Blick über den Teich, MLB
Tampa Bay Rays – Milwaukee Brewers 4:1/12. Inn. (1:3)
Alles sprach gegen die Rays. Der unaufholbare 0:3-Spiele-Rückstand gegen die Brewers, die unfassbare Form des Kontrahenten, nicht zuletzt das nur vermeintlich heimische Tropicana Field, das von den lärmenden Fans aus Milwaukee förmlich überrannt und von ihnen in eine Auswärts-Arena umfunktioniert wurde.
Und jetzt – im oberen 12. Inning dieser aufreibenden 4. Partie der World Series, waren die Brewers tatsächlich mit 3:2 in Führung gegangen durch Cooper Pratts Homerun. Ein Rookie, der als Matchwinner und Serien-Beender seinen ohnehin fantastischen Tag krönen würde, das wäre doch die nächste der vielen Helden-Geschichte der Brewers. Jackson Chourio, der fast nach Belieben trifft, Wilson Contreras, der Catcher mit dem Adlerauge, Einwechsel-Pitcher Aaron Ashby, der mittlerweile seit 18 Innings ohne Gegenpunkt – Play-off-Rekord in der MLB.
Oder etwa nicht, denn noch hatten die Rays ein halbes Inning, um sportlich am Leben zu bleiben? Für Tampa, aber auch für alle Fans, damit diese noch ein bisschen mehr von dieser großartigen Baseball-Serie sehen dürften. Der erste Schlagmann war Junior Caminero, der den Ball in Richtung 3. Base beförderte. Wo ihn Joey Ortiz zwar gut aufnahm, aber viel zu ungenau in Richtung seiner 1. Base beförderte. Error und der 1. Mann auf Base. Es folgte Liam Hicks mit seinem zweiten Hit der Partie: Läufer auf den Ecken (die Bases 1 und 3) und null Aus. Endlich meldeten sich auch die heimischen Rays Fans. Jonny de Luca am Schlag, viermal an diesem Abend bis dato erfolglos. Jetzt traf er den Ball, und der für Caminero eingewechselte Läufer (Pinch Runner) Cedric Mullins von der 3. Base rannte nach Hause – 3:3 und immer noch kein einziges Aus. Chandler Simpson war der nächste Schlagmann, der unfassbar gute Verteidiger im rechten Außenfeld, und auch er traf den Ball und lud die Bases bei keinem Aus.
Würde ausgerechnet Ben Williamson der Matchwinner werden. Der bisher in der Serie überhaupt keine Rolle gespielt hatte? Der bis dato mehr als 4 Stunden tatenlos und bestenfalls anfeuernd auf der Ersatzbank gesessen hatte. Williamson kam, sah und siegte, ich kann es abgedroschener nicht schreiben. Er traf den Ball zwar nicht sauber, aber doch so gut, dass ihn keiner der Verteidiger erwischen konnte – 4:3. Und das Tropicana Field bebte vor der Rays-Begeisterung, während die Käse-Hpte aus Milwaukee verstummten.
Ausblick
Die große Frage, die sich jetzt alle stellen: Ist das die große Wende? Beginnt jetzt auch bei den Brewers das Nervenflattern oder war die Niederlage nur ein Ausrutscher, der im Baseball so schnell passiert. Es muss ja seine Gründe haben, warum in. der so langen Geschichte der Play-offs erst ein einziges Mal ein 3:0-Sieg-Vorsprung noch verspielt wurde.
Schon heute Nacht (01:00 MEZ) treffen die beiden Teams erneut aufeinander, zum letzten Mal in Tampa, jetzt aber vor hoffnungsvollen und lauten Rays-Fans. Für die Brewers wird Jakob Misiorowski als erster Werfer auf dem Mound stehen, für die Rays höchstwahrscheinlich Drew Rasmussen. Nominell die besten Pitcher der Teams, Ausgang offen.
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