von Münchner Löwe | Okt. 30, 2026 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Tampa Bay Rays – MILWAUKEE BREWERS 1:4 (Endstand: 1:4)
Kein Drama, nirgends. das Ende der World Series war kurz und schmerzlos. Als wollten die Brewers der Welt noch mal zeigen, was für ein herausragendes Team sie sind. Das Ergebnis von 4:1, mit dem es den 4. Erfolg und damit den Titel auch rechnerisch festmachte, spiegelt die Überlegenheit nicht annähernd wieder. Diesmal gab es auch nicht den einen Moment, der die Partie hätte kippen können.
Das lag zunächst mal am Starting Pitcher. Jakob Misiorowski konnte endlich einmal in den Play-offs seinen überragenden Ruf bestätigen, den er sich in der Saison erarbeitet hatte. Bis dato hatte er nicht schlecht geworfen, bleileibe nicht, aber jetzt, in Spiel 5, da dominierte er die gegnerischen Schlagmänner fast nach Belieben. Nicht mit Strikouts, nicht mit Fastballs von 105 Meilen (nur 102 waren es), aber in 5.2 Innings ließ er gerade mal 2 Hits und einen Walk zu. Und war vor allem Manns genug, den Stab weiterzureichen, als er selbst das geringste Zeichen von etwaigen Nachlassen spürte.
Sein Gegenüber tat es ihm allerdings nahezu gleich. Drew Rasmussen pitchte trotz kurzer Pasuse von nur 3 Tagen nach seinem letzten Start ebenfalls großartig. Zwar musste er im 2. Inning einen Run durch Cooper Pratts Single hinnehmen, ansonsten aber blieb er makellos. Trotzdem nahm ihn Manager Kevin Cash nach dem 4. Durchgang vom Mound, obwohl die Ersatzwerfer in den Tagen zuvor extrem viel Arbeit verrichten mussten und dabei nicht unbedingt souverän wirkten. War es übertriebene Vorsicht? Hatte Cash mal wieder zu viel auf Konstellationen geschaut, ein Thema, das sich durch die gesamten World Series zog?
Die Rays-Ersatzwerfer konnten das Unheil jedenfalls nicht abwenden. Die Brewers erhöhten im 5. Inning auf 2:0 und durch zwei. weitere Runs im 6 Durchgang auf 4:0. Das war mehr als die Vorentscheidung, denn warum sollte der bisher überragende Bullpen der Brewers ausgerechnet jetzt implodieren? Er tat es nicht, sondern sorgte kontiniuierlich für Aus um Aus. Kein Hit im 6. Inning, kein Hit im 7. Inning, kein Hit im 8. Inning. Zu langweilig, befand Closer Trevor Megill offenbar im 9. Inning, wenigstens ein bisschen Thrill muss sein. Zwei Doubles von Liam HIcks und Chandler Simpson brachte wenigstens den Ehrenpunkt. Dann machte Megill wieder und eliminierte Richie Palacios per Groundout – das 3. und entscheidende Aus, Sieg und World Series für Milwaukee.
Jubel nicht nur im Tropicana Field zu St. Petersburgh, wo sich erneut auffallend viele Brerwes-Fans versammelt hatten. Auch im zugeschalteten Milwaukee-Stadium war die Hölle los vor ausverkauften Rängen.
Spannung kam dann bestenfalls noch auf, als es um die Verkündung des MvP ging, denn so viele aus dem Brewers-Kader hätten diese Auszeichnung verdient gehabt. Am meisten jedoch tatsächlich William Contreras, der letztlich die Trophäe überreicht bekam. Die Krönung eines gigantscihen Jahres für den überragenden Catcher. Das ja mit dem WM-Titel für Venezuela im März für ihn und Mannschafts-Kollegen Jackson Chourio so verheißungsvoll begonnen hatte
Ein komplettes Team, eine großartige Mannschaft
Ich mag die Begriffe „verdienter Sieg“ oder gar „verdienter Titel“ nicht besonders (was ist schon unverdient?).. Und doch stelle ich fest, dass mit den Milwaukee Brewerss das mit Abstand beste Team des Jahres Meister geworden ist. Eine Mannschaft ohne den absoluten Superstar der Szene wie etwa Aaron Judge (NY Yankees) und Shohei Ohtani (L’A Dodgers). Eine Mannschaft, die keinen Superstar-Baseball spielt (also allein auf Homeruns ausgehend). Sondern eine, die die Essentials diess Sports beherrscht. Kontrolliertes, starkes Pitching, außerordentlich gute und nahezu fehlerlose Verteidigung, und jeder in der Schlagaufstellung ist jederzeit für Hits gut. Wie Cooper Pratt. Erst im Juni wurde der Rookie ins erste Team hochgezogen, wo er ordentlich agierte. Um plötzlich in den World Series sich als unüberwindbar zu zeigen mit einer Hit-Serie von fünf, noch nie war ein Neuling in World Series besser.
Die Ausgeglichenheit des Teams machte es aus. Und doch möchte ich einen weiteren Profi herausheben. Aaron Ashby, der beste der vielen guten im Bullpen der Brewers (Ersatzwerfer). In den gesamten Play-offs musste er nicht einen einzigen Run des gegnerischen Teams hinnehmen, in den 3 Einsätzen gegen die Rays ließ er in insgesamt 5.2 Innings genau einen (folgenlosen) Hit zu.
Große Zukunft mit einem großen Fragezeichen
Die Zukunft der Brewers könnte großartig werden. Eine großartige Mannschaft, deren Spieler meist noch recht jung sind und sich auch außerhalb des Felds glänzend verstehen, Team-Manager Pat Murphy, der zu den schlauesten und empathischten Vertretern seiner Zunft gehört. Doch ob es im nächsten Jahr überhaupt etwa zu feiern gibt, steht in den Sternen. Schon im Dezember läuft der Vertrag zwischen Spielergewerkschaft und Liga aus, derzeit gibt es wenig Anzeichen auf eine Annäherung, gar eine Einigung. Wohin das führt, wissen leidgeprüfte Baseball-Fans. Eine Jahr, in der nicht oder weniger Baseball gespielt wird. Zumindest der verspätete Saisonstart wie 2020 scheint mittlwerweile unvermeidlich, so verfestigt sind die Standpunkte.
von Münchner Löwe | Okt. 28, 2026 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Tampa Bay Rays – Milwaukee Brewers 4:1/12. Inn. (1:3)
Alles sprach gegen die Rays. Der unaufholbare 0:3-Spiele-Rückstand gegen die Brewers, die unfassbare Form des Kontrahenten, nicht zuletzt das nur vermeintlich heimische Tropicana Field, das von den lärmenden Fans aus Milwaukee förmlich überrannt und von ihnen in eine Auswärts-Arena umfunktioniert wurde.
Und jetzt – im oberen 12. Inning dieser aufreibenden 4. Partie der World Series, waren die Brewers tatsächlich mit 3:2 in Führung gegangen durch Cooper Pratts Homerun. Ein Rookie, der als Matchwinner und Serien-Beender seinen ohnehin fantastischen Tag krönen würde, das wäre doch die nächste der vielen Helden-Geschichte der Brewers. Jackson Chourio, der fast nach Belieben trifft, Wilson Contreras, der Catcher mit dem Adlerauge, Einwechsel-Pitcher Aaron Ashby, der mittlerweile seit 18 Innings ohne Gegenpunkt – Play-off-Rekord in der MLB.
Oder etwa nicht, denn noch hatten die Rays ein halbes Inning, um sportlich am Leben zu bleiben? Für Tampa, aber auch für alle Fans, damit diese noch ein bisschen mehr von dieser großartigen Baseball-Serie sehen dürften. Der erste Schlagmann war Junior Caminero, der den Ball in Richtung 3. Base beförderte. Wo ihn Joey Ortiz zwar gut aufnahm, aber viel zu ungenau in Richtung seiner 1. Base beförderte. Error und der 1. Mann auf Base. Es folgte Liam Hicks mit seinem zweiten Hit der Partie: Läufer auf den Ecken (die Bases 1 und 3) und null Aus. Endlich meldeten sich auch die heimischen Rays Fans. Jonny de Luca am Schlag, viermal an diesem Abend bis dato erfolglos. Jetzt traf er den Ball, und der für Caminero eingewechselte Läufer (Pinch Runner) Cedric Mullins von der 3. Base rannte nach Hause – 3:3 und immer noch kein einziges Aus. Chandler Simpson war der nächste Schlagmann, der unfassbar gute Verteidiger im rechten Außenfeld, und auch er traf den Ball und lud die Bases bei keinem Aus.
Würde ausgerechnet Ben Williamson der Matchwinner werden. Der bisher in der Serie überhaupt keine Rolle gespielt hatte? Der bis dato mehr als 4 Stunden tatenlos und bestenfalls anfeuernd auf der Ersatzbank gesessen hatte. Williamson kam, sah und siegte, ich kann es abgedroschener nicht schreiben. Er traf den Ball zwar nicht sauber, aber doch so gut, dass ihn keiner der Verteidiger erwischen konnte – 4:3. Und das Tropicana Field bebte vor der Rays-Begeisterung, während die Käse-Hpte aus Milwaukee verstummten.
Ausblick
Die große Frage, die sich jetzt alle stellen: Ist das die große Wende? Beginnt jetzt auch bei den Brewers das Nervenflattern oder war die Niederlage nur ein Ausrutscher, der im Baseball so schnell passiert. Es muss ja seine Gründe haben, warum in. der so langen Geschichte der Play-offs erst ein einziges Mal ein 3:0-Sieg-Vorsprung noch verspielt wurde.
Schon heute Nacht (01:00 MEZ) treffen die beiden Teams erneut aufeinander, zum letzten Mal in Tampa, jetzt aber vor hoffnungsvollen und lauten Rays-Fans. Für die Brewers wird Jakob Misiorowski als erster Werfer auf dem Mound stehen, für die Rays höchstwahrscheinlich Drew Rasmussen. Nominell die besten Pitcher der Teams, Ausgang offen.
von Münchner Löwe | Okt. 25, 2026 | MLB
Blick über den Teich, MLB
Die beiden World-Series-Teilnehmer Milwaukee Brewers und Tampa Bay Rays mögen nicht die ganz großen Namen haben. Sie bieten aber allen Baseball-Freunden fantastischen Sport und bewiesen nachdrücklich, dass sie tatsächlich die beiden besten Teams der diesjährigen Saison sind. Insgesamt hochklassiger Sport, sehr gute Verteidigungs-Leistungen, aber eben doch ein paar Fehler, die sich naturgemäß einschleichen und die erst klar machen, wie schwer manch vermeintliches Feldspiel eigentlich ist.
2:0 führen die Brewers nach den ersten zwei Partien im heimischen Stadion. Zweimal stand das Spiel Spitz auf Knopf, und mit etwas mehr Glück (und Können) in entscheidenden Phasen könnte es genauso gut auch andersherum stehen. Zweimal waren nämlich die Gäste in m 9. Inning drauf und dran mit nur einem venünftigen Hit die Partie zu drehen. Wie in Spiel 2, als sie ihren ersten Schlagmann auf die 2. Base brachten. Eigentlich ein sicherer Punkt, sollte man meinen. Nicht aber bei diesen Ersatzwerfern der Brewers. Gegen die man in diesen Play-offs einfach nicht punkten kann. Dieses Mal standen sie 6 Innings auf dem Pitcher-Mound, und gestatteten gerade mal 3 Hits und einen Walk.
Der Beste der sehr Guten war mal wieder Aaron Ashby, der den Sieg in Spiel 2 sicherte.. Der sich von dem Double gegen sich eben nicht verunsichern ließ und eben nicht den Ausgleichs-Run (oder vielleicht Schlimmeres hinnehmen musste. Natürlich, sollte ich angesichts der bisherigen Play-off-Leistungen anmerken. In den gesamten Play-offs hat er in 8 Partien und insgesamt 15.2 Innings noch nicht einen einzigen Run kassiert.
Das Glück stand ihm dabei zur Seite (ohne das niemand im Spitzensport auskommt). Denn das dritte und entscheidenede Aus von Yandy Diaz war zumindest umstritten, weil der Schiedsrichter einen Schwung des Schlagmanns gesehen haben will. Strikeut statt Walk, Spiel-Ende statt geladener Bases. „Its a game of inches“ wird Baseball genannt.
Ausblick
Die Serie siedelt jetzt nach Tampa (genauer: St. Petersburg) über, wo ab morgen Nacht 3 Partien angesetzt sind. Ich hoffe zumindest sehr, dass es (mindestens) zu diesen drei Spielen kommt, dass also die Brewers nicht auch die nächsten 2 Spiele gewinnen. Nicht weil ich den Brewers den Titel nicht gönnen würde, aber diese Serie hätte auf jeden Fall mehr verdient als nur 4 Begegnungen.
von Münchner Löwe | Nov. 2, 2025 | Allgemein, MLB
Blick über den Teich, World Series
* ich weiß natürlich, dass diese Überschrift eine schamlose Übertreibung ist. Die ich aber angesichts der kriegs(ähnlichen)-Handlungen von Trump gegen Venezuela passend und witzig finde; sie ist im übrigen auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Ihr werdets lesen und verstehen, hoffe ich.
Toronto Blue Jays – LOS ANGELES DODGERS 4:5/11 Inn. (3:4)
Der Countdown in Toronto hatte begonnen, und er war bei 2 angelangt. 2 Outs fehlten im 9. Inning also nur noch, und die heimischen Blue Jays würden die 4:3-Führung verteidigen. Damit diese unglaubliche 7. Partie dieser noch unglaublicheren World Series gegen die Dodgers gewonnen haben und die Stadt und ganz Kanada würde den ersten WS-Triumph nach 1993 feiern. Knisternde Erwartung: Am Schlag stand Miguel Rojas, der nominell schwächste in der Line Up der Dodgers, der den Ball nur selten trifft und erst recht nicht satt. Dafür ist er ein umso besserer Verteidiger, wovon noch die Rede sein soll. Und was tat Miguel Rojas – der Nicht-Homerun-Schläger. Drosch den Ball über den Zaun: Homerun, Ausgleich, die Siegesfeier fiel (erst mal) aus.
Doch im unteren 9. Inning hatten die Blue Jays erneut die Chance: Bases loaded, 1 Aus: am Schlag Dalton Varsho: der trifft den Ball, flach, durchaus gefährlich: aber er rollt in Richtung von Miguel Rojas,dem so großartigen Verteidiger und wahrscheinlich noch voller Adrenalin ob seiner offensiven Heldentat ein paar Minuten zuvor. Rojas klaubte den Ball nicht nur mühelos auf, sondern beförderte ihn auch mit einem perfekten Wurf zur Homebase. Wo er um Sekundenbruchteile rechtzeitig im Handschuh seines Catchers Will Smith landete, bevor der heranstürmende Isiah Kiner-Falefa die Homebase erreichte: ein bisschen mehr nach rechts oder links, ein bisschen weniger hart – und Kiner-Falefa hätte den sieg- und World-Series-bringenden Punkt geschafft.
Will Smith wiederum war es im 11. Inning vorbehalten, mit seinem Home Run den letztlich tatsächlich entscheidenden Punkt zu schaffen. Denn auf diesen Punkt hatten die Blue Jays tatsächlich und endgültig keine Antwort mehr.
Donald Trump und alle US-Amerikaner können also aufatmen. Die Trophäe bleibt in den USA; ebern weil ein Mann aus Venezuela zwei absurd gute Momente seines Sportlerlebens in einem Spiel vereinigte. Die Dodgers wiederum schafften ein Kuststück, das zuletzt den New York Yankees gelang: die Titelverteidigung.
Viele Heldengeschichten …
Allein diese elektisierenden World Series hatte so viele Geschichten zu erzählen: so viel Unglaubliches, zuvor noch nie (sehr selten) Gesehenes.
- der unfassbare Rookie-Pitcher der Blue Yays Trey Yesavage, der im 5. Spiel gleich 12 Strike outs warf und die Dodgers-Stars wie Lehrbuben aussehen ließ. Er war auch Teil dieses Game-7-Thrillers, als er im 7. Inning 3 Schlagmänner ausmachte, allerdings im 8. Inning den Homerun von Max Muncy zum 4:3 hinnehmen musste.
- Will Klein: im legendären 18-Inning-Thriller des Spiel 3 der entscheidende Mann, als er als letzter Werfer der Dodgers 4 unglaubliche Innings warf und keinen einzigen Run zuließ. Vorher und nachher ward er nicht mehr gesehen.
- Shohei Ohtanis Monsterspiel 3: 9-mal trat er an zu einem At Bat: 2 Homeruns, 2 Doubles, fünfmal ließen ihn die Toronto Werfer freiwillig (viermal) und fast freiwillig per Walk auf die erste Base.
- Addison Barger: im 1. Spiel trat er als Einwechselspieler an und schlug einen Grand Slam (Homerun mit geladenen Bases). Noch nie gab es so etwas in World Series, die immerhin ihre 120. Auflage erlebten.
- der malade Bo Bichette: kaum laufen konnte der Toronto-Profi, als er nach einer gut einmonatigen Verletzung zu den World Series zurückkam. Was ihn nicht abhielt, im 7. Spiel einen 3-Run-Homer über en Zaun zu dreschen.
- Miguel Rojas: sein Homerun war erst der zweite in einem 7. Spiel der World Series, der im 9. Inning einen Ausgleich bedeutete. Zuletzt hatte es das 1960 gegeben …
- Will Smith: entscheidender Homerun, was will man mehr? Vielleicht diese Geschichte. Namensvetter ist nämlich nicht nur de berühmte Schauspieler, sondern ein Relief(Ersatz)-Pitcher, der von 2021 bis 2023 mit 3 verschiedenen Teams (Atlanta Braves, Houston Astros, Texas Rangers) die World Series gewann. Damit steht seit 5 Jahren ein Will Smith in den Siegerlisten.
… aber nur ein Supermann
Und doch verblasst all das im Vergleich zu Yoshinobu Yamamoto. Dem Pitcher gelang im 2. Spiel der World Series ein Complete Game. In seinem 2. Start (Spiel 6) absolvierte er 6 fast fehlerfreie Innings, in denen er nur einen Run zuließ. Wahrscheinlich hätte er sogar noch ein Inning mehr werfen können (Pitchcount erst bei 90 oder so), doch Team-Manager Dave Roberts dachte vielleicht tatsächlich schon an das 7. Spiel. Wo sprichwörlich „jede Hand, jeder Arm gebraucht wird.
Also auch jene des Japaners, obwohl dieser erst tags zuvor geworfen hatte. Im 9. Inning kam er auf den Mound, mit einem Aus im Rücken, aber auch 2 Mann auf Base. Er überstand das 9. Inning (auch dank der starken Defensivleistungen nicht nur von Rojas, im 10. Inning eliminierte er (immer einen gegnerischen Homerun und damit die Niederlage vor Augen) drei letztlich hoffnungslose Schlagmänner, im 11. Inning schließlich ließ er zwar Vladimir Guerrero per Double und Barger per Walk auf Base, provozierte aber auch mit seinem Wurf, dass Alejadro Kirk in das spiel-, serien- und trophäenentscheidende Double Play schlug.
Statistisch war das dann der 3. Sieg für ihn in den World Series, und angesichts dieser famosen Leistung konnten die Journalisten einfach nicht anders und wählten ihn zum MvP der World Series – trotz Landsmann und Super-Superstar Shohei Ohtani.
Gewinner Baseball
Was Besseres als diese World Series hätte dieser Sportart nicht passieren können: Schon die Ansetzung LA vs Toronto, USA vs Kanada in diesen Trump-Zeiten (51. Bundesstaat und so). Und das Team Kanada forderte nicht irgendein doofes Provinzteam, nichts für ungut, Milwaukee Brewers oder Philadelphia Phillies, sondern mit den LA Dodgers das meistgehasste und reichste und mit Superstar überbesetzte Team der National League. Tatsächlich drückte ganz Kanada den Blue Jays die Daumen, wie Staatspräsident Mark Carney in einem ersten Kondozenschreiben in einem Schreiben versicherte, in dem er trotz der Niederlage den Stolz aller Kanadier übermittelte. (Wahrscheinlich gibt es ein paar Besitzer von kanadischen NHL-Clubs, die insgesamt heilfroh sind, denn die warten ebenfalls seit 1993 auf einen Stanley Cup Triumph für Kanada. Mein Trost: Mit einem Sieger ausgerechnet aus Los Angeles wird auch Trump nicht wirklich glücklich sein …
Und dann diese unfassbare Serie, mit Drehungen und Wendungen wie selten gesehen: Matchfolge 1:0, 1:1, 1:2, 2:2, 3:2, 3:3, 3:4 aus Sicht der Jays. In sieben zum Teil epischen Partien.
(Ein bisschen) Deutschtümelei
Die deutschen Zuschauer durften teilhaben, nicht nur diejenigen, die den League Pass besitzen. Erstmals seit Ewigkeiten gab es (bei Sportdigital+) alle Post-Season-Spiele in deutscher Sprache, die World Series mit dem großartigen Axel Goldmann am Mikrofon. Nicht zu unrecht lobte er seinen Sender hinterher (und meinte sehr verient auch sich selbst).
Und doch gäbe es noch einiges zu vebessern: Goldmann kommentierte alleine, von irgendwo in einem Kabäuschen (das wir nie sahen) – vielleicht sogar von daheim? Wie wäre es, wenn sich nächstes Jahr Goldmann (oder ein anderer) mit einem Kollegen und dazu vielleicht sogar einem Experten (warum eigentlich nicht Phillies-Profi Max Kepler?) in einem vorzeigbaren Studio zusammensetzt, wo dann die ewigen Inning-Pausen vernünftig mit Analysen und Geschichten/Geschichtchen überbrückt werden?
Und noch eins, liebes, besser liebgewonnenes Sportdigital1+: Es gibt Menschen, die diese Spiele relive sehen wollen am nächsten Morgen; weil sie sich nicht die Nächte um die Ohren schlagen wollen (oder Werbe-Pausen überbrücken). Es wäre dann sehr hilftreich, wenn Eure Baseball-Übertragungen nicht nur auf 3 Stunden angesetzt wären und danach das Relive schnöde abbricht …
von Münchner Löwe | Nov. 1, 2025 | MLB
Blick über den Teich, World Series
Toronto Blue Jays – Los Angeles 1:3 (3:3)
Ganz plötzlich war das Spiel zu Ende. Und die zuvor drei Stunden lang infernalisch lärmenden Fans im Rogers Centre in Toronto verstummten ebenso abrupt, als hätte ein Geist am Halloween-Abend den Stecker gezogen. Statt des greifbar nahen Sieges und dem Triumph der World Series heißt es nun für die Kanadier (und natürlich auch die Dodgers). Alle Konzentration für Spiel 7 heute Nacht, den ultimativen Showdown einer durch und durch bemerkenswerten World Series.
Wirklich begriffen, was da passiert war, hatten wahrscheinlich zunächst die wenigsten Zuschauer live und auch an den Fernsehgeräten. Die Konstellation war trotz des 1:3-Rückstandes im 9. Inning blendend für die Blue Jays. Denn es standen Läufer auf den Bases 2 und 3 – bei keinem Aus, also fast eine Run-Garantie. Da zog Dodgers-Manager Dave Roberts die Notbremse, und die hieß Tyler Glasnow. Eigentlich ein Starting Pitcher, kam er in dieser heiklen Situation ins Spiel, und was er vollbrachte, grenzte an ein Wunder. Seinen ersten Wurf traf Ernie Clement hoch, aber nicht weit genug, als dass Myles Straw von der 3. Base nach Hause laufen könnte. 2. Pitch: Ball. 3. Pitch: Andres Giménez trifft den Ball nicht voll, Kiké Hernandez fängt ihn locker und wirft ihn geistesgegenwärtig zur 2. Base (Miguel Rojas) und macht damit auch Addison Barger aus, der aschon erwartungvoll in Richtung 3. base gelaufen war. Double Play – over and out.
Damit geriet eine umstrittene Entscheidung der Refs unmittelbar vor Glasnows Einwechsung wieder ins Blickfeld. Ein weiter Schlag von Barger blieb hinten in der Spielumrandung stecken. Sowohl Straw von der 1. Base also auch Barger nutzten die Chance, umrundeten das Feld und liefen auf die Home Base. Doch die Dodgers hatten das Verteidigen eingestellt und monierten einen unspielbaren Ball, was den Regeln gemäß nur ein Ground Rule Double bedeuten würde. Dem schloss sich der Umpire an, und diese Entscheidung wurde auch nach Ansicht der Videobilder bestätigt: mit der Folge, dass Straw und barger zurück auf Base 3 und 2 mussten (siehe oben) Ich kenne mich im Baseball jetzt wahrlich nicht genug aus, aber für mich war der Ball, auch wenn er feststeckte, gut sicht- und spielbar. Wie formulierte es mlb.com so schön? „This ball was ruled dead. And now the Dodgers – and the World Series itself – are still alive.
3. Inning entscheidet
Viel vorzuwerfen haben sich die Blue Jays nicht. Starting Pitcher Kevin Gausmann hatte abermals einen starken Tag, schaffte etwa in den ersten beiden Innings gleich 5 Strikeouts und hielt 6 Innings durch. Doch eine Schwächephase von ihm im 3. Inning entschied die Partie. 2 LA-Spieler hatte er schon ausgemacht, allerdings auch Tommy Edman (Double) und Shohei Ohtani (absichtlicher walk, warum nur? könnte ich dämlich ex post fragen?) auf Base gelassen. Will Smith schaffte ein weiteres Double – 1:0 Dodgers. Nach einem weiteren (unabsichtlichen) Walk für Freddy Freeman brachte Mookie Betts mit seinem Double zwei weitere Teamkollegen (Ohtani, Smith) nach Hause – 3:0. Ausgerechnet Mookie Betts, der bis dato in den World Series praktisch nichts getroffen hatte.
Das war es an LA-Offensive. Im gesamten restlichen Spiel brachten sie nur noch einen einzigen Hit und 2 Walks zu Stande.
Und die Blue Jays? Die beschäftigten zwar Doders-Pitcher Yoshinobu Yamamoto viel besser als in Spiel 2 (5 Hits, 2 Walks, lange Pitchier-Batter-Duelle und auch noch ein Fielding Error)), so dass der Japaner „nur“ 6 Innings durchhielt (und kein komplettes Spiel schaffte). aber mehr als ein Run (ebenfalls im 3. Inning durch Addison Barger). sprang nicht heraus. In allen Statistiken waren sie besser (fielding, hitting, pitching), doch das nutzte nichts aufgrund des vermaledeiten 3. Inning.
Die mangelnde Effizienz verdeutlichen 2 Kennzahlen: 1 von 9 bei Runners in Scoring Position (mindestens Base 2), und insgesamt strandeten 8 Spieler, left on Base, wie es in den Stats so unschön heißt.
Ansetzung, Spiel 7
So., 01:00: Blue Jays – Dodgers (3:3)
Wie geschrieben: der ultimative Showdown. Wie es aussieht, werden die Blue Jays Veteran Max Scherzer als Starting Pitcher auf den Mound schicken. Zumindest ofiziell haben die Dodgers diesbezüglich noch nichts verlauten lassen. Viel spricht für Shohei Ohtani, aber nach seinem superkurzen und supereffizienten Auftritt ist auch der Einsatz von Tyer Glasnow vorstellbar. Entscheidend werden dann höchstwahrscheinlich eh die Esatzwerfer auf beiden Seiten sein.
🧠 Dodgers (wg des xten Momentum Shifts dieser Serie? Ich könnte aber genausogut eine Münze schmeißen)
❤️ Blue Jays (Go Canada, go! Gilt in diesen Trump-Unzeiten mehr denn je!)
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