Tolle Leichtathletik-Woche mit einigen Tücken

Die ganze Palette des Sommer-Sports. Der Sonntag erinnerte im besten Sinne an einen Olympia-Tag: Die ARD übertrug von 9 bis 23 Uhr, als Schwimmer und Leichtathleten und Turner ihre Europameister kürten, Reiter und Gymnastinnen Weltmeister, dazu noch Cyclssics in Hamburg und Zweitliga-Fußball.

Unmöglich, alles zu gucken. Für mich noch unmöglicher, hier auch nur ansatzweise auf alles einzugehen, was in dieser Woche so geschah. Mehr denn je gilt: Mut zur Lücke. Im ersten Teil will ich mich auf die Leichtathletik beschränken, sonst wird es uferlos.

 

Leichtathleten feiern ein Sportfest mit Tücken

 

Eine Woche kämpften Europas Beste um Titel und Medaillen. Leider in einem Rahmen, der nicht immer dem Wert des Ereignisses entsprach. Eine recht kleine Arena irgendwo am Rand von Birmingham im Nirwana (Berichten zufolge nur die viertgrößte Arena der Stadt). Schwierig zu erreichen, gesalzene Eintrittspreise von teilweise mehr als 100 Pfund pro Veranstaltungstag, weswegen die angeblich so Leichtathletik-besessenen Briten vor allem an den ersten Tagen einen Bogen machten, teilweise war die Atmosphäre vergleichbar mit der eines Betriebssportfests.
Was die Sportler nicht verdient hatten, zumal die Gastgeber durchaus ablieferten und am Ende immerhin 19 Medaillen holten, 9 davon aus Gold.

 

Mein Höhepunkt der Titelkämpfe

 

Ich hatte mir ja vor Titelkämpfen den 800-Meter-Lauf der Frauen rausgepickt, und meine Erwartungen wurden erfüllt, nein sogar übererfüllt. In einem begeisternden Temporennen setzte sich die Schweizer Aufsteigerin Audrey Werro knapp vor der Einheimischen Keely Hodkinson und der holländischen Umsteigerin Femke Broeders-Bol durch. Werro feierte einen Start-Ziel-Sieg, ihre Zeit von 1:54,81 Minuten ist außergewöhnlich für ein Großereignis: weil eben ohne Tempomacherin erzielt, wie sie etwa bei Diamond-League-Meetings gang und gäbe sind.
Gar nicht so kleiner Wermutstropfen. Vielleicht (wahrscheinlich?) hätte Werro im Finale gar nicht dabei sein dürfen, weil sie im Halbfinale stürzte und nur wegen einer vermeintlichen Behinderung ins Finale gehievt wurde. Da haben die Kampfrichter mehr als ein Auge zugedrückt (um des Spektakels willen?). Gerade in den Mittelstreckenrennen gehören kleine Schubser und Hakeleien schlicht dazu, ohne dass eingegriffen wird. An der außergewöhnlichen Klasse der Schweizerin besteht allerdings nicht der geringste Zweifel.

 

Das Abschneiden der Deutschen

 

Insgesamt 21 Medaillen sammelten die AthletInnen. Eine hervorragende Bilanz, obwohl nicht alle Träume in Erfüllung gingen (Weitspringerin Malaika Mihambo wurde in einem windgeprägten Finale nur Fünfte, sie blieb nur sechs Zentimeter hinter der Siegerin; auch Robert Farken blieb über 1500 Meter weit hinter den Erwartungen). Auffällig, dass die Läufer den Anschluss zumindest an die europäische Spitze gefunden haben: egal ob Sprinter Owen Ansah* (Bronze 100, Gold 200 Meter), Hürdenspezialist Emil Ageykum (Silber über 400 Meter hinter dem unantastbaren Weltrekordler Karsten Warholm und die 3000-Meter-Hindernisläufer Frederik Ruppert und Karl Bebendorf, die Gold und Bronze eroberten.
Auch die WerferInnen trugen zur tollen Bilanz bei, teils erwartet (Gold für Julian Weber mit dem Speer, Silber für Merlin Hummel mit dem Hammer), teils völlig überraschend (Silber für die Speerwerferin Julia Ulbricht, die schon aus allen Kadern geflogen war).
Auch die Mehrkämpfer „lieferten“. In einem mehr als komplizierten Wettbewerb, beeinträchtigt durch abnorme Hitze und einem katastrophalen Ablauf im Stabhochsprung, siegt Weltmeister Leo Neugebauer offenbar nach Aufbieten letzter Kräfte knapp vor Nikolaus Kaul, ebenfalls ein Weltmeister übrigens.

Die Leistungen der heimischen Spitzensportler werden ja gerne als Spiegelbild der gesamten Gesellschaft herangezogen, was ich reichlich absurd finde. Weil jeder, der Spitzensport auf diesem Niveau betreibt, absolut außergewöhnlich ist, egal ob er letztlich eine Medaille gewinnt oder knapp verfehlt. So galt das insgesamt trostlose Abschneiden der Fußballer bei der WM als Symbol, dass in diesem Land nix vorangeht (und was wäre gewesen, wenn das verdammte Tor von Tah gegen Paraguay gezählt hätte?). Wenn ich mir jetzt die Leichtathleten (und auch die Schwimmer in Paris, die Reiter in Aachen oder gar die sagenhafte Gymnastin Darja Varfolomeev ansehe), dann würde das im Umkehrschluss bedeuten, das „wir“ doch noch liefern können. Wie gesagt, ich halte davon relativ wenig: Gerade die Leichtathleten erzählen doch sehr vielschichtige Geschichten. Erfreulich, wie viele junge Menschen mit Migrationshintergrund es ganz an die Spitze geschafft haben. Integration ist also möglich, wenn alle Beteiligten dazu bereit sind.

 

Der Fall Owen Ansah

 

Ein deutscher Sprinter, der zwei Medaillen bei einem Großereignis holt, das hätte noch vor drei Jahren wohl niemand für möglich gehalten. Und doch hinterlässt das Auftreten des Owen Ansah nicht vorbehaltlose Freude, zumindest nicht bei denen, die etwas weiter als von 12 Uhr bis mittags schauen. Ich habe vorher hinter Ansah ja ein Sternchen gesetzt (den sogenannten Asterisk). Das besagt in Ergebnislisten meist nichts Gutes, etwa beim Slalomläufer, der an einem Tor eingefädelt hat und früher oder später aus der Wertung fliegt.
Die Wettkämpfe in Birmingham absolvierte Ansah anstandslos, ja fantastisch. Gerade sein Final-Lauf über 200 Meter geriet zur Demonstration, erstmals blieb ein Deutscher unter der 20-Sekunden-Marke, zu starker Rückenwind verhindert allerdings die Aufnahme in die Rekordbücher.

Aber wie ein Elefant im Raum stand da die verweigerte Dopingprobe vom 9. Juli, als ihn ein Kontrolleur antraf, aber wieder unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Ansah erhielt ja nur ein vorläufiges Startrecht; sollte das Sportgericht (oder letztinstanzlich der Sportgerichtshof CAS) befinden, dass der Sprinter ohne wichtigen Grund verweigerte (laut eigener Aussage musste Ansah einen Flug zu einem Wettkampf in Mongte Carlo erwischen), droht ihm nicht nur eine Sperre von bis zu 4 Jahren, es werden ihm dann auch alle Ergebnisse seither wieder gestrichen. Allein deshalb wurde er nicht für die Sprintstaffel nominiert, die am Samstag zu Silber rannte.

Ansah ging zunächst zumindest nach außen hin bemerkenswert locker mit der Situation um; angesichts der Tatsache, dass drei oder vier Jahre Sperre nahezu einem Karriere-Ende für den 25-Jährigen gleichkommen. Er habe sich überhaupt keine Gedanken gemacht, ob er seine Medaille zurückgeben müsse, befand er nach seinem 100-Meter-Lauf zu Bronze. Er vertraue voll und ganz seinem Team. Schon dünnhäutiger reagierte der hamburger nach den 200 Metern, als er sich schon vorher Fragen dazu verbat und dann das Interview abbracht, als ein ZDF-Reporter dennoch dieses wichtige Thema ansprach (was schlicht dessen Job ist, er ist ja nicht der Pressesprecher von Ansah).

Nach allem, was bisher bekannt ist und nach und nach an die Öffentlichkeit dringt, stehen die Karten für Ansah sehr schlecht. Offenbar hat er entgegen einer ersten Aussage doch das Protokoll unterschrieben, in dem die Konsequnzen des verweigerten Tests klar zur Sprache kommen Es bedarf jetzt schon juristischer Kunststücke, wie Ansah aus dieser Nummer herauskommen will (genau dazu bezahlt man teure Anwälte). Für mich von vornherein ein Unding, dass die Sache nicht VOR dem wichtigsten Sportereignis des Jahres geklärt wurde. Schon aus Fairnessgründen gegenüber der Konkurrenz. Soll der Viertplatzierte Holländer Elvis Afrifa über 100 Meter jetzt jubeln, oder gar der Brite Zharnel Hughes, der über 200 Meter Zweiter wurde? Und wie groß wird die Freude sein, wenn nach einer nachträglichen Disqualifikation Ansahs irgendwann im November (oder auch nächsten Mai, wer weiß das schon?) die Medaillen per Post nachgeliefert werden?

 

 

Johannes Liebmann schwimmt in eine neue Dimension

Das Wort „historisch“ mag ich nicht besonders, gerade wenns um Sport geht. Zu oft werden zugegeben großartige Leistungen mit diesem Etikett hochgejazzt. Aber was Andreas Johannes Liebmann am Samstagabend bei der EM in Paris aufführte – dafür gibt es einfach keine andere Bezeichnung.

In dürren Zahlen: Er wurde Europameister über 1500 Meter und brauchte für diese Distanz 14:26,79 Minuten. Damit pulverisierte er förmlich die alte Bestleistung des amerikanischen Olympiasiegers Bobby Finke um fast 4 Sekunden, ein unfassbarer Quantensprung. Von Beginn des Rennens lag er klar unter der virtuellen Weltrekordlinie, die bei Großereignissen eingeblendet wird. Das Pariser Publikum, das hauptsächlich wegen Lokalmatador und absolutem Topstar Leon Marchand in die Halle gekommen war (es war nicht die der Olympischen Wettbewerbe vor 2 Jahren) stand auf dem Stühlen wie auch alle anderen Zuschauer, die Aktiven am Beckenrand, egal aus welcher Nation sie gekommen waren. Bahn für Bahn schwamm Liebmann in diesem unfassbaren Tempo, die Konkurrenz, bestehend aus Top-Athleten aus ganz Europa, waren gar nicht mehr zu sehen, höchstens wenn sie sich beim Hin- und herschwimmen im 50-Meter-Becken begegneten.

Schon die Zwischenzeit über 800 Meter ließ erahnen, dass hier eine ganz außergewöhnliche Leistung stattfinden würde. 7:40 Minuten hatte er da nur gebraucht – sein 3 Tage zuvor aufgestellter Europarekord über diese Distanz an gleicher Stelle war nur etwa 3 Sekunden besser, und da hatte er keine 700 Meter mehr zu schwimmen gehabt. Und unglaublicherweise wurde er einfach nicht langsamer, die letzten 100 Meter absolvierte er noch mal in weniger als 58 Sekunden.

14:26,74 Sekunden – diese Zeit ist ein Meilenstein. Erstmals blieb ein Schwimmer unter den 14:30, er hat also für jede der 30 Fünfzig-Bahnen nicht einmal 29 Sekunden gebraucht. Vergleiche sind immer sehr schwierig, aber mir ist im vergangenen Jahrzehnt, vielleicht auch in den vergangenen 20 Jahren, keine sportliche Leistung zumindest eines Deutschen erinnerlich, die an diesen Husarenritt im Wasser auch nur annähernd herankommt.

19 Jahre ist Abiturient Johannes Liebmann erst alt, er hat also seine sportliche Zukunft noch vor sich. Der Hamburger Jung ist der nächste herausragende Schwimmer, den die unfassbare Talentschmiede in Magdeburg unter Trainer Bernd Berkhan ausgebildet hat. Vor 3 jahren wechselte er dorthin, der entscheidende Schritt. Zuletzt hatte im Frühjahr Olympiasieger Lukas Märtens mit 3:39,96 Minuten einen sagenhaften Weltrekord über 400 Meter aufgestellt. Sagenhaft, weil erstmals jemand unter 3:40 Minuten, aber eben nicht so außerirdisch, so historisch (sic!) wie der von Andreas Liebmann und zudem nicht bei einem Großereignis erbracht.

Ein Problem hat der junge Mann, den die Trainingskollegen als bodenständig und fast schon schüchtern beschreiben. Andreas Liebmann wird jetzt mit Ehrungen überhäuft werden, die vom trainingsintensiven Schwimmen ablenken (können). Sein Leben wird sich ändern, die Erwartungshaltung der deutschen Öffentlichkeit ins Unermessliche steigen (14:20? Na klar! Weltmeister 27? Logisch. Olympiasieger 28? Logo!). Aber jede dieser Ehrungen hat Johannes Liebmann verdient, vor allem die des Deutschen Sportler des Jahres im Dezember, die schlicht erfolgen MUSS (schreibe ich Mitte August). Kein Leichtathlet (trotz toller Erfolge gerade bei der EM in Birmingham), kein Olympiasieger von Mailand hat diese Leistung übertroffen, und auch niemand sonst wird diese Leistung 2026 noch übertreffen können.

Schröder macht den Deckel drauf

„Deutschland wird Basketball-Europameister!“, habe ich in der vergangenen Woche vor den Viertelfinali in Riga hier etwas wagemutig geschrieben. Und der Weltmeister von 2023 ist seiner Favoritenstellung (nicht nur bei mir) gerecht geworden. In einem extrem spannenden Finale setzte sich das Team gegen die Türkei durch. Für schwache Nerven war es jedenfalls nichts, ehe der 88:83-Triumph feststand.
Zum Matchwinner (besser gesagt: zum Helden der entscheidenden Phase) avancierte der Kapitän: Dennis Schröder übernahm Verantwortung, als es drauf ankam. Er hatte die so oft beschworenen „Eier, Cojones, Balls“; Wahrlich nicht alles war dem NBA-Profi zuvor gelungen. Doch die letzten Körbe besorgte der Braunschweiger unter anderem mit einem unwirklichen Korbleger übers Brett und hoch gegen den gut 20 Zentimeter größeren Alperen Sengün. Zuvor hatte er sich einige Fehler geleistet, unter anderem gleich 6 Ballverluste, eigentlich viel zu viele in so einer wichtigen Partie.

Offenbar war dieser letzte Eindruck aber der Prägendste, denn für mich etwas überraschend wählten die Journalisten Schröder zum MvP des Turniers. Gerade im deutschen Team, wenn die Ehre schon einem Akteur des Turniersiegers zuteil werden soll, hätte ich eher den so unfassbar smarten Franz Wagner gewählt (dies bekannte übrigens auch Dennis Schröder selbst, dem die Ehre fast peinlich zu sein schien). Im Finale waren es dem in der 1. halbzeit grandiosen Wagner vor allem Isaac Bonga und Tristan da Silva, die die deutsche Mannschaft, die fast die gesamte Zeit in Rückstand lagen, immer wieder zurück in die Partie brachten, wenn die Türken wegzuziehen drohten . Bonga verwandelte 4 von 4 Dreierversuche, da Silva 3 von 4, allesamt zu enorm wichtigen Zeitpunkten.

Einerlei: Der Hauptknackpunkt war die unglaubliche mannschaftliche Geschlossenheit, in der wirklich einer für den anderen da war. „Wir sind Brüder“, schwärmte Wagner fast kitschig gerade angesichts der Tatsache, dass sein leiblicher älterer Bruder Moritz wegen eines noch nicht ganz ausgeheilten Kreuzbandisses fehlte. Und noch einmal vom besten Mann auf dem Parkett ließen  sich die „Brüder“ verrückt machen. Alperen Sengün stellte die deutschen Verteidiger zwar vor viele zum Teil auch unlösbare Rätsel, aber diese blieben dran, machten es dem überragenden Center der Houston Rockets so schwer wie irgend möglich. Am Ende gingen dem 23-Jährigen, „mein“ insgesamt bester Spieler des Turniers, die Kräfte aus. Wie auch all den anderen wunderbaren türkischen Akteuren wie Dreier-Magier Cedi Osman (6/8)b und Ersatz-Center Adem Bona, die mich schon in den Runden zuvor verzückt hatten. Ich hätte dieser Truppe, angeleitet vom großartigen Trainer Ataman, einem der ganz großen seiner Zunft, den Titel ebenso gegönnt. Wer mich nur ein bisschen kennt, wird diese Worte auch glauben!

Einen großen Anteil verdiente sich auch das deutsche Trainerteam. Obwohl Chefcoach Alex Mumbro von schlimmen Baucherkrankung sehr genandicapt war (er magerte um 7 Kilo ab), gab es keinen Abbruch. Dies lag am Assistent Alan Ibrahimagic, der das Mumbro-Konzept mit überfall-schnellen Basketball perfekt anleitete. Als Cheftrainer diverser deutscher Nachwuchsteams hatte Ibrahimagic schon viele Meriten gesammelt, jetzt bestand er seine Reifeprüfung mit Bravour. Der Verband sollte sich gut überlegen, wie und auf welchen Posten er den Coach länger behalten kann. Denn dessen Trainerkunst war ein Bewerbungsschreiben für ganz Europa, vielleicht sogar für die NBA; wo einige Teams neuen Ideen und Wegen sehr aufgeschlossen sind.

Die Deutschen sind jetzt amtierende Welt- und Europameister, und da auch die Nachwuchsteams der absoluten Spitze angehören, scheint die Zukunft tatsächlich golden. Zumal mit Weltmeister Moritz Wagner und NBA-Champion Isaiah Hartenstein zwei ganz starke Akteure für die „großen“ Positionen fehlten. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die neue Situation der Nachwuchsspieler entwickelt. Viele von denen sehen die Zukunft in den US Colleges, auch weil sie nun dort Summen verdienen können, die hierzulande (und in ganz Europa) nicht zu generieren sind. Nicht alle von denen, die jetzt hoffnungsvoll in die Staaten übersiedeln, werden im Stahlbad dort auch den Sprung ganz nach oben (sprich: NBA) schaffen. Der Verband und natürlich auch die Vereine sollten jetzt schon ein gutes Alternativ-Konzept erarbeiten, in dem auch diejenigen aufgefangen werden, die es „überm Teich“ nicht schaffen.

Zukunftsmusik Das nächste Großereignis ist die Weltmeisterschaft 2027 in Katar. Und dafür muss sich sogar der amtierende Welt- und Europamesiter erst in 2 Turnieren qualifizieren. Die zum Teil parallel zur NBA stattfinden, also ohne die dort angestellten Profis. Doch selbst ohne Schröder, die Wagners, da Silva und Hartenstein sollte das möglich sein, ohne dass ich die Qualität von Gegnern wie Israel, Hlland und Lettland kleinreden will.

 

Plötzlich trifft Franz sogar den Dreier

Basketball-EM, Halbfinale

 

Letztlich souverän schafften die deutschen Riesen den Sprung ins Endspiel. Gegen Finnland gewannen Dennis Schröder und Co. mit 98:86. Nur ganz zu Beginn lag das Team zurück, ein donnernder Slam Dunk von Franz Wagner Mitte des 1. Viertels war das Zeichen, dass man es jetzt Ernst nehmen möge gegen die Suomis, die im Achtelfinale immerhin den Titelfavoriten Serbien aus dem Turnier genommen hatten.
Das gab den Skandinaviern um NBA-Star Lauri Markkanen durchaus Selbstvertrauen, doch die Deutschen sind mittlerweile wirklich gefestigt (für mich, der auch die Niederungen des deutschen Basketballs miterlitten hat, schrebt sich das immer noch extrem verwunderlich). Immer wenn es eng zu werden drohte besannen sie sich, und vor allem trafen sie dieses Mal auch aus der Ferne. Die Dreierquote von 40 Prozent ist jedenfalls die mit Abstand beste im Turnierverlauf, und sogar Franz Wagner, der bis dato jenseits der 6,25-Meter-Linie so gut wie überhaupt nichts getroffen hatte und jenseits von Gut und Böse, fand gleich mit 3 Versuchen das Ziel. Gott sei Dank hörte Coach Alex Ibrahimagic (er heißt wirklich so!!!) nicht auf meinen Rat, er möge Wagner den Dreier mögllichst verbieten …)
Zwei Stärken der Finnen aus Achtel- und Viertelfinale kamen dagegen weniger zum Tragen: die Offensiv-Rebounds und ihre eigenen Dreier. Da deuteten sie jeweils ihre Klasse (Muurinen) nur an. Trotz der Niederlage werden sie mit dem schon jetzt besten Abschneiden ihrer EM-Geschichte hochzufrieden sein, zumal sie am Sonntag mit einem Sieg gegen Griechenland sogar eine Medaille gewinnen könnten. Und die Zukunft scheint ohnehin äußerst hell.

 

Finale, Deutschland – Türkei (Sonntag, 20 Uhr, Magenta Sport, RTL)

 

Im Endspiel wartet allerdings mit der Türkei ein ganz anderes Kaliber. Im emotionalen Duell gegen Nachbar Griechenland ließen NBA-Star Alperin Sengün und Co. von Beginn an nicht den geringsten Zweifel am Sieg. Können sie diese Form ins Finale transportieren, wird es verdammt schwer für die Deutschen. Denn die Türken haben eine enorm homogene Mannschaft beieinander und befinden sich auf ihrer Mission Titel. Gegen die Griechen langte es fast locker, deren Star Giannis Antetokuonpo kam praktisch überhaupt nicht zur Geltung und musste sich mit für ihn kümmerlichen 12 Punkten begnügen. Was die Türkei zeigte gerade in der 1. Halbzeit des Halbfinals, war jedenfalls klar das Beste, was ich bei diesem Turnier gesehen habe. Mit dieser Erkentnis stehe ich wahrlich nicht allein.

Aber Quervergleiche sind natürlich immer schwierig, und jede Partie beginnt von Neuem (das Phrasenschwein muss auch gefüttert werden …). Zumal die Türken völliges Neuland betreten, zumindest diese Spieler-Generation. 2001 hatte eine türkische Mannschaft das EM-Finale beim Heimturnier erreicht, das gegen ein jugoslawisches Team verloren wurde; übrigens nach einem denkwürdigen Halbfinale gegen Deutschland (mit Dirk Nowitzki) nach Verlängerung, die der damalige Superstar Hidayet Törkoglu mit einem unglaublichen Dreier erreichte. Noch immer fragen sich Experten und hadern deutsche Fans, warum man nicht vorher gefoult hatte, um ein 3-Punkte-Spiel (und den Ausgleich) zu verhindern. Die Frage und vor allem deren Antwort wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Von diesem Team ist natürlich kein Spieler mehr dabei.
zum Nachleiden ca.1:20:00): https://www.youtube.com/watch?v=KE_orYNbt6w

Die Deutschen dagegen sind finalerprobt aus dem siegreichen WM-Endspiel 2023 in Manila gegen Serbien (nach dem unglaublichen Halbfinal-Erfolg zuvor gegen die USA). Gerade die Stützen Dennis Schröder, Franz Wagner und Daniel Theis sowie Dreier-Spezialist Andi Obst naben also Erfahrung, wenn es tatsächlich um den Titel geht. Letztgenannter muss allerdings noch ein wenig an seinem Visier schrauben.
Es ist das 3. EM-Finale einer deutschen Mannschaft. 1993 gewann das Team in einem Thriller in der Münchner Olympiahalle gegen Russland (Reporter Fritz Thurn und Taxis, unvergessen), 2005 verloren Dirk Nowitzki (zum MvP des Turniers gewählt) und Co. gegen Griechenland nahezu chancenlos mit 62:78.

Für mich sind die Türken leichter Favorit, weil sie eben nicht nur den einen Superstar haben wie die deutschen K.-o.-Runden-Gegner Slowenien (Doncic) und Finnland (Markkanen). Andererseits haben sie ihr perfektes Spiel schon hinter sich, während bei den Deutschen tatsächlich noch Potenzial nach oben ist. Eines scheint allerdings sicher: Auf die Basketball-Fans wartet ein großer Abend.

Deutsche Riesen würgen sich ins Halbfinale

Basketball-Europameisterschaft, Viertelfinale in Riga

 

Deutschland – Slowenien 99:91

 

Ein furchtbares Gewürge, und zwar von Beginn an. Die Refs setzten früh ein Zeichen, als sie nach nur 2 Minuten Sloweniens Superstar Luka Doncic ein technisches Foul wegen Meckerns gaben. Sicher den Regeln entsprechend, aber der Partie absolut nicht zuträglich.
Doncic und die Fouls, das sollte das Leitmotiv dieser Partie werden. Die Deutschen versuchten fast von Beginn an, dem Spielmacher möglichst viele Fouls anzuhängen (mit 5 wäre automatisch Schluss). Das gelang allerdings nicht wirklich – im Gegenteil, denn so  besannen sich Dennis Schröder und Co. nicht auf ihre eigentlichen Stärken, dem Tempobasketball, der nur sehr selten aufblitzte.
Weil außerdem die Würfe aus der Ferne erneut kaum das Ziel fanden, erarbeiteten sich die Slowenen, angeführt von ihrem überragenden Kapitän Doncic, eine Führung, die allerdings nie ins Uferlose anwuchs (maximal 11 Punkte).

Eine ganz entscheidende Phase kurz vor Ende des 3. Viertels: Die Deutschen liegen mit 7 Zählern hinten. Die Slowenen im Ballbesitz, der Wurfversuch verfehlt das Ziel, und auf der anderen Seite versenkt Tristan da Silva einen eher unmöglichen Wurf von der Mittellinie bei auslaufender Uhr. Ein sogenannter Buzzerbeater, und selten war er so wertvoll. Statt der möglichen 9 oder 10 Punkte betrug der Rückstand nur 4 Zähler, und weil Anfang des vierten Viertels Andi Obst einen seiner Zauberdreier traf und sogar Dennis Schröder aus der Ferne erfolgreich war, erarbeiteten sich die Deutschen einen kleinen Vorsprung.
Die letzten fünf Minuten waren dann Basketball zum Abgewöhnen, und das lag auch an den Schiedsrichtern. Viel zu viele Aktionen pfiffen sie ab, so dass beide Teams sehr schnell die Foulgrenze überschritten hatte. Bedeutete: Jedes weitere Foul: Freiwürfe, und so begann eine wahre Orgie von der Linie. Spielfluss gab es überhaupt keinen mehr, auch weil die Slowenen und vor allem Doncic jeden (und damit meine ich wirklich jeden) Pfiff gegen sie oder Nichtpfiff für sie lamentierend mit Worten und Gesten begleiteten (wo blieben hier die Technischen Fouls?). Die absolut konfuse Spielleitung der Refs ohne klare Linie tat noch ihr übriges: Wobei ich gestehen muss, dass ich immer noch nicht wirklich weiß, sondern höchstens ahne, wann bei welcher Aktion ein Verteidiger-Foul, Stümerfoul oder gar kein Foul gepfiffen wird. Doch auch die Magenta-Experten schienen oft sehr ratlos ob der Pfiffe, und zwar auf beiden Seiten des Feldes
So brauchte es nicht viel Basketball-Kunst, dafür umso mehr Basketball-Arbeit, damit die Deutschen die Partie letztlich siegreich bestritten und ins Halbfinale einzogen

Dort wartet völlig überraschend Finnland, das dem Sensationssieg im Achtelfinale gegen Serbien ein fast nie gefährdetes 93:79 gegen das ebenfalls so überraschende Georgien folgen ließ. Bemerkenswert, dass die Suomis nicht einmal eine Top-Leistung ihres NBA-Stars Lauri Markkanen benötigten, der nur in manchen Szenen andeutete, was für ein Klassespieler er ist. Erneut trumpfte der ganz junge Muurinen mit 2 Dreiern auf; aber vor allem Mikael Jantunen, der 25-jährige Forward von Fenerbahce, mit 19 Punkten Finnlands Topscorer..

 

Halbfinale

 

Fr., 16:00: Deutschland – Finnland (RTL, Magenta)

Schon in der Vorrunde in Tampere trafen die beiden Mannschaften aufeinander. Wobei das am Ende klare Ergebnis für den Weltmeister (91:61) bestenfalls ein Hinweis auf die Stärke-Verhältnisse gibt, aber keineswegs überbewertet werden sollte. Die Suomis haben mit ihrer ersten Halbfinale-Teilnahme bei einer EM überhaupt schon weitaus mehr erreicht als erwartet. Sie haben ein homogenes Team mit einem überragenden Akteur (Markkanen), von dem sie aber längst nicht so abhängig scheinen wie etwa die Slowenen von Doncic. Wehe, wenn Jantunen und Muurinen in Fahrt kommen
Dennoch: Wenn Dennis Schröder, Franz Wagner und Co. auch nur ansatzweise ihre Stärken ausspielen (und vielleicht sogar den einen ode anderen Dreier treffen), sind die Deutschen klar zu favorisieren. Eine gmahde Wiesn wird es allerdings wohl eher nicht.

 

Fr., 20:00: Griechenland – Türkei (Magenta)

 

Ein echter Basketball-Leckebissen zweier in herzlicher Feindschaft verbundenen Länder, die gerade auf dem Basketball-Feld ihre Rivalität ausleben. Mal sehen, ob die Halle in Riga wenigstens ein bisschen zu einem Istanbuler/Athener Hexenkessel (samt Bengalos) wird. Die Rollen scheinen klar verteilt. Hier die Griechen mit dem alles überragenden (nicht nur körperlich) Ginnis Antetokuonmpo, dort das starke Kollektiv, angeführt von Alperen Sengün (Houston Rockets), der wohl den besten Basketball seiner noch recht jungen Karriere spielt.
Ich würde die Türken leicht favorisieren, weil die Griechen jenseits von Giannis nicht so vortrefflich besetzt sind, wie das in vergangenen Jahren schon der Fall war (zB ihr Nationaltrainer Spanoulis). Im Viertelfinale gegen Litauen waren sie doch sehr abhängig von ihrem „Greek Freak“ und profitierten vor allem davon, dass den Balten um den lange überragenden Valenicunas die Luft ausging. Diese Gefahr sehe ich bei den Türken eher nicht.

 

Ein Extralob für Magenta

 

Ich verfolge die EM bei Magenta (erst seit der K.-o.-Runde intensiver), und ich wüsste nicht, wie man Basketball noch besser präsentieren kann als der Streamingdienst. Vor allem das Kommentatorenpaar Michael Körner (Reporter) und Alex Vogel (Experte) überzeugt und begeistert mich auf der ganzen Linie. Alex Vogel, der Coach des BBL-Clubs Heidelberg, ist tatsächlich ein Experte, der mir und allen Zuschauern Dinge erklärt, die vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind (wobei auch er so manchen Schiri-Pfiff nicht erklären konnte …). Über die Expertise des absoluten Baskeball-Kenners Michael Körner besteht ohnehin keinerlei Zweifel.
Die beiden hatten von vornherein aus ihrer grundsätzlichen Sympathie für das deutsche Team keinen Hehl gemacht. Doch im Gegensatz zu vielen unerträglichen „Experten“, die nur zu brüllenden Fanboys mutierten, blieben Körner und Vogel immer wohltuend neutral (dabei trotzdem für D mitgehend). Am Beispiel Doncic bestens zu sehen: einerseits der berechtigte Ärger über den dauernd meckenden Slowenen, andererseits auch echte Anerkennung, wenn er Spielzüge initiierte, an die sonst kein Basketballspieler auf dieser Erde auch nur denkt (maßlose Übertreibung, ich weiß!). Mein Doncic-Dilemma, das so viele haben.
Auch die Vor- und Nachbereitung ist um Längen besser als fast alles, was einem im Fußball so angeboten wird. Profunde Analysen, gute Interviews. Wobei anzumerken sei, dass Basketballspieler schlicht angenehmere Gesprächspartner sind als die doch sehr abgehobenen Fußball-Profis (man verzeihe mir die Verallgemeinerung). Und dann noch der zugeschaltete Moe Wagner aus LA, einfach großartig …

Parallel hat ja auch RTL die Partie übertragen. Nach allem, was ich gelesen habe, hat auch Frank Buschmann einen prima Job verrichtet. Basketball, das ist halt die Welt des ehemaligen Zweiutligaspielers. Manchmal würde ich mir wünschen, der Schuster wäre bei seinen Leisten geblieben. Beim Fußball ist Buschi nämlich unerträglich mit seiner sinnlosen Schreierei.

 

Das wird die Woche, die wird

Leichtathletik-WM ab Freitag (eine gesonderte Vorschau folgt), Entscheidung in der Basketball-EM, Endspurt in der Vuelta, – und natürlich viel Fußball und anderer Mannschaftssport.

 

Deutsche Riesen sind (noch klarerer?) Titel-Favorit

 

In der Basketball-Europameisterschaft geht es ab heute in die Entscheidung, wenn im lettischen Riga die Viertelfinali stattfinden. Trotz der eher durchwachsenen Leistung im Achtelfinale gegen Porugal hat das deutsche Team die Favoritenstellung gefestigt. Zumal jetzt auf der Trainerbank Klarheit herrscht. Alex Mumbro wird wegen seiner Baucherkrankung nicht mehr coachen, dafür Alan Ibrahimagic (er heißt wirklich so!), der das in der Vorrunde so hervorragend gemacht hat und auch bei diversen Nachwuchsturnieren der deutschen Mannschaft.
Zwei Mit-Favoriten haben sich aus dem Turnier völlig überrashcend verabschiedet – Serbien gegen Finnland und Frankreich gegen Georgien. Finnland gegen Georgien im Viertelfinale – auf diese Begegnung hätte man mal wetten sollen … (und nicht auf Sinner für die US Open, Herr Löwe).

 

Ansetzungen

 

Di., 16:00: Türkei – Polen (Magenta)
Die Türken sehe ich als klarer Favorit gegen Polen und neben Deutchland als größten Favoriten auf den EM-Titel. Eine sehr ausgeglichene Mannschaft mit Top-Center als herausragenden Spieler

Di., 20:00: Litauen – Griechenland (Magenta)
Griechenland lebt vom Super-Center Giannis Antetokuonpo, der im Achtelfinale Israel quasi im Alleingang besiegt hat. Ich sehe nicht, wie ihn die limitierten Litauer stoppen können, auch die zahlreichen Fans, die sich erneut aus dem kurzen Weg ins baltische Nachbarland aufmachen (oder dort schon sind),  werden da nicht

Mi., 16:00: Finnland – Georgien (Magenta)
Die zwei Überraschungsteams. Mein finnisches Herz hofft natürlich auf Suomi um den bisher so wunderbaren Lauri Markkanen. Die Finnen gelten auch als Favorit, doch die Außenseiterrolle hat die Georgier bisher auch nicht gestört

Mi., 20:00: Deutschland – Slowenien (RTL, Magenta)
Besser (aber leicht verkürzend) gesagt: Deutschland gegen Luka Doncic. De slowenische Spielmacher zeigte im Achtelfinale ein unfassbares 1. Viertel mit 22 Punkten. Dann war er allerdings leicht angeschlagen, und kam dennoch insgesamt noch auf 42 Zähler. Sollte Doncic wieder einen magischen Abend haben, müssen die Deutschen wirklich aufpassen. Hilfreich wäre dann natürlich auch eine bessere Drierquote als die verheerenden 1/18 der ersten Halbzeit des Portugal-Spiels. Ob der ansonsten so fantastische Franz Wagner allerdings den Dreier noch lenrt, bleibt die große Frage!). Insgesamt ist das slowenische Team nicht sehr tief besetzt, was am Ende der Partie ausschlaggebend sein könnte.
In zwei Testspielen vor der EM gewannen die Deutschen relativ ungefährdet gegen Slowenien; viel Wert messe ich diesen Begegnungen allerdings nicht bei.

Am Freitag folgt das Halbfinale (16 und 20 Uhr), in dem jeweils die beiden Dienstags- und Mittwochssieger aufeinandertreffen, Sonntag dann das Finale (20 Uhr) und vorher das Spiel um Platz 3, wen immer das interessiert.

 

Vingegaard vorm Triumph in Spanien

 

Die letzte Vuelta-Woche hält noch mal schwierige Etappen für die Fahrer bereit mit Bergankünften etwa heute und morgen. Zwar hat Jonas Vingegaard nur 50 Sekunden Vorsprung auf den starken Portugiesen Joao Almeida, doch er scheint nur das Nötigste zu machen, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten. Mal sehen, ob das nicht ein böser Trugschluss ist und ihm auf die Füße fällt. Der Österreicher Felix Gall kämpft noch um einen Podestrang, es wäre die zweite Top-Platzierung nach Platz  5 in der Tour.

 

Bundesliga sortiert sich

 

Nach der länderspiel-bedingten Pause geht es in den Fußball-Ligen weiter. Hochinteressant (sofern die Bundesliga überhaupt noch als hochinteressant bezeichnet werden kann …) wird die Partie am Freitag zwischen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt. Bayer hat tabula rasa gemacht und Trainer Erik ten Hag schon nach 2 enttäuschenden Spielern in die Wüste geschickt. Nachfolger ist der Kasper Hjulmand, der die Bundesliga aus Mainzer Zeiten kennt. Auf der anderen Seite die Eintracht; noch ohne Verlustpunkt und mit zwei überzeugenden Erfolgen gegen WErder Bremen und bei 1899 Hoffenheim gestartet.
Am Samstag folgt das Duell der 80er-Jahre-Nostalgiker, wenn der FC Bayern den HSV empfängt. Die Zeiten, als sich die beiden Teams auf Augenhöhe begegneten (das fantastische 3:4 im Jahr 1983 live vor Ort im Olympiastadion, großer Seufzer), sind allerdings lange vorbei.

 

Und sonst?

 

  • Volleyball: Nach der WM der Frauen und dem italienischen Triumph beginnt am Freitag das Championat der Männer auf den Philippinen. Gleich 32 Teams sind dabei, die in 2 Hallen in Manila ihre Partien austragen. Titelverteidiger ist Italien, das erneut Favorit ist neben den ebenfalls hochgehandelten Teams aus Bralisien und den USA. Die Deutschen haben eine recht schwierige Gruppe erwischt mit Bulgarien, Chile und dem WM-Vierten Slowenien. Die K.o.Runde müsste für deas Team um Hauptangreifer Georg Grozer drin sein, danach hängt viel von den Gegnern ab. Die deutschen Partien im ZDF-Livestream, ansonsten frohe Suche im Netz der Netze …
  • Internationale Ligen, England: Topspiel (So., 17:30) ist das Manchester-Duell zwischen City und United. Beide Teams wahrlich nicht nach Wunsch gestartet, und wer diese Partie veliert, hat erst mal ernsthafte Probleme.
    Italien: Derbi Nationale, also der Schlager Juventus vs Inter (Sa., 18:00). Die Mailänder dürfen nach der überraschenden Heimpleite gegen Udinese nicht verlieren, um nicht früh den Anschluss zu verlieren. Interessant wird der Auftritt von Meister Napoli beim der Florentina (Sa., 20:30).
    Spanien: Das Duell der königlichen Teams aus San Sebastian und Madrid: Das stimmungsvolle Stadion im Baskenland ist bereit.
  • Motorsport: Die Rallye-WM bleibt in Südamerika. Nach Paraguay geht es jetzt in Chile um WM-Punkte. 4 Fahrer (Evans, Rovenperä, Ogier, Tänak) innerhalb von 19 Punkten, das verspricht einen Kampf um jede Sekunde.
    Die Motorrad-WM macht Station in Misano/San Marino mit Rennen in allen Klassen. Allerdings überall praktisch nur noch eine spanische Meisterschaft mit internationaler Beteiligung.
  • Nationale Ligen, 2. Fußball-Bundesliga: Schlager am Samstagabend zwiscen Hannover 96 und Hertha BSC. Unterschiedlicher hätten die beiden Mitfavoriten auf den Aufstieg nicht starten können: hier Hannover mit 4 Siegen in 4 Spielen, dort Hertha mit kümmerlichen 2 Punkten
    Handball: Die Füchse sind nach ihrem Rauswurf-Irrsinn (Hanning feuerte Sportdirektor Stefan Kretzschmar und Meistertrainer Jaron Siewert) vom SCM in eigener Halle demontiert worden. Am Sonntag folgt eine durchaus komplizierte Partie beim heimstarken VfL Gummersbach.
    Eishockey: Heute beginnt die DEL: Meister Eisbären Berlin (erneut der klare Titelfavorit) empfängt Aufsteiger Dresdner Eislöwen. Mein Interesse tendiert in der Hauptrunde gegen null angesichts des proppevollen Sportkalenders.
  • Tennis: Eine durchaus komplizierte Daviscup-begegnung fürs deutsche Team in Japan. Nicht dabei sind die Top-Spieler Alexander Zverev und Daniel Altmaier, dafür spielen Jan-Lennard Struff und (wahrscheinlich) Yannick Hanfamann die Einzel. Das Top-Duo Tim Pütz/Kevin Krawietz sollte im Doppel einen Punkt beisteuern. Japan setzt auf den Heimvorteil, reisemüde Deutsche und die Altstars Kei Nishikori und Yoshihito Nishioka.
    Die Frauen bestreiten Turniere in Guadalajara (Hartplatz mit Tatjana Maria sowie Mertens, V. Kudemertova, Ostapenko) und Sao Paulo (Hartplatz: Haddad Maia).