von Münchner Löwe | Apr. 27, 2026 | Formel 1, Fußball, Snooker, Tennis, Wochenvorschau
Champions-League-Halbfinale (Männer und Frauen), Tennis in Madrid (ohne Carlos Alcáraz), und die Formel 1 kehrt nach kriegsbedingter Pause in Miami zurück.
Alles Bayern oder was?
Für viele Experten ist das Halbfinale in der Fußball-champions-League zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern das vorweggenommene Finale. Beide Teams sind mit abstand die offensivstärksten in Europa. Sie haben fantastische Einzelspieler (Vitinha, Kvaratskhelia, Dembélé respektive Olise, Diaz, Kane) die auch noch hervorragend zusammenspielen. Die große Frage wird sein, wie die nicht ganz so top besetzten Abwehr- und defensive Mittelfeldreihen mit dieser Angriffs-Power zurechtkommen. Vielleicht entscheiden die Torhüter, und dann wäre es für die Münchner natürlich von großem Vorteil, wenn sie den Manuel Neuer aus dem Hinspiel gegen Real Madrid bekämen und nicht den Manuel Neuer aus dem Rückspiel. Dass PSG aufgrund des Wunsches von Trainer Luis Enrique sich vor der Saison von Gianluigi Donnarumma getrennt hat, ist für mich immer noch ein unfassbares Faszinosum.
Während bei PSG-Bayern allseits ein Offensiv-Feuerwerk mit unbekannten Ausgang erwartet wird, dürfte die zweite Begegnung zwischen Atlético und dem FC Arsenal eher pragmatisch geführt werden. Atlético ist etwas überraschend der letzte Vertreter der spanischen Armada, Trainer Diego Simeone in seiner 16. (!) Saison beim „kleinen“ Madrider Verein hat zwar mit Julian Alvarez und Antoine Griezmann herausragende Offensiv-Kräfte, doch nach seinem Naturell legt er immer viel Wert auf Sicheheit. Meistens zumindest, denn manchmal lässt er die Seinen von der Leine wie beim unglaublichen Pokal-Halbfinale gegen Barca, als die „Colchoneros“ im Hinspiel zur Pause 4:0 führten.
Dem FC Arsenal hingegen scheint nach dem brillanten Herbst und Winter die Luft auszugehen. In den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Londoner schon ausgeschieden, im Meisterschaftsrennen scheint Manchester City mittlerweile die bessere Form zu haben (es droht ein Wettschießen ums bessere Torverhältnis). Mit dem extrem pragmatischen Spiel, dass vermeintlich allein von großartigen Standards lebt, hat Arsenal die neutralen Fußball-Fans schon gegen sich aufgebracht. Wenn das jetzt nicht mindestens zu einem Titel führt, könnte es für Trainer Miguel Arteta tatsächlich eng werden.
Kuriosum am Rande: Nicht eine der vier Halbfinalisten wird von einem Trainer, der die Staatsbürgerschaft des Landes hat (krude ausgedrückt, man ahnt, was ich sagen will …. FC Bayern: Kompany/Belgien, PSG: Enrique/Spanien, Arsenal: Ateta/Spanien, Atlético: Simeone/Argentinien.
Di., 21:00: PSG – FC Bayern
Mi., 21:00: Atl´ßetico – Arsenal
Die Frauen bestreiten am Wochenende bereits die Halbfinal-Rückspiele, ebenfalls mit vier Vertreterinnen aus Deutschland, Spanien England und Frankreich. Der FC Bayern hat am Sonntag im ausverkauften Camp Nou (So., 16:30) die nahezu unlösbare Aufgabe gegen den FC Barcelona, das mit Abstand beste Team Europas. Im Hinspiel am Samstag wehrten sich die Münchnerinnen im WM-Stadion sehr tapfer und holten ein insgesamt verdientes 1:1. Ob das aber reicht, erscheint mir sehr zweifelhaft, auch wenn es wahrscheinlich nicht zu einem 1:7-Desaster kommt wie beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober.
Völlig offen erscheint mir die zweite Begegnung zwischen Olympique Lyon und dem FC Arsenal (Sa., 15:00). Die Londonerinnen profitierten bei ihrem 2:1 am Sonntag von veritablen Abwehrfehlern von Lyon.
Freies Geleit für Jannik Sinner?
Zumindest fehlt dem Italiener mit Carlos Alcáraz der nominell stärkste Gegner. Der Spanier leidet an einer Handgelenks-Verletzung und zog nicht nur für dieses Turnier zurück, sondern für die komplette Sandplatzsaison und damit auch für die French Open in einem Monat. Handgelenks-Verletzungen sind tatsächlich mit das Übelste, was einem Tennisspieler passieren kann. Dominik Thiem etwa fand danach nie wieder zu alter Form, auch als er sich nach einer langen Pause zurückmeldete. Bleibt im Sinne aller Tennisfreunde zu hoffen, dass das beim Spanier nicht so dramatisch endet.
Von der Abwesenheit von Alcáraz könnte Alexander Zverev profitieren, der im Madrid hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Die bisherigen Vorstellungen waren durchwachsen, aber erfolgreich. Ich habe trotzdem meine Zweifel, dass Zverev das Finale erreicht oder gar triumphiert, obwohl das Turnier in der spanischen Hauptstadt schon zweimal gewonnen hat (2018, 2021).
Bei den Frauen läuft erneut alles wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka gegen Lena Rybakina hinaus. Es sind die mit Abstand besten Tennisspielerinnen in diesem Jahr, die auch auf Sand eine Klasse für sich sind. Zumindest im Doppel ist Laura Siegemund noch dabei an der Seite der 41-jährigen (!) Vera Zwonarewa.
Die Formel-1-Motoren heulen wieder
Nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des US- und Israel-Krieges und gegen den Iran und der damit verbundenen unsicherren Lagen in den Golf-Staaten ausgefallen waren, kehrt die Königsklasse zurück. Mit dem Rennen in Miami rund ums Football-Stadion, in dem für Sommer auch Fußball-WM-Partien geplant sind. In de Pause wurde das Reglement leicht geändert. So soll in der Qualifikation wieder mehr Wert auf Speed gelegt werden und weniger auf Motoren-Management. Es war ja regelrecht eine Farce, wenn die Fahrer weit vor Ende der Geraden vom Gas gegangen sind, weil keine Energie mehr vorhanden war.
Ob die Änderungen an der Herrschaft der Mercedesse großartig beenden, glaube ich eher nicht. Das ganze Paket stimmt, die Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind der Konkurrenz weit voraus. Vielleicht kann der viermalige Weltmeister dank seiner fahrerischen Ausnahmestellung den Rückstand verkürzen. Der Holländer hatte sichtlich wenig Spaß am Spar-Fahren; geradezu glücklich wirkte er, als er für ein Wochenende zur Langstrecken-Meisterschaft auf den Nürburgring wechselte.
Freiburger Märchen
Das Team von Trainer Julian Schuster steht im Halbfinale der Europa League. Die Aufgabe Sporting Brava scheint lösbar, auch wenn die Portugiesen nie abzuschreiben sind (man frage die Kicker von Betis Sevilla). Das Hinspiel findet am Donnerstag (21 Uhr) in Braga im wunderschönen EM-Stadion vn 2004 statt, das Rückspiel dann eine -woche Später zu Hause. Sollten die Breisgauer tatsächlich das Endspiel erreichen wartet in Istanbul mit Aston Villa oder Nottingham Forest auf jeden Fall ein englischer Club. Die Conference-League-Halbfinales am Donnerstag lauten: Rayo Vallecano – Racing Straßburg und Schachtjor Donezk – Crystal Palace (in Krakau).
Insgesamt geht es für die deutschen Teams im Europapokal auch darum, Spanien in der 1-Jahreswertung noch abzufangen. Mit Rang 2 hinter England wäre das ein 5. Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte der SC tatsächlkch die Europa League gewinnen, hätte er ein persönliches (eigenes?) Sartrecht in der Königsklasse 26/27.
Und sonst?
- Bundesliga: Ein „Endspiel um Platz 4 zwischen 1899 Hoffenheim (5./57 Punkte) und dem VfB Stuttgart (4./57) VfB Stuttgart (4./57). Wer gewinnt, hatbeste Chancen auf den letzten Champions-League-Platz. Dahinter lauert Bayer Leverkusen (55 Punkte), das zu Hause gegen RB Leipzig im Topspiel des Tages (Sa., 18.30) zum Siegen verdammt ist.
Im Abstiegskampf braucht der vfL Wolfsburg jeden Sieg, da kommt ein Gegner wie Freiburg zwischen dessen beiden Europa-League-Halbfinals vielleicht wie gerufen, sogar auswärts (So., 19:30). Aufgrund des Mai-Feiertags gibt es wie gehabt am Freitag kein Spiel, die Polizei wird anderswo gebraucht.
- England, Premier League: Fernduell um die Meisterschaft zwischen Arsenal und Manchester City. City mit 3 Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Arsenal kann gegen Fulham vorlegen (Sa., 18:30), City müsste am Montag (21:00) in Everton nachlegen. Im Abstiegskampf brauchen die Tottenham Hotspur unbedingt einen Sieg gegen Aston Villa (So., 20:00!).
Championship: Der letzte von 46 (!) Spieltagen in der 2. englischen Liga. Coventry City steht als Aufsteiger fest, dahinter hofft noch ein Quartett auf den direkten Aufstiegsrang 2. Könnte eine extrem wilde Angelegenheit werden ab Samstag um 13:30 Uhr. Apropos: Leicester City muss den Gang in die 3. Liga antreten, 2015 wurde das Team noch Sensationsmeister. Einen derartigen Abstieg hat es meines Wissens zumindest auf sportliche Art und Weise noch nie gegeben.
- DEL: Die Eisbären Berlin haben die ersten beiden Spiele der Finalserie gegen die Adler Mannheit klar gewonnen (6:3, 5:1). Spiel 3 am Dienstag in Mannheim ist schon ein Pflchtsieg für die Gastgeber.
- Basketball: Die Euroleague hat endlich die 8 Tams der Play-offs gefunden – ohne deutsche Beteiligung. 4 Serien nach em Modus Best of 5, die ersten beiden Spieltage verteilt auf Dienstag bis Freitag. Nach meinem Kurzaufenthalt in der griechischen Hauptstadt schlägt mein Herz für die Athener Clubs Panathinaikos (vs Valencia) und Olympiakos (vs Monaco). Außerdem: Fenerbahce – Kaunas und Real Madrid gegen hapoel Tel Aviv.
- Handball: Auch hier Viertelfinale der Champions League, hier der Modus Hin- und Rückspiel. SC Magdeburg bei Szeged (Mi., 18:45) und Füchse Berlin in Vezprem (Do., 18:45) sind jeweils in Ungarn zu favorisieren. Außerdem: Sporting Lissabon Mi., 20:30) – Aalborg und Nantes – FC Barcelona (Do., 20:30).
- Snooker: Die WM in Sheffield geht in die entscheidende Woche. Wie gehabt wird der Titel erst am ersten Mai-Montag in de 3. oder 4. Finalsession ermittelt. Titelverteidiger Zhao Xintong steht schon m Viertelfinale.
von Münchner Löwe | Apr. 21, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
Willkommen zurück nach einer gar nicht so heißen Griechenland-Woche. Pokal-Halbfinale, Tennis-Masters in Madrid und Lüttich-Bastogne Lüttich. Dazu im US-Sport der Beginn der heipen Phase mit den Play-offs in NBA und NHL.
Bayerns nächster Schritt zum Double
Die Meisterschaft für die Münchner steht vier Spieltage vor Schluss auch rechnerisch schon fest, jetzt können sie einen großen Schritt in Richtung nationales Double machen. In Leverkusen müssen die Bayern am Mittwochabend (20:45/ZDF) im Pokal-Halbfinale allerdings eine hohe Hürde überwinden. Die Bundesliga-Partie vor gut einem Monat ließ die Emottionen hochkommen, samt der absrurden und widerwätigen Schiedsrichterkritik des „Ehren“-Präsidenten Uli Hoeneß. Die Gemüter haben sich wieder beruhigt, jetzt steht einem fußballerischen Leckerbissen nichts mehr entgegen.
Leverkusen allerdings hat sportlich schwierige Wochen hinter sich. Das erklärte Saisonziel champions League scheint derzeit als Sechster unerreichbar, sogar wenn die Bundesliga durch gutes Europapokal-Abschneiden einen fünften Platz zugesprochen bekäme. Der Pokalsieg wäre da ein schon fast notwendiges Trostpflaster. Bei den Münchnern dagegen steht natürlich der Triumph in der Champions League ganz oben auf der Prioritätenliste, andererseits wären sie schon sehr froh über eine Endspielteilhnahme nach sehr langen sechs Jahren.
Dsa zweite Halbfinale bestreiten der VfB Stuttgart und der SC Freiburg. Gespielt wird am Donnerstag (20:45/ARD), weil durch die internationalen Begegnungen 3 der 4 Halbfinalisten am Sonntag spielen mussten und deshalb der „normale“ Termin Dienstag nicht möglich war. Die Stuttgarter sind Titelverteidiger, Freiburg stand zuletzt 2024 im Finale, unterlag dort aber RB Leipzig. Beide Teams haben zudem noch höhere Ziele. Die Stuttgarter kämpfen als derzeit der Liga um einen Champions-League-Platz, der SC Freiburg steht im Halbfinale der Europa League, wo es gegen Sporting Braga geht.
Gemeinsames Masters auf Sand
Und das erste ganz große Turnier der Frauen auf diesem Belag in diesem Jahr. Die Top-Favoritinnen sind trotzdem die üblichen Verdächtigen. Lena Rybakina kommt als frische Turniersiegerin von Stuttgart (mit einem Großteil der Weltelite), Aryna Sabalenka machte nach dem erfolgreichen Sunshine-Doppel (Indian Wells und Miami) eine kurze schöpferische Pause. Dahinter lauert zum einen die US-amerikanische Garde um Coco Gauff und Jessica Pegula), und auf San muss man auch immer Iga Swiatek auf der Liste haben.
Bei den Männern ist Jannik Sinner der klare Turnier-Favorit. Der vermeintlich härteste Konkurrent Carlos Alcáraz musste für sein Heimturnier schweren Herzens passen. Eine doch recht hartnäckige Handverletzung macht dem Spanier das Leben schwer. Schon gibt es die Befürchtung, dass es auch für das Masters in Rom (in 2 Wochen) und sogar für die French Open knapp werden könnte.
Trotzdem wird Sinne kämpfen müssen für seinen fünften Masters-Titel in Folge. Alexander Zverev rückte in der Setzliste an Rang 2 vor, Ben Shelton (München) und Arthur Fils (Barcelona) haben mit Turniersiegen Selbstvertrauen bekommen. Sehr gespannt bin ich auf den Auftritt des jungen spanischen Himmelstürmers Mir Jodar und den Brasilianer Joan Fonseca.
Abschluss der Klassiker-Saison
Lüttich-Bastogne-Lüttich – die Ardennenfahrt über 260 Kilometer. Das nächste und vorerst letzte Aufeinandertreffen der Klassik-Spezialisten Tadej Pogacar, Matthew van de Poel und Wout van Aertm bevor die Etappenrennen in den Vordergrund rücken. Wobei hier Pogacar (Sieger bei den Monumenten Mailand-San Remo, Flandern-Rundfahrt) erneut (klarer) Favorit ist. Der hügelige Kurs mit giftigen Anstiegen scheint ihm geradezu auf den Leib geschneidert.
Van der Poel fehlt in diesem Jahr noch der große Erfolg auf der Straße, van Aert triumphierte bei der Staraßenschlacht Paris-Roubaix und vermasselte Pogacar den heiß ersehnten Sieg in der Hölle des Nordens.
Quais als Vorgeschmack am Mittwoch der „Halbklassiker“ Fleche Wallone: Immerhin mit Größen wie Remco Evenepoel (am Sonntag Sieger des Amstel Gold Race)), Tom Pidcock (knapp gechlagen bei Mailand-San Remo) und der ganz großen französischen Hoffnung Paul Seixas, der allerdings ehr für die längeren Etappenrennen aufgebaut werden soll.
Und sonst
- Bundesliga: Im Brenpunkt der Abstiegskampf. Dort hat der VfL Wolfsburg wieder Hoffnung geschöpft nach dem 2:1 beim 1. FC Union. Mit einem Sieg gegen Samstag gegen Gladbach (15:30) wären die Niedersachsen wieder voll im Gechäft und würden sie Fohlen selbst in die bedrohliche Zone ziehen.
- 3. Liga: Dreikampf um die Aufstiegsplätze 2 und 3 (hinter Osnabrück) zwischen RW Essen, Energie Cottbus und MSV Duisburg. Duisburg (63 Punkte) kann am Freitag vorlegen, hat aber bei Alemannia Aachen eine schwierige Aufgabe), Essen (64/gegen Saarbrücken) und Cottbus (63/bei Viktoria Köln) legen am Sonntag nach.
- England: Plätzlich wieder Höchstspannung im Titelkampf. Manchester City kann mit einem Sieg im Nacholspiel in Burnley mit dem FC Arsenal punktemäßig gleichziehen. Am Wochende spielen die Londoner gegen Newcastle (Sa., 18:30).
Die Terminirren in England fanden es eine gute Idee, dass gleichzeitig ebenfalls in London das erste Halbfinale im FA-Cup stattfindet. Dort trifft City auf den FC Southampton. Der Finalgegner wird ebenfalls in Wembley tags darauf zwischen dem FC Chelsea und Leeds United ermittelt.
- Snooker: WM in Sheffield, 1. und 2. Runde. Unfassbar viele Chinesen sind mittlerweile im Feld, aber auch die alten haudegen Ronnie O´Sulvan, Jonn Higgins und Judd Trump. Immer hübsch rein zuschauen, wenn nichts Besseres zu tun ist.
- Basketball: Nach ewig langer Vorrunde (38 Spieltage) startet die K.-o.-Runde der Euroleague. Heute mit den Play-Ins Panathinaikos gegen Monaco (Siebter vs Achter) und Barca vs RS Belgrad (Nuenter vs Zehnter).
- Eishockey: Die beiden DEL-Finalteilnehmer stehen fest. Ab Freitag kämpfen die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin in einer Best-of-7-Serie um den Titel.
von Münchner Löwe | Apr. 6, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Überschattetes Testspiel, Pogacars erneuter Triumph und Arsenal muss den zweiten Titel abschreiben.
Nagelsmann macht sich unmöglich
Zwei zumindest vom Ergebnis gelungene Testspiele der deutschen Nationalmannschaft, doch kein Mensch spricht darüber. Schuld daran ist einzig und allein Julian Nchlecht gespielkt“, wetterte der Bundestrainer. Offenbar schwer genervt von Stuttgarter Publikum, das seinen Liebling schon in der ersten Halbzeit vehement forderte. Nagelsmanns Erkenntnis: Auf keinen Fall werde Undav bvei der WM von Beginn an spielen, Kai Havertz und Nick Woltemade hätten klar die Nase vorn. Immerhin: Undav könne dann gegen müd gespielte Gegner auftrumpfen, wie Nagelsmann großmütig konzedierte.
Für mich ist das dennoch eine indiskutable Degradierung des mit Abstand besten Bundesliga-Torschützen, den nafgelsmann beim 4:3 in der Schweiz 90 Minuten auf der Bank versauern ließ. Eine derart vehemente Kritik hat wohl noch nie ein deutscher Siegtroschütze von einem Bundestrainer erhalten. Ohne Not hat dieser ein Riesenfass aufgemacht. Aus verletzter Eitelkeit, weil er eh alles besser weiß. Weil er vielleicht ein guter Trainer ist, aber menschlich fehlt es ihm offenbar an allem. Das zeigte ja schon sein Interview im Kicker vor 3 Wochen, als er mehrere Nationalspieler wie ungehorsame und faule Schüler abkanzelte in eine Deutlichkeit, die in der Öffentlichkeit absolut nichts zu suchen hat. Zwar sprang der Kicker selbst Nagelsmann zur Sete (kein Wunder, nachdem dieser dieses fast obsolet gewordene ehemalige Fachblatt wieder hoffähig und prominent gemacht hatte), aber der allgemeine Tenor war vernichtend. „Du sägst einen Top-Spieler weg“, monierte etwa Stefan Effenberg, sonst im „Doppelpass“ wirklich nicht die Instanz, die das DFB-Team über Gebühr kritisiert. „Einen Spieler, den du vielleicht noch brauchen kannst.“
Wenigstens heizte Undav die hitzige Stimmung nicht weiter auf. „Wir haben gesprochen. Für mich ist alles gut“, sagte der Stürmer am Samstag im Sportstudio. Auf Wiedervorlage dann bei der WM (so diese denn stattfindet bei all den Trumpereien …).
Tadej Pogacar – einfach unschlagbar
Knapp 20 Kilometer vor Ende der Flandern-Rundfahrt musste dann auch der letzte verbliebene Konkurrent abreißen lassen. An einer der vielen giftigen Steigungen distanzierte Tadej Pogacar den Holländer Matthew van der Poel, einen ausgesprochenen Spezialisten dieses Eintages-Klassikers, den er selbst schon dreimal gewonnen hatte. Gegen den Slowenen konnte er nichts ausrichten. Wie zuvor die komplette Weltelite wie die Belgier Remco Evenepoel und Woutvan Aert, die dem Höllentempo nach und nach nichtmehr folgen konnten.
So triumphierte Tadej Pogacar auch beim zweiten Monument des Jahres (nach Mailand-San Remo). In seiner Ausnahme-Form ist es sogar denkbar bis wahrscheinlich, dass er auch die folgenden drei Monumente für sich entscheiden kann (Paris Roubaix am Sonntag, Lüttich-Bastogne-Lüttich noch im Frühjahr und die Lombardei-Rundfahrt m Herbst). Das hat es noch nie dagegen, und dazwischen dürfte auch der nächste Triumph bei der Tour liegen. Pogacar fährt in seiner eigenen Welt, hat mittlerweile überhaupt keine Schwächen mehr, kann zur Not sogar sprinten. Dergleichen hat es im Radsport noch nie gegeben, zumindest nicht seit Eddy Merckx (dem Kannibalen, weil er jedes Rennen gewinnen wollte) – und das ist mehr als 50 Jahre her und war außerdem doping-gefördert, wie wir heute wissen.
Noch nicht einmal von einem roten Licht bei einem Bahnübergang ließ er sich stoppen. 200 Kilometer vor dem Schluss poassierte das zu dieser zeit noch geschlossene Feld sogar eine geschlossene Schranke, was selbstverständlich auch in einem Radrennen strikt verboten ist, ich muss wohl nicht ausführen, warum. Passiert ist Gott sei Dank nicht, aber den Profis droht ein Nachspiel: Geldstrafe und womöglich sogar acht Tage Führerschein-Verbot. Theoretisch wäre sogar eine Disqualifikation möglich, erscheint aber höchst unwahrscheinlich, weil 200 Fahrer sich diesen Fauxpas leisteten. Also eher ein Sturm im Wasserglas.
Ach, Arsenal! der nächste Titel vergeigt
Wenig ist mehr übrig geblieben vom Zauberfußball der Londoner im Herbst, als sie die Premier League aufmischten und die europäischen Spitzenclubs. Zwar führen sie die englische Meisterschaft noch an (sogar relativ komfortabel), aber ihr Spiel macht keinerlei Spaß mehr (boaring Arsenal lebt wieder auf) und ist auch längst nicht mehr so erfolgreich. Am Samstag scheiterten sie im tradtionellen FA-Cup gar an einem Zweitligisten. In einem nur zeitweise packenden Viertelfinale hatte der FC Southampton mit 2:1 die Nase vorn. Allerdings konnte das Spiel am Ostersamstag gar nicht anders ausgehen, wenn ich die Spitznamen bedenke: Hier die Saints (Heiligen), dort die Gunners (Kanoniere), da musste der Fußball-Gott oder eine ähnlich hohe Instanz einfach eingreifen, wobei in de Partie selbst alles mit rechten Dingen zugegangen war (kein Schiri-Betrug, nirgends, das muss man wohl eigens erwähnen).
Southampton trifft nun im Halbfinale auf Manchester City. Das Team von Pep Guardiola demontierte den FC Liverpool und triumphierte mit 4:0. Drei Tore erzielte dabei Erling Haaland, dem die Experten schon eine schwere Krise nachgesagt hatten. Das andere Halbfinale bestreiten der FC Chelsea und Leeds United; beide Partien werden am letzten April-Wochenende im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen (wie auch das Endspiel). Ein schöner Brauch.
Lilli Freischem gewinnt das Schwestern-Duell beim Boat Race
Das Duell Oxford gegen Cambridge, der englische Klassiker, nur „the Boat Race“ genannt. Bei den Frauen mit der Besondeheit, dass zwei Schwestern gegeneinander antraten (zum ersten Mal seit 22 jahren), nämlich die Kölnerinnen Mia (Cambridge) und Lilli (Oxford) Freischem. Oxford hatte die Bugspitze klar vorn nach 6,8 Kilometern auf einer eher unruhigen Themse. Die Eltern verfolgten das Spektakel live vor Ort in extra hellblau/dunkelblau gestrickten Pullovern. Kleiner Trost für Mia: Sie kann auch nächstes Jahr noch mal antreten, während Lilli ihr Chirurgie-Studium beendet. Und Partie kann sie auch feiern, denn die Cambridge-Studenten besiegten Oxford klar.
Und sonst?
- Bundesliga: Der FC Bayern steckte beim SC Freiburg enen 0:2-Rückstand weg (wie übrigens schon im Hinspiel) und siegte dank eines Treffers in der Nachspielzeit der Nachspielzeit des bis dato sehr blassen Lennart Karl mit 3:2. Es war das 100. Tor der Münchner in der Saison, nächsten Samstag dürfte der Bundesliga-Rekord der Münchner aus der Spieltzeit 1971/72 (101) fallen.
Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt weiterhin 9 Punkte, der BVB erzielte seine Tore zum 2:0 beim VfB Stuttgart (mit einem ehe schwachen Undav) mit den ersten Schüssen ebenfalls in der Nachspielzeit.
Im Abstiegskampf wird es für den VfL Wolfsburg eng und enger. Trotz einer 3:1-Führung bei Bayer Leverkusen verlor das Team im Plastico der beiden Werksclubs noch mit 3:6. Neu-Trainer Dieter Hecking tobte über die Schiri-Leistung, die in der Tat einiges zu wünschen ließ (Witz-Elfer für Bayer zum 1:1). Der Rückstand auf Platz 16 (St. Pauli /1:1 beim 1. FC Union) beträgt schon 4 Punkte.
- 2. Bundesliga: Dresden gegen Hertha, und mal wieder wird nicht über Sport geredet, sondern über wildgewordene Männer (es waren wirklich ausschließlich Männer). Fans beider Lager waren über die Zäune aufs Spielfeld geklettert und beschossen sich mit Pyrotechnik. In einer rund 20 Minuten langen Spielunterbrechung drängte die Polizei die Anhänger zurück in ihre Fanblöcke, und die Partie konnte tatsächlich zu Ende gespielt werden; Hertha siegte mit 1:0.
- Spanien: Der FC Barcelona machte einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft. In einem hitzigen Duell behielten die Katalanen mit 2:1 bei Atlético Madrid die Oberhand. Den entscheidenden Treffer „erzielte“ Robert Lewandowski. Viel dafür konnte der Pole nicht, denn der Ball prallte nach einer tollen Abwehr-Aktion von Atleti-Schlussmann Musso an Lewandowksi Schulter und von dort direkt ins Tor. Da Real zuvor seine Partie auf Mallorca mit 1:2 verloren hatte, beträgt der Vorsprung von Barca jetzt schon komfortable sieben Punkte.
- Tennis: Eine Woc he eher zum verschnaufen: Turniersiege holten sich Marie Boukova (in Bogotá), Jessica Pegula (Charleston) sowie Jungstar Mir Jodar (Marrakesch), Mariano Navone (Bukarest) sowie Tommy Paul in Houston. Der Amerikane besiegte im Finale den Argentinier R.A. Burruchaga. Wem dieser Nachname bekannt vorkommt: Richtig. Sein Vater Jorge Burruchaga überwand im WM-Finale 1986 Toni Schumacher zum entscheidenden 3:2 (Unvergessen ZDF-Reporter Rolf Kramer: Toni, halt ihn ! Nein!)
- Tischtennis: Toller Erfolg für Sabine Winter. Bei einem stark besetzten Welt-Turnier in Macau musste sich die Deutsche erst im Halbfinale der späteren Turniersiegerin und Weltmeisterin Sun Yingsha beugen. So weit war eine Europäerin in einem Turnier dieser Kategorie zuletzt vor 11 jahren vorgedrungen (Petrissa Solja). Bei den Männern triumphierte mit Chuqin Wang ebenfalls ein Chinese.
von Münchner Löwe | Feb. 2, 2026 | basketball, bundesliga, Fußball, Handball, NBA, ski alpin, Tennis
Australian Open, Handball-EM und der Hauch einer Bayern Krise. Dazu letzte Winter-Wettbewerbe vor Olympia.
Alcáraz schafft den Karriere-Grand-Slam
Nix wurde es mit dem Rekord-Triumph von Novak Djokovic. Obwohl er im Finale den ersten Satz gegen Carlos Alcáraz für sich entschid und zumindest teilweise richtig gutes Tennis spielte, der Spanier war doch in den entscheidnden Momenten zu stark und gewann in vier Durchgängen. Damit sicherte er sich nicht nur den insgesamt 7. Grand-Slam-Titel der Karriere, sondern vervollständigte auch so früh wie zuvor noch kein Profi die Sammlung. Je 2 Titel hat er nämlich zuvor in Paris, Wimbledon und Flushing Meadows errungen.
Dem Djoker lieb dagegen der 25. Triumph versagt, mit dem er alleiniger Rekordhalter geworden wäre (es bleibt bei der geteilten Führung mit Margareth Court). Dass er überhaupt das Finale mit seinen 38 Jahren erreichte, spricht für sich, war aber auch glücklichen Umständen geschuldet wie die Verletzung von Lorenzo Musetti im Viertelfinale. Aber allein, wie er sich im Halbfinale gegen Titelverteidiger jannik Sinner durchsetzte, nötigt sogar mir, dem erklärten Nole-Hater, größten Respekt ab. Eine wirklich realistische Chance gebe ich dem Serben, im Juli in Wimbledon.
Bei den Frauen triumphierte Lena Rybakina. Einerseits überraschend, weil die Kasachin bisher nur einen Wimbledontitel aufzuweisen hatte und nur als Nummer 8 ins Turnier ging. Andererseits fast naheliegend. Seit Spätherbst ist Rybakina ungeschlagen, gewann im November souverän das WTA-Finale. Leider habe ich bei meinem Melbourne-Tipp ihrer Niederlage im Vorberereitungsturnier in Brisbane gegen Karolina Muchova zu viel Bedeutung beigemessen …
Beeindruckend jedenfalls, wie sich die über 1,80 Meter große Rybakina im Finale gegen Aryna Sabalenka mit ihrem Aufschlag aus der Affäre rettete. Ein Finale, das tatsächlich über 3 Sätze ging und mehr als 2 Sunden dauerte (2:19). Eine Rarität bei diesem eher spannungsarmen Turnier; gerade die Frauen-Matches waren meist doch eine sehr einseitige und damit auch eintönige Angelegenheit (genauso übrigens wie die Männer-Matches, natürlich ausgenommen die beiden 5-Satz-Thriller im Halbfinale).
Deutscher Erfolgslauf gestoppt
Auch der Kanzler konnte nicht helfen, oder lags gar an Friedrich Merz. Jedenfalls zeigten sich die unbesiegbaren handball-Dänen bei der Heim-EM im Finale auch tatsächlich als unbesiegbar. Zwar hielten die Deutschen eine Halbzeit sehr gut mit und konnten die Partie zeitweise sogar ausgeglichen gestalten, doch letztlich hatten sie gegen Danish Dynamite doch keine Chance und verloren mit 27:34 (zu) deutlich. Immerhin eine klare Steigerung zum Olympiafinale, als vom gleichen Gegner regelrecht demontiert wurden.
Ausgerechnet der dänische Ersatztorhüter Kevin Möller sorgte für die Vorentscheidung. Noch während der 1. halbzeit ersetzte der Keeper der SG Flensburg-Handewitt den eher glücklosen Emil Nielsen, und seine Paraden ebneten den Weg. Er überstrahlte zeitweise sogar Andi Wolff im deutschen Kasten, der gerade im ersten Durchgang nicht ganz an seine vorherigen Weltkassepartien heranreichte.
Erstau licherweise blieb Mölle auch die gesamte 2. Halbzeit im Tor (außer bei einem einigen Siebenmeter). Dass er zum Mann der partie offiziell ausgezeichnet wurde, das hätte vor der partie wohl niemand prophezeit.
Das junge deutsche Team wird mit dem Finaleinzug mehr als zufrieden sein, gerade die Siege gegen Frankreich und Portugal durfte nicht jeder erwarten. Im Endspiel selbst kamen manche nicht an ihr Leistungsvermögen heran, gerade im Angriff Uncins und Knorr. Und wer weiß, wie alles gelaufen wäre, hätte nicht Abwehrchef Kiesler nach einer Würge-Attacke gegen Mthias Gisdel früh mit Rot vom Parkett gemusst.
ARD – Unterirdische Kommentatoren
Ein Wort zur Fernsehberichterstattung: Die deutschen Spiele wurden in ARD und ZDF gezeigt, und größer könnte der Qualitätsunterschied nicht sein. Im ZDF überzeugten mich Reporter martin Schneider und Experte Sven Christophersen. Voller Sachkenntnis ohnehin, mit viel Engagement, aber jederzeit fair in der Einordnung – was des Gegners Leistung betrifft ebenso wie die der Schiris. Bei der ARD dagegen überboten sich Florian Nass und Jogi Bitter an peinlichem Nationalismus, jede Entscheidung gegen Deutschland war ein Affront, jeder Fehlwurf des Gegners wurde bejubelt (ich übertreibe nur wenig). Alles war immer nur schwarz, rot, geil – absolut zum Fremdschämen. Und letztlich auch gefährlich in einer Sportart, wo die allerwenigsten so regelfirm sind, um das ewige Klammern, Halten, Stoßen, vielleicht auch Würgen richtig einordnen können. Gerade hier bräuchte es eine objektive Anleitung und nicht dumpfbackiges Pro-Deutschland-Gebrüll. Überspitzt gesagt: Mehr Nationalismus sehe ich auch bei einem AfD-Parteitag nicht (nein, ich behaupte nicht, das Nass und Bitter der AfD anhängen. Aber ihre Art der Kommentierung mögen sie bitte überprüfen!).
Die Bayern – plötzlich nervös
Kaum läuft es nicht mehr ganz so flüssig, zeigen die Münchner Fußballer Nerven. Zu besichtigen beim in der Tat aufreibenden 2:2 beim Aufsteiger Hamburger SV. Von Beginn an war viel Hekik im Spiel, Haken und Ösen auf beiden Seiten, und Schiri Harm Osmers zeigte sich in der Zweikampfbewertung in der Tat samft überfordert, allerdings auf beiden Seiten.
In der Endphase, als die Bayern verzweifelt den Siegestreffer versuchten, musste der Frust raus. Bei jedem Pfiff (oder unterlassenem Pfiff) gegen München stürmten mehrere Byyern-Profis auf den unparteiischen ein. Die Regel, dass nur noch der Kapitän protestieren darf, die gilt offenbar nicht mehr (das bedaure ich schon seit einigen Monaten). Sogar Harry Kane, der als Engländer angeblich die Fairness und die Achtung gegen den Referee mit der Muttermilch aufgesogen hat, beteiligte sich am Schiri-Bedrängen.
Nach dem Schlusspfiff ging das Schiri-Bashing erst recht los. Wlchen Bayern man die Reporter auch befragten, zunächst gab es eine Breitseite gegen den Schiri. Der aus meine Sicht bei allen brenzligen Entscheidungen richtig lag (zumindest nicht völlig falsch), sowohl beim Elfer für den HSV unterbliebenen Strafstößen für die Bayern wegen Hand (klar angeschossen) und Foul (nicht genug). Klar, es hat schon Schiris gegeben, die die beiden Strafstöße gegeben hätten und haben, aber wie lautet ein ehernes Grundrechtsgebot: Keine Gleichheit im Unrecht.
Im Laufe der zeit wunderte ich mich, warum sich die Bayern so aufführten. Sie, die doh so souverän durch die Liga cruisen. Doch jetzt sah ich nicht nur extrem unsympathische Profis (sogar der für mich sympathische Kane mutierte zum Bayern-Deppen), sondern geradezu panische Spieler und Verantwortliche. Ob da vielleicht sogar mehr dahintersteckt als 2 verlorene Pünktchen? Weil jeder spürt, dass jetzt, wo es langsam ernst wird, die wunderbare Leixhtigkeit des Seins verschwunden ist ode zumindest auf den rumpeligen Winter-Spielfeldern nicht mehr zum Tragen kommt.
Noch ist das Spekulatius. Noch ist auch de Abstand auf den Zweiten Borussia Dortmund komfortabel (6 Punkte und das uneinholbar bessere Torverhältnis). Aber jetzt noch eine Niederlage gegen das formstarke Hoffenheim und gleichzeitiger Dormund-Sieg – und plötzlich wären beide Teams in Reichweite.
Werder verliert die Nerven
Hier hat die Panik schon zur üblichen Raktion geführt: Einen Tag nach dem 1:1 zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach feuerten die Bremer Verantwortlichen den Coach. Horst Steffen, erst im Sommer vom Zweitligisten SV Elversberg gekommen, muss gehen. Zehn Spiele ohne Sieg – das hat noch nie einem Bundesliga-Coach gut getan. Obwohl nach Auffassung vieler Experten, die viel näher an Werder sind als ich, diesen Schritt für verfrüht halten. Wer den sich windenden Arnd Zeigler, der Stadionsprecher im Weserstadion, gestern bei seiner Sendung sah, weiß von was ich rede. Nur Diplomatie und Achtung vor seinem herzensclub bewahrten die Verantwortlichen vor einer Tirade, da bin ich mir sicher.
Natürlich hat Steffen, der den Noname-Club Elversberg fast in die Bundesliga geführt hätte, nicht alles richtig gemacht. Aber die Sportliche Leitung beging einen Fehle nach dem anderen, vor allem in der Kaderzusammenstellung. Die gipfelte darin, dass sie den durchaus begabten Victor Boniface verpflichtete. Jenen Angreifer, der nur Tage zuvor durch den Medizincheck beim AC mailand gefallen war. Kann man sogar eingehen, dieses Risiko, allerdings bitte mit Netz und dippelten Boden, hier also guten Backups. Diese fehlen komplett, es kam, wie es kommen musste. Boniface fehlt bis zum Ende wegen einer Knieverletzung (das die mailänder moniert hatten), die traurige Bilanz: ein Stürmertor.
Schweizer Trost am Unglücksort
Die Brand-Katastrophe in Crans Montana ist noch längst nicht verdaut (am Sonntag erlag ein Mann seinen Verletzungen), da machte der Skizirkus im Schweizer Ort Station. Alles natürlich im Zeichen des Unglücks, aber eben auch mit viel sportlichem Wert: zum einen weil in nicht einmal einer Woche die Olympischen Abfahrten anstehen, zum anderen, weil Crans Montana 2027 die alpinen Skiweltmeisteschaften ausrichtet.
Am Freitag schien sich das Unglück, das diesen Ort 2026 ereilt hat, fortzusetzen. Beim Super-G der Frauen stürzten von den ersten 6 Starterinnen drei, darunter Lindey Vonn, die an einer tückischen Strecke in den Schnee musste. Zwar konnte die Amerikanerin aus eigener Kraft ins Ziel schwingen, von dort wurde sie aber per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen – zur Beobachtung. Offenbar hat sie sich eine Knieverletzung zugezogen, nicht an ihrem künstlichen Gelenk allerdings. Ob und in welchem Fitnesszustand sie jetzt nach Cortina reist, ist völlig unklar. Schon am Sonntag steht die Abfahrt von der Tofana auf dem Olympischen Programm, kurz darauf die Kombi-Abfahrt (Dienstag) und Super-G (Donnerstag). Das Rennen wurde nach Vonns Sturz abgebrochen.
Tags darauf strahlender Sonnenschein. Und mit der Schweizerin Marjorie Blanc eine Super-G-Siegerin, die ganz in der Nähe aufgewachsen ist. Blanc, in dieser Saison noch nicht sehr auffällig, legte eine nahezu fehlerfreie Fahrt hin und siegte Sofia Goggia aus Italien und Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson, die für Vonn für die USA in die Bresche sprang. Während Kira Weidle-Winkelmann auf Platz 5 überzeugte, beging Emma Aicher mal wieder einer unfassbaren Leichtsinnsfehler und schied aus.
Van Allmen überragt
Die Abfahrt am Sonntag war ebenfalls eine Schweizer Angelegenheit. Nämlich die von Weltmeister Franjo van Allmen, der die gesamte Konkurrenz förmlich deklassierte. 65 Hundertstelsekunden lag er vor dem Italiener Dominik Paris, das klingt gar nicht sooo viel. Wenn man allerdings bedenkt, dass andrerseits zwischen Paris und dem Zwölften Muzaton sogar nur 63 Hunderstel lagen, dann zeigt das die Ausnahmefahrt. In dieser Form erhebe ich van Allmen zum Favoriten für die Olympia-Abfahrt von der Stelvio diesen Samstag – und bin mit dieser Einschätzung bestimmt nicht allein.
Dennis Schröder – der 11. Verein
Das Gastspiel bei den Sacramento Kings dauerte nur gut drei Monate, jetzt ist der deutsche Welt- und Europameister ein „Cavalier“. Die Cavs aus Cleveland sicherten sich die Dienste des Deutschen, er kommt gemeinsam mit dem äußerst talentierten Keon Ellis aus Kalifornien, für ihn geht DeAndre Hunter nach Sacramento.
Für Schröder ist es die 11. Station – rekordverdächtig (der steht bei 13/ein gewisser Ish Smith, der wirklich so heißt …), aber vielleicht ein Glücksfall. Denn während die Kings das schlechteste Team der gesamten NBA sind und längst keine Chancen mehr haben auf die Play-offs (großer Seufzer des Kings-Fans), ist Cleveland eine äußerst starke Mannschaft. In der vergangenen Saison waren die Cavs im Grunddurchgang das mit Abstand beste Team in der Eastern Conference, sie scheiterten allerdings in der 2. Runde am späeren Finalisten Indiana Pacers, auch weil mit Darius Garland und Evan Mobley zwei wichtige Spieler fehlten. Gerade die Verletzungsanfälligkeit von Spielmacher Garland dürfte die Cavs dazu bewegt haben, sich den deutschen Kapitän zu angeln, der diese Position glänzend ausführt. Anführer ist Donovan Mitchell, einer der elegantesten Profis der Liga, Evan Mobley wurde 2025 zum besten Defense-Spieler gewählt
Es besteht also nicht der geringste Grund zur Häme, die ich hier und dort schon lesen musste.
von Münchner Löwe | Jan. 28, 2026 | Tennis
Australian Open, Viertelfinale
Dass ich kein Fan der Ausgabe des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres bin, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Wenn es einmal richtig schiefläuft, dann geht wirklich alles schief.
Wie heute Nacht bei der Partie Lorenzo Musetti gegen Novak Djokovic. Der Italiener war derart haushoch überlegen, dass sogar ich als Djoker-Hater geradezu Mitleid bekommen musste mit dem völlig überforderten Serben. Der einen leichten Fehler nach dem anderen fabrizierte und ein ums andere Mal nur hilflos zusehen konnte, wie die wunderschöne Musettis einhändige Rückhand unerreichbar neben ihm einschlug.
Zwei einseitige Sätze hatte Musetti auf diese Art gewonnen, da ließ er den Physio kommen. Der Oberschenkel zwickte, mal wieder streikte der Körper des geradezu filigranen Italieners. Er versuchte es zwar noch ein paar Games, doch dann musste er frustriert aufgeben, und der reichlich perplexe Djokovic stand plötzlich als Sieger da und tatsächlich erneut im Halbfinale (ich halte ihm zu Gute, dass er nicht in einen Freudentaumel verfiel).
Da schon im Achtelfinale Djokovics Gegner Jakob Mensik von vornerherein nicht spielfähig war, schaffte er das Kunststück, ohne Satzgewinn die beiden vermeintlich so schwierigen Hürden Achtel- und Viertelfinale erfolgreich genommen zu haben. Ich wüsste jetzt nicht, wann es das schon mal gegeben hat in einem Grand-Slam-Turnier.
In der Runde der „besten“ Vier wartet nun wie erwartet Jannik Sinner. Der Titelverteidiger hatte auch gegen den US-Amerikaner Ben Shelton beim 6:3, 6:4, 6:4 keine sonderlich große Mühe: Jeweils ein Break pro Durchgang genügte dem Italiener, nur 4 Breakbälle überhaupt hatte der Ami, die er alle ohne echte Chance vegab. Aufgrund dieser beiden Vorstellungen fehlt mir jegliche Fantasie, wie Djokovic Sinner auf normalen Wege schlagen könnte, zumal die Partie wahrscheinlich für Freitagabend (Ortszeit) angesetzt ist, die Bedingungen also im angenehmen Rahmen sein dürften. Die Wetten sprechen es aus: Wer im Wettbüro seines Vertrauens auf einen Sieg von Sinner 10 Euro setzt, bekommt nicht mal 11 wieder heraus, bei einem Triumph des Djokers wären es 80.
Mehr Spannung verspricht da das zweite Halbfinale: Carlos Alcáraz ist zwar weiter ohne Satzverlust, der Spanier scheint allerdings nicht unverwundbar. Zumindest im jeweils ersten Satz hatte er in seinen Partien immer wieder Probleme, musste ins Tiebreak. Doch zu Fall kam er nie, und danach spielt er befreit wie im Viertelfinale gegen den australischen Lokalmatador Alex De Minaur.
Und doch: Sein deutscher Halbfinale-Kontrahent am Freitag könnte ihm unangenehm werden. Alexander Zverev spielt ein bisher ausgezeichnetes Turnier, auch wenn er wie im Viertelfinale gegen den jungen Learner Tien (ein echter Lichtblick des Turniers) erneut einen Satz abgab. Doch Zverev im Jahr 2026 lässt sich auch durch Satzverluste nicht aus seinem Rezept bringen, auf seinen Aufschlag kann er sich eh verlassen. Vor allem seine Vorhand kommt so gut wie vielleicht noch nie, zumindest nicht seit seinem Comeback nach der schlimmen Fußverletzung bei den French Open 2022 gegen Rafael Nadal.
Und doch: Alcáraz ist klarer Favorit
Einseitige Matches bei den Frauen
4 Partien, 4 mehr oder weniger klare Zweisatzsiege. Kein Spiel dauerte länger als 100 Minuten, wer Spannung wollte, musste gleichzeitig einen Krimi lesen. Den Vogel der Trostlosigkeit schoss Coco Gauff ab. Die Amerikanerin ließ sich von der Ukrainerin Lena Svitolina in 59 Minuten mit 6:1 und 6:2 demontieren. Immerhin: Sie war derart erbost über ihre unterirdische Leistung, dass sie im Kabinengang voller Wut einen Schläger zertrümmerte. Dummerweise hatte sie nicht bedacht, dass auch hier überall Kameras mnontiert sind, die alles registireren. Mit Bedacht hatte sie sich auf dem Platz diesbezüglich zurückgehalten, um kein schlechtes Vorbild abzugeben.
Svitolina spielte sehr ansprechend, musste allerdings auch nicht viel mehr machen, als den Ball im Spiel zu halten. 26 sogenannte unforced Errors fabrizierte Gauff, das Spiel beendete sie bezeichnenderweise mit einem Doppelfehler, den auch die ägyptische Turnier-Anfängerin eines Challengers in Kenia nicht absurder hätte spielen können.
Svitolina trifft heute morgen Früh (MEZ) auf meinen heiß geliebten Schreihals Aryna Sabalenka. Schlimmer als das Zuschauer und Gegnerinnen extrem störende Rumgebrülle ist nur noch die Liebe der Weißrussin zu ihrem Führer Präsident Alexander Lukaschenko, dem willige Kriegshelfer Putins. Svitolinas ukrainische Landsfrau Olexandra Olyinikova warf der Weltranglistnersten vor, sie ignoriere den barbarischen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Mit Sicherheit werden wir auch morgen auf einen Händedruck nach der Partie Svitolina vs Sabalenka verzichten müssen. Fast der größte Aufreger der fast sterilen Frauenkonkurrenz, die ansonsten weitgehend spannungsfrei vor sich hin määndert. Auch die (vermeintlichen) Überraschungen wie Svitolina vs Gauff und Rybakina vs Swiatek laufen ohne jedes Drama ab.
Halbfinale Frauen (Donnerstag)
09:30: Sabalenka – Svitolina
11.:00 (ca.): Rybakina – Pegula
Männer (Freitag)
Die an Nummer 1 bis 4 gesetzten Spieler sind unter sich. Das sagt schon alles.
Alcaraz (1) – Zverev (3)
Sinner (2) – Djokovic (4)
von Münchner Löwe | Jan. 26, 2026 | Tennis
Australian Open, Achtelfinale
Normalerweise ist die Runde der besten 16 sehr spannungsgeladen, bei Frauen und Mönnern. Diesmal: Kein Tennis-Thriller nirgends, nur fast schon geprlegte Langeweile, wie ein Favorit nach dem anderen souverän gewann. Insgesamt standen 15 Partien auf dem Programm (Jakob Mensik trat gegen Novak Djokovic verletzungsbedingt nicht an), nur eine einzige ging in einen Entschedungssatz, in dem sich Coco Gauff dann gegen Karolina Muchova mit 6:3 durchsetzte.
Heute etwa waren 4 Matches angesetzt, drei dauerten weit unter 90 Minuten, am längsten stand noch Amanda Anisimova auf dem Platz, nämlich 98 Minuten, eh ihr Sieg gegen die Chinesin Wang Xin feststand.
Über die Gründe, warum fast alles nach Plan geht, kann ich nur spekulieren. Ein Umstand könnte sein, dass die Temperaturen bis auf den Außreißer am Samstag für australische Verhältnisse sehr angenehm sind, das Wetter also nicht hineinpfuscht.
Rekordverdächtige Zahlen
Im Viertelfinale stehen damit sowohl bei Frauen als auch Männern die besten 6 der Setzliste, ich kann mich nicht erinnern, dass es das schon mal gab. Die große Ausnahme: der US-Amerikaner leander Learner Tien. Im Dezember krönte sich der 20-Jährige zum Junioren-Masters-Champion (gegen überschaubare Konkurrenz), jetzt schaffte er erstmals den Einzug ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Die Leichtigkeit, mit der der fürs Tennis nur 1,83-Meter große Schützling von Michael Chang am Sonntag Daniil Medwedew vom Platz schoss, war beeindruckend. Sein nächster Gegner Alexander Zverev dürfte gewarnt sein.
Der Hamburger selbst hat allerdings seinen Touch gefunden. Auch dank seiner stark verbesserten Vorhand ließ er im Achtelfinale seinen „Angstgegner“ Francisco Cerúndolo keine Chance. Morgen soll übrigens noch heißter werden als am Samstag. Schon jetzt steht fest, dass von Beginn an mit geschlossenem Dach gespielt wird. Ob und wann es auf den Außenplätzen zu Ballwechseln kommt, ist ungewiss, aber das betrifft nur noch die Doppel- und Nachwuchskonkurrenzen.
Frauen, Viertelfinale
Di.: Sabalenka – Jovic (01:30)
Di.: Gauff – Svitolina (09:00)
Mi.: Aninsimova – Pegula (N.N)
Mi.: Swiatek – Rybakina (N.N)
Männer, Viertelfinale
Di.: Zverev – Tien (ca. 03:30)
Di.: Alcáraz – De Minaur (ca. 11:00)
Mi.: Djokovic – Musetti (N.N)
Mi.: Sinner – Shelton (N.N.)
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