdings gibt es nur ein eher kurzes Einzelzeitfahren (26km/16.). Die große Frage lautet: kann er im Hochgebirge mithalten, vor allem bei so vielen Etappen.

Der deutsche Rennstall Bora-Red Bull geht mit einer Doppelspitze ins Rennen, angeblich sind Zeitfahrspezialist Remco Evenepoel und  Florian Lipowicz, gleichberechtigt. Der Deutsche erscheint mir in den Bergen stärker als der holländische Kollege. Im vergangenen Jahr wurde er Dritter, und nach eigener Auskunft ist er noch besser in Form. Vor allem ist er ein Jahr erfahrener und hofft somit, dass er gerade am Anfang unnötige Zeitverluste vermeiden kann.

Womit ich beim vierten aussichtsreichen Kandidaten wäre: Paul Seixas, blutjunger (19) Himmelsstürmer aus Frankreich, der endlich für die Gastgeber wieder einen Toursieg schaffen soll (zuletzt Bernard Hinault 1985!). Seixas ist ein begnadetes Radsport-Talent, aber er bestreitet die Tour erstmals (und überhaupt zum ersten Mal eine dreiwöchige Landesrundfahrt). Gerade die Tour ist einzigartig, so aggressiv wird bei keiner anderen Rundfahrt gefahren. Irgendwann, da bin ich mir sicher, wird Seixas triumphieren, aber in diesem Jahr wird er höchstwahrscheinlich noch Lehrgeld zahlen müssen, wobei ich ihm Etappensiege jedezeit zutraue.

Die Tour de France beginnt, wie der Name schon sagt, in Spanien, genauer in Barcelona, wo zunächst ein 19 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren stattfindet. Erst am Montag wird die Grenze zu Frankreich passiert.
Zunächst geht es in die Pyrenäen mit allerdings nur einer wirklich schwierigen Etappe (6.), auf der unter anderem die Legenden Tourmalet (Höchste Kategorie) und Aspin (1. K.) bezwungen werden müssen.
Knackige, hügelige bis bergige Etappen durchs Zentralmassiv bilden den Transfer in die Alpen wo dann die 2 Alpe-d’Huez-Etappen den Abschluss bilden (vor der Ehrenfahrt am Sonntag nach Paris, auf der nicht mehr angegriffen wird). Auf der 19. Etappe die legendären 21 Kehren hoch. Das Schwierigste kommt zum Schluss, nämlich die Königsetappe mit 3 Bergen der höchsten Kategorie, unter anderem der Galibier, mit 2645 Metern das Dach der Tour.

 

Und sonst?

 

  • Leichtathletik: Diamond-League-Meeting am Freitag (nicht DL-Disziplinen) und Samstag in Eugene/Oregon. Trotz des ewig weiten Flugs an die Westküste haben zahlreiche Stars gemeldet.
  • Formel 1: Grand Prix von Großbritannien in Silvestone. Es gibt den Sprint am Samstag und das hauptrennen am Sonntag (und die Qualifikationen). Die Mercedesse um den WM-Führenden Kimi Antonelli und Spielberg-Sieger George Russell sind weitger das Maß aller Dinge. Allerdings haben die Red Bulls (Max Verstappen) und auch die Mclarens aufgeholt. Eigentlich auch Ferrari, aber da funkt immer wieder eine falsche Taktik dazwischen.
  • Motorsport: Erwähnen möchte ich die DTM am Norisring. Spektakulärer Stadtkurs in Nürnberg.

 

Wer also braucht da irgendwelche Fußballspiele in Nordamerika?

Das wird die Woche, die wird

Das Fußballturnier in Nordamerika setzt sich fort mit den 2. und 3. Vorrundenspielen. Nach Ende des 2. Spieltages (Mittwoch) raffe ich mich wahrscheinlich zu einer ersten Analyse auf. Bisher freut mich meine Ignoranz hier, auch wenn ich zumindest einige Partien gucke.

 

Und sonst?

 

  • Formel 1: Am Sonntag der Grand Prix von Österreich in Spielberg. Trotz Aus in Barcelona ist Kimi Antonelli im Mercedes der Favorit. Sein Vorsprung in der WM-Wertung ist immer noch komfortabel (41 Punkte auf Lewis Hamilton, gar 50 auf Teamkollege George Russell.
  • Tennis: die letzten Vorbereitungsturniere für Wimbledon (ab 29.Juni). Die Frauen spielen in Bad Homburg mit bemerkenswert starkem Feld (u. a. Swiatek, Andreewa, Svitolina, Muchova sowie Eva Lys) und Eastbounre (Paolini, Keys, Ostapenko sowie Laura Siegemund und Tatjana Maria), die Männer treffen sich ebenfalls in Eastbourne (Fritz, Fonseca, Francisco Cerundolo, Etcheverry sowie Daniel Altmaier) und auf Mallorca.
    In Roehampton beginnt am Montag das Qualifikationsturnier für Wimbledon. Wie gehabt sind 3 Runden zu überstehen, bevor Frau und Mann die Spielberechtigung für den „heiligen Rasen“ erworben hat.
  • Leichtathletik: Diamond League in Paris am Sonntag. Immer ein stark besetztes Feld im Stade de France. Eine Attraktion könnte der Stabhochsprung mit Mondo Duplantis und Emmanouil Karalis werden. Die brillante Hürdenläuferin Femke Bol versucht sich wie geplant, aber wegen einer Verletzung verspätet, an den 800 Metern.

 

 

Das wird die Woche, die wird

Zumindest erwähnt sei, dass die Fußball-WM läuft. Mit 4 Spielen pro Tag (die Anstoßzeiten variieren zwischen 18 und 6 Uhr.

 

Wer wird Basketball-Meister: Bayern oder Alba

 

Nix wirds mit dem Durchmarsch für den Titelverteidiger Bayern.1:1 steht es nach den ersten beiden Partien in München. Die Berliner klauten Spiel 2 im SAP Garden und haben jetzt zweimal Heimrecht, allerdings nicht in der modernen Halle am Ostbahnhof (mittlerweile heißt sie Uber-Arena), sondern in der altehrwürdigen Max-Schmeling-Halle. Gespielt wird am Mittwoch und Freitag, jeweils um 20:30 Uhr. Sollten beide Teams je eine Partie für sich entscheiden, kommt es am Sonntag wiederum in München zum Entscheidungsspiel.

 

Zverevs Heimspiel

 

Erstmals seit seinem Triumph bei den French Open vor gut einer Woche tritt Alexander Zverev wieder bei einem offiziellen Turnier an. In Halle/Westfalen ist er an Nummer 1 gesetzt (der Weltranglistenerste Jannik Sinner konzentriert sich ganz auf Wimbledon/ab 29. Juni), inwieweit ihn die Feierlichkeiten berührt (oder zusätzlich motiviert) haben, wird man sehen.
Erstaunlicherweise ist Rasen nicht der Spezial-Belag des Aufschlag-Riesen, aber was heißen schon die Auftritte der vergangenen Jahre.

Das Teilnehmerfeld kann sich durchaus sehen lassen. An Nummer 2 ist der Kanadier Felix Auger-Alliasime gesetzt, an Nummer 3 der Ben Shelton. Der Amerikaner ist Spezialist für deutsche Turniere. Im April gewann er die Veranstaltung auf Sand in München, jetzt kommt er mit dem Sieg aus Stuttgart nach Westfalen. Paris-Finalist Flavio Cobolli aus  Italien hat ebenfalls gemeldet.
Parallel treten die Männer auch beim Traditionsturnier in Queens an. Der Australier Alex di Minuar führt die Setzliste an vor den Tschechen Jiri Lehecka und Paris-Halbfinalist Jakub Mensik.

Ein absolutes Frauen-Weltklassefeld trifft in Berlin aufeinander. Allerdings haben French-Open-Siegerin Mirra Andreewa und Wimbledon-Finalistin Amanda Anisimova kurzfristig abgesagt. Doch die Top 2 Aryna Sabalenka und Lena Rybakina sowie die Deutsche Eva Lys geben sich im Steffi-Graf-Stadion die Ehre.
Besonderes Schmankerl: Serena Williams setzt ihre Comeback-Tour im Doppel fort, diesmal an der Site von Karolina Muchova
Außerdem spielen die Frauen in Nottingham unter anderem mit Tatjana Maria.

 

Dsa wird die Woche, die wird

Entscheidungen in Paris

 

Die Viertelfinali stehen ab Dienstag an. Bei den Frauen haben sich acht Ost-Europäerinnen durchgesetzt, das hat es in einem Grand-Slam-Viertelfinale noch nie gegeben: 3 aus Russland, 2 aus der Ukraine (Svitolina und Kostyuk treffen heute aufeinander), dazu je eine Rumänin, Weißrussin und Polin (nicht Swiatek, sondern Chwalinska). Abwechslung sieht anders aus, und wenn dann die beiden von mir bevorzugten Ukrainerinerinnen (aus Gründen!) sich gegenseitig eliminieren müssen, leidet das Turnier zumindest aus meiner Sicht umso mehr.

Und die Männer? Tennis sucht den neuen Grand-Slam-Sieger, heißt es nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Sinner, Djokovic (und Wawrinka). Die besten Chancen werden allgemein und vor allem von den Wettern Alexander Zverev eingeräumt. Bisher hat der Hamburger überzeugt, hat auch in den vier Runden die wenigste Kraft gelassen auch dank einer ihm recht gnädigen Auslosung. Zverev trifft am heutigen Dienstag auf den spanischen Aufsteiger des Jahres, Jodar (Wortspiele mit Meister Jodar sind herzlich willkommen). Wenn man so will, der erste Härtetest.
Es ist ein absolut faszinierendes Turnier bisher mit mehreren Begegnungen, die das Zeug zum Klassiker haben. Wie gestern Nacht der packende Fünfsatz-Thriller zwischen Tiafoe und Arnaldi, der fünfeinhalb Stunden dauerte, ehe Arnaldi seinen dritten Matchball verwandelte. Er hat damit 2 Fünfstunden-Matches in Folge gewonnen, mitr ist nicht erinnerlich, dass es das im Profitennis überhaupt schon mal gegeben hat außer vielleicht im Daviscup.

Arnaldi ist damit der dritte Italiener in der Runde der besten Acht, und das, obwohl die nominell besten Landsleute Sinner, Musetti und Darderi schon ausgeschieden sind respektive gar nicht dabei waren (Musetti). Am Mittwoch bekommt Arnaldi es mit dem ehemaligen Wimbledon-Finalisten Berrettini zu tun; dessen Comeback nach schier endloser Verletzungshistorie auch so eine wunderbare Geschichte dieser French Open.

 

Formel 1 kommt nach Europa

 

So spät wie noch nie im Jahr, für gleich mit dem Klassiker: dem Grand Prix von Monaco. Die Fahrt durch die Häuseschluchten des Fürstentums ist ein Anachronismus. Es gibt keinerlei Auslaufzonen, wer von der Strecke abkommt, landet in der Leitplanke. Überholen ist nach wie vor praktisch unmöglich, wenn der Vordermann keinen Fehler macht. Trotz allem ein Faszinosum, auf die niemand ernsthaft verzichten will. Wie jedes Jahr zitiere ich den dreimaligen Weltmeister Nelson Piquet aus den 80er-Jahren. Hubschrau erfliegen im Wohnzimmer, hat der Brasilianer das Spektakel genannt.
Als klar WM-Führender geht Kimi Antonelli ins Rennen. Desen Mercedes ist immer noch das überlegene Fahrzeug im Feld, auch wenn insbesondere die McLarens um Titelverteidiger Lando Norris aufgeholt haben. Der 19-jährige Italiener hat derzeit seinen erfahreneren Teamkollegen George Russell im Griff, die beiden leifern sich derart beherzte Zweikämpfe, dass die Teamleitung bestimmt graue Haare bekommt. Noch allerdings greift sie zumindest offiziell nicht lenkend ein, sondern lässt die beiden machen. Bis es knallt?

 

Und sonst?

 

  • Letzte WM-Tests. Am Dienstag macht sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf zur WM nach Nordamerika. Im abgeschiedenen, abe lxuriösen Wionston-Salem wird sie ihr Lager aufschlagen, am Samstag (20:30 MESZ) kommt es zum letzten Test gegen Co-Gastgeber USA. Dann wird sogar Manuel Neuer im Tor stehen.
    Alle WM-Teilnehmer haben noch Generalproben zu bestehen. Möge sich jeder „sein“ Team herauspicken.
  • Basketball: Die beiden BBL-Halbfinals haben am Donnerstag (und Sonntag) ihre jeweils dritten (und wenn nötig vierten) Spiele. Der FC Bayern und Alba Berlin führen gegen Bonn und Bamberg jeweils mit 2:0.
  • Leichtathletik: Doppelte Diamond League: Ein Teil der Welteilite trifft sich am Donnerstag in Rom und am Sonntag in Stockholm.

Das wird die Woche, die wird

Rückspiele im Europapokal und schon am Montag das Finale um die Snooke-WM.

 

Welche Super-Offensive wird supriger?

 

Showdown in München zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain. Unüberbietbar scheint das Hinspiel, das der franzöösiche Meister mit 5:4 gegen den deutschen Titelträger gewann. Allseits erwartet wird aber ein erneutes Offensiv-Feuerwerk, einfach weil die Teams im Angriff so viel besser aufgestellt sind als in der Verteidigung. Gold wert könnten die beiden Treffer der Münchner sein, als sie nach dem 2:5 nicht aufgaben und auf 4:5 verkürzten.
Ich sehe die Bayern leicht favorisiert, weil ich in die PSG-Abwehr noch weniger Vertrauen habe als in die der Münchner, die mit Upamecano, Davies und Tah wenigstens vernünftige Einzelspieler haben. Vielleicht entscheiden die Torhüter, vielleicht tatsächlich Manuel Neuer: Ob im Guten oder Schlechten (sihe Real Hin und Rück), wer weiß?

Dass 2. Halbfinale zwischen dem FC Arsenal und Atlético sehe ich völlig offen. Hier kommen die Freunde des gepflegten Defensive auf die Kosten, wobei sowohl Arsenals Coach Miguel Arteta noch Diego Simeone von Madrid auch hervorragende Angriffsspieler zur Verfügung haben. Diese Partie war im Hinspiel vielleicht nicht so spektakulär wie die in Paris, absolut sehenswert war sie dennoch. Hier wie dort standen die Schiris und VARS im Blickpunkt, aber lassen wird das!

Di., 21:00: Arsenal – Atletico (1:1)
Mi., 21:00: FC Bayern – PSG

 

Freiburg auf dem Finalsprung

 

Ein bisschen im Schatten steht wie immer die Europa League. Dabei könnte der SC Freiburg Historisches schaffen und erstmals in der Vereinsgeschichte ein europäisches Finale erreichen. Vor dem Trip nach Istanbul muss allerdings die Hürde Sporting Braga aus dem Weg geräumt werden. Wie schwer das ist, konnten die Badener im Hinspiel sehen, als sie mit 1:2 verloren. Und Braga kann Rückspiel, das zeigten die Portugiesen im Viertelfinale, als sie bei Betis Sevilla zwar 0:2 zurücklagen und dennoch mit 4:2 triumphierten. Aber Freiburg kann mit enormer Heimstärke aufwarten, man gewann alle 6 EL-Partien zu Hause.

Do., 21:00: SC Freiburg – Sporting Braga (1:2)
Do., 21:00: Asoton Villa – Nottingham Forest (0:1)

 

Conference League

Do., 21:00: Racing Straßburg – Vallecano (0:1)
Do., 21:00: Crystal Palace – Schactjor Donezk (3:1)

 

Shawn Murphy will den zweiten Snooker-Titel

 

Teil 2 des Finals zwischen Shaum Murphy aus England und dem Chinesen Yize Wu, der zurzeit mit 10:7 führt. De Gewinner mus 18 Frames für sich entscheiden, es gibt also noch eine Menge Snooker zu sehen, die Entscheidung im Crucible Theatre in Sheffield fällt aller Wahrscheinlichkeit erst am späte(re)n Abend.
Als der Engländer im Jahr 2005 zum ersten Mal Weltmeister wurde, war er gerade mal 20 Jahre alt und ein absoluter Nobody (Nummer 48 der Weltrangliste). Seitdem hat er eine Karriere mit vielen Auf und Abs hinter sich. Dreimal kam er noch ins WM-Finale in Sheffield, dreimal zog er den Kürzeren, zuletzt 2021 gegen Mark Selby. Wu bestreitet sein erstes WM-Finale. Zuletzt trafen die beiden in der 1. Runde des Masters in London aufeinander, dort behielt Wu die Oberhand und scheiterte erst im Halbfinale an Kyren Wilson.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Im Blickpunkt vor letzten beiden Spieltagen steht der Kampf um Platz vier (sicheer Championsplatz) und eine Trielle um den Klassenerhalt, respektive den Relegationsplatz.. Zurzeit sind drei Tams punktgeleich Vierter, am Samstag (15:30). treffen mit dem VfB Stuttgart und bayer Leverkusen zwei von ihnen direkt aufeinander. Der dritte Kandidat, 1899 Hoffenheim, empfängt Werder Bremen (Sa., 15:30), das, um den Abstieg endgültig zu vermeiden, noch einen Punkt braucht.
    Abstiegskampf: Im Kampf um Platz 16 sind der VfL Wolfsburg und St. Pauli punktgleich, wobei der VfL die um 3 Tore bessere Tordiferrenz hat. Wolfsburg spielt gegen Meister Bayern (euphorisiert oder tiefenttäuscht von der Champions League), der FC St. Pauli muss zu RB Leipzig. Theoretische Chancen hat auch noch der Letzte Heidenheim, der allerdings beide Partien in Köln und eine Woche darauf gegen Mainz gewinnen müsste.
  • Spanien: El Clasico, nämlich der Echte zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Barca könnte die Meisterschaft im „feindlichen“ Bernabeu auch rechnerisch klarmachen (mit einem Sieg oder Remis) und dort feiern, das ist der besondere Reiz der ohnehin immer reizvollen Partie. Denn dass Barcelona den Titel in der Primera Division holt, steht außer Frage.
  • Tennis: Nach Madrid ist vor Rom. Wieder sind je 96 Frauen und Männer am Start, allerdings nicht Carlos Alcáraz, der auch für die French Open ausfällt. Klarer Favorit ist Jannik Sinner, der am Sonntag in Madrid das fünfte Masters-turner in Folge gewann. bei den Frauen erscheint alles offen. Trotz der relativ frühen Niederlagen in Madrid sehe ich Aryna Sabalenka und Lena Rybakina leicht vorne.
  • Handball: Rückspiele der Viertelfinali in der Champions League. Fürs Final Four buchen kann bereits der SC Magdeburg nach dem 35:28 in Szeged, auch die Füchse Berlin sollte die Endrunde erreichen: die knappe 34:35-Niderlage gegen Vezprem sollte aufholbar sein.
  • Basketball: In der Euroleague stehen im Viertelfinale die Partien 3 und 4 der Best-of-5-Serie an. Sehr gut sieht es für die griechischen Clubs Olympiakos und Panathinaikos aus, die jeweils ihre beiden ersten Spiele gegen Monaco un Valencia geonnen haben.
  • Motorrad: WM-Läufe in allen drei Klassen in Le Mans. Nicht auf dem legendären Langsrecken, sondern einem verkürzten Rundstrecke.

Das wird die Woche, die wird

Champions-League-Halbfinale (Männer und Frauen), Tennis in Madrid (ohne Carlos Alcáraz), und die Formel 1 kehrt nach kriegsbedingter Pause in Miami zurück.

 

Alles Bayern oder was?

 

Für viele Experten ist das Halbfinale in der Fußball-champions-League zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern das vorweggenommene Finale. Beide Teams sind mit abstand die offensivstärksten in Europa. Sie haben fantastische Einzelspieler (Vitinha, Kvaratskhelia, Dembélé respektive Olise, Diaz, Kane) die auch noch hervorragend zusammenspielen. Die große Frage wird sein, wie die nicht ganz so top besetzten Abwehr- und defensive Mittelfeldreihen mit dieser Angriffs-Power zurechtkommen. Vielleicht entscheiden die Torhüter, und dann wäre es für die Münchner natürlich von großem Vorteil, wenn sie den Manuel Neuer aus dem Hinspiel gegen Real Madrid bekämen und nicht den Manuel Neuer aus dem Rückspiel. Dass PSG aufgrund des Wunsches von Trainer Luis Enrique sich vor der Saison von Gianluigi Donnarumma getrennt hat, ist für mich immer noch ein unfassbares Faszinosum.

Während bei PSG-Bayern allseits ein Offensiv-Feuerwerk mit unbekannten Ausgang erwartet wird, dürfte die zweite Begegnung zwischen Atlético und dem FC Arsenal eher pragmatisch geführt werden. Atlético ist etwas überraschend der letzte Vertreter der spanischen Armada, Trainer Diego Simeone in seiner 16. (!) Saison beim „kleinen“ Madrider Verein hat zwar mit Julian Alvarez und Antoine Griezmann herausragende Offensiv-Kräfte, doch nach seinem Naturell legt er immer viel Wert auf Sicheheit. Meistens zumindest, denn manchmal lässt er die Seinen von der Leine wie beim unglaublichen Pokal-Halbfinale gegen Barca, als die „Colchoneros“ im Hinspiel zur Pause 4:0 führten.
Dem FC Arsenal hingegen scheint nach dem brillanten Herbst und Winter die Luft auszugehen. In den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Londoner schon ausgeschieden, im Meisterschaftsrennen scheint Manchester City mittlerweile die bessere Form zu haben (es droht ein Wettschießen ums bessere Torverhältnis). Mit dem extrem pragmatischen Spiel, dass vermeintlich allein von großartigen Standards lebt, hat Arsenal die neutralen Fußball-Fans schon gegen sich aufgebracht. Wenn das jetzt nicht mindestens zu einem Titel führt, könnte es für Trainer Miguel Arteta tatsächlich eng werden.

Kuriosum am Rande: Nicht eine der vier Halbfinalisten wird von einem Trainer, der die Staatsbürgerschaft des Landes hat (krude ausgedrückt, man ahnt, was ich sagen will …. FC Bayern: Kompany/Belgien, PSG: Enrique/Spanien, Arsenal: Ateta/Spanien, Atlético: Simeone/Argentinien.

Di., 21:00: PSG – FC Bayern
Mi., 21:00: Atl´ßetico – Arsenal

 

Die Frauen bestreiten am Wochenende bereits die Halbfinal-Rückspiele, ebenfalls mit vier Vertreterinnen aus Deutschland, Spanien England und Frankreich. Der FC Bayern hat am Sonntag im ausverkauften Camp Nou (So., 16:30) die nahezu unlösbare Aufgabe gegen den FC Barcelona, das mit Abstand beste Team Europas. Im Hinspiel am Samstag wehrten sich die Münchnerinnen im WM-Stadion sehr tapfer und holten ein insgesamt verdientes 1:1. Ob das aber reicht, erscheint mir sehr zweifelhaft, auch wenn es wahrscheinlich nicht zu einem 1:7-Desaster kommt wie beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober.
Völlig offen erscheint mir die zweite Begegnung zwischen Olympique Lyon und dem FC Arsenal (Sa., 15:00). Die Londonerinnen profitierten bei ihrem 2:1 am Sonntag von veritablen Abwehrfehlern von Lyon.

 

Freies Geleit für Jannik Sinner?

 

Zumindest fehlt dem Italiener mit Carlos Alcáraz der nominell stärkste Gegner. Der Spanier leidet an einer Handgelenks-Verletzung und zog nicht nur für dieses Turnier zurück, sondern für die komplette Sandplatzsaison und damit auch für die French Open in einem Monat. Handgelenks-Verletzungen sind tatsächlich mit das Übelste, was einem Tennisspieler passieren kann. Dominik Thiem etwa fand danach nie wieder zu alter Form, auch als er sich nach einer langen Pause zurückmeldete. Bleibt im Sinne aller Tennisfreunde zu hoffen, dass das beim Spanier nicht so dramatisch endet.
Von der Abwesenheit von Alcáraz könnte Alexander Zverev profitieren, der im Madrid hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Die bisherigen Vorstellungen waren durchwachsen, aber erfolgreich. Ich habe trotzdem meine Zweifel, dass Zverev das Finale erreicht oder gar triumphiert, obwohl das Turnier in der spanischen Hauptstadt schon zweimal gewonnen hat (2018, 2021).
Bei den Frauen läuft erneut alles wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka gegen Lena Rybakina hinaus. Es sind die mit Abstand besten Tennisspielerinnen in diesem Jahr, die auch auf Sand eine Klasse für sich sind. Zumindest im Doppel ist Laura Siegemund noch dabei an der Seite der 41-jährigen (!) Vera Zwonarewa.

 

Die Formel-1-Motoren heulen wieder

 

Nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des US- und Israel-Krieges und gegen den Iran und der damit verbundenen unsicherren Lagen in den Golf-Staaten ausgefallen waren, kehrt die Königsklasse zurück. Mit dem Rennen in Miami rund ums Football-Stadion, in dem für Sommer auch Fußball-WM-Partien geplant sind. In de Pause wurde das Reglement leicht geändert. So soll in der Qualifikation wieder mehr Wert auf Speed gelegt werden und weniger auf Motoren-Management. Es war ja regelrecht eine Farce, wenn die Fahrer weit vor Ende der Geraden vom Gas gegangen sind, weil keine Energie mehr vorhanden war.
Ob die Änderungen an der Herrschaft der Mercedesse großartig beenden, glaube ich eher nicht. Das ganze Paket stimmt, die Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind der Konkurrenz weit voraus. Vielleicht kann der viermalige Weltmeister dank seiner fahrerischen Ausnahmestellung den Rückstand verkürzen. Der Holländer hatte sichtlich wenig Spaß am Spar-Fahren; geradezu glücklich wirkte er, als er für ein Wochenende zur Langstrecken-Meisterschaft auf den Nürburgring wechselte.

 

Freiburger Märchen

 

Das Team von Trainer Julian Schuster steht im Halbfinale der Europa League. Die Aufgabe Sporting Brava scheint lösbar, auch wenn die Portugiesen nie abzuschreiben sind (man frage die Kicker von Betis Sevilla). Das Hinspiel findet am Donnerstag (21 Uhr) in Braga im wunderschönen EM-Stadion vn 2004 statt, das Rückspiel dann eine -woche Später zu Hause. Sollten die Breisgauer tatsächlich das Endspiel erreichen wartet in Istanbul mit Aston Villa oder Nottingham Forest auf jeden Fall ein englischer Club. Die Conference-League-Halbfinales am Donnerstag lauten: Rayo Vallecano – Racing Straßburg und Schachtjor Donezk – Crystal Palace (in Krakau).

Insgesamt geht es für die deutschen Teams im Europapokal auch darum, Spanien in der 1-Jahreswertung noch abzufangen. Mit Rang 2 hinter England wäre das ein 5. Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte der SC tatsächlkch die Europa League gewinnen, hätte er ein persönliches (eigenes?) Sartrecht in der Königsklasse 26/27.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Ein „Endspiel um Platz 4 zwischen 1899 Hoffenheim (5./57 Punkte) und dem VfB Stuttgart (4./57) VfB Stuttgart (4./57). Wer gewinnt, hatbeste Chancen auf den letzten Champions-League-Platz. Dahinter lauert Bayer Leverkusen (55 Punkte), das zu Hause gegen RB Leipzig im Topspiel des Tages (Sa., 18.30) zum Siegen verdammt ist.
    Im Abstiegskampf braucht der vfL Wolfsburg jeden Sieg, da kommt ein Gegner wie Freiburg zwischen dessen beiden Europa-League-Halbfinals vielleicht wie gerufen, sogar auswärts (So., 19:30). Aufgrund des Mai-Feiertags gibt es wie gehabt am Freitag kein Spiel, die Polizei wird anderswo gebraucht.
  • England, Premier League: Fernduell um die Meisterschaft zwischen Arsenal und Manchester City. City mit 3 Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Arsenal kann gegen Fulham vorlegen (Sa., 18:30), City müsste am Montag (21:00) in Everton nachlegen. Im Abstiegskampf brauchen die Tottenham Hotspur unbedingt einen Sieg gegen Aston Villa (So., 20:00!).
    Championship: Der letzte von 46 (!) Spieltagen in der 2. englischen Liga. Coventry City steht als Aufsteiger fest, dahinter hofft noch ein Quartett auf den direkten Aufstiegsrang 2. Könnte eine extrem wilde Angelegenheit werden ab Samstag um 13:30 Uhr. Apropos: Leicester City muss den Gang in die 3. Liga antreten, 2015 wurde das Team noch Sensationsmeister. Einen derartigen Abstieg hat es meines Wissens zumindest auf sportliche Art und Weise noch nie gegeben.
  • DEL: Die Eisbären Berlin haben  die ersten beiden Spiele der Finalserie gegen die Adler Mannheit klar gewonnen (6:3, 5:1). Spiel 3 am Dienstag in Mannheim ist schon ein Pflchtsieg für die Gastgeber.
  • Basketball: Die Euroleague hat endlich die 8 Tams der Play-offs gefunden – ohne deutsche Beteiligung. 4 Serien nach em Modus Best of 5, die ersten beiden Spieltage verteilt auf Dienstag bis Freitag. Nach meinem Kurzaufenthalt in der griechischen Hauptstadt schlägt mein Herz für die Athener Clubs Panathinaikos (vs Valencia) und Olympiakos (vs Monaco). Außerdem: Fenerbahce – Kaunas und Real Madrid gegen hapoel Tel Aviv.
  • Handball: Auch hier Viertelfinale der Champions League, hier der Modus Hin- und Rückspiel. SC Magdeburg bei Szeged (Mi., 18:45) und Füchse Berlin in Vezprem (Do., 18:45) sind jeweils in Ungarn zu favorisieren. Außerdem: Sporting Lissabon Mi., 20:30) – Aalborg und Nantes – FC Barcelona (Do., 20:30).
  • Snooker: Die WM in Sheffield geht in die entscheidende Woche. Wie gehabt wird der Titel erst am ersten Mai-Montag in de 3. oder 4. Finalsession ermittelt. Titelverteidiger Zhao Xintong steht schon m Viertelfinale.