Thunder und Spurs klar favorisiert

Blick über den Teich, NBA

 

WESTERN CONFERENCE

 

Im inoffiziellen Wettstreit der beiden Conferences hatte der Westen Jahre die Nase vorn. Besser, attraktiver, namhaftere Spieler. Das hat sich zwar etwas geändert, aber dennoch würde ich Oklahoma City Thunder und die San Antonio Spurs als Titelfavorit ansehen (und somit logischerweise im Westen vorn).

 

Favoriten

 

Oklahoma City Thunder

 

So recht kann sich noch immer niemand erklären, wie das Team im Conference Final an den Spurs scheitern konnte (ein Grund: Co-Star Jaylen Williams war angeschlagen). Mit der besten Bilanz aus der regulären Saison, dem besten Spieler (Shai Gilgeous-Alexander), dem breitesten Kader.

Der hat jetzt aufgrund der finanziellen Vorgaben (Gehalts-Obergrenze) leichte Änderungenefahren müssen. Der exzellente Verteidiger Lu Dort und Scharfschütze Isaac Joe haben das Team verlassen, gekommen ist der junge Center-Riese Aday Mara aus Spanien, ein ungeschliffener Diamant.

So wird die Hauptlast wieder auf dem Top-Duo SGA/Williams liegen, ergänzt durch die bewährten Kräfte Isaiah Hartenstein, Chet Holmgren und Defensv-Spezialist Alex Caruso, der von der Bank kommend immer frischen Wind in eine Partie bringt. Sehr gespannt bin ich auf die beiden Jungspunde Ajaj Mitchell und Jared McCain, die bereit für den nächsten Karriere-Sprung sind.

 

San Antonio Spurs

 

Erstaunlich chancenlos im NBA-Finale gegen die Knicks. Weil ihr Superstar Victor Wembanyama zu müde war, gerade nach den aufreibenden Partien gegen die Thunder? Sie werden ihre Lehren daraus ziehen, und Trainer Mitch Johnson dürfte seinen Ausnahme-Könner noch mehr Pausen gönnen.
Ein Problem war allerdings die nicht ganz so tiefe Bank (obwohl Luke Kornet durchaus ein guter Wemby-Vertreter auf dern Center-Position war). Insofern ist Tobias Harris eine sehr gute Ergänzung, der auch Erfahrung in die immer noch sehr junge (an Alter und Profi-jahren) bringt.
Die Verteidigung mit Wembanyama wird wieder der Faustpfand sein. Der Respekt der Gegner vor dem Alien sieht man praktisch bei jedem Angriff.

 

Play-off-Kandidaten

 

Minnesota Timberwolves

 

Ein gesunder Anthony Edwards, ein Spielmacher LoMelo Ball, der an guten Tagen jede Verteidigung aushebelt wie nichts, ein Verteidiger-Riese Rudy Gobert, der sich nicht herumschubsen lässt. Die Zutaten für den ganz großen Wurf sind gegeben. wenn da nicht die Gefahr der immer wieder auftauchenden Verletzungen wären.

Die Top 6 scheinen sicher, und wenn alles zusammenläut, dann greifen die Wölfe sogar die vemeintlichen Platzhirsche Thunder und Spurs an. Dafür bürgt ein relativ breiter Kader, wo hochveranlagte Profis wie Jaden McDaniels, Jonathan Kuminga und Ayo Dosunmo jederzeit einspringen können.

 

Denver Nuggets

 

Nikola Jokic ist der beste Basketball-Spieler der Welt. Punkt. Allein der Serbe hebt jedes Team auf ein anderes Level, der nicht nur einzigartige Statistiken vorweist, sondern nachweislich jeden Mitspieler besser macht.
Die erste Fünf ist meisterschaftsreif mit der idealen Jokic-Ergänzung Jamal Murray und Allrounder Aaron Gordon, Christian Braun und dem (allerdings etwas in die Jahre gekommenen) DeMar DeRozan. Das Problem ist die zurzeit kaum wettbewerbs-fähige Bank (wir reden von den Besten der Besten). Die Abgänge von Peyton Watson und Tim Hardaway schmerzen (auch hier wegen der Gehalts-Obergrenze), und es wird interessant zu sehen, wie Trainer David Adelman diesen Verlust kompensiert.
Dank Jokic wird es für die Play-offs reichen, aber dann …?

 

Houston Rockets

 

Letztes Jahr der Tiger auf dem Sprung, der aber als Bettvorleger gelandet ist (maßlose Übertreibung meinerseits). Was mit dem Ausfall von  Fred van Vleet (etwas einfach) begründet wurde.
Jetzt ist der Spielmacher wieder gesund, allerdings auch ein Jahr älter und mit dem kleinen Fragezeichen versehen, ob er nach seinem Kreuzbandriss die alte Klasse wieder erreicht.
Sollte das der Fall sein, könnten die Raketen tatsächlich in die Umlaufbahn schießen, denn der Kader ist erlesen besetzt. Alperen Sengün, Amen Thompson und Reese Shephard bürgen für Top-Qualität. Und dann ist da noch der fleißige Punktesammler Kevin Durant (26/Spiel in der vergangenen Saison). An guten Tagen immer noch kaum zu stoppen, die allerdings mit seinem Alter (37) seltener werden. Und Durant hat auch den Ruf, dass er anders als ein Jokic oder Shai seine Mitspieler nicht unbedingt besser macht.

 

Los Angeles Lakers

 

Alles Doncic oder was?! Nach dem Abgang von LeBron James ist der slowenische Ausnahme-Spieler der eindeutige Chef. Nicht nur auf dem Parkett, sondern  im gesamten Team. Das nach seinen Vorstellungen zusammengestellt wurde, siehe die Verpflichtung von Center Walker Kessler, der in der Offensive die brillanten Zuspiele von Doncic verwerten soll.
Im glitzernden LA kann man sich keine abgeschenkte Saison leisten, weshalb auch Austin Reaves gehalten wurde. Die Fans (so prominent an der Seitenlinie versammelt wie höchstens noch im New Yorker Madison Square Garden) erwarten nicht nur Siege, sondern auch Spektakel. Die berühmte Showtime, wir sind in Hollywood. Wenn Doncic das inszeniert, sehen ihm alle auch die weiter vorhandenen Defensiv-Schwächen nach. Und seine ewigen Meckereien mit Schiris, Mitspielern und der ganzen Welt, wenn es nicht so läuft …

 

Kampf um die Play-Ins

 

Hinter den Top Sechs sehe ich erst mal eine relativ große Lücke (angesichts meiner grauenhaften Vorhersagen soll das nichts bedeuten). Jedes der folgenden Teams hat Baustellen im Kader, der eine höhere Platzierung unter normalen Umständen verhindert. Aber eben auch potenzeille Wundertüten, die jederzeit zu einem sporlticen Höhepunkt ansetzen können. Die abschließende Platzierung ist eher ein Würfeln.

 

Phoenix Suns

 

Devon Booker, Jalen Green, Dillon Brooks: ein Trio, das jederzeit heißlaufen kann, nicht nur wegen der Hitze in Arizona. An guten Tagen spielen sie jeden Gegner an die Wand, an schlechten allerdings lassen sie sich abschlachten. Um etwas mehr Ruhe ins Spiel zu bekommen, verpflichtete die Team-Führung den vortrefflichen Scharfschützen Luke Kennard und Miles Bridges als Gestalter.
Die schwere Verletzung von Center Mark Williams ist ein echter Schlag ins Kontor, der die Schwäche unter dem Korb zu einem fast unlösbaren Problem macht.
Hoffnung gibt der relativ breite Kader, wichtig in der Marathon-Saion von 82 Partien. Der Sprung in die Play-Ins müsste trotz allem gelingen, auch dank des Heimvorteils eine der stimmungsvollsten Hallen der Liga.

 

Golden State Warriors

 

Steph Curry kann mit Dreier-Kaskaden immer noch jeden Gegner auseinandeschrauben, Draymond Green legt sich in der Vewrteidigung immer noch mit allem und jedem an, Jimmy Butler ist an guten Tagen immer noch nicht aufzuhalten. Das Problem sind die Zahlen 38, 36 und 36, die leider nicht den Jackpot versprechen, sondern den Zahn der Zeit verdeutlichen, der auch an absoluten Spitzenkönnern unerbittlich nagt. Den Rest gibt dann die Zusatzzahl für Al Horford, einst Superverteidiger und Meister mit Boston). Die lautet 40, nough said …
Die Warriors, vierfacher Titelträger im vergangenen Jahrzehnt, sind alt geworden. Versäumt wurde die Blutauffrischung, da täuschen auch die hochveranlagten Braden Podzemski (23) und Moses Moody (24) nicht hinweg.
Vielleicht reichts noch mal für die Play-Ins (zu mehr fehlt mir die Fantasie), wegen Curry, wegen Green, wegen Butler (wenn er denn wieder gesund ist). Aber dass die erfolgsverwöhnten Fans wieder tiefen Play-off-Run sehen, das halte ich für ausgeschlossen.

 

Dallas Mavericks

 

Über eines dürfen die Fans nicht mehr nachdenken: dass Luca Doncic vor anderthalb Jahren verscherbelt wurde für einen potenziellen Titel. Anthony Davis, der für ihn kam (und sich gleich verletzte), ist längst wieder weg. Ebenso Team-Manager Nico Harrison, der diesen Coup einfädelte, den viele Fans und Experten als den schlechtesten Transfer der NBA-Geschichte bezeichnen.
Eine Güte des Schicksals bescherte im vergangenen Jahr wider aller Wahrschenlichkeit den überragenden Rookie Cooper Flagg. Der (für mich etwas unvedient) zum Neuling des jahres auserkoren. wurde. Der aber zweifelsfrei das neue Gesicht der Franchise ist, und die Mittelmäßigkeit des Westens könnte tatsächlich eine Play-In-Platzierung ergeben.
Vielleicht hilft ein weiterer Nummer-1-Pick weiter (allerdings aus dem eher schwachen Jahrgang 2024): Zachary Risacher hat in den zwei jahren bei den Atlanta Hawks allerdings eher angedeutet als bewiesen, dass er eine wertvolle Ergänzung sein kann (zum Führungsspieler reicht es eh nicht). PJ Washington, Max Christie und Dereck Lively genügen ebenfalls gehobenen Ansprüchen (wenns denn passt, und oft passte es halt nicht).
Ein Hoffnungsschimmer namens Kyrie Irving streift am Horizont, der auch seinem Kreuzband-Riss wieder gesundet ist. Als (sehr gute) Hilfe auf dem Parkett oder halt als Transfer-Gegenwert, wie sie in Texas unverblümt spekulieren.

 

Los Angeles Clippers

 

Schlagzeilen machte das Team im Sommer eher außerhalb des Parketts. Mit der dreisten Umgehung sämtlicher Gehaltsregeln, nur um Kawhi Leonard noch ein paar Millionen Dollar mehr in den Rachen zu schieben. Die Strafe fürs Team: drakonisch: fünf Jahre keine Draft Picks in der 1. Runde, die Strafe für den Spieler: 700.000 Dollar muss er zurückzahlen, angesichts der Aber-Millionen Mehreinnahmen ein schlechter Witz. Der nicht besser wird, dass Leonard das Weite suchte und fürstlich alimentiert ohne Spielsperre für die Toronto Raptors auflaufen darf. Eine Liga macht sich lächerlich.
Die Clippers haben (verdientermaßen) den Schaden, erst recht der Besiitzer und Einfädler Steve Ballmer. Der sich ein ganzes jahr lang  nicht beim Team blicken lassen darf, auch nicht in „seinem“ Inuit Dome, die hochmoderne superteure Halle, die er hochziehen ließ.
Die Fans, die kommen dürfen (müssen?) dürften angesichts des Teams zwiespätige Gefühle haben. Mit Darius Garland hat LA einen überdurchschnittlichen Spielmacher geholt, die Neuzugänge Brandon Inram (Toronto), Max Strus (Cleveland) und Rui Hachimura (LA Lakers) haben ihre NBA-Tauglichkeit mehr als bewiesen. Und der Schweizer Yaric Niederhäuser ist ein großes Center-Talent, der mit Altmeister Brook Lopez ein nicht nur größenmäßig heruasragendes Duo bilden könnte.
Inwieweit das reicht für größere Ambitionen, bleibt die große Frage. Sicher scheint nur, dass diese Saison eine der letzten sein wird, in der das „kleine“ LA-team überhaupt noch konkurrenzfähig ist.

 

Utah Jazz

 

Nach Jahren des (teilweise absichtlichen) Verlierens stehen die Jazz wieder bereit für bessere Zeiten. (Noch) nicht an die glanzvollen 90er-Jahre mit John Stockton und Karl Malone, als das Team um den Titel kämpfte und zweimal nur an den Bulls scheiterte. Aber die play-offs sind erstmals seit Langem nicht mehr von vornherein außer Reichweite.
Über Jahre konnte die Führung in aller Ruhe den Kader zusammenfügen, jetzt scheint er flügge. Dank Top-Talenten wie Keyonte George und Rookie Darry Peterson, vor allem aber auch dank der herausragenden Kräfte wie Laurie Markkanen, Jaren Jackson jr. und Jaxson Hayes.
Die Play-Ins sind das offiziell ausgegebene Ziel, aber damit steigt im Mormonenstaat natürlich auch die Erwartungshaltung. Plötzlich mit Druck einer drohenden Niederlage trotzdem das Können abrufen, das wird die Geschichte der Jazz in dieser Saison sein. Wobei die wirklich fetten Jahre erst danach kommen. Nicht nur „Stockalone“ würde es freuen.

 

Portland Trail Blazers

 

Die Optimisten sagen: Das wird was, die Pessimisten unken: es wird grausam. Die Optimisten berufen sich auf glanzvolle Namen. Nicht nur Altmeister und Team-Legende Damian Lillard, der nach seiner Rückkehr und dem Achillessehnen-Riss endlich wieder eingreifen kann, sondern für allem Ja Morant beflügelt die Fantasie. Der unfassbar begabte Aufbauspieler, der leider ein riesiges Problem zwischen den Ohren hat. Mit Skandalen und einem offenbar unlöschbaren Drang, mit Schusswaffen viel Unsinn anzufangen.
In der Idealvorstellung passt viel zusammen. Morant wirbelt, Lillard trifft von außen, Denil Avdija verbessert sich weiter, Jrue Holiday verteidigt, und Center Donovan Clingan räumt auf. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, denn: Morant hat schon sehr lange keine wirklich gute Saison mehr gespielt, Lillard ist schon 37, und Avdija hätte gern mehr Kontrolle übers Spiel.
Aufregend wird es bleiben in Portland, der wunderbar liberale Staat im Nordwesten hätte ein tolles Basketball-Team auf jden Fall verdient.

 

Die Chancenlosen, oder?

 

Memphis Grizzlies

 

Das „Oder“ gilt vor allem dem Team aus Tennessee. Wo sie nach den Abgängen der Franchise-Spieler Jalen Jackson und Ja Morant zwar wieder vor einem Neuanfang stehen (neudeutsch: Rebuild), der aber durchaus vielversprechend klingt. Was vor allem mit dem Trainer zu tun hat: Tuomas Iisalo. Der Finne mit Bundesliga-Erfahrung (Telekom Baskets Bonn) gilt als brillanter Taktiker, allerdings hochkompliziert, der seinen Spielern sehr viel abverlangt. Doch der sehr tiefe Kader scheint gewievt genug, umd die Maßgaben des Coaches erstens zu verstehen und zweitens auch umzusetzen. Cameron Boozer, Cedric Cocward und Zach Edey haben genau die Fexibiltät, die ein Iisalo-Team braucht, für Morant kamen aus Portland Jeremy Grant, Ty Jerome war vor 2 jahren die Entdeckung bei den Cavaliers.
Entwicklung geht vor Erfolg, so könnte ich dieses Jahr etwas platt die Erwartungshaltung umreißen. Ob das dann wirklich zutrifft und die Teamführung nach vielen Niederlagen weiter Geduld mit Iisalo (und dem deutschen Co-trainer Julius Thomas) aufbringt, das ist die große Frage, die die Grizzlies dieses Jahr umgibt.

 

New Orleans Pelicans

 

Die Experten erwarten: nichts. Zu oft haben die großen Namen zwar hübsch geblinkt, aber nichts gebracht. Ob der urgewaltigern Zion Willamsen, ob der wendige Spielmacher Dejounte Murray oder der gerühmte Yves Missi – alles blieb in den vergangenen jahren nur Stückwerk. Hauptsächlich wegen Verletzungen, aber eben auch weil aus den vielen glänzenden Rädchen keine funktionierende Mannschaft zusammengestellt wurde.
Ob da der neu hinzugekommene Benedict Mathurin viel ändern wird – ich wage es zu bezweifeln. Schon die Play-Ins scheinen außer Reichweite trotz spielerischer Lichtblicke wie Trey Murphy, der aber allein auch nix richten kann.
Gut, dass „The Big Easy“ viel andere Unterhaltung bietet.

 

Sacramento Kings

 

Mich befällt tiefe Verzweiflung und große Traurigkeit. Wie dieses 2022 noch so vielversprechende Team (und meine Lieblinge), das so knapp an den Warriors scheiterte, komplett zerzaust wurde von einer indiskutablen Teamführung. Die eine absurde Mannnschaft zusammengestellt hat ohne Sinn und Verstand. Durchaus gute Profis – gewiss, die sich aber nie ergänzten und dies von vornherein aufgrund ihrer Fähigkeiten auch nie konnten.
Vergangenes Jahr habe ich mir noch was vorgemacht – es wurde ein Desaster, weil die alten Spielmacher Westbrook und DeRozan und Schröder kein Team hatten, das sie anführen konnten, erst recht, nachdem Center Domantas Sabonis verletzungsbedingt ausgefallen war.
Sabonis ist geblieben (und wieder gesundet), die anderen sind weg, verschwunden wie die Hoffnung auf bessere, geschweige denn gute Zeiten.
Nur wenige sind übriggeblieben seit den 2, 3 jahren des Lichtstreifs. Als die Kings vor ihren extrem begeisterungsfähigen Fans das Image des ewigen Verlierers abgestreift haben, bevor es wieder zerstört wurde. Malik Monk, Keegan Murray und eben Sabonis. Immerhin haben die Kalifornier endlich einen vielversprechenden Rookie an Land gezogen. Darius Acuff könnte tatsächlich zum Unterschieds- und späteren Frachise-Spieler heranreifen, allerdings muss er noch viel lernen. Der Rest bleibt ein unausgegorenes Allerlei, vielleicht zum einen oder anderen Höhepunkt in der Lage (wie sogar 2026).
Pech kommt hinzu: Ben Simmons hatte eine sehr gute Vorbereitung, schien nach vielen schwachen Jahren körperlich und auch geistig bereit für einen Neuanfang, jetzt riss die Achillessehne – Saisonaus.

Nicht einmal das Verlieren lohnt sich: Zum ersten Mal berechtigt der schlechteste Liga-Platz nicht automatisch für einen Top-Pick für die nächste Saison, im Gegenteil, die Nummer 1 ist für den Schwächsten der Schwachen nach den neuen Regeln ausgeschlossen.

 

Der Löwen-Western

 

  1. Thunder
  2. Spurs
  3. Timberwolves
  4. Nuggets
  5. Rockets
  6. Lakers
  7. TrailBlazers
  8. Suns
  9. Clippers
  10. Warriors
  11. Mavericks
  12. Jazz
  13. Grizzlies
  14. Pelicans
  15. Kings

 

 

 

 

 

 

Blick über den Teich, NBA

Kaum zu glauben, aber schon am Dienstag begann schon wieder die neue Saison. Die NBA ist immer noch meine Lieblingsliga in den USA, trotz der finanziellen Absurditäten und Obszönitäten. In der leider mehr und mehr die Investoren die Teams übenehmen, von denen aber viele mehr auf den wirtschaftlichen als den sportlichen Erfolg achten. Diese Entwicklung wird leider kaum umkehrbar sein, zu lohnend ist das Geschäft.

Und doch erwarte ich auch für die anstehende Spielzeit aufregenden Sport. Sehr gespannt bin ich, wie sich die neue Regel bewährt, dass das absichtliche Verlieren nicht mehr automatisch belohnt wird mit Top-Picks für die besten Talente. MIt anderen Worten: Zumindest in der Theorie gibt es weniger von vornherein abgeschenkte Partien, das Gewinnen wird also schwieriger. Und damit Siegesserien.

Der Modus ist gleichgeblieben: 82 Spieltage umfasst die reguläre Saison. Die ersten Sechs erreichen direkt die Play-offs, die Ränge 7 bis 10 spielen in einer gesonderten Runde zwei weitere Kandiaten aus. Der Rest hat ab Mitte April Urlaub.

Folgendes Procedere schwebt mir für die 30 Teams vor. Einteilung in 4 Leistungskategorien, kurzer Überblick. Star der Mannschaft, Fallstricke und am Ende eine Tabelle.

 

EASTERN CONFERENCE

 

Eines wage ich jetzt schon vorherzusagen. Im Osten wird es sehr viel spannender und vor allem aufregender als in den vergangenen Jahren; insgesamt gesehen wirds sogar besser als im Westen, wo bisher hauptsächlich die Musik spielte. Gerade die bis jetzt ganz schwachen Teams sind jetzt zumindest leidlich konkurrenzfähig, ich sehe kein einziges Fall-Obst.

 

Favoriten

 

Das sind jene Teams, denen ich mehr  (Knicks) oder weniger (Pistons) den Sieg in der Conference (samt entsprechend tiefen Play-off-Run) zutraue

 

New York Knicks

 

Einzig Offensiv-Rebound-Spezialist Mitch Robinson hat den Titelverteidger verlassen, die Starting Five blieb dagegen zusammen. Mit sehr viel Selbstvertrauen, aber auch noch genug Hunger, dass es nicht bei diesem einen Titel bleibt.

Unumschränkter Star ist weiter Jalen Brunson, der alle Kritiker verstummen ließ, die vor den letztjährigen Play-offs genau wussten, dass der nur 1,93 Meter Brunson zu klein für die ganz großen Dinge ist (wir sind beim Basketball). Eingespielt sind sie sowieso, und offensichtlich tatsächlich so etwas wie Freunde (so kompliziert das in diesem Geschäft ist).

Bleibt die offene Frage, ob nicht auch die Knicks der Titel-Blues ereilt. Eine Mischung aus geistiger und körperlicher Müdigkeit, auch weil die vergangene Saison bis Mitte Juni gegangen ist.

 

Philadelpha 76ers

 

Was für eine Off-Season. Zunächst schnappten sich die Sixers Jaylen Brown von den Boston Celtics (im Tausch für Paul George). Dann der ganz große Coup. LeBron James erlag dem Ruf spielt für die nächsten zwei Jahre in Philadelphia. das Interesse ist schlagartig in die Höhe geschnellt, die Kartenpreise sind förmlich explodiert.
Der Kader klingt erlesen: Neben Brown und James sind da noch der absolute Franchise-Spieler Tyrese Maxey und Center Joel Embiid, dazu noch Supertalent TJ Edgecombe im 2. Profijahr. Maxey halte ich dabei für den Begabtesten, der zudem im besten Basketball-Alter ist (25).

Wie gesagt, das klingt sehr erlesen. Die große Frage ist halt, ob das in der Praxis auch funktioniert. Zum Einen, weil gleich vier Spieler den Ball haben wollen, Aktionen kreieren, Würfe nehmen. Hier ist Coach Nick Nurse gefragt, und er könnte dieses Problem tatsächlich handhaben. Bleibt die Verletzungsanfälligkeit von Embiid und auch das Alter, von James, der im Januar immerhin schon 42 Jahre alt wird. Wir werden also in der regulären Saison viel Kräfte-Management (sprich: längere Pausen) sehen, und dann müssen die Sixers hoffen, dass im Frühjahr alle fit sind. Gerade bei Embiid habe ich da ernsthafte Zweifel. Und da ist es doppelt bitter, dass der deutsche Backup-Center Ariel Hukporti wegen eines Achillessehnenrisses die gesamte Saison ausfällt.

 

Boston Celtics

 

Zwar ist Jaylen Brown weg, dafür ist Jayson Tatum, dessen kongenialer Partner im Meisterschafts-Jahr 2024, wieder völlig hergestellt. Auf ihn lastet allerdings extrem viel Verantwortung, denn es bestehen doch große Zweifel, dass ihm Paul George eine annähernd gleichwertige Hilfe sein kann. Ansonsten ist das Team zusammengebleben. der ewige Kämpfer Derrick White versucht seine eher schwache Saison zu kompensieren, die Scharfschützen Payton Pritchard und Sam Hauser stehen bereit. Und Mitch Robinson freut sich schon auf viele Abpraller, die er sich mit seinem unnachahmlichen Timing schnappen wird.

Aber reicht das? Jaylen Browns Abgang reißt doch eine erhebliche Lücke. Ein Knackpunkt wird sein, ob sich paul George ncoh einmal zu einer formidablen Saison aufraffen kann. Sein Können ist unbestritten, aber zuletzt in Philadelphia war davon recht wenig zu sehen.

 

Detroit Pistons

 

Die gute Nachricht: Center Jalen Duren bleibt ein Piston, nach eigener Auskunft sogar für lange Zeit. Dann muss er nur noch bessere Leistungen zeigen als in den vergangenen Play-offs, wo er offensiv nur mitgeschleppt werden musste und überhaupt kein Faktor war.

Anführer ist wie gehabt Cade Cunningham, der einen weiteren Leistungssprung machen dürfte. Die Verteidigung steht eh (auch dank der Riesen Duren und Thompson). Wenn die Scharfschützen wie Duncan Robinson heißlaufen, wirds für jeden Gegner ungemütlich. Falls nicht und Duren weiter so unproduktiv bleibt zumindest gegen starke Defense-Reihen, könnte es allerdings ungemütlich werden. Die Erwartungshaltung ist jedenfalls groß in Detroit

 

Play-off-Kandidaten

 

Für diese Teams sind die Top 6 (direkte Play-off-Qualifikation) das klar formulierte Ziel, wenn alles optimal läuft, darf sogar in Richtung Top 4 geschielt werden

 

Atlanta Hawks

 

Für mich eine der aufregendsten Mannschaften der gesamten Liga. Die es in der vergangenen Saison als einzige geschafft hat, die Knicks in den Play-offs in Bedrängnis zu bringen, bevor der Drive verlorenging (oder die Knicks aufwachten?).

Der ganz große Name fehlt im Kader, aber Jaden Johnson, Dyson Daniels und auch Altmeister CJ McCullom bürgen für höchste Qualität. Mit Lu Dort (von Oklahoma City gekommen) haben die Hawks einen extrem lästigen Verteidiger geholt, der auch über einen vernünftigen Dreier verfügt.

Schwachstelle könnte die Center-Position sein, vielleicht überrascht mich Onyeka Ogunkwo positiv.

 

Miami Heat

 

Trotz der Trades von Jalen Brown und LeBron James zu Philly – der Wechsel von Giannis Antetokuonpo zu den Heat war der spektakulärste Wechsel des Sommers. Die Hoffnungen in Florida sind riesig, denn der Grieche gehört zu den aktuell fünf besten Spielern der Liga, der in jeder Partie den Unterschied ausmachen kann.
Doch um den Griechen zu bekommen, mussten die Heat viel Tafelsilber, sprich Spieler hergeben. Vor allem der Abschied der Team-Ikone Tyler herro und des hochbegabten Spielmachers Jaime Jaquez tut weh. Erfahrene Leute wie Scharfschütze Klay Thompson (36) und Tim Hardaway (34) sollen den Verlust kompensieren.

Faustpfand ist die Defense mit den beiden Riesen Antetokuomnpo und Bam Adebayo, die auch in der Offensive viel Power generieren können. Ich bin trotz allem etwas skeptisch, ob das für ganz oben reicht, aber die Play-offs sind auf jeden Fall drin.

 

Orlando Magic

 

Das (hochveranlagte) Team ist weitgehend gleichgeblieben, aber der neue Trainer Sean Sweeney soll frischen Wind bringen in die etwas angestaubte Franchise. Der geschasste Jamahl Mosley hat es nie wirklich geschafft, die begabten Spieler Banchero, Franz Wagner, Suggs und Bane zu einer Einheit zu formen. Gerade das Duo Banchero/Wagner harmoniert nicht besonders gut, ich hatte oft das Gefühl, dass sie sich gegenseitig im Weg stehen (das zeigen auch die klar besseren individuellen Zahlen, wenn nur einer auf dem Parkett steht).
Ob das gelingt, wird die große Frage sein. Der Ballvortrag soll schneller werden, vielleicht sogar auf mehrere Schultern verteilt. Doch für das ganz große Manko der Vergangenheit hilft auch die tollste Trainerweisheit nichts: die schon notorsch schlechte Dreierbilanz fast aller Spieler. Leider auch des besten deutschen NBA-Profis Franz Wagner (das will niemand wirklich bestreiten, oder?).

Sollte Sweeney hier Verbesserungen hinbekommen (haben), steht den Magic de Weg weit nach vorn offen, denn auf die Verteidigung war zuletzt fast immer Verlass.

 

Cleveland Cavaliers

 

Vor zwei Jahren waren sie das beste Team im Osten (bis zu den enttäuschenden Play-offs). Vergangene Saison ebenfalls eine Mannschaft, die Furore machte, aber wieder scheiterte sie relativ früh. Jetzt sind die Erwartungen in Cleveland geringer, nicht bei den Fans, aber bei den seriösen Analysten. Irgendetwas fehlt.
Nehmen wir Donovan Mitchell: Ein herausragender Spieler. Wenn er im Flow ist, kann ihn niemand stoppen. Aber er wirkt schnell resigniert, wenn es nicht so läuft. Oder Evan Mobley, 2025 noch zum besten Verteidiger der Liga gewählt, der aber in seiner Entwicklung steckenblieb.
Aber das Hauptproblem ist James Harden. Vor zehn oder meinetwegen auch noch fünf Jahren einer der Top-Männer der Liga. Aber jetzt ist er (noch) langsamer geworden, das Verteidigen war eh nie sein Ding. Trotzdem schleppt ihn das Team weiter durch (Dennis Schröder musste dagegen wieder gehen), was vielleicht im Grunddurchgang den einen oder anderen Sieg mehr bringt, aber spätestens in de Play-offs ist Harden mittlerweile mit seinem Latein am Ende. Und damit auch die Cavs?

 

Charlotte Hornets

 

Vielleicht zu hoch gegriffen, aber die Hornets waren vergangene Saison mein Aufsteiger. Der mit attraktivem Basketball viele Herzen eroberte nach Jahren der absoluten Dunkelheit. Ich wüsste nicht, warum sich dieser Aufstieg nicht fortsetzen soll. Junge Wilde wie Kon Knueppel (in seinem 2. Profijahr) und Brandon Miller (23) stehen erst am Anfang einer vielleicht ganz großen Karriere.
Zwar ging mit LaMelo Ball ein hochbegabter Spieler. Der war aber trotz aller Klasse auch sehr verletzungsanfällig. Neuzugang Naz Reed ist dagegen extrem verlässlich, seit Jahren einer der besten Bankspieler der gesamten Liga.

Die Hornets haben die Magic als „deutsches Team“ abgelöst. Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder kam im Sommer hinzu, seine mittlerweile 12. Station im NBA-Zirkus (eine fehlt noch zum Rekord). Nicht nur als sehr schneller Ersatz-Spielmacher wird Schröder gefragt sein, sondern als Mentor für seine jungen Landsleute Hannes Steinbach und Christian Anderson, die die Hornets beide in der ersten Draft-Runde verpflichteten. Ein weiterer Grund (aber wirklich nicht der einzige), die Hornets öfter zu begutachten.

 

Kampf um die Play-Ins

 

Der Sprung in die Top 6 scheint illusorisch, aber die Play Ins (mindestens Rang 10) sind realistisch. Das trotzdem für drei meiner Kandidaten am Ende nicht erreicht wird, wenn ich nur wüsste, welche das betrifft.

 

Toronto Raptors

 

Die einzige kanadische Mannschaft (und allein schon deshalb meiner Sympathie gewiss). Aber ich habe so meine Zweifel, trotz der Rückkehr von Kawhi Leonard, der die Raptors 2019 gar zum Titel geführt hat. Der immerhin schon 35 Jahre alt ist und dementsprechend mit seinen Kräften haushalten muss.
Was Hoffnung macht? Der herausragende Scottie Barnes (der erstaunlicherweise in Toronto verblieb) sowie äußerst talentierte Mitstreiter wie Immanuel Quickley und RJ Barrett.
Center jakob Poeltl müsste ich angesichts seines Gehaltes (25 Mio Dollar/Jahr) auch zu den Leistungsträgenzählen,aber ich hab bei aller Sympathie für Österreicher meine Zweifel, trotz Rebound- und Defensiv-Stärken. Aber in der modernen auf Dreier ausgelegten Offensive wirkt Poeltls Spielweise regelrecht antiquiert, einen Distanzwurf, gar einen Dreier wird er sich nicht mehr aneignen. Ein Unding und ein echter Hemmschuh.

 

Indiana Pacers

 

Vergessen wir die fürchterliche vergangene Saison, jetzt ist Spielmacher Tyrese Haliburton wieder fit. Ob er nach seinem Achillessehnenriss wieder die überragende Form findet, mit der er sein Team 2025 ins NBA-Final führte, ist die große Frage, auf die zurzeit noch niemand eine seriöse Antwort geben kann.
An bekannten und guten Mitstreitern fehlt es nicht (Pascal Siakam, Andrew Nembhard, Aaron Nesmith). Knüpft Center Ivica Zubac an beste Tag an, könnte den Pacers sogar ein echter Lauf gelingen.

 

Chicago Bulls

 

Die personifizierte Mittelklasse. Zuletzt immer im Dunstkreis der Top 10 im Osten, zu gut für einen ganz hohen Pick, zu schlecht für eine lange Plasy-off-Dauer. Vieles spricht dafür, dass da auch in dieser Saison icht viel anders wird.
Qualität ist vorhanden, an erste Stelle nenne ich Spielmacher HJosh Giddey und Maatas Buzelis. Norman Powell sorgt für Gefahr von außen. Und a ist noch Rookie Caleb Wilson, auf dem viele Hoffnungen ruhen.Der allerdings noch viel lernen muss, in erster Linie einen vernünftigen Dreier.
Das Schöne für all diese Spieler: Niemand erwartet Wunderdinge, und die Qualität insgesamt ist zu gut für den Total-Absturz.

 

Washington Wizards

 

Etwas Spekulatius, warum ich die Wizards noch in die drittbeste Kategorie stecke. Und die zumindest großen Namen Trae Young und Anthony Davis, die für Furore sorgen können. In der Theorie. Der eine (Young) ist erschütternd abwehrschwach, den anderen (Davis) plagen während einer Saison die verschiednesten Wehwehchen. Abe wenn beie fit sind, dann könnte die Hauptsatadt nach jahren der Basketball-Agonie endlich wiede Spektakel sehen, zumal die Wizards mit AJ Dybantsa den ersten Pick im Draft ziehen durften, der zumindest in der Summer League schon zeigte, was er kann.
Obs für die Play-Ins reicht? – fraglich. Doch wahrscheinlich wären alle Fans schon froh, wenn sie endlich wieder Zaubereien ihres Teams sehen dürfen, die der Name so verheißungsvoll verspricht. Nicht dass sie sich die Bullets wieder zurückwünschen …

 

Die Chancenlosen?

 

Das Fragezeichen ist eher Höflichkeit. Für mich käme es ziemlich überraschend, sollten wir diese Teams in der Post Season sehen. Auzuschließen ist natürlich nichts.

 

Milwaukee Bucks

 

Jahr 1 nach Giannis – und damit viel Mittelmaß im Mittleren Westen (gut dass es die Brewers in der MLB gibt). Die Bucks bekamen zwar für ihren Greek Freak von den Heat unter anderem die sehr ansprechenden Tyler Herro und Jaime Jaquez, aber das sind eben nicht die Unterschiedsspieler, die sich zudem auch noch in fremder und kühlerer Umgebung (Wisconsin statt Sunshine State Florida) zurechtfinden müssen.
Wenn überhaupt, dann hilft die Abwehr, wo immehin Miles Turner und Kel’el Ware aufräumen.Aber wer kreiert die Würfe, etwa Ryan Rollins oder gar der ewige Kyle Kuzma? Da nagen bei mir Zweifel wie Mäuse am Wisconsin-Käse.

 

Brooklyn Nets

 

Der Trost: Es wird sicher besser als in den vergangenen Jahren. Die Puzzle-Arbeit des Management hat tatsächlich ein verheißungsvolles Team zusammengeführt. Das jetzt noch ein, zwei Jahre braucht, umd ernsthaft vorne anzugreifen. Das Problem: Zeit bekommt man in der NBA selten, gleich gar nicht in New York mit Millionen anderen Möglichkeiten.
Und doch sind die Nets zu beachten, wo die neuverpflichteten Julius Randle und Moe Wagner mit Erfahrung die jungen anleiten sollen. Hauptziel ist nicht ein  Play-off-Platz, sondern die Entwicklung von Talenten wie Egor Demin und Mikel Brown.

 

DIE LÖWEN-TABELLE

 

  1. Knicks
  2. Sixers
  3. Pistons
  4. Celtics
  5. Hawks
  6. Cavaliers
  7. Magic
  8. Heat
  9. Hornets
  10. Pacers
  11. Raptors
  12. Wizards
  13. Bulls
  14. Bucks
  15. Nets

Der Westen folgt morgen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Skifoan in Sölden, Formel 1 in Austin/Texas und einige Schlager in der Champions League. Dazu massig US Sport, den ich hier aber nur kurz streife, auf den ich aber in gesonderten Texten länger eingehe.

 

Bayern empfängt Arsenal

 

Der Deutsche Meister gegen den englischen Titelträger (Mi., 21 Uhr). Klingt gut, könnte auch gut werden, aber mal ehrlich: Egal, wie es ausgeht, es ist fast ohne Belang. Denn wer zweifelt daran, dass sich beide Mannschaften souverän für die K.o.-Runde der Champions League erreichen werden und aller Wahrscheinlichkeit sogar in den Top8 der 36er-Monstertabelle? Und wie die Erfahrung der vergangenen beiden Jahre zeigt, geben nicht einmal diese direkten Treffen der Top-Favoriten wirklich Aufschluss, wie ein Viertelfinale oder Halbfianle zwischen denselben Kontrahenten ausgehen könnte.
Für mich verfestigt sich die Meinung, dass die Vorrunde in der jetzigen Form (36 Teams, 24 kommen weiter) zumindest für die Top-Clubs ein besseres (und nett anzuschauendes) Training unter Wettkampfbedingungen ist. Trotz Setzliste und dem Umstand, dass die ersten Acht sich die Zwischenrunde schenken.

Das Attraktive am Modus ist zugegebenermaßen, dass absolute Kracher an der Tagesordnung sind. So treffen am Diensgtag Titelverteidiger Paris St. Germain und der FC Barcelona aufeinander. Barca ist sowohl in Meisterschaft als auch in der Königsklasse noch ohne Punktverlust.

RB Leipzig (in Bernabéu bei Real/Mi., 21:00) ) und der VfB Stuttgart (zuhause vs Atlético/Di., 21:00) ) haben sehr schwere Aufgaben gegen die zwei Madrider Spitzenclubs. Borussia Dortmund muss die mühselige Reise nach Aserbaidschan bestreiten, wo Sabah FK wartet. Eine weitere Niederlage nach dem 0:1 bei Bödo Glimt wäre ein echter Rückschlag.

 

Verstappen strebt den Hattrick an

 

Formel-1-Weltmeister kann Max Verstappen nach Lage der Dinge nicht mehr werden, doch Siege schmecken dem Hollände immer gut. Nach den Erfolgen in Malaysia (für Bahrain eingesprungen) und Singapur will sich der vierfache Champion am Wochenende auch in Austin schadlos halten. De Red Bull ist wieder absolut siegfähig, und nach Monaten eher lust- und chancenlosem Hinterherfahren ist Verstappen voller Tatendrang. Auch wenn der Titel wie gesagt bei 119 Zählern Rückstand auf WM-Leader Kimi Antonelli und bestenfalls noch fünf Rennen (wegen des Irankrieges sind Katar und Saudi-Arabien gefährdet) außer Reichweite ist.

 

Ein Rennen fürs Weihnachtsgeschäft

 

Kaum zu glauben, aber der Wintersport rückt mit Riesenschritten näher. Wie der traditionelle Auftakt der alpinen Skifahrer am Wochenende in Sölden. Wie gehabt stehen 2 Riesenslaloms an für Frauen (Samstag) und Männer (Sonntag). Erfunden wurde das Ganze vor Jahren, umd Freizeit-Skifahrern Lust aufs Weihnachtsgeschäft zu machen, sportlich bringt dieser Frühstart praktisch keine Erkenntnisse. Ob und in welcher Form die Topstars an den Start gehen steht noch nicht fest. Weltcup-Titelverteidigerin Mikaela Shiffrin etwa hat verlauten lassen, dass sie dieses Jahr nur ein abgespecktes Programm fahren will, alles ist ausgerichtet auf die Ski-WM in Crans Montana Ende Januar. Die Chance für Vielfahrerin Emma Aicher im Gesamtweltcup
Sicher nicht dabei ist Shiffrins Verlobter Alexsander Aamodt Kilde, der sich bei Schneetraining in Chile einen Achillesehnenriss zuzog und die gesamte Saison ausfällt.

 

US-Sport, wohin man schaut

 

Ende Oktober, das sind die etwa zwei Wochen, wenn alle großen US-Ligen spielen. Am morgigen Dienstag öffnet die NBA ihre Pforten – und zwar zur besten deutschen Sendezeit (21 Uhr). Die Boston Celtics empfangen die Boston Celtics die Detroit Pistons. Beide Teams erwarte ich sicher in den Play-offs. Zwei weitere Top-Schlager von absoluten Titel-Favoriten folgen in der Nacht, wenn die New York Knicks auf die Philadelphia 76ers (mit Janes und Brown) treffen (01:00) und die san Antonio Spurs auf die Oklahoma City Thunder (03:30).
Näheres in einer längeren (ich fürchte: langen) Vorschau am Dienstag.

Schon weiter ist die WNBA, also die Frauen-Profiliga. Heute Nacht Spiel 2 der Finalserie zwischen den Golden State Valkyries und den Atlanta Dream, erneut in San Francisco. Die erste Partie ging denkbar knapp für die Valkyries aus (68:64).

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Das Beste des  6. Spieltags kommt zum Schluss, wenn nämlich am Sonntagabend der SC Freiburg den FC Bayern empfängt. Durch die Freiburger Niederlage in Leverkusen sind die Münchner aus ihrer Sicht „endlich“ Tabellenführer. Nur mit einem Sieg wäre das weiter sichegestellt, wenn tags zuvor im nominellen Topspiel (18:30) Borussia  Dortmund gegen Eintracht Frankfurt gewinnt.
    Bereits am Freitag im Blickpunkt ist Broussia Mönchengladbach, das beim VfB Stuttgart endlich die ersten Punkte einfahren will.
  • Spanien: Barca vs Real, el clásico (So., 21:00). Barca führt bereits mit 6 Punkten Vorsprung auf die Hauptstädter, und die Katalanen spielen auch den weit attraktiveren Fußball. Vor Real ist sogar noch Atlético, das gegen Deportivo La Coruna klarer Favorit ist.
  • Motorrad: Einer der schönsten Kurse des Jahres  ist immer die Strecke in Phillips Island/Australien. Extreme Spannung in der MotoGP, wo zurzeit Jorge Martin gerade zwei Pünktchen Vorspung auf seinen spanischen Landsmann Marc Marquez hat. Wie immer Sprint am Samstag und Hauptrennen am Sonntag, in Europa wegen der Zeitverschiebung in den frühen Morgenstunden.
  • Tennis: Die Männer kehren nach dem Asientrip nach Europa zurück. In Brüssel (Fils, Lehecka), Lyon (Cobolli, Fritz) und Astana (Medwedew, Darderi) geht es um wichtige Punkte im Rennen ums Saisonfinale, wo noch fünf freie Plätze zu vergeben sind (Zverev Alcáraz und Shelton snd fix qualfiziert, Sinner hat die Saison bereits beendet).
    Die Frauen bleiben noch in Asien, nämlich in Ningbo (Rybakina, Swiatek, Kostyuk) und (längst nicht so gut besetzt) Osaka (Li, Stearns, Tagger, Kraus).

 

 

 

Was so übrigbleibt

Zur Leichtathletik und Schwimmen habe ich mich schon geäußert (ich wills dabei belassen), aber es gab noch sehr viel mehr Interessantes in den vergangenen Tagen.

 

Dascha Varfolomeev liefert auch zu Hause ab

 

Darja Varfolomeev ist und bleibt die beste Gymnastin der Welt. Zwar gelang der 19-Jährigen bei der Heim-WM in Frankfurt/Main kein Titel-Durchmarsch wie 2023 in Valencia, als sie in allen fünf Disziplinen gewann, aber sie eroberte immerhin dreimal Gold: im Olympischen Mehrkampf sowie mit Ball und Band. Dazu noch Bronze mit dem Reifen, nur knapp hinter der Ukrainerin Taisiia Onofriichuk und Titelverteidigerin Sofia Raffaeli aus Italien. Nur in der Entscheidung mit den Keulen blieb die Mehrkampf-Olympiasiegerin ohne Medaille, nachdem sie ihre Kür im Vorkampf völlig verpatzt hatte. Sie sei am Anfang der WM sehr nervös gewesen, berichtete Varfolomeev.
Die Stimmung in der wunderschönen Frankfurter Festhalle war großartig;  (Tennisfans werden wehmütig an Daviscup-Schlachten (googelt Michael Westphal und Teppich) und ATP-Finals in den 80er- und 90er-Jahren gedacht haben). Das Niveau der jungen und so gelenkigen Damen atemberaubend. Unfassbar, wie sie ihre Geräte sehr hoch (10 Meter und mehr) in die Luft warfen, sich drehten und wirbelten und verrenkten und danach Ball oder Reifen oder Band oder Keulen (meist) sicher auffingen, dass mancher Fußball-Torwart vor Neid erblassen müsste. Erstmals seit Jahren waren auch die Russinnen trotz des fortwährenden Angriffskrieges wieder dabei, die vom Publikum eher zurückhaltend empfangen wurden (es gab allerdings eine lästig lärmende Fankolonie), letztlich aber ohne Titel blieben.

Mittlerweile 14 WM-Titel hat Varfolomeev gesammelt und gleich 31 Medaillen bei internationalen Wettbewerben. „Ich brauche bald einen größeren Trophäen-Schrank“, lässt sie weitere Großtaten erahnen. Ein gar nicht so weites Fernziel sind die Olympischen Spiele in Los Angeles. Pech für sie und die anderen Gymnastinnen, dass dort Gold nur im Mehrkampf und in einem Teamwettbewerb vergeben wird. Angesichts der Medaillenflut in anderen Sportarten (allein im Schwimmen kommen im Vergleich zu 2024 gleich sechs Disziplinen hinzu), ist das beschämend wenig.

 

Dressur ohne Werth – undenkbar und wertlos (sorry, muss sein)

 

Die Reiter-Weltmeisterschaften in Aachen – das sind Festspiele im Mekka des Pferdesports.  Seit Jahrzehnten in der Weltspitze dabei ist Dressur-Spezialistin Isabell Werth. Mit einem fulminanten Ritt sicherte sich die 57-Jährige auf Wendy de Fountain als letzte Starterin Bronze in der Kür und begeisterte die 40.000 Zuschauer im ausverkauften Hauptstadion der legendären Soers. Nur die großartigen Charlotte Fry aus England auf Glamourdale und Catrine Laudrup-Dofour (Dänemark/Mount St. John Freestyle) waren noch einen Hauch besser, wie das fachkundige und hellauf begeisterte Publikum fair anerkannte. Werths tolle Leistung verhalf zudem der deutschen Mannschaft zu Team-Gold, es ist ihr 10 WM-Titel, wenn ich mich bei der schier endlosen Reihe bei Wikipedia (ja, ich musste nachschauen) nicht verzählt habe …
Isabell Werth ist ein Phänomen: Vor 20 Jahren eroberte sie an gleicher Stelle WM-Gold, als sie mit Satchmo triumphierte. Sie ist Deutschlands Rekord-Olympionikin mit 8 Gold-Medaillen (dazu sechsmal Silber), die sie seit 1992 (!) mit diversen Pferden (Satchmo, Gigolo, Weihegold, Bella Rose) geholt hat.

Isabell Werth hat noch lange nicht fertig. Bei dieser WM nicht, wo am Mittwoch und Donnerstag noch Einzel- und Mannschaftstitel im Grand Prix Spezial (also ohne Musik) vergeben werden. Langfristig ebenfalls nicht, denn die ausgebildete Voll-Juristin (ich glaub nicht, dass sie noch praktiziert) ist weiter voller Tatendrang und ihr derzeitiges Paradepferd Wendy mit 12 Jahren im besten Dressuralter. Zumindest Olympia 2028 in LA kann dieses Paar in Angriff nehmen.

Gold auch in der Vielseitigkeit

Seit diesem Jahr heißen die Weltreiterspiele wieder Reit-WM, bitte nicht fragen, warum. Fester Bestandteil hier wie dort waren und sind die Vielseitigkeitsreiter. Einer der Hauptdarsteller in dieser Disziplin ist seit Jahren der Deutsche Michael Jung. Mit seinem Chipmunk eroberte er seinen zweiten WM-Titel nach 2010 (damals mit Sam). Der Führende nach Dressur und Gelände-Prüfung blieb im abschließenden Springen ohne Fehler und sicherte damit nicht nur den Einzeltitel, sondern auch hinter Großbritannien Mannschafts-Silber fürs deutsche Team. „Chipmunk ist eine Legende, das ist unwahrscheinlich. Wie er Dressur gehen, springen, im Gelände rennen kann“, schwärmte Jung über seinen Partner, mit dem er schon 2024 Einzelgold bei Olympia geholt hatte. 2022 hatte Jung bei der WM in Pratoni ebenfalls vor dem Springen geführt, als Chipmunk die Stange am letzten Hindernis abwarf und die Gold- und Medaillenträume sich in Nichts auflösten.
Chipmunk ist bereits 18 Jahre alt. Keine Ahnung, ob er mit dann 20 die Olympischen Spiele in Angriff nehmen kann, für die das deutsche Team das Ticket bereits fix hat.

 

Schröder macht das NBA-Dutzend voll

 

Der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft wechselt erneut innnerhalb der NBA. Dennis Schröder wurde von den Cleveland Cavaliers zu den Charlotte Hornets transferiert. Der Spielmacher sieht den Wechsel positiv und erhofft sich bei seinem neuen Team erheblich mehr Zeit auf dem Parkett als zuletzt bei den Cavs, als er hinter den Top-Stars Donovan Mitchell und James Harden nur dritte Wahl war. „In Charlotte kann ich so spielen, wie ich normalerweise spiele.“ Will heißen: Er sieht sich als Anführer des ansonsten sehr jungen, sehr verheißungsvollen Team mit Super-Talenten wie Kon Knüppel. Gerade auf seiner Position hatten die Hornets Bedarf, nachdem sie ihren Topstar Lo Ball abgegeben hatten. Vor allem aber sieht sich Schröder jetzt schon als Mentor seiner jungen Landsleute Hannes Steinbach und Christian Andersen, die die Hornets im jüngsten Draft (Auswahl der besten Talente) gezogen haben. „Für die beiden ist das natürlich ein Segen, dass sie jemanden haben, mit dem sie quatschen können. Ich glaube, es wäre auch toll gewesen, hätte ich das damals gehabt.“

Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) ist bereits die 12. Station des Braunschweigers in der NBA, seitdem er 2013 von den Atlanta Hawks gedraftet wurde. Nur ein Team fehlt noch zum (zweifelhaften?) Rekord, den der Noch-mehr-Reisende in Sachen Basketball Ish Smith mit 13 Stationen inne hat. Insgesamt spielen in der NBA 30 Teams, das dürfte Schröder dann doch nicht mehr schaffen …

 

Und sonst?

 

  • Turnen: Gold für Helen Kevric bei der EM in Zagreb. Silber holte ihre deutsche Landsfrau Karina Schönmaier am Sprungpferd.
  • 2. Liga: Nach dem 2. Spieltag sind nur noch der 1. FC Nürnberg (4:2 bei Greuther Fürth) und Hertha BSC (4:1 vs Heidenheim) ohne Punktverlust. Einen kompletten Fehlstart erlitten die Nordclubs VfL Osnabrück und Hannover 96, die noch ohne jeden Zähler am Tabellenende stehen.
  • Internationaler Fußball: Die Frauen Kameruns sicherten sich den Afrika-Cup. Im Endspiel bezwang das Team die Auswahl Malawis mit 3:0. Neben den beiden Finalistinnen qualifizierten sich auch Marokko und Algerien für die WM 2027 in Brasilien; Ghana und Südafrika haben noch die Chance bei einer interkontinentalen Ausscheidung.
  • England: Den Community Shield sicherte sich Meister FC Arsenal. Die Londoner bezwangen in Wembley Pokalsieger Manchester City mit 3:0. Und noch ein Rückschlag für die Cityzens. Der defensive Mittelfeldmann Rodri, genau vor einem Monat zum besten Akteur der WM gewählt, wechselt zum FC Barcelona. 55 Millionen Euro sind nur ein schwacher Gegenwert des Ausnahmespielers.

 

 

Knicks versetzen New York in den Ausnahmezustand

Blick über den Teich, NBA

 

San Antonio Spurs – NEW YORK KNICKS 90:94 (ENDSTAND: 1:4)

 

Was kaum ein Experte vor Beginn der Finalserie ernsthaft geglaubt hätte und sich doch in den vergangenen Tagen abzeichnete, ist Wirklichkeit. Die Knicks gewannen auch die fünfte Partie der Finalserie; bei den Spurs triumphierten sie mit 94:90, gewannen die Serie 4:1 und sicherten sich für Big Apple den ersten NBA-Triumph seit 1973. Kein NBA-Team hat länger auf einen Titel gewartet. Vergleiche mit den Chicago Cubs, die 107 Jahre auf die Meisterschaft in der MLB warteten, wurden schon  hervorgekramt.

Wieder eine Aufholjagd: Nicht die rekordträchtigen 29 Punkte aus Partie 4 im heimischen Madison Square Garden; aber auch die 15 Zähler, die sie ab Mitte des dritten Viertels wettmachten, sind wahrlich nicht alltäglich, vor allem nicht in der Fremde. Wobei anzumerken ist, dass die Halle in San Antonio mindestens zu einem Viertel mit Knicks-Anhängern gefüllt war, die die Auswärtpartie in ein Heimspiel verwandelten, gerade als sie Punkt um Punkt aufholten. Darunter die Edelfans Spike Lee, Timothee Chamalet. Höchstens die LA Lakers haben eine ähnliche Promi-Dichte unter den Anhängern.

Zu Hause in New York verfolgten zigtausende auf den Straßen das Geschehen über riesige Leinwände: Hier war die ausgelassene Jubelstimmung, die sich die Verantwortlichen der Fußball-WM so dringernd wünschen würden. Ohne allzu prophetisch zu sein: Nie im Leben wird ein Soccer-Spiel in New York diese Emotionen entfachen. Big Apple feiert jetzt Basketball-Party, mindestens bis zur Siegesparade am Donnerstag, die Bürgermeister Zohran Mamdani ankündigte. 1 Million? 2 Millionen? Die Prachtstraßen werden schwarz vor Menschen sein.

Schon am Abend nach der Schlussirene um 23 Uhr Ortszeit strömten hunderttausende auf die Avenues und feierten. Meist friedlich, aber wie fast immer bei großen Meisterfeiern gab es ein paar Chaoten, die randalierten. Aber die Freude überwog, die Erleichterung und auch der Unglaube: Denn der große Teil, die da in den Straßenschluchten jubelten, hat den letzten Triumph eines New Yorker Basketball-Teams nicht (bewusst) erlebt. Jetzt heißt es allenthalben und bald geflügelt: Knicks in five!

 

Bester der Sieger

 

Jalen Brunson: 45 Punkte sammelte er, davon 13 in Folge im 4. Viertel – noch Frage? Bestenfalls, warum der Spielmacher immer ein Viertel braucht, ehe er auf Touren kommt. Völlig zu recht wurde er zum MvP der Finalserie gewählt. Er widerlegte alle Zweifler und Zweifel, die den nur 1,88 Meter großen Guard (wir sind beim Basketball!) begleiteten.
Vor 4 Jahren kam er nach New York. Quasi weggescheucht von den Dallas Mavericks, bei denen er über eine Mitäuferrolle nie hinauskam (hinter Luka Doncic, den die Mavs im Januar 2025 ebenfalls vergraulten, eine echt bemerkenswerte Leistung der damaligen TeamführungI). Jetzt verzichtete er sogar auf Geld, damit das Team sich weiter verstärken konnte. Vor allem OJ Amunoby und Karl-Anthony Towns, beide in tragenden Rollen, aber es war Brunson, der die Aufholjagden initiierte. Ohne ihn, da besteht für mich nicht der geringste Zweifel, würde New York jetzt nicht einen NBA-Triumph feiern.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Derek Harper: Eine ganz tolle Leistung des Rookies (Profi im ersten Jahr). 25 Punkte legte er auf. Ausgerechnet der jüngste des jungen Teams wehrte sich am meisten gegen die Niederlage. Nicht alles gelingt dem Spielmacher, aber er macht jetzt schon so viele Sachen nicht nur richtig, sondern richtig gut.
Harper stellte teilweise sogar „Alien“ Victor Wembanyama in den Schatten, trotz dessen 5 Blocks und 14 Rebounds, davon 6 am offensiven Brett.

 

X-Faktor

 

Mitchell Robinson: Ein Top-Scorer wird der Ersatzcenter der Knicks nicht mehr. Aber in Sachen  Offensiv-Rebound macht ihm niemand etwas vor. 6 Abpraller schnappte er unterm gegnerischen Korb, ermöglichte also sechs weitere Chancen zum Punkten. Zudem steht er in der Defensive immer seinen Mann. Zum Freiwurfwerfen wurde er Gott sei Dank für ihn nur zweimal genötigt – er traf natürlich nicht …

Mike Brown: Der Trainer machte gleich im ersten Jahr in New York sein Meisterstück. Es hatte ein paar Monate gedauert, bis seine Mannschaft begriffen hat, was der Coach von ihnen wollte. Brown justierte neu, zuletzt im April, als er die Rolle von Towns neu erfand. Jetzt der unfassbare Play-off-Lauf mit insgesamt 15 Siegen aus den vergangenen 16 Partien.
Brown, der als Cheftrainer in den Jahren zuvor die Sacramento Kings aus den tiefsten Niederungen zu einem Play-off-Team geformt hatte (bevor ihm die erratische Teamführung wieder alles zerstörte), ist jetzt neben Jalen Brunson der König von New York – für alle Zeiten.

 

Zahlereien

 

1; 1; 4;  Das waren die Abstände der vergangenen 3 Knicks-Siege. Nie war eine Serie enger.

5: In allen Partien lagen die Knicks im ersten Viertel mit mindestens 10 Punkten zurück. Viermal gelang im vierten Viertel die erfolgreiche Aufholjagd.

 

🇩🇪👓

 

Ariel Hukporti hatte im 5. Spiel einen Kurzauftritt. In 1:52 Minuten hatte er einen wichtigen Block und einen wichtigen Offensiv-Rebound. Jetzt ist er der dritte Deutsche überhaupt mit einem NBA-Ring am Finger nach Dirk Nowitzki (2011/Dallas) und Isaiah Hartenstein (2025/Oklahoma City).

 

Ausblick der Sieger

 

Wie es aussieht, bleiben die Knicks zusammen. Gerade im eher schwächeren Osten dürften sie auch in de kommenden Saison eine tragende Rolle spielen. Ob es dann wieder zum Conference-Titel oder gar zur NBA-Titelverteidigung reicht, bleibt abzuwarten. Einerseits lassen amtierende Meister erfahrungsgemäß ein wenig nach, andrerseits wirkt ein derart sehnlichst erwarteter Titel wie eine Befreiung – für die Mannschaft, für die Fans, für die ganze Stadt (werden etwa die Yankees profitieren?).

 

Und die Verlierer?!

 

Natürlich schmerzt die Niederlage extrem, weil die Spurs eigentlich das bessere Team sind/waren. Nie war allerdings das Wort „eigentlich“ sinnloser. Wenn man konsequent komfortable Führungen verhühnert …
Den Spurs gehört dennoch die Zukunft, wenn sie nicht zerbrechen (was ich nicht glaube), sondern die richtigen Lehren ziehen: Die Mannschaft ist extrem jung, und kaum ein Spieler ist in seiner Entwicklung am Zenith angekommen. Das gilt auch für den jungen Coach Mitch Johnson, der in seiner ersten vollen Saison als Nachfolger des legendären Gregg Popovich zumindest in der Finalserie noch Lehrgeld zahlen musste und von Brown letztlich ausgecoacht wurde. Es würde mich sehr wundern, wenn der NBA-Titel nicht in den kommenden drei Jahren mindestens einmal nach Texas wandern würde. Nicht zuletzt, weil dort Victor Wembanyama sein Unwesen treibt und wahrscheinlich noch viel, viel besser wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

New York lechzt nach einem Titel

Blick über den Teich, NBA

 

2 Teams sind im Titelrennen noch übriggebleben. Hier die San Antonio Spurs, dort die New York Knicks. Gerade im Big Apple lechzt man geradezu nach einer Meisterschaft, die letzte schaffte die selbsternannte Sporthauptstadt der USA (also der Welt!) im Basketball 1973(!). Die letzte Teilnahme an den NBA-Finals datiert ebenfalls aus dem vergangenen Jahrtausend, als die Knicks 1999 den Spours un terlagen.

Jetzt geht es also wieder gegen die Texaner, und Big City kann sich tatsächlich Hoffnungen auf eine rauschende Meisterschaftsfeier machen, die die gleichzeitige Fußball-WM (ab 11. Juni) völlig in den Schattens satellen würde. Zwar gelten die Spurs als Favoriten bei fast allen Experten und auch den diversen Wettportalen, aber gerade der vergangene Monat und der Siegeszug der Knicks durch die K.o.Runden der Eastern Conference (zuletzt 11 Siege in Folge) haben doch so manchen wankelmütig werden lassen in seiner Vorschau. Ist das wirklich nur die Schwäche der Ost-Gegner oder steckt mehr dahinter. Nämlich ein Team, das zusammengefunden hat, das den vor der Saison gekommenen Trainer Mike Brown und seine Spiele-Idee nach und nach verstanden hat. Dessen Stars sich nicht hinter denen de Spurs verstecken müssen. Nein, einen Wembanyama haben sie nicht in ihrem Kader aber durchaus einige Leute, die auch gegen San Antonio sehr viel Schaden anrichten können.

 

Die Topstars

 

Victor Wembanyama lässt Fans und Experten immer wieder fasssungslos zurück. Einen derartig bewegöichen 2,24-Mann hat die Liga noch nicht gesehen. In der Verteidigung eh eine Klasse für sich; mit seinen ewig langen Spinnenarmen hat er schon viele Angreifer zur Verzweiflung gebracht. Dazu mit einem vernüftigen Distanzwurf ausgestattet (die mehr oder weniger sinnlosen Dreier hat ihm der Trainerstab weitgehend ausgetrieben). Der Franzose kann dank seiner Länge Anspiele verwerten, die für andere außer Reichweite sind.
Andrereseits ist er halt auch erst 21 Jahre alt. Sehr reif für seine Jugend, aber eben längst noch nicht ausgereift. Auch in der bisherigen K.o.-Runde hat er nicht in jedem Spiel seinen Stempel aufgedrückt. Es wird sich zeigen, ob ihm das jetzt gegen die New Yorker Athleten vorbehaltlos gelingt.

Jalen Brunson ist der Primus inter pares bei den Knicks. Unfassbar, wie er trotz seiner nur 1,88 Meter (für Basketball-Verhältnisse fast schon zwergenhaft) immer wieder Wege zum Korb findet, immer wieder seine Würfe anbringt, immer wieder Mitspieler bedient. Längtst ist er in der Riege der absoluten Topstars der Liga, niemand wird ihn jetzt noch unterschätzen.

 

Die Co-Stars

 

Einer allein kann es schon länger nicht mehr richten. Jedes Team braucht eine zweite, fast gleichwertige Option (daran scheiterte unter anderem etwa Titelverteidiger Oklahoma City Thunder, weil Jaylen Williams verletzugnsbedingt ausfiel).

 

Stephon Castle ist bei den Spurs zu diesem extrem wichtigen zweiten Mann herangereift. Er sprüht vor Ideeen (manche allerdings führen auch zu nichts und absurden Ballverlusten). Kann werfen, kann zum Korb ziehen, hat viel Spielübersicht. Die Kombo Castle-Wemby funktioniert schon bestens, ich darf mir gar nicht ausmalen, wozu die in ein paar Jahren erst fähig sind, wenn sie denn zusammenbleiben.

Karl-Anthony Towns: die große (im Wortsinn) Unvbekannte. An guten Tagen ist der 2,1-Meter-Riese eine nicht zu verteidigende Waffe, weil er einen überdurchscnittlich guten Distanzwurf hat, aber eben auch unwiderlstehlich zum Korb zieht. An schlechten Tagen handelt er sich früh unnötige Fouls ein und kann nur bedingt eingesetzt werden. Dann fehlt es den Knicks schlicht an Größe.

 

Die X-Faktoren

 

Auch ein strahlendes Duo allein reicht natürlich nicht. Es braucht wichtige Rollenspieler, die auch über sich hinauswachsen können.

 

De’Aaron Fox: Er kam letztes Jahr mit großen Erwartungen von den im Sinkflug befindlichen Sacramento Kings. Ein Mann der wichtigen Punkte, ein Mann für die entscheidende Phase, weil er sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen. Sein Dreier macht Sorgen, aber die Form ist stark im Aufwind. Knicks-Trainer Mike Brown und er kennen sich sehr gut aus gemeinsamen Kings-Zeiten, als Fox der Starspieler von Brown war.

OJ Amunoby: Wohl dem Team, der eine derartige dritte Option hat (für viele ist er wichtiger als Towns und fast so wichtig wie Brunson. Ein Bulle in der Abwehr, der den Offensivkräften das Leben schwer macht. Ein Arbeiter im Angriff, der Räume schafft. Selbst kann er jederzeit übernehmen. Er weiß, wie das geht mit Titeln, als er (in ähnlicher Rolle) 2019 mit den Toronto Raptors triumphierte.

 

Die Bankspieler

 

Die meisten Trainer vertrauen in den Play-offs auf eine Achter- oder vielleicht sogar Neuner-Rotation.

 

Luke Kornet: Einer der Schlüsselspieler der Spurs. Der Ersatz für Wemby. Enorm erfahren, wie Amunoby schon mit einem NBA-Titel-Ring ausgestattet (mit den Boston Celtics 2014). Natürlich ist er nicht so gut wie der Außerirdische, aber sowohl in Angriff als auch Abwehr mehr als zuverlässig, fragt mal Isaiah Hartenstein …
Derek Harper hat sich zu einem elementar wichtigen Teil der Spurs entwickelt. Ein Rookie-Spielmacher passt enorm gut auf den Ball auf, schon jetzt hat er eine glänzende Übersicht.

Mitchell Robinson: Der Spezialist für Abpraller. Seine Offensiv-Rebounds ermöglichen den Knicks viele zweite Wurfchancen. Er selbst beschränkt sich darauf, nur Bälle unmittelbar unterm Korb in die Reuse zu stopfen. Legendär sein desaströses Auftreten an der Freiwurflinie mit eine Quote von wiet unter 50 Prozent. Die Knicks nehmen diese Schwäche in Kauf, und sie werden mit nimmermüden Einsatz belohnt.
Landry Shamet: Der Scharfschütze der Knicks. Wenn er heißläuft, versenkt er die Dinger fast blind und ohne Nachzudenken auch aus den unmöglichsten Situationen (das berühmt-berüchtigte Catch-and-School).

 

Zusammenfassung

 

Kleinigkeiten werden entscheiden. Welche Dreier funktionieren besser, welches Team produziert weniger Ballverluste. Und natürlich: Gibt es verletzungsbedingte Ausfälle? Zumindest von den bisherigen Play-off-Zahlen sehe ich keine gravierenden Unterschiede

 

🧠 San Antonio Spurs

Der Sieg über den Titelverteidiger OKC ist schon der Ritterschlag. Mit 7-Meilen-Stiefel hat das junge Team in diesem Frühjahr mehrere Entwicklungsschritte genommen. Mangelnde Erfahrung wird also nicht den Ausschlag geben. Der Trumpf Wembanyama kann jederzeit stechen.
Die Knicks werden es den Texanern schwer machen. Sie konnten sich mehr als eine Woche ausruhen, ihre Wehwehchen pflegen, sich Matchpläne überlegen, während sich der Gegner körperlich und vor allem auch geistig in einer Monsterserie gegen die Thunder aufrieb. Mich würde nicht wundern, wenn sie glecih das erste Spiel in San Antonio klauen, und der heimische Madison Square Garden samt der ganzen A-Prominenten auf der Tribüne ist so was von bereit.

 

❤️ Knicks

 

Ich kann mit beiden Teams bestens leben und habe für beide Sympathien. Die bessere und schönere Geschichte ist New York, die Knicks haben aufgrund ihrer Teamstruktur auch nicht mehr so viel zeit wie die noch jungen Spurs, die noch viele sehr erfolgreiche Jahre haben dürften. Und New Yok ist eine demokratische Hochburg, Texas dagegen eine Staaten, die den unaussprechlichen Präsidenten am meisten unterstürtzen.

 

Ansetzungen

 

Gespielt wird nach dem Format 2-2-1-1-1. Also 2 Heimspiele Spurs, 2 Heimspiele Knicks, dann Wechsel von Partie zu Partie, immer mit einem zusätzlichen Reisetag. Die Spurs haben aufgrund der besseren Saisonbilanz Heimrecht im dann alles entscheidenden Spiel 7.
Prime wird alle Partien live und mit deutschem Kommentar übertragen,  wahrscheinlich immer mit Komentator und Experte. Allerdings aus dem Studio in Unterföhring. Die Zeiten, in denen das DSF und Premiere in die Staaten flog zu diesem Anlass, sind längst vorbei.
Ansonsten schauen, was die Sender so machen. Vor allem Magenta, ARD und ZDF haben wegen der Fußball-WM ja mehrere Journalisten in den Staaten.

Do., 02:30: Spurs – Knicks
Sa., 02:30: Spurs – Knicks
Di., 02:30: Knicks – Spurs
Do., 02:30: Knicks – Spurs
So., 02:30: Spurs – Knicks *
Mi., 02:30: Knicks – Spurs *
Sa., 02:30: Spurs – Knicks *

* falls nötig

Anmerkung in eigener Sache: Ich verbringe die Zeit am Bodensee, wo ich die Spiele Gott sei Dank per WLAN verfolgen kann (wenn dieses stabil ist …). Ob ich darüber in aller Ausführlichkeit die Löwen-Ansicht zum besten gebe, ist dann auch stark vom Wetter abhängig.