von Münchner Löwe | Apr. 21, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenvorschau
Willkommen zurück nach einer gar nicht so heißen Griechenland-Woche. Pokal-Halbfinale, Tennis-Masters in Madrid und Lüttich-Bastogne Lüttich. Dazu im US-Sport der Beginn der heipen Phase mit den Play-offs in NBA und NHL.
Bayerns nächster Schritt zum Double
Die Meisterschaft für die Münchner steht vier Spieltage vor Schluss auch rechnerisch schon fest, jetzt können sie einen großen Schritt in Richtung nationales Double machen. In Leverkusen müssen die Bayern am Mittwochabend (20:45/ZDF) im Pokal-Halbfinale allerdings eine hohe Hürde überwinden. Die Bundesliga-Partie vor gut einem Monat ließ die Emottionen hochkommen, samt der absrurden und widerwätigen Schiedsrichterkritik des „Ehren“-Präsidenten Uli Hoeneß. Die Gemüter haben sich wieder beruhigt, jetzt steht einem fußballerischen Leckerbissen nichts mehr entgegen.
Leverkusen allerdings hat sportlich schwierige Wochen hinter sich. Das erklärte Saisonziel champions League scheint derzeit als Sechster unerreichbar, sogar wenn die Bundesliga durch gutes Europapokal-Abschneiden einen fünften Platz zugesprochen bekäme. Der Pokalsieg wäre da ein schon fast notwendiges Trostpflaster. Bei den Münchnern dagegen steht natürlich der Triumph in der Champions League ganz oben auf der Prioritätenliste, andererseits wären sie schon sehr froh über eine Endspielteilhnahme nach sehr langen sechs Jahren.
Dsa zweite Halbfinale bestreiten der VfB Stuttgart und der SC Freiburg. Gespielt wird am Donnerstag (20:45/ARD), weil durch die internationalen Begegnungen 3 der 4 Halbfinalisten am Sonntag spielen mussten und deshalb der „normale“ Termin Dienstag nicht möglich war. Die Stuttgarter sind Titelverteidiger, Freiburg stand zuletzt 2024 im Finale, unterlag dort aber RB Leipzig. Beide Teams haben zudem noch höhere Ziele. Die Stuttgarter kämpfen als derzeit der Liga um einen Champions-League-Platz, der SC Freiburg steht im Halbfinale der Europa League, wo es gegen Sporting Braga geht.
Gemeinsames Masters auf Sand
Und das erste ganz große Turnier der Frauen auf diesem Belag in diesem Jahr. Die Top-Favoritinnen sind trotzdem die üblichen Verdächtigen. Lena Rybakina kommt als frische Turniersiegerin von Stuttgart (mit einem Großteil der Weltelite), Aryna Sabalenka machte nach dem erfolgreichen Sunshine-Doppel (Indian Wells und Miami) eine kurze schöpferische Pause. Dahinter lauert zum einen die US-amerikanische Garde um Coco Gauff und Jessica Pegula), und auf San muss man auch immer Iga Swiatek auf der Liste haben.
Bei den Männern ist Jannik Sinner der klare Turnier-Favorit. Der vermeintlich härteste Konkurrent Carlos Alcáraz musste für sein Heimturnier schweren Herzens passen. Eine doch recht hartnäckige Handverletzung macht dem Spanier das Leben schwer. Schon gibt es die Befürchtung, dass es auch für das Masters in Rom (in 2 Wochen) und sogar für die French Open knapp werden könnte.
Trotzdem wird Sinne kämpfen müssen für seinen fünften Masters-Titel in Folge. Alexander Zverev rückte in der Setzliste an Rang 2 vor, Ben Shelton (München) und Arthur Fils (Barcelona) haben mit Turniersiegen Selbstvertrauen bekommen. Sehr gespannt bin ich auf den Auftritt des jungen spanischen Himmelstürmers Mir Jodar und den Brasilianer Joan Fonseca.
Abschluss der Klassiker-Saison
Lüttich-Bastogne-Lüttich – die Ardennenfahrt über 260 Kilometer. Das nächste und vorerst letzte Aufeinandertreffen der Klassik-Spezialisten Tadej Pogacar, Matthew van de Poel und Wout van Aertm bevor die Etappenrennen in den Vordergrund rücken. Wobei hier Pogacar (Sieger bei den Monumenten Mailand-San Remo, Flandern-Rundfahrt) erneut (klarer) Favorit ist. Der hügelige Kurs mit giftigen Anstiegen scheint ihm geradezu auf den Leib geschneidert.
Van der Poel fehlt in diesem Jahr noch der große Erfolg auf der Straße, van Aert triumphierte bei der Staraßenschlacht Paris-Roubaix und vermasselte Pogacar den heiß ersehnten Sieg in der Hölle des Nordens.
Quais als Vorgeschmack am Mittwoch der „Halbklassiker“ Fleche Wallone: Immerhin mit Größen wie Remco Evenepoel (am Sonntag Sieger des Amstel Gold Race)), Tom Pidcock (knapp gechlagen bei Mailand-San Remo) und der ganz großen französischen Hoffnung Paul Seixas, der allerdings ehr für die längeren Etappenrennen aufgebaut werden soll.
Und sonst
- Bundesliga: Im Brenpunkt der Abstiegskampf. Dort hat der VfL Wolfsburg wieder Hoffnung geschöpft nach dem 2:1 beim 1. FC Union. Mit einem Sieg gegen Samstag gegen Gladbach (15:30) wären die Niedersachsen wieder voll im Gechäft und würden sie Fohlen selbst in die bedrohliche Zone ziehen.
- 3. Liga: Dreikampf um die Aufstiegsplätze 2 und 3 (hinter Osnabrück) zwischen RW Essen, Energie Cottbus und MSV Duisburg. Duisburg (63 Punkte) kann am Freitag vorlegen, hat aber bei Alemannia Aachen eine schwierige Aufgabe), Essen (64/gegen Saarbrücken) und Cottbus (63/bei Viktoria Köln) legen am Sonntag nach.
- England: Plätzlich wieder Höchstspannung im Titelkampf. Manchester City kann mit einem Sieg im Nacholspiel in Burnley mit dem FC Arsenal punktemäßig gleichziehen. Am Wochende spielen die Londoner gegen Newcastle (Sa., 18:30).
Die Terminirren in England fanden es eine gute Idee, dass gleichzeitig ebenfalls in London das erste Halbfinale im FA-Cup stattfindet. Dort trifft City auf den FC Southampton. Der Finalgegner wird ebenfalls in Wembley tags darauf zwischen dem FC Chelsea und Leeds United ermittelt.
- Snooker: WM in Sheffield, 1. und 2. Runde. Unfassbar viele Chinesen sind mittlerweile im Feld, aber auch die alten haudegen Ronnie O´Sulvan, Jonn Higgins und Judd Trump. Immer hübsch rein zuschauen, wenn nichts Besseres zu tun ist.
- Basketball: Nach ewig langer Vorrunde (38 Spieltage) startet die K.-o.-Runde der Euroleague. Heute mit den Play-Ins Panathinaikos gegen Monaco (Siebter vs Achter) und Barca vs RS Belgrad (Nuenter vs Zehnter).
- Eishockey: Die beiden DEL-Finalteilnehmer stehen fest. Ab Freitag kämpfen die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin in einer Best-of-7-Serie um den Titel.
von Münchner Löwe | Apr. 7, 2026 | Fußball, Golf, Radsport, Wochenvorschau
Sport satt! Ob Fußball-Champions-League Golf-M;asters in Augusta, Sand-Aufgelopp in Monte Carlo oder de Hölle des Nordens bei Paris-Roubaix – für jeden ist etwas dabei. Kleinigkeiten wie die DEL-Halbfinali, der Schlussspurt der regulären Saison in NBA und NHL sowie die Entscheidungen in den diversen Sportligen in Europa fallen da schon fast unter den Tisch.
Anmerkung: Der Münchner Löwe wird ab Freitag für 10 Tage zum Griechischen Löwen, der nicht weiß ob und wie er sich am reich beladenen Gabentisch bedienen will.
Die beste Zeit der Champions League
Eine Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt: Der beste Fußball der Welt wird im Viertel- und Halbfinale der Königsklasse gespielt. Vier zum Teil elekrisierende Duelle dürften das bestätigen, diese Woche die Hinspiele
Real Madrid – Bayern München
Glaube ich den Wettbüros und der allgeme3inen Vegassung der Teams, sind die Münchner klarer Favorit. Während die Bayern bisher praktisch unaufhaltsam durch die Saison gestürmt, bereits praktisch als Bundesliga-Meister feststehen, im Halbfinale des Pokals stehen, mehrere Rekorde aufgestellt haben und in der Champions League bella figura machten, verläuft die Saison für die Madrilenen wenig königlich. Die Meistersxchaft ist fast abgehakt bei 7 Punkten Rückstand auf den FC Barcelona, im Pokal ist das Team draußen.
Muss also gar nicht gespielt werden? Falscher könnte man nicht liegen, denn die Champions League ist der Real(e) Wettbewerb für Madrid, und das heimische Bernabeu entwickelt einen ganz speziellen Flair und eine einmalige Wucht. Was zuletzt Manchester City musste: Die Pep-Mannschaft ging im Achtelfinal-Hinspiel mit 0:3 unter, und konnte dieses handicap auch im Rückspiel nicht mehr wettmachen.
Zudem haben die Madrilenen zuletzt sehr gut gegen die Bayern ausgesehen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Halbfinale vor 2 Jahren behielten sie di Oberhand. Unvergessen Manuel Neuers schwerer Fehler in Bernabeu kurz vor Schluss, nachdem der Schlussmann zuvor auch die unmöglichsten Bälle gehalten hatte.
Auf Neuer wird es auch diesmal ankommen. Nicht nur Bayern-Fans sind aber skeptisch, dass er seine absolute Topform noch abruen kann. Trotzdem haben sie in Mdrid üble Erinnerungen an die „bestia negra“ und die 2000er-Jahre, also Real wiederholt an den Münchnern scheiterte.
Ansonsten spielen
Di., 21:00: Sporting – Arsenal
Mi., 21:00: Barca – Atletico
Mi., 21:00: PSG – Liverpool
Wem dann der Fußball noch nicht reicht, für den stehen am Donnerstag noch die Viertelfinali in Europa und Conference League bereit.
Sandtreffen in Monte Carlo
Der am schönsten gelegene Center Court der Welt mit dem spektakulären Blick aufs Mittelmeer. Wie immer das erste Masters-Turnier auf Sand mit all den Unwägbarkeiten, die dieser meist eher langsame Belag mit sich bringt.
Fast die gesamte Weltelte hat gemeldet (nicht so die US-Amerikaner Ben Shelton und Taylor Fritz), und trotz der Unwägbarkeiten sind die üblichen Verdächtigen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner die Top-Favoriten. Alcaraz ist die Nummer 1 der Weltrangliste und zudem Titelverteidiger, Sinner überzeugte zuletzt mit 2 Masters-Siegen in Indian Wells und Miami, jeweils ohne Satzverlust. Aus deutscher Sicht wird das Abschneiden von Alexander Zverev spannend. Sand ist ohnehin sein bester Belag, in diesem Jahr scheint er offensiver zu Werke zu gehen als zuletzt.
Pogacar – und der letzte fehlende Erfolg
Als Trophäe gibt es immer einen riesigen Pflasterstein. Symbol für die Hölle des Nordens mit 40+ Passagen auf Kopfsteinpflaster noch aus Beginn des vergangenen Jahrhunderts, über die man eigentlich keinen Pferdewagen mehr scheucht. Entweder es ist trocken, dann schauen alle Fahrer aus, als kämen sie aus einer mehrtägigen Sandwanderung. Noch schlimmer wird es, wenns regnet, weil es dann glitschig wird und die Stürze programmiert sind. Defekte sind bei der Rüttelei eh an der Tagesordnung (die Arme der Fahrer sind nach den 270 Kilometern mehrere Tage fast taub). Bisher zu viele Unwägbarkeiten für Pogacar, dem überragenden Fahrer der Gegenwart, der ansonsten alle wichtigen Rennen mindestens einmal für sich entschieden hat, zuletzt die beiden Klassiker Mailand-San Remo und Flandern-Rundfahrt. Wieder gilt der Slowene am Sonntag als Top-Favorit neben anderen Klassiker-Spezialisten Matthew van der Poel und dem Beglgier Wout van Aert. Bis ins Letzte lässt sich kein Radrennen programmieren, Paris Roubaix erst recht nicht.
Das Wohnzimmer aller Golf-Fans
Ds Masters in Augusta, das erste Major des Jahres und für viele immer noch auch der absolute Höhepunkt. Gespielt wird immer auf dem gleichen Kurs (bei keinem anderes Major ist das der Fall), jedes Jahr Anfang April in einem perfekt bereiteten blühenden, ja betörenden Blumenmeer. Die 18 Löcher werden nach Pflanzen der Region benannt, ein jedes hat seine eigenen legendären Momente schon erlebt.
Titelverteidiger ist der Nordire Rory McIlroy, der nach zig vergeblichen Anläufen sich endlich das grüne Jackett des Siegers überstreifen durfte (wie immer assistiert von seinem Vorgänger). Tradition ist eh Trumpf, ebenso die Verschwiegenheit des elitären Clubs, was Zuschauerzahlen, Einschaltquoten betrifft. Dafür kostet das berühmte Sandwich wie seit Jahrzehnten nur 1,50 Dollar, es dürfte das billigste Nahrungsmittel einer Profi-Sportveranstaltung in den USA sein. Den Fans ist es verboten zu rennen, bestenfalls mit schnellem Gehen dürfen sie sich die besten Plätze sichern. Dort verharren sie und warten auf die oft erstaunlichen Dinge, die da kommen.
Und sonst?
- DEL: Großstädte unter sich. Die beiden Halbfinalserien Best of 7 bestreiten Red Bull München gegen Adler Mannheim und Kölner haie gegen die Eisbären Berlin. Die ersten Partien sind für Freitag angesetzt, danach geht es im 2-Tages-Rhythmus weiter.
- Bundesliga: Eine der hauptfragen: Steigt der VfL Wolfsburg wirklich ab? Vier Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf das rettende Ufer, da ist ein heimsieg gegen Eintracht Frankfurt (Sa., 15:30) Pflicht. Immerhin dürfte es Konkurrent St. Pauli gegen den FC Bayern beim nominellen Top-Spiel (Sa., 18:30) schwer haben zu punkten.
- England: Nach 3 Wochen Pause (Ländespiele, Pokal) geht es in der Premier League weiter. Tabellenführer FC Arsenal legt mit dem Heimspiel gegen Bornemouth vor (Sa., 13:30), Verfolger ManCity (9 Punkte zurück bei einem Spiel weniger) muss am Sonntag (17:30) nachlegen.
- NBA: Die letzte Woche der regulären Saison. Es geht noch um Platzierungen, bevor es nächste Woche mit den Play-Ins losgeht. Die eigentlichen Play-offs starten Samstag in einer Woche.
- Tennis: Zum einen die erste Runde des Billie-Jean-King-Cups. Deutschland trifft heute auf Portugal. Außerdem das Turnier in Linz, wo die Russinen Mirra Andreewa und Ekaterina Alexandrowa das Feld anführen. Tatjana Korpatsch hat die Qualifikation übestanden und sich in der 1. Runde gegen die Rumänin Cirstea durchgesetzt. Die junge Österreicherin Lilli Tagger erhielt eine Wild Card und bestätigte diese gerade mit einem Überraschungserfolg über Paola Badosa aus Spanien.
von Münchner Löwe | Apr. 6, 2026 | Fußball, Radsport, Tennis, Wochenrückschau
Überschattetes Testspiel, Pogacars erneuter Triumph und Arsenal muss den zweiten Titel abschreiben.
Nagelsmann macht sich unmöglich
Zwei zumindest vom Ergebnis gelungene Testspiele der deutschen Nationalmannschaft, doch kein Mensch spricht darüber. Schuld daran ist einzig und allein Julian Nchlecht gespielkt“, wetterte der Bundestrainer. Offenbar schwer genervt von Stuttgarter Publikum, das seinen Liebling schon in der ersten Halbzeit vehement forderte. Nagelsmanns Erkenntnis: Auf keinen Fall werde Undav bvei der WM von Beginn an spielen, Kai Havertz und Nick Woltemade hätten klar die Nase vorn. Immerhin: Undav könne dann gegen müd gespielte Gegner auftrumpfen, wie Nagelsmann großmütig konzedierte.
Für mich ist das dennoch eine indiskutable Degradierung des mit Abstand besten Bundesliga-Torschützen, den nafgelsmann beim 4:3 in der Schweiz 90 Minuten auf der Bank versauern ließ. Eine derart vehemente Kritik hat wohl noch nie ein deutscher Siegtroschütze von einem Bundestrainer erhalten. Ohne Not hat dieser ein Riesenfass aufgemacht. Aus verletzter Eitelkeit, weil er eh alles besser weiß. Weil er vielleicht ein guter Trainer ist, aber menschlich fehlt es ihm offenbar an allem. Das zeigte ja schon sein Interview im Kicker vor 3 Wochen, als er mehrere Nationalspieler wie ungehorsame und faule Schüler abkanzelte in eine Deutlichkeit, die in der Öffentlichkeit absolut nichts zu suchen hat. Zwar sprang der Kicker selbst Nagelsmann zur Sete (kein Wunder, nachdem dieser dieses fast obsolet gewordene ehemalige Fachblatt wieder hoffähig und prominent gemacht hatte), aber der allgemeine Tenor war vernichtend. „Du sägst einen Top-Spieler weg“, monierte etwa Stefan Effenberg, sonst im „Doppelpass“ wirklich nicht die Instanz, die das DFB-Team über Gebühr kritisiert. „Einen Spieler, den du vielleicht noch brauchen kannst.“
Wenigstens heizte Undav die hitzige Stimmung nicht weiter auf. „Wir haben gesprochen. Für mich ist alles gut“, sagte der Stürmer am Samstag im Sportstudio. Auf Wiedervorlage dann bei der WM (so diese denn stattfindet bei all den Trumpereien …).
Tadej Pogacar – einfach unschlagbar
Knapp 20 Kilometer vor Ende der Flandern-Rundfahrt musste dann auch der letzte verbliebene Konkurrent abreißen lassen. An einer der vielen giftigen Steigungen distanzierte Tadej Pogacar den Holländer Matthew van der Poel, einen ausgesprochenen Spezialisten dieses Eintages-Klassikers, den er selbst schon dreimal gewonnen hatte. Gegen den Slowenen konnte er nichts ausrichten. Wie zuvor die komplette Weltelite wie die Belgier Remco Evenepoel und Woutvan Aert, die dem Höllentempo nach und nach nichtmehr folgen konnten.
So triumphierte Tadej Pogacar auch beim zweiten Monument des Jahres (nach Mailand-San Remo). In seiner Ausnahme-Form ist es sogar denkbar bis wahrscheinlich, dass er auch die folgenden drei Monumente für sich entscheiden kann (Paris Roubaix am Sonntag, Lüttich-Bastogne-Lüttich noch im Frühjahr und die Lombardei-Rundfahrt m Herbst). Das hat es noch nie dagegen, und dazwischen dürfte auch der nächste Triumph bei der Tour liegen. Pogacar fährt in seiner eigenen Welt, hat mittlerweile überhaupt keine Schwächen mehr, kann zur Not sogar sprinten. Dergleichen hat es im Radsport noch nie gegeben, zumindest nicht seit Eddy Merckx (dem Kannibalen, weil er jedes Rennen gewinnen wollte) – und das ist mehr als 50 Jahre her und war außerdem doping-gefördert, wie wir heute wissen.
Noch nicht einmal von einem roten Licht bei einem Bahnübergang ließ er sich stoppen. 200 Kilometer vor dem Schluss poassierte das zu dieser zeit noch geschlossene Feld sogar eine geschlossene Schranke, was selbstverständlich auch in einem Radrennen strikt verboten ist, ich muss wohl nicht ausführen, warum. Passiert ist Gott sei Dank nicht, aber den Profis droht ein Nachspiel: Geldstrafe und womöglich sogar acht Tage Führerschein-Verbot. Theoretisch wäre sogar eine Disqualifikation möglich, erscheint aber höchst unwahrscheinlich, weil 200 Fahrer sich diesen Fauxpas leisteten. Also eher ein Sturm im Wasserglas.
Ach, Arsenal! der nächste Titel vergeigt
Wenig ist mehr übrig geblieben vom Zauberfußball der Londoner im Herbst, als sie die Premier League aufmischten und die europäischen Spitzenclubs. Zwar führen sie die englische Meisterschaft noch an (sogar relativ komfortabel), aber ihr Spiel macht keinerlei Spaß mehr (boaring Arsenal lebt wieder auf) und ist auch längst nicht mehr so erfolgreich. Am Samstag scheiterten sie im tradtionellen FA-Cup gar an einem Zweitligisten. In einem nur zeitweise packenden Viertelfinale hatte der FC Southampton mit 2:1 die Nase vorn. Allerdings konnte das Spiel am Ostersamstag gar nicht anders ausgehen, wenn ich die Spitznamen bedenke: Hier die Saints (Heiligen), dort die Gunners (Kanoniere), da musste der Fußball-Gott oder eine ähnlich hohe Instanz einfach eingreifen, wobei in de Partie selbst alles mit rechten Dingen zugegangen war (kein Schiri-Betrug, nirgends, das muss man wohl eigens erwähnen).
Southampton trifft nun im Halbfinale auf Manchester City. Das Team von Pep Guardiola demontierte den FC Liverpool und triumphierte mit 4:0. Drei Tore erzielte dabei Erling Haaland, dem die Experten schon eine schwere Krise nachgesagt hatten. Das andere Halbfinale bestreiten der FC Chelsea und Leeds United; beide Partien werden am letzten April-Wochenende im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen (wie auch das Endspiel). Ein schöner Brauch.
Lilli Freischem gewinnt das Schwestern-Duell beim Boat Race
Das Duell Oxford gegen Cambridge, der englische Klassiker, nur „the Boat Race“ genannt. Bei den Frauen mit der Besondeheit, dass zwei Schwestern gegeneinander antraten (zum ersten Mal seit 22 jahren), nämlich die Kölnerinnen Mia (Cambridge) und Lilli (Oxford) Freischem. Oxford hatte die Bugspitze klar vorn nach 6,8 Kilometern auf einer eher unruhigen Themse. Die Eltern verfolgten das Spektakel live vor Ort in extra hellblau/dunkelblau gestrickten Pullovern. Kleiner Trost für Mia: Sie kann auch nächstes Jahr noch mal antreten, während Lilli ihr Chirurgie-Studium beendet. Und Partie kann sie auch feiern, denn die Cambridge-Studenten besiegten Oxford klar.
Und sonst?
- Bundesliga: Der FC Bayern steckte beim SC Freiburg enen 0:2-Rückstand weg (wie übrigens schon im Hinspiel) und siegte dank eines Treffers in der Nachspielzeit der Nachspielzeit des bis dato sehr blassen Lennart Karl mit 3:2. Es war das 100. Tor der Münchner in der Saison, nächsten Samstag dürfte der Bundesliga-Rekord der Münchner aus der Spieltzeit 1971/72 (101) fallen.
Der Vorsprung auf Borussia Dortmund beträgt weiterhin 9 Punkte, der BVB erzielte seine Tore zum 2:0 beim VfB Stuttgart (mit einem ehe schwachen Undav) mit den ersten Schüssen ebenfalls in der Nachspielzeit.
Im Abstiegskampf wird es für den VfL Wolfsburg eng und enger. Trotz einer 3:1-Führung bei Bayer Leverkusen verlor das Team im Plastico der beiden Werksclubs noch mit 3:6. Neu-Trainer Dieter Hecking tobte über die Schiri-Leistung, die in der Tat einiges zu wünschen ließ (Witz-Elfer für Bayer zum 1:1). Der Rückstand auf Platz 16 (St. Pauli /1:1 beim 1. FC Union) beträgt schon 4 Punkte.
- 2. Bundesliga: Dresden gegen Hertha, und mal wieder wird nicht über Sport geredet, sondern über wildgewordene Männer (es waren wirklich ausschließlich Männer). Fans beider Lager waren über die Zäune aufs Spielfeld geklettert und beschossen sich mit Pyrotechnik. In einer rund 20 Minuten langen Spielunterbrechung drängte die Polizei die Anhänger zurück in ihre Fanblöcke, und die Partie konnte tatsächlich zu Ende gespielt werden; Hertha siegte mit 1:0.
- Spanien: Der FC Barcelona machte einen Riesenschritt in Richtung Meisterschaft. In einem hitzigen Duell behielten die Katalanen mit 2:1 bei Atlético Madrid die Oberhand. Den entscheidenden Treffer „erzielte“ Robert Lewandowski. Viel dafür konnte der Pole nicht, denn der Ball prallte nach einer tollen Abwehr-Aktion von Atleti-Schlussmann Musso an Lewandowksi Schulter und von dort direkt ins Tor. Da Real zuvor seine Partie auf Mallorca mit 1:2 verloren hatte, beträgt der Vorsprung von Barca jetzt schon komfortable sieben Punkte.
- Tennis: Eine Woc he eher zum verschnaufen: Turniersiege holten sich Marie Boukova (in Bogotá), Jessica Pegula (Charleston) sowie Jungstar Mir Jodar (Marrakesch), Mariano Navone (Bukarest) sowie Tommy Paul in Houston. Der Amerikane besiegte im Finale den Argentinier R.A. Burruchaga. Wem dieser Nachname bekannt vorkommt: Richtig. Sein Vater Jorge Burruchaga überwand im WM-Finale 1986 Toni Schumacher zum entscheidenden 3:2 (Unvergessen ZDF-Reporter Rolf Kramer: Toni, halt ihn ! Nein!)
- Tischtennis: Toller Erfolg für Sabine Winter. Bei einem stark besetzten Welt-Turnier in Macau musste sich die Deutsche erst im Halbfinale der späteren Turniersiegerin und Weltmeisterin Sun Yingsha beugen. So weit war eine Europäerin in einem Turnier dieser Kategorie zuletzt vor 11 jahren vorgedrungen (Petrissa Solja). Bei den Männern triumphierte mit Chuqin Wang ebenfalls ein Chinese.
von Münchner Löwe | März 30, 2026 | Fußball, Radsport, Wochenvorschau
Es ist die Osterwoche und damit wieder ein stader Freitag mit nur ganz wenig Sport. Wie überhaupt der Sportfan zumindest etwas Zeit zum Luftholen hat, bevor Mitte April zB die Play-offs in der NBA und NHL starten.
6 Endspiele um die WM-Teilnahme
12 Länder dürfen noch auf ein Amerika-Ticket hoffen, am Dienstag werden vier Teams aus Europa und zwei weitere aus der übrigen Welt glücklich sein. Der Modus ist klar: Ein Spiel, eine Entscheidung, notfalls im Elfmeterschießen. Während es in Europa vier Partien mit Heimrecht gibt, gibt es in Mexiko 2 interkontinentale Ausscheidungsspiele.
Die FIFA hat für Europa alle 4 Endspielke für Dienstag, 20:45 terminiert. Das Heimrecht unterliegt einem für mich nicht nicht zu durchschauenden Mix aus Weltrangliste, bisherige Qualfikation und Losglück. Ich sehe in keiner Partie einen klaren Favoriten, alles kann passieren, alles hätte gute und schlechte Seiten.
Bosnien-Herzegowina – Italien
Spötter sagen ja, dass es für die Azzurri die eleganteste Möglichkeit wäre, sich diesem entsetzlichen Turnier in der kreigstreibenden Fascho-USA zu entsagen. Eine Niederlage in Zenica, und man ist diese Sorge los. Aber natürlich wollen die Fußballer dabei sein, die Aufgabe bei den Bosniern mit Alt-Torjäger Edin Dzeko ist heikel genug, denn in Zenica ist das Gewinnen schwer.
Für Italien wäre ein erneutes Scheitern fatal, denn schon 2018 und 2022 war der viermalige Weltmeister nicht dabei.
Kosovo – Türkei
Die Kosovaren waren noch nie bei einer WM-Endrunde dabei. Schon ihr Sieg im ersten Play-off-Spiel in Bratislava war eine Riesen-Überraschung, denn die Slowaken hatten im Oktober dort immerhin die Deutschen klar beherrscht und mit 2:0 bezwungen. Jetzt scheint alles möglich, die Hoffnungen der Türken rhen vor allem auf Real-Star Güler.
Schweden – Polen
Nur über den Umweg Nations League sind die Schweden überhaupt in den Play-offs, wo sie mit einem überzeugenden 3:0 gegen die Ukraine die erste Hürde übersprangen. Polen mühte sich zu einem 2:1 gegen Albanien, einmal mehr hieß der Retter Robert Lewandowski.
Tschechien – Dänemark
Erst im Elferschießen setzten sich die Tschechen gegen Irland in der 1. Runde durch. Dänemark erscheint sehr viel stärker und kompakter. Wenn überhaupt, hilft den Tschechen der Hemvorteil in Prag.
Ab 23:00 werden in Mexiko die zwei letzten Tickets verteilt. Zunächst spielen Jamaika gegen DR Kongo, ab 05:00 trifft der Irak auf Bolivien. Sollte der Irak verlieren: Es gäbe noch die Chance, für den Iran nachzurücken, für den aus naheliegenden Gründen eine WM-Teilnahme in den USA nicht in Frage kommt.
Tests in Freundschaft
Die meisten Teams nutzen die Pause, um in Freundschaftsspielen ihre Formation zu finden resepektive die Form zu überprüfen. Schon am heutigen Montag empfängt das deutsche Team in Stuttgart Ghana. Die Afrikaner bezogen am Freitag eine herbe 1:5-Klatsche gegen Österreich.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bereits angekündigt, dass der Stuttgarter Alexander Nübel das Tor hütet. Hüchstwahrscheinlich wird auch der Vereinskollege Denis Undav im Sturm eine Chance erhalten, und wie es aussieht, bekommt das große Münchner Talent Lennart Karl einen Startelf-Einsatz.
Aus deutscher Sicht interessant könnte die Partie Holland gegen Ecuador werden (Di., 20:45). Die Südamerikaner sind einer der drei Gruppengegner in Nordamerika.
Pogacar auf Monumentenjagd
Die Flandern-Rundfahrt ist vielleicht das wichtigste Rennen in der Radsportnation Belgien (oder doch Lüttich-Bastogne-Lüttich). 278,5 Kilometer von Antwerpen bis Oudenagemit giftigen Anstiegen und kniffligen KpfsteinpflasterPassagen warten auf die Fahrer. Die gesamte Klassiker-Elite ist beim 2. Monument des jahres dabei, von San-Remo-Tadej Pogacar über Matthew van der Poel bis Wout van Aert. Oder schlägt die Stunde eines Sprinters, der irgendwie über die Steigungen gekommen ist?
Tag zuvor sind die Frauen am Start, allerdings ist ihre Strecke nur knapp 170 Kilometer lang.
Wer fordert Weltmeister Gukesh
Acht Weltklasse-Schachspieler haben sich fürs Kandidatenturnier auf Zypern qualfiziert. Im sogenannten Kandidatenturnier ermitteln sie bis zum 16. April den Profi, der Wletmeister Gunesh aus Indien fordern darf. Jeder spielt gegen jeden, jeweils einmal mit den weißen Steinen, einmal mit Schwarz. Für den Sieg gibt es einen vollen Punkt, für ein Remis einen halben für jeden. Wer am Ende die meisten Zähler hat, darf gegen Gunesh antreten.
Erstmals seit 35 (!) Jahren (Robert Hübner) ist wieder ein deutscher Schachprofi dabei. Allerdings nicht der recht bekannte Vincent Keymer, sondern Überraschungsmann Matthias Blübaum. Er hat allerdings bestenfalls Außenseitenchancen; sein ELO-Wert (mit diesem wird die Spielstärke gemessen) ist der niedrigste der acht verbliebenen Spieler.
Als Favorit gilt Fabiano Caruano aus den USA, der 2018 schon einmal ein WM-Finale bestritt, damals aber gegen Magnus Carlssen den Kürzeren zog. Apropos Carlsen. Der bleibt bei seinem WM-Boykott und der Veranstaltung aus Protest gegen den Weltverband und dessen Führung fern. Wer nicht will, der hat schon, es tut dem Wert der Veranmstaltung keinerlei Abbruch.
Und sonst?
- Bundesliga: Keine Karfreitagspartie am siebtletzten Spieltag. Nominelles Topspiel ist die Partie VfB Stuttgart – Borussia Dortmund (Sa., 18:30). Die Dortmunder sind schon sicher in der nächsten Champions-League-Saison dabei, der VfB benötigt dafür noch reichlich Punkte.
Im Mittelpunkt steht der Abstiegskampf und die Frage, wer Heidenheim in de 2. Liga begleitet. Schlehct sieht es für den VfL Wolfsburg aus, bei Bayer Leverkusen müssen dringend Punkte her.
- FA-Cup: Das Viertelfinale steht an unter anderem mit dem Top-Schlager Manchester City gegen FC Liverpool (Sa., 13:45). Der FC Arsenal ist beim FC Southampton klarer Favorit (Sa., 21:00) wie Chelsea gegen Vale (Sa., 18:15). Die Partie der beiden abstiegsgefähredeten Premier-League-Clubs West Ham und Leeds United (So., 17:30) beschließt die Runde der besgten Acht.
- Spanien: Atlético Madrid empfängt den Tabellenführer FC Barcelona. Quasi als Generalprobe für die Champions League, wo am folgenden Dienstag ebenfalls im Metropolitano die beiden Teams aufeinandertreffen. Real Madrid spielt auf Mallorca und hofft natürlich auf Schützenhilfe des eigentlich ungeliebten Lokalrivalen.
- Eishockey: Am Dienstag stehen die jeweils 4. Partgien der 1. Play-off-Runde an. Dabei können die Kölner haie (gegen Schwenningen) und Adler Mannheim (Bremerhaven) schon den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. RB München ist in Ingolstadt gefordert, die Esbären Berlin empfangen die Straubing Tigers.
- Handball: Zwischenrunde in der Champions League der Männer, wo vier Viertelfinalisten ermittelt werden. Die deutschen Vertreter SC Magdeburg und Füchse Berlin haben die Runde der besten Acht bereits direkt erreicht.
- Basketball: Die Vorrunde der Euroleague geht in die entscheidende Phase. Der FC Bayern hat nicht einmal mehr theretische Chancen auf einen Play-In-Platz. Dennoch könnte die Heimpartie gegen Fenerbahce Istanbuls spannend werden, denn die Türken spielen als Tabellenführer noch um den Heimvorteil in den Play-offs.
von Münchner Löwe | März 24, 2026 | Biathlon, Fußball, Radsport, Wintersport, Wochenrückschau
Pogacars Husarenstück trotz Sturz
Der Monumenten-Klassiker Mailand-San Remo gehörte zu den ganz wenigen wichtigen Radrennen, die Tadej Pogacar noch nicht gewonnen hatte. Auch am Samstag sah es nicht gut aus für den Slowenen, denn nur 30 Kilometer vor dem Ziel kam er zu Sturz. Doch er bestätigte seine Ausnahmeklasse, holte den Rückstand fast spielend auf und bezwang mit zerrissenem Trikot und beschädigtem Rad gemeinsam mit dem Briten Thomas Pidcock den Anstieg um Poggio als Erster. Nach der rasenden Abfahrt hinunter nach San Remo erwies er sich im Schlussspurt als der Stärkere. Wie sehr ihm der Triumph bei der „Primavera“ am Herzen lag, zeigte sein ausgelassener Jubel, andere Siege nimmt er mittlerweile ja fast gleichgültig zur Kenntnis.
Von den ganz großen Rennen, egal ob Rundfahrt oder Eingtagesklassiker, fehlt Pogacar jetzt nur noch Paris-Roubaix in der Siegessammlung. Jenes Monument in der Hölle des Nordens mit den unberechenbaren Kopfsteinpflaster. Wer den wild entschlossenen Slowenen bei seiner Aufholjagd nach dem Sturz und dem unwiderstehlichen Anstieg zum Poggio gesehen hat, zweifelt nicht daran, dass Tadej Pogacar auch dieses Rennen für sich entscheiden wird, vielleicht schon am 13. April.
Englands Armada – ziemlich gebeutet
Gleich mit sechs Teams waren ins Achtelfinale der Fußball-Champions-League gestürmt, nur zwei haben diese Runde überstanden, der FC Liverpool gegen Galatasaray und der FC Arsenal gegen Bayer Leverkusen. Der Rest erlitt Schiffbruch. Vor allem die Auswärtsschwäche in Spanien war eklatant. Ob Manchester City bei Real Madrid (0:3), Tottenham bei Atlético (2:5) oder Newcastle bei Barca (2:7), es hagelte regelrecht Gegentore, was auch die Heimspiele nicht kompensieren konnten. Die Schadenfreude der Konkurrenz kam dann noch hinzu, die schon einen Durchmarsch der Premier League befürchtete angesichts der finanziellen Dominanz.
Sehr souverän löste der FC Bayern die Aufgabe Atalanta Bergamo. Dem 6:1 im HInspiel ließen die Münchner in der heimischen Arena ein 4:1 folgen. In der Form sehe ich den Deutschen Meister als (Mit)Favorit auf den Henkelpott, allerdings wartet jetzt die schwere Aufgabe Real Madrid, wo gerade im Santiago Bernabeu schon so manches Fußball-Wunder (oder überhaupt wunderliches Geschehen?) geschah, wie auch die Bayern leidvoll bestätigen können.
Außerdem habe ich ganz groß den Titelverteidiger auf dem Zettel: Paris St. Germain nahm die Hürde FC Chelsea sehr souverän. In einer Wiederholung des Club-WM-Finals setzten sich die Franzosen mit einem Gesamtscore von 8:2 durch. Offenbar pflegt PSG die Erfolgstaktik von 2025: sich bis zum Frühjahr irgendwie durchschlagen und dann fast unwiderstehlich auftrumpfen.
Kehl muss gehen
Borussia Dortmund wird den Vertrag mit ihrem langjährigen Spieler und jetzigen Sportdirektor nicht verlängern. Nachfolger wird Nils Ole Book, der aus dem völlig unbedeutenden Viertligisten SV Elversberg einen seriösen Aufstiegskandidaten zur Bundesliga formte (nicht allein, versteht sich!). Damit kappte der BVB seinen fast ehernen Grundsatz, nur altgediente Profis in die Teamführung zu integrieren. Frische Luft von außen soll den club-internen Mief und Muff vertreiben. Kehl wurde als Schuldiger einer insgesamt verfehlten Transfer-Politik ausgemacht. So fehlt zurzeit derzeit der Spieler im Kader, den man zu exorbitante Summen verkaufen könnte wie früher Dembélé, Bellingham, Haaland und Aubameyang. Angesichts der vielen Verantwortlichen, die bei den Dortmunder bei Transfers so mitmischen (neben Kehl: Ricken, Sammer, der geschasste Mislintat, vielleicht auch noch Vereins-Chef Watzke), vermag ich nicht zu urteilen, ob gerade Sebastian Kehl der Hauptschuldige ist. Zumal die Saison als ungefährdeter Bundesligazweiter auch nicht als Komplett-Desaster gelten kann.
Und sonst?
- Bundesliga: Für den VfL Wolfsburg wird es im Abstiegskampf enger und enger. Die Niedersachsen verloren zu Hause das direkte Duell gegen Werder Bremen mit 0:1 – nach einer wenig mutmachenden Vorstellung. Der Rückjstand auf den Relegations-Platz 16 (St. Pauli) beträgt schon 3 Punkte und 13 Tore in der Differenz, Rang 15 (1. FC Köln) ist schon fünf Zähler entfernt.
Apropos Köln: Die Rheinländer entschlossen sich vor der Pause wegen Länderspielen zum handelsüblichen Schritt in der Ergebniskrise und feuerten Trainer Lukas Kwasniok. Der trotz Tragens des Kölschen Spielertrikots offebar nie beim sehr eigenen FC angekommen schien. Nachfolger wird zumindest vorläufig der bisherige Assistent René Wagner, bisher noch ohne jede Erfahrung als Chefcoach. Mich würde also nicht wundern, wenn der FC bei einem Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel anfragt …
- 3. Liga: Ein zartes Aufstiegsfünkchen flackerte bei mir als Löwen-Fan, es wurde durch eine Niederlage des TSV 1860 beim MSV in der Nachspielzeit jäh ausgetreten. Während der VfL Osnabrück als klar Erster schon die Aufstiegsfeier planen kann, gibt es dahinter zwischen 5 fast gleichaufen Teams ein wüstes Gerangel um den zweiten direkten Aufstiegsplatz und den Relegationsrang 3.
- Wintersport: Auch beim Saisonfinale am Holmenkollen gab es keinen deutschen Sieg. Philipp Nawrath musste sich im Massenstart nur um 3,7 Sekunden dem Norweger Johan Botn beugen. Erstmals überhaupt blieb die Mannschaft komplett ohne Rang 1 bei einem Rennen. Norweger, Franzosen und Schwede sind bei Männern und Frauen in Quanitität, aber auch Qualität klar enteilt. Daran ändern auch vereizelte Siege einer Lisa Vitozzi (so am Sonntag im Massenstart nichts.
2 prägende Österreicher bestritten am Holmenkollen ihre letzten Rennen. Lisa-Maria Hauser und Simon Eder, mit 43 Jahren eh schon in einem gesegneten Sportleralter. Hausers Rücktritt kam doch etwas überraschend, immerhin konnte sie in diesem Jahr noch einen Verfolger gewinnen. Aber sie sah nach dem eher enttäuschenden Olympia keine echte Motivation mehr.Während bei den Frauen junge Österreicherinnen wie Anna Gandler und Anna Andexer bereitstehen, schaut es bei den Männern für Austria zappenduster aus.
von Münchner Löwe | Sep. 23, 2025 | Fußball, Golf, Radsport, Wochenvorschau
Beleidigungen gibt es frei Haus
Alle 2 Jahre treffen die jeweils zwölf besten Golfprofis der USA und Europa aufeinander. Von Freitag bis Sonntag wieder in Amerika, genauer gesagt auf dem Bethpage Black Course nahe New York. Wo die Atmosphäre noch ein wenig giftiger, ja hasserfüllter ist als ohnehin bei den Treffen der besten US-Golfer mit denen des Alten Kontinents – und das will einiges besagen angesichts manch wirklich unsportlicher Begebenheiten in der Vergangenheit. Obszönitäten, Beleidigungen der Profis (und ihrer Freundinnen), Rennen über den Platz, obwohl noch gespielt wird: All das hat man schon gesehen. Also wolle der sonst so sittsame Golfsport wenigstens alle zwei Jahre so richtig die Sau rauslassen. Jetzt hat sich auch noch US Präsident und Golf-Fan (wo er seine Partner schamlos betrügt) Donald Trump für Freitag angesagt, das was die Gemüter nicht unbedingt beruhigen. Andererseits ist Trump wohl nirgends in den USA so unbeliebt wie in seiner Heimatstadt (vielleicht noch Kalifornien …).
Der Bethpage Black Course ist ein öffentlich zugänglicher Platz und gilt als der beste seiner Art in den gesamten USA (dementsprechend ist die Vorfreude bei tatsächlich allen Spielern). Die Beleidigungen sind halt inklusive. Der deutschstämmige Vater des US-Profis Xander Schauffele wird sich allerdings deshalb einen Besuch vor Ort ersparen …
Europa ist nach dem 16,5:11,5-Triumph von Rom vor zwei Jahren Titelverteidiger (das heißt mit einem 12:12 14:14-Endstand würden sie das Match „gewinnen“). Doch auswärts, also in den Staaten wird es extrem schwer, zumal die Amerikaner nominell die besseren Einzelspieler haben (und auch einsetzen). Die USA werden angeführt vom Weltranglistenersten Scottie Scheffler, die Europäer von Rory McIlroy, der im April endlich das Masters von Augusta gewinnen konnte. So viel Beifall wie damals wird er nun garantiert nicht erhalten, obwohl auch zahlreiche europäische Fans (und auch viele irisch-stimmige aus New York) dabei sein werden.
Europas Team-Captain Luke Donald hat das Team im Vergleich zu 2023 nur auf einer Position verändert. Rasmus Höjgaard aus Dänemark ersetzt seinen Zwillingsbruder Nicolai. Mittlerweile fehlen Europa die absoluten RC-Spezialisten wie Sergio Garcia und Ian Pouter, die Hoffnungen ruhen vor allem auf McIlroy, Fedex-Sieger Tommy Fleetwood (2023 gelang ihm der entscheidende Punkt) und dem erfahrenen Justin Rose (im 27. Golf-Frühling). Dabei ist auch wieder der Österreicher Sepp Straka, der sein bestes Jahr spielte, allerdings zuletzt etwas seine Form verlor.
Die bekanntesten US Profis neben Scheffler sind Collin Morikawa, Bryson DeChambeau.
Doch jeder der 24 Profis ist zu außergewöhnlichen Leistungen instande
Freitag und Samstag (ab 12:55 MESZ: Je 4 Vierer (Foursome, Fourball) vormittags und nachmittags (Ortszeit)
Sonntag (17:55): 12 Einzel
Die Nominierungen erfolgen kurzfristig durch die Team Captains Luke Donald und Keegan Bradley (und ihrer Assistenten, ebenfalls überragende Ex-Profis).
Es werden also 28 Punkte verteilt. Die USA als Herausforderer brauchen mindestens 14,5 Punkte für den Sieg.
Premiere in Afrika
Erstmals auf dem Schwarzen Kontinent werden Rad-Weltmeisterschaften ausgetragen, nämlich in Ruanda. Es soll der Start in eine Zukunft des schwarzen Kontinents im Radsport werden. Was in der Leichtathletik schon längst Normalität ist, soll bald auch im Radsport gelten: Afrikaner ganz vorn, die Ausdauer bringen sie ja mit Ruanda gilt als Radsportland, wo viele Wege mittlerweile mit dem Drahtesel bewältigt werden, oft ohne Gangschaltung.
Die hügelige Landschaft mit giftigen Anstiegen verspricht anspruchsvolle Kurse (was sich in den ersten Wettbewerben auch schon bestätigt hat). Im Zeitfahren am Sonntag brillierte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel. Der Belgier siegte nicht nur ganz überlegen, sondern holte gar den 2 Minuten zuvor gestarteten Tour-Champion Tadej Pogacar ein. In der Form ist Evenepoel, der die Tour wegen einer Verletzung vorzeitig verlassen musste, auch klarer Favorit fürs Straßenrennen am Sonntag, wie immer der Abschluss der WM. Dort müssen die Fahrer 267,5 Kilometer (insgesamt 5400 Höhenmeter( bewältigen, das entspricht dem Profil einer extrem anspruchsvollen Bergetappe bei einer Rundfahrt. Nur ein erstklassiger Bergfahrer, zu denen Evenepoel zweifelsohne gehört, auch wenn er vielleicht nicht absolute Spitze ist), wird eine Chance haben. Also auch ein Pogacar, wobei dem Slowenen offenbar die Top-Form fehlt.
Auch die Frauen werden es bei insgesamt 165 Kilometern (und 3350 Metern Höhenunterschied) nicht einfach haben. Hier gilt Tour-Siegerin Pauline Ferrand-Prévot als klare Favoritin, allerdings sollte man auf jeden Fall auch auf die Holländerinnen achten.
Vorhang auf für die 2. Garde
Wohl die zutreffende Bezeichnung für die Fußball-Europa-League, in der diesen Mittwoch und Donnerstag der 1. Spieltag stattfindet. Wie in der Champions League mit einer 36-Teams-Tabelle: die acht besten Teams erreichen direkt das Achtelfinale, Platz 9 bis 24 spielen eine Zwischenrunde aus, der Rest hat ab Februan internationale Pause.
Auch wenn die allererste Garde der Ligen fehlt, sind doch sehr prominente Teams dabei: So vertreten zwei ehemalige EC-Landesmeister-Sieger (Vorgänger Champions League) die englischen Farben (Aston Villa/1982, Nottingham Forest/1979 und 1980). Gleiches gilt für RS Belgrad (1991), die AS Roma (1984), FC Porto (1987), Feyenoord (1970) und Celtic Glasgow (1967).
VfB Stuttgart und der SC Freiburg sind aus Deutschland dabei, Sturm Graz und RB Salzburg aus Österreich.
Ich erspare mir Hochrechnungen aufgrund eines vermeintlich günstigen oder ungünstigen Spielplans respektive Gegner. Diesbezüglich können wir uns vielleicht nach dem 5. Spieltag wieder sprechen (gerne auch einander widersprechen).
Attraktive Spiele des 1. Spieltags:
Mi., 21:00: OGC Nizza – AS Rom
Mi., 21:00: SC Freiburg – FC Basel (Nachbarschaftsduell)
Do., 21:00: Aston Villa – FC Bologna
Do., 21:00: RB Salzburg – FC Porto
Und sonst?
- Volleyball-WM der Männer auf den Philippinen: Ab Donnerstag stehen in Manila die Vierelfinali an. Das deutsche Tam hat schon vor der K.o.Runde nach Niederlagen gegen Slowenien und Bulgarien die Segel streichen lassen. Im Wettbewerb sind noch 6 euroipäische Teams (u. a. Italien, Belgien und die Türkei) sowie die USA und Iran. Rech hoch gewettet waren auch Brasilianer und Franzosen, die allerdings schon ausgeschieden sind.
Die Halbfinali finden am Samstag statt, Spiel um Platz 3 und Finale am Sonntag: Wer diesen Gewaltmarsch durch die Runden am besten und gesündesten verkraftet, dürfte von entscheidender Bedutung sein. Für mich ist das eine absurde und unnütze Terminhatz.
- Bundesliga: Schon am Freitag (20:30/Sky) trifft Meister und Tabellenführer Bayern München (natürlich verlustpunktfrei und 18:3 Toren/Rekord) auf Bremen. Die Werderaner kommen mit der Empfehlung einer 0:3-Heimniederlage gegen den SC Freiburg in die WM-Arena. Härtester Verfolger ist Borussia Dortmund, das am Samstag beim FSV Mainz gefordert ist. Gleich 3 Partien am Sonntag, darunter Köln vs Stuttgart (17:30/DAZN).
- Internationale Ligen, England: Zur Revance des Super-Cup-Finals kommt es am Samstag, wenn Pokalsieger Crystal Palace (liest sich weiterhin unglaublich) Meister und verlustpunktfreien Tabellenführer FC Liverpool empfängt. Topspiel ist das Duell der Champions-League-Teilnehmer Newcastle United und FC Arsenal (So., 17:30/Sky).
Spanien: Frühes Madrider Derby (Saison und Ansetzung) zwischen Atlético und Real (Sa., 16:15). Atlético nach bereits 3 Remis und 1 Niederlage schon unter Druck gegen die Königlichen, die als einziges Team der Primera Divison alle 5 Spiele gewonnen haben.
Italien: Schlager zwoischen Juventus und Atalanta (Sa., 18:00/DAZN). Juve zu Hause zuletzt mit ungewohnen Abwehrschwächen (4:3 vs Inter, 4:4 vs BVB).
- Handball: Doppelspieltag für Tabellenführer Kiel: Der verlustpüunktfreie THW (als einziges in der HBL) empfängt GWD Minden und muss am Sonntag zum härtesten Verfolger SC Magdeburg. Der SCM seinerseits empfängt am Donnerstag in der Champions League Wisla Plck aus Polen.
- Basketball: Beginn der BBL nicht mal 2 Wochen nach dem deutschen EM-Triumph. Meister FC Bayern ist erneut der ganz große Meisterschafts-Favorit: Der Heimauftakt gegen Aufsteiger Jena (im BMW Park) dürfte lockerer Aufgalopp werden.Der vermeintlich härteste Konkurrenz ratiopharm Ulm (trotz prominenter Abgänge) empfängt am Sonntag die Niners Chemnitz.
- US Sport, MLB: Letzte Woche in der regulären Saison mit jeweils 6 Partgien (je 2 Dreierserien). Noch viel Spannung im Kampf um Play-off-Plätze. Mehr dazu morgen in einem gesonderten Text.
WNBA, Halbfinale: In der Nacht zu Mittwoch jeweils die Partie Minnesota Lynx – Phoenix Mercury mit Satou Sabally (01:30/1:0) und Las Vegas Aces – Indiana Fever (03:30/0:1).
NFL, 4. Spieltag: Mit dem ersten „Europa-Spiel“ in Dublin zwischen den Pittsburgh Steelers und den Minnesota Vikings (nur deshalb die Erwähnung).
Herausragende Spiele:
So., 19:00: Tampa Bay Buccaneers vs Philadelphia Eagles (2 der 6 noch ungeschlagenen Teams
So., 22:25: Kansas City Chiefs – Balitmore Ravens (beide mit 1:2 Siegen schwach gestartet)
Mo., 02:20: Dallas Cowboys – Green Bay Packers (Katastrophentourismus nach Texas …)
Die beiden Partien in der Nacht zu Dienstag (Miami vs New York Jets sowie Denver Broncos vs Cincinnati Bengals) kann ich niemandem ruhigen Gewissens empfehlen, der nicht absolut Football-verrückt ist.
Andererseits kann edes NFL-Spiel „explodieren“. Wenn man nur wüsste, welches …
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