Seit einer Woche ist die Eishockey-Welt aus den Fugen. Da nämlich entschieden Putin-hörige CAS-Faschisten Juristen, dass Russland ab sofort wieder bei großen Eishockey-Turnieren dabei sein darf. Es gebe keine Sicherheitsbedenken, hieß der Tenor der ersten Begründung dieser unfassbaren Entscheidung. Über die nur Kriegsverbrecher Putin lacht, der vielleicht voller Freude verfolgen darf, wie der erklärte Putin-hörige Superstar Alexander Owetschkin (außerdem Kriegs-Befürworter) Russlands Ehre auf dem Eis verteidigt. Eine entsetzliche Vorstellung.

Der CAS, die oberste Instanz der Sportgerichtsbarkeit, ist für seine abstrusen Urteile gefürchtet. Die meist nach oben buckeln und nach unten treten. Siehe das Beispiel Manchester City, das 2020 trotz nachgewiesenen Betrügereien erfolgreich gegen den Ausschluss aus der Champions League klagte (nicht zu verwechseln mit dem jetzigen Verfahren des englischen Verbandes).

Den Schwarzen Peter hat nun der deutsche Verband, denn die kommende A-Weltmeisterschaft mit Russland findet im Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim statt. Was ein Eishockey-Fest hätte werden sollen (mit dem Eröffnungsspiel auf Schalke vor 60.000 Zuschauern), würde zur absoluten Farce verkommen. Denn zahlreiche Länder haben sehr schnell wie unmissverständlich ausgeschlossen, dass sie ihre Teams  gegen eine russische Mannschaft antreten lassen; darunter die Eishockey-Top-Nationen Finnland (Titelverteidiger), Schweden und Tschechien. Auch zahlreiche Werbepartner stehen vor dem Absprung, sind schon abgesprungen.

Die Reaktionen des Verbandes sind bisher äußerst schmallippig. Man ist mit dem CAS-Urteil alles andere als glücklich, vermeidet aber auch endgültige Entscheidungen wie die Rückgabe des Turniers (das im Idealfall sehr viel Geld in die Kasse spülen würde).

Mir persönlich fehlt jegliche Fantasie, wie eine WM in Deutschland mit der Kriegsverbrecher-Nation Russland funktionieren soll. Es wäre das erste große Turnier in einer Mannschaftssportart, in der ein russisches Team nach dem völkerrechts-widrigen wie barbarischen Angriffskrieg im Februar 24 gegen die Ukraine wieder teilnehmen würde. Seitdem dürfen bei diversen WMs und Weltcups und Turnieren bestenfalls Einzelsportler aus Russland antreten, zumindest offiziell ohne Flagge und Hymne und irgendeinem nationalen Brimborium. Schon dieser Umstand ist sehr befremdlich, etwa wenn ukrainische Tennisspielerinnen gegen solche aus Russland antreten müssen (Disclaimer: der fantastische Daniil Medwedew aus Russland gehört zu meinen Lieblingsspielern, aber Tennisprofis haben mit dem Verband herzlich wenig zu tun).

Doch ein Mannschaftssport ist ein ganz anderer Schnack. Erst recht Eishockey, die Nationalsportart Russlands. Die Sbornaja ist das Aushängeschild der Nation, Putin ein riesiger Fan. Und Spieler wie NHL-Star Alexander Owetschkin haben ihre Liebe zu Putin und zum Ukraine-Krieg schon es Öfteren dezidiert zum Ausdruck gebracht. Jedes Spiel der Russen wäre ein Stellvertreter-Krieg, kein Wunder dass Finnen, Schweden, Tschechen und Letten dankend ablehnen. Ich will nicht verhehlen, dass ein russisches Team sportlich eine absolute Bereicherung wäre, sie haben seit jeher fantastische Akteure (wie den allerdings mittlerweile sehr alten Owetschkin). Die allerdings zu einem großen Teil enge bis engste Verbindungen zum Armeesportclub ZSKA Moskau haben oder zumindest hatten.

 

Lässt sich ein Eishockey-Turnier mit Russland denn übehaupt noch verhindern?

 

Klare Antwort, ja! Der Weltverband könnte mit besser begründeten Sicherheitsbedenken, aber auch neuen Argumenten entweder vorm CAS oder vor einem ordentlichen Gericht doch noch den Ausschluss erwirken. Die Erfolgs-Aussichten gerade vorm CAS sehe ich als eher gering, furchtbare Juristen dort sehen nur ihre Paragraphen (oder sind durch und durch korrupt), frei nach dem alten Spruch: Fiat ius, et pereat mundus (Es möge Recht geschehen, und wenn dabei die Welt zugrunde gehe).

Die Bundesregierung könnte russischen Sportlern und Funktionären das Visum versagen. Niemand kann Deutschland zwingen, Russen ins Land zu lassen. Kanada geht da mit gutem Beispiel voran. Da das Votum des CAS auch für die Junioren-Weltmeisterschaft gilt, wäre ein U-20-Team aus Russland spielberechtigt. Keine Visen, bestimmte die Regiuerung ohne großes Nachdenken, Das Thema ist Stand heute durch.

Dass die deutsche Regierung noch zögert, hat Gründe (neben der notorischen Unentschlossenheit von Fritze Merz). Es wäre eine klare Einmischung der Politik in den Sport, und das hassen die Sportfunktionäre, die gerne autark sind (um ungestört ihren diversen Sauereien nachkommen zu können?). Die höchsten Sportfunktionäre entscheiden aber auch über die Vergabe von Olympia, und ich muss kein großer Prophet sein, dass sich eine Entscheidung der Regierung gegen Russland sehr negativ auf die Bewerbung Münchens für die Spiele 2036 (40, 44) auswirken würde. Zumal das IOC russische Sportler nach und nach wieder freudestrahlend in ihre Arme schließt, auch weil ein russischer Sponsor wie Gazprom Millionen fließen lässt.

 

Und doch: Es gibt keine andere Entscheidung als den Ausschluss. Ein Eishockey-Turnier mit Russen wäre eine Farce, erst recht wenn Finnen, Schweden etc bei ihrem Boykott bleiben (und es gibt keine Anzeichen, dass sie das nicht tun). Streng genommen haben diese Nationen zwar nur angekündigt, dasss sie nur gegen Russland nicht spielen wollen, also gegen andere Teams sehr wohl. Aber sollen dann die Russen kampflos die Siege einfahren, kampflos ins Finale einziehen und dort gegebenfalls kampflos gewinnen?
Ein Eishockey-Turnier mit Russen wäre auch eine Zumutung für Deutschland. Gegen das Putin einen hybriden Krieg führt mit Anschlägen auf deutsche Flughäfen (Leipzig) und deutsche Infrastruktur. Sollen wir ernsthaft russischen Eishockeyspielern zuschauen, während deren Landsleute im selben Moment hunderte, ja tausende Ukrainer ermorden?

Sollte sich die Bundesregierung also sperren und aus welchen Gründen auch immer die Visen erteilen wollen, bleibt nur eine Möglichkeit: Dann müsste der deutsche Verband das Turnier zurückgeben. Möge das Massaker an jeglichem Sportsgeist, an jeder Moral in Kasachstan stattfinden (dort hat man scih schon als Einspringer beworben)