New York Knicks – Cleveland Cavaliers 115:104 OT (1:0)
Im Geiste hatte ich sie schon formuliert. Meine süffisanten Kommentare zu den ganzen allwissenden Experten, die den Cavaliers so überhaupt keine Chance geben wollten. Die detailgenau wussten, warum sich die Knicks klar durchsetzen und in die NBA Finals einziehen würden.
Und dann wurden die New Yorker in eigener Halle richtiggehend vorgeführt. Vor all den Prominenten, die sich so gerne im Madison Square Garden sehen lassen, nicht nur Edelman Spike Lee. Naxch ausgeglichenem Beginn shcraubten die Gäste um den übrragenden Donovan Mitchelldie Knicks in die Einzelteile, und im 4. Viertel betrug der Vorsprung 22 Punkte; es stand 93:71, und es waren nur noch 7:52 Minuten zu spielen, und die ersten Zuschauer verließen die berühmteste Halle der Welt, sie sollten eine historische Aufholjagd versäumen, wenn sie das Gebrüll der Zuschauer nicht wieder auf ihren Sitz gelockt hat.
Punkt für Punkt knabberten die Knicks am Vorsprung weg – und das in beängstigend kurzer Zeit. 4 Minuten vor Schluss waren es nur noch acht. Den Knicks gelang fast alles, den Cavs nichts mehr, vielleicht auch weil ihr Bester Donovan Mitchell sichtlich nicht mehr hundertprozent bei Kräften war. Doch Trainer Kenny Atkinson wollt ihn nicht vom Parkett nehmen, und so ging er im Knicks-Wirbelsturm mit unter. Vor einem ausrastenden Publikum. Der Garden hat schon sehr viel ikonische Sportwettkämpfe gesehen, unter anderem Ali gegen Frazier, doch so eine Extase war selten.
45 Sekunden vor Schluss der Ausgleich zum 99:99, noch einmal hatte die Cavs durch James Harden die Antwort, wieder glichen die Knicks aus (101:101). Den letzten Angriff in der regulären Spielzeit hatten die Cavs, sie hätten mit einem Treffer die absurde Aufholjagd zu einer kuriosen Aufholjagd marginalisieren können: Ausgerechnet Mitchell wagte den Versucht – daneben und damit Verlängerung. Und in dieser machten die Knicks kurzen Prozess mit den völlig entnervten Gästen.
Bester der Sieger
Jalen Brunson: Der Initiator der Aufholjagd. Der mit seinem unbändigen Willen dem Team noch mal Leben einhauchte. 15 Punkte hatte er allein in den jetzt schon legendären 7:50 Minuten, insgesamt waren es 38.
Stark beim Verlierer
Donovan Mitchell: Etwas mehr als drei Viertel war es sein Abend. Der eines unfassbar eleganten, kraftvollen Spielers, der fast nach nach Belieben schalten und walten konnte. Bis er angeschlagen wurde und dem Team nicht mehr helfen konnte, das ohne ihn völlig auseinander bracht.
X-Faktor
OJ Amunoby: In der Verlängerung kam seine Zeit, als er 9 Punkte sammelte (und damit 6 mehr als das gesamte Team der Cavaliers). Bis dahin agierte der Rückkehrer recht gehemmt; als behindere ihn noch die Verletzung, wegen der er zuletzt gegen Philadelphia pausieren musste.
Zahlereien der Aufholjagd
22 Punkte sind der zweitgrößte Rückstand in den vergangenen 30 Jahren, den je ein Team im 4. Viertel einer Play-off-Partie aufgeholt hat. Die LA Clippers machten 2012 gegen Memphis gar 24 Zähler gut.
5 von 6 Dreier fanden das Ziel. Zuvor waren 5 von 26.
🇩🇪👓
Dennis Schröder saß während der Aufholjagd weitestgehend auf der Bank.Hätte der Weltmeister helfen können? Man wird ja noch mal fragen dürfen. Zuvor viel aktiver (5 Assists) als zuletzt, allerdings weiterhin mit grauenhafter Wurfquote (1 von 9, obwohl der erste Dreier saß).
Ausblick
Die große Frage: Können sich die Cavs erholen nah dieser Niederlage, die schon als Sieg verbucht war. Doch die Play-off-Historie zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Viel wichtiger ist deshalb die Frage, o Mitchell sich ensthaft verletzt hat. Das wäre wirklich bitter.
Ansetzungen
Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Cavaliers – Knicks
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