Thunder ziehen Wemby und Co den Zahn

Blick über den Teich, NBA

 

Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 127:114 (3:2)

 

Der Titelverteidiger nimmt Kurs auf die erneute Finalteilnahme.Die Entscheidung fiel schon im 2. Viertel, als OKC nach Belieben punkten konnte und gleich 40 Zähler verbuchte. Die Spurs hatten immer wieder gute Phasen, aber letztlich fehlte die Konstanz und gerade auch in der Defense ein Mittel gegen Shai und Co.
Ein Schlüssel zum Thunder-Sieg: die beinharte Verteidigung gegen Spurs-Superstar Victor Wembanyama. Vor allem Center Isaiah Hartenstein machte dem Franzosen das Leben extrem schwer, ohne dass er über Gebühr zu unfairen Mittelm greifen musste. Irgendwie wirkte Wemby auch ausgelaugt, kaum einmal zog er zum Korb, und seine Distanzwürfe blieben allesamt erfolglos (0/5 Dreier).

 

Bester der Sieger

 

Shai Gilgeous-Alexander: die beste Partie des MVPs in dieser Serie mit 32 Punkten und 9 Assists. Die Spurs fanden gegen den Kanadier kein Mittel, und die Refs meinten es recht gut mit ihm und gaben sehr viele Fouls zu seinen Gunsten. Insgesamt durfte sich SGA 17-mal von der Freiwurflinie versuchen und traf 16-mal. Die Diskussion um die angebliche „Fallsucht“ wird dadurch nicht weniger, zumal auf der Gegenseite die Pfeife bei ähnlichen Situationen stumm blieb.

 

Stark beim Verlierer

 

Stephon Castle: Wehrte sich nach Kräften und passte auch viel besser auf den Ball auf als in den Partien zuvor (nur 3 Turnover). 24 Punkte, einigermaßen zuverlässig aus der Distanz (3 von 5 Dreier).
Gerade in der 1. Halbzeit zeigte auch Julian Champagnie auf mit 17 Punkten. In der 2. Halbzeit allerdings praktisch kein Faktor mehr, und in der Verteidigung offenbart er viele Schwächen.

 

X-Faktoren

 

Alex Caruso: Nachdem fast „unsichtbaren“ Spiel 4 war er diesmal wieder zur Stelle. Verteidigen kann er eh, und am Mittwoch war er auch offensiv gefährlich mit 22 Punkten und 6 Assists.
Jared McCain: Viel mehr als nur die „Aushilfe“ fr die veletzten jaylen Williams und Ajaj Mitchell. Seine Verpflichtung im Winter war Gold wert.

 

🇩🇪👓

 

Isaiah Hartenstein hatte einen sehr guten Tag. Verteidigte zäh und hart gegen Wembanyama, aber immer im sportlichen Rahmen. In der Offensive im Spielaufbau, aber auch mit seinem Floater ein wichtiger Faktor. Sein Kampfgeist unter dem Korb ist ohnehin vorbildlich. Gleich 15 Rebounds schnappte er sich, immerhin 6 am offensiven Brett.

 

Ausblick

 

Spiel 6 heute Nacht in San Antonio. Die Spurs brauchen in der Offensive einen stark verbesserten Wembanyama, der auch mal zum Korb zieht und vielleicht Hartenstein und den anderen das eine oder andere Foul mehr anhängt. Die Thunder scheinen die richtigen Lehren aus den verlorenen Partien gezogen zu haben, doch ob das in der hitzigen texanischen Atmosphäre so bleibt, müssen wir abwarten.

 

Ansetzungen

 

Fr., 02:30: Spurs – Thunder (2:3)
So. 02:00: Thunder – Spurs (wenn nötig)

 

 

 

 

DAs wird die Woche, die wird

Kampf um Europas Krone

 

Titelverteidiger Paris St. Germain oder FC Arsenal – das ist in Budapest die Frage im Endspiel der Fußball-Champions-League. Während die Franzosen duch herrlichen Kombinationsfußball begeisterten und in einem flulminanten Halbfinale den FC Bayern eliminierten, mögen es die Londoner eher pragmatisch. Eine gesichete Abwehr, und vorne helfen oft Standardsituationen.
Beide Teams haben ihre nationalen Meisterschaften gewonnen. Während das bei PSG Gewohnheit ist, war es für Arsenla das erste Mal seit 2004, als sie als die sogenannten Invincibles ungeschlagen die Premier League beendeten. Die Laune könnte vortrefflicher nicht sein, einem Fußballfest in der ungarischen Hauptstadt steht also nichts entgegen.
Ungewöhnlich ist allerdings die Anstoßzeit, denn die Partie beginnt schon um 18 Uhr und wird damit vollständig bei Tageslicht stattfinden – das hat es schon sehr, sehr lange nichtmehr gegeben.
Besonderes Augenmerk für Kvisha Kvaratshkelia: Der außergewöhnliche Georgier wird bei der WM nicht dabei sein, ein Jammer und das Los von Top-Fußballern aus kleineren Ländern

 

Crystal Palace als Londoner Vorspiel

 

Die Conference League ist der drittwichtigste europöische Wettbewerb. Und doch könnte das heutige Finale in Leipzig zwischen Crystal Palace und Rayo Vallecano ein Leckerbissen werden. Ohne die ganz großen Topstars treffen eher kleine Teams aus London und Madrid aufeinander, die aber durchaus gepflegt Fußball spielen können.
Palace ist zu favorisieren im letzten Spiel unter ihrem Trainer Oliver Glasner. Die Österreicher ist Cup-Spezialist, holte mit Eintracht Frankfurt die Europa League. Die Londoner waren eigentlich für die Europa League qualfiziert, doc h ihr Eigner war schon mit Olympique Lyon vertreten, deshalb mussten sie in die Conference League ausweichen. Die Saison in der Premier League verlief nach verheißungsvollen Beginn eher holprig, den Abgang mehrerer Stars war nicht zu kompensieren.

 

Entscheidung auf dem Eis

 

Die Eishockey-WM in der Schweiz geht in die entscheidende Phase. Allerdings finden die Viertelfinali ohne deutsche Beteiligung statt, die in ihrer Vorrundengruppe nur den fünften Platz belegten. Gastgeber Schweiz hinterließ bisher einen glä zenden Eindruck, gewann erstmals  alle sieben Vorrundenpartien.
Seit Jahren ein echtes Ärgernis: Jeweils zwei Viertelfinal-Partien finden am Donnerstag parallel statt in Fribourg und Zürich, die Halbfinali dann am Samstag in Zürich wie auch das Endspiel am Sonntag. Drei Top-Partien innerhalb von vier Tagen – ein Zeitplan des Irrsinns. Es gewinnt das nicht das beste Team, sondern das die Anstrengungen am besten verkraftet hat. Warum das Turnier nicht um ein oder zwei Tage verlängert wird, wissen die Götter.

Viertelfinale

Do., 16:20: Finnland – Tschechien (Zürich)
Do., 16:20: Kanada – USA (Fribourg)
Do., 20:20: Schweiz – Schweden (Zürich)
Do., 20:20: Lettland – Norwegen (Fribourg)

In Nordamerika interessiert die WM traditionell nur wenige. Im Blickpüunkt stehen die Play-offs der NHL. Dort haben etwass überraschend die Vegas Golden Knights das Stanley-cup-Finale erreicht. Gegner werden die Carolina Panthers oder die Montreal Canadiens sein. Zurzeit steht es in der Best-of-7-Serie 2:1 für Carolina.

 

Erste Woche der French Open

 

Ab Mittwoch die 2. Runde. Zum Auftakt hat es schon einige prominente Ausfälle gegeben. Arthur Fils, wohl die größte französische Hoffnung, musste wegen einer Verletzung passen. Ausgeschieden sind schon unter anderem Daniil Medwedew und Alexander Bublik (gegen Jan-Lennard Struff). Dessen deutscher Landsmann Daniel Altmaier zwang den weit höher eingeschätzten Felix Auger-Alliasime in den Tiebreak des 5. Satzes, wo er sich allerdings mit 7:10 geschlagen geben musste.
Die große Frage bei den Männern: Wer schlägt Jannik Sinner? Der Italiener ist haushoher Favorit nach der Absage von Carlos Alcaraz, zum erweiterten Favoritenkreis zähle ich Alexander Zverev. Der Hamburger darf in den ersten Runden nicht zu viele Kräfte verpulvern.
Offen dagegen ist das Feld bei den Frauen, wo es mehr als eine Handvoll echter Sieg-Kandidatinnen gibt.

Die derzeit große Hitze in Paris könnte durchaus eine Rolle spielen. Vielleicht ist tatsächlich das Wetter das einzige, was Sinner stoppen kann

 

Und sonst?

 

  • WM-Test: Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am Sonntag Finnland. Die Nordeuropäer sind im Fußball nur zweitklassig, dürften kein ernsthafter Gegner sein. Das Spiel beginnt um 20:45, parallel zum WM-Endspiel im Eishockey, dem Nationalsport Finnlands. Wer zum Teufel macht solche Terminierungen?
  • Basketball: Am Mittwoch zwei fünfte Spiele er ersten Ko-Runde der BBL. Ab 18:30 empfängt Alba Berlin Rsgta Vechta, es folgt die Partie zwischen Bonn und Würzburg. Bereits im Halbfinale (ab Sonntag) stehen der FC Bayer und die Bamberg Baskets, die noch auf ihre Gegner warten.
  • Radsport: Entscheidung im Giro d’Italia. Jonas Vingegaard dürfte der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Der Däne gewann alle vier Bergetappen (jewis vor dem Österreicher Felix Gall) und führt das Gesamtklassemnt mit mehr als 4 Minuten Vorsprung auf Gall an. Zwar stehen vor allem am Freitag und Samstag noch extrem schwierige Etappen an, aber Vingegaard scheint unantastbar und könnte sogar Kräfte für die Tour de France im Juli sammeln.

Entscheidung im Osten, Hochspannung im Westen

Blick über den Teich, NBA

 

Die New York Knicks stehen im Finale de Conference Sieg. Nach dem überzeugenden Sweep gegen die Cleveland Cavaliers können sie jetzt in Ruhe auf ihren Finalgegner warten. Ob sich die Oklahoma City Thunder oder die San Antonio Spurs durchsetzen, ist völlig offen. Viel wird wohl vom Fitnesszustand diverser Spieler abhängen.

 

Cleveland Cavaliers – NEW YORK KNICKS 93:130 (Endstand: 0:4)

 

Schon den ersten Matchball für die Serie nutzten die Knicks souverän und ohne den Hauch eines Zweifels. Sie zeigten sich gegen in jeder Hinsicht völlig überforderten Cavaliers als homogene Einheit, demonstrierten Team-Basketball vom Feinsten mit herausragenden Einzelspielern und gleichzeitig zupackend in der Verteidigung.. Nach einem Viertel hatten sie 12 Punkte Vorsprung, zur Pause stand es 68:49. Der Rest war ähnelte einem Schaulaufen

 

Bester der Sieger

 

Karl-Anthony Towns: Top-Scorer des Teams mit 19 Punkten, dazu 14 Rebounds.Endlich konnte er auch in der Defense seine Größe gewinnbringend einsetzen, und endlich scheint er seine überflüssigen Fouls in den Griff zu bekommen.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell hatte sich so viel vorgenommen (12 Punkte im 1. Viertel), doch er stand allein auf weiter Flur und bekam kaum Unterstützung. Am Ende hatte er 31 Punkte und auch eine durchaus vernünftige Dreierquote von 5/9. Viel zu wenig.

 

X-Faktor

 

Landry Shamet: Stellvertretend für die starke Bank der Knicks, die allein in der 1. Halbzeit 27 Punkte sammelte (bei den Cavs waren es nur 3). Perfekt von der Dreierlinie (4 von 4). Ein unverzichtbarer Ergänzungsspieler.

 

Zahlereien

 

30,2 %: Das ist die Freiwurf-Quote von Mitchell Robinson in den diesjährigen Play-offs (und noch einmal deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren). Noch nie war ein Spieler in der NBA-Geschichte schwächer (nicht mal Shaquille O’Neal). Dennoch ist der reboundstarke Center (vor allem offensiv) ein extrem wichtiger Bestandteil der Knicks.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder fehlte krankheitsbedingt. Passt zum insgesamt enttäuschenden Play-off-Auftritt des Deutschen, der nie ansatzweise in die Form kam (kommen durfte), die er im Nationaltrikot zeigte.

 

Ausblick der Sieger

 

Die Knicks gelten als klarer Außenseiter in den Finals, egal ob gegen die Thunder oder die Spurs. Wenn sich da mal die Experten nicht täuschen. Die Knicks haben 11 Play-off-Siege hintereinander. Kein Spiler ist verletzt, dafür sind alle erfolgshungrig. Trainer Mike Brown hat ein ideales Sysgem gefunden, und wenn es weirklich heikel wird, dann stehen da noch Ausnahmekönner wie Jalen Brundson und OJ Amunoby zur Verfügung. Ob das dann reich, steht auf einem anderen Blatt, aber die Finalserie könnte spannender werden als allseits gedacht, zumal sich OKC und Spurs jetzt noch in mindestens 2, vielleicht sogar 3 Partien richtig aufreiben müssen physisch und psychisch.

 

Und die Verlierer

 

Im Januar gingen die Cavs noch mal aufs Ganze, holten sich den alternden Topstar james Harden ( im Tausch mit Darius Garland) und dazu noch Denis Schröder und Keon Ellis von Sacramento. Der Coup ist nicht aufgegangen, Harden deutete sein großes Können bestenfalls in einigen Partien an (was bei dessen Historie nicht völlig unerwartet kam), er war nie der Co-star zu Mitchell. Doch auch andere vermeintliche Leistungsträger waren zu inkonstant, vor allem gegen die in fast allen überlegenen Knicks.
Der Grundstock des Teams hat noch ein paar Jahre. Ingteressant wird sein, ob sie sich ernsthaft um LeBron James bemühen, dessen NBA-Karriere bei den Cavs begann. Ich havbe meine Zweifel, ob das sinnvoll wäre zumindest aus sportlicher Sicht.

 

San Antonio Spurs – Oklahoma City Thunder (Stand: 2:2)

 

Auch die 2 Partien in San Antonio wurden gesplittet mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage. Beide Partien waren recht klar und auch recht früh entschieden, und auch deshalb möchte ich gar nicht so lang darauf eingehen.

Im Prinzip beginnt jetzt eine Best-of-3-Serie mit Heimvorteil Oklahoma. Für mich gibt es ein paar neuralgische Punkte, die letztlich entscheiden könnten.

 

Verletzungen

 

Leider ein Dauerthema, gerade am Ende einer langen Saison. Bei den Thunder fehlten zuletzt die beiden Aufbauspieler Jaylen Williams und Ajaj Mitchell. Einen de beiden kann der Titelverteidiger kompensieren, vielleicht sogar gegen die Spurs. Doch in Spiel 4 hat man deutschlich gesehen: Wenn beide fehlen, ist es fast unmöglich. Noch ist offen, ob sie heute nacht zum Einsatz kommen können, im Vollbesitz der Kräfte werden beiden nicht sein.
Die Spurs dagegen können auf den vollen Kader zurückgreifen. Auch zeitweise angeschlagene De’Aaron Fox ist wieder dabei, wobei er alles andere als hundertprozent fit wirkt, genauso wie Spielmacher Dylan Harper

 

Spurs-Verteidigen gegen Shai Gilgeous-Alexander

 

Der Starspieler der Thunder kommt längst nicht wie gewohnt zur Geltung. Sein Punkteschnitt ist rapide in den Keller gesaust, in Spiel 4 waren es nur 19 (natürlich auch weil er am Ende nur auf der Bank saß). Gegen die flinken Verteidiger gelingt es ihm vor allem nicht wie gewohnt, sich in seiner Wohlfühlzone rund um die Freiwurflinie Würfe zu kreieren.
Ohne Jaylen Williams fehlt der zuverlässige Co-Star, und Chet Holmgren und Lou Dort springen offensiv zu selten in die Bresche

 

Victor Wembanyama

 

Der Außerirdische. Die Präsenz auf dem Feld ist einzigartig, in der Defensive noch mehr als offensiv. Obwohl er auch dort zeitweise Ungglaubliches zustandebringt wie diesen Dreier von der Mittellinie.
Aber bei aller Wichtigkeit: Die Spurs sind nicht abhängig von Wemby, viele Spieler können ebenfalls übernehmen,auch gegen die immer noch beste Verteidigung der Welt.

 

Ausblick

 

Wie gesagt: Ich halte die Serie jetzt völlig offen. Fast wundern würde es mich, wenn es nicht zu einem 7. Spiel käme. Für die Thunder spricht, dass manche Spieler noch weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sind und die Erfahrung des Titelverteidigers, der im vergangenen Jahr zwei ganz heikle Serien gegen die Denver Nuggets und die Indiana Pacers überstanden hat. Für die Spurs spricht der Umstand, dass sie letztl.ich ohne Druck spielen, weil niemand jetzt schn ernstajhaft Titel verlangt.
Viel hängt von der Linie der Refs ab, nämlich wie sie die Dauer-Behinderung von Wembanyama ahnden, gerade wenn er noch nicht am Ball ist.

 

Ansetzungen

 

Mi., 02:30: Thunder – Spurs
Fr., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Thunder – Spurs (wenn nötig)

 

 

 

Fünf ganz schreckliche Minuten

Blick über den Teich, NBA

New York Knicks – Cleveland Cavaliers 108:93 (2:0)

 

Zur Pause durften die Cavaliers noch auf eine Überraschung und den für sie so wichtigen Auswärtssieg hoffen. Nur 2 Punkte Rückstand hatten sie da (49:51), vor allem aber war der ansonsten tobende Madison Square Garden fast schon dröhnend still. Doch ein erneut unfassbarer 18:0-Lauf der Knicks anfangs des 3. Viertels schuf klare Verhältnisse und ließ den Lärmpegel anschwellen. 5 Minuten des Grauens, in denen den Knicks fast alles und den Cavs überhaupt nichts gelang. Zwar kamen die Gäste sogar wieder etwas heran, doch in echte Gefahr geriet New York nicht mehr. Sie fahren jetzt mit einem beruhigenden 2:0-Vorsprung nach Ohio, zudem voller Selbstvertrauen nach nunmehr 9 Play-off-Siegen in Folge.

 

Bester der Sieger

 

Josh Hart: Wahrscheinlich für alle Beobachter und Beteiligte ein sehr unwahrscheinlicher Held. 26 Punkte legte er auf, dazu servierte er 7 Assists und war gewohnt bissig in der Verteidigung. Endlich traf er auch seine Dreier vorzüglich (5 von 11) und machte damit die Taktik der Cavs zunichte, die ihn nur zu gern aus der Distanz werfen ließen, weil er zuletzt so gar nichts traf.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell: Zumindest mit Abstrichen, denn in den 5 Horrorminuten war auch er auf dem Parkett. Wehrte sich abe nach Kräften, obwohl er angeschlagen schien (konkrete Bulletins sind natürlich nicht zu erfahren vom Team). Immerhin 26 Punkte, allerdings nur 1 Assist. Diesb ezüglich haben die Knicks ihre Lehren aus Spiel 1 gezogen.

 

X-Faktor

 

Clevelands Dreier: Während Josh Hart für die Kncks überraschend gut traf, war die Quote der Gäste verheerend (25 Prozent). Vor allem ihr Spezialist in dieser Disziplin. Sam Merrill, versiebte alle 7 seiner Versuche (6 allein in de 1. Hälfte, danach hatte er offensichtlich die Lust an dieser Übung verloren). Nicht viel besser der zweite vermeintliche Scharfschütze Max Strus (1 von 4).

 

Zahlereien

 

Nur 14 Ballverluste gab es (6 de Knicks, 8 der Cavs). Außergewöhnlich gutes Aufpassen aufs Spielgerät. Zum Vergleich: Beim ersten Aufeinandertreffen waren es insgesamt 40 (!), also fünfmal so viele.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder werkelte und arbeitete, aber weder effektiv und auch nicht effizient. 4 magere Pünktchen, weil sein Distanzwurf weiter nicht funktioniert und er sich am Korb gegen die New Yorker Riesen nicht durchsetzen kann.

 

Ausblick

 

Viel spricht jetzt für New York. Doch Cleveland ist heimstark, kompensierte auch gegen die Detroit Pistons in der 2. Runde in eigener Halle einen 0:2-Rückstand und gewann letztlich die Serie. Sam Merrill wird nicht noch einmal so furchtbar werfen, und vielleicht gelingt es  dem Team sogar, dass es ohne einen minutenlangen Totaleinbruch auskommt. Zweimal war man mehr oder weniger gleichwertig, ja teilweise überlegen, zweimal schmiss man die Partie wegen katastrophaler Minuten weg.

 

Ansetzungen

 

Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)

Die Spurs bangen um den Einsatz von Spielmacher Dylan Harper (Adduktoren), dessen Einsatz „fraglich“ ist. De’Aaron Fox (Knöchel) dürfte erneut ausfallen.

So., 02:00: Cavaliers – Knicks (0:2)
Mo., 02:00: Spurs – Thunder
Di., 02:30: Cavaliers – Knicks

Thunder schaffen den Pflichtsieg

Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 122:113 (1:1)

 

Die Thunder von Beginn an bissiger und griffiger, aber lange konnten sich die Spurs erfolgreich wehren. Das Ganze glich einem Hase-und Igel-Spiel. Mehrfach zogen die Thunder auf 10 Punkte und mehr davon, mehrfach kamen die Spurs heran. Aber eben immer nur heran, nie vorbei: fast schien es, als trieben die Thunder ein böses Spiel (natürlich nicht). Vielmehr zeugt es von der großen Klasse der Texaner mit ihrem außergewöhnlichen Potenzial.

Die Partie war von enormen Tempo geprägt, was sich allerdings nachteilig auf die Qualität und vor allem Genauigkeit des Ballvortrags auswirkte. Viele erratische Entschedungen, viele Ballverluste auf beiden Seiten

Die Entscheidung dann im 4. Viertel, als die Thunder mehr zuzusetzen hatten und die Gäste nach dem Ausfall von De’Aaron Fox auch das Fehlen von Dylan Harper verkraften mussten. Zwei Spielmacher mit gutem Ballvortrag fehlten also gegen diese abwehrstarken und aggressive Defense, das konnte nicht gutgehen und das ging nicht gut. So konnten die frenetischen Fans den elementar wichtigen Erfolg bejubeln.

 

Bester der Sieger

 

Shai Gilgeous Alexander: 30 Punkte hatte er am Ende und 9 Assists. Standesgemäß für den MvP, und doch war der Kanadier nicht ohne Schwächen. Etwa bei den Dreiern (0 von 5). Aber dieser SGA, gerade wenn er so mannschaftsdienlich agiert, dürfte die härteste Nuss sein, die es seitens der Spurs zu knacken gibt.

 

Stark beim Verlierer

 

Stephon Castle: 25 Punkte und 8 Assists, das sind glänzende Zahlen. Der „nur“ 1,98 ;eter große Guard sorgte mit einem spektakulärem Dunk über die Thunder-Riesen hinweg für die monumentale Szene des Spiels. Zur Wahrheit gehören aber leider auch gleich 9 Ballverluste.
Wemby-Watch: Nicht ganz so auffällig wie in Spiel 1, nicht ganz so dominant wie in Spiel 1. Eine eher irdische Leistung (auf sehr hohem Niveau) mit 21 Punkten, 17 Rebounds (davon zwei spektakuläre Tip-Dunks), 6 Assists und 4 Blocks. Wirkte am Ende ebenfalls etwas angeschlagen.

 

X-Faktoren

 

Thunder-Bank: Gleich 4 Spieler, die zunächst nur Ersatz waren, punkteten zweistellig. Der beste von ihnen war wieder Alex Caruso mit 17 Punkten, dazu wie immer der besonders vortreffliche Verteidiger dieser extrem lästigen Defense.

 

Zahlereien

 

34 Assists (Vorlage zum direkten Korberfolg) bei den Thunder, Ausdruck eines deutlich verbesserten Zusammenspiels. In der ersten Partie waren es trotz zweier Verlängerungen und 10 Minurten mehr Spielzeit nur 25. Jeder kann jeden bedienen, jeder kann werfen (außer Hartenstein Dreier), das macht das Ganze für den Gegner zu schlecht ausrechenbar.

23 Ballverluste der Spurs – das ist einfach zu viel. Geschuldet der enorm starken Verteidigung. Gerade Castle (9 Turnover) muss einfach besser auf den Ball aufpassen.

 

🇩🇪👓

 

Isaiah Hartenstein hätte ich auch als X-Faktor benennen können. Viel aktiver als in Spiel 1, gerade in der entscheidnen Schlussphase mit mehreren ganz starken Offensiv-Rebounds. Am Ende zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds (10/13). Wurde auf Wembanyama angesetzt, und machte seine Sache auch in dieser Beziehung mehr als ordentlich. Wahrscheinlich die beste Leistung des deutschen Centers in den diesjährigen Play-offs.

 

Ausblick

 

Die Serie geht jetzt nach San Antonio, und trotz des Reisetages ohne größere Unterbrechung. Sehr wichtig wird sein, o und in welchem Zustand die Angeschlagenen zurückkommen. Sollte bei den Spurs neben De’Andre Fox auch Dylan Harper ausfallen, wäre das eine mittlere Katastrophe (ja, ich weiß, es geht um Sport). Gerade der ballsichere Harper wäre als Aufbauspieler elementar wichtig und kaum ersetzbar. Die Thunder haben schon in den ersten Runden bewiesen, dass sie den Asufall von Jalen Williams verkraften, Ajaj Mitchell stünde bereit.

 

Ansetzungen

 

Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)

So., 02:00: Cavaliers – Knicks
Mo., 02:30: Spurs – Thunder

Anmerkung in eigener Sache. Über Pfingsten bin ich nicht in München, sondern in einem Bauernhaus ohne WLAN. Morgen wirds noch einen Spielbericht geben, dann erst wieder am Dienstag.

 

Das wird die Woche, wie wird

Das größte Spiel der Vereinsgeschichte

 

Superlative im Sport sind außerhalb von messbaren Rekorden immer schwierig, aber was kann es Tolleres geben für den SC Freiburg als ein internationales Finale. Nämlich das Endspiel am Mittwochabend (21 Uhr) in Istanbul gegen den englischen Spitzenclub Aston Villa. Die Breisgauer haben sich mit sehr starken Leistungen völlig verdient für dieses Finale qualfiziert, sie haben mit ihrem Fußball das Land begeistert.
Der SC Freiburg ist ja ohnehin so etwas wie der erklärte Lieblingsclub in Deutschland (Bei allen Fans ist er seit Jahren so etwas wie der Zweitclub hinter dem eigenem Verein). Weil hier einerseits natürlich professionell gearbeitet wird, andrerseits nicht alles so unfassbar hoch gehängt wird. Was natürlich auch am Standort Freiburg ist. Dieser Stadt im Südwesten des Landes, die meisten Sonnenstunden mit allen Vorzügen einer Studentenstadt – eine gewisse Entspanntheit sagt man den Einwohnern nach.
Bestens hinein passt der SCF. Wo in den 90er-Jahren Volker Finke den Club hoffähig gemacht hat und wie der Nach-Nachfolger mehr als ein Jahrzehnt wirken durfte. Auch weil die Clubführung(en) auch im Falle des sportlichen Misserfolges am Trainer festhielten und sogar 2 Abstiege in die 2. Bundesliga ruhig vearbeiteten. Ohne Überreaktion, aber natürlich mit klarer Analyse, was schiefgelaufen ist.

Jetzt also die Krönung? Gegen Aston Villa, dessen prominentester Anhänger der englische Thronfolger ist. Prinz Williams lässt es sich offenbar nicht nehmen und feuert sein Team von der Tribüne aus an. Wie offenbar 20.000 Fans aus Birmingham, die das Besiktas-Stadion in eine Art Villa Park verwandeln wollen. Villa ist sicher der Favorit, das Team hat Rang 4 in der Premier League und damit die Qualifikation für die kommende Champions League sicher. Freiburg kann ebenfalls in die Königsklasse rücken, es wäre der äußerst lukrative Nebenaspekt des Europa-League-Triumphes.

 

Basketball-Spektakel in Athen

 

Das Final Four der Euroleague ist Vereins-Höhepunkt der europäischen Saison. Am Freitag stehen in Athen 2 Halbfinali auf dem Program, am Sonntag folgen die Partie um Platz 3 und das Endspiel. Nicht dabei ist allerdings der nominelle Heimverein Panathinaikos, in dessen Halle das Ganze zur Austragung kommt. Woll aber Lokalrivale Olympiakos, der es am Freitag (17 Ur) mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul zu tun bekommt. Daszweite Halbfinale bestreiten anschließend in einer spanischen Auseinandersetzung Valencia und Real Madrid.
Der Ausgang scheint offen, für Olympiakos spricht der Heimvorteil (viele werden sich vom Hafen aus ins nahe Telekom Center aufmachen. Aber immer zu beachten sind die alten Herrschaften von Real, die wie im Fußball regelrecht aufblühen, wenn es um internationale Weihen geht.

 

Und sonst?

 

  • Eishockey: Noch bis einschließlich Montag stehen für die Teams bis zu vier Vorrundenspiele bei der Eishockey-WM an. Schon heute trifft das deutsche Team auf die USA, nach 3 Niederlagen ist die Stimmung ziemlich im Keller. Und trotzdem ist das Viertelfinale noch nicht außer Reichweite, erst recht mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger, der allerdings in völlig veränderter Aufstellung in die Schweiz gereist wird.
    Aber sogar wenn die Deutschen heute verlieren, könnte es noch klappen. Dann allerdings müsste das Team des umstrittenen Bundestrainers Harold Kreis am Samstag gegen Österreich gewinnen, wahrscheinlich sogar mit 2 oder gar 3 Toren Unterschied.
    Favoriten auf den Titel sind eh andere. Die Schweizer Gastgeber überzeugten beim 6:1 gegen Deutschland, auch Finnland und Kanada sind stark. Für mich bleibt die Frage, was dieses Turnier soll in Olympiajahren, weil der absolute Höhepunkt das Turnier in Mailand mit allen NHL-Stars gewesen ist.
  • Pokal-Finale in Berlin: Es trifft der FC Bayern auf den VfB Stuttgart. Alles andere als ein klarer Sieg der Münchner wäre eine Sensation. Die große Frage: Wie wird der frischgebackene Nationalmannschaftsrückkehrer Manuel Neuer aufgenommen. An dieser Stelle spare ich mir die Worte zu dem unfassbaren Umfaller des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014. Mehr morgen (Donnerstag), wenn der Kader vom Bundestrainer offiziell bekannt gegeben wird.
  • England: Die letzte offene Frage von Bedeutung: Wer steigt als dritter Club neben Wolverhampton und Burnley ab. Tottenham Hotspur genügt zu Hause gegen den FC Everton ein Remis (ich lass jetzt mal einen Sieg von Rivalen West Ham United mit 12 Toren Unterschied gegen Leeds außen vor). Dann würde eine durch und durch verkorkste Saison der Londoner wenigstens nicht mit einem Super-GAU enden.
  • Handball: Der SC Mageburg kann am Donnerstag mit einem Unentschieden gegen den härtesten Verfolger die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Die Norddeutschen ihrerseits befinden sich im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz 2 (und die Champions-League-Qualifikation). Diese haben ebenfalls am Donnerstag mit der Heimpartie gegen hannover -Burgdorf die wesentlich einfachere Aufgabe.
  • Radsport: Einige schwierige Etappen stehen in den nächsten Tagen beim Giro d’Italia an. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte um den angeschlagenen Gesundheitsustand von Top-Favorit Jonas Vingegaard zutreffen. Beim Zeitfahren gestern zeigte er Schwächen, ob aus Taktik (Kraftsparen) oder tatsächlich körperlicher Schwäche, die Radsportwelt rätselt.
  • Basketball: Die Play-offs in der BBL wird am Wochenende mit den jeweils dritten und vierten Partien fortgesetzt. Während der FC Bayern souverän seine beiden Heimpartien gegen die Gladiators Trier gewann, musste Alba Berlin eine übeerraschende Niederlage gegen Vechta hinnehmen (und vermied eine zwweite Heimplete am Dienstag nur mit größter Mühe). Außerdem spielen: Ratiopharm Ulm – Bamberg (0:2) und Würzburg gegen Bonn (1:1).
  • Formel 1: Der 5. WM-Lauf am Sonntag in Kanada. Gefahren wird auf dem Circui de Villeneuve, einer der schönsten Strecken mit der berühmten Wall of Champions. Wer schlägt die Mercedesse, wer schlägt Kimi Antonelli?
  • Tennis: Männer-Turnier in Hamburg und Genf, Frauen-Turniere in Rabat und Straßburg. Das Ganze als Vorbereitung und Formüberprüfung für die French Open. In Paris selbst findet die Qualifikation für das 2. Grand-Slam-Tunier des Jahres statt, das am Sonntag beginnt.