Was für eine Gegenmaßnahme der UEFA!

Einstimmig haben die 55 Verbände am Donnerstag beschlossen, dass jedes FIFA-Turnier boykottiert wird, solange das Vorhaben der Veräußerung der WM-Rechte an Investoren auch nur „im Raum steht!“. Es wird verlangt: ein klares, unwiderlegbares und unwiderrufliches VERSPRECHEN seitens der FIFA (sprich: Infantino und seinen Mitstreitern), dass diese Pläne beerdigt werden. Kein Lavieren, kein Schaunmermal, auch kein Feilschen um mehr Anteile, sondern ein Junktim: Wir, die europäischen Länder, machen bei allen FIFA-Turnieren nur noch mit, wenn dieses Szenario weg ist – und zwar für alle Zeiten. Das gilt ab sofort, also schon für die U-20-WM der Frauen ab 5. September in Polen.

Ich hätte eine derartig klare und scharfe und unzweideutige Reaktion tatsächlich nicht erwartet; mein Vertrauen gerade auch in die europäischen (nationalen) Verband-Funktionäre ist sehr klein. Von der man auch nicht mehr so ohne Weiteres wieder runterkommt. Das ist auch als eindeutiger Fehde-Handschuh gegen Infantino selbst zu verstehen und als Selbstkritik, viel zu lange den Untrieben des mafiösen FIFA-Bosses zugeschaut zu haben. Zwischen den zeilen steht ebenso als Signal für die anderen Kontinental-Verbände: mit diesem Menschen wollen wir im Prinzip überhaupt nichts mehr zu tun haben

Ich gehe schwer davon aus, dass diese radikale Reaktion auch mit den Club-Vertretern und auch Spieler-Vertretern abgesprochen war (die von so einem Boykott am ehesten betroffen wären).