Das war die Woche, die war

Unaufhaltsam Richtung Meisterschaft

Auch wenn die Bayern ihre Form offenbar wiedergefunden  haben (ist das 8:1 gegen Mainz allerdings ein Maßstab?), Bayer Leverkusen lässt sich nicht beirren und nahm auch die Hürde VfL Wolfsburg beim ungefährdeten 2:0 souverän. Spektakulär ist es nicht, was Bayer da grade spielt, aber halt sehr erfolgreich.

Großen Spaß macht weiter der VfB: Die Schwaben spielen einfach tollen Fußball, und es drängen sich einige Spieler für die Nationalmannschaft auf – allen voran Denis Undav und Waldemar Anton, aber auch Chris Führich und Mittelstädt. Bin gespannt, wie das der Bundestrainer zu lösen gedenkt.

Unten im Keller bleibt es beim Schneckenrennen zwischen Köln, Mainz und Darmstadt. Ein Team von denen kommt in die Relegation: Und egal wer in der 2. Liga Dritter wird, etwa der HSV?, ist mit Sicherheit nicht chancenlos. St. Pauli kann schon für die 1. Liga planen, und alles spricht auch dafür, dass Holstein Kiel als erstes Team aus Schleswig Holstein ins Oberhaus kommt.

Letzte Zuckungen im (Kunst)schnee

Es ist Mitte März, und ganz langsam neigt sich die Wintersportsaison dem Ende entgegen. Mein Highlight war die fulminante Rückkehr von Mikaela Shiffrin. Nach sechs Wochen Pause bestritt sie in Are wieder einen Slalom und gewann ihn mit standesgemäßen 1,24 Sekunden Vorsprung auf die Zweite Ljutic und Michelle Gisin.Lena Dürr verfehlte das Stockerl um eine Hundertstelsekunde, Emma Aicher wurde glänzende Siebte.
Zum Nichtstun verurteilt waren mal wieder die Männer. Riesenslalom und Slalom in Kransjska Gora fielen einem Wärmeeinbruch samt Dauerregen zum Opfer. Somit hat Linus Straßer in der Slalomwertung auch seine theoretischen Chancen auf die kleine Kristallkugel verloren. Die holt sich völlig vedient der Österreicher Manuel Feller.

Vorbild Raw Air

Was ist das für ein,  Rumgeeiere, ob und wie sich die 4-Schanzentournee auch den Frauen öffnet, was wirklich an der Zeit wäre. Das noerwegische Gegenstück ist die Raw Air in Norwegen mit drei Stationen unter anderem am Holmenkollen und das Skifliegen in Vikersund. Die Frauen sind voll dabei. Die gleichen Wettbewerbe, und auch von der Flugschanze dürfen sie sich wagen. Und sie erhalten für ihre Darbietungen das gleiche Preisgeld. beschämend, dass das vor allem die Österreicher nicht hinbekommen, obwohl ihre Frauen nicht minder erfolgreich sind als die Männer. Das Besondere an der Raw Air: Hier fließen auch die Qualifikationssprünge in die Gesamtwertung ein. Bei den Frauen führt die Norwegerin Eirin Maria Kvandal vor Katharina Schmid und Eva Pinkelnig, bei den Männer Stefan Kraft vor Ryoyo Kobayashi und Jan Hörl.

Vorentscheidung für Magdeburg?

Am Sonntag trafen in der Handball-Bundesliga der Zweite SC Magdeburg und der Erste Füchse Berlin aufeinander. Am Ende hatten die Magdeburger die Nase vorn und gehen jetzt als Tabellenführer und Favorit in die letzten Spieltage. Hier gibt es ja keine Play-offs, anders als etwa im Basketball und Eishockey. Ich plane mal ein pro und contra Play-offs, was ja auch für die Fußballer immer wieder als Thema aufploppt.
In der Champions League der Männer haben der THW Kiel und Magdeburg direkt das Viertelfinale erreicht.

Angie rockt Indian Wells

Nach ihrer Babypause und dem doch zurückhaltenden Comeback in Australien kommt die Tennisspielerin immer besser in Fahrt. In Indian Wells erreichte sie als ungesetzte Spielerin das Achtelfinale und eliminierte dabei die weit höher  eingestuften Jelena Ostapenko und Veronika Kudemertova. Jetzt kommt es zum Duell der befreundeten Mamas gegen Caroline Wozniacki, die wie die Kerberin polnische Wurzeln hat. Bei den Männern ist Sascha Zverev noch im Wettbewerb. Jan-Lennard Struff musste sich erwartungsgemäß Jannik Sinner geschlagen geben.

Apropos Tennis: Die von Verletzungspech so gebeutelte Sabine Lisicki hatte endlich mal eine gute Nachricht parat. Sie erwartet ein Kind. Offenbar war das nicht geplant, aber die Freude ist groß. Ich wünsche alles Gute für eine Tennisspielerin, die ohne ihre vermaledeiten Verletzungen bestimmt viel mehr erreicht hätte als „nur“ ein Wimbledonfinale.

Und sonst?

– Wer die Premier League und Pool vs City vermisst, den verweise ich auf den vorigen Beitrag. Grandioses Spiel
– die Biathleten traten in Soldier Hollow an. Die ARD übertrug Freitag und Samstag zur Primetime. Für Sportfans eine feine Sache, aber schon sehr bedenklich für ein angebliches Vollprogramm. Aus deutscher Sicht herausragend war die Frauenstaffel mit dem zweiten Platz hinter Norwegen – und das mit den ganz jungen Hüfperinnen Selina Grotian und Julia Kink, die kurzfristig als Schlussläuferin einspringen musste und ihre Sache glänzend machte.
– Zwei Langlaufklassiker am Holmenkollen über 50 Kilometer. Die Frauen dürfen diese Strecke jetzt auch in Angriff nehmen. Katharina Hennig belegte hinter den Schwedinnen Frida Karlsson und Ebba Anderson den 3. Platz. Bi den Männern gab es einen norwegischen Fünffacherfolg. Ein gar nicht so kleiner Wermutstropfen für die Puristen: Die Wettbewerbe fanden im Massenstart und nicht im Intervallstart statt.
– bei den Kombinierern war Jarl-Magnus Riiber einmal mehr eine Klasse für sich und siegte zweimal jeweils vor dem Österreicher Johannes Lamparter.
– Ein erst 19-jähriger Amerikaner setzt im Eisschnelllauf neue Maßstäbe. Nach seinen drei Titeln bei der Einzelstrecken-WM in Calgary sicherte er sich am Wochenende in Inzell den Vierkampf – mit neuem Weltrekord. Die Eislaufnation Holland hielt sich bei den Frauen mit einem Dreifacherfolg schadlos.

Die Wochenvorschau folgt

Was vom Tage übrigblieb

Freiburg liefert

Das Achtelfinale der Europa League brachte für die deutschen Clubs alte Bekannte, denn Quarabach Agdam und West Ham United waren schon in der Gruppenphase die Gegner von Bayer Leverkusen und dem SC Freiburg. Bayer tat sich in Aserbaidschan lange sehr schwer. erst als Granit Xhaka und lForian Wirtz eingewechselt wurden, wurde es wirklich zwingend, und so konnten Wirtz und der ebenfalls eingewechselte Patrik Schick noch aus dem 0:2 ein 2:2 machen, das beste Chancen fürs Rückspiel offen lässt.
Ebenfalls eine gute Ausgangsposition schufen sich die Freiburger mit dem 1:0 gegen West Ham. Erneut Michael Gregoritsch erzielte das Goldtor. Ganz am Ende wurde es noch mal aufregend, als der Schiri und der VAR ein vermeintliches Freiburger Handspiel auf Elfmeter überprüften. Sie kamen zum für mich richtigen Schluss koan Elfer.

Damit schaut es für die deutschen Clubs gut aus. Die Bayern stehen bereits im Viertelfinale der CL. Der BVB kann nächste Woche nach dem 1:1 gegen die PSV Eindhoven nachziehen. All das bedeutet auch wichtige Punkte in der Länderwertung. Die besten beiden Länder dieser Saison erhalten einen zusätzlichen Champions-League-Platz, damit würde auch der 5. Rang in der Bundesliga reichen. wäre allerdings schade für das spannende Duell zwischen dem BVB und Leipzig um den 4. Platz. Zurzeit liegen die deutschen Clubs auf eben jenem zweiten Platz hinter Italien und vor England und Spanien, allerdings sind noch eine Menge Punkte zu vergeben.

Spitzenspiel in der NBA

Viele Partien im Grunddurchgang der NBA sind wenig inspirierend. wenig Abwehr, viele Kantersiege. Ganz anders gestern das Spiel zwischen den Denver Nuggets und den Boston Celtics. es ging richtig zur Sache wie in einem Play-off-Spiel, und am Ende hatten die Nuggets das bessere Ende für sich. Mich würde es keineswegs wundern, wenn genau diese beiden Teams auch die Finalserie betreiten würden. Doch bis dahin kann natürlich noch enorm viel passieren. Morgen gibt es dann eine Übersicht nach gut drei viertel in der regulären Saison in der NBA und NHL.

Ein Mann für die Frauen am Weltfrauentag.

Jetzt steht es fest. Christian Wück wird nach Olympia Cheftrainer der deutschen fußball-Nationalmannschaft der frauen. er ist der erste Mann auf diesen Posten seit Gero Bisanz, noch im letzten Jahrhundert, wenn ich die Interims-Zeiten des sehr erfolgreichen Horst Hrubesch nicht zähle. ausgerechnet am Weltfrauentag gab der DFB diese Entscheiung bekannt, vielleicht nicht wirklich glücklich gewählt, aber für mangelndes gespür ist der vVerband bekannt, ich denke an den vergangenen September, als der DFB genau in der Crunchtime des Basketball-Finals Deutschland vs Serbien die Entlassung von Bundestrainer Hansi Flick bekannt gab. Wück hat Meriten: Er war Trainer der U-17-Mannschaft, die vor einem halben Jahr Weltmeister wurde. er kann also mit jungen Leuten.

Absurder Sportsamstag der ARD

Nicht nur plant der angebliche Vollprogramm-sender den obligatorische Wintersport von früh bis Nachmittag und die Sportschau mit den Fußball-Ligen. Jetzt gibt es auch zur Prime Time Biathlon, nämlich aus Soldier Hollow/USA. Biathlon ist damit eine der wenigen Sportarten, die es außerhalb des Fußballs und absoluten Großereignissen regelmäßig auch ins Hauptabendprogramm schafft. Man ist ja vieles gewöhnt, aber Sport von 9.25 bis 0.30 Uhr, nur unterbrochen von Tagesschau, Tagesthemen und (natürlich!) dem Wort zum Sonntag und die Ziehung der Lottozahlen, ist dem Guten bei Weitem zu viel und durch nichts zu gerechtfertigen, zumal ja Eurosport vieles auch überträgt.