von Münchner Löwe | Juli 5, 2026 | Fußball, WM
Wo soll ich nur anfangen bei all den widerlichen Aktionen der Paraguayos im WM-Achtelfinale gegen Frankreich. Der Schlag gegen Kylan Mbappé weit jenseits des Balles. Das Ellenbogenrempler in den Magen von Upamecano. Der absurde Versuch von gleich zwei Paraguay-Spielern, den Elfmeterpunkt zu zerstören, damit Mbappé einen völlig berechtigten Strafstoß verschießen möge (was er nicht tat). Die fortwährenden Provokationen, Meckereien, Streitereien, angezettelte Raufereien? Die allein den Sinn hatten, dass einem oder mehreren Franzosen im Glutofen von Philadelphia (40 Grad) die Nerven verliert und zurückschlägt und Rot bekommt.
Nein, es würde den Rahmen sprengen, all die Sauereien der Paraguayos zu benennen. Aber diese Untaten hätten sich nicht so dramatisch angehäuft, wäre ein Unparteiischen-Team auf dem Platz gestanden. Offiziell lief da zwar ein Mann im Schiedsrichter-Gewand herum, doch Ilgiz Tantashev hatte offenbar genau ein Ziel: irgendwie die bisher so großartigen Franzosen aus dem Turnier zu befördern. Der Usbeke tat wirklich alles dafür, außer den Ball selbst ins Tor zu schießen und die alte Luftregel wieder anzuwenden*. Er ignorierte die übelsten Schläge, „übersah“ klarste Fouls. Sogar den Tritt im Strafraum an Desire Doué, obwohl es einen Meter vor seiner Nase stattfand. Das reichte sogar dem ansonsten vor sich hin dämmernden VAR aus Katar, und es gab tatsächlich Elfmeter, den Mbappé trotz zerstörten (naja, das gelang nicht) Elferpunkt sicher verwandelte. Womit wirklich „die Guten“ weiterkamen, denn dieses Tor stellte schon den Endstand her. Noch nie hat ein Außenseiter so viel Widerwillen erzeugt – nicht nur bei mir, man sehe sich die weltweiten Reaktionen an.
Wer allein die Statistik anschaut, wird sich wundern und relativieren, dass alles nicht so schlimm gewesen sei. 0 Gelbe Karten für Paraguay, dafür 3 für Franzosen. Eine davon sah der Münchner Michael Olise. Sein Vergehen: Er stand daneben, als Matias Galarza – der absolut unsportlichste der erbärmlich-unsportlichen Paraguayos – zu Boden sank. Ach ja: eine Gelbe Karte gabs dann doch, für Paraguay: Der Assistenstrainer hatte nach dem Spiel den Schiedsrichter angemeckert – weil dieser den Ball nicht ins Franzosen-Tor geschossen hatte? 0 Gelbe Karten für die Paraguyer??? – nie wurde ein Spielverlauf so verhöhnt
Es war ein regelrechtes Wunder, dass die Franzosen angesichts der Dauer-Benachteiligung plus der sengenden Hitze nicht die Nerven verloren (Schweden-Legende Zlatan Ibrahimovic: „Ich hätte fünfmal Rot gesehen“). Wahrscheinlich ist so ein Sieg auch über sich selbst viel mehr wert als ein Zaubertriumph gegen überforderte Schweden. Mbappe brachte es auf den Punkt. „Sie dachten, dass wir kommen würden, um im Smoking zu spielen, dass wir nur kommen würden, um schöne Aktionen und Eins-Zwei zu machen. Wir wissen auch, wie man schmutzigen Fußball spielt.“
Was bleibt, ist ein zerstörtes Fußballspiel. Für mich die große Frage, warum die Paraguayer dermaßen übertrieben haben. Sie sind ja überragende Verteidiger (wie wir Deutschen bestätigen können). Das zeigten sie in vielen Szenen, in den fair geführten zweikämpfen (die gabs tatsächlich auch) gegen Mbappé und Co. Abwehrspieler wie Caceres, auch Galarza sind herausragend. Gerne auch mit Haken und Ösen, gerne leicht übers erlaubte Maß hinaus (mit einem Schiri, der schon Einhalt fordert), gerne Trashtalk. Geschenkt. Das gehört zum Fußball wie eine Torwartparade. Eine Begründung, warum sie sich so entsetzlich verhalten haben, blieben die Südamerikaner schuldig. Tenor: wir sollen uns alle nicht so anstellen, das sei doch „normal“ gewesen. Vielleicht sollten wir alle mehr Paraguay-Liga gucken, damit wir nicht so entsetzt sind.
Während Paraguay Gott sei Dank nach Hause fliegt (und sich dort ausgiebig für den Deutschland-Sieg feiern lässt), geht das Turnier für Frankrecih weiter. Am Donnerstag wartet Marokko. Es ist die Wiederholung des Halbfinals von Katar 2022, in dem die Franzosen 2:0 gewannen. Die Afrikaner setzten sich nach durchwachsener ersten Halbzeit am Ende doch sicher mit 3:0 gegen Kanada durch. Es gehört zu den Absurdidäten dieses Turniers, dass der Co-Gastgeber Kanada weit weg von der Grenze in Houston/Texas antreten musste – Spielplan ist Spielplan.
*Regelkunde: Bis vor ein paar Jahren galt der Schiedsrichter als Luft. Wenn er angeschossen wurde, ging es weiter, als sei nichts passiert. Es gibt Tore, bei denen der Schiri als Letzter am Ball war. Diese Regel gibt es aber seit der Saison 2019/2020 nicht mehr, jetzt gibt es Schiedsrichterball.
von Münchner Löwe | Juli 4, 2026 | Allgemein
Die nicht enden wollende Zwischenrunde ist überraschenderweise doch noch zu einem Ende gekommen. 16 Partien haben wir sehen dürfen, zum Teil eher müssen; bestenfalls eine Handvoll wird dem neutralen Betrachter in Erinnerung bleiben. Ansonsten hatte das Ganze sehr viel von einer 1. Pokalrunde, wenn ein mehr oder weniger engagierter und spielerisch limitierter Außenseiter den klaren Favoriten fordert. Vor allem mit einer extremen Defensive, und vorne möge der liebe Gott helfen.
Außerdem gab es dann Duelle, die übelst an einen mittelmäßigen Zweitliga-Kick erinnerten: einer musste halt gewinnen, und so zogen Kanada (vs Südafrika) und Ägypten (Australien) ins Achtelfinale.
Manchmal hatte das sogar Erfolg wie bei den unglaublich schwachen paraguayos, die mit ihrer Maurertaktik und dem erratischen Elfmeterschießen den hohen Favoriten Deutschland rauskickten. Meist aber blieb es beim Vorhaben, wie chancenlose Österreicher (vs Spanien), Algerier (Schweiz) und Bosnier (USA) ernüchtert feststellen mussten. Ein Sonderfall: die völlig überforderten Schweden, die dem Angriffswirbel der Franzosen schlicht nichts entgegenzusetzen hatten
Bleiben einige erinnerungswürdige Partien. Das sportlich hochwertigste war meiner Meinung nach das Duell Portugal vs Kroatien. Zwei Teams, die offensichtlich gewinnen wollten, die auch offensiv etwas zu bieten hatten und trotzdem die Verteidigung nicht vernachlässigten. Zu so einem Spiel gehört ein grausames Ende zwingend dazu, und hätte es katastrophaler (ja, wir reden vom Sport, ich weiß) ausgehen können für Kroatien. Es steht 1:2 aus ihrer Sicht, eine letzte Flanke fliegt in den Strafraum, wird verlängert und der aufgerückte Weltklasse-Verteidiger Guardiol schießt den Ball ins Tor! Verlängerung und 30 Minuten weiter hoffen? Nein, denn der Schütze stand im Abseits. Nicht beim Schuss selbst, aber bei einer Kopfball-Verlängerung, als die Ballberührung mit bloßen Auge nicht wahrnehmbar war. Der Chip im Ball hatte eine geringstfügige Berührung festgestellt, wollen wir dem Ausschlag glauben.
Herzzerreißend auch Argentinien gegen die Kap Verden. Hier der Titelverteidiger und die gestandene Fußball-Nation aus Südamerika mit Lionel Messi, dem vielleicht besten Spieler aller Zeiten im xten Frühling und torhungrig wie nie zuvor bei eien WM. Dort die von den Einwohnern her kleinste Nation, die je an einer Endrunde teilgenommen hatte, wer könnte auf dem Globus genau benennen, wo diese Inselgruppe genau liegt? Die Führung von Messi in der 1. Halbzeit nach sensationeller Ballannahme und perfektem Abschluss, der Ausgleich in Durchgang 2. Biedere Argentinier; sie wirken müde, es ist ja fast das gleiche Team wie 2022 (offenbar herrscht im Land gerade Extrem-Mangel an Talenten). Trotzdem Chancen, die vernichtet der wieder großartige Torwart Vozinha. So einen 40-jährigben Keeper lasse ich mir gerne gefallen!
In der Verlängerung: eine hübsche Ecke von Messi (ansonsten mittlerweile fast abgemeldet und brotlos in seinen Dribblings) – Führung Argentinien. Ein Traumtor von Cabral Lopez, wer hat vom Trabzonspor-Profi noch nicht gehört?, wieder Ausgleich!. Noch eine hübsche Ecke von Messi, abermals die Führung. Die Kap Verden werfen alles nach vorn, Argentinien schwimmt, schindet zeit, wo es geht, und ihr großartige Torwart Emiliano Martinez (nicht 40, sondern erst 33) rettet mit zwei Super-Paraden den 3:2-Erfolg. Ich behaupte mal: Außerhalb von Argentinien hat die gesamte Fußballwelt ein Tränchen der Trauer verdrückt, dass diese heroischen Nobodies jetzt draußen sind. Sie waren tatsächlich eine echte Bereicherung für diese Weltmeisterschaft.
Ach ja, Frankreich!
Welcher Fußballfreund war nicht hellauf begeistert von diesem Auftritt. Das 3:0 gegen Schweden spielgelt die Übelegenheit ha ja nicht ansatzweise wider. Was das Offensiv-Quartett Mbappé, Osise, Dembélé und Barcola (anstelle von Doué) auf den Rasen zauberte, hat man lage nicht gesehen. Spielfreude, Technik, Tempo. Vielleicht wird der eine oder andere deutsche Fan nachträglich ganz froh sein, dass die paraguayos sich jetzt (heute, 23 Uhr) mit diesem übermächtigen Gegner herumschlagen dürfen und vielleicht nicht mit einem 0:3 herauskommen.
Können wir uns also den Rest des Turniers ersparen und den Franzosen gleich die Trophäe überreichen? Gemach, gemach! Zum einen sind die Ball-Zauberer Menschen, die vielleicht mal einen schlechten Tag haben, sich unwohl fühlen, gar verletz snd. Vor allem aber wirkt die Abwehr nicht hundertprozentig sattelfest, sogar die eher biederen Schweden hatten die eine oder andere Möglichkeit.
Trotz dieser kleinen Zweifel würde ich mich jetzt, also vor Beginn des Achtelfinals, festlegen: Frankreich wird Weltmeister. Nona, auf ins Wettbüro?
Gerupfte Afrikaner
9 Teams hatten die Zwischenrunde erreicht, und alle betonten, wie sehr der Kontinent fußballerisch aufgeholt habe. Ich wollte in diese Euphorie nicht einfallen, und der Realitäts-Check der Zwischenrunde fällt dann doch ernüchternd aus. Einzig Marokko und Ägypten schafften den Sprung ins Achtelfinale, sinnigerweise setzten sich beide Teams erst im Elfmeterschießen durch gegen Holland und Australien. Die übrigen 7 scheiterten teils knapp (wie gesagt: Kap Verden, aber auch die Elfenbeinküste, Senegal und DR Kongo hätten mit etwas mehr Spielglück und oder Erfahrung die Oberhand gegen Norwegen, Belgien und England behalten können), teils chancenlos (Algerien, Ghana, Südafrika).
MIt Abstand das beste Team sind die Marokkaner, aber auch die benötigten gegen Holland erst Glück (Ausgleich in der Nachspielzeit) dann Können im Elfmeterschießen. Im Viertelfinale könnte es zum Duell gegen Frankreich kommen, ich schau mal etwas weiter voraus..
Das Achtelfinale (Turnierbaum, also nicht chronologisch)
Sa.,. 19:00: Kanada – Marokko (Houston)
Der Co-Gastgeber sinnigerweise in Houston/Texas, also weit weg von der kanadischen Grenze. Nicht nur deshalb würde ich Marokko klar favorisieren, das in allen Belangen überlegen scheint.
Sa., 23:00: Frankreich gegen Paraguay (Philadelphia)
Alles andere als ein Sieg von Mbappé und Co. würde mich unfassbar überraschen. Paraguay mag müde, langsame und einfallsarme Deutsche aufhalten können, dem französischen Angriffswirbel voller Tempo und Spielwitz sind sie nicht gewachsen.
Mo., 21:00: Spanien – Portugal (Dallas)
Das berüchtigte Iberer-Duell, im vergangenen Jahr siegte Portugal in München im Nations-League-Finale. Die Spanier wirken sehr gut eingespielt und scheinen in der Abwehr kaum überwindlich (bisher kein Gegentor). Portugal hat viel entgegenzusetzen, aber die Pariser Spieler um Vitnha wirken nicht wirklich fit. Deshalb kleiner Vorteil: Spanien.
Di., 02:00: USA – Belgien (Seattle)
Die US-Boys gefallen durch mannschaftliche Geschlossenheit und Begeisterung. Belgien war gegen Senegal schon geschlagen, kehrte aber trotz 0:2-Rückstand wundersamst zurück. Der Heimvorteil gerade in der Fußball-affinen Stadt Seattle im wunderschönen Lumen Field dürfte den USA letztlich helfen zum erstmaligen Aufstieg ins Viertelfinale.
So., 22:00: Brasilien – Norwegen (New York/New Jersey)
Beide Teams erreichten das Achtelfinale durch Tore in der Nachspielzeit (gegen Japan respektive Elfenbeinküste). Brasilien ist kompakt und hat individuell sehr starke Spieler (nicht nur Vini jr), die eine enge Partie entscheiden können wie Martinelli gegen die Ivorer. Norwegen hat eine Goldene Generation, beileibe nicht nur Superstürmer Erling Haaland. Ein klares 50/50-Match, macht also Trainerguru Carlo Ancelotti für Brazil den Unterschied?
Mo., 02:00: Mexiko – England (Mexiko Stadt)
Riesennachteil der Engländer: Sie müssen sich für die Höhe in Mexikos Hauptstadt (2200 Meter) erst akklimatisieren, kommen aus Atlanta (320 Meter) wo sie erst am Mittwoch die DR Kongo bezwangen. Dazu noch der Heimvorteil der Mexikaner im Aztekenstadion, wo sie noch ungeschlagen sind. An das die Engländer übrigens trübe Erinnerungen haben an die WM 86, als sie an Maradona gescheitert sind; an dessen Wahnsinn (Hand Gottes) und Genie (Solo für die Ewigkeit). Können diese Geister vertrieben werden? Es sind Gewitter angesagt, vielleicht wird die Partie vorgezogen. Leichte Vorteile für Mexiko.
Di., 18:00: Argentinien – Ägypten (Atlanta)
Trotz aller Kap-Verde-Qual: Argentinien ist der klare Favorit. Wegen Messi, wegen Martinez, wegen der mannschaftlichen Geschlossenheit. Und weil es halt „nur“ gegen sehr biedere Ägypter geht, die mich bisher trotz Achtelfinal-Einzugs überhaupt nicht überzeugt haben. Also Argentinien!
Di., 22:00: Schweiz – Kolumbien (Vancouver)
Ausklang in Kanada (die Schweizer besetzen den Platz der Ahornblätter). Die Eidgenossen sind für mich eine der positiven Überraschungen, zumal aus Europa. Bisher sehr souveräne Auftritte. Hinten stabil mit dem großartigen Schlussmann Gregor Kobel, und vorne wirbelt der junge Freiburger Manzambi mit dem nicht mehr ganz so jungem Ex-Gladbacher Embolo und anderen. Reicht das für Kolumbiens Abwehrrecken? Ich sehe zumindest gute Chancen für die Schweiz!
von Münchner Löwe | Sep. 7, 2025 | basketball, EM
Basketball-Europameisterschaft, Achtelfinale
Schon die ersten 4 der 8 Achtelfinalpartien zeigten, dass die K.-o.-Runden in jeder Sportart ihre ganz eigenen Geschichten schreiben. 3 nach der Vorrunde haushohe Favoriten hatten extrem zu kämpfen, und die von allen Experten als klarster Titelfavorit genhandelten Serben hat es tatsächlich erwischt.
So hatte auch die Deutschen zunächst ihre Müh und Not, den krassen Außenseiter Portugal in die Schranken zu verweisen. Das lag vor allem an einer indiskutablen Dreierquote in der 1. Halbzeit (1 von 18!), in der die Riesen alles trafen, nur nicht in die Reuse. So gingen die Portugiesen tatsächlich mit eine Führung in die Pause. Nach dem Wechsel eine klare Steigerung jenseits der Dreierlinie (9/18), aber dass am Ende ein auch der Höhe standesgemäßer 85:57-Erfolg heraussprang, lag vor allem am Einbruch der Portugiesen im 4. Viertel, als sie nur noch 7 Punkte auf die Anzeigetafel schafften. Äußerst bedenklich, dass Franz Wagner, Dennis Schröder und auch Scharfschütze Andi Obst ihre Dreier so überhaupt nicht treffen (diese 3: 1/18); dafür erfreulich, dass Maodo Lo (4/7), Tristan da Silva (3/3) einsprangen. Vielleicht sagt jemand den ansonsten (vor)trefflichen Wagner und Schröder, dass sie das mit den Dreiern einfach bleiben lassen sollten, denn sonst könnte es gegen einen stärkeren Gegner (Slowenien/Italien im Viertelfinale) ein böses Erwachen geben.
Dieses gab es schon für die Serben: Der Turnierfavorit erlebte sein Dèjá vu und schied wie schon bei der EM 2022 (Italien) völlig überraschend aus. Die Niederlage gegen Finnland darf als eine der größten Sensationen der neueren Turnier-Geschichte gelten. Hier die Basketball-Nation Serbien, gespickt mit NBA-Stars um den besten Basketballer der Welt (Nikola Jokic), dort ein No-name-Team aus einer Eishockey-Nation mit nur einem außergewöhnlichen Akteur (Lauri Markkanen). Doch wieder mal zeigt sich die Schönheit des Sports; Namen zählen nicht: Hier funktioniert das Mannschaftsspiel wenig bis gar nicht, dort wachsen No Names über sich hinaus wie bei den Finnen die wahrscheinlich nicht nur mir bis dato unbekannten Mikael Jantunen und der erst 18-jährige Miika Muurinen. Der hatte die Dreistigkeit, 2 Dreier über den in jeder Hinsicht großen Jokic hinweg in den Korb zu versenken.
Fast hätte es auch die bisher so großartigen Türken erwischt: Die mussten tatsächlich bis zur Schlussminute bangen, ehe sie sich gegen die hartnäckigen Schweden durchsetzten. Die Skandinavier sahen sich am Ende gar betrogen (sagen wir: stark benachteiligt), als der türkische Star-Center Alperin Sengün ein vermeintliches Stürmerfoul nicht bekam (es wäre sein fünftes gewesen), sondern im Gegenteil 2 Freiwürfe erhielt. Der Bonus der NBA Stars, den ich bei macher Aktion gegen Jokic gesehen zu haben glaubte.
Erwischt hat es die Gastgeber: Im Balten-Duell gegen Litauen waren die Letten letztlich chancenlos, trotz des beeindruckenden Kristaps Porzingis. Aber gegen die mannschaftliche Gechlossenheit des baltischen Rivalen hatten die Letten letzlich keine Chance. Schade um die Stimmung, die allerdings zumindest die nahen Litauer und Finnen (und vielleicht auch die Deutschen) in der Halle ausbreiten.
Heute dann der zweite Teil des Achtelfinals, in dem Slowenen und Italiener den deutschen Viertelfinal-Gegner ermitteln.
von Münchner Löwe | Juli 1, 2024 | EM, Fußball
Achtelfinale, 2. Tag
Hauptsache gewinnen. Wenn diese Maxime große Nationen pflegen und grauenhaft, aber erfolgreich spielen. schäumen die Fußball-Romantiker. So wie die deutschen 82, 86 und auch 2002. Den Protagonisten wie jetzt die Engländer ist es wurscht. Ich schäume mit, und delektiere mich an den Spanier.
England – Slowakei 2:1 n. V.
Der englische Titeltraum lebt. Für jeden Fußball-Romantiker wäre es ein ziemlicher Albtraum, wenn dieses uninspirierte, sterbenslangweilige Team wirklich Europameister werden würde. Dabei mag ich den englischen Fuzßball, habe schon oft mit ihren Nationalspielern mitgelitten, wenn sie in einem großen Turnier mal wieder in einem Elfmeterschießen gescheitert sind. Aber die? Mit diesem grausigen Fußball? Die eigentlich doch gar nicht wollen? Wirklich nicht.
Es ist schon erstaunlich, wie diese Ansammlung von Könnern (zumindest in der Theorie) sich auf den minimalistischsten, zynischsten Fußball reduzieren lassen, ohne jegliche Lust daran, was sie da so fabrizieren. Als würden sie sich schämen.
In dieses enge Konzept hat sie der Trainer gezwängt -in seiner aktiven Zeit ein Verteidiger. Und er kommt mit seiner Art des Fußballs durch, erst in dieser schrecklichen Vorrunde, und jetzt auch gegen die von vornherein doch ziemlich limitierten Slowaken. Die durch einen wunderbaren Treffer durch Ivan Schranz in Führung gingen. Die allerdings die Engländer kaum aufweckte, vielleicht auch wenig erschreckte. In der 2. Halbzeit spielten sie, als ginge sie das nicht an, und die Slowaken versäumten es nachzulegen, verbarrikadierte sich mehr und mehr in der eigenen Hälfte. Die beste Chance hatte nochDavid Strelec, der quasi von der Mittellinie den weit vor seinen Kasten weilenden England-Schlussmann Jorda Pickford überlisten wollte, sein Ziel aber haarscharf verfehlte.
Dabei war das wahrlich kein Abwehrbollwerk, das die Slowaken da errichtet hatten. Das zeigte sich jedes Mal, wenn die Engländer dann doch einmal einen konsequenten Angriff spielten. Der schön freigespielte Phil Foden traf zwar ins Tor, stand aber klar im Abseits. Ein Kopfball von Kane rauschte knapp daneben, und ein Schluss von Declan Rice ging nur an den Pfosten. Ansonsten viel Lethargie, auch auf den Rängen, wo die Zuschauer auf Schalke sanft entschlummerten.Die Slowaken? Gingen sehr rustikal zur Sachem und ihr Torwart Martin Dubravka fing nicht eine Flanke, sondern faustete
6 Minuten Nachspielzeit, warum nur so viele, und es kam, wie es kommen musste. Eine schöne Hereingabe verwandelte Jude Bellingham in der 5. Minute per herrlichem Seitfallzieher. Sie haben es also nicht verlernt. Auch Harry Kane nicht. Der traf kurz nach Beginn der Verlängerung: Wieder faustete Dubravka eine Ecke weg, Marc Guehi flankte, und der völlig freistehende Bayern-Stürmer verwandlete eiskalt. Danach wieder schnöder Ergebnisfußball, umjubelt von den Fans, die ihre Spieler und vor allem den Trainer kurz vorher noch am liebsten zum Teufel gejagt hätten.
Mann des Spiels
Jude Bellingham: Nur selten blitzte sein Können auf, handelte sich Gelb ein und konnte von Glück reden, dass seine ärmliche Schwalbe nicht mit Gelb-Rot bedacht wurde. Aber dann halt sein Magic Moment, bezeichnenderweise in der Nachspielzeit, in der er in der vergangenen Saison so viele Tore für Real erzielt hatte.
Stark trotz der Niederlage
Ivan Schranz: Erzielte sein drittes Turniertor. Bester Offensivakteur neben Strelec. Der Spieler von Slavia Prag hat das Interesse der Scouts geweckt, dürfte dort nicht mehr lange spielen.
Ausblick des Siegers
Für die Engländer geht es jetzt gegen die Schweiz, das dürfte ein ganz anderer Prüfstein werden als die doch sehr biederen Slowaken. Und die werden nicht in Ehrfurcht erstarren, andererseit aber auch aufpassen müssen einen jederzeit möglichen Geistesblitz eines Könners wie Bellingham, Foden oder Kane.
Und die Verlierer
Haben mit dem Achtelfinale ihr Ziel erreicht. Und manch Spieler von ihnen hat bei manchen vermögenderen Verein als in der Halbzeit Interesse geeweckt.
Spanien – Georgien 4:1
Was für ein Unterschied im zweiten Sonntagsspiel. Mit Spaniern, die vor Spielfreude sprühten und Georgiern, die wieder ihre ganze Seele auf dem Feld ließen. Am Ende war es klar. Sie durften ja sogar von der ganz großen Sensation träumen nach der Führung durch, fast schon klar, ein Eigentor. Ganz kurz wirkten die Spanier angezählt, aber die Georgier konnten oder wollten nicht nachlegen. Es dauerte dann allerdings nicht lang, bis die Spanier die Georgier mehr und mehr einschnürten. Manch Betrachter fühlte sich an ein Überzahlspiel wie im Eishockey erinnert. Dabei waren sie auch zielstrebig mit brillanten Dribblern wie Nico Williams und Lamine Yamal, doch zunächst vereitelte der erneut ganz starke Schlussmann Giorgi Mamadashvili den Ausgleich. Den besorgte dann noch vor der Pause Rodri.
Nach der Pause hatte der Georgier Khvicha Kvarazschelia einen Geistesblitz, wollte Schlussmann Unai Simon mit einem Schluss noch vor der Mittellinie überlisten, doch verfehlte das Ziel ganz knapp. Die Spanier ließen sich nicht beeidnrucken, spielten teilwweise brillant. Babian Ruiz verwandelte eine Maßflanke von Yamal per Kopf zum 2:1, Nico Williams ließ nach herrlichem Konter und tollem Abschluss unter die Latte das 3:1 folgen. Die Entscheidung gegen die tapferen Georgier, die noch das 1:4 durch den eingewechelten Leipzig-Profi Dani Olmo schlucken mussten.
Mann des Tages
Rodri: Er behielt in der heiklen Phase nach dem Rückstand den Überblick, ordnete schnell die Reihen. Sehr überlegter Schuss zum Ausgleich unhaltbar für Mama.
Stark trotz der Niederlage
Giorgi Mamadashvili: Trotz der 4 Gegentreffer wieder eine großartige Leistung des Torwarts des Turniers. Vielleicht hätte er die Flanke vor der Führung durch ganz beherztes Herauslaufen abblocken können, und am Ende hatte er auch nicht mehr den Elan. Aber auch absolute Spitzenclubs werden ihre Torwartfrage noch mal überdenken.
Ausblick des Siegers
Sie waren nach der Vorrunde mein Turnierfavorit, (auch wenn ich n einem Tippspiel aus taktischen Gründen Portugal zum Europameister erkor, um Rückstand aufzuholen): 11 Könner, die auch ihr Können zeigen dürfen. Jetzt gegen Deutschland, das ist für die Nagelsmann-Truppe der Wahrsager. Die Spanier sind nicht unverwundbar, wie die 1. Halbzeit gezeigt hat, aber es muss schon sehr viel zusammenpassen. Was den Gastgeberen Mut machen könnte: Wirklich unter Druck allerdings ist die neuformierte Abwehr der Spanier noch nicht. Das müssen Musiala und Co. austesten.
Und die Verlierer
Die Georgier waren eine echte Bereicherung. Sehr fantasievoller Fußball mit zwei absoluten Topstars (Mama+Kvaradona). Die kannte ich vorher schon, abe auch andere haben tolle Vorstellungen gezeigt. Fast schade, dass die Reise jetzt zu Ende ist, dazu ein sympathischer Auftritt. Vielen Dank Sagnosvili und hoffentlich auf Wiedersehen.
von Münchner Löwe | Juni 29, 2024 | EM, Fußball
Ab heute starten die Achtelfinali (so sagte es immer der ehemalige ORF-Reporter und -Sportchef Franz Krynedl) bei „unserer“ EM. Für viele beginnt nach der teils doch ermüdenden Vorrunde das Turnier erst richtig. Wer allerdings Fußball-Feuerwerke erwartet, könnte enttäuscht werden. Mich würde es im Gegenteil sehr überraschen, wenn etwa Franzosen und Engländer ihr bisher zwar ziemlich unansehnliches, aber letztlich doch erfolgreiches Defensiv-Konzept aufgeben würden. In vielen Partien gibt es zumindest namentlich einen klaren Favoriten und einen Außenseiter. Mals sehen, wer gerade von den nicht so hoch gehandelten Teams das Heil in der Flucht nach vorn suchen. Georgien und Rumänien könnte ich mir gut vorstellen.
Hier gibt es jetzt erst mal eine Vorschau auf alle acht Partien chronologisch von heute bis Dienstag. Dann tippe ich „mein“ viertuelles Turnier durch (sportlerdeutsch: Bracket=Turnierbaum) durch, allerdings nur den Sieger und nicht das genaue Ergebnis.
Sa., 18.00: Schweiz – Italien in Berlin (RTL und Magenta)
Für mich eine ziemlich offene Partie. Die Schweizer haben mir zumindest teilweise gegen Deutschland gut gefallen, aber das ist keine Übermannschaft. Italien war praktisch draußen, um sich mit einem Tor in der letzten Minute der Nachspielzeit ins Achtelfinale zu retten. Dort fehlt ihnen mit Riccardo Calafiori beste Mann wegen einer Gelbsperre, die Schweizer müssen aus dem gleichen Grund auf Silvan Widmer verzichten. Für Italien spricht, dass sie in K.-o.-Spielen nur schwer zu schlagen sind
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Granit Xhaka. Der Schweizer hat seine formidable Leverkusen-Form zur EM transportiert. Vielleicht seine besten Spiele im Dress der Nati. Bei den Italienern zeigt Torwart Gianluca Donnarumma seine Klasse.
Sa., 21.00: Deutschland – Dänemark in Dortmund (ZDF und Magenta)
Meine Erwartungshaltung an die Dänen tendiert nach dem Trauerspiel am Dienstag gegen Serbien gegen Null. Ihr mit Abstand bester Kicker Christian Eriksen hat eine Darmgrippe und musste gestern aussetzen. Die Deutschen haben eine mögliche Schmach eines Vorrunden-Aus souverän vermieden. Sicher nicht alles Gold, was glänzt, aber insgesamt doch überzeugende Leistungen. Und der Last-Minute-Ausgleich am Sonntag war für die Stimmung im Team und auch im Land vielleicht Gold wert. Auch hier fehlen zwei Spieler wegen einer Gelbsperre. Jonathan Tah wird von Nico Schlotterbeck eersetzt, bei den Danen fehlt Morten Hjulmand, der so spektakulär gegen die Engländer traf.
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Niclas Füllkrug: Noch hat Julian Nagelsmann nicht endgültig entschieden, ob er von Anfang an spielt oder doch Kai Havertz. Seine Einwechslung ist praktisch sicher. Er hat im deutschen Team eine unglaubliche Trefferquote (13 Tore in 19 Spielen). Die Dänen hoffen, dass Rasmus Höjlund endlich was reißt.
So., 18.00: England gegen Slowakei in Gelsenkirchen (ZDF und Magenta)
Zu den bisher so furchtbaren Engländern ist schon so viel gesagt. Trotz viel Kritik aus der Heimat: Trainer Gareth Souhtgate ist zufrieden, verweist durchaus zu recht auch auf den Gruppensieg. Pragmatismus at its worst. Grausig anzuschauen, aber erfolgreich. Besonders in der Kritik steht Jude Bellingham, den viele gerne auf der Bank sähen, aber zumindest einige gute Aktionen hatte. Die Slowaken haben auch keine Bäume ausgerissen. Wirklich herausragende Spieler sehe ich nicht, aber alle können Fußballspielen. Gelingt ein frühes Tor, kann es ein richtig tolles Spiel werden.
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Phil Foden: Bisher zeigte er sehr wenig von seiner Riesenklasse. Doch er kommt mit extrem viel Glücvkshormonen von einem Kurztrip nach Hause, ist er doch zum dritten Mal Papa geworden. Mutter und Kind sind wohlauf, wenn das nicht beflügelt … Bei den Slowaken hoffe ich auf ein paar Geistesblitze von Stanislav Lobotka.
So., 21.00: Spanien – Georgien in Köln (ARD und Magenta)
Der zurzeit am meisten gehandelte Turnierfavorit gegen den vermeintlich größten Außenseiter. Die georgier haben mich in allen drei Partien begeistert mit ihrem fantasiereichen Spiel. 11 technisch brillante Spieler stehen da auf dem Platz, alle auch mit einem Riesenherz. Die Spanier sind das einzige Team mit drei Vorrundensiegen, noch dazu alle zu null, und das gegen starke Gegner wie Kroatien, Italien und, jawoll, auch Albanien. In dieser Partie wird der Gegner des Deutschland-Spiels ermittelt.
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Nico Williams: Seine Tempodribblings sind eine Augenweide, auch wenn sie manchmal ins Nichts führen. Aber für solche Leute zahlen die Leute Eintrittsgeld. Den Laden zusammen hält vor allem Rodri. Die Kroaten haben allerdings im ersten Spiel gezeigt, dass die Abwehr trotz der Null nicht unangreifbar ist. Bei den Georgiern möchte ich den grandiosen Torwart Goiorgi Mamardashvili und Kvicha Kvazchelia herausheben. Auch für Kvaradona gilt: tolle Dribbling, aber manchmal wäre ein Blick und gar ein Pass zu einem besser postierten Mitspieler hilfreich-
Mo., 18:00: Frankreich – Belgien in Düsseldorf (ZDF und Magenta)
Fast ein Heimspiel im nahen Düsseldorf für beide Teams, die eine heiße Rivalität pflegen. Kylian Mbappé hatte ein paar weitere Tage, um sich an seine Masken zu gewöhnen. Die Franzosen agieren wie die Engländer: Erst mal schauen, dass hinten nichts passiert, und vorne wird Mbappé schon treffen. Mit dierser Taktik sind sie 2018 Weltmeister und 2022 Vizeweltmeister geworden. Jetzt klappte bisher nur beim ersten Teil des Plans, der Defensive. Die Offensiv-Bilanz lautet dagegen nach 3 Spielen: 2 Tore, nämlich ein Eigentor und ein Elfer. Die Belgier enttäuschten mich ebenfalls und überstanden ihre Gruppe gerade mal so. Vom Potenzial her könnte es ein tolles Spiel werden, genug Klasse-Akteure gibt es auf beiden Seiten. Wenn man sie nur von der Leine ließe …
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NGolo Kanté: Kaum jemand wusste, wie dem Mittelfeldmann sein Jahr in Saudi-Arabien bekommen ist. Offenbar hervorragend, insgesamt war er der beste Mann der Franzosen der Vorrunde. Bei den Belgiern schau ich genau auf Romelu Lukaku. Vielleicht wäre mein Urteil über die Mannschaft viel politiver, wenn denn wenigstens eines seiner drei nachträglich aberkannten Tore gezählt hätte.
So., 21:00: Portugal – Slowenien (ARD und Magenta)
Die Portugiesen waren vor dem Turnier mein EM-Favorit (in einem kicktipp), und bisher gibt es keinen Anlass, diesen Tipp zu bereuen. Sie starteten mit zwei letztlich souveränen Siegen, ihr „zweiter Anzug“ verlor zwar gegen Georgien, doch ich fand sie da gar nicht so schlecht, aber sie scheiterten halt am überragenden Mamardaschwili. Blödsinn, da von Wettbewerbs-Verzerrung zu reden. Gerade die Deutschen sollten wissen, was ein portugiesisches B-Team in einem letzten Vorrundenspiel anrichten kann, remember 2000 und nenne den Namen Conceicao. Die Slowenen ihrerseits waren der andere Teil des Trauerspiels gegen Dänemark, meine Sympathien für sie halten sich deshalb eher in Grenzen.
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Rafael Leao: Ein hochinteressanter Stürmer, der bei Milan sehr auftrumpfte, hier bisher sein Können allerdings höchstens aufblitzen ließ. Die Slowenen brauchen einen Jan Oblak in Top-Form (dann ist dieser sehr schwer zu bezwingen), und vorne kann Benjamin Sesko von RB Leipzig immer eine großartige Aktion zeigen.
Mo., 18.00: Rumänien gegen Holland in München (ARD und Magenta)
Da gewinnen die Rumänen eine Gruppe und bekommen es zur Belohnung mit Holland zu tun. Künstlerpech. Und Rumänen können tatsächlich Ballkünstler sein, auch wenn vom jetzigen Kader niemand an den unvergleichlichen Gheorghe Hagi heranreicht, auch nicht sein Sohn Ianis. Die Holländer haben den viel namhafteren Kader, aber es gibt halt Gründe, warum sie nur Gruppendritter hinter Österreich und Frankreich geworden sind. Die verschiedenen Mannschaftsteile passen nicht zusammen, und gerade im Mittelfeld hapert es.
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Cody Gaakpo vom FC Liverpool hat mir bisher ganz gut gefallen,und er ist auch torgefährlich. Womit auch die ausrede von Englands Teamchef Southgate widerlegt ist, die schwere Premier-League-Saison wäre schuld an den schwachen Spielen seiner Mannen. Aus detscher Sicht sind natürlich die in der Bundesliga harausragenden Frimpong und Xavi Simons zu beachten.
Mo., Österreich -Türkei in Leipzig (Magenta)
Die Österreicher haben die ohnehin schon hohen Erwartungen noch übertroffen, denn an einen Gruppensieg unter anderem gegen Frankreich und Holland hätten auch größte Optimisten nicht geglaubt. Und wie es so ist in unserem Nachbarland: Die Euphorie kennt kaum noch Grenzen. Schon wird an einen Durchmarsch ins Finale geglaubt, angesichts des leichteren Turnierastes nicht völlig herfantasiert, was auch deutsche Medien bestätigen. Wenn es halt nicht die Kombination Österreich und Fußball wäre, wo letzten Endes frei nach doch alles schiefgeht, was eigentlich gar nicht schiefgehen kann. Und eine Partie gegen die Türkei ist geradezu prädestiniert dafür. Keine Frage, aufgrund der Turnierleistungen bisher sind die Ösis zu favorisieren, zumal sie in einem Test im April denselben Gegner gleich mit 6:1 überfuhren. Allerdings war da eben auch gehöriges Spielglück dabei. Die Türken haben ihre unendliche Leidenschaft entgegenzusetzen, der Ausfall von Hakan Calhanoglu wegen einer völlig überzogenen Gelben Karte trifft sie allerdings hart. Unterschätzen darf sie niemand, aber das ist bei Österreichs deutschen Nationaltrainer Ralf Rangnick kaum zu erwarten. So gefeiert wurde in Österreich kein Deutscher seit 1938, äh lassen wir das lieber.
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Marcel Sabitzer: Er knabberte von allen Dortmundern am heftigsten an der Niederlage gegen Real Madrid. Aber spätestens im Holland-Spiel hatte er seine starke Form wiedergefunden, gekrönt durch sein herrliches Siegestor kurz vor Schluss. Ansonsten bilden die Österreicher das am besten harmonierende Team der EM, dass das Fehlen echter Superspieler mehr als kompensiert. Bei den Türken richten sich die Blicke nach Calhanoglus Ausfall noch mehr auf das Supertalent Arda Güler. Wenn der in den Flow kommt, wird es für Austria sehr gefährlich.
Und hier mein getipptes Bracket (fettgedruckte Teams weiter)
Achtelfinale (Sa. – Di.)
Spanien – Georgien
Deutschland – Dänemark
Portugal – Slowenien
Frankreich – Belgien
Schweiz – Italien
England – Slowakei
Rumänien – Holland
Österreich – Türkei
Viertelfinale (5./6. Juli)
Spanien – Deutschland
Portugal – Frankreich
Italien – England
Holland – Österreich
Halbfinale (9./10. 7.)
Spanien – Portugal
England – Holland
Endspiel: 14. 7. in Berlin
Portugal – Holland
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