von Münchner Löwe | Apr. 25, 2026 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Falls jemand Fan der Houston Rockets ist, wird er nach der Partie gegen die LA Lakers eine schlechte Zeit verbracht werden. Die Bezeichnung „verschenkter Sieg“ erhält eine neue Dimension. Ich habe in meiner langen Zeit als Basketball-Fan noch nie einen derart verhühnerten Erfolg gesehen. Bei mir kamen aber schnell Erinnerungen an das Handball-Viertel-Finale bei Olympia in Paris auf, als die Franzosen den fast sicheren Triumph durch einen ähnlich stümperhaften Fehler wie den von Smith weggeschmissen haben.
Houston Rockets – Los Angeles Lakers 108:112 OT (0:3)
Alles schien entschieden. Ein Wurf der Lakers ging daneben, Houstons Jabari Smith schnappt sich den Ball: 25 Sekunden sind noch zu spielen, die Rockets sind 6 Punkte (101:95) vorn, was kann da passieren? Es passierte Folgendes, eine unfassbare Fehlerkette:
Jabari Smith versucht einen Lob-Pass zu: ja wen eigentlich? Markus Smart von den Lakers schnappt sich den Ball und wird bei seinem sofortigen Dreier-Wurfversuch sinnbefreit gefoult – 3 Freiwürfe, die Smart alle verwandelt zum 98:101. Nächster Angriffsversuch der Rockets. Reed Shepard verliert fast umgehend den Ball, ein Pass zu LeBron James, der versenkt einen Dreier zum Ausgleich.
Immer noch 20 Sekunden zu spielen, und die Rockets können trotz des Desasters die Partie noch für sich entscheiden. Wenig überraschend haben sie allerdings völlig den Faden verloren, Alperin Sengün hat trotzdem eine kleine Wurfchance, der Ball verfehlt klar das Ziel.
Also Verlängerung, und hier machen die Lakers kurzen Prozess. Sie führen damit praktisch uneinholbar mit 3:0 Siegen, diesen Rückstand hat in der Play-off-Geschichte noch nie ein NBA-Team gedreht.
Bester bei den Siegern
LeBron James: Der 41-Jährige blüht in Abwesenheit von Lika Doncic regelrecht auf. Obwohl er mit den Kräften völlig am Ende schien, verwandelte er eiskalt seinen Dreier zum Ausgleich. Letztlich kam er auf glänzende 29 Punkte und 13 Rebounds.
Stark trotz der Niederlage
Alperin Sengün: Endlich hat der türkische Nationalspieler auch in der NBA den Schlüssel gefunden und konnte seine überragende Klasse ausspielen. Kaum zu stoppen war er unterm Korb. 33 Punkte legte er auf, holte 16 Rebounds und klaute dreimal den Ball. Wäre dank seines grandiosen vierten Viertels der bejubelte Matchwinner gewesen, aber die fette Dame hatte eben noch nicht gesungen …
X-Faktoren
Rui Hachimura: Sein unglaubliches 1. Viertel hielt die Lakers auf Kurs. 16 Punkte schenkte der Japaner ein, blieb bei 6 Versuchen ohne Fehlwurf (3 Dreier).
Und sonst?
- Spiel ohne Stars: Bei den Lakers fehlten weiter Luka Doncic und Austin Teaves, bei den Rockets Kevin Durant. Ob sie in dieser Serie wiederkommen, bleibt ungewiss.
Ausblick
Alles spricht für die Lakers. Es wäre für mich wenig verwundelich, wenn sie nach diesem Sieg die Serie schon im nächsten Spiel in Houston für sich entscheiden würden. Dem 41-Jährigen LeBron James käme eine vorzeitige Spielpause bestimmt willkommen, bevor es dann höchstwahrscheinlich gegen die Oklahoma City Thunder geht, wenn ich so weit vorgreifen darf.
Nächstes Spiel: Mo., 03:30: Rockets – Lakers
Philadelphia 76ers – Boston Celtics 100:108 (1:2)
Die große Frage nach Spiel 2 lautete: War das nur ein Ausrutscher der Celtics oder ein echter Swing. Boston gab die Antwort und holte sich mit einem Sieg in Philly den Heimvorteil zurück. Die Entscheidung fiel allerdings erst in der Schlussphase ,als vor allem Starspieler Jayson Tatum nach zuvor eher durchwachsener Partie 11 seiner insgesamt 25 Punkte markierte, darunter 2 Dreier mtten ins Herz der Sixers versenkte.
Beste der Sieger
Jayson Tatum und Jalen Brown: Das kongeniale Duo der Celtics findet langsam, aber sicher zur Meisterform 24. Je 25 Punkte, dazu zusammen noch 11 Rebounds und 11 Assists. Auf diese beiden kann sich die Celtics-Gemeinde verlassen. Allerdings doch mit dem kleinen Fragezeichen, denn zeitweise war vor allem Tatum seine lange Verletzungspause anzusehen.
Stark beim Verlierer
Tyrese Maxey: eine bärenstarke Vorstellung. 31 Punkte (10 im letzten Viertel) sammelte der Spielmacher, der mit seiner Schnelligkeit mehrere Fastbreaks abschloss. Am Ende erhilet er schlicht keine Unterstützung mehr.
X-Faktoren
Peyton Pritchard: Der Scharfschütze hatte endlich sein Visier richtig eingestellt. 5 von 10 Dreierversuchen fanden das Ziel, das erinnerte an den Peyton Pritchard der vergangenen Saison, als er wegen seiner Distanzwürfe zum besten sechsten Mann der Liga gewählt wurde.
Zahlereien
0 von 7 Dreier verwandelte VJ Edgecombe. Los eines Rookies (Neuling in der 1. Saison), der seine fabulöse Leistung aus Spiel 2 nicht wiederholen konnte. Nächstes Mal wirds besser.
Ausblick
Die Celtics haben also den Heimvorteil wieder, aber die Serie gegen den Erzrivalen bleibt haarig. Insgesamt scheint mir Boston stärker aufgestellt, zumal Phillies Superstar Joel Embiid wegen einer Blinddarm-Entzündung ausfällt.
Nächstes Spiel: Mo., 01:00: 76ers – Celtics
Portland TrailBlazers – San Antonio Spurs 108:120 (1:2)
Lange sah es wahrlich nicht nach einem derart klaren Ergebnis für die Spurs aus, im Gegenteil: Mitte des 3. Viertels führten die Blazers mit 82:67, denn gegen die Spurs-Abwehr ohne Victor Wembayama hattensie oft sehr geringe Probleme, frei zum Abschluss zu kommen. Doch San Antonio blieb hellwach und zeigte, dass sie auch ohne ihr „Alien“ vernünftigen Basketball spielen können (das hatten sie auch in der regulären Saison oft genug demonstriert). Innerhalb von nur vier Minuten hatten sie noch im 3. viertel den hohen Rückstand in eine Führung (88:87) verwandelt, und im Schlussabschnitt hatte Portland nichts mehr entgegenzusetzen.
Beste beim Sieger
Top-Scorer war Stephon Castle mit 33 Punkten und hervorragender Wurfquote (10/18, 3/4 Dreier). Sein Gesellenstürck machte Rookie Dylan Harper, der 27 Zähler beisteuerte und zeigte, warum ihn die Spurs vor de Saison an Nummer 2 gedraftet haben.
Stark trotz der Niederlage
Jrue Holiday: Eigentlich war der Veteran vor zwei Jahren zu den Blazers gekommen, um das Team zu konsolidieren. Jetzt hatte der 35-HJährige plötzlich Lust am Punkten und traf zeitweise, wie er wollte. 29 Punkte sammelte er letztlich, aber auch in der Verteidigung stand er seinen Mann und stahl gleich vier Bälle.
X-Faktor
Luke Kornet: Ohne Wemby stand plötzlich der Ersatz-Center im Blicküunkt, der vor 2 Jahren noch zusammen mit Holiday für die Boston Celtics den Titel geholt hatte. ER machte seine Sache mehr als ordentlich, punktete zuverlässig (14) und stemmte sich den Angriffen entgegen. Luke Kornet ist natürlich kein Alien wie Wembanyama, aber sehr verlässlich.
Ausblick
Die Spurs sind wieder in der Oberhand, und wie es aussieht, wird fürs nächste Spiel Victor Wembanyama nach seiner offenbar nicht zu heftigen Gehirnerschütterung wieder dabei sein. Trotzdem dürfte niemand die Blazers unterschätzend, die mehr als angedeutet haben, wie gefährlich sie sind.
Nächstes Spiel: So., 21:30: Blazers – Spurs
Ansetzungen
Sa., 19:00: Magic – Piston (1:1)
Sa., 21:30: Suns – Thunder (0:2)
So., 00:00: Hawks – Knicks (2:1)
So., 02:30:Timberwolves – Nuggets (2:1)
So., 19:00: Raptors – Cavaliers (1.2)
So., 21:30: Blazers – Spurs (1:2)
Mo., 01:00: 76ers – Celtics (1:2)
Mi., 03:30: Rockets – Lakers (0:3)
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von Münchner Löwe | Apr. 24, 2026 | NBA
Blick über den Teich, NBA
Drei Spiele, drei Heimsiege gab es diese Nacht für die Gastgeber. Die atlanta Braves und Minnesota kamen damit dem überraschenden Weiterkommen einen Erfolg weiter, doch der Weg ist noch lang
Atlanta Hawks – New York Knicks 109:108 (2:1)
Die Partie hatte alles, was man von einem Ost-Play-off-Spiel und speziell von dieser Serie erwarten durfte. Knallharte Defense und viel Spannung gerade am Ende mit mehreren Führungswechseln.
Dabei sah es lange Zeit für einen souveränen Erfolg der Hawks aus, die noch anfangs des vierten Viertels mit 10 Punkten Vorsprung führten. Doch wenn die Knicks eines können, dann kämpfen. OJ Amunoby traf gleich 2 fabulöse Dreier mit auslaufender Shotclock, und 1:03 Minuten vor dem Ende führten plötzlich die Knicks mit 108:105. Jalen Johnson verkürzte auf 107:108, die Hawks stoppten den nächsten Angriff, und es war CJ McCollum, der wiederum die Hawks mit einem Sprungwurf in Führung brachte. Der letzte Angriff der Knicks verpuffte, und die Halle von Atlanta feierte den zweiten Sieg der Hawks, der sehr viel mehr Nerven geraubt hatte als lange gedacht.
Bester der Sieger
CJ McCollum: Nicht nur wegen des entscheidenden Korbes. Der Routinier, der erst im Januar im Tausch mit Trae Young von den Washington Wizards kam, steuerte insgesamt 23 Punkte und 5 Rebounds zum Erfolg bei. Vor allem aber gibt er dem insgesamt jungen Team Halt mit der ganzen Erfahrung seiner 34 Jahren. Zeitweise erinnert er an Glanzzeiten zusammen mit Damian Lillard bei den Portland TrailBlazers, lang, lang ists her.
Stark beim Verlierer
OJ Amunoby: Sinnbild der Aufholjagd. Hätten die Knicks gewonnen, wären seine zwei unglaublichen Dreier in der Schlussphase Vereinslegende geworden und noch in Jahren bei jedem Rückblick gezeigt worden . So reichten sie „nur“ dazu, dass sie das allumfassende Talent des 28-Jährigen dokumentierten. Isgesamt legte er 29 Zähler und 9 Rebounds auf und war damit Top-Scorer der Partie. Zudem extrem bissig in der Verteidigung (3 blockierte Würfe).
X-Faktor
Jonathan Kuminga: Falls Trainer Steve Kerr von den Golden State Warriors aus dem Urlaubsdomizil zugeschaut hat, werden ihm die Tränen gekommen sein. Tränen des Verlustes und vielleicht auch Wut über sich selbst, dass er es mit diesem zwar schwierigen (wechselwilligen), hochbegabten Basketballspieler nicht besser hinbekommen hat, so dass Kuminga Kalifornien in Richtung Atlanta verließ (im Tausch gegen den verletzungsanfälligen Kristaps Porzingis). Mit seiner unglaublichen Athletik schuf sich Kuminga immer wieder Räume, die er sehr gut zu nutzen wusste (21 Punkte 9/14 erfolgreiche Würfe aus dem Feld).
Zahlereien
2 verschiedene Korb-Schützen hatten die Knicks im ersten Viertel. Jalen Bruson (11 Punkte und OJ Amunoby (10). Der Rest (immerhin Größen wie Towns und Hart und Bridges hatte eine fette Null auf der Habenseite.
Nur 69,2 Prozent (18 von 26) der Freiwürfe verwandelten die Hawks. Ganz anders die Knicks, die zu 90 Prozent (18/20) erfolgreich waren. So kann man überlegene Partien auch wieder spannend machen.
Ausblick
Bereits in der Nacht zu Sonntag folgt ebenfalls in Atlanta das vorentscheidende Spiel 4. Die Knicks haben Kämpferherz bewiesen, müssen aber schauen, dass alle fünf Startspieler von Beginn an wirklich auch dabei sind. Wenn sie es dann noch schaffen, ihre Dreierquote wenigstens auf ein Drittel zu erhöhen (Freitag: 28,9 %), traue ich ihnen den dringend notwendigen Auswärtserfolg zu.
Nächstes Spiel: So., 00:00: Hawks – Knicks
Toronto Raptors – Cleveland Cavaliers 126:104 (1:2)
Drei Viertel war die Partie völlig ausgeglichen (83:81), doch im Schlussviertel brachen die Cavaliers komplett auseinader und kassierten alleine in diesen 12 Minuten rekordverdächtige 43 (!) Zähler. Damit verkürzte das einzige kanadische Team der Liga auf 1:2, und wenn die Cavs nicht schleunigst draufkommen, was da am Ende so schiefgelafen wird, könnte diese Serie sehr viel aufregender werden als nach den ersten beiden Partien anzunehmen war.
Beste Spieler der Sieger
Scottie Barnes und RJ Barrett kamen am Ende auf je 33 Punkte. Barnes war vor allem in den ersten drei Vierteln der Mann, der die Raptors im Spiel hielt. Als ihm im Schlussviertel etwas die Kräfte ausgingen, übernahm vor allem Barrett (16 Punkte und Jamison Battle/siehe X-Faktor.
Stark beim Verlierer
James Harden war mit 18 Punkten zumindest der treffsicherste. Dagegen blieb Donovan Mitchell (15) weit unter seinem Normaschnitt von etwa 28 Zählern.
X-Faktoren
Jamison Battle: Hatte die besten Minuten seiner noch jungen Karriere. Alle seine 14 Punkte erzielte er im Schlussviertel, als er einen Dreier nach dem anderen versenkte (4/4, dazu ein verwandelter Zweier). Den hatten die Cavs in ihrer Spielvorbereiung nicht auf dem Zettel.
Offensichtlich auch nicht Rookie Collin-Murray-Boyles, der starke 22 Zähler beisteuerte und dabei 11 von 15 oft gar nicht so einfache Würfe traf und letztlich auf 22 Punkte kam.
Zahlereien
60,87 Prozent Dreier der Raptors waren erfolgreich, dagegen nur 57,1 der Freiwürfe. Wer will nicht über Verrücktheiten auf dem Basketball-Court verzweifeln?
🇩🇪🇦🇹👓
Dennis Schröder (Cavs): Traurige Zahlen für den Nationalmannschafts-Kapitän. Nur 5 Minuten Einsatzzeit gönnte ihm Trainer Kenny Atkinson. In denen sammelte er nur 3 Pünktchen (durch einen Dreier) und einen Rebound.
Jakob Poeltl (Raptors). Solide Leistung des Ösi-Centers mit 8 Punkten, 6 Rebounds und 2 Assists.
Ausblick
Noch sind die Cavaliers in der Vorderhand, aber sie müssen das schlimme Schlussviertel aus den Köpfen bekommen. Und eine Steigerung ihrer Topspieler Donovan Mitchell und James Harden täte ebenfalls gut. Die Raptors haben gezeigt, dass sie nicht das Schlachtvieh abgeben wollen, für das sie viele Experten gehalten haben.
Nächstes Spiel: So., 19:00: Raptors – Cavaliers
Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 113:96 (2:1)
Ein von vorn bis (fast) hinten komplett missratener Abend der Nuggets. Vor allem das erste Vietel werden sie in Denver in grausamer Erinnerung behalten, in dem sie gerade mal 11 Punkte sammelten. So schlecht habe ich einen gesunden Nikola Jokic wohl noch nie gesehen, der eine Fahrkarte nach dem anderen warf, absurde Ballverluste produzierte und auch in der Abwehr daneben lag. Mit dem 11:25 waren die Gäste im Target Center noch gut bedient, auch weil Wolfs-Star Anthony Edwards sichtlich gehandicapt war.
Der Vorsprung der Wolves wuchs und wuchs auf zeitweise 25 Punkte an. Riese Rudy Goberts räumte nicht nurn in der Abwehr auf, sondern zauberte vorne in selten gesehener Art und Weise.
So war die Partie zur Halbzeit entschieden (61:39), und auch wenn die Nuggets zeitweise auf bis zu 13 Zähler herankamen, ernstfhaft in Gefahr geriet der Heimsieg der Timberwolves nie. So bleibt den Gästen höchstens die Genugtuung, dass sie den zweiten Abschnitt mit 57:52 für sich entschieden. Ein schwacher Trost.
Bester der Sieger
Ayo Dosunmo: Erwischte einen Sahnetag mit 25 Punkten und 9 Assists. Sprang für Anthony Edwards in die Bresche, der wegen seines Knies nur 24 Minuten auf dem Parkett stand und dabei auf 17 Zähler kam.
Stark beim Verlierer
Nikola Jokic: 27 Punkte und 15 Rebounds lesen sich auch großartig. Doch nur jeder 4. Wurf des serbischen Ausnahmespielers fand sein Ziel (im ersten Viertel war es nur einer von 8).
X-Faktoren
Ausgeglichenheit der Wolves: Sechs Spieler trafen zweistellig
Rudy Gobert: Der Franzose errichtete in der Defensive meist gegen Jokic großartige Arbeit und zwang ihn zu schwierigen Würfen. Dazu erstaunliche Aktionen auf der anderen Seite des Feldes wie ein Anspiel hinter dem Rücken.
Zahlereien
Nur 40 Prozent aller Würfe der Nuggets trafen zwischen die Reuse. Ein in der heutigen NBA nicht mehr wettbewerbsfähiger Wert. Die Wolfes hingegen waren zu fast 60 Prozent erfolgreich.
31 Assists gaben die Wolves, also Vorlagen, die direkt zu Punkten führten. Ausdruck des tollen Team-Basketballs von Minnesota (Nuggets 12)
Ausblick
Ähnliche Situation wie in Atlanta: Die Denver Nuggets brauchen in Spiel 4 unbedingt einen Auswärtserfolg, damit sie sich realistische Chancen bewahren. Jokic wird nicht noch mal so schwach beginnen, der zweite Top-Mann wird sich ebenfalls steigern (müssen). Vielleicht wird auch der schmerzlich vermisste Aaron Gordon wieder dabei sein, seine Körperlichkeit würden die Nuggets dringend gebrauchen.
Nächstes Spiel: So., 02:30: Timberwolves – Nuggets
Ansetzungen
Sa., 01:00: 76ers – Celtics (1:1)
Sa., 02:00: Rockets – Lakers (ohne Doncic und Reaves) (0:2)
Sa., 04:30: TrailBlazers – Spurs (ohne Wembanyama) (1:1)
Sa., 19:00: Magic – Pistons (1:1)
Sa., 21:30: Suns – Thunder (0:2)
So., 00:00: Hawks – Knicks (2:1)
So., 02:30: Timberwolves – Nuggets (2:1)
von Münchner Löwe | Apr. 23, 2026 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Die zweiten Spiele der 1. Play-off-Runde sind absolviert, nur in drei von acht Serien liegt ein Team mit 2:0 Siegen voran.
Detroit Pistons – Orlando Magic 98:83 (1:1)
Es ist mir nicht bekannt, ob die Magic die Kabinenwände oder den berühmt-berüchtigten Pausentee in Detroit noch einmal untersucht haben. Grund genug hätten sie, denn allein mit fehlender Klasse ist das komplett-Versagen direkt nach dem Seitenwechsel kaum zu erklären. 46:46 stand die immer umkämpfte, von beiden Seiten recht fehlerhaft geführte Partie zur Halbzeit. Nach 8 Minuten des 3. Viertels lagen die Magic um Franz Wagner mit 49:76 zurück. 3:30 (!) lautete also der Negativ-Run in diesem Zeitraum, so einen Einbruch nach zuvor ausgeglichener Partie habe zumindest ich noch nie gesehen, da kann man schon mal höhere Mächte anfragen.
Ein paar Zahlen in diesen verheerenden 7:30 Minuten belegen das absoute Desaster. Die Magic trafen einen von zehn Wurf-Versuchen (Jalen Suggs per Dreier), ihnen unterliefen 6 Ballverluste. Hingegen durften die Pistons nahezu ungehindert von einer Magic-„Abwehr“ agieren (11/15, 1 Turnover).
Immerhin, das sei positiv angemerkt und gibt auch Hoffnung für die nächsten Partien: So unerwartet der Einbruch kam, so schnell hörte er weder auf, in den verbleibenden 16 Minuten, die natürich nicht mehr allzu play-off-verbissen geführt wurden vekürzten die Magic den Rückstand auf 15 Zähler.
Bester beim Sieger
Cade Cunningham: 27 Punkte erzielte der Starspieler der Pistons, servierte dazu 11 Assists und pflückte 8 Rebounds. Zeitweise kaum aufzuhalten, und diesmal erhielt er auch die notwendige Unterstützung (weitere 5 Spieler trafen zweistellig).
Stark trotz der Niederlage
Am ehesten noch Jalen Suggs mit 19 Punkten und 6 Rebounds.
Zahlereien
Gleich 7 Blocks gelangen den Pistons im ersten Viertel
Gerade mal 14 von 24 (58 %) Pistons-Freiwürfen fanden das Ziel. Cunningham verwandelte nur 4 von 8 Frewürfe, dagegen 10 von 13 seiner zweier-Versuche.
🇩🇪👓
Franz Wagner kam nur auf 12 Punkte, sehr wenig für seine Verhältnisse. Immerhin gelangen dem Berliner 4 Steals.
Tristan da Silva hatte einen verwandelten Dreier zu Buche stehen, Moe Wagner kam erst in der „Garbage Time“ zum Einsatz, als die Partie entschieden war.
Ausblick
Die Serie wandert nun nach Orlando. Die Magic werden ihre Lehren aus den desaströsen siebeneinhalb Minuten ziehen, die Pistons sollten diese nicht überbewerten, bleiben aber Favorit der Begegnung.
Nächstes Spiel: Magic – Pistons, Sa., 19:00
Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns 120:107 (2:0)
Die zweite Partie verlief ähnlich wie die erste. Schnelle Führung der Thunder, die Suns können zeitweise hübsch dagegenhalten, aber letztendlich waren sie nie auch nur in der Nähe eines Sieges.
Bester der Sieger
Shai Gilgeous-Alexander: Diesmal sammelte der Kanadier 37 Punkte, 5 Rebounds und 9 Assists. Der Unterschiedsspieler, den das Tam aus Arizona nie in den Griff bekam.
Stark beim Verlierer
Dillon Brooks: 30 Punkte legte der Kanadier im Sun-Dress auf, dazu schnappte er 6 Rebounds.
Zahlereien
21 Ballverluste unterliefen den Suns, natürlich auch der enorm aggressiven Defense der Thunder geschuldet. Statistisch gesehen war das der größte Unterschied der beiden Teams.
🇩🇪👓
Isaiah Hartenstein holte 9 Punkte und 10 Rebounds und war wie gewohnt bei zahlreichen Angriffen als Blocksteller beteiligt.
Ausblick
Alles scheint den eerwarteten Gang zu gehen. Die Serie wandert nun nach Phoenix, es würde mich nicht wundern, wenn die Thunder auch dort zweimal erfolgreich wären und vorzeitig in die nächste Runde einziehen würden.
Nächstes Spiel: Suns – Magic Sa., 21:30
Ansetzungen
Fr., 01:00: Hawks – Knicks (1:1)
Fr., 02:00: Raptors – Cavaliers (0:2)
Fr., 03:30: Timberwolves – Nuggets (1:1)
Sa., 01:00: 76ers – Celtics (1:1)
Sa., 02:00: Rockets – Lakers (0:2)
Sa., 04:30: Blazers – Spurs (1:1)
von Münchner Löwe | Apr. 22, 2026 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Die jeweils zweiten Spiele zeigen: die meisten Serien sind doch sehr viel unterhaltsamer und ausgeglichener als ich dachte. Gerade in San Antonio dürfte jetzt das große Heulen und Zähnklappern losgehen
Boston Celtics – Philadelphia 76ers 97:111 (1:1)
Große Ernüchterung im TD Garden. Mit einer reifen Leistung holten sich die 76ers von den Celtics den Heimvorteil. Mit einem tollen 2. Viertel stellte das Team aus Pennsylvania die Weichen auf Sieg. Besonders hervor tat sich Rookie V.J. Edgecombe, der in diesem Abschnitt gleich 16 seiner insgesamt 30 Punkte erzielte und dabei 4 von 5 Dreier versenkte.
Die Celtics kamen zwar im 4. Viertel noch einmal auf 2 Punkte heran, doch in dieser heiklen Phase behielt vor allem Tyrese Maxey den Überblick und die nötige Ruhe.
Beste Männer des Siegers
VJ Edgecombe: eine fabulöse Leistung des Rookies in seinem erst zweiten Play-off-Spiel. Mit seinen 16 Punkten im 2. Viertel brachte er die Sixers nicht nur wieder heran, sondern führte die vorentscheidende Führung herbei. Am Ende standen 30 Punkte (6/10 Dreier) und 10n Rebounds zu Buche.
Maßgelich am Sieg beteiligt war auch Tyrese Maxey, der im Schlussviertel so richtig aufdrehte (12 Punkte) und sich ebenfalls mit herausragenden Distanzwürfen (3/4) hervortat.
Stark in der Niederlage
Jalen Brown: 36 Punkte legte der nimmermüde Kämpfer auf, und als Einziger Celtic hielt er im Schlussabschnitt dagegen. Jayson Tatum spielte durchaus ordentlich, aber von der Top-Klasse der vergangenen Play-offs ist er nach seinem Achillessehnenriss doch noch sehr weit entfernt.
Zahlereien
13/50 Dreier: Dies ist die verheerende Bilanz der Celtics-Profis, eigentlich für ihre Treffgenauigkeit bekannt. So scheiterte Dreierspezialist Peyton Pritchard mit all seinen 3 Versuchen (offenbar hat er schnell eingesehen, dass das nichts bringt. Die Sixers hingegen kamen auf 10/19 erfolgreiche Abschlüsse von jenseits der Linie; außerordentlich, zumal wenn ich bedenke, dass sie im ersten Spiel nur 4 von 23 Würfen verwandelten. Die gleiche Halle, dieselben Spieler, derselbe Gegner – und so ein Unterschied.
Ausblick
Zwar ist jetzt der Heimvorteil bei den Sixers und die Halle in Philly vielleicht die unangenehmste für Auswärtsteams, aber das ist noch nicht einmal eine Vorentscheidung. Zumal sich das Dreierglück (-Können) auch wieder drehen kann. Ich bis gespannt, wie sich die Form Tatum entwickelt
San Antonio Spurs – Portland Trail Blazers 103:106 (1:1)
Schock für alle Spurs-Fans: Victor Wembanyama zog sich im 2. Viertel einen Gehirnerschütterung zu und musste das Parkett verlassen. Nach einem Foul von Jrue Holiday schlug er mit dem Kopf auf dem Parkett auf. Den Regeln entsprechend musste er das concussion protocoll durchlaufen und dürfte mehrere Spiele ausfallen.
Auch ohne Wemby hätten die Spurs die Partie gewinnen können, vielleicht müssen. Ein Zwischenspurt im 4. Viertel brachte ihnen eine 13-Punkte-Führung (92:79), dicg dieser Vorsprung schmolu so schnell dahin wie er erarbeitet wurde. Der play-off-erfahrene Jrue Holiday war dabei der Anker, an dem sich das junge Blazers-Team aufrichten konnte. Die Spurs hatten mit dem letzten Angriff zwar noch die Chance auf den Ausgleich, doch der Dreier-Versuch von Devin Vassell traf nur den Ring.
Bester Mann der Sieger
Scott Henderson: Am Ende standen für ihn 31 Punkte zu Buche, im ersten Viertel war er der einzige Blazer, der dagegenhielt (13 Zähler) und den Abstand im erträglichen Maß hielt.
Stark in der Niederlage
Wirklich überzeugend war keiner, offenbar hatte der Ausfall von Wembanyama sehr stark mitgenommen. Von den Startern hatte allein Julien Champagne eine Wurfquote von mehr als 50 Prozent.
X-Faktoren
Jrue Holiday und Robert Williams: Zwei sehr erfahrene Spieler, die unter anderem bei den Celtics extrem erfolgreiche Play-ofs absolviert haben. In der entscheidnen Phase behileten sie immer die Ruhe, sorgten mit ihren Punkten und Rebounds für entlastende Momente.
Zahlereien
5 Offensiv-Rebounds pflückte Luke Kornet. Am Wemby-Ersatz lag es nicht, dass die Spurs unterlagen.
Schwache Freiwürfe: Die Blazers verwandelten nur 17 von 23, die Spurs gar nur 20 von 28. Alles unter 75 Prozent ist nicht NBA-würdig, außer man heißt Shaquille O’Neal.
Ausblick
Noch steht nicht fest, wann Wembanyama wieder zurück aufs Parkett darf. Fest steht: Ohne ihren französischen Star werden es die Texaner sehr schwer haben, eines der beien nächsten Auswärtsspiele in Portland zu gewinnen. Es ist natürlich nicht unmöglich, aber etzt müssen gerade De’Aaron Fox und Stephon Castle Verantwortung übernehmen.
Die Blazers erweisen sich als der erwartet schwere Brocken. Mit Henderson, Deni Avdija und Center Donovan Clingan verfügen sie über ausgezeichnete Profis. Und ein Jeremi Grant wird auch bessere Tage erleben als am Dientagabend (5 Punkte, 1/8 aus dem Feld).
Los Angeles Lakers – Houston Rockets 101:94 (2:0)
Der nächste extrem enttäuschende Abend der Rockets, die ihren Ruf als schwaches Play-off-Team eindrucksvoll bestätigten.. Und das, obwohl ihr Altstar Kevin Durant wieder dabei war. Allerdings erkennbar nicht auf der Höhe seines Schaffens, obwohl er mit 23 Punkten Top-Scorer seines Teams war. Aber in der Abwehr fahrig (3 Fouls in der 1. halbzeit), und in der Offensive leistete er sich satte 9 Ballverluste.
Den Lakers (weiter ohne Doncic und Reaves) genügte eine Durchschnittsleistung ohne Ausschläge nach oben oder unten. Ab dem 3. Viertel lagen sie stets zwar nur knapp in Führung (meist zwischen 5 un 10 Punkten), aber ich hatte nie das Gefühl, dass die Partie noch kippen könnte.
Bester beim Sieger
LeBron James: Der 41-Jährige übernimmt in Abwesenheit von Luka Doncic Verantwortung und liefert ab. 28 Punkte, 8 Rebounds und 7 Assists sind herausragend.
Stark trotz der Niederlage
Trotz allem Kevin Durant: 23 Punkte im ersten Spiel nach der Knieverletzung sind in Ordnung. Nicht mehr, nicht weniger. Fatal, dass er so wenig Unterstützung erfuhr, etwa von Alperin Sengün, der seine Klasse kaum zur Geltung brachte
X-Faktoren:
Marcus Smart: Dass der Verteidiungs-Spezialist mit 25 Punkten auftrumpfen würde hatte kaum jemand erwartet, jedenfalls nicht in Houston. Sonst hätten sie ihn nicht so frei seine Würfe (5/7 Dreier) verwandeln lassen. Auch Luke Kennard elgte mit 23 Zählern erneut eine sehr ordentliche Leistung hin.
Zahlereien
9 Ballverluste leistete sich Kevin Durant. Indiskutabel bei einem absoluten Topsgtar der Szene mit reichlich Erfahrung.
7 Dreier verwandelten die Rockets. In Zeiten der Distanzwürfe ein anachronistisch niedriger Wert.
Ausblick
Mit 2:0 Siegen können die Lakers jetzt recht beruhigt nach Houston fahren. Dort erwartet sie dann ein hoffentlich stärkeres Rockets-Team, sonst könnte diese Serie sehr schnell entschieden sein. Vor heimischer Kulisse wird sich Houston wohl nicht fast kampflos ergeben, wie es in LA den Anschein hatte.
Ansetzungen Donnerstag (MESZ)
01:00: Detroit Pistons – Orlando Magic (0:1) East
03:30: Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns (1:0) West
Ansetzungen Freitag
01:00: Atlanta Hawks – New York Knicks (1:1) East
02:00: Toronto Raptors – Cleveland Cavaliers (0:2) East
03:30: Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets (1:1) West
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