von Münchner Löwe | Apr. 27, 2026 | Formel 1, Fußball, Snooker, Tennis, Wochenvorschau
Champions-League-Halbfinale (Männer und Frauen), Tennis in Madrid (ohne Carlos Alcáraz), und die Formel 1 kehrt nach kriegsbedingter Pause in Miami zurück.
Alles Bayern oder was?
Für viele Experten ist das Halbfinale in der Fußball-champions-League zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern das vorweggenommene Finale. Beide Teams sind mit abstand die offensivstärksten in Europa. Sie haben fantastische Einzelspieler (Vitinha, Kvaratskhelia, Dembélé respektive Olise, Diaz, Kane) die auch noch hervorragend zusammenspielen. Die große Frage wird sein, wie die nicht ganz so top besetzten Abwehr- und defensive Mittelfeldreihen mit dieser Angriffs-Power zurechtkommen. Vielleicht entscheiden die Torhüter, und dann wäre es für die Münchner natürlich von großem Vorteil, wenn sie den Manuel Neuer aus dem Hinspiel gegen Real Madrid bekämen und nicht den Manuel Neuer aus dem Rückspiel. Dass PSG aufgrund des Wunsches von Trainer Luis Enrique sich vor der Saison von Gianluigi Donnarumma getrennt hat, ist für mich immer noch ein unfassbares Faszinosum.
Während bei PSG-Bayern allseits ein Offensiv-Feuerwerk mit unbekannten Ausgang erwartet wird, dürfte die zweite Begegnung zwischen Atlético und dem FC Arsenal eher pragmatisch geführt werden. Atlético ist etwas überraschend der letzte Vertreter der spanischen Armada, Trainer Diego Simeone in seiner 16. (!) Saison beim „kleinen“ Madrider Verein hat zwar mit Julian Alvarez und Antoine Griezmann herausragende Offensiv-Kräfte, doch nach seinem Naturell legt er immer viel Wert auf Sicheheit. Meistens zumindest, denn manchmal lässt er die Seinen von der Leine wie beim unglaublichen Pokal-Halbfinale gegen Barca, als die „Colchoneros“ im Hinspiel zur Pause 4:0 führten.
Dem FC Arsenal hingegen scheint nach dem brillanten Herbst und Winter die Luft auszugehen. In den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Londoner schon ausgeschieden, im Meisterschaftsrennen scheint Manchester City mittlerweile die bessere Form zu haben (es droht ein Wettschießen ums bessere Torverhältnis). Mit dem extrem pragmatischen Spiel, dass vermeintlich allein von großartigen Standards lebt, hat Arsenal die neutralen Fußball-Fans schon gegen sich aufgebracht. Wenn das jetzt nicht mindestens zu einem Titel führt, könnte es für Trainer Miguel Arteta tatsächlich eng werden.
Kuriosum am Rande: Nicht eine der vier Halbfinalisten wird von einem Trainer, der die Staatsbürgerschaft des Landes hat (krude ausgedrückt, man ahnt, was ich sagen will …. FC Bayern: Kompany/Belgien, PSG: Enrique/Spanien, Arsenal: Ateta/Spanien, Atlético: Simeone/Argentinien.
Di., 21:00: PSG – FC Bayern
Mi., 21:00: Atl´ßetico – Arsenal
Die Frauen bestreiten am Wochenende bereits die Halbfinal-Rückspiele, ebenfalls mit vier Vertreterinnen aus Deutschland, Spanien England und Frankreich. Der FC Bayern hat am Sonntag im ausverkauften Camp Nou (So., 16:30) die nahezu unlösbare Aufgabe gegen den FC Barcelona, das mit Abstand beste Team Europas. Im Hinspiel am Samstag wehrten sich die Münchnerinnen im WM-Stadion sehr tapfer und holten ein insgesamt verdientes 1:1. Ob das aber reicht, erscheint mir sehr zweifelhaft, auch wenn es wahrscheinlich nicht zu einem 1:7-Desaster kommt wie beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober.
Völlig offen erscheint mir die zweite Begegnung zwischen Olympique Lyon und dem FC Arsenal (Sa., 15:00). Die Londonerinnen profitierten bei ihrem 2:1 am Sonntag von veritablen Abwehrfehlern von Lyon.
Freies Geleit für Jannik Sinner?
Zumindest fehlt dem Italiener mit Carlos Alcáraz der nominell stärkste Gegner. Der Spanier leidet an einer Handgelenks-Verletzung und zog nicht nur für dieses Turnier zurück, sondern für die komplette Sandplatzsaison und damit auch für die French Open in einem Monat. Handgelenks-Verletzungen sind tatsächlich mit das Übelste, was einem Tennisspieler passieren kann. Dominik Thiem etwa fand danach nie wieder zu alter Form, auch als er sich nach einer langen Pause zurückmeldete. Bleibt im Sinne aller Tennisfreunde zu hoffen, dass das beim Spanier nicht so dramatisch endet.
Von der Abwesenheit von Alcáraz könnte Alexander Zverev profitieren, der im Madrid hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Die bisherigen Vorstellungen waren durchwachsen, aber erfolgreich. Ich habe trotzdem meine Zweifel, dass Zverev das Finale erreicht oder gar triumphiert, obwohl das Turnier in der spanischen Hauptstadt schon zweimal gewonnen hat (2018, 2021).
Bei den Frauen läuft erneut alles wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka gegen Lena Rybakina hinaus. Es sind die mit Abstand besten Tennisspielerinnen in diesem Jahr, die auch auf Sand eine Klasse für sich sind. Zumindest im Doppel ist Laura Siegemund noch dabei an der Seite der 41-jährigen (!) Vera Zwonarewa.
Die Formel-1-Motoren heulen wieder
Nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des US- und Israel-Krieges und gegen den Iran und der damit verbundenen unsicherren Lagen in den Golf-Staaten ausgefallen waren, kehrt die Königsklasse zurück. Mit dem Rennen in Miami rund ums Football-Stadion, in dem für Sommer auch Fußball-WM-Partien geplant sind. In de Pause wurde das Reglement leicht geändert. So soll in der Qualifikation wieder mehr Wert auf Speed gelegt werden und weniger auf Motoren-Management. Es war ja regelrecht eine Farce, wenn die Fahrer weit vor Ende der Geraden vom Gas gegangen sind, weil keine Energie mehr vorhanden war.
Ob die Änderungen an der Herrschaft der Mercedesse großartig beenden, glaube ich eher nicht. Das ganze Paket stimmt, die Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind der Konkurrenz weit voraus. Vielleicht kann der viermalige Weltmeister dank seiner fahrerischen Ausnahmestellung den Rückstand verkürzen. Der Holländer hatte sichtlich wenig Spaß am Spar-Fahren; geradezu glücklich wirkte er, als er für ein Wochenende zur Langstrecken-Meisterschaft auf den Nürburgring wechselte.
Freiburger Märchen
Das Team von Trainer Julian Schuster steht im Halbfinale der Europa League. Die Aufgabe Sporting Brava scheint lösbar, auch wenn die Portugiesen nie abzuschreiben sind (man frage die Kicker von Betis Sevilla). Das Hinspiel findet am Donnerstag (21 Uhr) in Braga im wunderschönen EM-Stadion vn 2004 statt, das Rückspiel dann eine -woche Später zu Hause. Sollten die Breisgauer tatsächlich das Endspiel erreichen wartet in Istanbul mit Aston Villa oder Nottingham Forest auf jeden Fall ein englischer Club. Die Conference-League-Halbfinales am Donnerstag lauten: Rayo Vallecano – Racing Straßburg und Schachtjor Donezk – Crystal Palace (in Krakau).
Insgesamt geht es für die deutschen Teams im Europapokal auch darum, Spanien in der 1-Jahreswertung noch abzufangen. Mit Rang 2 hinter England wäre das ein 5. Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte der SC tatsächlkch die Europa League gewinnen, hätte er ein persönliches (eigenes?) Sartrecht in der Königsklasse 26/27.
Und sonst?
- Bundesliga: Ein „Endspiel um Platz 4 zwischen 1899 Hoffenheim (5./57 Punkte) und dem VfB Stuttgart (4./57) VfB Stuttgart (4./57). Wer gewinnt, hatbeste Chancen auf den letzten Champions-League-Platz. Dahinter lauert Bayer Leverkusen (55 Punkte), das zu Hause gegen RB Leipzig im Topspiel des Tages (Sa., 18.30) zum Siegen verdammt ist.
Im Abstiegskampf braucht der vfL Wolfsburg jeden Sieg, da kommt ein Gegner wie Freiburg zwischen dessen beiden Europa-League-Halbfinals vielleicht wie gerufen, sogar auswärts (So., 19:30). Aufgrund des Mai-Feiertags gibt es wie gehabt am Freitag kein Spiel, die Polizei wird anderswo gebraucht.
- England, Premier League: Fernduell um die Meisterschaft zwischen Arsenal und Manchester City. City mit 3 Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Arsenal kann gegen Fulham vorlegen (Sa., 18:30), City müsste am Montag (21:00) in Everton nachlegen. Im Abstiegskampf brauchen die Tottenham Hotspur unbedingt einen Sieg gegen Aston Villa (So., 20:00!).
Championship: Der letzte von 46 (!) Spieltagen in der 2. englischen Liga. Coventry City steht als Aufsteiger fest, dahinter hofft noch ein Quartett auf den direkten Aufstiegsrang 2. Könnte eine extrem wilde Angelegenheit werden ab Samstag um 13:30 Uhr. Apropos: Leicester City muss den Gang in die 3. Liga antreten, 2015 wurde das Team noch Sensationsmeister. Einen derartigen Abstieg hat es meines Wissens zumindest auf sportliche Art und Weise noch nie gegeben.
- DEL: Die Eisbären Berlin haben die ersten beiden Spiele der Finalserie gegen die Adler Mannheit klar gewonnen (6:3, 5:1). Spiel 3 am Dienstag in Mannheim ist schon ein Pflchtsieg für die Gastgeber.
- Basketball: Die Euroleague hat endlich die 8 Tams der Play-offs gefunden – ohne deutsche Beteiligung. 4 Serien nach em Modus Best of 5, die ersten beiden Spieltage verteilt auf Dienstag bis Freitag. Nach meinem Kurzaufenthalt in der griechischen Hauptstadt schlägt mein Herz für die Athener Clubs Panathinaikos (vs Valencia) und Olympiakos (vs Monaco). Außerdem: Fenerbahce – Kaunas und Real Madrid gegen hapoel Tel Aviv.
- Handball: Auch hier Viertelfinale der Champions League, hier der Modus Hin- und Rückspiel. SC Magdeburg bei Szeged (Mi., 18:45) und Füchse Berlin in Vezprem (Do., 18:45) sind jeweils in Ungarn zu favorisieren. Außerdem: Sporting Lissabon Mi., 20:30) – Aalborg und Nantes – FC Barcelona (Do., 20:30).
- Snooker: Die WM in Sheffield geht in die entscheidende Woche. Wie gehabt wird der Titel erst am ersten Mai-Montag in de 3. oder 4. Finalsession ermittelt. Titelverteidiger Zhao Xintong steht schon m Viertelfinale.
von Münchner Löwe | März 9, 2026 | Biathlon, Formel 1, Fußball, ski alpin, Wochenrückschau
Trainer-Rauswurf in Wolfsburg, Aicher-Blackout im Fassa-Tal, Mercedes-Triumph in Australien.
Den Wölfen bleibt nur Heulen und Zähneklappern
Der fast unaufhaltsame Abstieg des VfL Wolfsburg geht weiter. Nach dem eher erbärmlichen 1:2 gegen den Hambuger SV zogen die VW-Verantwortlichen (naja in Wirklichkeit sinds hoffentlich doch noch die Club-Oberen) erneut die Notbremse und feuerten Trainer Daniel Bauer. Außerdem schic kten sie den komplett überforderten Peter Christensen in die Wüste – ein Schritt, den Wohlmeinende mit dem Club (die gibts tatsächlich) schon viel früher getan hätten. Wenn nämlich jemand den durch und durch missratenen Kader (trotz der VW-Fantastilliarden) zu verantworten hat, dann der Sportdirektor.
Jetzt soll ein guter Bekannter helfen: Dieter Hecking, der erklärte Feuerwehrmann der Liga. Den VfL führte er 2015 zum Pokalsieg, ich war damals live vor Ort im Berliner Olympiastadion und später bei der Pk, als er stolz die „King“-Kappe aufsetzte, die seine Kinder für ihn gebastelt/gekauft hatten. Die Kinder sind jetzt junge Erwachsene, und die Situation beim VfL nicht mehr annähernd fröhlich-heiter, sondern vielleicht so bedrohlich wie noch nie in mittlerweile 29 Jahren Bundesliga-Zeit. Ich gönne ja niemanden den Abstieg (als leidgeprüfter Löwen-Fan weiß ich, wie weh dann noch Häme tut), aber wenn der VfL nicht mehr in der Bundesliga wäre, ihr würde wenig bis nix fehlen.
4 Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf den Relegationsplatz 16, das Unterfangen wird extrem knackig.
Aicher top – Aicher nachlässig
3 Speedrennen waren fürs Wochenende im Val d Fassa angesetzt. Für Emma Aicher begann es fast perfekt, als sie sie in der 1. Abfahrt Zweite wurde, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen von der Italienerin Laura Pirovano, die ihren ersten Weltcupsieg überhaupt landete.
Doch Aichers Aufhol- und Punktejagd wurde jäh aufgehalten, vielmehr stoppte sie selbst. Nämlich durch einen eklatanten Fehler in der 2 Abfahrt, durch den sie nur Rang 12 belegte. Noch ärger erging es ihr im Super-G am Sonntag. Ein Tor offenbar hatte sie (mal wieder) offenbar völlig falsch besichtigt, und die 22-Jährige schied aus. Ein typischer Aicher-Fehler. So nonchalant-lässig und trotzdem schnell sie die Pisten herunterfährt, als würde sie einen besseren Trainingslauf absolvieren, so täppisch wirken ihre Torfehler. In drei Super-Gs ereilte sie in diesem Jahr dieses Schicksal; Dreimal dachte ich: Das kann doch gar nicht wahr sein, hier rauszufliegen.
Die durchaus vorhandenen Chancen auf den Gesamtweltcup haben sich damit so gut wie zerschlagen. Niemand wird darob glücklicher sein als Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin war schon sichtlich nervös geworden, traute sich mit zittrigen Knien auf die Super-G-Strecke und belegte Rang 23 (wir reden von der mit Abstand besten Skifahrerin der Welt). Wenn nicht alles verrückt spielt (und sie nächste Woche in einem Slalom rausfliegt), bleibt ihr diese Mutprobe beim Weltcup-Finale in zwei Wochen erspart.
Noch ein Wort zu Pirovano. Sie gewann auch die 2. Abfahrt am Samstag, wieder mit nur einem Hunderstel Vrorsprung – diesmal auf die Österreicherin Conni Hütter. 2 Siege auf derselben Abfahrt an 2 nachfolgenden Tagen mit jeweils nur einem Hundertstel Vorsprung: Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon mal gegeben hat. Die italienischen Festspiele im Val di Fassa rundete dann Elena Curtoni mit ihrem Sieg beim Super-G ab.
Bei den Männern beschloss das Schicksal, Atle McGrath für den verpasssten Olympiasieg zu entschädigen. Der Norweger, noch einsam im Wald irgendwo bei Bormio nach dem Aus im 2. Duchgang, gewann den Slalom von Kranjska Gora. Zu sagen, es sei ein Hundertstelkrimi gewesen, wäre die Untertreibung des Jahres. McGrath siegte also mit einem Hundertstel vor Landsmann Henrik Kristoffersen. Sein Vorsprung auf den Dritten Lucas Braathen betrug 4/100 Sekunden. Es folgten der Vierte Michael Mat (0.06) und der Münchner Skilöwe Linus Straßer, der als Fünfter gerade mal 9/100 Sekunden Rückstand hatte. Nicht einmal ein Zehntel fehlte also zum Sieg, und deswegen war Straßer auch trotz des verpassten Podestplatzes zufrieden. McGrath aber führt jetzt relativ klar im Slalom-Weltcup; der wäre mehr als ein Ersatz für den verpassten Olympiasieg.
Mercedesse bestätigen Favoritenrolle
Es herrschte viel Spannung vor dem ersten Formel-1-Lauf in Melbourne. Würde das neue Reglement auch im Rennen klappen? Können die Fahrer überholen? Können sie vielleicht zu leicht überholen? Halten die Boliden? Funktioniert das Energie-Management?
Nach dem ersten Rennen ist es für ein abschließendes Urteil natürlich noch viel zu früh, aber ich denke, er gibt Grund zum vorsichtigen Optimismus. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gerade die ersten Runden, als sich George Russel im Mercedes und Charles Leclerc (Ferrari) mehrmals einander überholten, waren sehr unterhaltsam und eine gute Show. Nachdenklich stimmt allerdings die derzeitige Überlegenheit von Mercedes. Am Ende hatte der Brite Russell die Nase klar vorn vor seinem Teamgefährten Kimi Antonelli, den auch ein total verpatzter Start nicht aus der Bahn warf.
Zweite Kraft scheint tatsächlich Ferrari zu sein. Inwieweit außerdem der Ausnahmefahrer Max Verstappen eine ermeinltiche oder tatsächliche Unterlegenheit seines Red Bulls kompensieren kann, ist eine der vielen Unwägbarkeiten. Nachdem er sein Auto im Qualifying nach einem Defekt an die Wand geworfen hat (im Wortsinn), startete er im Rennen von ganz hinten eine Aufholjagd. Doch diese endete schon auf Rang 6, konnte oder wollte Verstappen nicht mehr, lautete eine der großen Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt.
Ein mehr als solides Debüt feierte Audi. Gabriel Bortolotto ergatterte gleich im ersten Rennen als Neunter Punkte für die Ingolstädter. Die Basis von Sauber, dessen Rennstall Audi übernommen hat, scheint gut genug (fast hätte ich geschrieben: sauber genug, aber wer braucht schon Wortwitze?) für weitere Punktefahrten, dann auch für Nico Hülkenberg.
Der 2. Lauf findet schon am kommenden Sonntag in China statt.
Und sonst?
- Aufruhr in Köln. Nämlich durch den Stadionsprecher Michael Trippel, der mehrmals unangenehm auffiel, als er vermeintliche Fehlentscheidungen abfällig kommentierte gegen den heimischen FC und für Borussia Dortmund (Pfui! Widerlich!“). Ein absolutes NoGo! Extrem parteiische Stadionsprecher, die sich eher als Heim-Einpeitscher denn als seriöse Informierer verstehen, sind ohnehin zunehmend eine Plage, aber Trippel hat den Bogen eindeutig überspannt. Das fanden auch die zumindest nach außen hin peinlich-berührten Kölner Vereins-Oberen. Niemand verlangt absolute Neutraltät, aber den ohnehin sehr geforderten Schiri derart in den Senkel zu stellen nach zwar umstrittenen, aber keineswegs komplett falschen Entscheidungen, das geht überhaupt nicht.
- Biathlon: Was war das denn? Sonne in Kontiolahti? Schöner, weiß-glitzernder Schnee und auch noch Zuschauem? Wo war die uns vertraute finnische Trostlosigkeit, wenn der Biathlon-Weltcup im Dezember im grauen, nassen Nebel auf einer notdürftig präparierten Kunstschee-Loipe vor einem Zuschauer-Nirwana die Rennen absolvierte?
Inspiriert von diesen herrlichen Bedingungen waren jedenfalls die Sportler, die sich beim ersten Treff nach Olympia engagiert ins Zeug legten. Mit Ergebnissen, die einem irgendwie bekannt vorkamen, denn vorne waren wie gehabt hauptsächlich ausschließllich Franzosen, Norweger und Schweden, „Innen“ inkludiert, so viel Frauentag muss sein.
Um genau zu sein: Bei den Männern siegten Eric Perrot (Frankreich/Einzel), die norwegische Staffel und Sture Lagreid (Norwegen/Massenstart/), bei den Frauen die schwedische Staffel, Julia Simon (Frankreich/Massenstart) und Elvira Öberg (Schweden/Einzel). Wenn ichs richtig sehe, sprengte nur die slowakische Dritte Paulina Fialkova im Einzel die Podest-Bastion der drei großen Nationen, und diese wird nach der Saison die Karriere beenden …
- Hoffen mit Sechzig: Aufstieg? Ernsthafte Chancen?? Noch im März??? Nach dieser Saison???? Das Schicksal treibt ein böses Spiel mit mir, lässt mich Löwen-Fan vom Aufstieg träumen (so sweet dreams). Nach 5 Siegen in Folge nur noch 3 Punkte Rückstand auf Rang 3 und die Relegation. Schön ist es nicht, wie die Löwen spielen, aber erfolgreich. Nächsten Samstag folgt ein Heimspiel gegen Wehen-Wiesbaden, ich schreib nix dazu, Angst vorm Jinx … (und dem erfahrungsgemäßen Rückschlag).
von Münchner Löwe | Dez. 9, 2025 | Allgemein, Formel 1, Handball, Wintersport, WM, Wochenrückschau
Lando Norris Formel-1-Weltmeister, die Handballfrauen topp und Seriensiegerinnen bei den Alpinen. Übderhaupt viel Wintersport und Bälle-Kampf in allen Variationen.
Gott sei dank wars langweilig
Vorm letzten Grand Prix in Abu Dhabi war klar: Lando Norris reicht Platz 3, und was geschieht: Lando Norris fährt auf Platz 3 und beschert McLaren den ersten Fahrertitel seit Lewis Hamilton 2008. Ein Rennen ohne große Höhepunkte, dass der Noch-Weltmeister Max Verstppen souverän für sich entschied. Letztlich langweilig, aber Gott sei Dank!
Denn Spannungs-Autoren einer Netflixserie (die die Königsklasse ja so liebgeonnen haben), hätten daraus mehr gemacht. Etwa als Norris nach einem Boxenstopp auf Verstappens Red-Bull-Teamkollegen aufgefahren ist. Ganz schnöde überholen ließ sich der Japaner.
(In einer Netflix-Fiktion wäre er Norris sicher ins Auto gerammt, sodass dieser an die Boxen gemusst hätte und eine unglaubliche Aufholjagd starten müssen. Ehe er dann 2 Runden vor Schluss auf Platz 4 (wie gesagt: Er brauchte Rang 3) liegend wieder auf Tsunoda aufläuft. Kann er ihn überholen? Alles Fiktion).
Norris rettete also seinen Punktevorsprung ins Ziel und holte den ersten WM-Titel seiner Karriere. Die Diskussionen, ob das verdient ist oder nicht, sind ebenso müßig wie die Frage, ob Norris ein „attraktiver“ Weltmeister ist oder nicht viel zu langweilig. Er profitierte ja vor allem von Red Bulls Katastrophenwagen bis zur Sommerpause im August (so dass Versappens Aufjoljagd zu spät kam). Norris profitierte außerdem von dem noch immer sehr rätselhaften Formabbau seines Teakollegen Oscar Piastri, dem ab September fast gar nichts mehr glückte.
Ist Norris der schnellste Fahrer im Feld? Wahrscheinlich nicht, das ist mit ziemlicher Sicherheit der abgelöste Vestappen. Aber das genügt nicht, und um die Wahrheit die Ehre zu geben. Wären die McLarens nicht vor drei Wochen nach dem GP von Las Vegas wegen eines unzulässig abgeschliffenen Ungerbodes disqualifiziert worden, hätten wir gar keinen Showdown mehr gesehen. Alles nur Zufall?
Ich kann mit Weltmeister Norris gut Leben, auch wenn ich Piastri lieber ganz oben gesehen hätte. aber der junge Australier hat es selbst weggeworfen; warum, das wierden er, sein Berater Mark Webber und sein Team McLaren hoffentlich gut analysieren.
Handballerinnen begeistern
Fast mutete der Weg der deutschen Frauen ins Viertelfinale wie ein Spaziergang an. 6 Spiele, 6 völlig ungefährdete Siege: Der Traum von einer Medaille lebt. Es gibt im Team nicht die eine Superstarin, auf die alles angelegt hat. Die Truppe ist sehr homogen, gleichsam sgtark in Abwehr und Angriff, kaum auszurechnen. Wenn ich überhaupt jemanden herasstellen möchte, dann ist das mit Sicheheit die Torfrau Katharina Filter, Kapitänin Antje Döll und Rückraumspielerin Emily Vogel, besser bekannt noch unter ihrem Mädchennamen Bölk. aber auch viele junge Akteurinnen haben ihre Klasse gezeigt.
Heute im Viertelfinale gegen Außenseiter in der erneut ausverkauften Dortmunder Weltfalenhalle ist natürlich großer Druck. Eine Niederlage, und der ganze schöne Eindruck ist futsch. Erstmals im ZDF, das ist auch ungewohnt. Andrerseits lockt das Halbfinale, der größte Erfolg seit Jahrzehnten, und der Dortmunder Heimvorteil ist nicht nur im Fußball, sondern auch im Hanball für das eine oder andere Tor gut.
Robinson und Scheib – im Riesenslalom enteilt
2 Riesenslaloms standen am Wochenende im kanadischen Mont-Tremblant auf dem Programm, und die Siege teilten sich die beiden besten Läuferinnen in dieser Disziplin. Am Samstag triumphierte die Neuseeländerin Alice Robinson, eine Woche nachdem sie schon in Copper Mountain erfolgreich war. Am Sonntag revanchiewrte sich Julia Scheib, die tags zuvor ausgeschieden war und sichewrte sich mit einem unfassbaren zweiten Lauf den zweiten Saisonsieg (nach Sölden zum Auftakt im Oktober). Robinson bestätigte ihre Klasse mit einem dritten Platz, noch hinter der wieder aufstrebenden Sara Hector aus Schweden.
Riesenslalom ist seit Jahren die schwächste Disziplin de Deutschen. So muss Platz 12 für die junge Emma Aicher im 1. Rennen schon als Erfolg gelten (das 2. Rennen verhaute sie völlig und verpasste als 36. gar das Finale der besten 30.
Zweifacher Sieger bei den Männer-Rennen auf pistenbedingt jeweils stark verkürzten Strecken in Beaver Creek schaffte Marco Odermatt. In der Abfahrt am Donnerstag gewann er vor Ryan Cochran Siegle (USA) und AJ Sejerstedt aus Norwegen. Im Reisenslalom rettete er im 2. Durchgang seine komfortable Halbzeitführung gerade noch so ins Ziel vor dem erstaunlich auftrumpenden Italiener Alex Vinatzer (zum ersten Mal auf Weltcup-Podest) Pech (ode vielmehr Unvermögen) hatte Fabian Kratz, der nach seinen tollen Platz 6 zur Halbzeit im 2. Durchgang total verkrampfte und folgerichtig ausschied. Schade, das wäre das sichere Olympia-Ticket gewesen.
Den Sieg im 3. Rennen, den Super-G am Freitag, sicherte sich de österreichische Routinier Vincent Kriechmayr, dem allerdings die frühe Startnummer zupass kam. Die Verhältnisse wurden immer schlechter und nach 32 Fahrern brach die Jury das Rennen ab, genau dann also, damit das Ergebnis bis dato auch gewertet werden kann.
Müller ohne weiteren Titel
Den holte sich im MLS-Finale Inter Miami mit den argentinischen Weltmeistern Lionel Messi und Di Paul eben gegen Mülles Vancouver. Die Partie in Fort Lauderdale war durchaus stimmungsvoll (ein Publikum, das dem Spielgeschehen folgt, was ist das denn?), das Tempo eher überschaubar, vielleicht auch der Winterwärme geschuldet (28 Grad Celsius). Thomas Müller spielte unauffällig, trieb die Kanadier immer wieder an. Die glichen in der 2. Halbzeit eine recht frühe Führung Miamis aus und waren drauf und dran, das Spiel für sich zu entscheiden, doch dreimal innerhalb von Sekunden stand der Pfosten einer Führung im Weg.
Es war dann der immer noch geniale Messi, der mit zwei großartigen Vorlagen (eine davon im Bereich genial, das kann nur er) die Partie mt entschied. Zunächst bediente er mit einem Lochpass den alten Weggefährtgen Di Paul, kurze Zeit später gemeinsam mit Tadeo Allende, einen weiteren argentinischen Landsmann. In dieser Form wird Lionel Messi auch beim WM-Turnier im Sommer dem Titelverteidiger eine wertvolle Stütze sein.
Und sonst?
- Bundesliga: Die Bayern in der Krise, hießt es nach dem mühsamen Weiterkommen im Pokal während der Woche beim 1. FC Union. Die Krise sah dann soh aus, dass die Münchner gleich mit 5:0 beim VfB Stuttgart gewannen auch dank dreier Treffer von Harry kane, obwohl der Engländer erst zur Pause eingewechslet wurde. Schlussmann Manuel Neuer wurde geschon, und prompt blieben die Münchner zum ersten Mal seit Wochen ohne Gegentreffer.
Härtester „Verfolger“ bleibt RB Leipzig nach dem 6:0 über Eintracht Frankfurt, allerdings schon mit 8 Punkten Rückstand.
Im Tabellenkeller bäumt sich der 1. FC Heidenheim auf. Zum 2. Mal in folge gelang in der Nachspielzeit der Siegestreffer, diesmal traf Stefan Schimmer zum 2:1 gegen Freiburg.
Unterschiedlicher Trainereffekt: Der FC Augsburg mit dem alten neuen Coach Manuel Baum gewann mit 2:0 über Bayer Leverkusen, Mainz 05 (Interins-Coach Benjamin Hoffman) unterlag zu Hause Borussia Mönchengladbach mit 0:1.
- Internationale Ligen, England: Das bisher so wouveräne Arsenal kommt in der Premiewr League etwas ins Straucheeln. Die Londoner verloren am Samstag eine spektakuläre Partie bei Aston Villa mit 1:2; der Vorsprung auf Manchester City (3:0 gegen Sunderland auch ohne haaland-Treffer) beträgt nur noch 2 Punkte.
Riesenstress beim FC Liverpool, das bei Leeds United trotz 2:0- und 3:2-Führung nur 3:3 spielte: Der in der vergangenen Saison überragende Mo Salah saß 90 Minuten auf der Bank (völlig verdient wegen akuter Formschwäche) und moserte hinterher aufs übelste gegen Traine Arne Slot. Folge: Suspendierung fürs Champions-league-Spiel bei Inter, und die Zeichen stehen auf vorzeitigem Abschied.
Spanien: Stress, das hat auch de neue Real-Trainer Xabi Alonso. Nsch dem letztlich verdienten 0:2 gegen Celta Vigo gab es neben dem üblichen Miserabel-Verlieren-Könnens (2 Rote Karten, Tumulte auf der Bank) auch schwere Anschuldigungen gegen den Ex-Bayer-Meistertrainer; der angeblich seinen Kader überhaupt nicht im Griff hat. „Er hat die Kabine verloren“, wie das so hübsch heißt. Fortsetzung folgt mit Sicherheit.
Die Gunst der Stunde nutzt der FC Barcelona. Vor einem Monat nach der Niederlage im Clasico noch am Boden, haben die Katalanen jetzt in 5 pargtien insgesamt 9 Punkte gutgemacht auf Real und führen plötzlich in der Primera Division mit 4 Zählern.
- Basketball: Quo vadis, Bayern? Erneute Auswärtsniederlage in der Euroleague, diesmal bei Partizan Belgrad, obwohl dort die Fans nach dem Aus von Trainelegende Sasa Obradovic stinksauer aufs eigene Team sind und zwischenzeitlich sogar die Münchner anfeuerten.
Immerhin: In der BBL läuft es gut, denn dort verteidigten die Bayern die Tabellenführung durch einen Heimerfolg über Pokalsieger Mitteldeutscher BC.
- Wintersport: Ich beschränke mich auf die ersten Einzelrennen im Biathlon, wo bei den Frauen mein finnisch-österreichisches Herz vergnügt klopfte. In Östersund feierte Suvi Minkkinnen im Sprint ihren ersten Weltcupsieg, in der Verfolgung war Lisa Theresa Hause nach einer makellosen Schießleistung nicht zu schlagen, allerdings nur, weil die bis dato Führende Minkkinen ihren allerletzten Schuss verfehlte..
Bei den Männern dominieren die Norweger weiter trotz des Abfangs der Bö-Brüder Tarjej und Johannes Tignes. Johan Olav Bodn, vor dieser Saison aus dem EBU-Cup-Team hochgezogen, triumphierte in Einzel und Sprint. Erstaunlicherweise landete in der Verfolgung kein Norge-Läufer, sondern der Franzose Quentin Fillot-Mallet ganz oben auf dem Stockerl. Deutsche Podestplätze bei Frauen und Männern weit entfernt, zum ersten Mal seit 2019 bei einem Saisonauftakt.
von Münchner Löwe | Nov. 30, 2025 | Biathlon, bundesliga, Formel 1, Frauen-WM, Fußball, Handball, ski alpin, Wintersport, Wochenvorschau
Formel-1-Showdown in Abu Dhabi, Pokal-Viertelfinale und vielleicht heikle Beschlüsse der Innienministerkonferenz zu Fußballspielen. Dazu am Freitag die Auslosung für die Fußball-WM in Washington – ohne Iraner, dafür vielen korrupten Funktionären.
Verstappen siegt und hofft
Der letzte Grand Prix bringt die Entscheidung. 3 Fahrewr dürfen noch auf den WM-Titel hoffen. Die besten Chancen hat Lando Norris, obwohl diese am Sonntag die größte Enttäuschung hinnehmen musste. Nach der total missglückten McLaren-Taktik wurde er nur Vierter, während Titelverteidiger Max Versappen im Red Bull den nächsten Sieg einheimste vor Norris´Teamkollegen Oscar Piastri (wbenso Oper der Taktik). Norris hat alle Trümpfe in der eigenen Hand. 12 Punkte hat er gegenwärtig Vorsprung auf Verstappen, sogar 16 sind es auf Piastri. Das bedeutet:
Norris wird Weltmeister
- wenn er vor Verstappen und Piastri landet.
- wenn er gewinnt oder mindestens Dritter wird
– gewinnt Verstappen, muss er mindestens Dritter werden
– gewinnt Piastri, reicht sogar Rang 6.
Verstappen wird Weltmeister, wenn
- er gewinnt und Norris nicht unter die besten Drei kommt
- er auf Platz 2 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris nicht unter die besten Siegen kommt
- er mauf Platz 3 kommt, Piastri nicht gewinnt und Norris bestenfalls Achter wird.
- er auf Platz 4 kommt, Norris nicht punktet (kein Top-10-Platz) und Piastri nicht mindestens Zweiter wird.
Piastri wird Weltmeister
- wenn er gewinnt, Norris nicht unter die besten Fünf kommt.
- er Zweiter wird, Verstappen bestenfalls Vierter wird und Norris höchstens Neunter.
Pokal-Revanche in Dortmund
Schlager des Achtelfinals ist ohne Zweifel die Partie zwischen Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Im Westfalenstadion kommt es am Dienstag zur Revanche der Bundesliga-Partie vom Samstag, das die Dortmunder mit 2:1 für sich entschieden. Anstoß ist erst um 21 Uhr, das dürfte dem vorher stattfindenden Nations-League-Finale der deutschen Frauen gegen Spanien in Madrid (siehe unten) geschuldet sein. Ich sehe das Spiel zwischen den beiden nach Bayern besten deutschen Teams (trotz RB Leipzig) völlig offen.
Die Bayern wollen im Pokal mal wieder überwintern. Ausgerechnet beim 1. FC Union müssen sie antreten. Die Berliner sind bisher die einzige nationale Mannschaft, gegen die der Meister seit Saisonbeginn Punkte gelassen hat. Die absolute Topfom scheint mir beim FCB verloren, vielleicht fordert jetzt eben doch die Club-WM und der recht kleine Kader ihren Tribut. Trotzdem sind die Münchner im Stadion An der Alten Försterei natürlich (natürlich!) klarer Favorit.
Brisante IMI-Konferenz
Die Minister tagen ab Mittwoch, und unter anderem steht ein Strauß von Maßnahmen gegen die angeblich uferlose Gewalt in Fußball-Stadien auf der Agenda. Im Gespräch sind unter anderem personalisierte Tickets und erkennungsdienstliche Maßnahmen durch KI. Was mir am übelsten aufstößt: Die Vereine respektive die DFL soll zu Stadienverboten aufgrund des bloßen Verdachts (und zudem evtl. noch als Kollektivstrafe ausgesprochen) genötigt werden. Gegen diesen rechtsstaatlichen Irrsinn wehren sich gerade die Fans (mit Schweigen in den ersten 12 Minuten/12. Mann und so). Sollte uns alle angehen, weil die Herrschaften Innenminister (beileibe nicht nur die Unionisten) den Fußball und sein Umfeld gerne als Versuchsballon für ihre Maßnahmen betrachten.
Ich finde im übrigen nicht, dass die Gewalt in den Stadien derart zugenommen hat, dass derart drastische Maßnahmen notwendig sind. Inakzeptable Aktionen wie das Abschießen von Feuerwerkskörpern in vollbesetzte Tribünen sind natürlich konsequent zu verfolgen. Leider gebären sich Fußball-Fans gerade auf den Fahrten zu Spielen für andere Bahn-Gäste schlicht indiskutabel (kein Mensch bei Sinnen steigt in einen Zug mit hunderten besoffenen, gewaltbereiten, nahezu ausschließlich Männern!). Mal sehen, wass von den dickhosigen Ankündigungen auch von SPD-Politikern übrig bleibt, dann gehe ich auch näher auf die Maßnahmen ein.
Todesgruppe oder Spaziergang?
Die WM in Amerika wird am Freitag konkrete Konturen annehmen. Dann nämlich erfolgt in Washington die Auslosung de 12 WM-Gruppen à 4 Mannschaften, und die Teilnehmer wissen, wohin die Reise im riesigen Amerika sie führt: Kanada, Mexiko, USA West oder Ost, Süd oder Nord.
Die Deutschen sind in Top 1 gesetzt, treffen vorerst also nicht auf ultrastarke Teams wie Spanien, England, Frankreich und Argentinien (das sind zurzeit meine engsten Turnierfavoriten, liebe Brasilianer und Holländer). Dennoch könnte die Nagelsmann-Truppe etwa auf Uruguay, Elfenbeinküste und Italien treffen (heftig-herb) oder auf Iran, Neuseeland und Curacao (süß).
Ein Weiterkommen ist so oder so Pflicht, da insgesamt neben den ersten Zwei jeder Gruppe auch die acht (!) besten Gruppendritten weiterkommen. Danach folgen gleich 5 (!) K.o-Runden bis zum Titelgewinn. Der Weltmeister benötigt also erstmals 8 Spiele.
Das Sportliche ist das Eine, die politische Dimension das Andere. Und da hat die US-Regierung mit dem Ausschluss der iranischen Delegation, deren Vertreter allesamt kein Visum erhalten haben, ein deutliches Zeichen gesetzt, wohin die Reise geht: Der US-Gastgeber schafft an. Ein absolutes NoGo bei einer solchen Großveranstaltung, doch weder FIFA und ihr Trump-Speichellecker Präsident Präsident Infantino noch die Verbände haben auch nur ein Wort des Protests erhoben. Da das Ganze in Washington stattfindet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass Top-Terrorist und Massenmörder Trump (die auf seinen Befehl gesprengten Boote mit 100 Toten und mehr vor Venezuela sind nichts anderes als Mord) sich persönlich die Ehre gibt. Niemand der Top-bezahlten Funktionäre wie DFB-Präsident Bernd Neuendorf (300.000 Euro netto plus üppiges Tagesgeld plus Unterbringung in Luxushotels plus andere Annehmlichkeiten aller Art) will es sich verscherzen. Die Gier bei gleichzeitiger Unfähigkeit kennt hier wirklich keine Grenzen.
Beaver Creek, leider abgespeckt
Die Ski-Abfahrtsstrecke „Birds of Prey“ gehört zu meinen Lieblingen. Doch akuter Schneemangel auch in den USA haben eine Änderung des Programms erforderlich gemacht. Die Männer-Abfahrt am Donnerstag fällt komplett aus, die am Freitag findet auf verkürzter und verändeter Strecke statt. Dazu ein Super-G und ein Riesenslalom am Samstag und Sonntag.
In den vergangenen Jahren waren die Schweizer in den Speed-Disziplinen eine Klasse für sich. Doch außer Marco Odermatt (trotz des Ausscheides im Riesenslalom in Copper Mountain) havben die Eidgenossen noch nicht zu ihrer Form gefunden).
Die Frauen müssen auf Speed noch verzichten. Für sie stehen im kanadischen Tremblant 2 Riesenslaloms auf dem Programm. In dieser Disziplin bisher Top: die Österreicherin Julia Scheib (1 Sieg, 1 Zweiter Platz) und die Neuseeländerin Alice Robinson (1 Sieg).
Fußball-Frauen spielen um Titel
Im Nations-League-Finale steht am Dienstag (18:30) das Rückspiel zwischen Spanien und Deutschland an. Dasa Hinspiel am Freitag in Kaiseslautern endete 0:0, wobei die Gastgeber eine bärenstarke Leistung zeigten, nur das Toreschießen vergaßen. Ich selbst havbe die Partie wegen eines Konzertbesuchs nicht gesehen, aber alle Kommentatoren bescheinigten der Truppe von Cjhristian Wück einen sehr Auftritt, der sich halt nicht in Zahlen widerspiegelte. Ob das im Madrider Metropolitano, der so stimmungsvollen Heimstätte von Atlético) wiederholen lässt, ist die große Frage. Noch einmal werden sich die spanischen Starspielerinnen innen Putellas und Bonmati wohl nict auf der Nase herumtanzen lassen.
Für die Handball-Frauen wird es ernster
Sie bestreiten die WM-Hauptrunde in Dortmund mit Partien gegen Spanien, die Färingerinnen und Montenegro. Platz 1 oder 2 müssen her in der Sechsergruppe fürs Minimalziel Viertelfinale (die 2 Siege gegen Serbien und Island werden mitgenommen). Sollte machbar sein, obwohl sich WM-Neuling Färöer bisher fantastisch schlägt mit einem sieg über Spanien.
Franziska Preus auf Mission Titelverteidigung
Nach den Biathlon-Staffeln vom Wochenende finden in Östersund die ersten Einzel-Wettbewerbe für Frauen (und Männer) statt. Auf der Agenda steht das volle Programm mit Einzel (Di., Mi.), Sprint (Fr., Sa.) und Verfolgung (beide So.). Es gilt, gut in die Saison hineinzukommen.
Gibt es wieder einen Zweikampf Preus gegen Jaquemot, der in der vergangenen Saison erst in der letzten Kurve entschieden wurde zu Gunsten der Deutschen. Welche andere Französin des trotz der internen Zwistigkeiten so unfassbar starken Teams (Simon? Braizat-Bouchet??) kann eingreifen? Machen die deutschen Talente (Grothar) weiter Boden gut?
Extrem der Aderlass bei den Norwegern, die nach dem Rücktritt die beiden Böe-Brüder Johannes-tignes und Tarjej ersetzen müssen.
Laura Dahlmeier schaut hoffentlich vom Himmel aus zu.
Und sonst?
- Bundesliga: Schlager des 13. Spieltags ist der Südgipel zwischen dem VfB Stuttgart und Meister FC Bayern. Das ist ja auch eine At Familientreffen zwischen Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß und dem sehr viel beühmteren Bayern-Onkel Uli (nominell „nur“ noch Ehrenmitglied, tatsächlich immer noch der mindestens Mit-Herrscher). Wie oben erläutert, sehe ich die Münchner nicht mehr völlig unangetastet, der VfB hat sich trotz des Abgangs von Nick Woltemade gefunden und könnte durchaus Ärger bereiten.
Nominell das Topspiel ist die Begegnung zwischen RB Leipzig und Eintracht Frankfurt (Sal., 18:30). Die Frankfurter zuletzt in der Liga zumindest ergebnismäßig wieder auf Kurs, das gilt erst recht für die Bullen, immerhin auf Platz 2 der Liga.
Im Blickpunkt steht nach 7 Jahren Pause auch das Nordderby zwischen dem HSV und Werder Bremen, wobei die Partie nicht mehr die Brisanz hat wie bei der Viererserie 2009 (Stichwort: Papierkugel).
- Internationaler Fußball, England: Gleich 2 Spieltage stehen in der Premier League an, die berühmte Entlische Woche. Spitzenreiter FC Arsenal empängt am Mittwoch den FC Brentford und hat am Samstag (13:30) eine durchaus heikle Aufgabe bei Aston Villa. Meisetr Liverpool muss gegen Sunderland (Di., 21:15) und bei Leeds United (Sa., 18:30) seine Form finden.
Spanien: Knifflige Auswärts-Aufgaben für den FC Barcelona (Betis Sevilla) und Atlético (Athletic Bilbao). Real empfängt Celta Vigo (So., 21:00).
Italien: Meister Napoli gegen Rekordmeister Juventus (So., 20:45), immer ein reizvolles Duell Süd gegen Nord. Die Alte Dame aus Turin allerdings auf Formsuche (zurzeit nur auf Platz 7).
- Basketball: Die deutschen Weltmeister bestreiten in der WM-Qualifikation nach dem Heimsieg über Israel die Pflichtaufgabe auf Zypern (Mo., 18:00).
In der Euroleague müüsen die Münchner in der extremstimmungsvollen Belgrader Halle bei Partizan unbedingt mal wieder einen sieg landen, um die Playoff-Plätze nicht fcrühzeitig aus den Augen zu verlieren.
- Handball: Der SC Magdeburg hat gegen FA Göppingen die nächste machbare Aufgabe. Die Meisgterschaft rückt jetzt schon nahe, weil die Verfolger Flensburg-Handewitt und THW Kiel überraschend Federn lassen.
- Wintersport: Das volle Programm: Skispringer (Trondheim), Langläfer und Kombinierer (WM-Ort Trondheim), Eisschnelllauf (Heerenveen). ZDF und Eurosport mit ewigen Sendestrecken (nicht nur) am Wochenende.
von Münchner Löwe | Nov. 24, 2025 | bundesliga, Formel 1, Fußball, ski alpin
Doppeldisqualifikation der McLaren, Shiffrin weiter in der eigenen Welt, und Bayern-Talent Lennart Karl macht alle wuschig.
Selbstfaller oder Regie-Anweisung?
Das Glamour-Rennen der Formel 1 in Las Vegas wäre eigentlich kaum einer Erwähnung würdig gewesen. Ohne Spannung, wenige Positions-Kämpfe. Der Sieg von Max Verstappen stand nach dem Fehler von WM-Leader Lando Norris in der Startkurve schon sehr früh fest.
Doch kurze Zeit, nachdem die Zielflagge geschwenkt wurde, kam es zum Ereignis des Wochenendes. Beide McLarens nämlich hielten der Fahrzeugkontrolle nicht stand, die Bodenplatte war an beiden Rennern zu sehr abgenutzt. Folge: Sowohl der Zweitplatzierte Norris als auch der Viertplatzierte Oscar Piastri verlieren alle Punkte, plötzlich hat Titelverteidiger Max Verstappen nur noch 24 Zähler Rückstand auf Norris und liegt gleichauf mit Piastri. Die Aufholjagd des Holländers könnte also tatsächlich noch in den fünften WM-Triumph in Folge münden, was im August wohl jeder für völlig ausgeschlossen gehalten hätte.
Ein glatter Selbstfaller von McLaren also. Tatsache ist allerdings auch, dass dem Vermarkter der Königsklasse Liberty Media diese Doppel-Disqualifikation extrem in die Karten spielt, weil es jetzt eben noch Hochspanung gibt vor den letzten beiden WM-Rennen in Katar und Abu Dhabi. 24 Punkte, das ist nicht mal mehr ein Rennen, und in Doha steht nächstes Wochenende zusätzlich auch noch ein Sprint an. Zumal das Problem mit der abgenutzten Bodenplatte sich auch nicht so einfach aus der Welt schaffen wird. In nicht einmal einer Woche müssen die Papayas das gefürchtete Purpoising (extremes Hoppeln der Boliden) wieder in den Griff bekommen
Noch hat Lando Norris alle Trümpfe in der Hand. Aus eigener Kraft kann ihn Verstappen nicht mehr einholen, wenn der Brite wenigstens dritte Plätze hinter ihm belegt. Aber genau das ist jetzt nicht mehr selbstverständlich. Klar dürfte sein, dass McLaren ab sofort im Zweifel eine Stallorder für Norris und gegen Piastri ausruft. Unfassbar, wie der bis zur Sommerpause so souveräne Piastri jeglichen Speed veloren hat, was sich ja auch in jeder Qualifikation zeigt, in der er chancenlos hinterherfuhr.
Im Titelkampf helfen könnten Verstappen ausgerechnet die ihm nicht wohlgesonnenen Mercedesse, wo man nach der aberwitzigen WM-Entscheidung 2021 immer noch einen gewissen Groll gegen den Holländer hegt: George Russell und Kimi Antonelli jedenfalls sind sauschnell, und zu verschenken hat der deutsche Rennstall im Kampf um Platz 2 in der Teamwertung gegen Red Bull (hinter den weit enteilten McLarens) keinen Punkt.
4 Fahrten, 4 Laufbestzeiten
Es wurde im Skizirkus schon vor Saisonbeginn gemunkelt, dass Mikaela Shiffrin unglaublich gut in Form ist. Ihre Ausnahmestellung im Slalom bewies die Amerikanerin jetzt auch beim 2. Weltcup in Gurgl, den sie erneut mit mehr als einer Sekunde Vorsprung (1,27 sek., um genau zu sein) vor der Zweitplatzierten (erneut Lara Culturi) gewann. Die Bilanz nach 2 Rennen in Levi und Gurgl: 2 grandiose Siege, vier tolle Laufbestzeiten, obwohl zweimal im 2. Duchgang mit der Startnummer 30). Wenn sie nur einigermaßen durchkommt, scheint die mittlerweile 103-fache Weltcupsiegerin zumindest im Slalom unschlagbar – und nach allem, was so berichtet wird, ist ihre Form auch im Riesenslalom enorm stark.
Die Deutschinnen verpassten in Gurgl absolute Top-Plätze. Andererseits sind Platz 7 für Lena Dürr und Rang 9 für Emma Aicher aller Ehren Wert. Zumal Aicher im Kampf um den Gesamtweltcup erneut wichtige Punkte sammelte. Dieser scheint für die Allrounderin jetzt noch greifbarer, denn eine der vermeintlich größten Konkurrentinnen im Kampf um die Große Kristallkugel erlitt einen herben Rückschlag: Die Schweizerin Lara Gut-Behrami zog sich bei einem Trainingssturz einen Kreuzbandriss zu; es droht nicht nur das Saison-Aus, sondern sogar das Karriere-Ende für die 33-Jährige.
Aicher ist zurzeit die einzige im Weltcup-Zirkus, die in allen 4 Disziplinen mit Punkte-Chancen an den Start geht (mal sehen, was Shiffrin nicht doch macht). Bevor ich jetzt allerdings in allzu große Euphorie verfalle, warte ich doch die ersten Speedrennen in Amerika (in 2 Wochen) ab, ob sie nämlich dort ihre Traumform vom März konservieren kann.
Beim Männerslalom in Gurgl gab es einen Premierensieg: Mit einem fulminanten 2. Duchgang raste der Franzose Paco Rassat von Rang 14 auf Rang 1 vor dem nicht minder erstaunlichen Armand Marchant aus Belgien und dem Halbzeitführenden Atle Lie McGrath. Der Münchner Linus Straßer vonm TSV 1860 (also der Skilöwe) sicherte sich als Achter offiziell das Olympia-Ticket, zeigte sich auch gegenüber Levi klar verbessert.
Der junge Herr Karl und die überbordende Erwartungshaltung
Was für ein Auftritt des 17-Jährigen Lennart Karl vom FC Bayern beim 6:2 (2:2) zu Hause gegen den SC Freiburg. Mit einem Tor und einer Vorlage (jeweils im Zusammenspiel mit dem Franzosen Michael Olise) hatte er wesentlichen Anteil daran, dass die Münchner noch vor der Pause den frühen 0:2-Rückstand egalisierten und am Ende triumphierten.
Eine wirklich außerordentliche Leistung vor allem in de 1. Halbzeit, das will ich ausdrücklich betonen. Was mir allerdings absolut missfiel, waren die unfassbaren Lobeshymnen, die folgten. Er „muss“ zur Nationalmannschaft, musste ich vielerorts lesen. Bundestrainer Julian Nagelsmann komme an diesenm Juwel nicht mehr vorbei.
Ich finde das maßlos übertrieben: Zum einen hat Lennart Karl gerade mal 9 Bundesliga-Partien absolviert, davon nur 2 von Beginn an. Von konstanter Leistung kann also noch längst nicht die Rede sein. Zum anderen besteht gerade in der Offensive im deutschen Team gerade wenig Bedarf, wie der glanzvolle 6:0-Triumph vor einer Woche gegen die Slowakei zeigte.
Niemand tut Karl mit diesen absurden Forderungen einen Gefallen, und niemandem ist auch gedient. Karls selbst am wenigsten, der erst einmal schauen muss, dass er im Luxuskader der Münchner überhaupt zu seinen Einsätzen kommt und diese mit guten Leistungen nutzt. Den Münchnern nicht, die ihr Juwel langsam reifen und schleifen lassen wollen. Schon am Mittwoch steht für sie der Champions-League-Schlager beim FC Arsenal an. Da ist es keineswegs ausgeschlossen, dass ihn der Gott sei Dank Ruhe bewahrende Trainer Vuncent Kompany erst mal auf der Bank lässt (vor drei Wochen bei PSG spielte Karl keine Sekunde lang). Und was soll das Geschwätz mit der Nationalmannschaft? Die nächsten Länderspiele stehen erst im März an, und sollte Karl bis dahin eine Glanzpartie nach der anderen abliefern, wird Nagelsmann bei all seinen absurden Nominierungen den begabten Angreifer schon von selbst entdecken.
Langweilig, aber kurz gesagt: einfach den Ball flachhalten und Karl erst mal machen lassen.
Und sonst?
- Bundesliga: Härtester Verfolger der einsamen Müncher ist Leipzig, mit 6 Punkten Rückstand. Jene Roten Bullen also, die zum Saison-Auftakt mit 0:6 beim FCB untergegangen waren. Damit ist zur Qualität der Liga schon sehr viel gesagt.
Im Abstiegskampf schaut es mittlerweile für den 1. FC Heidenheim extrem trübe aus. Ein trostloses 0:3 zu Hause gegen Mönchengladbach hält die Ost-Albler auf Rang 18 mit wenig Hoffnung auf Besserung. Andererseits zeigt das Beispiel Gladbach, wie schnell es aufwärts gehen kann. Noch vor 3 Wochen hinter Heidenheim, jetzt 3 Siege hintereinander mit dem erst Interims- jetzt Chefcoauch Eugen Polanski.
Aufreger des Spieltags war das Brutalo-Foul des Mainzers Dominik Kohr an den Hoffenheimer Max Moerstedt, der wie durch ein Wunder nahezu unverletzt blieb. Es folgte völlig zurecht der bereits 9. Platzverweis – Bundesliga-Rekord. „Hard-Kohr“ nennt er sich selbst mit einem gewissen Stolz, aber sein überhartes Einsteigen ist grundsätzlich eine versuchte Körperverletzung und hat mit gesunder Härte nichts zu tun. Eine hoffentlich lange Sperre könnte folgen mindestens bis Jahresende; zudem sollte sein Trainer überlegen, ob er solche Psychopathen auf dem Spielfeld brauchen kann.
- Internationale Ligen, England: Schöner Spieltag für den FC Arsenal: ein letztlich ungefährdeter 4:1-Sieg im Nordlondon-Derby gegen Tottenham, und außerdem patzte der vermeintlich härteste Kontrahent im Titelrennen. Manchester City unterlag mit 1:2 bei Newcastle United, wo Deutschlands junge Sturmhoffnung allerdings keinen Treffer erzielte.
Nur noch trostlos ist die Lage bei Meister FC Liverpool. Gleich mit 0:3 unterlag das völlig verunsicherte Team zu Hause gegen Nachzügler Nottingham Forest. Der Titel ist jetzt schon futsch (11 Punkte Rückstand auf Arsenal). Nach zuletzt 6 Ligapleiten in 7 Partien sind die Reds auf Platz 12 abgestützt, immerhin sind die Champions-League-Plätze in dieser hinter Arsenal extrem ausgeglichenen Liga noch nicht außer Rechweite.
Italien: An der Spitze bleibt es kuschlig eng. Die ersten Fünf trennen gerade mal 3 Punkte (da können deutsche und englische Fans nur neidisch seufzen). Tabelleführer ist, man lese und staune, die AS Rom. Der bisherige Leader Inter verlor das Mailänder Stadtderby gegen Milan mit 0:1 und rutschte auf Rang 4 ab hinter den Lokalrivalen und Titelverteidiger Napoli.
Spanien: Endlich darf der FC Barcelona wieder im Camp Nou spielen, wenngleich noch nicht alle Plätze zugänglich sind. Immerhin 45.000 Zuschauer sahen ein überzeugendes 4:0. Als Zweiter hat Barca nunmehr nur noch einen Punkt Rückstand auf Real, das in Elche nicht über ein auch noch recht glückliches 2:2 hinauskam.
- Basketball: In der BBL kam es zur Wiederauflage des Finals der vergangenen Saison zwischen Ulm und München. Wie einst im Mai behielt der FC Bayern die Oberhand, brauchte aber eine Verlängerung, bis der Sieg feststand. Und doch können auch die Ulmer Hoffnung schöpfen aus ihrem klar verbesserten Auftritt. Sie befinden sich ja gerade in einem Strudel der Niederlagen.
In der Euroleague erfolgte für die Bayern der nächste Rückschlag. Nach starkem 1. Vietel (26:14) unterlagen die Münchner bei Nachzügler Badalona gleich mit 73:95.
- Wintersport: Zum Auftakt des Weltcups sprangen die deutschen Stars Paschke, Wellinger und Geiger weit hinterher. Anderer Formaufbau für die 4-Schanzentournee nach dem Traumstart 2024 und verpatzter Tournee? Wenn es nur so einfach wäre. Immerhin sprangen am Sonntag Felix Hoffmann als Dritter und Philipp Raimund (4.) in die Bresche. Die Siege holten sich am Samstag der Österreicher Daniel Tschofenig (vor 2 Landsleuten) und am Sonntag der unverwüstliche Japaner Ryoyo Kobayashi.
- Tennis: Italiens Männer sicherten sich zum dritten Mal in Folge den Daviscup, obwohl mit Jannik Sinner und Lorenzo Musetti die beiden Topspieler beim Final-Turnier in Bologna fehlten. In die Bresche sprangen Flavio Cobolli und Matteo Berrettini, die auch im Finale gegen Spanien gegen Jaume Munar und Paulo Carreno Busta die Oberhand behielten.
Gegen jenes Spanien hatte das mitfavorisierte deutsche Team im Halbfinale verloren. Alexander Zverev gewann zwar sein Einzel gegen Munar, doch Jan-Lennard Struff vergeigte gegen Carreno Busta, und das so hoch eingeschätzte Doppel Krawietz/Pütz zog gegen Granolliers/Portero den Kürzeren. Eine auf dem Papier klare Titelchance, die da leichtfertig vergeben wurde, aber gespielt wird halt auf dem Platz. Und nur wir Journalisten verteilen die Punkte schon im Voraus.
von Münchner Löwe | Nov. 17, 2025 | Formel 1, ski alpin, Tennis, Wintersport, Wochenvorschau
Formel 1 in Las Vegas und Davis-Cup-Endrunde in Bologna. Selbstverständlich auch viel Liga-Fußball in sämtlichen Mannschaftsportarten. Und der Wintersport bricht langsam ein wie der Witner …
Favorit Deutschland für den Daviscup?
Letzter echter Tennis-Höhepunkt des Jahres ist das Daviscup-Finale, wo die besten acht Teams diese Woche in Bologna aufeinandertreffen. Geht es allein nach Nennungen und Form, könnte die deutsche Mannschaft durchaus ein Wörtchen im Kampf um den Titel mitsprechen; erst recht nach der Absage der italienischen Superstars Jannik Sinner und Lorenzo Musetti.
Mit Alexander Zverev ist ein sehr starker Einzelspieler am Start, und das Doppel Krawietz/Pütz ist gerade im Daviscup eine Punkte-Bank.
Viertelfinal-Gegner ist am Donnerstag Argentinien, in der Halle längst nicht so stark wie auf Asche. Im Falle eines Sieges würde im Halbfinale der Sieger zwischen Spanien und Tschechien warten, wobei das Antreten von Carlos Alcáraz für Espana noch nicht fix ist.
Die weiteren Viertelfinals lauten Italien vs Österreich (die Gastgeber sind auch ohne Sinner und Musetti, dafür Cobolli und Berrettini und dem Weltklasse-Doppel Vavassori/Bolelli klarer Favorit gegen den klarsten aller Außeenseiter) sowie Frankreich (u. a. mit Humbert, Rinderknech und Doppelspezialist Herbert)) vs Belgien.
Da scheint tatsächlich einiges drin für das deutsche Team von Michael Kohlmann, aber gespielt wird immer noch auf dem Platz ….
Vegas ohne Glanz
Formel 1 in Las Vegas, das klingt nach viel Glamour und Glanz. Doch zumindest in den vergangenen Jahren haben die Fernsehzuschauer davon sehr wenig mitbekommen. Gerade im Flutlicht erschien die Glamour-Katze Vegas doch sehr grau. Mal schauen, ob sie das am Wochenende besser hinbekommen.
Sportlich spricht plötzlich alles für McLaren-Fahrer Lando Norris, der die WM-Wertung klar anführt vor seinem schwächelnden Teamkollegen Oscar Piastri und Titelverteidiger Max Verstappen. 24 respektive 49 Punkte hat der Brite Vorsprung auf die letzten verbliebenen Konkurrenten im Titelkampf, das ist ein (fast) beruhigendes Polster 3 Rennen vor Ultimo (nach vegs noch Katar und Abu Dhabi). Wie 2024 erfolgt das Rennen am Samstag (Ortszeit), also am Sonntagmorgen um 5 Uhr MEZ.
Beacher im australischen Frühsommer
Im australischen Adelaide ermitteln die BeachvolleyballerInnen ihre Weltmeister. Eine ewig scheinende Vorrunde ist beendet, jetzt kommen die K.o-Spiele, und in denen geht es Schlag auf Schlag bis zu den Finali am Sonntag. Alle sieben deutschen Teams haben die Endrunde erreicht, schaun wir mal, was daraus wird.
Erste Pflöcke im Wintersport
Bereits das 3. Rennwochenende steht für die Alpinen an. Im österreichischen Gurgl gibt es nach Levi erneut einen Slalom für Frauen (Samstag) und Männer (Sonntag). Die große Frage: We kommt Mikaela Shiffrin am nächsten, die nach ihrem schweren Sturz vor einem Jahr und einer zähen Rückkehr jetzt zu alter Überform gefunden hat. Die beiden Deutschinnen Emma Aicher und Lena Dürr sind als 3. und 4. glänzend in den Slalom gestartet, nachdem es im Riesenslalom in Sölden erwartungsgemäß noch nicht so richtig lief.
Schon ein Weltcup-Höhepunkt wartet auf die Eisschnellläufer: das Sahneeis von Calgary ermöglicht erfahrungsgemäß Topzeiten für alle Starter. Mit Finn Sonnekalb haben die Deutschen nach langer Zeit wieder einen Weltklassespringter, der am Samstag beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City mit einem Junioren-Weltrekord über 1500 Meter aufhorchen ließ.
Die Skispringer wiederum eröffnen ihre Saison in Lillehammer. Mal sehen, ob Deutsche und Österreicher wieder si glänzend in die Saison starten wie im vergangenen Jahr.
Und sonst
- Bundesliga: Nach den gefühlt andauernden Pausen für Länderspiele geht es jetzt bis Weihnachten ohne lästige Unterbrechung weiter. Die interessanteste Partie des 11. Spieltags dürfte das Aufeinandertreffen der beiden Bayern-Verfolger (allerdings schon Respektabstand( Dortmund und Stuttgart werden. Die Münchner ihrerseits haben mit dem SC Freiburg eine durchaus knifflige Heimaufgabe (beide Partien: Sa., 15:30). Angebliches topspiel des Wochenendes ist das Aufeinandetreffen de Traiditionsclubs 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt (Sa., 18:30).
- Internationaler Fußball, England: Im Mittelpunkt steht das Nordlondon-Derby zwischen Arsenal und Tottenham (So., 17:30). Meiser Liverpool muss zuhause gegen Nachzügler Nottingham Forest unbedigt gewinnen, eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe wartget auf den Zwieten Manchester City bei Newcastle United und den deutschen Nationalspieler Nils Woltemade (Sa., 18:30).
Italien: Inter vs Milan (So., 20:45, SanSiro): Wer wird die Mailänder Nummer 1. Der Erste trifft dabei auf den Dritten der Serie A, das Stadtderby ist also auch von Titel-Relevanz.
- Basketball: Der FC Bayern muss in der Euroleague nach Spanien zu Baskonia (Fr., 20:30). Nach den beiden überflüssigen Niederlagen in Paris und Efes sollten die Münchner beim baskischen Nachzügler unbedingt gewinnen.
In der BBL kommt es für den Meister am Sonntag in Ulm zur Wiederauflage des Finals vom Mai. Allerdings ist ratiopharm außer Form, hat zuletzt viermal in Folge in der Liga verloren.
- Handball: Wer soll den SC Magdeburg noch stoppen?. ist die bange HBL-Frage nach dem überzeugenden 35:31 beim vermeintlich härtesten Gegner SG Flensburg-Handewitt. Äußerst unwahrscheinlich, dass der Champions-League-Sieger zu Hause über Wetzlar stolpert – bei allem Respekt. Eher ist zu befürchten, dass die Flensburger am Freitag in Melsungen weiter Federn lassen.
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