Vorentscheidung durch Sekundenschlaf

Blick über den Teich, NBA und NHL

Nach der Pause gestern erst mal die Kurzzusammenfassung : Die Denver Nuggets sind wieder in der Spur, die Knicks taumeln, und das Kanada-Duell in der NHL hat die nächste Wendung.

NBA

Indiana Pacers – New York Knicks 121:89 (2:2)

Von Beginn an klare Verhältnisse. Nach dem 1. Viertel waren alle Messen gesungen. Die Pacers überrannten die Knicks mit 34:14. Sie trafen, wie sie wollten, die Knicks nicht mal einen Autobus. Jalen Brunson (0 von 5), Donte DiVicenzo (1 von 6), 1 von 8 Dreier. Auf der anderen Seite glänzte Tyrese Haliburton mit  8 Punkten, das Team insgesamt mit einer Wurfquote von 61 Prozent. Das zweite Vietel lief für die Knicks etwas besser, „nur“ 27:35. Der Dreier allerdings weiter quasi non-existent (1 von 5) noch schlimmer im 3. Viertel (1 von 13) macht 3 von 26. Donte Di Vicenzo leider fast ein Totalausfall mit 7 Punkten und einem +/- von -40 in 32 Minuten.

Mann des Tages
Tyrese Haliburton. Er kam auf 20 Punkte, 6 Assists, und das, obwohl er wie wie praktisch alle Start-Spieler auf beiden im letzten Viertel komplett auf auf der Bank verbrachte.

Stark trotz der Niederlage
Alec Burks. Nur aufgrund der großen Personalnot der Knicks kommt er überhaupt zum Einsatz und rechtfertigt das notgedrungene Vertrauen mit mehr als soliden Leistungen. 20 Punkte sammelte er in 23 Minute an. Trainer Tom Tibedeau sollte ihn noch viel mehr Verantwortung überlassen, vor allem wenn OJ Amunoby weiter fehlt, was ich für ihn befürchte.

x-Faktor
Die Dreierquote: Die Knicks am Ende 7 von 37 (18,9), die Pacers 14 von 31 (45,2), also doppelt so viele Punkte trotz 6 Versuchen weniger

🇩🇪 Deutsche Brille 👓
Isaiah Hartenstein ging mit unter. Hatte dem Angriffswirbel wenig entgegensusetzen. Ganze 4 Punkte und kein einziger Assist.

Ausblick
Spiel 5 im Garden dürfte Aufschluss geben, ob die Knicks trotz der Personalnot mit dem Heimvorteil im Rücken zu Außergewöhnlichem fähig sind. Ddazu würde ein fitter Amunoby enorm viel helfen, doch der Einsatz ist noch ungewiss. Ansonsten liegen alle Vorteile bei den Pacers.

Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 107:115 (2:2)

Die Wolves hatten einen glänzenden Start, führten mit 20:13, doch noch im ersten Viertel verwandelten die Nuggets diesen Rückstand in einen 5-Punkte-Vorsprung. Diesen bauten sie im 2. Viertel auf bis zu 16 aus, bevor die Timberwolves wieder auf 7 herankamen. Doch dann der kollektive Blackouts der Gastgeber in den letzten 30 Sekunden. Da legten die Nuggets dank zwei Steals (nach absurden Fehlpässen der Wolves) und einem Buzzerbeater von Jamal Murray von der MIllellinie aus  noch einen 7:0-Run hin. Echte Wirkungstreffer zum psychologisch schlechtesten Zeitpunkt, wie sie zumindest im Fußball ein Tor kurz vor der Pause nennen. Schaut euch die letzten 30 Sekunden der ersten Halbzeit an und ihr werden weinen, wenn ihr keine Nuggets-Fans seid.
Von diesem Tiefschlag erholten sich die Wolves nicht mehr. Nur Anthony Edwards stemmte sich wirkungsvoll dagegen – zu wenig. Am Ende betrieben die Gastgeber wenigstens Ergeniskosmetik und konnten das 4. Viertel knapp für sich entscheiden.

Mann des Tages
Nikola Jokic mit 35 Punkten, allerdings davon 16 im 4. Viertel, als mehr oder weniger alles entschieden war.

Stark trotz der Niederlage
Anthony Edwards. Eine weitere grandiose Vorstellung, aber diesmal erhielt er zu wenig Unterstützung

X-Faktor
Aaron Gordon. Er traf 9 von 10 Würfe aus dem Feld für insgesamt 27 Punkte. Und es waren nicht nur Korbleger dabei.

Ausblick
Mit der Erfahrung des Titelverteidigers haben die Nuggets die beiden Heimniederlagen weggesteckt. Offenbar haben die Nuggets einen Schlüssel gegen die bisher so starke Wolves-Defense gefunden. Das ist ja das Spannende an solch langen Serien, dass die Trainer auf Stärken und Schwächen reagieren können. Findet Minnesota ein neues Kryptonid für Jokic und Co?

Ansetzungen heute
01:00: Cleveland Cavaliers – Boston Celtics (1:2)
Wie in der Serie gegen die Miami Heat haben die Celtics nach ihrer Heimniederlage in Spiel 2 die Verhältnisse schnell wieder geradegerückt und den Cavaliers beim 106:93 die erste Heimniederlage in den diesjährigen Play-offs zugefügt. Für Cleveland ist ein Sieg heute Nacht Pflicht.

03.30: Dallas Mavericks – Oklahoma Thunder (2:1)
Die Mavs haben dagegen am Samstag ihren Auswärtssieg in einer äußerst spannenden Partie bestätigt. Für die Thunder könnte tatsächlich das eher schwache Rebounding (6:15 in der Offensive) zum Verhängnis werden.

NHL

Boston Bruins – Florida Panthers 2:3 (1:3)

Diesmal reichte den Bruins noch nicht mal eine 2:0-Führung, die sie im ersten Drittel herausschossen. Nachdem Anton Lundell im 2. Drittel den Anschluss herstellte und Sam Bennett ausglich, war es Kapitän Alexander Barkov höchstpersönlich, der mit einem unwiderstehlichen Solo von der Blauen Linie an zwei Verteidigern vorbei und mit platziertem Schuss die Entscheidung herbeiführte.

Meine 🇫🇮 Finnen
Alexander Barkov mit dem Siegestor und Anton Lundell mit Tor und Assist

Edmonton Oilers – Vancouver Canucks 3:4 (1:2)

Große Enttäuschung in Gretzky Town. Schon im ersten Drittel stellten die Canucks die Weichen auf Auswärtssieg, weil Brook Boeser mit zwei Toren und einem Assist (der offenbar erst nachträglich als Assist und nicht als Tor gewertet wurdeeinen 0:1-Rückstand drehten. Nach 1:1 im 2. Drittel veranstalteten die Oilers im Schlussabschnitt ein wahres Powerplay, doch der Anschlusstreffer nach 58:44 Minuten kam zu spät. 22 Schüsse feuerten die Oilers ab, doch der überragende Arturs Silovs parierte 21 davon. Ein würdiger Fortsetzer lettischer Torwart-Tradition (Arturs Irbe, seufz). Auf der anderen Seite hatte Stuart Skinner erneut nicht seinen besten Tag (ich befürchte, es ist eher seine Normalform), ließ bei 15 Schüssen 4 passieren und wurde danach von Calvin Pickard ersetzt. Die Oilers und ihr Torwartproblem, so muss ich das nennen, eine unendliche Geschichte. Kostet sie den Titel?

Draisaitl-Watch
Mit einem 1 Tor (zum 2:3) und einem Assist trug er sich in die Scorerwertung ein, allerdings auch ein Strafbankaufenthalt, der zu einem Gegentor führte.