Das größte Spiel der Vereinsgeschichte

 

Superlative im Sport sind außerhalb von messbaren Rekorden immer schwierig, aber was kann es Tolleres geben für den SC Freiburg als ein internationales Finale. Nämlich das Endspiel am Mittwochabend (21 Uhr) in Istanbul gegen den englischen Spitzenclub Aston Villa. Die Breisgauer haben sich mit sehr starken Leistungen völlig verdient für dieses Finale qualfiziert, sie haben mit ihrem Fußball das Land begeistert.
Der SC Freiburg ist ja ohnehin so etwas wie der erklärte Lieblingsclub in Deutschland (Bei allen Fans ist er seit Jahren so etwas wie der Zweitclub hinter dem eigenem Verein). Weil hier einerseits natürlich professionell gearbeitet wird, andrerseits nicht alles so unfassbar hoch gehängt wird. Was natürlich auch am Standort Freiburg ist. Dieser Stadt im Südwesten des Landes, die meisten Sonnenstunden mit allen Vorzügen einer Studentenstadt – eine gewisse Entspanntheit sagt man den Einwohnern nach.
Bestens hinein passt der SCF. Wo in den 90er-Jahren Volker Finke den Club hoffähig gemacht hat und wie der Nach-Nachfolger mehr als ein Jahrzehnt wirken durfte. Auch weil die Clubführung(en) auch im Falle des sportlichen Misserfolges am Trainer festhielten und sogar 2 Abstiege in die 2. Bundesliga ruhig vearbeiteten. Ohne Überreaktion, aber natürlich mit klarer Analyse, was schiefgelaufen ist.

Jetzt also die Krönung? Gegen Aston Villa, dessen prominentester Anhänger der englische Thronfolger ist. Prinz Williams lässt es sich offenbar nicht nehmen und feuert sein Team von der Tribüne aus an. Wie offenbar 20.000 Fans aus Birmingham, die das Besiktas-Stadion in eine Art Villa Park verwandeln wollen. Villa ist sicher der Favorit, das Team hat Rang 4 in der Premier League und damit die Qualifikation für die kommende Champions League sicher. Freiburg kann ebenfalls in die Königsklasse rücken, es wäre der äußerst lukrative Nebenaspekt des Europa-League-Triumphes.

 

Basketball-Spektakel in Athen

 

Das Final Four der Euroleague ist Vereins-Höhepunkt der europäischen Saison. Am Freitag stehen in Athen 2 Halbfinali auf dem Program, am Sonntag folgen die Partie um Platz 3 und das Endspiel. Nicht dabei ist allerdings der nominelle Heimverein Panathinaikos, in dessen Halle das Ganze zur Austragung kommt. Woll aber Lokalrivale Olympiakos, der es am Freitag (17 Ur) mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul zu tun bekommt. Daszweite Halbfinale bestreiten anschließend in einer spanischen Auseinandersetzung Valencia und Real Madrid.
Der Ausgang scheint offen, für Olympiakos spricht der Heimvorteil (viele werden sich vom Hafen aus ins nahe Telekom Center aufmachen. Aber immer zu beachten sind die alten Herrschaften von Real, die wie im Fußball regelrecht aufblühen, wenn es um internationale Weihen geht.

 

Und sonst?

 

  • Eishockey: Noch bis einschließlich Montag stehen für die Teams bis zu vier Vorrundenspiele bei der Eishockey-WM an. Schon heute trifft das deutsche Team auf die USA, nach 3 Niederlagen ist die Stimmung ziemlich im Keller. Und trotzdem ist das Viertelfinale noch nicht außer Reichweite, erst recht mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger, der allerdings in völlig veränderter Aufstellung in die Schweiz gereist wird.
    Aber sogar wenn die Deutschen heute verlieren, könnte es noch klappen. Dann allerdings müsste das Team des umstrittenen Bundestrainers Harold Kreis am Samstag gegen Österreich gewinnen, wahrscheinlich sogar mit 2 oder gar 3 Toren Unterschied.
    Favoriten auf den Titel sind eh andere. Die Schweizer Gastgeber überzeugten beim 6:1 gegen Deutschland, auch Finnland und Kanada sind stark. Für mich bleibt die Frage, was dieses Turnier soll in Olympiajahren, weil der absolute Höhepunkt das Turnier in Mailand mit allen NHL-Stars gewesen ist.
  • Pokal-Finale in Berlin: Es trifft der FC Bayern auf den VfB Stuttgart. Alles andere als ein klarer Sieg der Münchner wäre eine Sensation. Die große Frage: Wie wird der frischgebackene Nationalmannschaftsrückkehrer Manuel Neuer aufgenommen. An dieser Stelle spare ich mir die Worte zu dem unfassbaren Umfaller des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014. Mehr morgen (Donnerstag), wenn der Kader vom Bundestrainer offiziell bekannt gegeben wird.
  • England: Die letzte offene Frage von Bedeutung: Wer steigt als dritter Club neben Wolverhampton und Burnley ab. Tottenham Hotspur genügt zu Hause gegen den FC Everton ein Remis (ich lass jetzt mal einen Sieg von Rivalen West Ham United mit 12 Toren Unterschied gegen Leeds außen vor). Dann würde eine durch und durch verkorkste Saison der Londoner wenigstens nicht mit einem Super-GAU enden.
  • Handball: Der SC Mageburg kann am Donnerstag mit einem Unentschieden gegen den härtesten Verfolger die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Die Norddeutschen ihrerseits befinden sich im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz 2 (und die Champions-League-Qualifikation). Diese haben ebenfalls am Donnerstag mit der Heimpartie gegen hannover -Burgdorf die wesentlich einfachere Aufgabe.
  • Radsport: Einige schwierige Etappen stehen in den nächsten Tagen beim Giro d’Italia an. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte um den angeschlagenen Gesundheitsustand von Top-Favorit Jonas Vingegaard zutreffen. Beim Zeitfahren gestern zeigte er Schwächen, ob aus Taktik (Kraftsparen) oder tatsächlich körperlicher Schwäche, die Radsportwelt rätselt.
  • Basketball: Die Play-offs in der BBL wird am Wochenende mit den jeweils dritten und vierten Partien fortgesetzt. Während der FC Bayern souverän seine beiden Heimpartien gegen die Gladiators Trier gewann, musste Alba Berlin eine übeerraschende Niederlage gegen Vechta hinnehmen (und vermied eine zwweite Heimplete am Dienstag nur mit größter Mühe). Außerdem spielen: Ratiopharm Ulm – Bamberg (0:2) und Würzburg gegen Bonn (1:1).
  • Formel 1: Der 5. WM-Lauf am Sonntag in Kanada. Gefahren wird auf dem Circui de Villeneuve, einer der schönsten Strecken mit der berühmten Wall of Champions. Wer schlägt die Mercedesse, wer schlägt Kimi Antonelli?
  • Tennis: Männer-Turnier in Hamburg und Genf, Frauen-Turniere in Rabat und Straßburg. Das Ganze als Vorbereitung und Formüberprüfung für die French Open. In Paris selbst findet die Qualifikation für das 2. Grand-Slam-Tunier des Jahres statt, das am Sonntag beginnt.