Knicks versetzen New York in den Ausnahmezustand

Blick über den Teich, NBA

 

San Antonio Spurs – NEW YORK KNICKS 90:94 (ENDSTAND: 1:4)

 

Was kaum ein Experte vor Beginn der Finalserie ernsthaft geglaubt hätte und sich doch in den vergangenen Tagen abzeichnete, ist Wirklichkeit. Die Knicks gewannen auch die fünfte Partie der Finalserie; bei den Spurs triumphierten sie mit 94:90, gewannen die Serie 4:1 und sicherten sich für Big Apple den ersten NBA-Triumph seit 1973. Kein NBA-Team hat länger auf einen Titel gewartet. Vergleiche mit den Chicago Cubs, die 107 Jahre auf die Meisterschaft in der MLB warteten, wurden schon  hervorgekramt.

Wieder eine Aufholjagd: Nicht die rekordträchtigen 29 Punkte aus Partie 4 im heimischen Madison Square Garden; aber auch die 15 Zähler, die sie ab Mitte des dritten Viertels wettmachten, sind wahrlich nicht alltäglich, vor allem nicht in der Fremde. Wobei anzumerken ist, dass die Halle in San Antonio mindestens zu einem Viertel mit Knicks-Anhängern gefüllt war, die die Auswärtpartie in ein Heimspiel verwandelten, gerade als sie Punkt um Punkt aufholten. Darunter die Edelfans Spike Lee, Timothee Chamalet. Höchstens die LA Lakers haben eine ähnliche Promi-Dichte unter den Anhängern.

Zu Hause in New York verfolgten zigtausende auf den Straßen das Geschehen über riesige Leinwände: Hier war die ausgelassene Jubelstimmung, die sich die Verantwortlichen der Fußball-WM so dringernd wünschen würden. Ohne allzu prophetisch zu sein: Nie im Leben wird ein Soccer-Spiel in New York diese Emotionen entfachen. Big Apple feiert jetzt Basketball-Party, mindestens bis zur Siegesparade am Donnerstag, die Bürgermeister Zohran Mamdani ankündigte. 1 Million? 2 Millionen? Die Prachtstraßen werden schwarz vor Menschen sein.

Schon am Abend nach der Schlussirene um 23 Uhr Ortszeit strömten hunderttausende auf die Avenues und feierten. Meist friedlich, aber wie fast immer bei großen Meisterfeiern gab es ein paar Chaoten, die randalierten. Aber die Freude überwog, die Erleichterung und auch der Unglaube: Denn der große Teil, die da in den Straßenschluchten jubelten, hat den letzten Triumph eines New Yorker Basketball-Teams nicht (bewusst) erlebt. Jetzt heißt es allenthalben und bald geflügelt: Knicks in five!

 

Bester der Sieger

 

Jalen Brunson: 45 Punkte sammelte er, davon 13 in Folge im 4. Viertel – noch Frage? Bestenfalls, warum der Spielmacher immer ein Viertel braucht, ehe er auf Touren kommt. Völlig zu recht wurde er zum MvP der Finalserie gewählt. Er widerlegte alle Zweifler und Zweifel, die den nur 1,88 Meter großen Guard (wir sind beim Basketball!) begleiteten.
Vor 4 Jahren kam er nach New York. Quasi weggescheucht von den Dallas Mavericks, bei denen er über eine Mitäuferrolle nie hinauskam (hinter Luka Doncic, den die Mavs im Januar 2025 ebenfalls vergraulten, eine echt bemerkenswerte Leistung der damaligen TeamführungI). Jetzt verzichtete er sogar auf Geld, damit das Team sich weiter verstärken konnte. Vor allem OJ Amunoby und Karl-Anthony Towns, beide in tragenden Rollen, aber es war Brunson, der die Aufholjagden initiierte. Ohne ihn, da besteht für mich nicht der geringste Zweifel, würde New York jetzt nicht einen NBA-Triumph feiern.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Derek Harper: Eine ganz tolle Leistung des Rookies (Profi im ersten Jahr). 25 Punkte legte er auf. Ausgerechnet der jüngste des jungen Teams wehrte sich am meisten gegen die Niederlage. Nicht alles gelingt dem Spielmacher, aber er macht jetzt schon so viele Sachen nicht nur richtig, sondern richtig gut.
Harper stellte teilweise sogar „Alien“ Victor Wembanyama in den Schatten, trotz dessen 5 Blocks und 14 Rebounds, davon 6 am offensiven Brett.

 

X-Faktor

 

Mitchell Robinson: Ein Top-Scorer wird der Ersatzcenter der Knicks nicht mehr. Aber in Sachen  Offensiv-Rebound macht ihm niemand etwas vor. 6 Abpraller schnappte er unterm gegnerischen Korb, ermöglichte also sechs weitere Chancen zum Punkten. Zudem steht er in der Defensive immer seinen Mann. Zum Freiwurfwerfen wurde er Gott sei Dank für ihn nur zweimal genötigt – er traf natürlich nicht …

Mike Brown: Der Trainer machte gleich im ersten Jahr in New York sein Meisterstück. Es hatte ein paar Monate gedauert, bis seine Mannschaft begriffen hat, was der Coach von ihnen wollte. Brown justierte neu, zuletzt im April, als er die Rolle von Towns neu erfand. Jetzt der unfassbare Play-off-Lauf mit insgesamt 15 Siegen aus den vergangenen 16 Partien.
Brown, der als Cheftrainer in den Jahren zuvor die Sacramento Kings aus den tiefsten Niederungen zu einem Play-off-Team geformt hatte (bevor ihm die erratische Teamführung wieder alles zerstörte), ist jetzt neben Jalen Brunson der König von New York – für alle Zeiten.

 

Zahlereien

 

1; 1; 4;  Das waren die Abstände der vergangenen 3 Knicks-Siege. Nie war eine Serie enger.

5: In allen Partien lagen die Knicks im ersten Viertel mit mindestens 10 Punkten zurück. Viermal gelang im vierten Viertel die erfolgreiche Aufholjagd.

 

🇩🇪👓

 

Ariel Hukporti hatte im 5. Spiel einen Kurzauftritt. In 1:52 Minuten hatte er einen wichtigen Block und einen wichtigen Offensiv-Rebound. Jetzt ist er der dritte Deutsche überhaupt mit einem NBA-Ring am Finger nach Dirk Nowitzki (2011/Dallas) und Isaiah Hartenstein (2025/Oklahoma City).

 

Ausblick der Sieger

 

Wie es aussieht, bleiben die Knicks zusammen. Gerade im eher schwächeren Osten dürften sie auch in de kommenden Saison eine tragende Rolle spielen. Ob es dann wieder zum Conference-Titel oder gar zur NBA-Titelverteidigung reicht, bleibt abzuwarten. Einerseits lassen amtierende Meister erfahrungsgemäß ein wenig nach, andrerseits wirkt ein derart sehnlichst erwarteter Titel wie eine Befreiung – für die Mannschaft, für die Fans, für die ganze Stadt (werden etwa die Yankees profitieren?).

 

Und die Verlierer?!

 

Natürlich schmerzt die Niederlage extrem, weil die Spurs eigentlich das bessere Team sind/waren. Nie war allerdings das Wort „eigentlich“ sinnloser. Wenn man konsequent komfortable Führungen verhühnert …
Den Spurs gehört dennoch die Zukunft, wenn sie nicht zerbrechen (was ich nicht glaube), sondern die richtigen Lehren ziehen: Die Mannschaft ist extrem jung, und kaum ein Spieler ist in seiner Entwicklung am Zenith angekommen. Das gilt auch für den jungen Coach Mitch Johnson, der in seiner ersten vollen Saison als Nachfolger des legendären Gregg Popovich zumindest in der Finalserie noch Lehrgeld zahlen musste und von Brown letztlich ausgecoacht wurde. Es würde mich sehr wundern, wenn der NBA-Titel nicht in den kommenden drei Jahren mindestens einmal nach Texas wandern würde. Nicht zuletzt, weil dort Victor Wembanyama sein Unwesen treibt und wahrscheinlich noch viel, viel besser wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Drei Spiele, drei Auswärtssiege

Blick über den Teich, NBA

 

Alles schien schon angerichtet für den Triumphzug der New York Knicks. Was sollte schon noch viel passieren nach den beiden Auswärtssiegen beim Gegner der NBA Finals, den San Antonio Spurs. Ein flirrender Madison Square Garden wartete auf die Gefühlsexplosion. Die aufgerufenen und offenbar bezahlten Eintrittspreise erklommen stundenweise Rekordwerte (und lassen sie meisten Partien de Fußball-WM wie ein Billig-Vergnügen dastehen). Fünfstellige Dollarsummen mussten fürs günstigste Ticket berappt werden, Rekordpreis waren angeblich die dreiviertel Million Dollar.

Sogar der Präsident war live vor Ort, eingeladen vom Besitzer der Knicks und mit dem freundlichem Segen der Liga. Donald Trump war laut Angaben der NBA das erste US-Staatsoberhaupt  live vor Ort in einem Finalspiel. Bei de Hymne wurde er kurz eingeblendet, auf das Herzlichste ausgebuht vom New Yorker Publikum. Die Pfiffe endeten erst, als die Nationalflagge gezeigt wurde. Die Amerikaner, ich werde sie wohl nicht mehr begreifen.

Vielleicht war das alles zu viel für die Knicks. Die begannen schrecklich nervös, auch wegen der eigenartgen Stimmung im Garden. Die beinharten Fans waren nicht da, dafür ein sogenanntes Opernpublikum, das sich gerne bespaßen lässt, aber nicht selbst für die Anfeuerung sorgt. Die größte Sorge vor Spiel 3 war ja, wie die junge Spurs-Truppe mit dem ganzen Tohuwabohu umgehen würde gerade nach dem Rückschlag der 2 knappen Heimniederlagen. Sie taten es glänzend, und in der starken Schlussphase sicherten sie sich Spiel 3, das die Best-of-7-Serie wieder völlig offen lässt.

 

Bester der Sieger

 

Victor Wembanyama: Vorne und hinten der Anker. Er begann mit 2 krachenden Dunks, und in der Verteidigung hatte er insgesamt 3 Blocks und 2 Steals. 32 Punkte sammelte er, verteilte 6 Assists und schnappte 8 Rebounds.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Jalen Brunson (32 Punkte) und OJ Amunoby (28) stemmten sich am meisten gegen die drohende Niederlage. Amunoby war effizienter (9/13) und auch in der Abwehr stärker.
Diesmal allerdings fehlte die außerordentliche Unterstützung von der Bank, die in Spiel 2 den Ausschlag für die Knicks gegeben hatte.

 

X-Faktor

 

Stephon Castle: Beeindruckendes 1. Hälfte, als er gleich 18 seiner insgesamt 23 Zähler auflegte.Wichtig war, dass er nach einer schöpferischen Pause im 3. Viertel im Schlussabschnitt wieder zur Stelle war mit einem ganz wichtigen Dreier.

 

Ausblick

 

Alles ist wieder offen. Spiel 4 wird vielleicht nicht ganz so viel Brimborium bringen und erst recht keinen Präsidentenbesuch. Dafür aber wieder die echte Garden-Basketball-Atmosphäre, die die Halle so einzigartig macht. Die Spurs haben gezeigt, dass sie auch gewinnen können, sogar bei den Knicks, die zuletzt im April (!) eine Partie verloren haben.

 

Ansetzungen

 

Do., 02:30: Knicks – Spurs (2:1)
So., 02:30: Spurs – Knicks
Mi., 02:30: Knicks – Spurs *
Sa., 02:30: Spurs – Knicks *

* falls erforderlich

 

 

 

Insgesamt 44 Ballverluste leisteten sich die Teams, Ausdruck de großen Nervosität auf beiden Seiten, die die gesamte partie nie so richtig verschwand.

New York lechzt nach einem Titel

Blick über den Teich, NBA

 

2 Teams sind im Titelrennen noch übriggebleben. Hier die San Antonio Spurs, dort die New York Knicks. Gerade im Big Apple lechzt man geradezu nach einer Meisterschaft, die letzte schaffte die selbsternannte Sporthauptstadt der USA (also der Welt!) im Basketball 1973(!). Die letzte Teilnahme an den NBA-Finals datiert ebenfalls aus dem vergangenen Jahrtausend, als die Knicks 1999 den Spours un terlagen.

Jetzt geht es also wieder gegen die Texaner, und Big City kann sich tatsächlich Hoffnungen auf eine rauschende Meisterschaftsfeier machen, die die gleichzeitige Fußball-WM (ab 11. Juni) völlig in den Schattens satellen würde. Zwar gelten die Spurs als Favoriten bei fast allen Experten und auch den diversen Wettportalen, aber gerade der vergangene Monat und der Siegeszug der Knicks durch die K.o.Runden der Eastern Conference (zuletzt 11 Siege in Folge) haben doch so manchen wankelmütig werden lassen in seiner Vorschau. Ist das wirklich nur die Schwäche der Ost-Gegner oder steckt mehr dahinter. Nämlich ein Team, das zusammengefunden hat, das den vor der Saison gekommenen Trainer Mike Brown und seine Spiele-Idee nach und nach verstanden hat. Dessen Stars sich nicht hinter denen de Spurs verstecken müssen. Nein, einen Wembanyama haben sie nicht in ihrem Kader aber durchaus einige Leute, die auch gegen San Antonio sehr viel Schaden anrichten können.

 

Die Topstars

 

Victor Wembanyama lässt Fans und Experten immer wieder fasssungslos zurück. Einen derartig bewegöichen 2,24-Mann hat die Liga noch nicht gesehen. In der Verteidigung eh eine Klasse für sich; mit seinen ewig langen Spinnenarmen hat er schon viele Angreifer zur Verzweiflung gebracht. Dazu mit einem vernüftigen Distanzwurf ausgestattet (die mehr oder weniger sinnlosen Dreier hat ihm der Trainerstab weitgehend ausgetrieben). Der Franzose kann dank seiner Länge Anspiele verwerten, die für andere außer Reichweite sind.
Andrereseits ist er halt auch erst 21 Jahre alt. Sehr reif für seine Jugend, aber eben längst noch nicht ausgereift. Auch in der bisherigen K.o.-Runde hat er nicht in jedem Spiel seinen Stempel aufgedrückt. Es wird sich zeigen, ob ihm das jetzt gegen die New Yorker Athleten vorbehaltlos gelingt.

Jalen Brunson ist der Primus inter pares bei den Knicks. Unfassbar, wie er trotz seiner nur 1,88 Meter (für Basketball-Verhältnisse fast schon zwergenhaft) immer wieder Wege zum Korb findet, immer wieder seine Würfe anbringt, immer wieder Mitspieler bedient. Längtst ist er in der Riege der absoluten Topstars der Liga, niemand wird ihn jetzt noch unterschätzen.

 

Die Co-Stars

 

Einer allein kann es schon länger nicht mehr richten. Jedes Team braucht eine zweite, fast gleichwertige Option (daran scheiterte unter anderem etwa Titelverteidiger Oklahoma City Thunder, weil Jaylen Williams verletzugnsbedingt ausfiel).

 

Stephon Castle ist bei den Spurs zu diesem extrem wichtigen zweiten Mann herangereift. Er sprüht vor Ideeen (manche allerdings führen auch zu nichts und absurden Ballverlusten). Kann werfen, kann zum Korb ziehen, hat viel Spielübersicht. Die Kombo Castle-Wemby funktioniert schon bestens, ich darf mir gar nicht ausmalen, wozu die in ein paar Jahren erst fähig sind, wenn sie denn zusammenbleiben.

Karl-Anthony Towns: die große (im Wortsinn) Unvbekannte. An guten Tagen ist der 2,1-Meter-Riese eine nicht zu verteidigende Waffe, weil er einen überdurchscnittlich guten Distanzwurf hat, aber eben auch unwiderlstehlich zum Korb zieht. An schlechten Tagen handelt er sich früh unnötige Fouls ein und kann nur bedingt eingesetzt werden. Dann fehlt es den Knicks schlicht an Größe.

 

Die X-Faktoren

 

Auch ein strahlendes Duo allein reicht natürlich nicht. Es braucht wichtige Rollenspieler, die auch über sich hinauswachsen können.

 

De’Aaron Fox: Er kam letztes Jahr mit großen Erwartungen von den im Sinkflug befindlichen Sacramento Kings. Ein Mann der wichtigen Punkte, ein Mann für die entscheidende Phase, weil er sich nicht scheut, Verantwortung zu übernehmen. Sein Dreier macht Sorgen, aber die Form ist stark im Aufwind. Knicks-Trainer Mike Brown und er kennen sich sehr gut aus gemeinsamen Kings-Zeiten, als Fox der Starspieler von Brown war.

OJ Amunoby: Wohl dem Team, der eine derartige dritte Option hat (für viele ist er wichtiger als Towns und fast so wichtig wie Brunson. Ein Bulle in der Abwehr, der den Offensivkräften das Leben schwer macht. Ein Arbeiter im Angriff, der Räume schafft. Selbst kann er jederzeit übernehmen. Er weiß, wie das geht mit Titeln, als er (in ähnlicher Rolle) 2019 mit den Toronto Raptors triumphierte.

 

Die Bankspieler

 

Die meisten Trainer vertrauen in den Play-offs auf eine Achter- oder vielleicht sogar Neuner-Rotation.

 

Luke Kornet: Einer der Schlüsselspieler der Spurs. Der Ersatz für Wemby. Enorm erfahren, wie Amunoby schon mit einem NBA-Titel-Ring ausgestattet (mit den Boston Celtics 2014). Natürlich ist er nicht so gut wie der Außerirdische, aber sowohl in Angriff als auch Abwehr mehr als zuverlässig, fragt mal Isaiah Hartenstein …
Derek Harper hat sich zu einem elementar wichtigen Teil der Spurs entwickelt. Ein Rookie-Spielmacher passt enorm gut auf den Ball auf, schon jetzt hat er eine glänzende Übersicht.

Mitchell Robinson: Der Spezialist für Abpraller. Seine Offensiv-Rebounds ermöglichen den Knicks viele zweite Wurfchancen. Er selbst beschränkt sich darauf, nur Bälle unmittelbar unterm Korb in die Reuse zu stopfen. Legendär sein desaströses Auftreten an der Freiwurflinie mit eine Quote von wiet unter 50 Prozent. Die Knicks nehmen diese Schwäche in Kauf, und sie werden mit nimmermüden Einsatz belohnt.
Landry Shamet: Der Scharfschütze der Knicks. Wenn er heißläuft, versenkt er die Dinger fast blind und ohne Nachzudenken auch aus den unmöglichsten Situationen (das berühmt-berüchtigte Catch-and-School).

 

Zusammenfassung

 

Kleinigkeiten werden entscheiden. Welche Dreier funktionieren besser, welches Team produziert weniger Ballverluste. Und natürlich: Gibt es verletzungsbedingte Ausfälle? Zumindest von den bisherigen Play-off-Zahlen sehe ich keine gravierenden Unterschiede

 

🧠 San Antonio Spurs

Der Sieg über den Titelverteidiger OKC ist schon der Ritterschlag. Mit 7-Meilen-Stiefel hat das junge Team in diesem Frühjahr mehrere Entwicklungsschritte genommen. Mangelnde Erfahrung wird also nicht den Ausschlag geben. Der Trumpf Wembanyama kann jederzeit stechen.
Die Knicks werden es den Texanern schwer machen. Sie konnten sich mehr als eine Woche ausruhen, ihre Wehwehchen pflegen, sich Matchpläne überlegen, während sich der Gegner körperlich und vor allem auch geistig in einer Monsterserie gegen die Thunder aufrieb. Mich würde nicht wundern, wenn sie glecih das erste Spiel in San Antonio klauen, und der heimische Madison Square Garden samt der ganzen A-Prominenten auf der Tribüne ist so was von bereit.

 

❤️ Knicks

 

Ich kann mit beiden Teams bestens leben und habe für beide Sympathien. Die bessere und schönere Geschichte ist New York, die Knicks haben aufgrund ihrer Teamstruktur auch nicht mehr so viel zeit wie die noch jungen Spurs, die noch viele sehr erfolgreiche Jahre haben dürften. Und New Yok ist eine demokratische Hochburg, Texas dagegen eine Staaten, die den unaussprechlichen Präsidenten am meisten unterstürtzen.

 

Ansetzungen

 

Gespielt wird nach dem Format 2-2-1-1-1. Also 2 Heimspiele Spurs, 2 Heimspiele Knicks, dann Wechsel von Partie zu Partie, immer mit einem zusätzlichen Reisetag. Die Spurs haben aufgrund der besseren Saisonbilanz Heimrecht im dann alles entscheidenden Spiel 7.
Prime wird alle Partien live und mit deutschem Kommentar übertragen,  wahrscheinlich immer mit Komentator und Experte. Allerdings aus dem Studio in Unterföhring. Die Zeiten, in denen das DSF und Premiere in die Staaten flog zu diesem Anlass, sind längst vorbei.
Ansonsten schauen, was die Sender so machen. Vor allem Magenta, ARD und ZDF haben wegen der Fußball-WM ja mehrere Journalisten in den Staaten.

Do., 02:30: Spurs – Knicks
Sa., 02:30: Spurs – Knicks
Di., 02:30: Knicks – Spurs
Do., 02:30: Knicks – Spurs
So., 02:30: Spurs – Knicks *
Mi., 02:30: Knicks – Spurs *
Sa., 02:30: Spurs – Knicks *

* falls nötig

Anmerkung in eigener Sache: Ich verbringe die Zeit am Bodensee, wo ich die Spiele Gott sei Dank per WLAN verfolgen kann (wenn dieses stabil ist …). Ob ich darüber in aller Ausführlichkeit die Löwen-Ansicht zum besten gebe, ist dann auch stark vom Wetter abhängig.

 

 

 

 

 

 

Entscheidung im Osten, Hochspannung im Westen

Blick über den Teich, NBA

 

Die New York Knicks stehen im Finale de Conference Sieg. Nach dem überzeugenden Sweep gegen die Cleveland Cavaliers können sie jetzt in Ruhe auf ihren Finalgegner warten. Ob sich die Oklahoma City Thunder oder die San Antonio Spurs durchsetzen, ist völlig offen. Viel wird wohl vom Fitnesszustand diverser Spieler abhängen.

 

Cleveland Cavaliers – NEW YORK KNICKS 93:130 (Endstand: 0:4)

 

Schon den ersten Matchball für die Serie nutzten die Knicks souverän und ohne den Hauch eines Zweifels. Sie zeigten sich gegen in jeder Hinsicht völlig überforderten Cavaliers als homogene Einheit, demonstrierten Team-Basketball vom Feinsten mit herausragenden Einzelspielern und gleichzeitig zupackend in der Verteidigung.. Nach einem Viertel hatten sie 12 Punkte Vorsprung, zur Pause stand es 68:49. Der Rest war ähnelte einem Schaulaufen

 

Bester der Sieger

 

Karl-Anthony Towns: Top-Scorer des Teams mit 19 Punkten, dazu 14 Rebounds.Endlich konnte er auch in der Defense seine Größe gewinnbringend einsetzen, und endlich scheint er seine überflüssigen Fouls in den Griff zu bekommen.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell hatte sich so viel vorgenommen (12 Punkte im 1. Viertel), doch er stand allein auf weiter Flur und bekam kaum Unterstützung. Am Ende hatte er 31 Punkte und auch eine durchaus vernünftige Dreierquote von 5/9. Viel zu wenig.

 

X-Faktor

 

Landry Shamet: Stellvertretend für die starke Bank der Knicks, die allein in der 1. Halbzeit 27 Punkte sammelte (bei den Cavs waren es nur 3). Perfekt von der Dreierlinie (4 von 4). Ein unverzichtbarer Ergänzungsspieler.

 

Zahlereien

 

30,2 %: Das ist die Freiwurf-Quote von Mitchell Robinson in den diesjährigen Play-offs (und noch einmal deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren). Noch nie war ein Spieler in der NBA-Geschichte schwächer (nicht mal Shaquille O’Neal). Dennoch ist der reboundstarke Center (vor allem offensiv) ein extrem wichtiger Bestandteil der Knicks.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder fehlte krankheitsbedingt. Passt zum insgesamt enttäuschenden Play-off-Auftritt des Deutschen, der nie ansatzweise in die Form kam (kommen durfte), die er im Nationaltrikot zeigte.

 

Ausblick der Sieger

 

Die Knicks gelten als klarer Außenseiter in den Finals, egal ob gegen die Thunder oder die Spurs. Wenn sich da mal die Experten nicht täuschen. Die Knicks haben 11 Play-off-Siege hintereinander. Kein Spiler ist verletzt, dafür sind alle erfolgshungrig. Trainer Mike Brown hat ein ideales Sysgem gefunden, und wenn es weirklich heikel wird, dann stehen da noch Ausnahmekönner wie Jalen Brundson und OJ Amunoby zur Verfügung. Ob das dann reich, steht auf einem anderen Blatt, aber die Finalserie könnte spannender werden als allseits gedacht, zumal sich OKC und Spurs jetzt noch in mindestens 2, vielleicht sogar 3 Partien richtig aufreiben müssen physisch und psychisch.

 

Und die Verlierer

 

Im Januar gingen die Cavs noch mal aufs Ganze, holten sich den alternden Topstar james Harden ( im Tausch mit Darius Garland) und dazu noch Denis Schröder und Keon Ellis von Sacramento. Der Coup ist nicht aufgegangen, Harden deutete sein großes Können bestenfalls in einigen Partien an (was bei dessen Historie nicht völlig unerwartet kam), er war nie der Co-star zu Mitchell. Doch auch andere vermeintliche Leistungsträger waren zu inkonstant, vor allem gegen die in fast allen überlegenen Knicks.
Der Grundstock des Teams hat noch ein paar Jahre. Ingteressant wird sein, ob sie sich ernsthaft um LeBron James bemühen, dessen NBA-Karriere bei den Cavs begann. Ich havbe meine Zweifel, ob das sinnvoll wäre zumindest aus sportlicher Sicht.

 

San Antonio Spurs – Oklahoma City Thunder (Stand: 2:2)

 

Auch die 2 Partien in San Antonio wurden gesplittet mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage. Beide Partien waren recht klar und auch recht früh entschieden, und auch deshalb möchte ich gar nicht so lang darauf eingehen.

Im Prinzip beginnt jetzt eine Best-of-3-Serie mit Heimvorteil Oklahoma. Für mich gibt es ein paar neuralgische Punkte, die letztlich entscheiden könnten.

 

Verletzungen

 

Leider ein Dauerthema, gerade am Ende einer langen Saison. Bei den Thunder fehlten zuletzt die beiden Aufbauspieler Jaylen Williams und Ajaj Mitchell. Einen de beiden kann der Titelverteidiger kompensieren, vielleicht sogar gegen die Spurs. Doch in Spiel 4 hat man deutschlich gesehen: Wenn beide fehlen, ist es fast unmöglich. Noch ist offen, ob sie heute nacht zum Einsatz kommen können, im Vollbesitz der Kräfte werden beiden nicht sein.
Die Spurs dagegen können auf den vollen Kader zurückgreifen. Auch zeitweise angeschlagene De’Aaron Fox ist wieder dabei, wobei er alles andere als hundertprozent fit wirkt, genauso wie Spielmacher Dylan Harper

 

Spurs-Verteidigen gegen Shai Gilgeous-Alexander

 

Der Starspieler der Thunder kommt längst nicht wie gewohnt zur Geltung. Sein Punkteschnitt ist rapide in den Keller gesaust, in Spiel 4 waren es nur 19 (natürlich auch weil er am Ende nur auf der Bank saß). Gegen die flinken Verteidiger gelingt es ihm vor allem nicht wie gewohnt, sich in seiner Wohlfühlzone rund um die Freiwurflinie Würfe zu kreieren.
Ohne Jaylen Williams fehlt der zuverlässige Co-Star, und Chet Holmgren und Lou Dort springen offensiv zu selten in die Bresche

 

Victor Wembanyama

 

Der Außerirdische. Die Präsenz auf dem Feld ist einzigartig, in der Defensive noch mehr als offensiv. Obwohl er auch dort zeitweise Ungglaubliches zustandebringt wie diesen Dreier von der Mittellinie.
Aber bei aller Wichtigkeit: Die Spurs sind nicht abhängig von Wemby, viele Spieler können ebenfalls übernehmen,auch gegen die immer noch beste Verteidigung der Welt.

 

Ausblick

 

Wie gesagt: Ich halte die Serie jetzt völlig offen. Fast wundern würde es mich, wenn es nicht zu einem 7. Spiel käme. Für die Thunder spricht, dass manche Spieler noch weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sind und die Erfahrung des Titelverteidigers, der im vergangenen Jahr zwei ganz heikle Serien gegen die Denver Nuggets und die Indiana Pacers überstanden hat. Für die Spurs spricht der Umstand, dass sie letztl.ich ohne Druck spielen, weil niemand jetzt schn ernstajhaft Titel verlangt.
Viel hängt von der Linie der Refs ab, nämlich wie sie die Dauer-Behinderung von Wembanyama ahnden, gerade wenn er noch nicht am Ball ist.

 

Ansetzungen

 

Mi., 02:30: Thunder – Spurs
Fr., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Thunder – Spurs (wenn nötig)

 

 

 

Wo sind nrr die 7. Spiele hin?

Blick über den Teich, NBA und NHL

 

Die Indiana Pacers haben den Einzug in die Finals zu Hause klargemacht. Der Erfolg gegen die New York Knicks war nie gefährdet.
Insgesamt lässt sich über die Conference Series in NBA und NHL sagen: Wirklich spannend war nur wenige Serien. Spiel 7 ist eine aussterbende Spezies, nur 6 der insgesamt 28 Play-off-Serien gingen über die volle Instanz.

 

INDIANA PACERS – New York Knicks 125:108 (4:2)

 

Bis zur Pause konnten die Knicks in ihrem potenziellen Ausscheidungsspiel mithalten, dann wurden sie vom Tempo der Pacers überrollt und mussten die Überlegenheit des Gegners akzeptieren. Zu fehlerhaft in der Abwehr und einige Schwachpunkte waren letztlich nicht zu kompensieren.
Es war ein teilweise wildes Spiel mit erstaulichen Spilerrotationen. Nicht viel Rhythmus, sehr viel Intensität. Die Paxers fanden ein probates Mittel gegen Jalen Brunson, dem sie das Leben bei jedem Ballbesitz sehr schwer machten. Erfolgreich nahmen sie damit dem Spielmacher die Lust am Spiel, der gleich 5 Ballverluste produziert, aber nur 19 Punkte auflegte, für ihn eine bescheidene Ausbeute.

 

Bester Mann der Sieger

Pascal Siakam: Schon in der 1. Hälfte war der Kameruner der ruhende Pol. Gerade seine 8 Punkte zu Beginn des 3. Viertels läuteten die Vorentscheidung ein. Am Ende standen bei ihm 31 Zähler auf dem Scoreboard.

 

Stark beim Verlierer

OJ Amunoby: Er wehrte sich nach Kräften, schuftete in Abwehr (2, Blocks, 2 Steals) und Angriff (24 Punkte, 3 Offensiv-Rebounds) gleichemaßen.

 

X-Faktor

Die Unauffälligen: An Obi Toppin und Thomas Bryant liefen die Play-offs bis dato ziemlich vorbei. Jetzt streute Bryant 3 wichtige Dreier ein, und Toppin beeindruckte mit 18 Punkten und einer Worfquote von 63,6 Prozent.

 

Zahlereien

5 erfolgreiche Würfe nur trafen die Knicks-„Ersatz“-Spieler, davon Landry Shamet gleich 4/7 Dreier. Das alte Problem der Knicks, dass von der Bank zu wenig kommt.

 

Ausblick der Sieger

Allein der Finaleinzug ist ein Riesen-Erfolg für das Pacers-Team, den ihm vor den Pölay-offs wohl niemand zugetraut hätte. Auch jetzt gegen den Liga-Primus Oklahoma City Thunder gelten sie als klarer Außenseiter. Doch von vornherein abschreiben würde ich sie zu keiner Sekunde. Zumal sie mit Pascal Siakam einen Spieler in ihren Reihen haben, der aus Toronto-Zeiten 2019 weiß, wie Finalserie geht.

 

Und die Verlierer?

Letztlich sind bei den Knicks alle Zutaten für eine erfolgreiche Mannschaft da: ein überragender Brunson, gute Flügelspieler (Amunoby, Bridges), starke Rebounder (Towns, Robinson) und alle Schlüsselspieler sind gerade im besten Basketball-Alter. Was fehlt, ist ein bisschen Breite, mehr Variabilität, aber Coach Tom Thibedeau ist nicht für lange Line Ups bekannt. Das war eh schon erstaunlich, wer da plötzlich alles auf dem Parkett stand. Und die Aussetzer in der Defense müssen weniger werden.

 

Ansetzungen NBA Finals

 

  1. Spiel: Fr., 02:30: Thunder – Pacers
  2. Spiel: Mo., 02:30: Thunder – Pacers
  3. Spiel: Do., 02:30: Pacers – Thunder
  4. Spiel: Sa., 02:30: Pacers – Thunder
  5. Spiel: Di., 02:30: Thunder – Pacers *
  6. Spiel: Fr., 02:30: Pacers – Thunder *
  7. Spiel: Mo., 02:00: Thunder – Pacers *

* falls erforderlich