Beschämendes Ausscheiden – Nagelsmanns Desaster

Bevor es zum allgemein erwarteten Achtelfinal-Showdown gegen Frankreich kommt, müssen die deutschen Fußballer schon die Koffer für den Rückflug packen. Ein beschämendes Aus gegen die Maurermeister aus Paraguay bedeutete das Ende der hochfliegenden Pläne von Bundestrainer Julian Nagelsmann („Wir werden Weltmeister“). Eine ohnehin absurde Behauptung angesichts der oft trostlosen Vorstellungen der vergangenen Jahre.

 

Die Partie gegen die extrem defensiv eingestellten Südamerikaner offenbarte alles, was dem deutschen Angrffsfußball fehlt. Esprit, Ideen, Schnelligkeit, Spielfreude. Klar war der Abwehrriegel extrem dicht, aber ein bisschen mehr als die ständigen Halbflanken (56 wurden gezählt) hätte es schon sein dürfen; bessere Standards, überraschende Seitenwechsel, fliegende Kombinationen – all das vermisste ich. Es ist ja nicht so, dass allein unglückliche Umstände, vergebene Top-Chancen und ein überragender Torwart den Erfolg verhindert hätten. Bei Lichte betrachtet, hatten die Deutschen neben Havertz‘ Treffer bestenfalls noch 2 gute Einschuss(köpf)möglichkeiten – keine unter der Rubrik „Sitzer“ einzuordnen.

Erschreckend erneut die Defensive – nicht nur beim Gegentor, das der nur 1,68 Meter große Enciso dermaßen frei vom Elfmeterpunkt köpfen durfte (in feinster Manier überwand er den chancenlosen Neuer), als hätte er eine höchst ansteckende und tödlich verlaufende Krankheit. Bei jedem der sehr wenigen Offensiv-Aktionen hatte ich das mulmige Gefühl, das etwas geschehen könnte (nur die absolute Unzulänglichkeit/Unwillen des destruktiven Gegners und ein aufmerksamer Manuel Neuer verhinderten dies.

Tahs Kopfballtor, das nicht zählte

 

Und doch hätte alles gut ausgehen können (wenn wir ein Achtelfinale höchstwahrscheinlich gegen ein in allen Belangen überlegenes Frankreich „gut“ finden wollen). Eine mal ausnahmsweise von Nathaniel Brown und nicht von Joshua Kimmich geschlagene Ecke brachte nämlich den vemeintlichen Siegtreffer durch Jonathan Tahs herrlichen Kopfball nach tollem Laufweg. Alle jubelten, kein Paraguayer protestierte, noch nicht mal ein Reklamierarm des von Waldemar Anton behinderten Schlussmanns Orlando Gill. Allein der VAR, die in Wirklichkeit eine DIVAR war (Senora Tatiana Guzman aus Nicaragua), hatte etwas zu bemängeln (nämlich die Behinderung des Keepers durch Anton) und schickte Schiedsrichter Jayed vor den Kontrollmonitor. Und siehe da: Herr Jayed erkannte ein jetzt strafwürdiges Vergehen und aberkannte den Treffer. Eine Fehlentscheidung, erst recht das Überstimmen, auch angesichts der sonst sehr großzügigen Spielleitung des Schiedsrichters. Allerdings auch kein „Voll-Skandal“, wie Bundestrainer Julian Nagelsmann im ZDF beim Betrachten der Bilder schäumte. So blieb es beim 1:1, und es kam zum denkwürdigen

 

Elfmeterschießen

 

Die Deutschen sind in dieser Disziplin Spezialisten. Viermal in der WM-Geschichte setzen sie sich mit dieser Art der Entscheidung durch. Bis gestern gab es nur einen einzigen Fehlschuss (durch Uli Stielike 1982 vs Frankreich). Meist war es so: Der deutsche Spieler stiefelte entschlossen zum Punkt, schnappte sich selbstbewusst den Ball, lief ohne Federlesens an und versenkte unhaltbar.
Und an diesem unseligen Montag? Ein Bild des Jammers. Der erste Schütze Kai Havertz, extrem sicher vom Punkt, scheiterte jämmerlich an Gill. Ebenso Nick Woltemade, dessen zögerlicher Anlauf nichts anderes erwarten ließ. Trotzdem wurde es noch mal spannend. Zwei Schützen der Paraguayos hätten nur verwandeln müssen fürs Weiterkommen: Sanabria schoss kläglich vorbei, und der eigens eingewechselte Fabian Balbuena scheiterte an Manuel Neuer.
Also doch die Wende? Mitnichten! Jonathan Tah lief zwar konsequent an, drosch aber ebenso konsequent den Ball himmelhoch betrübend in die deutsche Fankurve. Ein Fieldgoal, wie es der Kicker des  heimischen Football-Teams der New England Patriots nicht sicherer hätte verwandeln können. Eine Entschuldigung für den Abwehrmann: Noch nie in seiner langen Laufbahn hat er in einem Profispiel einen Elfer geschossen. Jetzt hatte also José Canale die große Chance – und verwandelte sicher. Canale Grande halt – und ein Land jubelte (am Dienstag rief der paraguayische Staatspräsident tatsächlich einen kurzfristigen Feiertag aus).

 

Die Gründe fürs Aus

 

Zum dritten Mal hintereinander ist also ein deutsches Team schon vor einem WM-Achtelfinale gescheitert. Der Ruf der Turniermannschaft ist endgültig passé (den sich der vierfache Weltmeister zuvor durch insgesamt 8 Final- und 4 Halbfinalteilnahmen seit 1954 redlich verdient hatte).

 

Die Spieler

 

Ich muss es so klar sagen: Auf den allerwenigsten Positionen verkörpern deutsche Spieler zurzeit internationale Spitzenklasse, erst recht nicht Weltklasse. Florian Wirtz und  Jamal Musiala, die einzigen sogenannten Unterschiedsspieler im offensiven Mittelfeld, konnten nie an ihre Bestform anknüpfen. Was kaum überraschen durfte, weil beide eine eher maue Saison hinter sich haben. Musiala wegen der Nachwirkungen des Schien- und Wadenbeinbruchs im vergangenen Sommer bei der Club-WM, Wirtz, der bei seinem neuen Team FC Liverpool immer noch die Leverkusen-Form sucht (obwohl er zeitweise ansprechend spielte).
Eklatant die Schwächen bei den Außenverteidigern, im kreativen Mittelfeld und auch in der Spitze. Vor allem aber auch die für ein deutsches Team erstaunliche Zweikampfschwäche gerade auch gegen harte, aber keineswegs unfaire Kontrahenten.

Julian Nagelsmann

 

Der Bundestrainer hat seine Bewährungsprobe klar nicht bestanden. Einst galt er als Supertalent, der schon mit 28 einen Bundesliga-Club anleiten durfte. Doch im gesamten Jahr 2026 hat er eine Serie von selbstverschuldeten Pleiten, Pech und Pannen hingelegt, die letztlich nur den Rauswurf bedeuten müssten. Sogar bei einem in dieser Beziehung sehr zurückhaltenden Verband, der auch nach den beiden WM-Enttäuschungen 2018 und 2022 zumindest vorerst an den Trainer Joachim Löw und Hansi Flick festhielt (ohne Erfolg).
Nach der letztlich erfolgreichen WM-Qulifikation im Herbst reihte der Bundestrainer seit März zumindest merkwürdige, wenn nicht abstruse und objektiv falsche Entscheidungen aneinander.

 

  • Kritik an Denis Undav. Nach dem Siegestor des Stuttgarters im Test gegen Ghana Nagelsmann, die Leistung sei ansonsten schlecht gewesen. Undav sei für die Anfangself völlig ungeeignet. So ist wohl noch nie ein Matchwinner abgekanzelt worden.
  • Neuers Rückkehr: Zur Erinnerung. Nach der EURO 2024 trat der Bayern-Schlussmann zurück, und Oliver Baumann verrichtete im deutschen Tor mehr als solide Arbeit. Dennoch hielt es Nagelsmann für nötig, im April Kontakte zu Neuer zu knüpfen (so zumindest die offizielle Version). Befeuert durch eine wirklich starke Leistung des Keepers bei Real Madrid, die aber eher die Ausnahme in diese Saison war. Ohne Not hatte Nagelsmann ein sehr tiefes Fass aufgemacht mit all den Diskussionen und unschönen Begleiterscheinungen; er vermittelte nicht nur Oliver Baumann den Eindruck, dass auf sein Wort nicht das Geringste Verlass ist. Nagelsmann schwafelte dann was von Neuers Aura, die den gegnerischen Spieler danebenschießen lassen würde. Davon war im gesamten Turnier wenig zu spüren, die Bälle schlugen gnadenlos und nicht immer unhaltbar ein. Im Elferschießen hielt Neuer zwar einen Versuch, im Gegensatz zu ihm ist Baumann ein echter Elferkiller. What if …?
  • Das völlige Überhöhen des 7:1 gegen Curacao und auch des eher glücklichen 2:1-Erfolgs gegen die Elfenbeinküste in letzter Minute. Das Deutschland  hauptsächlich den eingewechselten Denis Undav und Nadiem Amiri zu verdanken hatte (siehe später).
  • das komplett vercoachte Spiel gegen Ecuador. Damit meine ich nicht die Tatsache, dass er trotz des sicheren Gruppensieges die beste Elf aufstellte, die sich weiter einspielen sollte. Sondern seine abstrusen Wechsel während der Partie. Es kamen nämlich außer Undav nicht die Spieler der zweiten Garde (Amiri, Goretzka, Woltemade) zum Einsatz, sondern jede Ergänzungsleute, die im weiteren Turnierverlauf überhaupt keine Rolle mehr spielen sollten. Dass dann die Partie noch verloren ging und damit auch das Momentum und die gute Laune, war dann schon fast konsequent.
  • die Paraguay-Aufstellung: plötzlich stand also doch Undav in der Startelf, ausgerechnet gegen ein Abwehr-Bollwerk, mit dem er immer Probleme hat (Nagelsmann hatte also seine März-Ahnung nicht getrogen). Dementsprechend unsichtbar blieb der Stuttgarter bis zur Auswechslung. Außerdem beließ der Coach Kapitän Joshua Kimmich auf der rechten Seite, die der Münchern eher schlecht als recht ausfüllte (weil ihm dazu Schnelligkeit und Klasse fehlen). Kimmich hätte (auch nur vielleicht) im defensiven Mittelfeld mehr Einfluss aufs Spiel nehmen können als die überforderten Pavlovic und Nmecha.
    Für mich völlig unverständlich war auch der Umstand, dass Nagelsmann erst so spät Amiri brachte (110. Minute), seinen gegen die Ivorer so starken Mittelfeldmann mit Ideen, die so fehlten.

 

Neben diesen taktischen und menschlichen Fehlleistungen war auch das Verhalten von Nagelsmann gegenüber den Unparteiischen unwürdig, die er an der Linie in einem fort anpflaumte (absurderweise sogar das Team um die US-Amerikanerin Tori Penso, obwohl diese den Deutschen ein irreguläres Tor schenkte). Auch in den Interviews blieb er reichlich unsouverän, blaffte herum, obwohl ihm gerade ein Johannes B. Kerner wirklich nichts Böses wollte.

So bleibt ein grausiger Gesamteindruck. Es passt allerdings zum in jeder Hinsicht unwürdigen Verband, dass er Nagelsmann in einer ersten Stellungnahme Nagelsmann weiter das Vertrauen aussprach. Ob das zu halten sein wird beim Proteststurm der Medien, der jetzt schon eingesetzt hat, bleibt allerdings abzuwarten.

 

Drama um Österreich statt Schande von Kansas

Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika

 

Es ist vollbracht. Heute Nacht endete die schier endlose Vorrunde mit insgesamt 72 (!) Partien. Diese waren in 12 Vierer-Gruppen nötig, um aus 48 Teilnehmern 32 zu machen. Kein optimaler Wirkungsgrad, würden Techniker sagen.

Entsprechend spannungslos ging es meistens zu, zumal bei den jeweils dritten Partien. Wenige Ausnahmen gab es. Zum einen das 2:1 der Ecuadorianer gegen Deutschland, das die Südamerikaner trotz frühen Rückstands (nach irregulärem Tor von Leroy Sané) noch drehten und sich damit das Zwischenrunden-Ticket sicherten. Nebenher führte der Auftritt der Nagelsmann-Truppe zu längst vergessen geglaubten Diskussionen ums deutsche Team. Insbesondere um ihren zurückgeholten Schlussmann Manuel Neuer, der bei beiden Gegentreffern nicht glücklich aussah, um es noch vorsichtig auszudrücken.

Österreich in der Nachspielzeit: erst Rückstand, dann Ausgleich

Die verrückteste Partie der Vorrunde kam aber ganz zum Schluss: Österreich gegen Algerien. Schon zu Beginn war klar, dass beide Teams mit einem Remis weiterkommen würden (Österreich als Zweiter, Algerien als einer der besten acht Dritten), aber jedes Team bei einer Niederlage ausscheiden würde (also kein Spekulatius mehr, dass  Österreich mit einer knappen Niederlage den vermeintlich schwächeren Zwischenrunden-Gegner Schweiz und nicht Spanien erwischen würde. Befürchtet wurde die Schande von Kansas: angelehnt an die Schande von Gijon, wo 1982 Deutschland und Österreich mit einem (angeblich unausgesprochenen) Nichtangriffspakt und einem beiden genehmen 1:0 Algerien aus dem Turnier kegelten. Doch daraus wurde nichts: Die Österreicher gingen zweimal in Führung, zweimal glich Algerien aus. 20 Minuten vor Schluss hatten sich die Mannschaften dann beruhigt, und nichts deutete auf eine verrückte Nachspielzeit hin.
Plötzlich aber ein tolles Zuspiel auf Algeriens Star Ryan Mahrez, der Alexander Schlager im Ösi-Tor bezwang. Plützlich unfelix Austria, weil ausgeschieden? Ein letztes hohes Zuspiel auf Michael Gregoritsch, Kopfballablage auf Sasa Kalajdzic, und der vollendet per Kopf ins Tor. Ausgleich, der ORF-Reporter wird mal wieder naarrisch! (O-Ton: „bist du deppert!“), und jetzt ist Österreich wieder glücklich – trotz des jetzt feststehenden Gegners Spanien – High Noon in LA 12 Uhr mittags am Donnerstag (Ortszeit).

 

Resümee der Vorrunde

 

Wenn ich aufs vorläufige Ergebnis meines Tippspiels schaue (großer Seufzer), hat es einige überraschende Resultate gegeben. Die aber zu einem insgesamt erwarteten 32er-Ko-Runden-Feld führten. Eine echte Sensation ist eigentlich nur das Aus des zweifachen Weltmeisters Uruguay in der vermeintlich einfachen Gruppe mit Capo Verde und Saudi-Arabien (neben Spanien). Ansonsten haben sich die Favoriten mit mehr Bauchweh (Belgien) und weniger (Argentinien) durchgesetzt.

Auf den ersten Blick mögen die 9 afrikanischen Teams in der Zwischenrunde überraschen (nur Tunesien blieb auf der Strecke), doch den Gruppensieg errang keines der Mannschaften. Maßlos enttäuschend dagegen die Asiaten. Allein die Japaner kamen weiter (und die Australier, die dem Kontinentalverband angehören). 7 Teams schieden aus, fünf davon als sieglose Gruppenletzte.

 

Das Abschneiden der Kontinente im Überblick

 

Europa: 13 von 16 Teams in der Zwischenrunde. Ausgeschieden Tswchechien, die Türke und Schottland. Die Tartan Army wieder tragisch. Ihre Fans gewinnen regelmäßig das Herz der Turnier-Gastgeber, aber sie schaffen es einfach nicht, wenigstens einmal die Gruppenphase zu überstehen. Der Kalauer „die Mannschaft ist früher daheim als die Postkarten“ findet die traurige Fortsetzung.
Afrika: 9 von 10 Teams in der Gruppenphase. Ausgeschieden sind nur die Tunesier; mit der verheerenden Bilanz von 0 Punkten und 2:12 Toren. Auch ein Trainerwechsel während des Turniers brachte keine Besserung.
Nordamerika/Karibik: 3 von 6 Teams in der Gruppenphase. Der zweigeteilte Kontinentalverband. Während die Co-Gastgeber Mexiko, USA und Kanada souverän die Zwischenrunde erreichten, gewannen die Karibikstaaten Haiti, Curacao und Panama insgesamt nur einen Punkt (den Curacao gegen Ecuador ermauerte) bei einem Torverhältnis von insgesamt 3:21. Panama blieb als einzige Mannschaft ohne jedes eigene Tor.
Südamerika: 5 von 6 Teams in der Gruppenphase. Nur Uruguay scheiterte, auch wegen der kapitalen Fehler von Torwart-Legende Muslera, der gleich bei drei Gegentreffern mehr als unglücklich aussah. Brasilien, Argentinien und Kolumbien schafften den Gruppensieg, sind jetzt aber alle in einer Turnierhälfte, was ein südamerikanisches Finale ausschließt (und ein rein europäisches ziemlich sicher auch).
Asien: 2 von 9 Teams weiter (inklusive Australien). Gemessen an den Einwohnern mag Asien unterrepräsentiert sein, gemessen an der fußballerischen Klasse eher nicht. Sehr unglücklich das Aus für den Iran, der ungeschlagen blieb, aber eben auch kein Spiel gewann. Neuntbester Dritter und damit knapp raus. Hätten die Algerier ihre Führung gegen Österreich behalten, hätte sich das Team trotz widriger Begleitumstände (Einreise ins Feindesland USA jedes Mal ein kräftezehrendes Abenteuer) für die Zwischenrunde qualifiziert. Tragisch: Ein vermeintlicher Iraner Treffer vs Ägypten im letzten Spiel in der Nachspielzeit wurde wegen einer ganz knappen Abseitsstellung nachträglich vom VAR (zu Recht) zurückgenommen.
Ozeanien: Der einzige Vertreter Neuseeland scheiterte als Letzter in einer keineswegs überstarken Gruppe mit Belgien, Ägypten und Iran.

 

Jetzt gehts aber los, oder?

 

In der Tat. Ab heute die 16 Zwischenrundenpartien, in denen das Feld bis einschließlich Freitag (Ortszeit) auf 16 Mannschaften halbiert wird. Aber einige Partien habern doch einen arg klaren Favoriten: Argentinien vs Kap Verde oder England vs Kongo. Auch Deutschland sehe ich klar als Sieger gegen Paraguay (nona). Weniger wegen einer überzeugenden Nagelsmann-Truppe, schon eher, weil ich Paraguay nach den Vorrunden-Auftritten für das schwächste der verbliebenen Mannschaften halte: klare Niederlage gegen Gastgeber USA, ein absurdes 1:0 gegen die Türken, weil der Gegner. trotz einstündiger Überzahl nicht einen seiner 32 Schüsse im Tor unterbringen konnte und letztlich ein 0:0 gegen Australien – ein Ergebnis, das beiden Teams weiterhalf.

 

Die Ansetzungen (Turnierbaum)

 

Mo., 22:30: Deutschland – Paraguay
Di., 23:00: Frankreich – Schweden

So., 21:00: Südafrika – Kanada
Di., 03:00: Holland – Marokko

Fr., 01:00: Portugal – Kroatien
Do., 21:00: Spanien – Österreich

Do., 02:00: USA – Bosnien
Mi., 22:00: Belgien – Senegal

Mo., 19:00: Brasilien – Japan
Di., 19:00: Cote d’Ivoire – Norwegen

Mi., 03:00: Mexiko – Ecuador
Mi., 18:00: England – DR Kongo

Sa., 00:00: Argentinien – Capo Verde
Fr., 20:00: Australien – Ägypten

Fr., 05:00: Schweiz – Algerien
Sa., 03:30: Kolumbien – Ghana

In jedem Quartett spielen die jeweiligen Sieger im Achtelfinale gegeneinander. Die willkürlich-unterschiedlichen Anfangszeiten resultieren aus den verschiedenen Zeitzonen und den klimatischen Begebenheiten der Gastgeberstädte. Trotzdem der helle Wahnsinn, wobei positiv anzumerken, dass die Ortszeit diesmal eher eine Rolle spielt und eher nicht die Wünsche der Europäer. Das war 1994 noch ganz anders

 

 

Zwei Wochen Fußball-WM – ein erstes Fazit

48 Partien von insgesamt 104 sind beim Turnier in Nordamerika absolviert. Zum Teil unterhaltsam, zum Teil sterbenslangweilig. Ich habe beileibe nicht alles live gesehen und manches Spiel gar nur in der Kurz-Zusammenfassung.
Ich möchte gar nicht  auf die einzelnen Begegnungen eingehen, auch nicht großartig über etwaige Turnier-Favoriten spekulieren oder gar darüber, wie weit die einzelnen Teams kommen. Aber ein paar allgemeine Eindrücke und ein Gesamtbild möchte ich doch gerne wiedergeben, das ich in den 2 Wochen via Fernsehen und Zeitungen/Online-Medien gewonnen haben.

 

Das Ambiente

 

Die erste Überraschung: Die Stadien sind voll – auch und vor allem in den USA. So mancher wird gehofft haben, dass angesichts der exorbitanten Preise viele Plätze leer blieben, diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. Sehr gut gefüllte Arenen auch bei vermein tlichen Außenseiterspielen. Zwar in den seltensten Fällen ausverkauft (ich beziehe mich auf die offiziellen Angaben), aber sehr wenige sichtbar freie Plätze.
Was sehr positiv auffällt: eine schöne Grundstimmung in den Stadien, mit mitgehenden Fans, die dem Spielverlauf folgen. Welch eine Erleichterung nach dem entsetzlichen Dauergesang vor allem in der Bundesliga. Naturgemäß haben die relativ nahen Südamerika-Teams den meisten Anhang mitgebracht. Viele Migranten in den USA nutzen (trotz ICE!) die Chance, um „ihr“ Team anzufeuern.
Getoppt wird allerdings alles durch die schottischen Fans, der „Tartan Army“. 50.000 haben sich in Richtung Boston aufgemacht, und die Stadt hat sie mit offenen Armen aufgenommen. Diese fantastischen Menschen, immer fröhlich, immer leicht angetrunken, und doch immer friedlich. Wir in Deutschland und eben auch in München hatten ja 2024 das Vergnügen mit den besten Fans der Welt. Wenn die FIFA schlau ist (sie ist es natürlich nicht!), vergibt sie für alle großen Turniere eine Wild Card an Schottland. Dass ihr Fußball überschaubar unterhaltsam ist, spielt da kaum eine Rolle.

Wohltuend und sicher beabsichtigt: ER hat sich bisher nicht blicken lassen. Natürlich hat Donald Trump auch anders zu tun wie den Iran-Krieg oder um eine Wasserfläche in Washington wieder blau zu bekommen (nicht mal ein Dekret hilft offenbar), aber es ist schon auffällg, dass das Staatsoberhaupt beim größten Sportereignis der Welt (FIFA-Eigenwerbung) bisher so gar nicht in Erscheinung tritt, nicht einmal bei den Partien des durchaus ansprechenden US-Teams. Das kann und wird sich noch ändern, aber jeder Tag ohne Mr. President ist ein gewonnener Tag.
Ähnliches gilt übrigens auch für die Staatenlenker der Co-Gastgeber Kanada und Mexiko

Sogar Gianni Infantino hält sich auffallend zurück (nona). Zwar jettet er per Privatflugzeug zu jeweils 2 Spielen pro Tag und verbraucht dabei Unmengen von Kerosin. Aber er sitzt eher still auf seinem Ehrenplatz. Sicher zieht Gianni im Hintergrund Fäden, die ihm und de FIFA noch mehr Geld versprechen, aber wer das alles nicht wissen  will, kann sich dem durchaus entziehen.

 

Das Fernsehen

 

Magenta hat für Deutschland die Rechte für alle 104 Partien erworben und je 30 Spiele an ARD und ZDF sublinzensiert. Sie fahren ein unfassbares Star-Aufgebot an Experten vor Ort auf unter anderem mit Jürgen Klopp, Thomas Müller und Mats Hummels. Über Vor- und Nachberichterstattung kann ich allerdings nichts sagen, das läuft bei mir praktisch komplett vorbei.
Die Spiele werden durchweg in UHD ausgestrahlt, das ist in dieser Bildschärfe in der Tat ein völlig neues Fernseherlebnis. So toll Bild und auch Ton sind, so dürftig ist mancher Kommentator. Hier nämlich hat Magenta gespart: Aus Kostengründen sind nur 2 Reporter nach Amerika geflogen, der Rest kommentiert aus einem Studio in München; am falschem Ende gespart, denn man merkt einfach, dass jemand nicht live vor Ort ist. Manche sind schlichtweg unterirdisch (wie der entsetzlich rumbrüllende Christian Straßburger, obwohl dieser sogar nach Amerika mitfahren durfte. Der für mich Angenehmste ist Jonas Friedrich – trotz Studio; ausgerechnet dieser wird sich in einer Woche verabschieden, weil er zum Tennisturnier nach Wimbledon darf/muss.

Die Trinkpause

 

Diese Nacht hat sich Infantino dann doch gemeldet. Thema war der wahrscheinlich bisher größte Aufreger des Turniers: Die vom FIFA-Chef praktisch im Alleingang durchgepaukte Trinkpause. Nach etwa der Hälfte einer Halbzeit unterbricht der Schiri die Partie. Offizieller Grund: Trinkpause und Erholung wegen der Hitze. Inoffizieller Grund: Diese 3 Minuten sind eine Gelddruckmaschine für die übertragenden Sender. Obwohl das Ganze erst recht kurzfristig im Frühjahr endgültig beschlossen wurde, konnten auch die deutschen Rechte-Inhaber diese Zeit locker und offenbar für sehr viel Geld an Werbepartner verkaufen. Besser gehts ja auch nicht. Die 3 Minuten sind lang genug für einige Werbespots, aber für den Zuschauer zu Hause viel zu kurz, um etwas Sinnvolles damit anzufangen. Vor allem die Wettanbieter wittern das ganz große Geschäft – gruselig. Ich persönlich bediene wenigstens die Mute-Taste.
Die Pause gibt es selbstredend nicht nur bei Hitzespielen, sondern der Gerechtigkeit wegen bei jedem Spiel. Absurd wurde es gestern bei England gegen Ghana in Boston, als die Spieler bei 19 Grad und Dauerregen schauen mussten, dass sie nicht über Gebühr abkühlten.

Diese 3 Minuten Pause verändern das Fußball-Spiel extrem. Jetzt haben die Trainer tatsächlich Zeit und Ruhe, Änderungen an jetzt konzentrierte Spieler weiterzugeben (das Trinken selbst dauert ja nur Sekunden) anstatt sinnlos ins Spielfeld hineinzubrüllen (tun sie natürlich trotzdem noch!). Also eine Art Auszeit, wie sie in anderen Sportarten Ganz und Gäbe ist. Es gibt durchaus Stimmen, die dadurch einen positiven Effekt fürs Spiel an sich sehen. Ich bin zwiegespalten, aber eines wäre halt wichtig gewesen: Dass so eine gravierende Änderung nach einer langanhaltenden Diskussion offiziell eingeführt worden wäre und nicht aus kommerziellen Gründen durch die Hintertür von einem Mann (Gianni) beschlossen.
Die großen Ligen und auch der europäische Verband haben vorerst angekündigt, dass sie diese Pause nicht übernehmen; mal schauen, wie lange angesichts der potenziellen Mehreinnahmen (spätestens zur nächsten großen Rechte-Vergabe) dieses Ansinnen hält.

 

Die Hand-vor-dem-Mund-Regel

 

Mit Rot bestraft werden all jene, die in einem Disput mit einem Gegenspieler (also nicht: Absprachen mit dem Mannschaftskollegen) die Hand vor dem Mund halten. Das lex Vini jr.: Denn eine potenziell rassistische Beleidigung eines Benfica-Spielers gegen den brasilianischen Real-Star ist der Grund für diese Regel. Gianluca Prestianni hatte in einem Champions-League-Spiel Vini nach dessen Aussage rassistisch beleidigt. Zu beweisen war das nicht, weil Prestianni eben die Hand vorm Mund gehalten hatte (und hinterher zumindest den Rassismus dementierte). Trotzdem sperrte die UEFA den Verteidiger, und jetzt zog die FIFA nach (ebenfalls handstreichartig). Bisher gab es allerdings nur einen Spieler, der  in die Mund-Falle stolperte. Der Paraguayo Miguel Almiròn hielt bei einem Disput mit einem Türken die Hand vorm Mund und flog prompt vom Platz (nach freundlicher Intervention der Türken, hinter vorgehaltener Hand wohlgemerkt: sehr sportlich).
Ich persönlich finde das bei Weitem überzogen (auch weil das Problem der vorgehaltenen Hand bis zum Vini-Fall nicht wirklich existent war); eine Gelbe Karte (gerne auch stellvertretend fürs Team als letzte Warnung): vor allem auch angesichts der Knochenbrecherfouls, die nicht mit glattem Rot bestraft werden (die es aber zum Glück wirklich selten gibt bei dieser WM).

 

Die Schiedsrichter

 

Womit wir bei den Unparteiischen sind: Die ihre Sache alles in allem sehr gut machen. Vor allem schaffen sie zumindest nach meiner Beobachtung eine sehr gute und vor allem meist auch schnelle Zusammenarbeit mit dem VAR (Video-Assistent). Die Prüfungen umstrittener Szenen dauern gefühlt und tatsächlich bei Weitem nicht so lange wie in der Bundesliga.
Natürlich gibt es auch unfassbare Fehlentscheidungen wie die beiden nicht geahndeten Fouls am Franzosen Mbappé (vs Irak) und dem Ghanaer Adu (vs England), aber im Großen und Ganzen bin ich mehr als zufrieden. Wobei die Spiele äußerst fair ablaufen, wirklich nickelig und rau geht es recht selten zur Sache; das könnte sich natürlich ändern, wenn die Partien endlich wichtig werden.

 

Das 48er-Format

 

Womit wir beim größten Übel der WM sind, nämlich dem überflüssigerweise weiter aufgeblähtem Turnier. 48 Teams (statt bisher 32() sind diesmal dabei. So sehr den Neulingen Kap Verde, Curacao, Jordanien und Usbekistan die WM-Premiere  zu gönnen ist (gerade die Kap Verden begeistern wirklich!) oder den Rückkehrern nach langer Pause (jeweils 1998 zuletzt dabei: Norwegen, Österreich, Schottland), so schrecklich ist das Format. Denn es entwertet die Partien erheblich, weil auch die acht Gruppenbesten weiterkommen. Nicht nur werden dann Äpfel mit Birnen verglichen, einen großen Vorteil haben auch diejenigen Teams, die per Spielplan-Fügung spät und ganz spät ihren dritten Spieltag bestreiten. Während zum Beispiel die Gruppen A, B und C damit schon heute dran sind, spielt die Gruppe J erst am Sonntagmorgen:  wo dann klar ist, wie viele Punkte und Tore der Dritte braucht, um weiterzukommen.

Aus reiner Profitgier (mehr Spiele= mehr Geld) wurde ein nahezu perfektes Format mit 32 Teams zerstört und das Turnier weiter aufgebläht – es dauert gut eine Woche länger als bisher. Und wenn man wirklich mehr Teilnehmern eine Turnier-Chance geben will: Warum dann nicht gleich auf 64 Teams erweitern? Auf die zusätzlichen 24 Spiele kommt es dann auch nicht mehr an.

 

Die Deutschen

 

Die deutsche Mannschaft hat nach zwei Siegen gegen Curacao (7:1) und die Elfenbeinküste (2:1) bereits die K.o.-Runde sicher als Gruppenerster erreicht, die letzte Partie morgen gegen Ecuador ist für die Nagelsmann-Truppe also ohne sportlichen Wert (die Südamerikaner müssen dagegen gewinnen, um weiterzukommen). Auf wen sie im ersten K.o.Spiel (Montag in Boston) trifft, steht allerdings noch nicht fest. Es wird ein Gruppendritter sein: Wer das sein wird, steht erst nach Abschluss der Vorrunde fest, also Sonntagfrüh.
In den Vordergrund gespielt hat sich Denis Undav: Im März hat ihn der Bundestrainer noch beschimpft, jetzt erzielte er sls Einwechselspieler je 2 Tore gegen Curacao und die Ivorer. Gerade das Siegestor in der Nachspielzeit könnte das gesamte Turnier beeinflussen. Wie wichtig der Erfolg offenbar war, konnte ich dem ekstatischen (und weit übertriebenen) Jubel von Julian Nagelsmann entnehmen.
Ich hab nur das Spiel gegen die Elfenbeinküste gesehen: Offensiv durchaus gute Ansätze, defensiv allerdings bedenkliche Lücken, die ein abschlussstärkeres Teams als die Afrikaner vielleicht ausgenutzt hätten. Der Elefant im Raum heißt Frankreich: Einiges deutet auf ein Achtelfinale gegen den Titelträger 2018 hin. Wohl und Wehe?

 

Die Favoriten

 

Den zwingenden Weltmeister habe ich noch nicht gesehen (den eine Vorrunde auch noch nie gezeugt hat). Sehr gut gefallen die Franzosen mit ihrem Ausnahmestürmern Mbappé, Dembélé und Olise, die Argentinier wirken sehr gefestigt und pragmatisch, vorne entscheiden dann Messis Tore. 5 Treffer erzielten die Argentienier bisher, fünfmal war der bald 39-Jährige erfolgreich gegen Algerien und Österreich. Zu Defensiv-Arbeit fühlte er sich dagegen bisher nicht bemüßigt, solche Leute nannte man früher Stehgeiger.

Ansonsten nenne ich die üblichen Verdächtigen: England mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel, Spanien und Portugal sehe ich am ehesten vorn.

Geheimfavorit Norwegen mit dem sagenhaften Torjäger Erling Haaland in Glanzform (4 Treffer) wird bisher seiner Rolle mehr als gerecht, dürfte aber den Status „Geheim“ schon verloren haben.

Aber viel ist Spekulatius, mehr dann unmittelbara vor Beginn der K.-o.-Phase (1. Spiel am Sonntag um 21 Uhr zwischen A2/Südkorea? und B2/Schweiz?), dann steht auch der weitere „Turnierbaum“ und auch der Gegner der Deutschen fest, und die Spielereien, wie es wirklich weitergeht, machen erst Sinn und Spaß.

DAs wird die Woche, die wird

Kampf um Europas Krone

 

Titelverteidiger Paris St. Germain oder FC Arsenal – das ist in Budapest die Frage im Endspiel der Fußball-Champions-League. Während die Franzosen duch herrlichen Kombinationsfußball begeisterten und in einem flulminanten Halbfinale den FC Bayern eliminierten, mögen es die Londoner eher pragmatisch. Eine gesichete Abwehr, und vorne helfen oft Standardsituationen.
Beide Teams haben ihre nationalen Meisterschaften gewonnen. Während das bei PSG Gewohnheit ist, war es für Arsenla das erste Mal seit 2004, als sie als die sogenannten Invincibles ungeschlagen die Premier League beendeten. Die Laune könnte vortrefflicher nicht sein, einem Fußballfest in der ungarischen Hauptstadt steht also nichts entgegen.
Ungewöhnlich ist allerdings die Anstoßzeit, denn die Partie beginnt schon um 18 Uhr und wird damit vollständig bei Tageslicht stattfinden – das hat es schon sehr, sehr lange nichtmehr gegeben.
Besonderes Augenmerk für Kvisha Kvaratshkelia: Der außergewöhnliche Georgier wird bei der WM nicht dabei sein, ein Jammer und das Los von Top-Fußballern aus kleineren Ländern

 

Crystal Palace als Londoner Vorspiel

 

Die Conference League ist der drittwichtigste europöische Wettbewerb. Und doch könnte das heutige Finale in Leipzig zwischen Crystal Palace und Rayo Vallecano ein Leckerbissen werden. Ohne die ganz großen Topstars treffen eher kleine Teams aus London und Madrid aufeinander, die aber durchaus gepflegt Fußball spielen können.
Palace ist zu favorisieren im letzten Spiel unter ihrem Trainer Oliver Glasner. Die Österreicher ist Cup-Spezialist, holte mit Eintracht Frankfurt die Europa League. Die Londoner waren eigentlich für die Europa League qualfiziert, doc h ihr Eigner war schon mit Olympique Lyon vertreten, deshalb mussten sie in die Conference League ausweichen. Die Saison in der Premier League verlief nach verheißungsvollen Beginn eher holprig, den Abgang mehrerer Stars war nicht zu kompensieren.

 

Entscheidung auf dem Eis

 

Die Eishockey-WM in der Schweiz geht in die entscheidende Phase. Allerdings finden die Viertelfinali ohne deutsche Beteiligung statt, die in ihrer Vorrundengruppe nur den fünften Platz belegten. Gastgeber Schweiz hinterließ bisher einen glä zenden Eindruck, gewann erstmals  alle sieben Vorrundenpartien.
Seit Jahren ein echtes Ärgernis: Jeweils zwei Viertelfinal-Partien finden am Donnerstag parallel statt in Fribourg und Zürich, die Halbfinali dann am Samstag in Zürich wie auch das Endspiel am Sonntag. Drei Top-Partien innerhalb von vier Tagen – ein Zeitplan des Irrsinns. Es gewinnt das nicht das beste Team, sondern das die Anstrengungen am besten verkraftet hat. Warum das Turnier nicht um ein oder zwei Tage verlängert wird, wissen die Götter.

Viertelfinale

Do., 16:20: Finnland – Tschechien (Zürich)
Do., 16:20: Kanada – USA (Fribourg)
Do., 20:20: Schweiz – Schweden (Zürich)
Do., 20:20: Lettland – Norwegen (Fribourg)

In Nordamerika interessiert die WM traditionell nur wenige. Im Blickpüunkt stehen die Play-offs der NHL. Dort haben etwass überraschend die Vegas Golden Knights das Stanley-cup-Finale erreicht. Gegner werden die Carolina Panthers oder die Montreal Canadiens sein. Zurzeit steht es in der Best-of-7-Serie 2:1 für Carolina.

 

Erste Woche der French Open

 

Ab Mittwoch die 2. Runde. Zum Auftakt hat es schon einige prominente Ausfälle gegeben. Arthur Fils, wohl die größte französische Hoffnung, musste wegen einer Verletzung passen. Ausgeschieden sind schon unter anderem Daniil Medwedew und Alexander Bublik (gegen Jan-Lennard Struff). Dessen deutscher Landsmann Daniel Altmaier zwang den weit höher eingeschätzten Felix Auger-Alliasime in den Tiebreak des 5. Satzes, wo er sich allerdings mit 7:10 geschlagen geben musste.
Die große Frage bei den Männern: Wer schlägt Jannik Sinner? Der Italiener ist haushoher Favorit nach der Absage von Carlos Alcaraz, zum erweiterten Favoritenkreis zähle ich Alexander Zverev. Der Hamburger darf in den ersten Runden nicht zu viele Kräfte verpulvern.
Offen dagegen ist das Feld bei den Frauen, wo es mehr als eine Handvoll echter Sieg-Kandidatinnen gibt.

Die derzeit große Hitze in Paris könnte durchaus eine Rolle spielen. Vielleicht ist tatsächlich das Wetter das einzige, was Sinner stoppen kann

 

Und sonst?

 

  • WM-Test: Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am Sonntag Finnland. Die Nordeuropäer sind im Fußball nur zweitklassig, dürften kein ernsthafter Gegner sein. Das Spiel beginnt um 20:45, parallel zum WM-Endspiel im Eishockey, dem Nationalsport Finnlands. Wer zum Teufel macht solche Terminierungen?
  • Basketball: Am Mittwoch zwei fünfte Spiele er ersten Ko-Runde der BBL. Ab 18:30 empfängt Alba Berlin Rsgta Vechta, es folgt die Partie zwischen Bonn und Würzburg. Bereits im Halbfinale (ab Sonntag) stehen der FC Bayer und die Bamberg Baskets, die noch auf ihre Gegner warten.
  • Radsport: Entscheidung im Giro d’Italia. Jonas Vingegaard dürfte der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Der Däne gewann alle vier Bergetappen (jewis vor dem Österreicher Felix Gall) und führt das Gesamtklassemnt mit mehr als 4 Minuten Vorsprung auf Gall an. Zwar stehen vor allem am Freitag und Samstag noch extrem schwierige Etappen an, aber Vingegaard scheint unantastbar und könnte sogar Kräfte für die Tour de France im Juli sammeln.

Das wird die Woche, wie wird

Das größte Spiel der Vereinsgeschichte

 

Superlative im Sport sind außerhalb von messbaren Rekorden immer schwierig, aber was kann es Tolleres geben für den SC Freiburg als ein internationales Finale. Nämlich das Endspiel am Mittwochabend (21 Uhr) in Istanbul gegen den englischen Spitzenclub Aston Villa. Die Breisgauer haben sich mit sehr starken Leistungen völlig verdient für dieses Finale qualfiziert, sie haben mit ihrem Fußball das Land begeistert.
Der SC Freiburg ist ja ohnehin so etwas wie der erklärte Lieblingsclub in Deutschland (Bei allen Fans ist er seit Jahren so etwas wie der Zweitclub hinter dem eigenem Verein). Weil hier einerseits natürlich professionell gearbeitet wird, andrerseits nicht alles so unfassbar hoch gehängt wird. Was natürlich auch am Standort Freiburg ist. Dieser Stadt im Südwesten des Landes, die meisten Sonnenstunden mit allen Vorzügen einer Studentenstadt – eine gewisse Entspanntheit sagt man den Einwohnern nach.
Bestens hinein passt der SCF. Wo in den 90er-Jahren Volker Finke den Club hoffähig gemacht hat und wie der Nach-Nachfolger mehr als ein Jahrzehnt wirken durfte. Auch weil die Clubführung(en) auch im Falle des sportlichen Misserfolges am Trainer festhielten und sogar 2 Abstiege in die 2. Bundesliga ruhig vearbeiteten. Ohne Überreaktion, aber natürlich mit klarer Analyse, was schiefgelaufen ist.

Jetzt also die Krönung? Gegen Aston Villa, dessen prominentester Anhänger der englische Thronfolger ist. Prinz Williams lässt es sich offenbar nicht nehmen und feuert sein Team von der Tribüne aus an. Wie offenbar 20.000 Fans aus Birmingham, die das Besiktas-Stadion in eine Art Villa Park verwandeln wollen. Villa ist sicher der Favorit, das Team hat Rang 4 in der Premier League und damit die Qualifikation für die kommende Champions League sicher. Freiburg kann ebenfalls in die Königsklasse rücken, es wäre der äußerst lukrative Nebenaspekt des Europa-League-Triumphes.

 

Basketball-Spektakel in Athen

 

Das Final Four der Euroleague ist Vereins-Höhepunkt der europäischen Saison. Am Freitag stehen in Athen 2 Halbfinali auf dem Program, am Sonntag folgen die Partie um Platz 3 und das Endspiel. Nicht dabei ist allerdings der nominelle Heimverein Panathinaikos, in dessen Halle das Ganze zur Austragung kommt. Woll aber Lokalrivale Olympiakos, der es am Freitag (17 Ur) mit dem türkischen Spitzenclub Fenerbahce Istanbul zu tun bekommt. Daszweite Halbfinale bestreiten anschließend in einer spanischen Auseinandersetzung Valencia und Real Madrid.
Der Ausgang scheint offen, für Olympiakos spricht der Heimvorteil (viele werden sich vom Hafen aus ins nahe Telekom Center aufmachen. Aber immer zu beachten sind die alten Herrschaften von Real, die wie im Fußball regelrecht aufblühen, wenn es um internationale Weihen geht.

 

Und sonst?

 

  • Eishockey: Noch bis einschließlich Montag stehen für die Teams bis zu vier Vorrundenspiele bei der Eishockey-WM an. Schon heute trifft das deutsche Team auf die USA, nach 3 Niederlagen ist die Stimmung ziemlich im Keller. Und trotzdem ist das Viertelfinale noch nicht außer Reichweite, erst recht mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger, der allerdings in völlig veränderter Aufstellung in die Schweiz gereist wird.
    Aber sogar wenn die Deutschen heute verlieren, könnte es noch klappen. Dann allerdings müsste das Team des umstrittenen Bundestrainers Harold Kreis am Samstag gegen Österreich gewinnen, wahrscheinlich sogar mit 2 oder gar 3 Toren Unterschied.
    Favoriten auf den Titel sind eh andere. Die Schweizer Gastgeber überzeugten beim 6:1 gegen Deutschland, auch Finnland und Kanada sind stark. Für mich bleibt die Frage, was dieses Turnier soll in Olympiajahren, weil der absolute Höhepunkt das Turnier in Mailand mit allen NHL-Stars gewesen ist.
  • Pokal-Finale in Berlin: Es trifft der FC Bayern auf den VfB Stuttgart. Alles andere als ein klarer Sieg der Münchner wäre eine Sensation. Die große Frage: Wie wird der frischgebackene Nationalmannschaftsrückkehrer Manuel Neuer aufgenommen. An dieser Stelle spare ich mir die Worte zu dem unfassbaren Umfaller des zurückgetretenen Weltmeisters von 2014. Mehr morgen (Donnerstag), wenn der Kader vom Bundestrainer offiziell bekannt gegeben wird.
  • England: Die letzte offene Frage von Bedeutung: Wer steigt als dritter Club neben Wolverhampton und Burnley ab. Tottenham Hotspur genügt zu Hause gegen den FC Everton ein Remis (ich lass jetzt mal einen Sieg von Rivalen West Ham United mit 12 Toren Unterschied gegen Leeds außen vor). Dann würde eine durch und durch verkorkste Saison der Londoner wenigstens nicht mit einem Super-GAU enden.
  • Handball: Der SC Mageburg kann am Donnerstag mit einem Unentschieden gegen den härtesten Verfolger die Meisterschaft auch rechnerisch fixieren. Die Norddeutschen ihrerseits befinden sich im Fernduell mit den Füchsen Berlin um Platz 2 (und die Champions-League-Qualifikation). Diese haben ebenfalls am Donnerstag mit der Heimpartie gegen hannover -Burgdorf die wesentlich einfachere Aufgabe.
  • Radsport: Einige schwierige Etappen stehen in den nächsten Tagen beim Giro d’Italia an. Dann wird sich zeigen, ob die Gerüchte um den angeschlagenen Gesundheitsustand von Top-Favorit Jonas Vingegaard zutreffen. Beim Zeitfahren gestern zeigte er Schwächen, ob aus Taktik (Kraftsparen) oder tatsächlich körperlicher Schwäche, die Radsportwelt rätselt.
  • Basketball: Die Play-offs in der BBL wird am Wochenende mit den jeweils dritten und vierten Partien fortgesetzt. Während der FC Bayern souverän seine beiden Heimpartien gegen die Gladiators Trier gewann, musste Alba Berlin eine übeerraschende Niederlage gegen Vechta hinnehmen (und vermied eine zwweite Heimplete am Dienstag nur mit größter Mühe). Außerdem spielen: Ratiopharm Ulm – Bamberg (0:2) und Würzburg gegen Bonn (1:1).
  • Formel 1: Der 5. WM-Lauf am Sonntag in Kanada. Gefahren wird auf dem Circui de Villeneuve, einer der schönsten Strecken mit der berühmten Wall of Champions. Wer schlägt die Mercedesse, wer schlägt Kimi Antonelli?
  • Tennis: Männer-Turnier in Hamburg und Genf, Frauen-Turniere in Rabat und Straßburg. Das Ganze als Vorbereitung und Formüberprüfung für die French Open. In Paris selbst findet die Qualifikation für das 2. Grand-Slam-Tunier des Jahres statt, das am Sonntag beginnt.

Das war die Woche, die war

Viele Entschedungen auf Europas Fußball-Plätzen, Jannik Sinners Erfolgslauf geht weiter, und Matti Schmid katpaultiert sich in die Golf-Elite.

 

Gebrochene Herzen aus Edinburgh

 

Die Hearts of Midlothian haben es nicht geschafft. In einem Herzschlagfinale (sic) im Glasgower Parkhead-Stadium unterlagen sie Celtic mit 1:3, ein Remis hätte zum Titel gereicht. Der  Treffer zum 1:2 kurz vorm Ende, als Daizen Maeda ein Zuspiel verwertete. Ganz kurze Zeit noch Hoffnung, ob es nicht Abseits gewesen wäre, war es nicht, und ein Konter aufs leere Tor beseitigte letzte Zweifel.

Es blieben: gebrochene Herzen. Nicht zur bei den Herts-Fans, sondern wohl bei jedem neutralen Betrachter. Denn die Hearts hätten Geschichte schreiben können. Seit 1985 nämlich geht der schottische Meistertitel immer nach Glasgow, entweder zu den Celtics (mit Edelfan Rod Steward) oder zu den Rangers. Der FC Aberdeen, damals mit dem späteren Sir Alex Ferguson auf der Bank, war der letzte Meister aus Nicht-Glasgow. Die Hearts selbst warten gar seit 1960 auf den Titel.

Dabei spielte das Team aus Edinburgh eine fantastische Saison, führte schon souverän die Tabelle an, bis die Celtics eine Auholjagd starteten. Große Aufregung gab es am Mittwoch über einen mehr als umstrittenen Handelfmeter für die Boys in Green bei der Partie in Motherwell, der den Celtics in letzter Sekunde den Sieg einbrachte. Offenbar hatten sich die Götter (oder doch die Schiris?) gegen das moderne Fußball-Märchen entschieden. Die Romantiker unter uns Fans seufzen laut auf.

 

LASK schafft das Double

 

In Österreich dagegen holte sich ein sehr lange titelloser Traditionsclub die Meisterschaft. Der Linzer ASK, allgemein als LASK bekannt, ließ sich die einmalige Chance nicht mehr entgehen und siegte bei Austria Wien mit 3:1. Was für ein Erfolg auch Trainer Didi Kühbauer, der nach dem kapitalen Fehlstart der Oberösterreicher das Traineramt übernommen hatte. Dem Titelverteidiger Sturm Graz blieb nur Rang 2, dem einstigen Dauermeister RB Leipzig gar der dritte Platz. Der Lask hatte schon vor anderthalb Wochen durch einen 4:2-Finalsieg über Hartberg den Pokal gewonnen. Wieder das Double, wie zuletzt 1965 bei den letzten Titeln.

 

Saisonabschluss in Deutschland

 

Die mit Spannung erwartete Abstiegstrielle entschied der VfL Wolfsburg für sich. Die VW-Städter gewannen im direkten Duell bei St. Pauli mit 2:1 und ergatterten noch den Relegationsplatz. St. Pauli muss den Gang in die 2. Liga antreten – ebenso wie der 1. fC Heidenheim, de zu Hause mit 0:2 dem FSV Mainz 05 unterlag. Wieder hat Mainz auswärts eine Saison-Abschlussparty gecrasht, wie 2023, als man ein mit einem 2:2 bei Borussia Dortmund dessen Meisterschaft versaute.

Erstmals in die Bundesliga aufgestiegen ist der SV Elversberg. Die Saarländer sind das insgesamt 59. Team im Oberhaus und das viere ausihrem Bundeslgan (zuvor Saarbrücken, Neunkirchen und Homburg). 13.000 Einwohner hat das Städtchen, allerdings weder einen Bahnhof noch einen Rathausbalkon.
In einem dramatischen Saisonfinale sicherte sich der SC Paderborn den 3. Platz und die 2 Relegationspartien gegen Wolfsburg. Hannover 96 nämlich kam in einer hin und her wogenden Patie nicht über ein 3:3 gegen den 1. FC Nürnberg hinaus.

Zum Drama wurde der Abstiegskampf der 2. Liga. Die SpVgg Greuther Fürth schaffte das Wunder und erklomm wenigstens noch einen Relegationsplatz (gegen Rot-Weiß Essen). Mit drei Toren Unterschied mussten sie gewinnen, um fortuna Düsseldorf noch abzufangen, 3:0 stand es zur Pause. Am Ende stürmte die Fortuna mit Man und Maus und Torwart, es war umsonst. Eine anfangs normale, später unglückliche Saison hat ein desaströses Ende gefunden. Lehrbeispiel, das sich Trainerwechsel nicht immer lohnen, denn das Unheil nahm erst so richtig Fahrt auf, als erst die herren Anfang und später Ende das Traineramt übernommen hatten.

 

FC Energie Cottbus wieder in der 2. Liga

 

Disclaimer: Zu den Lausitzern habe ich ein besonderes Verhältnis. Als Journalist habe ich den Verein 12 jahre lang sehr intensiv begleitet. Und so freut es mich auch als Münchner ungemein, dass der FC Energie wieder in der 2. Bundesliga ist. Den letzten Schritt machte das Team mit dem exaltierten Trainer Claus-Dieter Wollitz am Samstag mit dem 1:0 bei jahn Regensburg. 8000 Brandenburger waren mitgefahren.
Ich kenne Wollitz sehr gut. So wild (manche sagen: schrecklich) er sich manchmal auf dem Fußballplatz (besser an der Seitenlinie) aufführt, so freundlich und nachdenklich machen ist er im persönlichen Gespräch. Immer ein Mann der klaren Worte, der gerne auch die Missstände anprangert, weil er sich und den Verein von Stadt und Land nicht genug gewürdigt fühlt. Erstmals wurde Wollitz im Jahr 2009 Trainer beim FC Energie, seitdem coacht er (mit Unterbrechungen) den Club.

Herausragender Spieler von Cottbus ist Tolcay Cigerci. Der Türke ist mit Abstand der beste Akteur in der 3. Liga und trug wesentlich zum Aufstieg bei. Ich bin sehr gespannt, ob das auch in de 2. Liga so gut klappt. Ich erlaube mir, die Daumen zu drücken.

 

Sinner, immer wieder Sinner

 

Die beängstigende Serie der Nummer 1 im Tennis fand in seinem Heimatland ihre Fortsetzung. Im Finale des Masters von Rom setzte sich der Italiener in 2 Sätzen gegen den Norweger Carsten Ruud durch. Damit gelang ihm der sechste masters-Triumph hintereinander und der fünfte in diesem jahr. In diesen sechs turnieren hat er nur 2 Sätze abgegeben, einen davon im Römer Halbfinale gegen Daniil Medwedew. Ausgerechnet Rom hatte noch in der Masters-Sammlung gefehlt. Er hat nun bei allen zurzeit ausgetragenen Veanstaltungen mindestens einen Titel gewonnen. Das hat nicht mal die Legende Novak Djokovic geschafft. So eine Überlegenheit gab es noch nie, und deshalb fährt er auch als haushoher Favorit nach paris zu den French Open ab nächsten Sonntag. Zumal sein vermeintlich härtester Konkurret Carlos Alcáraz weiter verletzt passen muss. es wird also keine Wiederholung des großartigen Finals 2025 geben, als sich der Spanier in einer eipischen partie nach Abwehr von 3 Matchbällen durchsetzte.

Bei den Frauen gewann die Ukrainerin Lena Svitolina  das Finale gegen die US-Amerikanerin Coco Gauff und sicherte sich ihren ddritten Römer Titel und den 20. Turniersieg überhaupt.

 

Matti Schmid kratzt am Sieg

 

Am letzten Tag der PGA Championships im US-Staat Pennsylvania, dem 2. Golf-Major-Turnier des jahres, lag der Deutsche zeitweise sogar allein in Führung. Doch zum Sieg reichte es dann doch nicht. zum einen, weil er selbst einige Bälle nicht nach Wunsch traf, die dann unglücklich landeten. Vor allem aber, weil ein Spieler plötzlich über sich hinauswuchs und das bis dato fast einmalig eng beieinande liegende Feld förmlich sprengte: Der Engländer Aaron Rai spielte auf den letzten 10 Löchern 6 unter Par und gewann letztlich mit 3 Schlägen Vorsprung auf den Spanier Jon Rahm und Alex Smalley aus den USA. Er ist der zweite Engländer, der bei den PGA Championships triumphierte. Der erste war vor 107 Jahren Jim Barnes, wer erinnert sich nicht …
Rai gilt als fanatischer Arbeiter und ist im Spielerkreis äußest beliebt. In bescheidenen Vehältnissen aufgewachsen, hat er ein besonderes Verhältnis zu seinem Spielgerätn. Als einziger Profi deckt er immer noch seine Schläger mit einer Schutzhülle ab. In diesem jahr gelang ihm bisher wenig Berauschendes, umso mehr war er selbst von seinem Triumph überwältigt und überrascht. Letzte Zweifel daran beseitigte er auf Loch 17 mit einem unfassbaren 21-Meter-Putt. „Sie werden auf der ganzen Anlage nicht einen menschen finden, der ihm den Erfolg nicht gönnt“ fasste Masters-Champions Rory McIllroy die Beliebtheit von Rai zusammen.

Schmid landete auf dem geteilten vierten Platz, sein mit Abstand bestes Ergebnis bei einem Major, das ihm nicht nur etwa 800.000 Dollar einbrachte, sondern automatisch auch eine Einlandung fürs Masters 2027. „Eines der besten Turniere meines Lebens“, resümierte Schmid. Stephan Jäger als geteilter 18. und Martin Kaymer (2014 letzter deutscher Major-Gewinner) als 35. rundeten das für Deutschland erfreuliche Ergbnis ab.

 

Uns sonst?

 

  • England: Manchester City ist FA-Cup-Sieger. Das Team von Pep Guardiola gewann das Endspiel in Wembley mit 1:0 gegen Clubweltmeister FC Chelsea. Das Siegestor in einem eher dürftigen Finale erzielte der Gnanaer Antoine Semenyo. it einem fantasischen hackentrick.
  • Basketball: Zum Auftakt der deutschen Play-offs gab es eine überraschende Niederlage für Alba. Die Berliner unterlagen in eigener halle gegen Vechta mit 89:103. Liga-Primus FC Bayern
  • Eishockey: Mit 2 Niederlagen startetgen die deutsche Nationalmannschaft in die Weltmeistetrsdchaft in der Schweiz. Dem 1:3 gegen Finnland folgte am Sonntagabend ein ernüchterndes 0:2 gegen Außenseiter Lettland. 1 Tor in 120 Minuten, das sagt schon viel.
  • Leichtathletik: Paukenschlag durch Mohamed Abdilaahi. Der deutsche Langstreckler düpierte zum Auftakt der Diamond League in Schanghai die Weltelite und siegte über 3000 Meter. In 7:25,77 Sekunden pulverisierte er den deutschen Rekord von Dieter Baumann aus dem jahr 1988 (!) um fast 5 Sekunden und stellte zudem eine Weltjahresbestzeit auf.