Blick über den Teich, NBA
Alles schien schon angerichtet für den Triumphzug der New York Knicks. Was sollte schon noch viel passieren nach den beiden Auswärtssiegen beim Gegner der NBA Finals, den San Antonio Spurs. Ein flirrender Madison Square Garden wartete auf die Gefühlsexplosion. Die aufgerufenen und offenbar bezahlten Eintrittspreise erklommen stundenweise Rekordwerte (und lassen sie meisten Partien de Fußball-WM wie ein Billig-Vergnügen dastehen). Fünfstellige Dollarsummen mussten fürs günstigste Ticket berappt werden, Rekordpreis waren angeblich die dreiviertel Million Dollar.
Sogar der Präsident war live vor Ort, eingeladen vom Besitzer der Knicks und mit dem freundlichem Segen der Liga. Donald Trump war laut Angaben der NBA das erste US-Staatsoberhaupt live vor Ort in einem Finalspiel. Bei de Hymne wurde er kurz eingeblendet, auf das Herzlichste ausgebuht vom New Yorker Publikum. Die Pfiffe endeten erst, als die Nationalflagge gezeigt wurde. Die Amerikaner, ich werde sie wohl nicht mehr begreifen.
Vielleicht war das alles zu viel für die Knicks. Die begannen schrecklich nervös, auch wegen der eigenartgen Stimmung im Garden. Die beinharten Fans waren nicht da, dafür ein sogenanntes Opernpublikum, das sich gerne bespaßen lässt, aber nicht selbst für die Anfeuerung sorgt. Die größte Sorge vor Spiel 3 war ja, wie die junge Spurs-Truppe mit dem ganzen Tohuwabohu umgehen würde gerade nach dem Rückschlag der 2 knappen Heimniederlagen. Sie taten es glänzend, und in der starken Schlussphase sicherten sie sich Spiel 3, das die Best-of-7-Serie wieder völlig offen lässt.
Bester der Sieger
Victor Wembanyama: Vorne und hinten der Anker. Er begann mit 2 krachenden Dunks, und in der Verteidigung hatte er insgesamt 3 Blocks und 2 Steals. 32 Punkte sammelte er, verteilte 6 Assists und schnappte 8 Rebounds.
Stark trotz der Niederlage
Jalen Brunson (32 Punkte) und OJ Amunoby (28) stemmten sich am meisten gegen die drohende Niederlage. Amunoby war effizienter (9/13) und auch in der Abwehr stärker.
Diesmal allerdings fehlte die außerordentliche Unterstützung von der Bank, die in Spiel 2 den Ausschlag für die Knicks gegeben hatte.
X-Faktor
Stephon Castle: Beeindruckendes 1. Hälfte, als er gleich 18 seiner insgesamt 23 Zähler auflegte.Wichtig war, dass er nach einer schöpferischen Pause im 3. Viertel im Schlussabschnitt wieder zur Stelle war mit einem ganz wichtigen Dreier.
Ausblick
Alles ist wieder offen. Spiel 4 wird vielleicht nicht ganz so viel Brimborium bringen und erst recht keinen Präsidentenbesuch. Dafür aber wieder die echte Garden-Basketball-Atmosphäre, die die Halle so einzigartig macht. Die Spurs haben gezeigt, dass sie auch gewinnen können, sogar bei den Knicks, die zuletzt im April (!) eine Partie verloren haben.
Ansetzungen
Do., 02:30: Knicks – Spurs (2:1)
So., 02:30: Spurs – Knicks
Mi., 02:30: Knicks – Spurs *
Sa., 02:30: Spurs – Knicks *
* falls erforderlich
Insgesamt 44 Ballverluste leisteten sich die Teams, Ausdruck de großen Nervosität auf beiden Seiten, die die gesamte partie nie so richtig verschwand.
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