Komplett-Versagen der Houston Rockets

Blick über den Teich, NBA

 

Falls jemand Fan der Houston Rockets ist, wird er nach der Partie gegen die LA Lakers eine schlechte Zeit verbracht werden. Die Bezeichnung „verschenkter Sieg“ erhält eine neue Dimension. Ich habe in meiner langen Zeit als Basketball-Fan noch nie einen derart verhühnerten Erfolg gesehen. Bei mir kamen aber schnell Erinnerungen an das Handball-Viertel-Finale bei Olympia in Paris auf, als die Franzosen den fast sicheren Triumph durch einen ähnlich stümperhaften Fehler wie den von Smith weggeschmissen haben.

 

Houston Rockets – Los Angeles Lakers 108:112 OT (0:3)

 

Alles schien entschieden. Ein Wurf der Lakers ging daneben, Houstons Jabari Smith schnappt sich den Ball: 25 Sekunden sind noch zu spielen, die Rockets sind 6 Punkte (101:95) vorn, was kann da passieren? Es passierte Folgendes, eine unfassbare Fehlerkette:
Jabari Smith versucht einen Lob-Pass zu: ja wen eigentlich? Markus Smart von den Lakers schnappt sich den Ball und wird bei seinem sofortigen Dreier-Wurfversuch sinnbefreit gefoult – 3 Freiwürfe, die Smart alle verwandelt zum 98:101. Nächster Angriffsversuch der Rockets. Reed Shepard verliert fast umgehend den Ball, ein Pass zu LeBron James, der versenkt einen Dreier zum Ausgleich.
Immer noch 20 Sekunden zu spielen, und die Rockets können trotz des Desasters die Partie noch für sich entscheiden. Wenig überraschend haben sie allerdings völlig den Faden verloren, Alperin Sengün hat trotzdem eine kleine Wurfchance, der Ball verfehlt klar das Ziel.
Also Verlängerung, und hier machen die Lakers kurzen Prozess. Sie führen damit praktisch uneinholbar mit 3:0 Siegen, diesen Rückstand hat in der Play-off-Geschichte noch nie ein NBA-Team gedreht.

 

Bester bei den Siegern

 

LeBron James: Der 41-Jährige blüht in Abwesenheit von Lika Doncic regelrecht auf. Obwohl er mit den Kräften völlig am Ende schien, verwandelte er eiskalt seinen Dreier zum Ausgleich. Letztlich kam er auf glänzende 29 Punkte und 13 Rebounds.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Alperin Sengün: Endlich hat der türkische Nationalspieler auch in der NBA den Schlüssel gefunden und konnte seine überragende Klasse ausspielen. Kaum zu stoppen war er unterm Korb. 33 Punkte legte er auf, holte 16 Rebounds und klaute dreimal den Ball. Wäre dank seines grandiosen vierten Viertels der bejubelte Matchwinner gewesen, aber die fette Dame hatte eben noch nicht gesungen …

 

X-Faktoren

 

Rui Hachimura: Sein unglaubliches 1. Viertel hielt die Lakers auf Kurs. 16 Punkte schenkte der Japaner ein, blieb bei 6 Versuchen ohne Fehlwurf (3 Dreier).

 

Und sonst?

 

  • Spiel ohne Stars: Bei den Lakers fehlten weiter Luka Doncic und Austin Teaves, bei den Rockets Kevin Durant. Ob sie in dieser Serie wiederkommen, bleibt ungewiss.

 

Ausblick

 

Alles spricht für die Lakers. Es wäre für mich wenig verwundelich, wenn sie nach diesem Sieg die Serie schon im nächsten Spiel in Houston für sich entscheiden würden. Dem 41-Jährigen LeBron James käme eine vorzeitige Spielpause bestimmt willkommen, bevor es dann höchstwahrscheinlich gegen die Oklahoma City Thunder geht, wenn ich so weit vorgreifen darf.

Nächstes Spiel: Mo., 03:30: Rockets – Lakers

 

Philadelphia 76ers – Boston Celtics 100:108 (1:2)

 

Die große Frage nach Spiel 2 lautete: War das nur ein Ausrutscher der Celtics oder ein echter Swing. Boston gab die Antwort und holte sich mit einem Sieg in Philly den Heimvorteil zurück. Die Entscheidung fiel allerdings erst in der Schlussphase ,als vor allem Starspieler Jayson Tatum nach zuvor eher durchwachsener Partie 11 seiner insgesamt 25 Punkte markierte, darunter 2 Dreier mtten ins Herz der Sixers versenkte.

 

Beste der Sieger

 

Jayson Tatum und Jalen Brown: Das kongeniale Duo der Celtics findet langsam, aber sicher zur Meisterform 24. Je 25 Punkte, dazu zusammen noch 11 Rebounds und 11 Assists. Auf diese beiden kann sich die Celtics-Gemeinde verlassen. Allerdings doch mit dem kleinen Fragezeichen, denn zeitweise war vor allem Tatum seine lange Verletzungspause anzusehen.

 

Stark beim Verlierer

 

Tyrese Maxey: eine bärenstarke Vorstellung. 31 Punkte (10 im letzten Viertel) sammelte der Spielmacher, der mit seiner Schnelligkeit mehrere Fastbreaks abschloss. Am Ende erhilet er schlicht keine Unterstützung mehr.

 

X-Faktoren

 

Peyton Pritchard: Der Scharfschütze hatte endlich sein Visier richtig eingestellt. 5 von 10 Dreierversuchen fanden das Ziel, das erinnerte an den Peyton Pritchard der vergangenen Saison, als er wegen seiner Distanzwürfe zum besten sechsten Mann der Liga gewählt wurde.

 

Zahlereien

 

0 von 7 Dreier verwandelte VJ Edgecombe. Los eines Rookies (Neuling in der 1. Saison), der seine fabulöse Leistung aus Spiel 2 nicht wiederholen konnte. Nächstes Mal wirds besser.

 

Ausblick

 

Die Celtics haben also den Heimvorteil wieder, aber die Serie gegen den Erzrivalen bleibt haarig. Insgesamt scheint mir Boston stärker aufgestellt, zumal Phillies Superstar Joel Embiid wegen einer Blinddarm-Entzündung ausfällt.

Nächstes Spiel: Mo., 01:00: 76ers – Celtics

 

Portland TrailBlazers – San Antonio Spurs 108:120 (1:2)

 

Lange sah es wahrlich nicht nach einem derart klaren Ergebnis für die Spurs aus, im Gegenteil: Mitte des 3. Viertels führten die Blazers mit 82:67, denn gegen die Spurs-Abwehr ohne Victor Wembayama hattensie oft sehr geringe Probleme, frei zum Abschluss zu kommen. Doch San Antonio blieb hellwach und zeigte, dass sie auch ohne ihr „Alien“ vernünftigen Basketball spielen können (das hatten sie auch in der regulären Saison oft genug demonstriert). Innerhalb von nur vier Minuten hatten sie noch im 3. viertel den hohen Rückstand in eine Führung (88:87) verwandelt, und im Schlussabschnitt hatte Portland nichts mehr entgegenzusetzen.

 

Beste beim Sieger

 

Top-Scorer war Stephon Castle mit 33 Punkten und hervorragender Wurfquote (10/18, 3/4 Dreier). Sein Gesellenstürck machte Rookie Dylan Harper, der 27 Zähler beisteuerte und zeigte, warum ihn die Spurs vor de Saison an Nummer 2 gedraftet haben.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Jrue Holiday: Eigentlich war der Veteran vor zwei Jahren zu den Blazers gekommen, um das Team zu konsolidieren. Jetzt hatte der 35-HJährige plötzlich Lust am Punkten und traf zeitweise, wie er wollte. 29 Punkte sammelte er letztlich, aber auch in der Verteidigung stand er seinen Mann und stahl gleich vier Bälle.

 

X-Faktor

 

Luke Kornet: Ohne Wemby stand plötzlich der Ersatz-Center im Blicküunkt, der vor 2 Jahren noch zusammen mit Holiday für die Boston Celtics den Titel geholt hatte. ER machte seine Sache mehr als ordentlich, punktete zuverlässig (14) und stemmte sich den Angriffen entgegen. Luke Kornet ist natürlich kein Alien wie Wembanyama, aber sehr verlässlich.

 

Ausblick

 

Die Spurs sind wieder in der Oberhand, und wie es aussieht, wird fürs nächste Spiel Victor Wembanyama nach seiner offenbar nicht zu heftigen Gehirnerschütterung wieder dabei sein. Trotzdem dürfte niemand die Blazers unterschätzend, die mehr als angedeutet haben, wie gefährlich sie sind.

Nächstes Spiel: So., 21:30: Blazers – Spurs

 

Ansetzungen

 

Sa., 19:00: Magic – Piston (1:1)
Sa., 21:30: Suns – Thunder (0:2)
So., 00:00: Hawks – Knicks (2:1)
So., 02:30:Timberwolves – Nuggets (2:1)

So., 19:00: Raptors – Cavaliers (1.2)
So., 21:30: Blazers – Spurs (1:2)
Mo., 01:00: 76ers – Celtics (1:2)
Mi., 03:30: Rockets – Lakers (0:3)

 

 

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Letzte Chance für die Ravens

Blick über den Teich

 

Für alle, die nach dem hoffentlich schön verbrachten Heiligen Abend schon genug vom Feiern haben, bringt der Blick über en Teich Verheißungsvolles: ein pickepackevolles NBA- und NFL-Programm über die echten Feiertage.
Und so sehr ich mich auch auf die Relive-Spiele nach einem hoffentlich schönen Maultaschenessen mit der Schwester und Freunden freue, wirklich relevant sind die 5 „Christmas Games“ heute ab 18 Uhr nicht. Klar, es wird ein Stelldichein toller Spieler  und toller Teams (die Superstars wie Jokic und Shai und Brunson) und solche, die noch ganz am Anfang ihrer verheißungsvollen Karriere stehen (Wembanyama und Flagg fallen mir als Erste ein). Doch für kein Team wäre eine Niederlage en Desaster, so ärgerlich sie auch sein mag vor der landesweiten Öffentlichkeit.

 

NFL

 

Ganz im Gegensatz zum Football. Hier steht ab Donnerstag bis Dienstagmorgen der vorletzte Spieltag der regulären Saison an. Einige Teams sind sicher in den Play-offs, manche stehen unmittelbar davor und brauchen nur noch einen Sieg, und manche kämpfen um die letzte Chance und benötigen 2 Siege (und ggf. dazu noch Hilfe). Die meisten Teams, so ehrlich muss ich dann auch sein, haben sich schon aus dem Play-off-Rennen auch rechnerisch verabschiedet.

 

AFC

 

Soviel vorweg. In keiner der 4 Divsionen steht der Divisionssieger fest. Ausgerechnet die Pittsburgh Steelers sind das einzige Team, das auf den Zweiten schon 2 Siege Vorsprung hat, dem in 2 Partien ein Sieg (und sogar ein eher theoretisches Remis) reicht

 

Eastern Division

 

Nachdem die New England Patriots eher wundersam auch die Hürde bei den Detroit Lions genommen haben, gehen sie mit einem Erfolg Vorsprung auf die Buffalo Bills in die letzten beiden Partien. Beide Teams müssen noch bei den New York Jets antreten (die Pats diese Woche, die Bills in der nächsten). Außerdem empfanen die Pats diese Woche die Philadelphia Eagles (das klingt zwar schwser, aber diese stehen schon als NFC-East-Sieger fest und können es ruhig angehen). Alles sprich also für die Patriots, die wie die Bills auf jeden Fall das Play-off-Ticket sicher haben (siehe Wild Card). Dolphins und Jets sind raus.

🧠 Patriots

 

North

 

Wie gesagt: Die Steelers haben 2 Siege Vorsprung auf die Baltimore Ravens, am letzten Spieltag kommt es in Pittsburgh noch zum direkten Duell. Um es darauf nicht ankommen zu lassen, müssen die Steelers deshalb unbedingt bei den Cleveland Browns punkten, was angesichts der Schwäche des Kontrahenten eine Pflichtübung sein müsste, ja wenn es nicht die besondere Rivalität gäbe. Die Ravens ihrerseits müssen auf jeden Fall ihre restlichen beiden Spiele gewinnen (am Sonntag bei den Green Bay Packers, viels Spaß dabei), um ihre theoretischen Chancen  auf den Divsionssieg zu wahren. Der Wildcard-Platz ist schon perdu. Ganz raus sind die Bengals und Browns.

🧠 Steelers

 

South

 

Die Jacksonville Jaguars führen mit einem Spiel (11:4) vor den Houston Texans (10:5). Höchstens Chancen auf die Wild Cards haben die so gut gestarteten Indianapolis Colts (8:7). Es gibt kein direktes Duell mehr, je eines haben Jaguars und Texans für sich entschieden.
Um den Divisionssieg zu sichern, müssen die Jaguars ihre beiden Spiele bei den Colts und gegen die Titans gewinnen. Velieren sie nur eine Partie, würden sie die Texans mit 2 Siegen bei den Los Angeles Chargers (Sa., 22:30) und gegen  die Colts überflügeln, aber auch nur dann.

🧠 Jaguars

 

West

 

Die Denver Broncos liegen ein Spiel vor den LA Chargers. Am letzten Spieltag kommt es in Denver noch zum diekten Duell (das erste in LA haben die Chargers gewonnen, fürhen also zurzeit im direkten Duell). Zuvor stehen diese Woche noch die Partien Broncos bei den Kansas City Chiefs (ohne Patrick Mahomes kaum wettbewerbsfähig/Fr., 02:15) und Chargers vs Texans (Sa., 22:30) an.
Beide Teams sind sicher in den Play-offs, sicher raus sind Chiefs und Las Vegas Raiders.

🧠 Broncos

 

Wild Card

 

2 der 3 Wildcard-Plätze sind vergeben, jeweils an den Zweiten der Divisionen East (Bills/Patriots) und West (Cargers/Broncos). Die klar besten Karten um den letzten Spot haben die Texans: 2 Siege Vorsprung auf die Colts, das muss sich ausgehen.

 

NFC

 

East

 

Die Eagles stehen als Divisionssieger fest, Cowboys, Comanders und Giants ohne Chance auf einen Wildcard-Platz

 

North

 

Die Chicago Bears führen mit 1,5 Siegen Vorsprung auf die Green Bay Packers, die ihr Remis in Dallas bei den Cowboys noch bereuen könnten. Ein Sieg bei den San Francisco 49ers, und der nie erwartete Divisionssieg wäre erreicht. Ist angesichts der Gegner allerdings keine Selbstverständlichkeit. Die Packers ihrerseits müssen beide Partien gegen die Baltimore Ravens (So., 02:00) und bei den Minnesota Vikings gewinnen. Sollte das gelingen, hätten sie  unabhängig vom Divisionssieg einen Wildcard-Spot sicher.
Die Detroit Lions haben nach ihren Niederlagen zuletzt bestenfalls noch theoretische Chancen auf eine Wild Card, die Vikings noch nicht einmal diese.

🧠 Bears

 

South

 

Unfassbar, aber die Carolina Panthers führen die Division weiter an mit einem vor auf die Tampa Bay Buccaneers. Das Restprogramm ist allerdings happig: Gegen die Seattle Seahawks, das zurzeit beste Team der gesamten Liga (So., 19:00) und dann nächste Woche zum möglichen Showdown in Jacksonville. Die wiederum sollten am Sonntag (19:00) bei den Colts mit deren Veteranen-Quarterback Philip Rivers (45) ihrer Favoritenstellung gerecht werden.
Eines ist jetzt schon klar: De Zweite dieser Division wird auf keinen fall einen Wildcard-Platz erringen.

🧠 Buccaneers

 

West

 

Was für eine Division! Die drei Teams Seattle Seahawks (12:3), San Francisco 49ers und LA Rams (je 11:4) havben das Play-off-Ticket mindestens über die Wild Card sicher. Das Fiese ist der irre Un terschied zwischen Diviskionssieg und den Plätzen 2 und 3. Wer Rang 1 schafft, dürfte alle Wahrscheinlichkeit nach auf den ersten Platz in der gesamten Conference inne haben mit Freilos in der 1. Runde und Heimrecht bis inklusive Conference Final. Die anderen beiden müssen dagegen im Wildcard-Spiel auswärts bei einem der anderen Divisionssieger antreten (gnädigerweise den beiden schlechtesten).
Gewinnen die Seahawks beide Spiele bei den Panthers (So., 19:00) und eine Woche danach bei den 49ers, ist die Sache mit dem Divisonssieg geritzt. Aber auch die 49ers haben den Divisionssieg in der eigenen Hand. Wenn sie nämlich nicht nur die Seahawks nächsten Sonntag im eigenen Stadion schlagen (dort wird übrigens auch der Super Bowl diese Saison ausgetragen), sondern auch diese Woche (Mo., 02:20) gegen die Chicago Bears.
Die Rams müssen also auf mehrere Ausrutscher hoffen, damit das mit den Divisionssieg noch klappt. Voraussetzung ist ohnehin, dass sie ihrerseits ihre Spiele bei den Atlanta Falcons (Di., 02:20) und gegen die Arizona Cardinals gewinnen, was wiederum zu erwarten ist.

🧠 San Francisco 49ers

 

Wild Card

 

Zwei Spots der 2 West-Verlierer im Triell 49ers, Seahawks und Rams sind vergeben. Bleibt das nord-interne Duell zwischen Packers und Lions, in dem die Packers besagte 1,5 Siege Vorsprung haben. Ein Sieg der Packers gegen Ravens oder bei den Vikings würde reichen, dann würden auch 2 Erfolge der Lions ebenfalls bei den Vikings und bei den Bears nichst mehr nutzen.

🧠 Packers

 

Nach diesem Spieltag werden wir erheblich schlauer sein …

Wo sind nrr die 7. Spiele hin?

Blick über den Teich, NBA und NHL

 

Die Indiana Pacers haben den Einzug in die Finals zu Hause klargemacht. Der Erfolg gegen die New York Knicks war nie gefährdet.
Insgesamt lässt sich über die Conference Series in NBA und NHL sagen: Wirklich spannend war nur wenige Serien. Spiel 7 ist eine aussterbende Spezies, nur 6 der insgesamt 28 Play-off-Serien gingen über die volle Instanz.

 

INDIANA PACERS – New York Knicks 125:108 (4:2)

 

Bis zur Pause konnten die Knicks in ihrem potenziellen Ausscheidungsspiel mithalten, dann wurden sie vom Tempo der Pacers überrollt und mussten die Überlegenheit des Gegners akzeptieren. Zu fehlerhaft in der Abwehr und einige Schwachpunkte waren letztlich nicht zu kompensieren.
Es war ein teilweise wildes Spiel mit erstaulichen Spilerrotationen. Nicht viel Rhythmus, sehr viel Intensität. Die Paxers fanden ein probates Mittel gegen Jalen Brunson, dem sie das Leben bei jedem Ballbesitz sehr schwer machten. Erfolgreich nahmen sie damit dem Spielmacher die Lust am Spiel, der gleich 5 Ballverluste produziert, aber nur 19 Punkte auflegte, für ihn eine bescheidene Ausbeute.

 

Bester Mann der Sieger

Pascal Siakam: Schon in der 1. Hälfte war der Kameruner der ruhende Pol. Gerade seine 8 Punkte zu Beginn des 3. Viertels läuteten die Vorentscheidung ein. Am Ende standen bei ihm 31 Zähler auf dem Scoreboard.

 

Stark beim Verlierer

OJ Amunoby: Er wehrte sich nach Kräften, schuftete in Abwehr (2, Blocks, 2 Steals) und Angriff (24 Punkte, 3 Offensiv-Rebounds) gleichemaßen.

 

X-Faktor

Die Unauffälligen: An Obi Toppin und Thomas Bryant liefen die Play-offs bis dato ziemlich vorbei. Jetzt streute Bryant 3 wichtige Dreier ein, und Toppin beeindruckte mit 18 Punkten und einer Worfquote von 63,6 Prozent.

 

Zahlereien

5 erfolgreiche Würfe nur trafen die Knicks-„Ersatz“-Spieler, davon Landry Shamet gleich 4/7 Dreier. Das alte Problem der Knicks, dass von der Bank zu wenig kommt.

 

Ausblick der Sieger

Allein der Finaleinzug ist ein Riesen-Erfolg für das Pacers-Team, den ihm vor den Pölay-offs wohl niemand zugetraut hätte. Auch jetzt gegen den Liga-Primus Oklahoma City Thunder gelten sie als klarer Außenseiter. Doch von vornherein abschreiben würde ich sie zu keiner Sekunde. Zumal sie mit Pascal Siakam einen Spieler in ihren Reihen haben, der aus Toronto-Zeiten 2019 weiß, wie Finalserie geht.

 

Und die Verlierer?

Letztlich sind bei den Knicks alle Zutaten für eine erfolgreiche Mannschaft da: ein überragender Brunson, gute Flügelspieler (Amunoby, Bridges), starke Rebounder (Towns, Robinson) und alle Schlüsselspieler sind gerade im besten Basketball-Alter. Was fehlt, ist ein bisschen Breite, mehr Variabilität, aber Coach Tom Thibedeau ist nicht für lange Line Ups bekannt. Das war eh schon erstaunlich, wer da plötzlich alles auf dem Parkett stand. Und die Aussetzer in der Defense müssen weniger werden.

 

Ansetzungen NBA Finals

 

  1. Spiel: Fr., 02:30: Thunder – Pacers
  2. Spiel: Mo., 02:30: Thunder – Pacers
  3. Spiel: Do., 02:30: Pacers – Thunder
  4. Spiel: Sa., 02:30: Pacers – Thunder
  5. Spiel: Di., 02:30: Thunder – Pacers *
  6. Spiel: Fr., 02:30: Pacers – Thunder *
  7. Spiel: Mo., 02:00: Thunder – Pacers *

* falls erforderlich

Cavs-Desaster ist perfekt

Blick über den Teich, NBA (NHL folgt)

 

(1) Cleveland Cavaliers – (4) INDIANA PACERS 105:114 (Endstand: 1:4)

 

Die Überraschung ist perfekt, das Debakel des Favoriten vollendet. Und für mich als Basketball-Fan bleibt eerneut die Erkenntnis, dass hohe Vorsprünge in der 1. Hälfte nichts besagen.

Bis zu 19 Punkte erarbeiteten sich die Cavaliers bis Mitte des 2. Viertels, doch dann übernahm Tyrese Haliburton und ließ die Halle von Minute zu Minute mehr vestummen. 4 schwierige Dreier nahm er und versenkte sie mit seiner unnachahmlichen und auch nicht nachamenswerten Wurfbewegung, sodass die Pacers bis zur Pause wieder auf 4 Punkte herankamen.

Das Drama schien dann seinen Lauf zu nehmen mit einem abenteuerlich schlechten 3. Viertel der Cavaliers, als sie in 7 Minuten nicht einen ihrer insgesamt 13 Versuche aus dem Feld trafen und in diesem Zeitpunkt einen 2:21-Run hinehmen mussten.

Doch Vorsprünge, ihr wisst schon. Mit Ty Jerome, der jetzt trotz seiner Verletzung als letzter Notnagel ins Rennen geworfen wurde, kam es zur nächsten Wende. Er verwandelte schnell 2 Dreier, und auch Donovan Mitchell fand urplützlich seinen Distanzwurf, nachdem er zuvor jenseits der Dreierlinie 8 Fahrkarten erworben hatte. So kamen die Cavs noch mal heran, als Mitchell gut 2 Minuten vor Schluss die Nerven versagten und er gleich 3 Freiwürfe in Folge verballerte. Mit Geschick und feinem Teambasketball brachten die Pacers den Vorsprung über die Zeit.

 

Bester Mann der Sieger

Tyrese Haliburton: Nicht nur, aber vor allem aufgrund seiner Dreier-Explosion im 2. Viertel. Insgesamt legte der Spielmacher 31 Punkte, 6 Rebounds und 8 Assists auf, und auch die 4 Ballverluste können die Bilanz kaum trüben.

 

Stark in der Niederlage

Trotz allem Donovan Mitchell, mit 35 Punkten der Top-Scorer der Partie. Aber seine Dreierschwäche, die sich schon die gesamte Serie hinzog,  und vor allem die vergebenen Freiwürfe (nur 15/21) gaben letztlich mit den Ausschlag fürs Auscheiden. Allerdings war er am Ende auch gehandicapt nach eine kurzen Behandlungspause in der Kabine.

 

X-Faktor

Myles Turner: Zum einen wegen seinem insgesamt herausragenden Defensivspiel (4 Blocks), vor allem zwei ganz wichtigen Offensiv-Aktionen in der Schlussphase (starker Rebound, 1 Dreier).

 

Zahlereien

6/12 zu 6/6 Freiwürfe: So lautete die Bilanz von Cleveland und Indiana im Schlussviertel. Angesichts eine so knappen Partie ist so etwas halt entscheidend.
0/9 Trefferquote: Das ist die Bilanz von Max Strus und steht sinnbildlich fürs Ausscheiden der Cavs. Im so furchtbaren 3. Viertel probierte er es gleich sechsmal, als wolle er es erzwingen

 

Ausblick der Gewinner

Die Pacers sind zum zweiten Mal in Folge in Conference Final im Osten, das gelang ihnen zuletzt 2013/14. Sie werden auf jeden Fall erneut auswärts antreten, dürfen sich aber sowohl gegen die Kncks als auch gegen die Pacers sehr gute Chancen ausrechnen. Sie sind sehr eingespielt, allerdings kam zumindest in Spiel 5 relativ wenig von der Bank.

 

Und die Verlierer?

Die Cavs haben eine für sie fast märchenhafte Saison einfach weggeworfen (im wahrsten Sinne des Wortes). Sie waren im Osten das mit Abstand beste Team der regulären Saison, doch in dieser Serie kamen sie außer in Spiel 3 nie auf Touren. Das lag natürlich auch an de Verletztenmisere (Garland, Mobley, Jerome), die leider in den Play-offs immer eine Rolle spielt. Insgesamt passt das Team gut zusammen, große Umbrüche sehe ich nicht und sind auch überhaupt nicht notwendig, allenfalls Feinjustierungen.

 

(1) Oklahoma City Thunder – (4) Denver Nuggets

 

Was für ein fantastisches und bis zum Ende spannendes Spiel. Ihr wollt jemanden für Basketball und für die NBA begeistern, zeigt diese Partie mit sehr vielen Höhen, allerdings auch einigen Tiefen. Nicht zu vergessen waren auch die beiden wohl besten Spieler der Welt (Gilgeous-Alexander, Nikola Jokic) viel von ihrem sehr großen Können.
Die Nuggets hielten erneut sehr gut mit, und das ist noch untertrieben. Sie lagen nach einem Blitzstart von OKC (10:2) ab Mitte des 1. Viertels durchgehend in Führung, allerdings nie mit mehr als 12 Punkten.
Letztlich führte die klare Leistungssteigerung von SGA die Entscheidung herbei. das letzte Viertel ging mit 34:19 an die Thunder. Einmal mehr schwanden bei Denver ein wenig die Kräfte, auch weil ihre Bank dünner besetzt ist als die von Oklahoma. Und nicht einmal ein unglaublicher Jokic kann das alleine ausgleichen.

 

Bester Mann der Sieger

Shai Gilgeous-Alexander: 31 Punkte, allein 10 im Schlussabschnitt. Wenn ich etwas kritisieren darf, dann seine Ungefährlichkeit jenseits der Dreierlinie (nur 3 Versuche mit einem Erfolg).

 

Stark trotz der Niederlage

Nikola Jokic: Da war es, das Monsterspiel, und die bloßen Zahlen geben die Ausnahmeklasse des Serben gar nicht komplett wieder. Die beeindruckend genug waren mit 44 Punkten, 15 Rebounds und 5 Assists. Die Trefferquote von 68 Prozent (davon 5/7 faszinierende Dreier zum Teil aus größter Bedrängnis) ist sogar für ihn außegewöhnlich.In der 2. Halbzeit spielte er die kompletten 24 Minuten. Eine Szene beeindruckte mich sehr, als er schlangengleich an Isaiah Hartenstein vorbeiglitt und elegant via Glas vollendete.

 

X-Faktor

Lou Dort: Besser gesagt Lou Dort im 4. Viertel, als der Guard drei ganz wichtige Dreier versenkte, die OKC erst herankommen ließen.

 

Zahlereien

1/15: Das war die trostlose Trefferbilanz der Nuggets-Spieler im Schlussabschnitt, rechne ich Jokic heraus. Von der Dreierlinie gingen 10 Versuche daneben.

 

🇩🇪 👓

Isaiah Hartenstein hätte ich ebenfalls als X-Faktor auswählen können. Allein wegen seiner aufopernden Defensivarbeit gegen Jokic. Aber auch in der Offensive war er effektiv (und effizient) mit 15 Punkten und 7 Rebound. Ein einhändinger Slamdunk nach Alley-Hoop-Anspiel ist jedes Posterbild wert.

https://www.nba.com/stats/events?CFID=&CFPARAMS=&ContextMeasure=FGM&EndPeriod=1&EndRange=7200&GameID=0042400225&PlayerID=1628392&RangeType=1&Season=2024-25&SeasonType=Playoffs&StartPeriod=1&StartRange=0&TeamID=1610612760&flag=3&sct=plot&section=game

 

Ausblick

Geht es nach der Statistik und meiner Meinung (naja), spricht alles für die Thunder, das das Team, das das 5. Spiel beim Stand von 2:2 gewinnt, zu gut 80 Prozent die nächste Runde erreicht. Doch die Nuggets haben gezeigt, dass sie OKC weh tun können. Hilfreich wäre natürlich mehr Unterstützung von de Bank, damit der Starting Five nicht wie in dieser Serie so oft am Ende die Luft ausgeht.

 

Ansetzungen heute

Do., 01:00: Boston Celtics – New York Knicks (1:3)
Die Celtics müssen ihre Aufholjagd ohne Jayson Tatum angehen, der mit einem Achillessehenriss (die OP am Dienstag verlief offenbar erfolgreich) für den Rest der Saison (und noch viel länger) ausfällt. Das macht die Aufgabe natürlich noch schwerer gegen ein extrem verbissenes Knicks-Team, das zudem zeigt, dass es auch in sehr engen Phasen in der Schlussphase die Nerven behält. Wenn die Celtics überhaupt eine Chance haben wollen, müssen ihre Dreier besser fallen. Hilfreich wäre auch ein Plan B, aber den blieb Trainer Joe Mazulla bisher schuldig. Starke Spieler gibt es indes noch mehr als genug; Jaylen Brown, Derrick White und co werden allesamt mehr Verasntwortung übernehmen müssen, haben aber schon oft ihre Extraklasse gezeigt.

Do., 03:30: Minnesota Timberwolves – Golden State Warriors (3:1)
Auch hier fehlt dem zurückliegendem Team der Superstar. Steph Curry wird nicht rechtzeitig fit und fehlt auch das vierte Spiel in Folge.Ohneihn wird es für die Warriors schwierig bis unmöglich, noch eine Wende zu schaffen. Zumal die Timberwolves mit feinstem Team-Basketball nicht abhängig sind von Wundertaten eines einzelnen, die ihr Star Anthony Edwards trotzdem erbringen kann und schon erbracht hat.

 

Ansetzung morgen

Fr., 02:30: Denver Nuggets – Oklahoma City Thunder (2:3)