DAs wird die Woche, die wird

Kampf um Europas Krone

 

Titelverteidiger Paris St. Germain oder FC Arsenal – das ist in Budapest die Frage im Endspiel der Fußball-Champions-League. Während die Franzosen duch herrlichen Kombinationsfußball begeisterten und in einem flulminanten Halbfinale den FC Bayern eliminierten, mögen es die Londoner eher pragmatisch. Eine gesichete Abwehr, und vorne helfen oft Standardsituationen.
Beide Teams haben ihre nationalen Meisterschaften gewonnen. Während das bei PSG Gewohnheit ist, war es für Arsenla das erste Mal seit 2004, als sie als die sogenannten Invincibles ungeschlagen die Premier League beendeten. Die Laune könnte vortrefflicher nicht sein, einem Fußballfest in der ungarischen Hauptstadt steht also nichts entgegen.
Ungewöhnlich ist allerdings die Anstoßzeit, denn die Partie beginnt schon um 18 Uhr und wird damit vollständig bei Tageslicht stattfinden – das hat es schon sehr, sehr lange nichtmehr gegeben.
Besonderes Augenmerk für Kvisha Kvaratshkelia: Der außergewöhnliche Georgier wird bei der WM nicht dabei sein, ein Jammer und das Los von Top-Fußballern aus kleineren Ländern

 

Crystal Palace als Londoner Vorspiel

 

Die Conference League ist der drittwichtigste europöische Wettbewerb. Und doch könnte das heutige Finale in Leipzig zwischen Crystal Palace und Rayo Vallecano ein Leckerbissen werden. Ohne die ganz großen Topstars treffen eher kleine Teams aus London und Madrid aufeinander, die aber durchaus gepflegt Fußball spielen können.
Palace ist zu favorisieren im letzten Spiel unter ihrem Trainer Oliver Glasner. Die Österreicher ist Cup-Spezialist, holte mit Eintracht Frankfurt die Europa League. Die Londoner waren eigentlich für die Europa League qualfiziert, doc h ihr Eigner war schon mit Olympique Lyon vertreten, deshalb mussten sie in die Conference League ausweichen. Die Saison in der Premier League verlief nach verheißungsvollen Beginn eher holprig, den Abgang mehrerer Stars war nicht zu kompensieren.

 

Entscheidung auf dem Eis

 

Die Eishockey-WM in der Schweiz geht in die entscheidende Phase. Allerdings finden die Viertelfinali ohne deutsche Beteiligung statt, die in ihrer Vorrundengruppe nur den fünften Platz belegten. Gastgeber Schweiz hinterließ bisher einen glä zenden Eindruck, gewann erstmals  alle sieben Vorrundenpartien.
Seit Jahren ein echtes Ärgernis: Jeweils zwei Viertelfinal-Partien finden am Donnerstag parallel statt in Fribourg und Zürich, die Halbfinali dann am Samstag in Zürich wie auch das Endspiel am Sonntag. Drei Top-Partien innerhalb von vier Tagen – ein Zeitplan des Irrsinns. Es gewinnt das nicht das beste Team, sondern das die Anstrengungen am besten verkraftet hat. Warum das Turnier nicht um ein oder zwei Tage verlängert wird, wissen die Götter.

Viertelfinale

Do., 16:20: Finnland – Tschechien (Zürich)
Do., 16:20: Kanada – USA (Fribourg)
Do., 20:20: Schweiz – Schweden (Zürich)
Do., 20:20: Lettland – Norwegen (Fribourg)

In Nordamerika interessiert die WM traditionell nur wenige. Im Blickpüunkt stehen die Play-offs der NHL. Dort haben etwass überraschend die Vegas Golden Knights das Stanley-cup-Finale erreicht. Gegner werden die Carolina Panthers oder die Montreal Canadiens sein. Zurzeit steht es in der Best-of-7-Serie 2:1 für Carolina.

 

Erste Woche der French Open

 

Ab Mittwoch die 2. Runde. Zum Auftakt hat es schon einige prominente Ausfälle gegeben. Arthur Fils, wohl die größte französische Hoffnung, musste wegen einer Verletzung passen. Ausgeschieden sind schon unter anderem Daniil Medwedew und Alexander Bublik (gegen Jan-Lennard Struff). Dessen deutscher Landsmann Daniel Altmaier zwang den weit höher eingeschätzten Felix Auger-Alliasime in den Tiebreak des 5. Satzes, wo er sich allerdings mit 7:10 geschlagen geben musste.
Die große Frage bei den Männern: Wer schlägt Jannik Sinner? Der Italiener ist haushoher Favorit nach der Absage von Carlos Alcaraz, zum erweiterten Favoritenkreis zähle ich Alexander Zverev. Der Hamburger darf in den ersten Runden nicht zu viele Kräfte verpulvern.
Offen dagegen ist das Feld bei den Frauen, wo es mehr als eine Handvoll echter Sieg-Kandidatinnen gibt.

Die derzeit große Hitze in Paris könnte durchaus eine Rolle spielen. Vielleicht ist tatsächlich das Wetter das einzige, was Sinner stoppen kann

 

Und sonst?

 

  • WM-Test: Die deutsche Nationalmannschaft empfängt am Sonntag Finnland. Die Nordeuropäer sind im Fußball nur zweitklassig, dürften kein ernsthafter Gegner sein. Das Spiel beginnt um 20:45, parallel zum WM-Endspiel im Eishockey, dem Nationalsport Finnlands. Wer zum Teufel macht solche Terminierungen?
  • Basketball: Am Mittwoch zwei fünfte Spiele er ersten Ko-Runde der BBL. Ab 18:30 empfängt Alba Berlin Rsgta Vechta, es folgt die Partie zwischen Bonn und Würzburg. Bereits im Halbfinale (ab Sonntag) stehen der FC Bayer und die Bamberg Baskets, die noch auf ihre Gegner warten.
  • Radsport: Entscheidung im Giro d’Italia. Jonas Vingegaard dürfte der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Der Däne gewann alle vier Bergetappen (jewis vor dem Österreicher Felix Gall) und führt das Gesamtklassemnt mit mehr als 4 Minuten Vorsprung auf Gall an. Zwar stehen vor allem am Freitag und Samstag noch extrem schwierige Etappen an, aber Vingegaard scheint unantastbar und könnte sogar Kräfte für die Tour de France im Juli sammeln.

Die Bayern fliegen raus – und beschimpfen den Schiedsrichter

Die bisher so großartige Saison des FC Bayern hat im Halbfinale der Champions League international ein jähes Ende gefunden. Das 1:1 im Rückspiel gegen Titelverteidiger Paris St. Germain war zu wenig nach dem spektakulären 4:5 im Hinspiel. Im Blickpunkt stand der portugiesische Schiedsrichter Pinheiro: Wegen zwei umstrittenen Entscheidungen hatte er schon während des Spiels en Zorn der Münchner Spieler/Fans auf sich gezogen und auch das völlige Unverständnis der Kommentatoren bei DAZN.

Schon früh waren die Pariser in Führung gegangen als der überragende Kvisha Kvavartskela auf der linken Seite allen entwischte, fast von der Grundlinie den völlig freien Ousmane Dembélé bediente, der mit einem knallharten Direktschuss uner die Latte Manuel Neuer überhaupt keine Chance ließ. Der Ausgleich in der 4. Minute der Nachspielzeit durch Harry Kane kam zu spät. Erst da hatten die Münchner ein Mittel gegen den dichten Abwehrriegel der Pariser gefunden. Die insgesamt den reiferen und besseren Eindruck machten, allerdings auch beste Möglichkeiten zum Erhöhen fahrlässig ausließen beziehungsweise am sehr starken Manuel Neuer scheiterten.

 

Und was war jetzt mit dem Schiri

 

Im Wesentlichen 2 Entscheidungen des Mannes aus Portugal (darauf kommen wir noch) entfachten die Wut der Münchner.

 

Szene 1: das Handspiel von Nuno Mendez

 

was war passiert?

 

nach einem Vorstoß von Konni Laimer im Mittelfeld stoppte der Portugiese den Ball mit dem Oberarm. Die logische Folge auf dem ersten Blick wäre gewesen, Freistoß für Bayern, Gelb und damit Gelb-Rot (Platzverweis) für den bereits verwarnten Mendez.

 

was machte der Schiedsrichter

 

ahndete ein Handspiel von Laimer. Er will gesehen haben, dass der Österreicher seinerseits bei seinem Vorstoß den Ball mit der Hand spielte. Besser gesagt tat das der vierte Offizielle am Spielfeldrand, vor dessen Augen das Ganze stattfand; es gab offenbar einen Hinweis von ihm, ganz klar ist die Kommunikation nicht (von den Schiedsrichtern gibt es bei internationalen Top-Partien nie eine Erklärung über das, was sie so treiben und pfeifen). Gepfiffen wurde jedenfalls erst, als Mendez den Ball gespielt hat, also mit einem Zeitversatz von etwa 4 Sekunden. Und zumindest die mir zur Verfügung stehenden Fernsehbilder lassen eher keine Hand von Laimer erkennen. Aber trotz der Proteste blieb Pinheiro unerschütterlich (?!) bei seiner Wahrnehmung (Laimer-Handspiel) und damit auch bei seinem Pfiff für die Pariser.

Was könnte dahinterstehen?

 

Die Schlussfolgerung der Münchner: Pinheiro wollte auf jeden Fall die Gelb-Rote Karte (extreme Spielbeeinflussung) vermeiden und „erfand“ (auf Zuruf des 4. Schiedsrichters) das andere Handspiel. Die Frage, die sich mir dann stellt, wenn das so wäre: Warum belässt er es nicht einfach beim Handfreistoß für Bayern und lässt die Gelbe Karte stecken mit einer wirklich allerletzten Ermahnung. Derlei geschieht andauernd (nicht sooo klares Hand, es war ja fast die Schulter, keine echte Absicht). Aber offenbar hatten er und seine Crew eben etwas gesehen, was dem Rest der Fußballwelt verborgen blieb; ein klassischer Wahrnehmungsfehler. Ob er jetzt besser dasteht (auch Schiedsrichter unterliegen Leistungskontrollen von offiziellen Beobachtern), wage ich allerdings zu bezweifeln.

 

Sind die Folgen so dramatisch

 

Natürlich hätte das Spiel 11:10 eine ganz andere Wendung genommen. Eine Stunde Unterzahl auf diesem Niveau und dieser engen Leistungsdiskrepanz zweier Top-Teams ist ein fast nicht gutzumachender Nachteil. Deshalb ist die Wut der Münchner durchaus verständlich. Von „Skandal!“ (Bild) kann allerdings nicht die Rede sein. Profan urteile ich: Der Schiri hat im Mittelfeld eine Hand-Situation falsch beurteilt. Kommt in jedem Spiel zigfach vor, ohne dass sich die Fußball-Nation und noch viele mehr aufregen. Ein mehr oder weniger Unbeteiligter kann ich natürlich schlau daherreden …

 

Szene 2: das Handspiel des Joao Neves

 

Was war passiert?

 

Nach einer zu kurzen Torwartparade will Vitinha den Ball aus dem Strafraum dreschen. Er trifft dabei noch innerhalb des Strafraums (unstrittig) die Hand von PSG-Spieler Neves – ausgestreckt hoch über seinem Kopf (unstrittig).

 

Was macht der Schiedsrichter

 

Nichts. Kein Elfmeterpfiff und auch kein Konsultieren des VAR, obwohl ihn fast das ganze Bayern-Team bestürmte und auch alle Kommentatoren von einer „klaren Fehlentscheidung“ sprachen.

 

Was steckt dahinter?

 

die Regelauslegung der UEFA, nämlich die sogenannte Teammate-Regel. Die besagt klar und eindeutig, dass es keinen Elfmeter geben soll/darf, wenn ein eigene Abwehrspieler bei einem Befreiungsschlag! (also weg vom Tor die Hand eines Mitspieles trifft): Teammate zu Teammate. Ergibt ja auch Sinn, denn welcher Abwehrspieler bei Sinnen (nona, es geht um Fußball) stoppt mit Absicht (auf die kommt es grundsätzlich an bei Handspielen) einen Ball im Strafraum und beschwört womöglich eine nächste bedrohliche Situation. Eine Regelauslegung ganz im Sinne des Fußballs (dessen Sinn es eben nicht ist, unsinnige Elfmeter zu geben), da sind sich letztlich auch alle einig. Die Riesenaufregung basierte vor allem darauf, dass diese Teammate-zu-Teammate-Regel bis dato weitgehend unbekannt war (auch die Herren Fußball-Kommentatoren mussten sich erst schlau machen und nahmen dann recht kleinlaut ihre zuvor wüsten Beschimpfungen zurück).

 

Sind die Folgen so dramatisch?

 

Kein Zweifel: ein Elfmeter ist zu 75 Prozent ein Tor, beim Bayern-Spieler Harry Kane in wichtigen Partien zu 100 Prozent. Es wäre der Ausgleich noch vor der Pause gewesen – und dann hätte nur ein Tor zu Verlängerung gefehlt.

 

Das grundsätzliche Theater

 

Der Ton war gesetzt: Schuld am Ausscheiden ist der Schiedsrichter. Sagte explizit niemand der Bayern-Spilder und -Veranwwortlichen (und alle räumten die Klasse und Überlegenheit von PSG auch ein), aber die Kritik war einhellig: Wir (die Bayern) sind verpfiffen worden. Dass Gezetere und Geweine trieb dann Sportvorstand Max Eberl auf die Spitze. Es sei ein Freundschaftsdienst des portugiesischen Schiedsrichters Pinheiro an seine portugiesischen Landsleute im PSG-Dress gewesen (nicht nur die Übeltäter Mendez und Neves, sondern auch noch Spielgestalter Vitinha sind Portugiesen). Der von mit einst geschätzte Marcel Reif prangerte im Bild-Talk (auch deshalb das „einst“) am Donnerstag (also nach einer Nacht des offenbar kurzen Überschlafens) die UEFA an, dass sie bei dieser Personen-Konstellation (viele Portugiesen bei PSG) niemals einen portugiesischen Schiri hätten benennen dürfen.

Fast alle monierten die Unerfahrenheit von Pinheiro, der bis dato nur 15 Champions-League-Spiele gepfiffen hatte und dem schlicht der Mut zu tiefgreifenden Entscheidungen gefehlt hätte. Hübsch fand ich Vorstands-Chef Jan Dreßen, der kritisierte: Wie kann es sein, dasss die UEFA einen Schiedsrichter benannt hat, der noch die ein Halbfinale gepfiffen hat? (irgendwann muss es halt das erste Mal sein, Herr Dreßen).

 

Was bleibt sonst?

 

  • Bayern-Müdigkeit: viele Münchner bleiben weit unter ihrem Leistungsstandard zurück, vor allem auch der in dieser Saison überragende Michael Olise und trotz seines Tores auch der ansonsten weitgehend ungefährliche Harry Kane. Meine (nicht bewiesene!) These. Olise, Kane und auch Luis Diaz haben zuletzt zu viele Körner in der Bundesliga gelassen, als sie eingesetzt wurden, obwohl die Meisterschaft längst entschieden war. Auch am vergangen Samstag, als sie in der 2. Halbzeit mit alle Macht gegen ein sich verzweifelt wehrendes Heidenheim noch in der Schlussminute den Ausgleich retteten (ähnliches eine Woche zuvor in Mainz, dort schafften die eingewechselten Top-Stars nach einem 0:3 ein 4:3). Vielleicht wäre es tatsächlich besser gewesen, gerade Olise, Kane und auch Diaz eine komplette Pause zu gönnen, also einen ode zwei Tage ohne Fußball, respektive mit Konzentration allein auf PSG. Die Pariser etwa verzichteten am Samstag gegen Lorient gänzlich auf die Dienste von Kvarazskhelia, Dembele und Abwehrchef Marquinos. Der Rest riss sich beim 2:2 keine Beine raus.
    Dass Vincent Kompany das nicht getan hat, liegt eben auch am sehr kleinen Kader gerade in der Offensive.
  • Neuers Glanzleistung: Für mich war sie sogar noch besser als die beim bereits sagenumwobenen Viertelfinale in Madrid. Diesmal nämlich wehrte er sogenannte „Unhaltbare“ Schüsse ab (die man also schon im tor sieht), etwa gegen Neves Kopfball in der 1. Halbzeit und im 2. Durchgang verhindete er mehrere Male einen höheren Rückstand gegen Doué, Kvaratshkelia und Barcola. Es besteht wohl kaum ein Zweifel, dass Neuer ein weiteres Jahr dranhängt. Obs im Sinne von seinem potentiellen Nachfolger Jonas Urbig ist und dessen Karriere förderlich, sei mal dahingestellt. Denn er verliert ein weiteres Jahr, denn jetzt hilft nur Spielpraxis – nicht nur gegen Mainz und Co., sondern eben auch in einem Champions-League-Halbfinale!.
  • Kompanys Wechsel: Wechselfehler, behaupte ich. So verzichtete der belgische Trainer gänzlich auf die Dienste von Leon goetzka, der mit seiner Kopfballstärke und Torgefährlichkeit durchaus Unheil hätte anrichten können. Auch dass Kompany den veritablen Offensivkünstler Lennart Karl erst sehr spät brachte (82.) stattdessen vorher die Abwehrleute Kim und Davies, erschloss sich den Wenigsten. Klar, der Jungspund kommt von einer längeren Verletzungspause, aber offensichtlich war er fit, und in den wenigen Aktionen, die ihm blieben, deutete er seine Gefährlichkeit an.
    In kann es letztlich nicht anders urteilen: Luis Enrique hat Kompany ausgecoacht, wie es neudeutsch so schön heißt. Er hat eben die paar Jahre Erfahrung mehr, die man offenbar braucht.

 

Jetzt wartet Arsenal auf PSG 

 

Die Londoner erreichten am Diensgag durch ein 1:0 gegen Atlético Madrid das Endspiel. Die Spanier waren eine einzige Enttäuschung: trotz veritabler Offensivkräfte wie Alvarez, Griezmann und Lookman entwickelten die Madrilenen nie Druck genug, um die Arsenal-Abwehr in die Bredouille zu bringen (trotzdem hatte Trainer-Sohn Simeone eine Riesenchance). Einem Offenbarungseid kam es dann gleich, als Diego Simeone seine gefährlichsten Kräfte Lookman (57.), Griezmann und Alvarez (je 66.) recht früh vom Feld nahm. Da war mit als Atletico-Sympathisant) klar, dass das nichts mehr werden würde.

Ich sehe das Finale am 30 Mai in Budapest (18 Uhr) recht offen. Die Kondoner scheinen sich wieder einigemaßen gefangen zu haben und sind in der Abwehr schier unüberwindlich. Eine große Rolle wird spielen, ob sie als englischer Meister (danach sieht es gerade aus) ode nur als zweiter (Arsenal kann sehr gut verbaseln) zum Finale in die ungarische Hauptstadt reisen.

 

 

 

Das wird die Woche, die wird

Champions-League-Halbfinale (Männer und Frauen), Tennis in Madrid (ohne Carlos Alcáraz), und die Formel 1 kehrt nach kriegsbedingter Pause in Miami zurück.

 

Alles Bayern oder was?

 

Für viele Experten ist das Halbfinale in der Fußball-champions-League zwischen Paris Saint Germain und dem FC Bayern das vorweggenommene Finale. Beide Teams sind mit abstand die offensivstärksten in Europa. Sie haben fantastische Einzelspieler (Vitinha, Kvaratskhelia, Dembélé respektive Olise, Diaz, Kane) die auch noch hervorragend zusammenspielen. Die große Frage wird sein, wie die nicht ganz so top besetzten Abwehr- und defensive Mittelfeldreihen mit dieser Angriffs-Power zurechtkommen. Vielleicht entscheiden die Torhüter, und dann wäre es für die Münchner natürlich von großem Vorteil, wenn sie den Manuel Neuer aus dem Hinspiel gegen Real Madrid bekämen und nicht den Manuel Neuer aus dem Rückspiel. Dass PSG aufgrund des Wunsches von Trainer Luis Enrique sich vor der Saison von Gianluigi Donnarumma getrennt hat, ist für mich immer noch ein unfassbares Faszinosum.

Während bei PSG-Bayern allseits ein Offensiv-Feuerwerk mit unbekannten Ausgang erwartet wird, dürfte die zweite Begegnung zwischen Atlético und dem FC Arsenal eher pragmatisch geführt werden. Atlético ist etwas überraschend der letzte Vertreter der spanischen Armada, Trainer Diego Simeone in seiner 16. (!) Saison beim „kleinen“ Madrider Verein hat zwar mit Julian Alvarez und Antoine Griezmann herausragende Offensiv-Kräfte, doch nach seinem Naturell legt er immer viel Wert auf Sicheheit. Meistens zumindest, denn manchmal lässt er die Seinen von der Leine wie beim unglaublichen Pokal-Halbfinale gegen Barca, als die „Colchoneros“ im Hinspiel zur Pause 4:0 führten.
Dem FC Arsenal hingegen scheint nach dem brillanten Herbst und Winter die Luft auszugehen. In den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Londoner schon ausgeschieden, im Meisterschaftsrennen scheint Manchester City mittlerweile die bessere Form zu haben (es droht ein Wettschießen ums bessere Torverhältnis). Mit dem extrem pragmatischen Spiel, dass vermeintlich allein von großartigen Standards lebt, hat Arsenal die neutralen Fußball-Fans schon gegen sich aufgebracht. Wenn das jetzt nicht mindestens zu einem Titel führt, könnte es für Trainer Miguel Arteta tatsächlich eng werden.

Kuriosum am Rande: Nicht eine der vier Halbfinalisten wird von einem Trainer, der die Staatsbürgerschaft des Landes hat (krude ausgedrückt, man ahnt, was ich sagen will …. FC Bayern: Kompany/Belgien, PSG: Enrique/Spanien, Arsenal: Ateta/Spanien, Atlético: Simeone/Argentinien.

Di., 21:00: PSG – FC Bayern
Mi., 21:00: Atl´ßetico – Arsenal

 

Die Frauen bestreiten am Wochenende bereits die Halbfinal-Rückspiele, ebenfalls mit vier Vertreterinnen aus Deutschland, Spanien England und Frankreich. Der FC Bayern hat am Sonntag im ausverkauften Camp Nou (So., 16:30) die nahezu unlösbare Aufgabe gegen den FC Barcelona, das mit Abstand beste Team Europas. Im Hinspiel am Samstag wehrten sich die Münchnerinnen im WM-Stadion sehr tapfer und holten ein insgesamt verdientes 1:1. Ob das aber reicht, erscheint mir sehr zweifelhaft, auch wenn es wahrscheinlich nicht zu einem 1:7-Desaster kommt wie beim letzten Aufeinandertreffen im Oktober.
Völlig offen erscheint mir die zweite Begegnung zwischen Olympique Lyon und dem FC Arsenal (Sa., 15:00). Die Londonerinnen profitierten bei ihrem 2:1 am Sonntag von veritablen Abwehrfehlern von Lyon.

 

Freies Geleit für Jannik Sinner?

 

Zumindest fehlt dem Italiener mit Carlos Alcáraz der nominell stärkste Gegner. Der Spanier leidet an einer Handgelenks-Verletzung und zog nicht nur für dieses Turnier zurück, sondern für die komplette Sandplatzsaison und damit auch für die French Open in einem Monat. Handgelenks-Verletzungen sind tatsächlich mit das Übelste, was einem Tennisspieler passieren kann. Dominik Thiem etwa fand danach nie wieder zu alter Form, auch als er sich nach einer langen Pause zurückmeldete. Bleibt im Sinne aller Tennisfreunde zu hoffen, dass das beim Spanier nicht so dramatisch endet.
Von der Abwesenheit von Alcáraz könnte Alexander Zverev profitieren, der im Madrid hinter Sinner an Nummer 2 gesetzt ist. Die bisherigen Vorstellungen waren durchwachsen, aber erfolgreich. Ich habe trotzdem meine Zweifel, dass Zverev das Finale erreicht oder gar triumphiert, obwohl das Turnier in der spanischen Hauptstadt schon zweimal gewonnen hat (2018, 2021).
Bei den Frauen läuft erneut alles wieder auf ein Finale Aryna Sabalenka gegen Lena Rybakina hinaus. Es sind die mit Abstand besten Tennisspielerinnen in diesem Jahr, die auch auf Sand eine Klasse für sich sind. Zumindest im Doppel ist Laura Siegemund noch dabei an der Seite der 41-jährigen (!) Vera Zwonarewa.

 

Die Formel-1-Motoren heulen wieder

 

Nachdem die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien wegen des US- und Israel-Krieges und gegen den Iran und der damit verbundenen unsicherren Lagen in den Golf-Staaten ausgefallen waren, kehrt die Königsklasse zurück. Mit dem Rennen in Miami rund ums Football-Stadion, in dem für Sommer auch Fußball-WM-Partien geplant sind. In de Pause wurde das Reglement leicht geändert. So soll in der Qualifikation wieder mehr Wert auf Speed gelegt werden und weniger auf Motoren-Management. Es war ja regelrecht eine Farce, wenn die Fahrer weit vor Ende der Geraden vom Gas gegangen sind, weil keine Energie mehr vorhanden war.
Ob die Änderungen an der Herrschaft der Mercedesse großartig beenden, glaube ich eher nicht. Das ganze Paket stimmt, die Fahrer Kimi Antonelli und George Russell sind der Konkurrenz weit voraus. Vielleicht kann der viermalige Weltmeister dank seiner fahrerischen Ausnahmestellung den Rückstand verkürzen. Der Holländer hatte sichtlich wenig Spaß am Spar-Fahren; geradezu glücklich wirkte er, als er für ein Wochenende zur Langstrecken-Meisterschaft auf den Nürburgring wechselte.

 

Freiburger Märchen

 

Das Team von Trainer Julian Schuster steht im Halbfinale der Europa League. Die Aufgabe Sporting Brava scheint lösbar, auch wenn die Portugiesen nie abzuschreiben sind (man frage die Kicker von Betis Sevilla). Das Hinspiel findet am Donnerstag (21 Uhr) in Braga im wunderschönen EM-Stadion vn 2004 statt, das Rückspiel dann eine -woche Später zu Hause. Sollten die Breisgauer tatsächlich das Endspiel erreichen wartet in Istanbul mit Aston Villa oder Nottingham Forest auf jeden Fall ein englischer Club. Die Conference-League-Halbfinales am Donnerstag lauten: Rayo Vallecano – Racing Straßburg und Schachtjor Donezk – Crystal Palace (in Krakau).

Insgesamt geht es für die deutschen Teams im Europapokal auch darum, Spanien in der 1-Jahreswertung noch abzufangen. Mit Rang 2 hinter England wäre das ein 5. Champions-League-Platz für die Bundesliga. Sollte der SC tatsächlkch die Europa League gewinnen, hätte er ein persönliches (eigenes?) Sartrecht in der Königsklasse 26/27.

 

Und sonst?

 

  • Bundesliga: Ein „Endspiel um Platz 4 zwischen 1899 Hoffenheim (5./57 Punkte) und dem VfB Stuttgart (4./57) VfB Stuttgart (4./57). Wer gewinnt, hatbeste Chancen auf den letzten Champions-League-Platz. Dahinter lauert Bayer Leverkusen (55 Punkte), das zu Hause gegen RB Leipzig im Topspiel des Tages (Sa., 18.30) zum Siegen verdammt ist.
    Im Abstiegskampf braucht der vfL Wolfsburg jeden Sieg, da kommt ein Gegner wie Freiburg zwischen dessen beiden Europa-League-Halbfinals vielleicht wie gerufen, sogar auswärts (So., 19:30). Aufgrund des Mai-Feiertags gibt es wie gehabt am Freitag kein Spiel, die Polizei wird anderswo gebraucht.
  • England, Premier League: Fernduell um die Meisterschaft zwischen Arsenal und Manchester City. City mit 3 Punkten Rückstand, aber einem Spiel weniger. Arsenal kann gegen Fulham vorlegen (Sa., 18:30), City müsste am Montag (21:00) in Everton nachlegen. Im Abstiegskampf brauchen die Tottenham Hotspur unbedingt einen Sieg gegen Aston Villa (So., 20:00!).
    Championship: Der letzte von 46 (!) Spieltagen in der 2. englischen Liga. Coventry City steht als Aufsteiger fest, dahinter hofft noch ein Quartett auf den direkten Aufstiegsrang 2. Könnte eine extrem wilde Angelegenheit werden ab Samstag um 13:30 Uhr. Apropos: Leicester City muss den Gang in die 3. Liga antreten, 2015 wurde das Team noch Sensationsmeister. Einen derartigen Abstieg hat es meines Wissens zumindest auf sportliche Art und Weise noch nie gegeben.
  • DEL: Die Eisbären Berlin haben  die ersten beiden Spiele der Finalserie gegen die Adler Mannheit klar gewonnen (6:3, 5:1). Spiel 3 am Dienstag in Mannheim ist schon ein Pflchtsieg für die Gastgeber.
  • Basketball: Die Euroleague hat endlich die 8 Tams der Play-offs gefunden – ohne deutsche Beteiligung. 4 Serien nach em Modus Best of 5, die ersten beiden Spieltage verteilt auf Dienstag bis Freitag. Nach meinem Kurzaufenthalt in der griechischen Hauptstadt schlägt mein Herz für die Athener Clubs Panathinaikos (vs Valencia) und Olympiakos (vs Monaco). Außerdem: Fenerbahce – Kaunas und Real Madrid gegen hapoel Tel Aviv.
  • Handball: Auch hier Viertelfinale der Champions League, hier der Modus Hin- und Rückspiel. SC Magdeburg bei Szeged (Mi., 18:45) und Füchse Berlin in Vezprem (Do., 18:45) sind jeweils in Ungarn zu favorisieren. Außerdem: Sporting Lissabon Mi., 20:30) – Aalborg und Nantes – FC Barcelona (Do., 20:30).
  • Snooker: Die WM in Sheffield geht in die entscheidende Woche. Wie gehabt wird der Titel erst am ersten Mai-Montag in de 3. oder 4. Finalsession ermittelt. Titelverteidiger Zhao Xintong steht schon m Viertelfinale.

 

 

Das wird die Woche, die wird

Sport satt! Ob Fußball-Champions-League Golf-M;asters in Augusta, Sand-Aufgelopp in Monte Carlo oder de Hölle des Nordens bei Paris-Roubaix – für jeden ist etwas dabei. Kleinigkeiten wie die DEL-Halbfinali, der Schlussspurt der regulären Saison in NBA und NHL sowie die Entscheidungen in den diversen Sportligen in Europa fallen da schon fast unter den Tisch.

Anmerkung: Der Münchner Löwe wird ab Freitag für 10 Tage zum Griechischen Löwen, der nicht weiß ob und wie er sich am reich beladenen Gabentisch bedienen will.

 

Die beste Zeit der Champions League

 

Eine Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt: Der beste Fußball der Welt wird im Viertel- und Halbfinale  der Königsklasse gespielt. Vier zum Teil elekrisierende Duelle dürften das bestätigen, diese Woche die Hinspiele

 

Real Madrid – Bayern München

 

Glaube ich den Wettbüros und der allgeme3inen Vegassung der Teams, sind die Münchner klarer Favorit. Während die Bayern bisher praktisch unaufhaltsam durch die Saison gestürmt, bereits praktisch als Bundesliga-Meister feststehen, im Halbfinale des Pokals stehen, mehrere Rekorde aufgestellt haben und in der Champions League bella figura machten, verläuft die Saison für die Madrilenen wenig königlich. Die Meistersxchaft ist fast abgehakt bei 7 Punkten Rückstand auf den FC Barcelona, im Pokal ist das Team draußen.
Muss also gar nicht gespielt werden? Falscher könnte man nicht liegen, denn die Champions League ist der Real(e) Wettbewerb für Madrid, und das heimische Bernabeu entwickelt einen ganz speziellen Flair und eine einmalige Wucht. Was zuletzt Manchester City musste: Die Pep-Mannschaft ging im Achtelfinal-Hinspiel mit 0:3 unter, und konnte dieses handicap auch im Rückspiel nicht mehr wettmachen.
Zudem haben die Madrilenen zuletzt sehr gut gegen die Bayern ausgesehen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Halbfinale vor 2 Jahren behielten sie di Oberhand. Unvergessen Manuel Neuers schwerer Fehler in Bernabeu kurz vor Schluss, nachdem der Schlussmann zuvor auch die unmöglichsten Bälle gehalten hatte.
Auf Neuer wird es auch diesmal ankommen. Nicht nur Bayern-Fans sind aber skeptisch, dass er seine absolute Topform noch abruen kann. Trotzdem haben sie in Mdrid üble Erinnerungen an die „bestia negra“ und die 2000er-Jahre, also Real wiederholt an den Münchnern scheiterte.

Ansonsten spielen

Di., 21:00: Sporting – Arsenal
Mi., 21:00: Barca – Atletico
Mi., 21:00: PSG – Liverpool

 

Wem dann der Fußball noch nicht reicht, für den stehen am Donnerstag noch die Viertelfinali in Europa und Conference League bereit.

 

Sandtreffen in Monte Carlo

 

Der am schönsten gelegene Center Court der Welt mit dem spektakulären Blick aufs Mittelmeer. Wie immer das erste Masters-Turnier auf Sand mit all den Unwägbarkeiten, die dieser meist eher langsame Belag mit sich bringt.
Fast die gesamte Weltelte hat gemeldet (nicht so die US-Amerikaner Ben Shelton und Taylor Fritz), und trotz der Unwägbarkeiten sind die üblichen Verdächtigen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner die Top-Favoriten. Alcaraz ist die Nummer 1 der Weltrangliste und zudem Titelverteidiger, Sinner überzeugte zuletzt mit 2 Masters-Siegen in Indian Wells und Miami, jeweils ohne Satzverlust. Aus deutscher Sicht wird das Abschneiden von Alexander Zverev spannend. Sand ist ohnehin sein bester Belag, in diesem Jahr scheint er offensiver zu Werke zu gehen als zuletzt.

 

Pogacar – und der letzte fehlende Erfolg

 

Als Trophäe gibt es immer einen riesigen Pflasterstein. Symbol für die Hölle des Nordens mit 40+ Passagen auf Kopfsteinpflaster noch aus Beginn des vergangenen Jahrhunderts, über die man eigentlich keinen Pferdewagen mehr scheucht. Entweder es ist trocken, dann schauen alle Fahrer aus, als kämen sie aus einer mehrtägigen Sandwanderung. Noch schlimmer wird es, wenns regnet, weil es dann glitschig wird und die Stürze programmiert sind. Defekte sind bei der Rüttelei eh an der Tagesordnung (die Arme der Fahrer sind nach den 270 Kilometern mehrere Tage fast taub). Bisher zu viele Unwägbarkeiten für Pogacar, dem überragenden Fahrer der Gegenwart, der ansonsten alle wichtigen Rennen mindestens einmal für sich entschieden hat, zuletzt die beiden Klassiker Mailand-San Remo und Flandern-Rundfahrt. Wieder gilt der Slowene am Sonntag als Top-Favorit neben anderen Klassiker-Spezialisten Matthew van der Poel und dem Beglgier Wout van Aert. Bis ins Letzte lässt sich kein Radrennen programmieren, Paris Roubaix erst recht nicht.

 

Das Wohnzimmer aller Golf-Fans

 

Ds Masters in Augusta, das erste Major des Jahres und für viele immer noch auch der absolute Höhepunkt. Gespielt wird immer auf dem gleichen Kurs (bei keinem anderes Major ist das der Fall), jedes Jahr Anfang April in einem perfekt bereiteten blühenden, ja betörenden Blumenmeer. Die 18 Löcher werden nach Pflanzen der Region benannt, ein jedes hat seine eigenen legendären Momente schon erlebt.
Titelverteidiger ist der Nordire Rory McIlroy, der nach zig vergeblichen Anläufen sich endlich das grüne Jackett des Siegers überstreifen durfte (wie immer assistiert von seinem Vorgänger). Tradition ist eh Trumpf, ebenso die Verschwiegenheit des elitären Clubs, was Zuschauerzahlen, Einschaltquoten betrifft. Dafür kostet das berühmte Sandwich wie seit Jahrzehnten nur 1,50 Dollar, es dürfte das billigste Nahrungsmittel einer Profi-Sportveranstaltung in den USA sein. Den Fans ist es verboten zu rennen, bestenfalls mit schnellem Gehen dürfen sie sich die besten Plätze sichern. Dort verharren sie und warten auf die oft erstaunlichen Dinge, die da kommen.

 

Und sonst?

 

  • DEL: Großstädte unter sich. Die beiden Halbfinalserien Best of 7 bestreiten Red Bull München gegen Adler Mannheim und Kölner haie gegen die Eisbären Berlin. Die ersten Partien sind für Freitag angesetzt, danach geht es im 2-Tages-Rhythmus weiter.
  • Bundesliga: Eine der hauptfragen: Steigt der VfL Wolfsburg wirklich ab? Vier Punkte Rückstand sind es jetzt schon auf das rettende Ufer, da ist ein heimsieg gegen Eintracht Frankfurt (Sa., 15:30) Pflicht. Immerhin dürfte es Konkurrent St. Pauli gegen den FC Bayern beim nominellen Top-Spiel (Sa., 18:30) schwer haben zu punkten.
  • England: Nach 3 Wochen Pause (Ländespiele, Pokal) geht es in der Premier League weiter. Tabellenführer FC Arsenal legt mit dem Heimspiel gegen Bornemouth vor (Sa., 13:30), Verfolger ManCity (9 Punkte zurück bei einem Spiel weniger) muss am Sonntag (17:30) nachlegen.
  • NBA: Die letzte Woche der regulären Saison. Es geht noch um Platzierungen, bevor es nächste Woche mit den Play-Ins losgeht. Die eigentlichen Play-offs starten Samstag in einer Woche.
  • Tennis: Zum einen die erste Runde des Billie-Jean-King-Cups. Deutschland trifft heute auf Portugal. Außerdem das Turnier in Linz, wo die Russinen Mirra Andreewa und Ekaterina Alexandrowa das Feld anführen. Tatjana Korpatsch hat die Qualifikation übestanden und sich in der 1. Runde gegen die Rumänin Cirstea durchgesetzt. Die junge Österreicherin Lilli Tagger erhielt eine Wild Card und bestätigte diese gerade mit einem Überraschungserfolg über Paola Badosa aus Spanien.

 

Warum ich Sport so liebe

LIssabon, Estadio da Luz. Benfica gegen Real, ein Klassiker zweier Traditionsclubs. Es läuft schon die Nachspielzeit, außer in Lissabon sind alle anderen 17 Vorrundenpartien der Champions League an diesem seltsamen letzten Spieltag beendet.
3:2 führt Benfica, doch ein Blick auf die Blitztabelle zeigt, dass dieses Ergebnis nicht reicht für den anvisierten Platz 24 im 36er-Feld, der gerade noch das Weiterkommen bedeuten würde. Das Stadion merkt es, die Zuschauer am Fernseher wissen es eh, nur auf der Benfica-Bank scheint man ahnungslos. Auf dieser sitzt José Mourinho, ruhmüberhäufteTrainer-Legende und unter anderem auch bei Real sehr erfolgreich, jetzt wieder in der portugiesischen Heimat. Verteidigerstratege Mou wechselt sogar Abwehrkräfte ein, das Ergebnis will er halten. Torwart Anatolij Trubin schindet nach einer Parade Sekunden, als er auf dem Rasen liegen bleibt, das Entsetzen auf den Rängen ist groß.
Doch irgendjemand auf der Benfica-Bank hat offenbar noch mal nachgerechnet, jetzt heißt es plötzlich: Nach vorn! Nach vorn! Noch ein Freistoß für Benfica, der baumlange Trubin stürmt mit vor, der großartig getretene Ball fliegt in den Real-Strafraum, direkt auf die Stirn des Schlussmannes und von dort unhaltbar ins Tor.

Da Luz explodiert. Freudentaumel. Aufstieg in die Zwischenrunde statt schnödes Vorrundenaus. Mourinho verliert jegliche Contenance, hüpft vor der Real-Bank auf und ab (er entschuldigt sich später). Die unfassbare Pointe der allerletzten Sekunden der letzten noch laufenden Partie dieser ewig langen Vorrunde. Benfica der Nutznießer der ewig langen Pause in der ersten Halbzeit. Nur deshalb wurde die 2. Halbzeit später angepfiffen, nur deshalb  noch gespielt, als es auf allen anderen Plätzen schon vorbei war. Nur deshalb war noch Rechenzeit. Schön für Benfica, blöd gelaufen für Marseille, längst zu Tatenlosigkeit verrteilt.

Weil Sport und Fußball so viele Pointen bereithält: In dieser Zwischenrunde ist einer der zwei  möglichen Gegner von Benfica und Mourinho: Real Madrid. Die Königlichen ihrerseits verpassten durch die Niederlage die sicher geglaubte Direkt-Qualifikation fürs Achtelfinale, für sie wird  diese Zwischenrunde eher Schmach denn Grund zur Glücksseligkeit – mit der Gefahr der Total-Blamage.  Auch der andere potenzielle Gegner hätte zumindest für Mou viel Charme: Es wäre Inter Mailand, auch hier feierte der Trainer große Triumphe, holte 2010 unter anderem die Champions League, welcher Bayern-Fan erinnert sich nicht voller Traurigkeit ans Finale.

 

Meine Kritik am Format

 

Die letzten 10, vielleicht sogar 15  Minuten dieser Konferenz waren natürlich fantastisch. Denn nicht nur in Lissabon (letztlich erfolgreich) sondern auch in Limassol und Bilbao (jeweils erfolglos) hätte ein Tor noch viel bewegen können für Paphos und Athletic. Ansonsten war dieser letzte Spieltag mit den 18 gleichzeitigen Partien viel zu unübersichtlich, als dass nur im Entferntesten Spannung hätte aufkommen können jenseits des eigenen Lieblingsclubs. Nicht mal meine Auffassungsgabe und mein Equipment reichten, dass ich immer den Überblick behielt; obwohl ausgestattet mit Fernseher (1 Livespiel), Laptop (Konferenz in Bild), iPad (Live-Tabelle) und iPhone (Live Scores).

Ich befinde mich ja in herzlicher Diskussion mit Befürwortern und Gegnern in diesem neuen CL-Format mit 36 Clubs in EINER Tabelle. Die Partien bis zu diesem letzten Spieltag scheinen mir viel zu belanglos. Niederlagen werden oft achselzuckend hingenommen, auch wenn Top-Gegner aufeinanderprallen. Da in einem 36er-Feld nicht jeder gegen jeden spielen kann, muss es Ungerechtigkeiten geben (wer dieses Jahr gegen die überragenend Teams FC Arsenal und/oder  FC Bayern spielen musste, hatte einfach Pach gehabt). Und wenn dann am Ende ein Verein genau weiß, dass er trotz einer Führung noch ein Tor braucht, allein weil Reiner Zufall Regie geführt hat, so ist das nur die geringste Ungerechtigkeit.

Das frühere Formal mit 8 Vierergruppen (bis 2024) hatte natürlich auch Schwächen, weil hier die Fronten um den Aufstieg in die K.o.Runde oft früh geklärt waren. Auch hier gab es Ungerechtigkeiten, weil die einen eine sogenannte hammergruppe, die anderen lauter Jausngegner erwischten. Doch wenigstens war innerhalb der Gruppe alles gleich, alles übersichtlich. Der Fan wusste Bescheid. Und es war auch nicht möglich, trotz einer negativen Bilanz die K.o.Runde zu erreichen, wie zB jetzt ein halbes Dutzend Teams wie Benfica, das seit September 3 Siege und 5 Niederlage sammelte und auch ein negatives Torverhältnis hat (10:12).

 

Deutsches Abschneiden

 

Dass die Bayern direkt ins Achtelfinale ziehen würden, war schon vor dem letzten Spieltag klar. Trotzdem gab es beim 2:1 bei PSV einen klaren Gewinner,nämlich Schlussmann Jonas Urbig, der mit einigen starken Paraden bestätigte, dass er für die Neuer-Nachfolge bereit ist. Ausgeschieden, auch das stand schon fest, ist Eintracht Frankfurt, das zum Abschluss mit 0:2 gegen Tottenham verlor.
In die Zwischenrunde müssen (oder dürfen, je nach Anschauung) Bayer Leverkusen (3:0 gegen Villarreal) und Borussia Dortmund (0:2 vs Inter). Die Chancen stehen 50:50, dass die beiden Bundesligisten in dieser Zwischenrunde aufeinandertreffen. Ob es dazu kommt oder nicht, klärt sich in der morgigen Auslosung. Die Alternative wären Olympiakos Piräus (Bayer) und Atalanta Bergamo (BVB). Jetzt kann jeder  Fußballfreuned für sich entscheiden, was besser ist für den deutschen Fußball: Direktes Duell, ein Team sicher weiter, eines sicher raus. Internationale Duelle: 2 Teams möglicherweise weiter aber eben auch: beide Teams raus.

Ich nehme es eher kölsch: es kütt, wie es kütt …