von Münchner Löwe | Mai 27, 2026 | basketball, Eishockey, Fußball, Radsport, Tennis
Kampf um Europas Krone
Titelverteidiger Paris St. Germain oder FC Arsenal – das ist in Budapest die Frage im Endspiel der Fußball-Champions-League. Während die Franzosen duch herrlichen Kombinationsfußball begeisterten und in einem flulminanten Halbfinale den FC Bayern eliminierten, mögen es die Londoner eher pragmatisch. Eine gesichete Abwehr, und vorne helfen oft Standardsituationen.
Beide Teams haben ihre nationalen Meisterschaften gewonnen. Während das bei PSG Gewohnheit ist, war es für Arsenla das erste Mal seit 2004, als sie als die sogenannten Invincibles ungeschlagen die Premier League beendeten. Die Laune könnte vortrefflicher nicht sein, einem Fußballfest in der ungarischen Hauptstadt steht also nichts entgegen.
Ungewöhnlich ist allerdings die Anstoßzeit, denn die Partie beginnt schon um 18 Uhr und wird damit vollständig bei Tageslicht stattfinden – das hat es schon sehr, sehr lange nichtmehr gegeben.
Besonderes Augenmerk für Kvisha Kvaratshkelia: Der außergewöhnliche Georgier wird bei der WM nicht dabei sein, ein Jammer und das Los von Top-Fußballern aus kleineren Ländern
Crystal Palace als Londoner Vorspiel
Die Conference League ist der drittwichtigste europöische Wettbewerb. Und doch könnte das heutige Finale in Leipzig zwischen Crystal Palace und Rayo Vallecano ein Leckerbissen werden. Ohne die ganz großen Topstars treffen eher kleine Teams aus London und Madrid aufeinander, die aber durchaus gepflegt Fußball spielen können.
Palace ist zu favorisieren im letzten Spiel unter ihrem Trainer Oliver Glasner. Die Österreicher ist Cup-Spezialist, holte mit Eintracht Frankfurt die Europa League. Die Londoner waren eigentlich für die Europa League qualfiziert, doc h ihr Eigner war schon mit Olympique Lyon vertreten, deshalb mussten sie in die Conference League ausweichen. Die Saison in der Premier League verlief nach verheißungsvollen Beginn eher holprig, den Abgang mehrerer Stars war nicht zu kompensieren.
Entscheidung auf dem Eis
Die Eishockey-WM in der Schweiz geht in die entscheidende Phase. Allerdings finden die Viertelfinali ohne deutsche Beteiligung statt, die in ihrer Vorrundengruppe nur den fünften Platz belegten. Gastgeber Schweiz hinterließ bisher einen glä zenden Eindruck, gewann erstmals alle sieben Vorrundenpartien.
Seit Jahren ein echtes Ärgernis: Jeweils zwei Viertelfinal-Partien finden am Donnerstag parallel statt in Fribourg und Zürich, die Halbfinali dann am Samstag in Zürich wie auch das Endspiel am Sonntag. Drei Top-Partien innerhalb von vier Tagen – ein Zeitplan des Irrsinns. Es gewinnt das nicht das beste Team, sondern das die Anstrengungen am besten verkraftet hat. Warum das Turnier nicht um ein oder zwei Tage verlängert wird, wissen die Götter.
Viertelfinale
Do., 16:20: Finnland – Tschechien (Zürich)
Do., 16:20: Kanada – USA (Fribourg)
Do., 20:20: Schweiz – Schweden (Zürich)
Do., 20:20: Lettland – Norwegen (Fribourg)
In Nordamerika interessiert die WM traditionell nur wenige. Im Blickpüunkt stehen die Play-offs der NHL. Dort haben etwass überraschend die Vegas Golden Knights das Stanley-cup-Finale erreicht. Gegner werden die Carolina Panthers oder die Montreal Canadiens sein. Zurzeit steht es in der Best-of-7-Serie 2:1 für Carolina.
Erste Woche der French Open
Ab Mittwoch die 2. Runde. Zum Auftakt hat es schon einige prominente Ausfälle gegeben. Arthur Fils, wohl die größte französische Hoffnung, musste wegen einer Verletzung passen. Ausgeschieden sind schon unter anderem Daniil Medwedew und Alexander Bublik (gegen Jan-Lennard Struff). Dessen deutscher Landsmann Daniel Altmaier zwang den weit höher eingeschätzten Felix Auger-Alliasime in den Tiebreak des 5. Satzes, wo er sich allerdings mit 7:10 geschlagen geben musste.
Die große Frage bei den Männern: Wer schlägt Jannik Sinner? Der Italiener ist haushoher Favorit nach der Absage von Carlos Alcaraz, zum erweiterten Favoritenkreis zähle ich Alexander Zverev. Der Hamburger darf in den ersten Runden nicht zu viele Kräfte verpulvern.
Offen dagegen ist das Feld bei den Frauen, wo es mehr als eine Handvoll echter Sieg-Kandidatinnen gibt.
Die derzeit große Hitze in Paris könnte durchaus eine Rolle spielen. Vielleicht ist tatsächlich das Wetter das einzige, was Sinner stoppen kann
Und sonst?
- WM-Test: Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am Sonntag Finnland. Die Nordeuropäer sind im Fußball nur zweitklassig, dürften kein ernsthafter Gegner sein. Das Spiel beginnt um 20:45, parallel zum WM-Endspiel im Eishockey, dem Nationalsport Finnlands. Wer zum Teufel macht solche Terminierungen?
- Basketball: Am Mittwoch zwei fünfte Spiele er ersten Ko-Runde der BBL. Ab 18:30 empfängt Alba Berlin Rsgta Vechta, es folgt die Partie zwischen Bonn und Würzburg. Bereits im Halbfinale (ab Sonntag) stehen der FC Bayer und die Bamberg Baskets, die noch auf ihre Gegner warten.
- Radsport: Entscheidung im Giro d’Italia. Jonas Vingegaard dürfte der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Der Däne gewann alle vier Bergetappen (jewis vor dem Österreicher Felix Gall) und führt das Gesamtklassemnt mit mehr als 4 Minuten Vorsprung auf Gall an. Zwar stehen vor allem am Freitag und Samstag noch extrem schwierige Etappen an, aber Vingegaard scheint unantastbar und könnte sogar Kräfte für die Tour de France im Juli sammeln.
von Münchner Löwe | Mai 20, 2026 | basketball, Fußball
Das größte Spiel der Vereinsgeschichte
Superlative im Sport sind außerhalb von messbaren Rekorden immer schwierig, aber was kann es Tolleres geben für den SC Freiburg als ein internationales Finale. Nämlich das Endspiel am Mittwochabend (21 Uhr) in Istanbul gegen den englischen Spitzenclub Aston Villa. Die Breisgauer haben sich mit sehr starken Leistungen völlig verdient für dieses Finale qualfiziert, sie haben mit ihrem Fußball das Land begeistert.
Der SC Freiburg ist ja ohnehin so etwas wie der erklärte Lieblingsclub in Deutschland (Bei allen Fans ist er seit Jahren so etwas wie der Zweitclub hinter dem eigenem Verein). Weil hier einerseits natürlich professionell gearbeitet wird, andrerseits nicht alles so unfassbar hoch gehängt wird. Was natürlich auch am Standort Freiburg ist. Dieser Stadt im Südwesten des Landes, die meisten Sonnenstunden mit allen Vorzügen einer Studentenstadt – eine gewisse Entspanntheit sagt man den Einwohnern nach.
Bestens hinein passt der SCF. Wo in den 90er-Jahren Volker Finke den Club hoffähig gemacht hat und wie der Nach-Nachfolger mehr als ein Jahrzehnt wirken durfte. Auch weil die Clubführung(en) auch im Falle des sportlichen Misserfolges am Trainer festhielten und sogar 2 Abstiege in die 2. Bundesliga ruhig vearbeiteten. Ohne Überreaktion, aber natürlich mit klarer Analyse, was schiefgelaufen ist.
Jetzt also die Krönung? Gegen Aston Villa, dessen prominentester Anhänger der englische Thronfolger ist. Prinz Williams lässt es sich offenbar nicht nehmen und feuert sein Team von der Tribüne aus an. Wie offenbar 20.000 Fans aus Birmingham, die das Besiktas-Stadion in eine Art Villa Park verwandeln wollen. Villa ist sicher der Favorit, das Team hat Rang 4 in der Premier League und damit die Qualifikation für die kommende Champions League sicher. Freiburg kann ebenfalls in die Königsklasse rücken, es wäre der äußerst lukrative Nebenaspekt des Europa-League-Triumphes.
Basketball-Spektakel in Athen
Das Final Four der Euroleague ist Vereins-Höhepunkt der europäischen Saison. Am Freitag stehen in Athen 2 Halbfinali auf dem Program, am Sonntag folgen die Partie um Platz 3 und das Endspiel. Nicht dabei ist allerdings der nominelle Heimverein Panathinaikos, in dessen Halle das Ganze zur Austragung kommt. Woll aber Lokalrivale Olympiakos, der es am Freitag (17 Ur) mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul zu tun bekommt. Daszweite Halbfinale bestreiten anschließend in einer spanischen Auseinandersetzung Valencia und Real Madrid.
Der Ausgang scheint offen, für Olympiakos spricht der Heimvorteil (viele werden sich vom Hafen aus ins nahe Telekom Center aufmachen. Aber immer zu beachten sind die alten Herrschaften von Real, die wie im Fußball regelrecht aufblühen, wenn es um internationale Weihen geht.
Und sonst?
- Eishockey: Noch bis einschließlich Montag stehen für die Teams bis zu vier Vorrundenspiele bei der Eishockey-WM an. Schon heute trifft das deutsche Team auf die USA, nach 3 Niederlagen ist die Stimmung ziemlich im Keller. Und trotzdem ist das Viertelfinale noch nicht außer Reichweite, erst recht mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger, der allerdings in völlig veränderter Aufstellung in die Schweiz gereist wird.
Aber sogar wenn die Deutschen heute verlieren, könnte es noch klappen. Dann allerdings müsste das Team des umstrittenen Bundestrainers Harold Kreis am Samstag gegen Österreich gewinnen, wahrscheinlich sogar mit 2 oder gar 3 Toren Unterschied.
Favoriten auf den Titel sind eh andere. Die Schweizer Gastgeber überzeugten beim 6:1 gegen Deutschland, auch Finnland und Kanada sind stark. Für mich bleibt die Frage, was dieses Turnier soll in Olympiajahren, weil der absolute Höhepunkt das Turnier in Mailand mit allen NHL-Stars gewesen ist.
- Pokal-Finale in Berlin: Es trifft der FC Bayern auf den VfB Stuttgart. Alles andere als ein klarer Sieg der Münchner wäre eine Sensation. Die große Frage: Wie wird der frischgebackene Nationalmannschaftsrückkehrer Manuel Neuer aufgenommen. An dieser Stelle spare ich mir die Worte zu dem unfassbaren Umfaller des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014. Mehr morgen (Donnerstag), wenn der Kader vom Bundestrainer offiziell bekannt gegeben wird.
- England: Die letzte offene Frage von Bedeutung: Wer steigt als dritter Club neben Wolverhampton und Burnley ab. Tottenham Hotspur genügt zu Hause gegen den FC Everton ein Remis (ich lass jetzt mal einen Sieg von Rivalen West Ham United mit 12 Toren Unterschied gegen Leeds außen vor). Dann würde eine durch und durch verkorkste Saison der Londoner wenigstens nicht mit einem Super-GAU enden.
- Handball: Der SC Mageburg kann am Donnerstag mit einem Unentschieden gegen den härtesten Verfolger die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Die Norddeutschen ihrerseits befinden sich im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz 2 (und die Champions-League-Qualifikation). Diese haben ebenfalls am Donnerstag mit der Heimpartie gegen hannover -Burgdorf die wesentlich einfachere Aufgabe.
- Radsport: Einige schwierige Etappen stehen in den nächsten Tagen beim Giro d’Italia an. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte um den angeschlagenen Gesundheitsustand von Top-Favorit Jonas Vingegaard zutreffen. Beim Zeitfahren gestern zeigte er Schwächen, ob aus Taktik (Kraftsparen) oder tatsächlich körperlicher Schwäche, die Radsportwelt rätselt.
- Basketball: Die Play-offs in der BBL wird am Wochenende mit den jeweils dritten und vierten Partien fortgesetzt. Während der FC Bayern souverän seine beiden Heimpartien gegen die Gladiators Trier gewann, musste Alba Berlin eine übeerraschende Niederlage gegen Vechta hinnehmen (und vermied eine zwweite Heimplete am Dienstag nur mit größter Mühe). Außerdem spielen: Ratiopharm Ulm – Bamberg (0:2) und Würzburg gegen Bonn (1:1).
- Formel 1: Der 5. WM-Lauf am Sonntag in Kanada. Gefahren wird auf dem Circui de Villeneuve, einer der schönsten Strecken mit der berühmten Wall of Champions. Wer schlägt die Mercedesse, wer schlägt Kimi Antonelli?
- Tennis: Männer-Turnier in Hamburg und Genf, Frauen-Turniere in Rabat und Straßburg. Das Ganze als Vorbereitung und Formüberprüfung für die French Open. In Paris selbst findet die Qualifikation für das 2. Grand-Slam-Tunier des Jahres statt, das am Sonntag beginnt.
von Münchner Löwe | Mai 18, 2026 | Fußball, Golf, Tennis, Wochenrückschau
Viele Entschedungen auf Europas Fußball-Plätzen, Jannik Sinners Erfolgslauf geht weiter, und Matti Schmid katpaultiert sich in die Golf-Elite.
Gebrochene Herzen aus Edinburgh
Die Hearts of Midlothian haben es nicht geschafft. In einem Herzschlagfinale (sic) im Glasgower Parkhead-Stadium unterlagen sie Celtic mit 1:3, ein Remis hätte zum Titel gereicht. Der Treffer zum 1:2 kurz vorm Ende, als Daizen Maeda ein Zuspiel verwertete. Ganz kurze Zeit noch Hoffnung, ob es nicht Abseits gewesen wäre, war es nicht, und ein Konter aufs leere Tor beseitigte letzte Zweifel.
Es blieben: gebrochene Herzen. Nicht zur bei den Herts-Fans, sondern wohl bei jedem neutralen Betrachter. Denn die Hearts hätten Geschichte schreiben können. Seit 1985 nämlich geht der schottische Meistertitel immer nach Glasgow, entweder zu den Celtics (mit Edelfan Rod Steward) oder zu den Rangers. Der FC Aberdeen, damals mit dem späteren Sir Alex Ferguson auf der Bank, war der letzte Meister aus Nicht-Glasgow. Die Hearts selbst warten gar seit 1960 auf den Titel.
Dabei spielte das Team aus Edinburgh eine fantastische Saison, führte schon souverän die Tabelle an, bis die Celtics eine Auholjagd starteten. Große Aufregung gab es am Mittwoch über einen mehr als umstrittenen Handelfmeter für die Boys in Green bei der Partie in Motherwell, der den Celtics in letzter Sekunde den Sieg einbrachte. Offenbar hatten sich die Götter (oder doch die Schiris?) gegen das moderne Fußball-Märchen entschieden. Die Romantiker unter uns Fans seufzen laut auf.
LASK schafft das Double
In Österreich dagegen holte sich ein sehr lange titelloser Traditionsclub die Meisterschaft. Der Linzer ASK, allgemein als LASK bekannt, ließ sich die einmalige Chance nicht mehr entgehen und siegte bei Austria Wien mit 3:1. Was für ein Erfolg auch Trainer Didi Kühbauer, der nach dem kapitalen Fehlstart der Oberösterreicher das Traineramt übernommen hatte. Dem Titelverteidiger Sturm Graz blieb nur Rang 2, dem einstigen Dauermeister RB Leipzig gar der dritte Platz. Der Lask hatte schon vor anderthalb Wochen durch einen 4:2-Finalsieg über Hartberg den Pokal gewonnen. Wieder das Double, wie zuletzt 1965 bei den letzten Titeln.
Saisonabschluss in Deutschland
Die mit Spannung erwartete Abstiegstrielle entschied der VfL Wolfsburg für sich. Die VW-Städter gewannen im direkten Duell bei St. Pauli mit 2:1 und ergatterten noch den Relegationsplatz. St. Pauli muss den Gang in die 2. Liga antreten – ebenso wie der 1. fC Heidenheim, de zu Hause mit 0:2 dem FSV Mainz 05 unterlag. Wieder hat Mainz auswärts eine Saison-Abschlussparty gecrasht, wie 2023, als man ein mit einem 2:2 bei Borussia Dortmund dessen Meisterschaft versaute.
Erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist der SV Elversberg. Die Saarländer sind das insgesamt 59. Team im Oberhaus und das viere ausihrem Bundeslgan (zuvor Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg). 13.000 Einwohner hat das Städtchen, allerdings weder einen Bahnhof noch einen Rathausbalkon.
In einem dramatischen Saisonfinale sicherte sich der SC Paderborn den 3. Platz und die 2 Relegationspartien gegen Wolfsburg. Hannover 96 nämlich kam in einer hin und her wogenden Patie nicht über ein 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg hinaus.
Zum Drama wurde der Abstiegskampf der 2. Liga. Die SpVgg Greuther Fürth schaffte das Wunder und erklomm wenigstens noch einen Relegationsplatz (gegen Rot-Weiß Essen). Mit drei Toren Unterschied mussten sie gewinnen, um fortuna Düsseldorf noch abzufangen, 3:0 stand es zur Pause. Am Ende stürmte die Fortuna mit Man und Maus und Torwart, es war umsonst. Eine anfangs normale, später unglückliche Saison hat ein desaströses Ende gefunden. Lehrbeispiel, das sich Trainerwechsel nicht immer lohnen, denn das Unheil nahm erst so richtig Fahrt auf, als erst die herren Anfang und später Ende das Traineramt übernommen hatten.
FC Energie Cottbus wieder in der 2. Liga
Disclaimer: Zu den Lausitzern habe ich ein besonderes Verhältnis. Als Journalist habe ich den Verein 12 jahre lang sehr intensiv begleitet. Und so freut es mich auch als Münchner ungemein, dass der FC Energie wieder in der 2. Bundesliga ist. Den letzten Schritt machte das Team mit dem exaltierten Trainer Claus-Dieter Wollitz am Samstag mit dem 1:0 bei jahn Regensburg. 8000 Brandenburger waren mitgefahren.
Ich kenne Wollitz sehr gut. So wild (manche sagen: schrecklich) er sich manchmal auf dem Fußballplatz (besser an der Seitenlinie) aufführt, so freundlich und nachdenklich machen ist er im persönlichen Gespräch. Immer ein Mann der klaren Worte, der gerne auch die Missstände anprangert, weil er sich und den Verein von Stadt und Land nicht genug gewürdigt fühlt. Erstmals wurde Wollitz im Jahr 2009 Trainer beim FC Energie, seitdem coacht er (mit Unterbrechungen) den Club.
Herausragender Spieler von Cottbus ist Tolcay Cigerci. Der Türke ist mit Abstand der beste Akteur in der 3. Liga und trug wesentlich zum Aufstieg bei. Ich bin sehr gespannt, ob das auch in de 2. Liga so gut klappt. Ich erlaube mir, die Daumen zu drücken.
Sinner, immer wieder Sinner
Die beängstigende Serie der Nummer 1 im Tennis fand in seinem Heimatland ihre Fortsetzung. Im Finale des Masters von Rom setzte sich der Italiener in 2 Sätzen gegen den Norweger Carsten Ruud durch. Damit gelang ihm der sechste masters-Triumph hintereinander und der fünfte in diesem jahr. In diesen sechs turnieren hat er nur 2 Sätze abgegeben, einen davon im Römer Halbfinale gegen Daniil Medwedew. Ausgerechnet Rom hatte noch in der Masters-Sammlung gefehlt. Er hat nun bei allen zurzeit ausgetragenen Veanstaltungen mindestens einen Titel gewonnen. Das hat nicht mal die Legende Novak Djokovic geschafft. So eine Überlegenheit gab es noch nie, und deshalb fährt er auch als haushoher Favorit nach paris zu den French Open ab nächsten Sonntag. Zumal sein vermeintlich härtester Konkurret Carlos Alcáraz weiter verletzt passen muss. es wird also keine Wiederholung des großartigen Finals 2025 geben, als sich der Spanier in einer eipischen partie nach Abwehr von 3 Matchbällen durchsetzte.
Bei den Frauen gewann die Ukrainerin Lena Svitolina das Finale gegen die US-Amerikanerin Coco Gauff und sicherte sich ihren ddritten Römer Titel und den 20. Turniersieg überhaupt.
Matti Schmid kratzt am Sieg
Am letzten Tag der PGA Championships im US-Staat Pennsylvania, dem 2. Golf-Major-Turnier des jahres, lag der Deutsche zeitweise sogar allein in Führung. Doch zum Sieg reichte es dann doch nicht. zum einen, weil er selbst einige Bälle nicht nach Wunsch traf, die dann unglücklich landeten. Vor allem aber, weil ein Spieler plötzlich über sich hinauswuchs und das bis dato fast einmalig eng beieinande liegende Feld förmlich sprengte: Der Engländer Aaron Rai spielte auf den letzten 10 Löchern 6 unter Par und gewann letztlich mit 3 Schlägen Vorsprung auf den Spanier Jon Rahm und Alex Smalley aus den USA. Er ist der zweite Engländer, der bei den PGA Championships triumphierte. Der erste war vor 107 Jahren Jim Barnes, wer erinnert sich nicht …
Rai gilt als fanatischer Arbeiter und ist im Spielerkreis äußest beliebt. In bescheidenen Vehältnissen aufgewachsen, hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Spielgerätn. Als einziger Profi deckt er immer noch seine Schläger mit einer Schutzhülle ab. In diesem jahr gelang ihm bisher wenig Berauschendes, umso mehr war er selbst von seinem Triumph überwältigt und überrascht. Letzte Zweifel daran beseitigte er auf Loch 17 mit einem unfassbaren 21-Meter-Putt. „Sie werden auf der ganzen Anlage nicht einen menschen finden, der ihm den Erfolg nicht gönnt“ fasste Masters-Champions Rory McIllroy die Beliebtheit von Rai zusammen.
Schmid landete auf dem geteilten vierten Platz, sein mit Abstand bestes Ergebnis bei einem Major, das ihm nicht nur etwa 800.000 Dollar einbrachte, sondern automatisch auch eine Einlandung fürs Masters 2027. „Eines der besten Turniere meines Lebens“, resümierte Schmid. Stephan Jäger als geteilter 18. und Martin Kaymer (2014 letzter deutscher Major-Gewinner) als 35. rundeten das für Deutschland erfreuliche Ergbnis ab.
Uns sonst?
- England: Manchester City ist FA-Cup-Sieger. Das Team von Pep Guardiola gewann das Endspiel in Wembley mit 1:0 gegen Clubweltmeister FC Chelsea. Das Siegestor in einem eher dürftigen Finale erzielte der Gnanaer Antoine Semenyo. it einem fantasischen hackentrick.
- Basketball: Zum Auftakt der deutschen Play-offs gab es eine überraschende Niederlage für Alba. Die Berliner unterlagen in eigener halle gegen Vechta mit 89:103. Liga-Primus FC Bayern
- Eishockey: Mit 2 Niederlagen startetgen die deutsche Nationalmannschaft in die Weltmeistetrsdchaft in der Schweiz. Dem 1:3 gegen Finnland folgte am Sonntagabend ein ernüchterndes 0:2 gegen Außenseiter Lettland. 1 Tor in 120 Minuten, das sagt schon viel.
- Leichtathletik: Paukenschlag durch Mohamed Abdilaahi. Der deutsche Langstreckler düpierte zum Auftakt der Diamond League in Schanghai die Weltelite und siegte über 3000 Meter. In 7:25,77 Sekunden pulverisierte er den deutschen Rekord von Dieter Baumann aus dem jahr 1988 (!) um fast 5 Sekunden und stellte zudem eine Weltjahresbestzeit auf.
von Münchner Löwe | Mai 17, 2026 | Fußball
Der Fall Neuer und WM erreicht eine neue Dimension. Wie Sky am Samstag vermeldete, hat sich Trainer Julian Nagelsmann entschlossen, den 40-Jährigen ins WM-Tor zu hieven. Eine unfassbare Kehrtwende, nachdem Neuer nach der EM 2024 seinen Rücktritt erklärt hatte. Nagelsmann akzeptierte (vielleicht sogar zufrieden), Oliver Baumann rückte ins Team und dieses schaffte mit ordentlichen, teils starken Baumann-Leistungen (in Nordirland!) am Ende souverän die Qualfikation. Niemand bezweifelte ernsthaft, dass er auch bei der WM das Tor hüten würde. Weder ließ Neuer auch nur ansatzweise erkennen, dass er von seinem Rücktritt zurücktreten würde, noch dass Nagelsmann in irgendeiner Weise daran interessiert wäre.
Bestätigt hat Nagelsmann seine Kehrtwende und den Sky-Bericht (offenbar aus erster Hand vermeldet) nicht. Im Gegenteil. In einem bemerkensweert absurden Auftritt gestern im Sportstudio eierte der Mann in einer Weise herum, dass jeder um heikle Themen herumeiernde Politiker eigelb vor Neid werden müsste. Nein, er habe sich noch nicht entschieden. Nein, er könne nicht mal sagen, ob Neuer auf der 55er-Liste steht, die der DFB am vorvergangenen Samstag der FIFA schicken musste. Ja, er wisse eigentlich überhaupt nicht, wer denn auf dieser Liste stehe. Wohlgemerkt: hier sprach der Bundestrainer über die von ihm zusammengestellte Liste (die eine Shortlist für den endgültigen Kader ist, den Nagelsmann am Donnerstag benennt). Mehr Publikumsverarsche war noch selten. Dadurch, dass Nagelsmann nichts gesagt hat, hat er das Thema erst recht angeheizt. Keiner glaubt ernsthaft mehr, dass das kein Thema ist. Ich bewundere Interviewer Jochen Breyer dafür, dass er nicht komplett die Contenance verloren hat (die Gesichtszüge waren ihm schon entglitten) angesichts der schamlosen Lügen (begleitet von überheblichem Grinsen), die ihm offen ins Gesicht geschleudert wurden.
Allein die Tatsache, dass das Thema wieder aufploppt und zwar im Sinne eines bisher nie dagewesenen Toornarounds, schockert mich zutiefst (nicht dass mich bei diesem komplett überschätzten, durch und durch charakterlosen, bösartig-egozentrischen Bundestrainer noch etwas schockieren sollte). Er hat ohne jede Not ein unendlich tiefes Fass aufgemacht. Er hat ohne jede Not einen untadeligen, vorzüglichen Sportsmann (Oliver Baumann) zertrümmert. Mehr Verachtung, mehr Herablassung war nie, und es hat schon gerade auf der Torwart-Psoition entsetzliche Grabenkämpfe gegeben. Ich erinnere an Stein/Schumacher 1986 und den berühmten Steinschen „Suppenkasper“ in Richtung Bundestrainer Kaiser Franz, der ihm (Stein!) die vorzeitige Abreise aus Mexiko bescherte. Es gab auch immer auch beinharte Zweikämpfe wie Kahn/Lehmann vor der Heim-WM 2006, als Jürgen Klinsmann die beiden Kombatanten in ein offenes Duell schickte (sportlich versteht sich, obwohl Kahn wahrscheinlich gerne zur Waffe gegriffen hätte, erst recht, als das Klinsmann sich für Lehmann entschied). Aber noch nie wurde so perfide die Nummer 1 hinterrücks ermeuchelt, erst recht nicht so kurz vor einem großen Turnier.
Nicht verhehlen möchte ich die (für mich) indiskutable Rolle von Manuel Neuer. Noch bis nach seiner (glänzenden!) Leistung im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen PSG hat er das Thema nicht an sich herangelassen. Nie hat er ansatzweise zu erkennen gegeben, dass es ihn noch mal reizt, in einem WM-Tor zu stehen. Hat er auch nicht nötig. Er war viermal dabei, zweimal vorzüglich (2010 und mit dem Höhepunkt Weltmeister 2014), zweimal allerdings auch wirklich schlecht, als er 2018 und erst recht 2022 gewichtigen Anteil daran hatte, dass die Deutschen zweimal in der Vorrunde ausschieden. Niemand bezweifelt, dass Neuer in seiner Prime zu den besten Torhütern der Welt zählte (der Beste?). Aber trotz starker Leistungen in Madrid und gegen PSG: Er ist nicht mehr so gut, nicht mehr so (gedanken)schnell, und das macht seine Ausflüge außerhalb des Strafraums so gefährlich. Es besteht also noch nicht einmal eine sportliche Notwenidgkeit zu diesem radikalen Schritt. Und dabei lasse ich noch außen vor, dass Neuer in dieser Saison sehr oft angeschlagen war und pausieren musste; auch am Samsag wurde er (mit angeblich nicht so schlimmen Wadenbeschwerden) ausgewechselt. Neuer und die Bayern – das ist ein Thema für sich, über das ich mich jetzt nicht auch noch auslassen möchte …
Ich weiß natürlich nicht, werden ersten Schritt gemacht hat, der Bundestrainer oder der Torwart.
– Nagelsmann, weil er mit Baumann nicht zufrieden war, weil er Bedenken hatte? Das wäre sogar noch akzeptabel, aber nicht auf diese perfide Weise. Nicht hinterrücks Oliver Baumann das Messer in den Rücken rammen!
– Neuer, weil er aus Langeweile oder finanziellen Erwägungen oder sonstigen Gründen (sein fanatischer Ehrgeiz) doch noch mal WM-Torwart sein wollte? Dann hat er ebenfalls ein perfides Spiel gespielt, ohne Rücksicht auf Verluste sein eigenes Ding durchgezogen. Einen Keil ins Team getrieben, das ohnehin auf der Suche nach Zusammenhalt ist. Was nota bene wiederum, am nicht nur in der Torwartfrage erratischen Nagelsmann liegt, der nach dem letzten Testspiel gegen Ghana seinen Siegtorschützen (!) Denis Undav aufs Schändlichste beschimpfte – nur wachsweich zurückgenommen „weil meine Frau dazu riet“ (Nagelsmann).
Eine ruhmlose, ja schändliche Rolle haben auch die Medien gespielt. Die immer wieder „Neuer! Neuer! schrien und schrieben, wenn dieser ein gutes Spiel ablieferten. Die ebenfalls Baumann aufs Übelste demontierten. Wer den völlig desillusionierten Schlussmann gestern gesehen und vor allem flüstern hören hat, weiß, dass diese Demontage brillant gelungen ist. Respekt, ihr Bild-Hetzer, Repekt, liebe SZ–Redakteure, die in einer einzigartigen Kampagne (aus München-patriotischen Gründen) Neuer ins WM-Team schreiben. Ihr könnt Euch den Baumann-Skalp ans Revers heften!
von Münchner Löwe | Mai 7, 2026 | Fußball
Die bisher so großartige Saison des FC Bayern hat im Halbfinale der Champions League international ein jähes Ende gefunden. Das 1:1 im Rückspiel gegen Titelverteidiger Paris St. Germain war zu wenig nach dem spektakulären 4:5 im Hinspiel. Im Blickpunkt stand der portugiesische Schiedsrichter Pinheiro: Wegen zwei umstrittenen Entscheidungen hatte er schon während des Spiels en Zorn der Münchner Spieler/Fans auf sich gezogen und auch das völlige Unverständnis der Kommentatoren bei DAZN.
Schon früh waren die Pariser in Führung gegangen als der überragende Kvisha Kvavartskela auf der linken Seite allen entwischte, fast von der Grundlinie den völlig freien Ousmane Dembélé bediente, der mit einem knallharten Direktschuss uner die Latte Manuel Neuer überhaupt keine Chance ließ. Der Ausgleich in der 4. Minute der Nachspielzeit durch Harry Kane kam zu spät. Erst da hatten die Münchner ein Mittel gegen den dichten Abwehrriegel der Pariser gefunden. Die insgesamt den reiferen und besseren Eindruck machten, allerdings auch beste Möglichkeiten zum Erhöhen fahrlässig ausließen beziehungsweise am sehr starken Manuel Neuer scheiterten.
Und was war jetzt mit dem Schiri
Im Wesentlichen 2 Entscheidungen des Mannes aus Portugal (darauf kommen wir noch) entfachten die Wut der Münchner.
Szene 1: das Handspiel von Nuno Mendez
was war passiert?
nach einem Vorstoß von Konni Laimer im Mittelfeld stoppte der Portugiese den Ball mit dem Oberarm. Die logische Folge auf dem ersten Blick wäre gewesen, Freistoß für Bayern, Gelb und damit Gelb-Rot (Platzverweis) für den bereits verwarnten Mendez.
was machte der Schiedsrichter
ahndete ein Handspiel von Laimer. Er will gesehen haben, dass der Österreicher seinerseits bei seinem Vorstoß den Ball mit der Hand spielte. Besser gesagt tat das der vierte Offizielle am Spielfeldrand, vor dessen Augen das Ganze stattfand; es gab offenbar einen Hinweis von ihm, ganz klar ist die Kommunikation nicht (von den Schiedsrichtern gibt es bei internationalen Top-Partien nie eine Erklärung über das, was sie so treiben und pfeifen). Gepfiffen wurde jedenfalls erst, als Mendez den Ball gespielt hat, also mit einem Zeitversatz von etwa 4 Sekunden. Und zumindest die mir zur Verfügung stehenden Fernsehbilder lassen eher keine Hand von Laimer erkennen. Aber trotz der Proteste blieb Pinheiro unerschütterlich (?!) bei seiner Wahrnehmung (Laimer-Handspiel) und damit auch bei seinem Pfiff für die Pariser.
Was könnte dahinterstehen?
Die Schlussfolgerung der Münchner: Pinheiro wollte auf jeden Fall die Gelb-Rote Karte (extreme Spielbeeinflussung) vermeiden und „erfand“ (auf Zuruf des 4. Schiedsrichters) das andere Handspiel. Die Frage, die sich mir dann stellt, wenn das so wäre: Warum belässt er es nicht einfach beim Handfreistoß für Bayern und lässt die Gelbe Karte stecken mit einer wirklich allerletzten Ermahnung. Derlei geschieht andauernd (nicht sooo klares Hand, es war ja fast die Schulter, keine echte Absicht). Aber offenbar hatten er und seine Crew eben etwas gesehen, was dem Rest der Fußballwelt verborgen blieb; ein klassischer Wahrnehmungsfehler. Ob er jetzt besser dasteht (auch Schiedsrichter unterliegen Leistungskontrollen von offiziellen Beobachtern), wage ich allerdings zu bezweifeln.
Sind die Folgen so dramatisch
Natürlich hätte das Spiel 11:10 eine ganz andere Wendung genommen. Eine Stunde Unterzahl auf diesem Niveau und dieser engen Leistungsdiskrepanz zweier Top-Teams ist ein fast nicht gutzumachender Nachteil. Deshalb ist die Wut der Münchner durchaus verständlich. Von „Skandal!“ (Bild) kann allerdings nicht die Rede sein. Profan urteile ich: Der Schiri hat im Mittelfeld eine Hand-Situation falsch beurteilt. Kommt in jedem Spiel zigfach vor, ohne dass sich die Fußball-Nation und noch viele mehr aufregen. Ein mehr oder weniger Unbeteiligter kann ich natürlich schlau daherreden …
Szene 2: das Handspiel des Joao Neves
Was war passiert?
Nach einer zu kurzen Torwartparade will Vitinha den Ball aus dem Strafraum dreschen. Er trifft dabei noch innerhalb des Strafraums (unstrittig) die Hand von PSG-Spieler Neves – ausgestreckt hoch über seinem Kopf (unstrittig).
Was macht der Schiedsrichter
Nichts. Kein Elfmeterpfiff und auch kein Konsultieren des VAR, obwohl ihn fast das ganze Bayern-Team bestürmte und auch alle Kommentatoren von einer „klaren Fehlentscheidung“ sprachen.
Was steckt dahinter?
die Regelauslegung der UEFA, nämlich die sogenannte Teammate-Regel. Die besagt klar und eindeutig, dass es keinen Elfmeter geben soll/darf, wenn ein eigene Abwehrspieler bei einem Befreiungsschlag! (also weg vom Tor die Hand eines Mitspieles trifft): Teammate zu Teammate. Ergibt ja auch Sinn, denn welcher Abwehrspieler bei Sinnen (nona, es geht um Fußball) stoppt mit Absicht (auf die kommt es grundsätzlich an bei Handspielen) einen Ball im Strafraum und beschwört womöglich eine nächste bedrohliche Situation. Eine Regelauslegung ganz im Sinne des Fußballs (dessen Sinn es eben nicht ist, unsinnige Elfmeter zu geben), da sind sich letztlich auch alle einig. Die Riesenaufregung basierte vor allem darauf, dass diese Teammate-zu-Teammate-Regel bis dato weitgehend unbekannt war (auch die Herren Fußball-Kommentatoren mussten sich erst schlau machen und nahmen dann recht kleinlaut ihre zuvor wüsten Beschimpfungen zurück).
Sind die Folgen so dramatisch?
Kein Zweifel: ein Elfmeter ist zu 75 Prozent ein Tor, beim Bayern-Spieler Harry Kane in wichtigen Partien zu 100 Prozent. Es wäre der Ausgleich noch vor der Pause gewesen – und dann hätte nur ein Tor zu Verlängerung gefehlt.
Das grundsätzliche Theater
Der Ton war gesetzt: Schuld am Ausscheiden ist der Schiedsrichter. Sagte explizit niemand der Bayern-Spilder und -Veranwwortlichen (und alle räumten die Klasse und Überlegenheit von PSG auch ein), aber die Kritik war einhellig: Wir (die Bayern) sind verpfiffen worden. Dass Gezetere und Geweine trieb dann Sportvorstand Max Eberl auf die Spitze. Es sei ein Freundschaftsdienst des portugiesischen Schiedsrichters Pinheiro an seine portugiesischen Landsleute im PSG-Dress gewesen (nicht nur die Übeltäter Mendez und Neves, sondern auch noch Spielgestalter Vitinha sind Portugiesen). Der von mit einst geschätzte Marcel Reif prangerte im Bild-Talk (auch deshalb das „einst“) am Donnerstag (also nach einer Nacht des offenbar kurzen Überschlafens) die UEFA an, dass sie bei dieser Personen-Konstellation (viele Portugiesen bei PSG) niemals einen portugiesischen Schiri hätten benennen dürfen.
Fast alle monierten die Unerfahrenheit von Pinheiro, der bis dato nur 15 Champions-League-Spiele gepfiffen hatte und dem schlicht der Mut zu tiefgreifenden Entscheidungen gefehlt hätte. Hübsch fand ich Vorstands-Chef Jan Dreßen, der kritisierte: Wie kann es sein, dasss die UEFA einen Schiedsrichter benannt hat, der noch die ein Halbfinale gepfiffen hat? (irgendwann muss es halt das erste Mal sein, Herr Dreßen).
Was bleibt sonst?
- Bayern-Müdigkeit: viele Münchner bleiben weit unter ihrem Leistungsstandard zurück, vor allem auch der in dieser Saison überragende Michael Olise und trotz seines Tores auch der ansonsten weitgehend ungefährliche Harry Kane. Meine (nicht bewiesene!) These. Olise, Kane und auch Luis Diaz haben zuletzt zu viele Körner in der Bundesliga gelassen, als sie eingesetzt wurden, obwohl die Meisterschaft längst entschieden war. Auch am vergangen Samstag, als sie in der 2. Halbzeit mit alle Macht gegen ein sich verzweifelt wehrendes Heidenheim noch in der Schlussminute den Ausgleich retteten (ähnliches eine Woche zuvor in Mainz, dort schafften die eingewechselten Top-Stars nach einem 0:3 ein 4:3). Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, gerade Olise, Kane und auch Diaz eine komplette Pause zu gönnen, also einen ode zwei Tage ohne Fußball, respektive mit Konzentration allein auf PSG. Die Pariser etwa verzichteten am Samstag gegen Lorient gänzlich auf die Dienste von Kvarazskhelia, Dembele und Abwehrchef Marquinos. Der Rest riss sich beim 2:2 keine Beine raus.
Dass Vincent Kompany das nicht getan hat, liegt eben auch am sehr kleinen Kader gerade in der Offensive.
- Neuers Glanzleistung: Für mich war sie sogar noch besser als die beim bereits sagenumwobenen Viertelfinale in Madrid. Diesmal nämlich wehrte er sogenannte „Unhaltbare“ Schüsse ab (die man also schon im tor sieht), etwa gegen Neves Kopfball in der 1. Halbzeit und im 2. Durchgang verhindete er mehrere Male einen höheren Rückstand gegen Doué, Kvaratshkelia und Barcola. Es besteht wohl kaum ein Zweifel, dass Neuer ein weiteres Jahr dranhängt. Obs im Sinne von seinem potentiellen Nachfolger Jonas Urbig ist und dessen Karriere förderlich, sei mal dahingestellt. Denn er verliert ein weiteres Jahr, denn jetzt hilft nur Spielpraxis – nicht nur gegen Mainz und Co., sondern eben auch in einem Champions-League-Halbfinale!.
- Kompanys Wechsel: Wechselfehler, behaupte ich. So verzichtete der belgische Trainer gänzlich auf die Dienste von Leon goetzka, der mit seiner Kopfballstärke und Torgefährlichkeit durchaus Unheil hätte anrichten können. Auch dass Kompany den veritablen Offensivkünstler Lennart Karl erst sehr spät brachte (82.) stattdessen vorher die Abwehrleute Kim und Davies, erschloss sich den Wenigsten. Klar, der Jungspund kommt von einer längeren Verletzungspause, aber offensichtlich war er fit, und in den wenigen Aktionen, die ihm blieben, deutete er seine Gefährlichkeit an.
In kann es letztlich nicht anders urteilen: Luis Enrique hat Kompany ausgecoacht, wie es neudeutsch so schön heißt. Er hat eben die paar Jahre Erfahrung mehr, die man offenbar braucht.
Jetzt wartet Arsenal auf PSG
Die Londoner erreichten am Diensgag durch ein 1:0 gegen Atlético Madrid das Endspiel. Die Spanier waren eine einzige Enttäuschung: trotz veritabler Offensivkräfte wie Alvarez, Griezmann und Lookman entwickelten die Madrilenen nie Druck genug, um die Arsenal-Abwehr in die Bredouille zu bringen (trotzdem hatte Trainer-Sohn Simeone eine Riesenchance). Einem Offenbarungseid kam es dann gleich, als Diego Simeone seine gefährlichsten Kräfte Lookman (57.), Griezmann und Alvarez (je 66.) recht früh vom Feld nahm. Da war mit als Atletico-Sympathisant) klar, dass das nichts mehr werden würde.
Ich sehe das Finale am 30 Mai in Budapest (18 Uhr) recht offen. Die Kondoner scheinen sich wieder einigemaßen gefangen zu haben und sind in der Abwehr schier unüberwindlich. Eine große Rolle wird spielen, ob sie als englischer Meister (danach sieht es gerade aus) ode nur als zweiter (Arsenal kann sehr gut verbaseln) zum Finale in die ungarische Hauptstadt reisen.
von Münchner Löwe | Apr. 27, 2026 | Formel 1, Fußball, Snooker, Tennis, Wochenvorschau
Champions-League-Halbfinale (Männer und Frauen), Tennis in Madrid (ohne Carlos Alcáraz), und die Formel 1 kehrt nach kriegsbedingter Pause in Miami zurück.
Alles Bayern oder was?
Für viele Experten ist das Halbfinale in der Fußball-champions-League zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern das vorweggenommene Finale. Beide Teams sind mit abstand die offensivstärksten in Europa. Sie haben fantastische Einzelspieler (Vitinha, Kvaratskhelia, Dembélé respektive Olise, Diaz, Kane) die auch noch hervorragend zusammenspielen. Die große Frage wird sein, wie die nicht ganz so top besetzten Abwehr- und defensive Mittelfeldreihen mit dieser Angriffs-Power zurechtkommen. Vielleicht entscheiden die Torhüter, und dann wäre es für die Münchner natürlich von großem Vorteil, wenn sie den Manuel Neuer aus dem Hinspiel gegen Real Madrid bekämen und nicht den Manuel Neuer aus dem Rückspiel. Dass PSG aufgrund des Wunsches von Trainer Luis Enrique sich vor der Saison von Gianluigi Donnarumma getrennt hat, ist für mich immer noch ein unfassbares Faszinosum.
Während bei PSG-Bayern allseits ein Offensiv-Feuerwerk mit unbekannten Ausgang erwartet wird, dürfte die zweite Begegnung zwischen Atlético und dem FC Arsenal eher pragmatisch geführt werden. Atlético ist etwas überraschend der letzte Vertreter der spanischen Armada, Trainer Diego Simeone in seiner 16. (!) Saison beim „kleinen“ Madrider Verein hat zwar mit Julian Alvarez und Antoine Griezmann herausragende Offensiv-Kräfte, doch nach seinem Naturell legt er immer viel Wert auf Sicheheit. Meistens zumindest, denn manchmal lässt er die Seinen von der Leine wie beim unglaublichen Pokal-Halbfinale gegen Barca, als die „Colchoneros“ im Hinspiel zur Pause 4:0 führten.
Dem FC Arsenal hingegen scheint nach dem brillanten Herbst und Winter die Luft auszugehen. In den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Londoner schon ausgeschieden, im Meisterschaftsrennen scheint Manchester City mittlerweile die bessere Form zu haben (es droht ein Wettschießen ums bessere Torverhältnis). Mit dem extrem pragmatischen Spiel, dass vermeintlich allein von großartigen Standards lebt, hat Arsenal die neutralen Fußball-Fans schon gegen sich aufgebracht. Wenn das jetzt nicht mindestens zu einem Titel führt, könnte es für Trainer Miguel Arteta tatsächlich eng werden.
Kuriosum am Rande: Nicht eine der vier Halbfinalisten wird von einem Trainer, der die Staatsbürgerschaft des Landes hat (krude ausgedrückt, man ahnt, was ich sagen will …. FC Bayern: Kompany/Belgien, PSG: Enrique/Spanien, Arsenal: Ateta/Spanien, Atlético: Simeone/Argentinien.
Di., 21:00: PSG – FC Bayern
Mi., 21:00: Atl´ßetico – Arsenal
Die Frauen bestreiten am Wochenende bereits die Halbfinal-Rückspiele, ebenfalls mit vier Vertreterinnen aus Deutschland, Spanien England und Frankreich. Der FC Bayern hat am Sonntag im ausverkauften Camp Nou (So., 16:30) die nahezu unlösbare Aufgabe gegen den FC Barcelona, das mit Abstand beste Team Europas. Im Hinspiel am Samstag wehrten sich die Münchnerinnen im WM-Stadion sehr tapfer und holten ein insgesamt verdientes 1:1. Ob das aber reicht, erscheint mir sehr zweifelhaft, auch wenn es wahrscheinlich nicht zu einem 1:7-Desaster kommt wie beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober.
Völlig offen erscheint mir die zweite Begegnung zwischen Olympique Lyon und dem FC Arsenal (Sa., 15:00). Die Londonerinnen profitierten bei ihrem 2:1 am Sonntag von veritablen Abwehrfehlern von Lyon.
Freies Geleit für Jannik Sinner?
Zumindest fehlt dem Italiener mit Carlos Alcáraz der nominell stärkste Gegner. Der Spanier leidet an einer Handgelenks-Verletzung und zog nicht nur für dieses Turnier zurück, sondern für die komplette Sandplatzsaison und damit auch für die French Open in einem Monat. Handgelenks-Verletzungen sind tatsächlich mit das Übelste, was einem Tennisspieler passieren kann. Dominik Thiem etwa fand danach nie wieder zu alter Form, auch als er sich nach einer langen Pause zurückmeldete. Bleibt im Sinne aller Tennisfreunde zu hoffen, dass das beim Spanier nicht so dramatisch endet.
Von der Abwesenheit von Alcáraz könnte Alexander Zverev profitieren, der im Madrid hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Die bisherigen Vorstellungen waren durchwachsen, aber erfolgreich. Ich habe trotzdem meine Zweifel, dass Zverev das Finale erreicht oder gar triumphiert, obwohl das Turnier in der spanischen Hauptstadt schon zweimal gewonnen hat (2018, 2021).
Bei den Frauen läuft erneut alles wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka gegen Lena Rybakina hinaus. Es sind die mit Abstand besten Tennisspielerinnen in diesem Jahr, die auch auf Sand eine Klasse für sich sind. Zumindest im Doppel ist Laura Siegemund noch dabei an der Seite der 41-jährigen (!) Vera Zwonarewa.
Die Formel-1-Motoren heulen wieder
Nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des US- und Israel-Krieges und gegen den Iran und der damit verbundenen unsicherren Lagen in den Golf-Staaten ausgefallen waren, kehrt die Königsklasse zurück. Mit dem Rennen in Miami rund ums Football-Stadion, in dem für Sommer auch Fußball-WM-Partien geplant sind. In de Pause wurde das Reglement leicht geändert. So soll in der Qualifikation wieder mehr Wert auf Speed gelegt werden und weniger auf Motoren-Management. Es war ja regelrecht eine Farce, wenn die Fahrer weit vor Ende der Geraden vom Gas gegangen sind, weil keine Energie mehr vorhanden war.
Ob die Änderungen an der Herrschaft der Mercedesse großartig beenden, glaube ich eher nicht. Das ganze Paket stimmt, die Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind der Konkurrenz weit voraus. Vielleicht kann der viermalige Weltmeister dank seiner fahrerischen Ausnahmestellung den Rückstand verkürzen. Der Holländer hatte sichtlich wenig Spaß am Spar-Fahren; geradezu glücklich wirkte er, als er für ein Wochenende zur Langstrecken-Meisterschaft auf den Nürburgring wechselte.
Freiburger Märchen
Das Team von Trainer Julian Schuster steht im Halbfinale der Europa League. Die Aufgabe Sporting Brava scheint lösbar, auch wenn die Portugiesen nie abzuschreiben sind (man frage die Kicker von Betis Sevilla). Das Hinspiel findet am Donnerstag (21 Uhr) in Braga im wunderschönen EM-Stadion vn 2004 statt, das Rückspiel dann eine -woche Später zu Hause. Sollten die Breisgauer tatsächlich das Endspiel erreichen wartet in Istanbul mit Aston Villa oder Nottingham Forest auf jeden Fall ein englischer Club. Die Conference-League-Halbfinales am Donnerstag lauten: Rayo Vallecano – Racing Straßburg und Schachtjor Donezk – Crystal Palace (in Krakau).
Insgesamt geht es für die deutschen Teams im Europapokal auch darum, Spanien in der 1-Jahreswertung noch abzufangen. Mit Rang 2 hinter England wäre das ein 5. Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte der SC tatsächlkch die Europa League gewinnen, hätte er ein persönliches (eigenes?) Sartrecht in der Königsklasse 26/27.
Und sonst?
- Bundesliga: Ein „Endspiel um Platz 4 zwischen 1899 Hoffenheim (5./57 Punkte) und dem VfB Stuttgart (4./57) VfB Stuttgart (4./57). Wer gewinnt, hatbeste Chancen auf den letzten Champions-League-Platz. Dahinter lauert Bayer Leverkusen (55 Punkte), das zu Hause gegen RB Leipzig im Topspiel des Tages (Sa., 18.30) zum Siegen verdammt ist.
Im Abstiegskampf braucht der vfL Wolfsburg jeden Sieg, da kommt ein Gegner wie Freiburg zwischen dessen beiden Europa-League-Halbfinals vielleicht wie gerufen, sogar auswärts (So., 19:30). Aufgrund des Mai-Feiertags gibt es wie gehabt am Freitag kein Spiel, die Polizei wird anderswo gebraucht.
- England, Premier League: Fernduell um die Meisterschaft zwischen Arsenal und Manchester City. City mit 3 Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Arsenal kann gegen Fulham vorlegen (Sa., 18:30), City müsste am Montag (21:00) in Everton nachlegen. Im Abstiegskampf brauchen die Tottenham Hotspur unbedingt einen Sieg gegen Aston Villa (So., 20:00!).
Championship: Der letzte von 46 (!) Spieltagen in der 2. englischen Liga. Coventry City steht als Aufsteiger fest, dahinter hofft noch ein Quartett auf den direkten Aufstiegsrang 2. Könnte eine extrem wilde Angelegenheit werden ab Samstag um 13:30 Uhr. Apropos: Leicester City muss den Gang in die 3. Liga antreten, 2015 wurde das Team noch Sensationsmeister. Einen derartigen Abstieg hat es meines Wissens zumindest auf sportliche Art und Weise noch nie gegeben.
- DEL: Die Eisbären Berlin haben die ersten beiden Spiele der Finalserie gegen die Adler Mannheit klar gewonnen (6:3, 5:1). Spiel 3 am Dienstag in Mannheim ist schon ein Pflchtsieg für die Gastgeber.
- Basketball: Die Euroleague hat endlich die 8 Tams der Play-offs gefunden – ohne deutsche Beteiligung. 4 Serien nach em Modus Best of 5, die ersten beiden Spieltage verteilt auf Dienstag bis Freitag. Nach meinem Kurzaufenthalt in der griechischen Hauptstadt schlägt mein Herz für die Athener Clubs Panathinaikos (vs Valencia) und Olympiakos (vs Monaco). Außerdem: Fenerbahce – Kaunas und Real Madrid gegen hapoel Tel Aviv.
- Handball: Auch hier Viertelfinale der Champions League, hier der Modus Hin- und Rückspiel. SC Magdeburg bei Szeged (Mi., 18:45) und Füchse Berlin in Vezprem (Do., 18:45) sind jeweils in Ungarn zu favorisieren. Außerdem: Sporting Lissabon Mi., 20:30) – Aalborg und Nantes – FC Barcelona (Do., 20:30).
- Snooker: Die WM in Sheffield geht in die entscheidende Woche. Wie gehabt wird der Titel erst am ersten Mai-Montag in de 3. oder 4. Finalsession ermittelt. Titelverteidiger Zhao Xintong steht schon m Viertelfinale.
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