Blick über den Teich, NBA

 

Die jeweils zweiten Spiele zeigen: die meisten Serien sind doch sehr viel unterhaltsamer und ausgeglichener als ich dachte. Gerade in San Antonio dürfte jetzt das große Heulen und Zähnklappern losgehen

 

Boston Celtics – Philadelphia 76ers 97:111 (1:1)

 

Große Ernüchterung im TD Garden. Mit einer reifen Leistung holten sich die 76ers von den Celtics den Heimvorteil. Mit einem tollen 2. Viertel stellte das Team aus Pennsylvania die Weichen auf Sieg. Besonders hervor tat sich Rookie V.J. Edgecombe, der in diesem Abschnitt gleich 16 seiner insgesamt 30 Punkte erzielte und dabei 4 von 5 Dreier versenkte.
Die Celtics kamen zwar im 4. Viertel noch einmal auf 2 Punkte heran, doch in dieser heiklen Phase behielt vor allem Tyrese Maxey den Überblick und die nötige Ruhe.

 

Beste Männer des Siegers

 

VJ Edgecombe: eine fabulöse Leistung des Rookies in seinem erst zweiten Play-off-Spiel. Mit seinen 16 Punkten im 2. Viertel brachte er die Sixers nicht nur wieder heran, sondern führte die vorentscheidende Führung herbei. Am Ende standen 30 Punkte (6/10 Dreier) und 10n Rebounds zu Buche.
Maßgelich am Sieg beteiligt war auch Tyrese Maxey, der im Schlussviertel so richtig aufdrehte (12 Punkte) und sich ebenfalls mit herausragenden Distanzwürfen (3/4) hervortat.

 

Stark in der Niederlage

 

Jalen Brown: 36 Punkte legte der nimmermüde Kämpfer auf, und als Einziger Celtic hielt er im Schlussabschnitt dagegen. Jayson Tatum spielte durchaus ordentlich, aber von der Top-Klasse der vergangenen Play-offs ist er nach seinem Achillessehnenriss doch noch sehr weit entfernt.

 

Zahlereien

 

13/50 Dreier: Dies ist die verheerende Bilanz der Celtics-Profis, eigentlich für ihre Treffgenauigkeit bekannt. So scheiterte Dreierspezialist Peyton Pritchard mit all seinen 3 Versuchen (offenbar hat er schnell eingesehen, dass das nichts bringt. Die Sixers hingegen kamen auf 10/19 erfolgreiche Abschlüsse von jenseits der Linie; außerordentlich, zumal wenn ich bedenke, dass sie im ersten Spiel nur 4 von 23 Würfen verwandelten. Die gleiche Halle, dieselben Spieler, derselbe Gegner – und so ein Unterschied.

 

Ausblick

 

Zwar ist jetzt der Heimvorteil bei den Sixers und die Halle in Philly vielleicht die unangenehmste für Auswärtsteams, aber das ist noch nicht einmal eine Vorentscheidung. Zumal sich das Dreierglück (-Können) auch wieder drehen kann. Ich bis gespannt, wie sich die Form Tatum entwickelt

 

San Antonio Spurs – Portland Trail Blazers 103:106 (1:1)

 

Schock für alle Spurs-Fans: Victor Wembanyama zog sich im 2. Viertel einen Gehirnerschütterung zu und musste das Parkett verlassen. Nach einem Foul von Jrue Holiday schlug er mit dem Kopf auf dem Parkett auf. Den Regeln entsprechend musste er das concussion protocoll durchlaufen und dürfte mehrere Spiele ausfallen.
Auch ohne Wemby hätten die Spurs die Partie gewinnen können, vielleicht müssen. Ein Zwischenspurt im 4. Viertel brachte ihnen eine 13-Punkte-Führung (92:79), dicg dieser Vorsprung schmolu so schnell dahin wie er erarbeitet wurde. Der play-off-erfahrene Jrue Holiday war dabei der Anker, an dem sich das junge Blazers-Team aufrichten konnte. Die Spurs hatten mit dem letzten Angriff zwar noch die Chance auf den Ausgleich, doch der Dreier-Versuch von Devin Vassell traf nur den Ring.

 

Bester Mann der Sieger

 

Scott Henderson: Am Ende standen für ihn 31 Punkte zu Buche, im ersten Viertel war er der einzige Blazer, der dagegenhielt (13 Zähler) und den Abstand im erträglichen Maß hielt.

 

Stark in der Niederlage

 

Wirklich überzeugend war keiner, offenbar hatte der Ausfall von Wembanyama sehr stark mitgenommen. Von den Startern hatte allein Julien Champagne eine Wurfquote von mehr als 50 Prozent.

 

X-Faktoren

 

Jrue Holiday und Robert Williams: Zwei sehr erfahrene Spieler, die unter anderem bei den Celtics extrem erfolgreiche Play-ofs absolviert haben. In der entscheidnen Phase behileten sie immer die Ruhe, sorgten mit ihren Punkten und Rebounds für entlastende Momente.

 

Zahlereien

 

5 Offensiv-Rebounds pflückte Luke Kornet. Am Wemby-Ersatz lag es nicht, dass die Spurs unterlagen.
Schwache Freiwürfe: Die Blazers verwandelten nur 17 von 23, die Spurs gar nur 20 von 28. Alles unter 75 Prozent ist nicht NBA-würdig, außer man heißt Shaquille O’Neal.

 

Ausblick

 

Noch steht nicht fest, wann Wembanyama wieder zurück aufs Parkett darf. Fest steht: Ohne ihren französischen Star werden es die Texaner sehr schwer haben, eines der beien nächsten Auswärtsspiele in Portland zu gewinnen. Es ist natürlich nicht unmöglich, aber etzt müssen gerade De’Aaron Fox und Stephon Castle Verantwortung übernehmen.
Die Blazers erweisen sich als der erwartet schwere Brocken. Mit Henderson, Deni Avdija und Center Donovan Clingan verfügen sie über ausgezeichnete Profis. Und ein Jeremi Grant wird auch bessere Tage erleben als am Dientagabend (5 Punkte, 1/8 aus dem Feld).

 

Los Angeles Lakers – Houston Rockets 101:94 (2:0)

 

Der nächste extrem enttäuschende Abend der Rockets, die ihren Ruf als schwaches Play-off-Team eindrucksvoll bestätigten.. Und das, obwohl ihr Altstar Kevin Durant wieder dabei war. Allerdings erkennbar nicht auf der Höhe seines Schaffens, obwohl er mit 23 Punkten Top-Scorer seines Teams war. Aber in der Abwehr fahrig (3 Fouls in der 1. halbzeit), und in der Offensive leistete er sich satte 9 Ballverluste.
Den Lakers (weiter ohne Doncic und Reaves) genügte eine Durchschnittsleistung ohne Ausschläge nach oben oder unten. Ab dem 3. Viertel lagen sie stets zwar nur knapp in Führung (meist zwischen 5 un 10 Punkten), aber ich hatte nie das Gefühl, dass die Partie noch kippen könnte.

 

Bester beim Sieger

 

LeBron James: Der 41-Jährige übernimmt in Abwesenheit von Luka Doncic Verantwortung und liefert ab. 28 Punkte, 8 Rebounds und 7 Assists sind herausragend.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Trotz allem Kevin Durant: 23 Punkte im ersten Spiel nach der Knieverletzung sind in Ordnung. Nicht mehr, nicht weniger. Fatal, dass er so wenig Unterstützung erfuhr, etwa von Alperin Sengün, der seine Klasse kaum zur Geltung brachte

 

X-Faktoren:

 

Marcus Smart: Dass der Verteidiungs-Spezialist mit 25 Punkten auftrumpfen würde hatte kaum jemand erwartet, jedenfalls nicht in Houston. Sonst hätten sie ihn nicht so frei seine Würfe (5/7 Dreier) verwandeln lassen. Auch Luke Kennard elgte mit 23 Zählern erneut eine sehr ordentliche Leistung hin.

 

Zahlereien

 

9 Ballverluste leistete sich Kevin Durant. Indiskutabel bei einem absoluten Topsgtar der Szene mit reichlich Erfahrung.

7 Dreier verwandelten die Rockets. In Zeiten der Distanzwürfe ein anachronistisch niedriger Wert.

 

Ausblick

 

Mit 2:0 Siegen können die Lakers jetzt recht beruhigt nach Houston fahren. Dort erwartet sie dann ein hoffentlich stärkeres Rockets-Team, sonst könnte diese Serie sehr schnell entschieden sein. Vor heimischer Kulisse wird sich Houston wohl nicht fast kampflos ergeben, wie es in LA den Anschein hatte.

 

Ansetzungen Donnerstag (MESZ)

01:00: Detroit Pistons – Orlando Magic (0:1) East
03:30: Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns (1:0) West

Ansetzungen Freitag

01:00: Atlanta Hawks – New York Knicks (1:1) East
02:00: Toronto Raptors – Cleveland Cavaliers (0:2) East
03:30: Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets (1:1) West