Das war die Woche, die war

Die Show der Gabby Williams

 

Spiel 7 in Best-of-7-Serien, erst recht im Finale, da werden Sporthelden geboren. Und Sportheldinnen. Wie die Basketballspielerin Gabby Williams von den Golden State Valkyries: Die ihr Team eben in diesem 7. Spiel, besser gesagt in der 2. Halbzeit dieser Partie, fast im Alleingang zum Sieg gegen Atlanta Dream und damit zum ersten Titel der Teamgeschichte führte.

28 Punkte gelangen der überragenden französischen Vizeweltmeisterin allein in der 2. Hälfte. Noch nie in der Play-off-Geschichte der WNBA hat einer Spielerin in einer Halbzeit so viele Punkte erzielt. Dabei war ihr im ersten Durchgang so gut wie nichts gelungen, 2 magere Pünktchen standen da auf der Habenseite, weswegen die Valkyries in der ausverkauften Halle in San Francisco mit 24:30 zurücklag. Weil auf der anderen Seite Jordin Canada endlich aufdrehte. Endlich, weil die Spielmacherin bis dato in der Serie nicht so zur Geltung kam. Gleich 13 Punkte legte sie auf, allerdings kam im zweiten Durchgang nur noch ein Dreier hinzu.

Es waren die 20 Minuten der Gabby Williams, die jetzt ihre körperliche und spielerische Überlegenheit gnadenlos ins Feld führte. Und ihr Händchen aus der Ferne bewies. 4 von 6 Dreier fanden das Ziel, außerdem verwandelte sie alle 6 Freiwürfe. Auch in der Verteidigung leistete sie ihren Beitrag mit 2 Blocks und 1 Steal. Auch wenn im Basketball nie eine einzige Spielerin gewinnen kann, ohne Williams wäre es nie im Leben etwas mit dem Sieg der Valkyries geworden. Ihren 28 Punkten in der 2. halbzeit standen nur 16 Zähler der Mannschaftskolleginnen gegenüber. Die wiederum im ersten Durchgang den Rückstand in Grenzen hielten, als Williams sich noch zurückhielt (netter Euphemismus).

 

Titel in der 2. Saison

 

Erst zur Saison 2025 waren die Valkyries zur WNBA dazugestoßen. Schon im 2. Jahr der Titel, so früh wie noch nie im US Sport. Es gibt Mannschaften, die warten schon Jahrzehnte darauf, und gerade in den ersten Jahren hagelt es Niederlagen zu hauf. Die Valkyries setzten auf Internationalität. Begonnen bei der japanischen Trainerin Natalie Nakase.

Natürlich ist dass in der WNBA leichter möglich, gerade in Zeiten, in denen sich ihrneue Dimensionen eröffnen. Frauen-Basketball hat sich voll etabliert, die Hallen in den Play-offs waren sehr gut gefüllt bis ausverkauft, die Stimmung auf den Rängen so leidenschaftlich wie noch nie. Endlich vedienen die Frauen auch ordentliches Geld, natürlich weit entfernt von den unfassbaren 50-Millionen+-Verträgen der NBA-Männer, aber wahrscheinlich so viel wie in keiner anderen Frauen-Liga. Durchschnittlich verdient eine NBA-Spielerin knapp 600.000 Dollar, die Stars der Szene erhalten bis zu 1,5 Millionen, die Tendenz ist stark steigend.

Sagte ich voll etabliert? Dann muss ich das einschränken. Unzumutbar für beide Teams war zumindest, dass sie ztu Spiel 6 in Atlanta schon um 12:30 Uhr Ortszeit (an einem Donnerstag) atreten mussten, weil die Halle am Abend von den Atlanta-Hawks-Männern belegt war. Die ihre Partie aber immerhin um eine Stunde nach hinten rückten, sodass die Doppelbelegung überhaupt möglich war. Viele WNBA-Tams kooperieren mittlerweile offiziell mit dem NBA-Team der Stadt. Wie die Valkyries in San Francisco mit den Warriors.

 

Kimi Antonelli jüngster Weltmeister

 

Es war nur noch eine Formsache, aber als der Titel auch rechnerisch nicht mehr zu nehmen war, öffneten sich bei Kimi Antonelli alle Schleusen. Noch während der Auslaufrunde nach seinem dritten Platz in Mexiko heulte der Italiener hemmungslos, und das sollte den ganzen Abend fortdauern. „Ich habe viel zu viel geweint“, bekannte der mit 20 Jahren jüngte Formel-1-Weltmeister aller Zeiten.

So mancher Italiener wird auch die eine oder andere Träne verdrückt haben. Die motorsport-verrückten Tifosi warteten ja eine Ewigkeit auf einen einheimischen Weltmeister, genauer seit 1953 (Ascari). Zwar trösten sie sich mit Ferrari, aber gerade der Schumi-glanz der Nuller-Jahreist eben auch schon etwas verblasst. Der letzte Titel für die Scuderia datiert auch schon aus dem Jahr 2007, als Kimi Raikkönen triumphierte.

Jetzt also der italienische Kimi (laut der Mama hat die Namensgebung nichts mit dem schweigsamen Finnen zu tun). Mit einer für einen 20-Jahren furcheinflößenden Abgeklärtheit fuhr er rasend schnell und nahezu fehlerlos durch die Saison, legte gerade in der ersten Hälfte mit einem Erfolg nach dem anderen den Grundstein zum Titel. Dabei profitierte er sicher auch vom überlegenen Mercedes, aber gerade wie er den höher eingeschätzten Team-Kollegen George Russell in die Grenzen wies, das nötigte jedem in der Branche allerhöchsten Respekt ab. Auf den Schultern des Mexiko-Siegers Max Verstappen (vierfacher Weltmeister) und Lewis Hamilton (siebenmal Chmapion, davon sechsmal mit Mercedes) wurde er durchs Fahrerlage getragen – ehrliche Ehrerbietung. Aber gerade wer den überehrgeizigen Verstappen kennt weiß, dass dieser sich 2027 nicht kampflos ergeben lassen will. Der Red Bull, zu Beginn des Jahres noch absolut nicht konkurrenzfähig, ist zurzeit das Maß aller Dinge, wie der dritte Sieg des Holländers in den vergangenen vier Rennen beweist.

 

Zverev die Nummer 1

 

Seit Montag ist es offiziell. Da spuckte der Computer Alexander Zverev als neue Nummer 1 de Welt aus. Möglich machte dies ein schnöder Zweitrunden–Erfolg gegen den Holländer Tallon Griekspor in Wien, mit dem er den zurzeit pausierenden Jannik Sinner vorzeitig überflügelte (es war seit Wochen klar, dass Zverev den Italiener spätenstens zum Jahresende ablösen würde). Mit einem Turniersieg allerdings konnte Zverev seine historische Woche nicht krönen. Im Halbfinale unterlag er dem Australier Alex de Minuar im Tiebreak des 3. Satzes. Allzu traurig schien der hamburger nicht zu sein.

Vielleicht war es ihm sogar ganz recht, dass aus dem anvisierten Traumfinale gegen Carlos Alcáraz nichts werden würde. Der Spanier gewann das Finale klar gegen De Minaur und zeigte sich in Bestform. Da hätte es Zverev sehr schwer gehabt, und eine klare Niederlage hätte die eh zermürbenden Diskussionen neu entfacht. Diskussionen, ob Zverev eine „verdiente“ Nummer 1 sei, weil Sinner und auch Alcáraz sehr lange verletzungsbedingt fehlten und fehlen. Alcáraz selbst brach eine Lanze für Zverev. „Beim Tennis geht es nicht nur darum, den Platz zu betreten und an diesem einen Tag sein bestes Tennis zu spielen. Es geht auch um die Konstanz, die man während des gesamten Jahres zeigt.“

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Remis im Spitzenspiel. 2:2 trennten sich der FC Bayern und Borussia Dortmund. Die Bayern vergaben zahlreiche Chancen (so traf Harry Kane mit einem Elfmeter absurderweise nur die Latte). Das rächte sich, als kurz vor Schluss Flavio Silva mit einem platzierten Flachschuss Jonas Urbig im Bayern-Tor überwand.
  • England: Der FC Arsenal hat eine betrübliche Serie beendet. Das 1:0 beim FC Livberpool war der erste Sieg der Londoner an der Anfield Road seit 14 Jahren. Der deutsche Nationalspieler Kai havertz traf schon in der 16. Minute nach einer herausragenden Kombination. Arsenal führt die Premier League mit 3 Punkten auf Manchester City an, das zuhause gegen Brghton mit 0:1 verlor.
  • Tennis: Turniersiege feierten Harriet Dart in Guangzhou (Finalsieg über Lilli Tagger), Diana Shnaider in Tokio (Leyla Fernandez) und Valentin Vacherot (Jiri Lehecka). Jan-Lennard Struff zeigte erneut ein starkes Turnier, bezwang im Viertelfinale Novak Djokovic, unterlag aber im Halbfinale ganz knapp gegen Lehecka und vegab dabei im 2. Satz einen Matchball.
    Das österreichische Doppel Lukas Miedler/Neil Oberleitner feierte in Wien einen umjubelten Heimsieg.
  • Basketball: Zwei Niederlagen für den FC Bayern in der Euroleague: Dem knappen 84:88 zu Hause gegen den FC Barcelona folte am Donnerstag ein deprimierend deutliches 73:103 bei Roter Stern Belgrad. In der BBL setzte es dann am Sonntag mit 67:69 die erste Saisonpleite. Eine Woche zum Vergessen.

Thunder und Spurs klar favorisiert

Blick über den Teich, NBA

 

WESTERN CONFERENCE

 

Im inoffiziellen Wettstreit der beiden Conferences hatte der Westen Jahre die Nase vorn. Besser, attraktiver, namhaftere Spieler. Das hat sich zwar etwas geändert, aber dennoch würde ich Oklahoma City Thunder und die San Antonio Spurs als Titelfavorit ansehen (und somit logischerweise im Westen vorn).

 

Favoriten

 

Oklahoma City Thunder

 

So recht kann sich noch immer niemand erklären, wie das Team im Conference Final an den Spurs scheitern konnte (ein Grund: Co-Star Jaylen Williams war angeschlagen). Mit der besten Bilanz aus der regulären Saison, dem besten Spieler (Shai Gilgeous-Alexander), dem breitesten Kader.

Der hat jetzt aufgrund der finanziellen Vorgaben (Gehalts-Obergrenze) leichte Änderungenefahren müssen. Der exzellente Verteidiger Lu Dort und Scharfschütze Isaac Joe haben das Team verlassen, gekommen ist der junge Center-Riese Aday Mara aus Spanien, ein ungeschliffener Diamant.

So wird die Hauptlast wieder auf dem Top-Duo SGA/Williams liegen, ergänzt durch die bewährten Kräfte Isaiah Hartenstein, Chet Holmgren und Defensv-Spezialist Alex Caruso, der von der Bank kommend immer frischen Wind in eine Partie bringt. Sehr gespannt bin ich auf die beiden Jungspunde Ajaj Mitchell und Jared McCain, die bereit für den nächsten Karriere-Sprung sind.

 

San Antonio Spurs

 

Erstaunlich chancenlos im NBA-Finale gegen die Knicks. Weil ihr Superstar Victor Wembanyama zu müde war, gerade nach den aufreibenden Partien gegen die Thunder? Sie werden ihre Lehren daraus ziehen, und Trainer Mitch Johnson dürfte seinen Ausnahme-Könner noch mehr Pausen gönnen.
Ein Problem war allerdings die nicht ganz so tiefe Bank (obwohl Luke Kornet durchaus ein guter Wemby-Vertreter auf dern Center-Position war). Insofern ist Tobias Harris eine sehr gute Ergänzung, der auch Erfahrung in die immer noch sehr junge (an Alter und Profi-jahren) bringt.
Die Verteidigung mit Wembanyama wird wieder der Faustpfand sein. Der Respekt der Gegner vor dem Alien sieht man praktisch bei jedem Angriff.

 

Play-off-Kandidaten

 

Minnesota Timberwolves

 

Ein gesunder Anthony Edwards, ein Spielmacher LoMelo Ball, der an guten Tagen jede Verteidigung aushebelt wie nichts, ein Verteidiger-Riese Rudy Gobert, der sich nicht herumschubsen lässt. Die Zutaten für den ganz großen Wurf sind gegeben. wenn da nicht die Gefahr der immer wieder auftauchenden Verletzungen wären.

Die Top 6 scheinen sicher, und wenn alles zusammenläut, dann greifen die Wölfe sogar die vemeintlichen Platzhirsche Thunder und Spurs an. Dafür bürgt ein relativ breiter Kader, wo hochveranlagte Profis wie Jaden McDaniels, Jonathan Kuminga und Ayo Dosunmo jederzeit einspringen können.

 

Denver Nuggets

 

Nikola Jokic ist der beste Basketball-Spieler der Welt. Punkt. Allein der Serbe hebt jedes Team auf ein anderes Level, der nicht nur einzigartige Statistiken vorweist, sondern nachweislich jeden Mitspieler besser macht.
Die erste Fünf ist meisterschaftsreif mit der idealen Jokic-Ergänzung Jamal Murray und Allrounder Aaron Gordon, Christian Braun und dem (allerdings etwas in die Jahre gekommenen) DeMar DeRozan. Das Problem ist die zurzeit kaum wettbewerbs-fähige Bank (wir reden von den Besten der Besten). Die Abgänge von Peyton Watson und Tim Hardaway schmerzen (auch hier wegen der Gehalts-Obergrenze), und es wird interessant zu sehen, wie Trainer David Adelman diesen Verlust kompensiert.
Dank Jokic wird es für die Play-offs reichen, aber dann …?

 

Houston Rockets

 

Letztes Jahr der Tiger auf dem Sprung, der aber als Bettvorleger gelandet ist (maßlose Übertreibung meinerseits). Was mit dem Ausfall von  Fred van Vleet (etwas einfach) begründet wurde.
Jetzt ist der Spielmacher wieder gesund, allerdings auch ein Jahr älter und mit dem kleinen Fragezeichen versehen, ob er nach seinem Kreuzbandriss die alte Klasse wieder erreicht.
Sollte das der Fall sein, könnten die Raketen tatsächlich in die Umlaufbahn schießen, denn der Kader ist erlesen besetzt. Alperen Sengün, Amen Thompson und Reese Shephard bürgen für Top-Qualität. Und dann ist da noch der fleißige Punktesammler Kevin Durant (26/Spiel in der vergangenen Saison). An guten Tagen immer noch kaum zu stoppen, die allerdings mit seinem Alter (37) seltener werden. Und Durant hat auch den Ruf, dass er anders als ein Jokic oder Shai seine Mitspieler nicht unbedingt besser macht.

 

Los Angeles Lakers

 

Alles Doncic oder was?! Nach dem Abgang von LeBron James ist der slowenische Ausnahme-Spieler der eindeutige Chef. Nicht nur auf dem Parkett, sondern  im gesamten Team. Das nach seinen Vorstellungen zusammengestellt wurde, siehe die Verpflichtung von Center Walker Kessler, der in der Offensive die brillanten Zuspiele von Doncic verwerten soll.
Im glitzernden LA kann man sich keine abgeschenkte Saison leisten, weshalb auch Austin Reaves gehalten wurde. Die Fans (so prominent an der Seitenlinie versammelt wie höchstens noch im New Yorker Madison Square Garden) erwarten nicht nur Siege, sondern auch Spektakel. Die berühmte Showtime, wir sind in Hollywood. Wenn Doncic das inszeniert, sehen ihm alle auch die weiter vorhandenen Defensiv-Schwächen nach. Und seine ewigen Meckereien mit Schiris, Mitspielern und der ganzen Welt, wenn es nicht so läuft …

 

Kampf um die Play-Ins

 

Hinter den Top Sechs sehe ich erst mal eine relativ große Lücke (angesichts meiner grauenhaften Vorhersagen soll das nichts bedeuten). Jedes der folgenden Teams hat Baustellen im Kader, der eine höhere Platzierung unter normalen Umständen verhindert. Aber eben auch potenzeille Wundertüten, die jederzeit zu einem sporlticen Höhepunkt ansetzen können. Die abschließende Platzierung ist eher ein Würfeln.

 

Phoenix Suns

 

Devon Booker, Jalen Green, Dillon Brooks: ein Trio, das jederzeit heißlaufen kann, nicht nur wegen der Hitze in Arizona. An guten Tagen spielen sie jeden Gegner an die Wand, an schlechten allerdings lassen sie sich abschlachten. Um etwas mehr Ruhe ins Spiel zu bekommen, verpflichtete die Team-Führung den vortrefflichen Scharfschützen Luke Kennard und Miles Bridges als Gestalter.
Die schwere Verletzung von Center Mark Williams ist ein echter Schlag ins Kontor, der die Schwäche unter dem Korb zu einem fast unlösbaren Problem macht.
Hoffnung gibt der relativ breite Kader, wichtig in der Marathon-Saion von 82 Partien. Der Sprung in die Play-Ins müsste trotz allem gelingen, auch dank des Heimvorteils eine der stimmungsvollsten Hallen der Liga.

 

Golden State Warriors

 

Steph Curry kann mit Dreier-Kaskaden immer noch jeden Gegner auseinandeschrauben, Draymond Green legt sich in der Vewrteidigung immer noch mit allem und jedem an, Jimmy Butler ist an guten Tagen immer noch nicht aufzuhalten. Das Problem sind die Zahlen 38, 36 und 36, die leider nicht den Jackpot versprechen, sondern den Zahn der Zeit verdeutlichen, der auch an absoluten Spitzenkönnern unerbittlich nagt. Den Rest gibt dann die Zusatzzahl für Al Horford, einst Superverteidiger und Meister mit Boston). Die lautet 40, nough said …
Die Warriors, vierfacher Titelträger im vergangenen Jahrzehnt, sind alt geworden. Versäumt wurde die Blutauffrischung, da täuschen auch die hochveranlagten Braden Podzemski (23) und Moses Moody (24) nicht hinweg.
Vielleicht reichts noch mal für die Play-Ins (zu mehr fehlt mir die Fantasie), wegen Curry, wegen Green, wegen Butler (wenn er denn wieder gesund ist). Aber dass die erfolgsverwöhnten Fans wieder tiefen Play-off-Run sehen, das halte ich für ausgeschlossen.

 

Dallas Mavericks

 

Über eines dürfen die Fans nicht mehr nachdenken: dass Luca Doncic vor anderthalb Jahren verscherbelt wurde für einen potenziellen Titel. Anthony Davis, der für ihn kam (und sich gleich verletzte), ist längst wieder weg. Ebenso Team-Manager Nico Harrison, der diesen Coup einfädelte, den viele Fans und Experten als den schlechtesten Transfer der NBA-Geschichte bezeichnen.
Eine Güte des Schicksals bescherte im vergangenen Jahr wider aller Wahrschenlichkeit den überragenden Rookie Cooper Flagg. Der (für mich etwas unvedient) zum Neuling des jahres auserkoren. wurde. Der aber zweifelsfrei das neue Gesicht der Franchise ist, und die Mittelmäßigkeit des Westens könnte tatsächlich eine Play-In-Platzierung ergeben.
Vielleicht hilft ein weiterer Nummer-1-Pick weiter (allerdings aus dem eher schwachen Jahrgang 2024): Zachary Risacher hat in den zwei jahren bei den Atlanta Hawks allerdings eher angedeutet als bewiesen, dass er eine wertvolle Ergänzung sein kann (zum Führungsspieler reicht es eh nicht). PJ Washington, Max Christie und Dereck Lively genügen ebenfalls gehobenen Ansprüchen (wenns denn passt, und oft passte es halt nicht).
Ein Hoffnungsschimmer namens Kyrie Irving streift am Horizont, der auch seinem Kreuzband-Riss wieder gesundet ist. Als (sehr gute) Hilfe auf dem Parkett oder halt als Transfer-Gegenwert, wie sie in Texas unverblümt spekulieren.

 

Los Angeles Clippers

 

Schlagzeilen machte das Team im Sommer eher außerhalb des Parketts. Mit der dreisten Umgehung sämtlicher Gehaltsregeln, nur um Kawhi Leonard noch ein paar Millionen Dollar mehr in den Rachen zu schieben. Die Strafe fürs Team: drakonisch: fünf Jahre keine Draft Picks in der 1. Runde, die Strafe für den Spieler: 700.000 Dollar muss er zurückzahlen, angesichts der Aber-Millionen Mehreinnahmen ein schlechter Witz. Der nicht besser wird, dass Leonard das Weite suchte und fürstlich alimentiert ohne Spielsperre für die Toronto Raptors auflaufen darf. Eine Liga macht sich lächerlich.
Die Clippers haben (verdientermaßen) den Schaden, erst recht der Besiitzer und Einfädler Steve Ballmer. Der sich ein ganzes jahr lang  nicht beim Team blicken lassen darf, auch nicht in „seinem“ Inuit Dome, die hochmoderne superteure Halle, die er hochziehen ließ.
Die Fans, die kommen dürfen (müssen?) dürften angesichts des Teams zwiespätige Gefühle haben. Mit Darius Garland hat LA einen überdurchschnittlichen Spielmacher geholt, die Neuzugänge Brandon Inram (Toronto), Max Strus (Cleveland) und Rui Hachimura (LA Lakers) haben ihre NBA-Tauglichkeit mehr als bewiesen. Und der Schweizer Yaric Niederhäuser ist ein großes Center-Talent, der mit Altmeister Brook Lopez ein nicht nur größenmäßig heruasragendes Duo bilden könnte.
Inwieweit das reicht für größere Ambitionen, bleibt die große Frage. Sicher scheint nur, dass diese Saison eine der letzten sein wird, in der das „kleine“ LA-team überhaupt noch konkurrenzfähig ist.

 

Utah Jazz

 

Nach Jahren des (teilweise absichtlichen) Verlierens stehen die Jazz wieder bereit für bessere Zeiten. (Noch) nicht an die glanzvollen 90er-Jahre mit John Stockton und Karl Malone, als das Team um den Titel kämpfte und zweimal nur an den Bulls scheiterte. Aber die play-offs sind erstmals seit Langem nicht mehr von vornherein außer Reichweite.
Über Jahre konnte die Führung in aller Ruhe den Kader zusammenfügen, jetzt scheint er flügge. Dank Top-Talenten wie Keyonte George und Rookie Darry Peterson, vor allem aber auch dank der herausragenden Kräfte wie Laurie Markkanen, Jaren Jackson jr. und Jaxson Hayes.
Die Play-Ins sind das offiziell ausgegebene Ziel, aber damit steigt im Mormonenstaat natürlich auch die Erwartungshaltung. Plötzlich mit Druck einer drohenden Niederlage trotzdem das Können abrufen, das wird die Geschichte der Jazz in dieser Saison sein. Wobei die wirklich fetten Jahre erst danach kommen. Nicht nur „Stockalone“ würde es freuen.

 

Portland Trail Blazers

 

Die Optimisten sagen: Das wird was, die Pessimisten unken: es wird grausam. Die Optimisten berufen sich auf glanzvolle Namen. Nicht nur Altmeister und Team-Legende Damian Lillard, der nach seiner Rückkehr und dem Achillessehnen-Riss endlich wieder eingreifen kann, sondern für allem Ja Morant beflügelt die Fantasie. Der unfassbar begabte Aufbauspieler, der leider ein riesiges Problem zwischen den Ohren hat. Mit Skandalen und einem offenbar unlöschbaren Drang, mit Schusswaffen viel Unsinn anzufangen.
In der Idealvorstellung passt viel zusammen. Morant wirbelt, Lillard trifft von außen, Denil Avdija verbessert sich weiter, Jrue Holiday verteidigt, und Center Donovan Clingan räumt auf. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein, denn: Morant hat schon sehr lange keine wirklich gute Saison mehr gespielt, Lillard ist schon 37, und Avdija hätte gern mehr Kontrolle übers Spiel.
Aufregend wird es bleiben in Portland, der wunderbar liberale Staat im Nordwesten hätte ein tolles Basketball-Team auf jden Fall verdient.

 

Die Chancenlosen, oder?

 

Memphis Grizzlies

 

Das „Oder“ gilt vor allem dem Team aus Tennessee. Wo sie nach den Abgängen der Franchise-Spieler Jalen Jackson und Ja Morant zwar wieder vor einem Neuanfang stehen (neudeutsch: Rebuild), der aber durchaus vielversprechend klingt. Was vor allem mit dem Trainer zu tun hat: Tuomas Iisalo. Der Finne mit Bundesliga-Erfahrung (Telekom Baskets Bonn) gilt als brillanter Taktiker, allerdings hochkompliziert, der seinen Spielern sehr viel abverlangt. Doch der sehr tiefe Kader scheint gewievt genug, umd die Maßgaben des Coaches erstens zu verstehen und zweitens auch umzusetzen. Cameron Boozer, Cedric Cocward und Zach Edey haben genau die Fexibiltät, die ein Iisalo-Team braucht, für Morant kamen aus Portland Jeremy Grant, Ty Jerome war vor 2 jahren die Entdeckung bei den Cavaliers.
Entwicklung geht vor Erfolg, so könnte ich dieses Jahr etwas platt die Erwartungshaltung umreißen. Ob das dann wirklich zutrifft und die Teamführung nach vielen Niederlagen weiter Geduld mit Iisalo (und dem deutschen Co-trainer Julius Thomas) aufbringt, das ist die große Frage, die die Grizzlies dieses Jahr umgibt.

 

New Orleans Pelicans

 

Die Experten erwarten: nichts. Zu oft haben die großen Namen zwar hübsch geblinkt, aber nichts gebracht. Ob der urgewaltigern Zion Willamsen, ob der wendige Spielmacher Dejounte Murray oder der gerühmte Yves Missi – alles blieb in den vergangenen jahren nur Stückwerk. Hauptsächlich wegen Verletzungen, aber eben auch weil aus den vielen glänzenden Rädchen keine funktionierende Mannschaft zusammengestellt wurde.
Ob da der neu hinzugekommene Benedict Mathurin viel ändern wird – ich wage es zu bezweifeln. Schon die Play-Ins scheinen außer Reichweite trotz spielerischer Lichtblicke wie Trey Murphy, der aber allein auch nix richten kann.
Gut, dass „The Big Easy“ viel andere Unterhaltung bietet.

 

Sacramento Kings

 

Mich befällt tiefe Verzweiflung und große Traurigkeit. Wie dieses 2022 noch so vielversprechende Team (und meine Lieblinge), das so knapp an den Warriors scheiterte, komplett zerzaust wurde von einer indiskutablen Teamführung. Die eine absurde Mannnschaft zusammengestellt hat ohne Sinn und Verstand. Durchaus gute Profis – gewiss, die sich aber nie ergänzten und dies von vornherein aufgrund ihrer Fähigkeiten auch nie konnten.
Vergangenes Jahr habe ich mir noch was vorgemacht – es wurde ein Desaster, weil die alten Spielmacher Westbrook und DeRozan und Schröder kein Team hatten, das sie anführen konnten, erst recht, nachdem Center Domantas Sabonis verletzungsbedingt ausgefallen war.
Sabonis ist geblieben (und wieder gesundet), die anderen sind weg, verschwunden wie die Hoffnung auf bessere, geschweige denn gute Zeiten.
Nur wenige sind übriggeblieben seit den 2, 3 jahren des Lichtstreifs. Als die Kings vor ihren extrem begeisterungsfähigen Fans das Image des ewigen Verlierers abgestreift haben, bevor es wieder zerstört wurde. Malik Monk, Keegan Murray und eben Sabonis. Immerhin haben die Kalifornier endlich einen vielversprechenden Rookie an Land gezogen. Darius Acuff könnte tatsächlich zum Unterschieds- und späteren Frachise-Spieler heranreifen, allerdings muss er noch viel lernen. Der Rest bleibt ein unausgegorenes Allerlei, vielleicht zum einen oder anderen Höhepunkt in der Lage (wie sogar 2026).
Pech kommt hinzu: Ben Simmons hatte eine sehr gute Vorbereitung, schien nach vielen schwachen Jahren körperlich und auch geistig bereit für einen Neuanfang, jetzt riss die Achillessehne – Saisonaus.

Nicht einmal das Verlieren lohnt sich: Zum ersten Mal berechtigt der schlechteste Liga-Platz nicht automatisch für einen Top-Pick für die nächste Saison, im Gegenteil, die Nummer 1 ist für den Schwächsten der Schwachen nach den neuen Regeln ausgeschlossen.

 

Der Löwen-Western

 

  1. Thunder
  2. Spurs
  3. Timberwolves
  4. Nuggets
  5. Rockets
  6. Lakers
  7. TrailBlazers
  8. Suns
  9. Clippers
  10. Warriors
  11. Mavericks
  12. Jazz
  13. Grizzlies
  14. Pelicans
  15. Kings

 

 

 

 

 

 

Blick über den Teich, NBA

Kaum zu glauben, aber schon am Dienstag begann schon wieder die neue Saison. Die NBA ist immer noch meine Lieblingsliga in den USA, trotz der finanziellen Absurditäten und Obszönitäten. In der leider mehr und mehr die Investoren die Teams übenehmen, von denen aber viele mehr auf den wirtschaftlichen als den sportlichen Erfolg achten. Diese Entwicklung wird leider kaum umkehrbar sein, zu lohnend ist das Geschäft.

Und doch erwarte ich auch für die anstehende Spielzeit aufregenden Sport. Sehr gespannt bin ich, wie sich die neue Regel bewährt, dass das absichtliche Verlieren nicht mehr automatisch belohnt wird mit Top-Picks für die besten Talente. MIt anderen Worten: Zumindest in der Theorie gibt es weniger von vornherein abgeschenkte Partien, das Gewinnen wird also schwieriger. Und damit Siegesserien.

Der Modus ist gleichgeblieben: 82 Spieltage umfasst die reguläre Saison. Die ersten Sechs erreichen direkt die Play-offs, die Ränge 7 bis 10 spielen in einer gesonderten Runde zwei weitere Kandiaten aus. Der Rest hat ab Mitte April Urlaub.

Folgendes Procedere schwebt mir für die 30 Teams vor. Einteilung in 4 Leistungskategorien, kurzer Überblick. Star der Mannschaft, Fallstricke und am Ende eine Tabelle.

 

EASTERN CONFERENCE

 

Eines wage ich jetzt schon vorherzusagen. Im Osten wird es sehr viel spannender und vor allem aufregender als in den vergangenen Jahren; insgesamt gesehen wirds sogar besser als im Westen, wo bisher hauptsächlich die Musik spielte. Gerade die bis jetzt ganz schwachen Teams sind jetzt zumindest leidlich konkurrenzfähig, ich sehe kein einziges Fall-Obst.

 

Favoriten

 

Das sind jene Teams, denen ich mehr  (Knicks) oder weniger (Pistons) den Sieg in der Conference (samt entsprechend tiefen Play-off-Run) zutraue

 

New York Knicks

 

Einzig Offensiv-Rebound-Spezialist Mitch Robinson hat den Titelverteidger verlassen, die Starting Five blieb dagegen zusammen. Mit sehr viel Selbstvertrauen, aber auch noch genug Hunger, dass es nicht bei diesem einen Titel bleibt.

Unumschränkter Star ist weiter Jalen Brunson, der alle Kritiker verstummen ließ, die vor den letztjährigen Play-offs genau wussten, dass der nur 1,93 Meter Brunson zu klein für die ganz großen Dinge ist (wir sind beim Basketball). Eingespielt sind sie sowieso, und offensichtlich tatsächlich so etwas wie Freunde (so kompliziert das in diesem Geschäft ist).

Bleibt die offene Frage, ob nicht auch die Knicks der Titel-Blues ereilt. Eine Mischung aus geistiger und körperlicher Müdigkeit, auch weil die vergangene Saison bis Mitte Juni gegangen ist.

 

Philadelpha 76ers

 

Was für eine Off-Season. Zunächst schnappten sich die Sixers Jaylen Brown von den Boston Celtics (im Tausch für Paul George). Dann der ganz große Coup. LeBron James erlag dem Ruf spielt für die nächsten zwei Jahre in Philadelphia. das Interesse ist schlagartig in die Höhe geschnellt, die Kartenpreise sind förmlich explodiert.
Der Kader klingt erlesen: Neben Brown und James sind da noch der absolute Franchise-Spieler Tyrese Maxey und Center Joel Embiid, dazu noch Supertalent TJ Edgecombe im 2. Profijahr. Maxey halte ich dabei für den Begabtesten, der zudem im besten Basketball-Alter ist (25).

Wie gesagt, das klingt sehr erlesen. Die große Frage ist halt, ob das in der Praxis auch funktioniert. Zum Einen, weil gleich vier Spieler den Ball haben wollen, Aktionen kreieren, Würfe nehmen. Hier ist Coach Nick Nurse gefragt, und er könnte dieses Problem tatsächlich handhaben. Bleibt die Verletzungsanfälligkeit von Embiid und auch das Alter, von James, der im Januar immerhin schon 42 Jahre alt wird. Wir werden also in der regulären Saison viel Kräfte-Management (sprich: längere Pausen) sehen, und dann müssen die Sixers hoffen, dass im Frühjahr alle fit sind. Gerade bei Embiid habe ich da ernsthafte Zweifel. Und da ist es doppelt bitter, dass der deutsche Backup-Center Ariel Hukporti wegen eines Achillessehnenrisses die gesamte Saison ausfällt.

 

Boston Celtics

 

Zwar ist Jaylen Brown weg, dafür ist Jayson Tatum, dessen kongenialer Partner im Meisterschafts-Jahr 2024, wieder völlig hergestellt. Auf ihn lastet allerdings extrem viel Verantwortung, denn es bestehen doch große Zweifel, dass ihm Paul George eine annähernd gleichwertige Hilfe sein kann. Ansonsten ist das Team zusammengebleben. der ewige Kämpfer Derrick White versucht seine eher schwache Saison zu kompensieren, die Scharfschützen Payton Pritchard und Sam Hauser stehen bereit. Und Mitch Robinson freut sich schon auf viele Abpraller, die er sich mit seinem unnachahmlichen Timing schnappen wird.

Aber reicht das? Jaylen Browns Abgang reißt doch eine erhebliche Lücke. Ein Knackpunkt wird sein, ob sich paul George ncoh einmal zu einer formidablen Saison aufraffen kann. Sein Können ist unbestritten, aber zuletzt in Philadelphia war davon recht wenig zu sehen.

 

Detroit Pistons

 

Die gute Nachricht: Center Jalen Duren bleibt ein Piston, nach eigener Auskunft sogar für lange Zeit. Dann muss er nur noch bessere Leistungen zeigen als in den vergangenen Play-offs, wo er offensiv nur mitgeschleppt werden musste und überhaupt kein Faktor war.

Anführer ist wie gehabt Cade Cunningham, der einen weiteren Leistungssprung machen dürfte. Die Verteidigung steht eh (auch dank der Riesen Duren und Thompson). Wenn die Scharfschützen wie Duncan Robinson heißlaufen, wirds für jeden Gegner ungemütlich. Falls nicht und Duren weiter so unproduktiv bleibt zumindest gegen starke Defense-Reihen, könnte es allerdings ungemütlich werden. Die Erwartungshaltung ist jedenfalls groß in Detroit

 

Play-off-Kandidaten

 

Für diese Teams sind die Top 6 (direkte Play-off-Qualifikation) das klar formulierte Ziel, wenn alles optimal läuft, darf sogar in Richtung Top 4 geschielt werden

 

Atlanta Hawks

 

Für mich eine der aufregendsten Mannschaften der gesamten Liga. Die es in der vergangenen Saison als einzige geschafft hat, die Knicks in den Play-offs in Bedrängnis zu bringen, bevor der Drive verlorenging (oder die Knicks aufwachten?).

Der ganz große Name fehlt im Kader, aber Jaden Johnson, Dyson Daniels und auch Altmeister CJ McCullom bürgen für höchste Qualität. Mit Lu Dort (von Oklahoma City gekommen) haben die Hawks einen extrem lästigen Verteidiger geholt, der auch über einen vernünftigen Dreier verfügt.

Schwachstelle könnte die Center-Position sein, vielleicht überrascht mich Onyeka Ogunkwo positiv.

 

Miami Heat

 

Trotz der Trades von Jalen Brown und LeBron James zu Philly – der Wechsel von Giannis Antetokuonpo zu den Heat war der spektakulärste Wechsel des Sommers. Die Hoffnungen in Florida sind riesig, denn der Grieche gehört zu den aktuell fünf besten Spielern der Liga, der in jeder Partie den Unterschied ausmachen kann.
Doch um den Griechen zu bekommen, mussten die Heat viel Tafelsilber, sprich Spieler hergeben. Vor allem der Abschied der Team-Ikone Tyler herro und des hochbegabten Spielmachers Jaime Jaquez tut weh. Erfahrene Leute wie Scharfschütze Klay Thompson (36) und Tim Hardaway (34) sollen den Verlust kompensieren.

Faustpfand ist die Defense mit den beiden Riesen Antetokuomnpo und Bam Adebayo, die auch in der Offensive viel Power generieren können. Ich bin trotz allem etwas skeptisch, ob das für ganz oben reicht, aber die Play-offs sind auf jeden Fall drin.

 

Orlando Magic

 

Das (hochveranlagte) Team ist weitgehend gleichgeblieben, aber der neue Trainer Sean Sweeney soll frischen Wind bringen in die etwas angestaubte Franchise. Der geschasste Jamahl Mosley hat es nie wirklich geschafft, die begabten Spieler Banchero, Franz Wagner, Suggs und Bane zu einer Einheit zu formen. Gerade das Duo Banchero/Wagner harmoniert nicht besonders gut, ich hatte oft das Gefühl, dass sie sich gegenseitig im Weg stehen (das zeigen auch die klar besseren individuellen Zahlen, wenn nur einer auf dem Parkett steht).
Ob das gelingt, wird die große Frage sein. Der Ballvortrag soll schneller werden, vielleicht sogar auf mehrere Schultern verteilt. Doch für das ganz große Manko der Vergangenheit hilft auch die tollste Trainerweisheit nichts: die schon notorsch schlechte Dreierbilanz fast aller Spieler. Leider auch des besten deutschen NBA-Profis Franz Wagner (das will niemand wirklich bestreiten, oder?).

Sollte Sweeney hier Verbesserungen hinbekommen (haben), steht den Magic de Weg weit nach vorn offen, denn auf die Verteidigung war zuletzt fast immer Verlass.

 

Cleveland Cavaliers

 

Vor zwei Jahren waren sie das beste Team im Osten (bis zu den enttäuschenden Play-offs). Vergangene Saison ebenfalls eine Mannschaft, die Furore machte, aber wieder scheiterte sie relativ früh. Jetzt sind die Erwartungen in Cleveland geringer, nicht bei den Fans, aber bei den seriösen Analysten. Irgendetwas fehlt.
Nehmen wir Donovan Mitchell: Ein herausragender Spieler. Wenn er im Flow ist, kann ihn niemand stoppen. Aber er wirkt schnell resigniert, wenn es nicht so läuft. Oder Evan Mobley, 2025 noch zum besten Verteidiger der Liga gewählt, der aber in seiner Entwicklung steckenblieb.
Aber das Hauptproblem ist James Harden. Vor zehn oder meinetwegen auch noch fünf Jahren einer der Top-Männer der Liga. Aber jetzt ist er (noch) langsamer geworden, das Verteidigen war eh nie sein Ding. Trotzdem schleppt ihn das Team weiter durch (Dennis Schröder musste dagegen wieder gehen), was vielleicht im Grunddurchgang den einen oder anderen Sieg mehr bringt, aber spätestens in de Play-offs ist Harden mittlerweile mit seinem Latein am Ende. Und damit auch die Cavs?

 

Charlotte Hornets

 

Vielleicht zu hoch gegriffen, aber die Hornets waren vergangene Saison mein Aufsteiger. Der mit attraktivem Basketball viele Herzen eroberte nach Jahren der absoluten Dunkelheit. Ich wüsste nicht, warum sich dieser Aufstieg nicht fortsetzen soll. Junge Wilde wie Kon Knueppel (in seinem 2. Profijahr) und Brandon Miller (23) stehen erst am Anfang einer vielleicht ganz großen Karriere.
Zwar ging mit LaMelo Ball ein hochbegabter Spieler. Der war aber trotz aller Klasse auch sehr verletzungsanfällig. Neuzugang Naz Reed ist dagegen extrem verlässlich, seit Jahren einer der besten Bankspieler der gesamten Liga.

Die Hornets haben die Magic als „deutsches Team“ abgelöst. Nationalmannschaftskapitän Dennis Schröder kam im Sommer hinzu, seine mittlerweile 12. Station im NBA-Zirkus (eine fehlt noch zum Rekord). Nicht nur als sehr schneller Ersatz-Spielmacher wird Schröder gefragt sein, sondern als Mentor für seine jungen Landsleute Hannes Steinbach und Christian Anderson, die die Hornets beide in der ersten Draft-Runde verpflichteten. Ein weiterer Grund (aber wirklich nicht der einzige), die Hornets öfter zu begutachten.

 

Kampf um die Play-Ins

 

Der Sprung in die Top 6 scheint illusorisch, aber die Play Ins (mindestens Rang 10) sind realistisch. Das trotzdem für drei meiner Kandidaten am Ende nicht erreicht wird, wenn ich nur wüsste, welche das betrifft.

 

Toronto Raptors

 

Die einzige kanadische Mannschaft (und allein schon deshalb meiner Sympathie gewiss). Aber ich habe so meine Zweifel, trotz der Rückkehr von Kawhi Leonard, der die Raptors 2019 gar zum Titel geführt hat. Der immerhin schon 35 Jahre alt ist und dementsprechend mit seinen Kräften haushalten muss.
Was Hoffnung macht? Der herausragende Scottie Barnes (der erstaunlicherweise in Toronto verblieb) sowie äußerst talentierte Mitstreiter wie Immanuel Quickley und RJ Barrett.
Center jakob Poeltl müsste ich angesichts seines Gehaltes (25 Mio Dollar/Jahr) auch zu den Leistungsträgenzählen,aber ich hab bei aller Sympathie für Österreicher meine Zweifel, trotz Rebound- und Defensiv-Stärken. Aber in der modernen auf Dreier ausgelegten Offensive wirkt Poeltls Spielweise regelrecht antiquiert, einen Distanzwurf, gar einen Dreier wird er sich nicht mehr aneignen. Ein Unding und ein echter Hemmschuh.

 

Indiana Pacers

 

Vergessen wir die fürchterliche vergangene Saison, jetzt ist Spielmacher Tyrese Haliburton wieder fit. Ob er nach seinem Achillessehnenriss wieder die überragende Form findet, mit der er sein Team 2025 ins NBA-Final führte, ist die große Frage, auf die zurzeit noch niemand eine seriöse Antwort geben kann.
An bekannten und guten Mitstreitern fehlt es nicht (Pascal Siakam, Andrew Nembhard, Aaron Nesmith). Knüpft Center Ivica Zubac an beste Tag an, könnte den Pacers sogar ein echter Lauf gelingen.

 

Chicago Bulls

 

Die personifizierte Mittelklasse. Zuletzt immer im Dunstkreis der Top 10 im Osten, zu gut für einen ganz hohen Pick, zu schlecht für eine lange Plasy-off-Dauer. Vieles spricht dafür, dass da auch in dieser Saison icht viel anders wird.
Qualität ist vorhanden, an erste Stelle nenne ich Spielmacher HJosh Giddey und Maatas Buzelis. Norman Powell sorgt für Gefahr von außen. Und a ist noch Rookie Caleb Wilson, auf dem viele Hoffnungen ruhen.Der allerdings noch viel lernen muss, in erster Linie einen vernünftigen Dreier.
Das Schöne für all diese Spieler: Niemand erwartet Wunderdinge, und die Qualität insgesamt ist zu gut für den Total-Absturz.

 

Washington Wizards

 

Etwas Spekulatius, warum ich die Wizards noch in die drittbeste Kategorie stecke. Und die zumindest großen Namen Trae Young und Anthony Davis, die für Furore sorgen können. In der Theorie. Der eine (Young) ist erschütternd abwehrschwach, den anderen (Davis) plagen während einer Saison die verschiednesten Wehwehchen. Abe wenn beie fit sind, dann könnte die Hauptsatadt nach jahren der Basketball-Agonie endlich wiede Spektakel sehen, zumal die Wizards mit AJ Dybantsa den ersten Pick im Draft ziehen durften, der zumindest in der Summer League schon zeigte, was er kann.
Obs für die Play-Ins reicht? – fraglich. Doch wahrscheinlich wären alle Fans schon froh, wenn sie endlich wieder Zaubereien ihres Teams sehen dürfen, die der Name so verheißungsvoll verspricht. Nicht dass sie sich die Bullets wieder zurückwünschen …

 

Die Chancenlosen?

 

Das Fragezeichen ist eher Höflichkeit. Für mich käme es ziemlich überraschend, sollten wir diese Teams in der Post Season sehen. Auzuschließen ist natürlich nichts.

 

Milwaukee Bucks

 

Jahr 1 nach Giannis – und damit viel Mittelmaß im Mittleren Westen (gut dass es die Brewers in der MLB gibt). Die Bucks bekamen zwar für ihren Greek Freak von den Heat unter anderem die sehr ansprechenden Tyler Herro und Jaime Jaquez, aber das sind eben nicht die Unterschiedsspieler, die sich zudem auch noch in fremder und kühlerer Umgebung (Wisconsin statt Sunshine State Florida) zurechtfinden müssen.
Wenn überhaupt, dann hilft die Abwehr, wo immehin Miles Turner und Kel’el Ware aufräumen.Aber wer kreiert die Würfe, etwa Ryan Rollins oder gar der ewige Kyle Kuzma? Da nagen bei mir Zweifel wie Mäuse am Wisconsin-Käse.

 

Brooklyn Nets

 

Der Trost: Es wird sicher besser als in den vergangenen Jahren. Die Puzzle-Arbeit des Management hat tatsächlich ein verheißungsvolles Team zusammengeführt. Das jetzt noch ein, zwei Jahre braucht, umd ernsthaft vorne anzugreifen. Das Problem: Zeit bekommt man in der NBA selten, gleich gar nicht in New York mit Millionen anderen Möglichkeiten.
Und doch sind die Nets zu beachten, wo die neuverpflichteten Julius Randle und Moe Wagner mit Erfahrung die jungen anleiten sollen. Hauptziel ist nicht ein  Play-off-Platz, sondern die Entwicklung von Talenten wie Egor Demin und Mikel Brown.

 

DIE LÖWEN-TABELLE

 

  1. Knicks
  2. Sixers
  3. Pistons
  4. Celtics
  5. Hawks
  6. Cavaliers
  7. Magic
  8. Heat
  9. Hornets
  10. Pacers
  11. Raptors
  12. Wizards
  13. Bulls
  14. Bucks
  15. Nets

Der Westen folgt morgen …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwarze Woche für New York

Blick über den Teich, WNBA

 

Nach den Yankees in der MLB (0:3 gegen Tampa Bay) hat es in den Play-offs auch die Basketball-Spielerinnen der New York Liberty erwischt. Gegen Atlanta Dream verlor das Team um die deutsche Nationalspielerin Leonie Fiebich auch die dritte Partie der Best-of-5-Serie und muss die Titelhoffnungen begraben.

 

Werbung für Frauen-Basketball im Barclays Center

 

Es war eine extrem rassige und umkämpfte Partie im Barclays Center, wo auch die NBA-Männer der Brooklyn Nets zuhause sind. So stimmungsvolle, ja aufgeheizte Zuschauer habe ich Frauen-Mannschafts-Sport noch selten gesehen. Das übertrug sich aufs Parkett, wo die Akteurinnen immer wieder aneinandergerieten. Oft im Brennpunkt stand die bärenstarke Angel Reese von den Gästinnen, die in mehrere  Scharmützel verwickelt war. Vor allem aber mit ihrer Leistung überzeugte, am Ende hatte sie 22 Punkte gesammelt und war damit Top-Scorerin ihres Teams.
Bei Liberty kam Superstar Breanna Steward nur schwer in die Gänge. Die wertvollste WM-Spielerin verwandelte in der 1. Hälfte gerade mal einen ihrer (nur) 6 Würfe. Einzig zwei Zirkus-Dreier von Sabrina Ionescu und die unermüdlich ackernde Center-Spielerin Jonquel Jones und deren Offensiv-Rebounds hielten die Gastgeberinnen in der Partie.

Die 2. Hälfte war ein einziges Auf und Ab, kein Team konnte sich absetzen. Jeder Ball umkämpft, jeder Wurf musste erarbeitet werden. Steward fand in die Partie (am Ende standen wie bei Jones 26 Punkte zu Buche), allerdings auch auf der anderen Seite Jordin Kanada, die in den zweiten 20 Minuten 16 Zähler erzielte. Beide Trainer, es sind tatsächlich Männer, vertrauten im 2. Durchgang fast ausschließlich denselben zehn Spielerinnen, am Ende war der Kräfte-Verschleiß gerade bei den Leistungsträgerinnen unverkennbar, Ballverluste prägten die Begegnung.
Der letzte von Atlanta hätte Dream (tatsächlich auch wegen der berühmten Rede von Martin Luther King in Atlanta) beinahe noch den Sieg gekostet. Leonie Fiebich klaute 17 Sekunden vor dem Ende den Ball, als sie einen Pass abfing. Beim Stand von 83:85 aus New Yorker Sicht hätten die Gastgeberinnen mit einem Zweier ausgleichen und mit einem Dreier sogar gewinnen können. Doch der Angriff versandete,weil Breana Steward einen ihrer Meinung nach „leichten Korbleger“ verpasste. So rettete Atlanta den Sieg über die Zeit und sicherte sich die Serie mit 3:0 Siegen. Das klingt viel deutlicher, als es die knappe Auseinandersetzung dieser beiden Teams war. Die letztlich Werbung für den Frauen-Basketball waren.

Damit ist auch die letzte deutsche Nationalspielerin (ein halbes Dutzend versucht derzeit sein Glück) aus den Play-offs ausgeschieden. Fiebich rackerte mehr fast 37 (von 40 möglichen) Minuten und war in der Verteidigung ein wichtiger Faktor (siehe der Steal). In der Offensive allerdings blieb sie äußerst zurückhaltend (8 Punkte, 1 Assist), das war in der Runde zuvor beim Ligaprimus Minnesota Lynx noch anders. Dennoch kann Fiebich auch in dieser Saison mit ihrem Auftritt in der stärksten Basketball-Liga der Welt generell zufrieden sein, auch wenn es nicht wie 2024 zum Titel reichte.

 

Auch Golden State im Finale

 

Der Kontrahent für die Atlanta Dream in der Endspielserie steht schon fest. Die Golden State Valkyries gewannen ebenfalls in drei Partien über Las Vegas Aces. Auch hier stand die dritte Begegnung Spitz auf Knopf, ging sogar in die Verlängerung. In den zusätzlichen fünf Minuten erwies sich Golden State als klar besser und abgezockter, auch weil die bis dato zurückhaltende  französische Ausnahmespielerin Gabby Williams endlich aufwachte und alleine in dieser Zeit 8 ihrer 16 Punkte auflegte.

Da beide Halbfinalserien vorzeitig beendet wurden, haben die Teams jetzt eine längere Pause. Die sie auch dringend brauchen können, denn erstmals in der WNBA-Geschichte wird das Finale im Format Best of 7 ausgespielt. Die erste Partie findet erst in der Nacht zum nächsten Samstag in San Francisco (Golden State) statt. Die Valkyries hätten augrund der besseren Platzierung im Grunddurchgang auch in einem 7. und entscheidenden Spiel den Heimvorteil – in de Nacht zum 31. Oktober, wer so weit vorausplanen will.

Play-off, Baby! Heißer Herbst im Baseball

Blick über den Teich, MLB

 

Einige Monate dümpelte der US Sport so vor sich hin, trotz des Saisonstarts in der NFL und dem -Ende der MLB, bei dem leider „meine“ Arizona Diamondbacks die Play-offs verpassten. Aber jetzt geht es wieder hoch her, denn die stärkste Baseball-Liga und die Basketballerinnen suchen in den Play-offs ihre Besten. Gerade im Baseball ist Play-off eine ganz andere Sportart, wenn es wirklich um die Wurst geht vor einem elektrisierten Publikum und nicht nur darum, irgendwie die elend langen 162 Partien (vor recht unbeteiligten Zuschauern) zu überstehen.

 

Schlittler sehr gut, King noch besser

 

Seit sechs Jahren sind vor den eigentlichen Play-offs (Divisional Series, Conference Series, World Series) die sogenannten Wild-Card-Games anberaumt. In 4 Best-of-3-Serien (jeweils alle Spiele beim selben Gastgeber) werden die vier Gegner für die vier bereits gesetzten Mannschaften (je 2 in American und National League) gesucht. Die Schlager-Paarung in diesem Jahr ist zweifellos die Paarung New York Yankees gegen Boston Red Sox im Yankee Stadium. Das ist eine der größten Rivalitäten im US Sport überhaupt. Wer alle Geschichten nachgoogeln will, ist für den Rest der Woche beschäftigt …

Der brillante Yankee-Pitcher Cam Schlittler, geboren in Massachussetts, hatte ganz starken Abend. In 6.1 Innings ließ er gerade mal 2 Singles und einen Walk zu. Nach seiner bärenstarken Saison, bei die er nahezu sicher den Cy-Young-Award für den besten Werfer der American League einheimsen wird, war dieser Auftritt fast zu erwarten und dennoch extrem frustrierend für die nahezu chancenlosen Sox-Schlagmänner. Wenn Schlittler überhaupt etwas vorzuwerfen ist, dann der Umstand, dass er relativ viele Würfe brauchte (117 für 6.1 Innings) und trotz seiner Dominanz recht früh den Mound verlassen musste. Was angesichts des starken Bullpens (Ersatzwerfer) letztlich folgenlos blieb.
Das tolle Pitching kaschierte dann die Tatsache, dass die Yankees Offense lange ebenfalls ziemlich unproduktiv blieb (nur 2 Punkte in den ersten 6 Innings). Das zieht sich aber schon die gesamte Saison so hin, erst recht seitdem Top-Schlagmann Aaron Judge wegen seiner Rippenverletzung ausfällt. Und im 7. und 8. Abschnitt punkteten die New Yorker gegen den zusammenfallenden Bullpen der Red Sox zum letztlich standesgemäßen 9:0-Endstand.

Schon heute Nacht geht es weiter mit Spiel 2. Geht es nach der Statistik, stehen die Yankees als Sieger der Serie bereits fest. Noch nie in der allerdings erst recht kurzen Geschichte der Wild-Card-Spiele in diesem Format (6 Jahre), ist ein Heimteam gescheitert, wenn es die erste Partie gewonnen hat. Gespielt werden muss trotzdem, als Starting Pitcher stehen Max Fried (Yankees) und Sonny Gray auf dem Mound.

 

Noch besser als Schlittler war der Auftritt von Michael King von den San Diego Padres beim 8:0 gegen die Chicago Cubs. 6 Innings ließ er nicht einen einzigen Hit zu ehe Manny Machado an der dritten Base einen harten Ball nicht richtig zu fassen bekam. Das war aber auch der einzige Makel einer tollen Vorstellung der gastgebenden Padres, vor allem auch in der Offensive. Gleich im ersten Inning droschen Fernando Tatis (nach dem ersten Pitch übehaupt) und Machado den Ball über den Zaun, in den ersten fünf Abschnitten brachten sie gleich 7 Punkte auf die Anzeigentafel.

 

Den einzigen Auswärtssieg des Tages schafften die Chicago White Sox. Das Team, vor 2 Jahren noch mit einer katastrophalen 41-Siege-Saison das mit Abstand schwächste der gesamten Liga, gewann letztlich ungefährdet mit 6:3 bei den Houston Astros. Wirklich überraschend kam das aber nicht, denn in der Saison hatten sie eine um 3 Siege bessere Bilanz als Houston, die nur aufgrund ihres Divisionssieges Heimrecht genießen.

 

Die wahrscheinlich aufregendste Partie sahen die Zuschauer in Atlanta zwischen den heimischen Braves und den Philadelphia Phillies. Es war zumindest die einzige, in der die Führung wechselte. 0:1, 2:1, 2:3, 5:3 lautete die Run-folge. Den entscheidenden 3-Run-Homer schlug Austin Riley im unteren achten Inning.

Ansetzungen

 

Mi., 20:00: Braves – Phillies (1:0)
Mi., 23:00: Astros – White Sox (0:1)
Do., 02:00: Yankees – Red xox (1:0)
Do., 04:00: Padres – Cubs (1:0)

Die Liga-Besten sind schon raus

 

Die erste Runde der WNBA werden leider auch nur im Format Best of 3 ausgetragen. Denn diese Basketball-Duelle haben großen Unterhaltungswert und könnten durchaus mehr Spiele vertragen. Wie die Serie der an Nummer 1 gesetzten Minnesota Lynx gegen New York Liberty (8). Wie wenig diese Setzung basierend auf der Saisonbilanz wert ist, sahen die Zuschauer in den beiden Partien in Minneapolis und New York. Liberty feierte zwei klare Siege, vol allem dank der heruasragenden Breanna Steward: Zweimal war die beste WM-Spielerin Top-Scorerin ihres Teams, aus der anderen Seite kam die US-Weltmeistern Napheesa Collier nie so richtig zur Geltung.
Ihren Anteil am Weiterkommen hatte auch Leonie Fiebich, die einzige der deutschen Spielerinnen, die es mit ihrem Team in die Play-offs geschafft hat. Gerade in der ersten Partie, beim  beeindruckenden 91:75 im Target Center (Minneapolis) glänzte sie mit 16 Punkten, 8 Rebounds und 3 Assists.

Ansetzungen

Do., 01:00: Washington Mystics – Atlanta Dreams (0:1)
Do., 03:00: Dallas Wings – Golden State Valkyres (0:1)
Fr., 03:00: Las Vegas Aces – Indiana Fever (1:1)

Fever verhinderte gestern nacht das vorzeitige Ausscheiden.  Beim 99:89 sammelten gleich 3 Spielerinnen mehr als 20 Punkte. Catlin Clark war Top-Scorerin ihres Teams mit 27 Zählern vor Kelsey Mitchell (26) und Aliyah Boston (21). Freitagfrüh dann der Showdown in der Glitzerstadt Las Vegas.

 

Das Wunder der Basketballerinnen

Natürlich ist es übertrieben, von einem „Wunder“ zu sprechen, dass die deutschen Basketball-Frauen das Halbfinale der Heim-Weltmeisterschaft erreicht haben. Aber mal ehrlich: Wer hätte ernsthaft geglaubt, dass sie sich am Donnerstagabend in der ausverkauften Halle am Berliner Ostbahnhof so souverän gegen die Europameisterinnen aus Belgien durchsetzen würden? Dass sie dieses Viertelfinale von Beginn an dominieren würden und die Partie souverän nach Hause spielen würden? Ich nicht, und  die meisten Experten dieser Sportart auch nicht.

Aber im deutschen Basketball scheint nichts mehr unmöglich zu sein, spätestens seit dem WM-Triumph der Männer 2023 und dem Olympiasieg der 3×3-Frauen ein Jahr später. Keine Hürde ist zu hoch, als dass sie bewältigt werden könnte.

Und so waren die mehr als 11.000 Zuschauer mit einer gewissen Erwartungshaltung und noch mehr Hoffnung zur Viertelfinal-Partie gekommen. Sie wurden nicht enttäuscht, sondern sahen ein von Beginn an extrem konzentriertes Team. Bei dem die Star-Spielerin Leonie Fiebich plötzlich auch die Dreier versenkte (3 von 4 Versuchen im ersten Viertel). Bei dem Nyara Sabally mit ihrem unbändigen Kampfgeist unter dem Korb auffiel (9 Rebounds in der 1. Hälfte). Aber einzelne Spielerinnen herauszuheben, wäre wirklich unfair. Jede einzelne trug zu diese Erfolg bei gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner aus Belgien. Dem Land, in dem Frauen-Basketball eine ungleich höhere Bedeutung hat als hierzulande. Die „Katzen“ sind eine eigenständige Marke bei unseren westlichen Nachbarn, 1000 Schlachtenbummler waren mit nach Berlin gekommen. Spielerinnen wie Emma  Meesemans und Julie Allmand sind auf dem Kontinent das Nonplusultra. Zu denen deutsche Spielerinnen wie die hauptberufliche Lehrerin Alexandra Wilke bisher aufgeschaut haben.

Doch gegen Deutschland stachen die Trümpfe nicht wie gewohnt, obwohl Meesemans die Deutschinnen mit ihren am Ende 29 Zählern oft vor unlösbare Probleme stellte. Doch sie war oft alleingestellt, ja isoliert, weil der Rest nicht wie gewünscht ins Rollen kam. Die Taktik des deutschen Trainers Olaf Lange ging auf, und in der Offensive verteilte sich das Körbemachen auf mehrere Schultern. Am Ende punkteten gleich sechs deutsche Frauen zweistellig. Auch als die Belgierinnen zu Beginn des vierten Viertels mit einem energischen Zwischenspurt den Rückstand von 18 auf 10 Punkten reduzierten, behielt das deutsche Team die Ruhe, und kurze Zeit später stand der Halbfinal-Einzug fest.

Der eben bei aller Überraschung natürlich nicht völlig aus dem heiteren Himmel kam. Die Entwicklung der vergangenen Jahre ist atemberaubend; ich kann mich noch an gar nicht so lange vergangene Zeiten erinnern, da war allein eine WM-Qualifikation völlig utopisch. Spätestens nach der grandiosen Olympia-Qualifikation Anfang 2024 in der „Hölle von Belem“ auswärts gegen Brasilien und ein fanatisches Publikum sind auch die deutschen Frauen im Basketball eine Größe. Ein halbes Dutzend von ihnen spielt mittlerweile in der WNBA, der mit Abstand besten Liga der Welt. Bei Olympia selbst gewannen sie dann in der Vorrunde gegen Belgien und scheiterten erst in einem lange ausgeglichenen Viertelfinale an den gastgebenden Französinnen.

Die sind am Samstag der Halbfinal-Gegner, und die Aufgabe scheint wieder fast aussichtslos. Denn die Französinnen sind noch schneller als die Belgierinnen, noch kombinationssicherer, vor allem aber körperlich noch viel stärker. Doch der Heimvorteil ist nicht zu unterschätzen, und so wäre ein weiterer Erfolg zwar eine Überraschung, aber sicher kein Wunder. Erst ein Endspielsieg gegen die USA …