Das wird die Woche, die wird

French Open, Entscheidung in der Nations League, und das Ende der faszinierenden HBL-Saison, das sind die Höhepunkte.

 

Operation Titelverteidiung läuft

 

Die French Open gehen in die entscheidende Phase. Ab Dienstag stehen die Viertelfinali an, und (fast) alle Favoritinnen und Favoriten sind noch im Rennen.
Bei den Männern läuft sehr Vieles auf ein Finale Carlos Alcáraz gegen Jannik Sinner hinaus. Beide zeigen sich in Top-Form, gerade Sinner (*) hat seine 3-monatige Pause wg Dopings offenbar sehr gut getan, denn er zeigt sich enorm fit und spielfreudig. Alcáraz scheint nicht unverwundbar, wie die faszinierende Achtelfinal-Partie gegen den erstaunlich starken Ben Shelton verdeutlichte, aber der Titelverteidiger kann in entscheidenden Phasen immer noch ein Schäuferl nachlegen.
Im Schatten dieser beiden haben sich auch Alexander Zverev und Novak Djokovic sehr souverän fürs Viertelfinale qualifiziert, in dem sie morgen (aller Wahrscheinlichkeit nach ab 20:30 Uhr) aufeinandertreffen. Zverev hat nur einen Satz abgegeben und konnte wegen der Aufgabe von Tarik Griekspoor im Achtelfinale viele Kräfte sparen, die er gegen den bisher blendend aufgelegten Djoker (kein Satzverlust) auch brauchen wird.
Mein Favorit des Herzens ist Lorenzo Musetti. Dessen einhändige Rückhand: ganz großer Seufzer.

* Zur Dopingcausa des Italieners habe ich genug geschrieben. Er ist dabei, und das muss ich zähneknirschend akzeptieren. Man setze bei alln Erfolgen zumindest in diesem Jahr eben den Asteriks=*

Bei den Frauen gibt es mit der Weißrussin Aryna Sabalenka eine ganz klare Favoritin. Nicht ansatzweise gefährdet zog sie ins Viertelfinale ein, wo allerdings mit der Olympiasiegerin (in Roland Garros!) Qinwen Zheng trifft. Auch Iga Swiatek ist in der Runde der besten 4. Die Polin hat ein bis dato grauenhaftes Jahr hinter sich, aber in Paris, wo sie schon viermal triumphierte, zeigt sie plötzlich wieder Klasse-Matches wie etwa im Achtelfinale gegen Lena Rybakina. Noch ist sie vielleicht nicht ganz die Alte, aber das Selbstvertrauen ist wieder da. Heute trifft sie auf Elena Svitolina. Die Ukrainerin ist der Fan-Liebling (und auch der meinige trotz Madison Keys), das Publikum hat sie seit der Ehe mit Nationalheld Gael Monflls adoptiert, obwohl offenbar schon wieder die Trennung erfolgt ist (ganz gefährliches Gala-Halbwissen meinerseits).

 

Entscheidung der Nations League in München

 

Die bayerische Landeshauptstadt ist gerade die Fußball-Hauptstadt. Nach dem Champions-League-Finaleam Samstag findet in der Nations League morgen in der Arena das Halbfinale der Nations League zwischen Deutschland und Portugal statt. Plötzlich ist der so unbeliebte Wettbewerb hierzulande sehr wichtig, ein Finaleinzug oder gar Turniersieg wäre Balsam auf die immer noch EURO-vewundeten Seelen. Portugal greift immernoch auf Altstar Cristiano Ronaldo zurück, der zwar immer noch seine tore schießt, aber wie ein Bremsklotz wirkt in diesem extrem aufregenden Team. Er ist halt ein Nationalheiliger, der nur von sich aus !adeus“ sagen kann. Gespannt bin ich auf Vitinha und ob er seine brillante Leistung für PSG auch im Nationaldress auch nur ansatzweise zeigen kann.
Das andere Halbfinale bestreiten am Donnerstag in Stuttgart Frankreich und Spanien, wahrscheinlich die beiden besten Fußball-Nationen in Europa mit einem nie versiegenden Talentepool. Auf der einen Seite der Twen Lamine Yamal, auf der anderen Seite der Twen Doué, Fußball-Herz, was willst Du mehr?
Die beiden Sieger ermitteln dann am Sonntag in München den Nations-League-Sieger, die beiden Verlierer kämpfen am Nachmittag in Stuttgart umden eminent wichtigen 3. Platz (naja).

 

Europa geht ins WM-Rennen

 

Als letzter Kontinental-Verband startet Europa die Qualifikation fürs End-Turnier in Nordamerika. Ein paar Spiele hat es zu meinem Erstaunen schon gegeben, aber jetzt geht es so richtig los. 16 Plätze stehen Europa fürs 48er-Feld zur Verfügung. Es gibt 12 Gruppen mit 4 oder 5 Teams, die Gruppensieger qualifizieren sich, die besten 4 Gruppenzweiten spielen gegen die besten Nations-League-Gewinner in Play-offs die weiteren 4 Teilnehmer aus. Deutschland bekommt es mit Nordirland, der Slowakei und Luxemburg zu tun, allerdings erst ab März, eben weil sie noch in der NL beschäftigt sind. Österreich spielt in einer Fünfergruppe gegen Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Zypern und San Marino. Am Samstag geht es in Wien gegen Rumänien, am Dienstag nächster Woche folgt der Pflichtauftritt in San Marino.
Weiter ist man schon in Asien: Dort stehen die letzten Gruppenspiele an, in denen sich nach Japan und Iran 4 weitere Nationen qualifizieren werden, darunter höchstwahrscheinlich Australien und Südkorea.
In Südamerika stehen der 15. und 16. Spieltag von insgesamt 18 an. Sechs Teams sind sicher qualifiziert (Argentinien) oder praktisch sicher (Ecuador, Brasilien, Uruguay, Kolumbien, Paraguay). Spüannend ist nur noch der Kampf um Platz 7 zwischen Venezuela und Bolivien, de zu zwei Play-off-Spielen gegen einen CONCACAF-Teilnehmer berechtigt.

 

Füchse vor der Krönung

 

1 Sieg und ein Unentschieden brauchen die Füchse Berlin noch für den ersten Meistertitel. Das müsste bei einem Heimspiel gegen den VfL Gummersbach (Donnerstag) und einer Auswärtspartie bei den Rhein-Necka Löwen machbar sein, wobei man im Handball natürlich nicht auf ein Remis spielen kann. Titelverteidiger SC Magdeburg mit einem Punkt dahinter kann nur auf Ausrutscher der Hauptstädter hoffen und muss selbst schauen, dass er seine beiden Partien gegen Flensburg-Handewitt (Mittwoch) und in Bietigheim (Sonntag) gewinnt, um Platz 2 und die Champions-League-Qualifikation zu sichern. Bietigheim benötigt seinerseits aller Wahrscheinlichkeit nach einen Sieg, damit es den Abstieg verhindert.

 

Und sonst?

  • BBL: Die 2. Play-off-Runde (Halbfinale) began mit einer Überraschung, als Heidelberg am Sonntag beim FC Bayern gewann. Am Mittwoch empangen die Heidelberger nun München zur 2. Partie, die dritte wird am Samstag in München ausgetragen. Im anderen Halbfinale führt Favorit Ulm mit 1:0 gegen Würzburg.
  • US Sport: In der NBA und NHL beginnen diese Woche die Finalserien, jeweils nach dem Modus Best of 5. In der NHL empfangen der Nacht zu Donnerstag die Edmonton Oilers Titelverteidiger Florida Panthers. In der NBA duellieren sich ab Freitagnacht die Oklahoma City Thunder und Indiana Pacers. Mehr dazu in einem gesonderten Text.
  • Motorsport: Motorrad-WM in Aragon mit Moto2, Moto2 und MotoGP
    Rallye-WM in Sardinien
    DTM in Zandvoort
  • Golf: Canadian Open und KLM Open in den Niederlanden
  • Leichtathletik: Diamond League in Rom am 6. Juni

 

 

 

Das war die Woche, die war

Stuttgart rettet mit Pokalsieg die Saison

 

Ende gut, fast alles gut, werden sie im Ländle sagen. Der neutrale Fußballfreund dagegen wird sich fragen, was passiert wäre, wenn denn der Arminen-Schuss nicht an die Querlatte gedonnert wäre, sondern ins Tor und zur Führung der Bielefelder.
Danach konterten die Stuttgarter die Arminia genauso gnadenlos wie gekonnt aus. Beim Stand von 4:0 musste man schon das Schlimmste für den Zweitliga-Aufseiger befürchten, als zwei schnelle Treffer in der Endphase zum einen das Ergebnis verschönten und zum anderen die Schwaben noch mal gehörig ins Schwitzen brachten.
Übrig bleibentrotz der Niederlage euphorische Arminen-Anhänger, die ihr „Once-in-the-Lifetime“-Finale in der Hauptstadt feierten, wobei es offenbar weitestgehend friedlich bleibt.
Erschreckend allerdings die chaotischen Zustände am Einlass, wo die Fans mehr als 2 Stunden warten mussten und zum Teil den Anpfiff (und die tolle Show davor) versäumten. Eine organisatorische Panne ersten Grades, die Gott sei Dank nicht in einer Katastrophe endete. Hier sind DFB und Veranstalter und Stadt gefragt, das minutiös aufzuarbeiten. Immerhin will sichu Berlin für Olympia bewerben.

 

Anachronismus bleibt Anachronismus

 

Jeder Formel-1-Fan und -Experte weiß: Die Königsklasse des Motorsports hat in Monte Carlo nichts mehr zu suchen. Sie ist dem engen Stadtkurs entwachsen. Und doch: Der Formel-1-Kalender ist ohne den Abstecher ins Fürstentum schlicht undenkbar. Hier ist der Glamour echt und auch sichtbar (im Gegensatz zum Beispiel von Las Vegas).
Nur das Rennen stört, könnte ich frei nach Udo Lattek über den Kölner Fußball im Kölner Stadion lästern. Überholen ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Die brillante Idee der Veranstalter, dass das Rennen durch zwei obligatorische Boxenstopps aufgehübscht und spannender gemacht werden könnte, erwies sich als Rohkrepierer, wie hinterher viele Fahrer recht unverhohlen kundtaten. Im Gegenteil: Es wurde noch schlimmer, weil manche Fahrer mit Absicht langsam fuhren, damit der Teamkollege durch den Boxenstopp besser dran sein könnte.
Im Rennen ohne gelungenes Überholmanöver siegte Lando Norris im McLaren vor Charles LeClerc (Ferrari) und Oscar Piasti (ebenfalls McLaren), der seine WM-Führung verteidigte. Weltmeister Max Verstappen zeigte die Absurdidät der neuen Regelung und bog erst in der vorletzten Runde zu seinem 2. Boxenstopp ab. Als wolle er alle, die diese großartige Boxenidee hatten und durchsetzten,  verhöhnen und Norris nicht mehrere Führungsrunden zum Sieg gönnen

 

Meister-Jubel in Neapel und Graz

 

Erst am letzten Spieltag wurden die Meisterschaften in Italien und Österreich entschieden. Während Napoli mit dem ungefährdeten 2:0 früh alles klar machte im Fernduelle mit Inter, musste Sturm Graz bis zur letzten Sekunde zittern in einem außergewöhnlichen Herzschlagfinale. Am Ende reichte Sturm ein 1:1 gegen den Wolfsberger AC zur Titelverteidigung. Hätten die Steirer verloren, wären sie auf Platz 3 abgestürzt und der WAC Meister geworden. Am Ende trennten die ersten 4 lediglich 3 Punkte, da schaut der deutsche Fan sehr neidisch hin (sofern er den österreichischen Fußball denn überhaupt wahrnimmt).

 

Djokovic im Club der Hunderter

 

Ehre, wem Ehre gebührt. Der (von mir nicht geliebte) Serbe Novak Djokovic feierte in Genf seinen 100. Turniersieg. Es wird ihm egal sein, dass dieses Turnier nicht das Schillerndste seiner großen Sammlung ist – eher im Gegenteil. Aber nachdem ihm Jakob Mensik in Miami den Titel im Finale wegschnappte und er danach kein Match mehr gewann, dürfte der Erfolg Balsam für die geschundene Seele sein. Im Finale siegte er in drei Sätzen hartumkämpfen gegen Hubert Hurcacz, nicht gerade als Sandmann bekannt.
Und schon gibt es einige Experten, die ihm für die French Open viel zutrauen. Im vergangenem Jahr musste er im Viertelfinale kampflos aufgeben.

 

Schweizer Märchen ohne Happy End

 

Was war das für eine fantastische Eishockey-WM der Eidgenossen. Nach de Auftaktniederlage gegen Tschechien übefuhren die Schweizer die Konkurrenz, beendeten in der K.o.Runde die ebenfalls wundersamen Erfolgsreisen erst gegen Österreich, dann gegen die unglaublichen Dänen, die ihrerseits Rekordweltmeister Kanada eliminiert hatten.
Doch im Finale war Schluss mit der Herrlichkeit gegen die USA. Die hatten sich für ihr erstes WM-Finale seit 1960 (!) qualifiziert und waren letztlich das glücklichere Team. Nach torlosen 60 Minuten entschied die Verlängerung und das reichlich unwüdige 3 vs 3, das mit normalen Eishockey in etwa so viel zu tun hat wie Hallenfußball mit Fußball. Tage Thompson erzielte letztlich den entscheidnnden Treffer nach 2:02 Minuten in der Overtime. Insgesamt sicher nicht unverdient und doch so traurig für die Schweizer, die jetzt 4 WM-Finalis in den vergangenen 12 Jahren verloren haben.

 

Und sonst?

  • Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wurde, setzte sich der Bundesliga-16. von de Ostalb durch. Dramatischer hätte es nicht sein können, denn der Siegtreffer fiel erst in der letzten Minute der Nachspielzeit. Es waren dem Vernehmen nach zwei höchst vergnügliche und unterhaltsame Fußball-Spiele.
  • England: Am letzten Spieltag ging es „nur“ noch um die 3 verbliebenen Champions-League-Plätze nach Meister Liverpool und dem Zweiten FC Arsenal. Die höchst profitablen Tickets sicherten sich Manchester City, Newastle United und der FC Chelsea. Aston Villa vergab alle Chancen mit einer desaströsen Vorstellung bei Manchester United, darf sich aber mit einem Europa-League-Platz trösten. Nottingham Forest bleibt schließlich nur die Conferece League, aber wär hätte das dem Team vor der Saison zugetraut?
  • Handball: Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich die European League, den zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb. Im Finale in Hamburg gewannen die Norddeutschen souverän gegen Montpellier, nachdem sie im Halbfinale gegen die MT Melsungen eine Verlängerung gebraucht hatten

 

Das wird die Woche, die wird

Champions-League-Finale, French OIpen und Abschluss des Giros, das sind die internationalen Höhepunkte.

 

Kampf um Europas Krone

 

Koan Finale dahoam für den FC Bayern, aber auf die Fans wartet mit Paris St. Germain vs Inter Mailand  eine durchaus spannende Partie ind der Münchner WM-Arena. Inter wat sich in der K.-o.-Runde als sehr resistent gezeigt. Unitalienisch gar nicht so abwehrstark, dafür mit viel Leidenschaft und sehr guten Angreifern. PSG ist der England-Schreck, hat  nach der durchwachsenen Vorrunde in der K.-o.-Phase nacheinander den FC Liverpool, Asoton Villa und uletzt den FC Arsenal eliminiert. Kaum ist ein echter Superstar mehr da (mit Grauen erinnert sei an die Troika Messi, Neymar und Mbappé blüht der Fußball auf wie der Pariser Frühling. Als frischgebackener Double-Gewinner auch mit deutlich mehr Selbstvertrauen als Inter, das am Freitag den Scudetto an die SSC Neapel verlor.

Ich sehe leichte Vorteile für PSG, ihr beim Torwart Donnarumma ist zurzeit vielleicht der beste der Welt, dazu tolle französische junge Spiueler wie Doué und Demélé, ja genau der Dembéßeund schießlich noch georgische Zauberer Kvarashkelia.

 

Quasi als Vorspeise bekommt der Fußball-Fan am Mittwoch das Conference-League-Finale serviert. In Breslau treffen der FC Chelsea und Real Betis Sevilla aufeinander. Die Londoner sind durch den Wettbewerb gecruist ohne jede Schwierigkeiten, Betis konnte im Halbfinale die Fiorentina ausschalten. Egal, wer gewinnt, ich tippe auf Chelsea: Den Titel wird das Team nicht verteidigen. Chelsea spielt nächstes Jahr Chmapions League, Betis in de Europa League.

 

Sabalenka und Alcáraz die Favoriten

 

Seit Sonntag laufen die French Open, das zweite Grand-Slam-turnier des Jahres. Klarer Favorit bei den Männern ist der Titelverteidiger: Carlos Alcáraz hat die beiden Masters-Turniere in Monte Carlo und Rom gewonnen (zus Hause in Madrid musste er verletzungsbedingt passen). Er zeigt das abwechslungsreichste Tennis und hat auch den absoluten Siegeswillen.
Stark zu beachten ist auch Jannik Sinner, der in Australien gewann. Seine dreimonatige Doping-Pause hat ihm offenbar nicht geschadet, schon beim ersten Auftritt in Rom zeigte er sehr gutes Sandplatztennis. Ein Finale zwischen den beiden in zwei Wochen würde mich (und einen Großteil der Experten) nicht überraschen.
Hinter diesen „Großen Zwei“ wird es schon sehr viel unübersichtlicher. Lorenzo Musetti hat eine sehr gute Sandplatz-Saison hinter sich, auch wenn er keinen Titel holte. Christian Ruud, immerhin schon zweimal im Pariser Finale, hat in Madrid sein erstes Masters-Turnier gewonnen.
Und dann sind da noch zwei große unbekannte. Alexander Zverev hat trotz des Triumphes in München eine äußerst durchwachsene Sand-Saison hinter sich, mit sehr vielen unnögtigen Niederlagen. Andererseits liegt ihm Paris, wo er letztes Jahr im Finale stand und recht unglücklich verlor. 2022 hatte er bei seinem großen Halbfinal-Kampf gegen Rafael Nadal viel Pech, als er sich alle Bänder im rechten Fuß riss
Schließlich die Frage: Was macht Novak Djokovic. Am Samstag feierte er in Genf seinen 100. Turniersieg auf der ATP-Tour. Allerdings waren es die ersten Siege auf Sand in diesem Jahr überhaupt und die Gegner überschaubar, nichts für ungut Hubert Hurcacz.

Bei den Frauen scheint die Sache noch klarer: Hohe Favoritin ist die Weißrussin Aryna Sabalenka, die sich überspituzt gesagt, nur selbst schlagen kann. Ihe Hauptkonkurrentin dürfte Coco Gauff werden, die ihr zuletzt in Rom einen großen Final-Kampf lieferte. Titelverteidigerin Iga Swiatek hat ein grauenhaftes Jahr für ihre Verhältnisse, allerdings ist Paris „ihr“ Turnier, das sie bereits viermal gewann. Ein großes Fragezeichen setze ich hinter Australian-Open-Gewinnerin Madison Keys und zwar nicht nur deshalb, weil ihr der Sand so gar nicht liegt.

 

Roglic schon chancenlos?

 

Nach dem heutigen Ruhetag beginnt die letzte und entscheidende Woche des Giro d´Italia. Der von vielen als Favorit auserkorene Primoz Roglic hat seine Chancen wahrscheinlich schon vertan, einerseits durch Sturzpch, anderseits fehlt ihm offenbar auch die Form, denn schon an mittelschweren Bergen musste er abreißen lassen. Als Zehnter der Gesamtwertung hat er bereits fast vier Minuten Rückstand auf den Führenden Isaac del Toro. Der Mexikaner ist die große Überraschung, ob er allerdings das Rosa Trikot über die Alpen und Dolomiten samt höllisch schweren Bergprügungen bis ins Ziel bringt, ist die große Frage, zumal die Spitze noch recht eng beieinander liegt. Simon Yates (+1:20 Minuten), Juan Ayuso (1:26) und auch Richard Carapaz (2:06) sehe ich mindestens auf gleicher Höhe.

Und sonst?

  • Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wird, geht es heute im Elversberger Rückjspiel um den letzten Bundesliga-Platz. Das Hinspiel in Heidenheim endete 2:2, fast glücklich für die Gastgeber, die schon mit 0:2 zurücklagen.
    Klarer scheint die Sache am Dienstag eine Klasse drunter: Alles spricht für Eintracht Braunschweig, das beim 1. FC Saarbrücken mit 2:0 gewann
  • Handball: „Endspiel“ um die deutsche Meisterschaft. Am Donnerstag empfängt Tabellenführer Füchse Berlin den punktgleichen Zweiten MT Melsungen. Die Füchse haben das klar bessere Torverhältnis, nach Lage der Dinge muss die MT gewinnen. Zumal nur einene Zähler dahinter Titelverteidiger SC Magdeburg lauert.So eine Spannung und Ausgeglichenheit würde ich mir mal für die Fußball-Bundesliga wünschen – und zwar nicht nur im Kampf um Platz 4 …
  • Basketball: Der FC Bayern und Ulm haben soubverän das Halbfinale der BBL erreicht. Dort warten sie auf ihre Gegner, die Chemnitz/Heidelberg und Braunschweig/Würzburg ermitteln.
  • Leichtathletik: Am Wochenende findet in Götzis/Vorarlberg das traditionelle Mehrkampfmeeting statt. Nur Siebenkämpferinnen und Zehnkämpfer, das ist der Reiz, der Veranstaltung, die ihr 50-jähriges Jubiläum feiert. . Die Besetzung ist wie immer exquisit. Genannt haben unter anderem die beiden Kanadier Damiean Warner (Olympiasieger 2022) und Pierre Lepage (Weltmeister 2023). Katarina Thompson-Johnson zweimalige Weltmeisterin und die Amerikanerin Anna Hall kämpfen um den Sieg.Der deutsche Rekordhalter und Silbermedaillengewinner von 24 Leo Neugebauer ist ebenso dabei wie der Schweizer Rekordhalter Simon Ehammer.  Das schmucke Mösle-Stadion ist ausverkauft, der ORF wird übertragen.
  • Formel 1: Zum Abschluss des Europa-triples findet der Große Preis von Katalonien in Barcelona statt. Eine der wichtigsten Teststrecken und deshalb allen wohlbekannt. McLaren hat das schnellste Auteo, Max Verstappen im Red Bull ist wohl der beste Fahrer. Überholen ist wohl einfacher als in Monaco, aber immer heikel.

 

 

 

 

Das war die Woche, die war

Paolini die Triumphatorin von Rom, Verstappen düpiertdie McLarens, der BVB feiert den Sprung in die Geldtöpfe, der 1. FC Köln den Aufstieg.

 

Ende gut, (fast) alles gut

 

Mit einem großartigen Endspuret hat sich Borussia Dortmund noch den 4. Platz geschnappt, der die Qualfikaion für die geldige Champions League bedeutet. Ihre Pflichtaufgabe gegen Hlstein Kiel erfüllte die Mannschat mit einem letztlich ungefährdeten 3:0 gegen Absteiger Holstein Kiel, zumal die Norddeutschen nach einem frühen Platzverweis mehr als 80 Minuten zu zehnt agieren mussten.
Alle Ehren sind die 8 Siege in den vergangenen 7 Partien wert, aber natürlich spielte auch viel Glück und vor allem die schwächelnde Konkurrenz mit, die zuletzt fast maßgeschneiderte Ergebnisse ablieferte. Prinzipiell hat das Team Potenzial, der neu gekommene Trainer Niko Kovac hat die Ur-Tugenden und die offenbar fehlende Fitness erweckt. dass Leute wie Julian Brand und _Serhou Guirassy außerordentliche Fähigkeiten haben, steht außer Zweifel.
Die Frage lautet jetzt, ob mehr drin ist als eine CL-Quali auf dem letzten Drücker wie in den vergangenen beiden Jahren.

 

Der FC feiert

 

Keine Selbstverständlichkeit, dass einem prominenten Absteiger der sofortige Wiederaufstieg gelingt. Da kann der HSV ein Lied dvon singen, den der Aufstieg jetzt im 7. Jahr gelang.Der 1. FC Köln schaffte es, in einer absurden Zweitligasaison, in der kein Team herausstach. Mit ganzen 61 Punkten wurden die Kölner gar Erster, zum Vergleich, Meiser Bayern München hatte 82 Zähler, also ganze 7 Siege mehr. Apropos Bayern und Köln. Torwart Jonas Urbig gelang das einzigartige Kunststück und darf sich sowohl Zweitliga- als auch Erstliga-Meister nennen. Er wecvhselte ja in der Winterpause vom FC zu Bayern.
In die Relegation muss, eher darf,  der Dritte SV Elversberg nach dem 2:1 auf Schalke. Dort kommt es zum Treffen mit dem 1. FC Heidenheim. Beides sympathische Außenseiter, viel Spaß beim Findes eines Favoriten des Herzens.

 

Paolinis Lächeln

 

Als der Matchball vollendet war, löste sich bei Paolini die Anspannung, die ihr Lächeln etwas vertrieben hatte. Turniersieg zu Hause in Rom im ausverkauften Foro Italico, mehr geht nicht, wenn ich die Grand Slams weglasse. Mit teilweise perfektem Tennis hatte die Italienerin die leicht favorisierte Coco Gauff entnervt. 6:4, 6:2 lautete das überraschend klare Ergebnis, und danach strahlte und hüpfte über den Court, als könne und wolle sie die ganze Welt umarmen. Die Fans auf dem Center Court feierten sie frenetisch. Spätestens jetzt muss sie als eine der Favoritinnen für die French Open in eine Woche gelten, bei denen sie im Vorjahr erst im finale chancenlos an Iga Swiatek scheitete. Die Polin ihrerseits ist völlig außer Form, also …

Mit ihrem Triumph überstrahlte Paolini sogar die erfolgreichen Männer. Nicht dass diese nicht auch sehr erfolgreich abgeschnitten hätten. Jannik Sinner kam nach dreimonatiger Dopingsperre fit und tennisbereit zurück, als wäre nichts gewesen. Erst im Finale musste er sich dem an diesem Tag etwas besseren Carlos Alcáraz beugen. Die beiden sind eine Klasse für sich. Doch dahinter wartet mit Lorenzo Musetti ein weiterer Italiener, der ins Halbfinale vorstieß und dabei Alexander Zverev im Viertelfinale besiegte.

 

Verstappens Blitzstart

 

Beim ersten Rennen in Europa schlug die Stunde des Hlländers. Von Platz 2 war er in Imola gestartet, mit einem brachialen und halsbrecherischen Manöver düpierte er den Pole-Inhaber Oscar Piastri auf McLaren. Dieser Coup sollte dem holländischen Red-Bull-Fahrer schon zum Triumph reichen. Denn Piastri konnte völlig überraschend zunächst dem Tempo nicht folgen. Mit eher unglücklich getimten, weil relativ frühen  Boxenstopps handelte er sich zu viel Rückstand ein, die er mit am Ende maladen Reifen nicht mehr aufholen konnte.
So siegte Vestappen vor Piastris Teamkollege Lando Norris und eben Piastri.
Der Australier führt dennoch die WM-Wertung an, hat derzeit 13 Punkte Vorsprung auf Norris und 24 auf Verstappen.

 

Crystal Palace größter Triumph

 

Die Londoner gewannen im Wembleystadion das Cupfinale, diesen so unfassbar angesehenen und traditionellen Wettbewerb vor einem Teil der Königsfamilie und naürlich auch sonst viel Prominenz. Im Fianle besiegte sie Manchester City mit Trainer Pep Guardiola, de erstmals seit seiner City-Ägide ab 2016 ohne Titel blieb in einer Saison. Ein frühes Tor brachte die Emtschediung, weil City trotz großer Überlegenheit nichts Zählbares zustandebrachte. Die größte Chance hatte der Ex-Frankfurter Omar Marmoush, doch dieser vergab einen Foulelfmeter.

Im Mittelpunkt stand der Trainer von Palace Oliver Glasner, ebenfalls ein Ex-Frankfurter. Und ein ausgewiesener Pokal-Spezialist, denn mit der Eintracht triumphierte er 2022 in der Euopa League. belohnt wurde damit die Geduld der Palace-Verantwortlichen, die trotz des Katastrophenstartes in der Liga am Österreicher festhielten. Pokalsieg, sicherer Klassenerhalt und nächste Saison in der Europa League dabei – kein Wunder dass viele Topclubs ein Auge auf Glasner geworfen haben.

 

Endspiel ums Viertelfinale

 

Mit 3 Siegen sind die Deutschen in die Eishockey-WM gestartet, es folgten 3 Niederlagen gegen die Schweiz, die USA und heute unverdient deutlich mit 0:5 gegen Tschechien. Genau umgekehrt lief es bei den Dänen, die zuerst gegen die Eishockey-Großmächte antraten und verloren. So kommt es morgen zum Endspiel ums Viertelfinale. Wer gewinnt, kommt weiter, und sei es nach Verlängerung.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: RB Leipzig wird nächstes Jahr nicht international spielen. Ein Desaster für den Brauseclub, der doch mit dem Head of Soccer Jürgen Klopp angreifen wollte..
  • 3. Liga: Im Fernduell um Platz 3 verlor der FC Energie Cottbus Nerven und Spiel. 1:4 unterlag das Team im heimischen Stadion der Freundschaft dem FC Ingolstadt. So bleibt nur platz 4 hinter dem 1. FC Saarbrücken und der Trost einer 1. Pokalrunde.
  • Internationaler Fußball, Italien: Was für ein Fernduell war das am Sonntagabend. Die virtuelle Tabellenführung zwischen Napoli und Inter wechselte mehrfach. Am Ende ist die SSC trotz des 0:0 beim FC Parma der große Gewinner, denn Inter verspielte zweimal einen Vorsprung. Vor dem letzten Spiel bleibt es also beim 1-Punkte-Vorsprung. Mit einem Sieg zu Hause gegen Calgiari sichert sich Neapel den ncäshten Titel nach 2023.
    Spanien: Alles klar ist in der Primera Division. Schon am Mittwoch stand die Meisterschaft für den FC Barcelona auch rechnerisch fest. Da macht auch die 2:3-Heimniederlage am Sonntag gegen Villarreal nichts.
  • Radsport: Primoz Roglic heißt der Verlierer der ersten vollen Giro-Woche. Auf der staubigen Etappe nach Siena am Sonntag verlor er nach einem Sturz mehr als 2 Minuten auf den Sieger Wout van Aert. Gesamtführender ist der 21-jährige Isaac del Toro, als erster Mexikaner überhaupt bei einer großen Rundfahrt. Er gilt als einer der großen Talente im Radsport. Doch stehen die ganz schweren Etappen in Alpen und Dolomiten noch bevor, in denenn auch Roglic noch zurückschlagen kann.
  • Golf: Am Ende ungefährdet sicherte sich Scottie Scheffler die PGA Championships in South Carolina. Fünf Schläge Vorsprung hatte er letztlich auf drei weitere US Amerikaner. Es war noch mal spannend geworden auf de Schlussrunde, doch der aufkommende Jon Rahm verlor auf den 3 Schlussbahnen gleich 5 Schläge auf Par und damit alle Hoffnungen.
  • Leichtathletik: Eine persönliche Bestleistung schaffte Speerwerfe Julian Weber in Doha. De Deutsche warf das Gerät auf 91,06 Meter und führt die Jahreswertung an.

Das wird die Woche, die wird

DFB-Pokal, Beginn der Sandplatzsaison im Tennis, und die Formel 1 geht nach Japan: Es hat schon prickelndere Wochen gegeben.

 

Auf Armins Spuren?

 

Mehr David gegen Goliath geht nicht. Hier der  Drittligist Arminia Bielefeld, der höchstwahrscheinlich erfolglos um den Aufstieg kämpft, dort der Titelverteidiger und Meister Bayer Leverkusen, für den der Pokal die letzte realistische Titelchance ist. Doch auf der Bielefelder Alm fanden schon viele Favoriten dieses Jahr ihr Pokal-Ende: erst Hannover 98 danach die Bundesligisten 1. FC Union, SC Freiburg und Werder Bremen. Immer waren in den Partien die Arminen die besserre Mannschaft, benötigten weder Schiri-Hilfi noch Elferlotterie. Im Namen steckt schon der Triumph des Außenseiters, gerade jetzt wird an die Schlacht im nahen Teutoburger Wald erinnert, als Varus mit einer kleinen Schar Ostwestfalen die Römer besiegte. Im Spielertunnel gibt es tatsächlich Graffitis zur Varusschlacht.
So martialisch wird es huete nicht, aber die Arminen wollen die Partie gegen Bayer angehen wie die bisherigen in der Pokalrunde. Und dass Bayer auf den mit Abstand besten Spieler Florian Wirtz, wacht einen Arminen-Freund wie etwa 11-Freunde-Chefredakteur Philipp Köster „nicht gerade traurig“, wie er fremütig bekannte. Dennoch wäre alles andere als ein Bayer-Sieg eine riesige Überraschung.
Völlig offen ist dagegen, wer der Finalgegner wird. Sowohl für den VfB Stuttgart als auch für RB Leipzig verläuft die Saison nicht optimal. Beide scheiterten schon in der Champions-League-Vorrunde, die Stuttgarter eher unglücklich, die Leipziger sang- und klanglos. Auch in der Liga läuft es nicht rund. Das ist für die Stuttgarter weniger problematisch, weil ihre vorige Saison unfassbar erfolgreich war. Deshalb gibt es auch kein Hinterfragen an Trainer Sebastien Hoeneß, das zeigt die Vetragsverlängerung. Anders bei den Bullen: Die wollten um die Meiserschaft mitspielen, zumindest die abermalige Teilnahme an der Champions League ist ein Muss. Und so zogen sie ob der Erfolglosigkeit (und einem eher trostlosen Auftritt (0:1) bei Borussia Mönchengladbach und schickten Trainer Marco Rose in die Wüste. Bis Saisonende sitzt interimsweise der Zsolt Löw auf der Bank, den der Red Bull Kosmos als Leipzig-Statthalter installiert hat.

 

Zeit der Sandmänner

 

Nach dem ersten Schwung Hartplatz-Turnieren stehen in den nächsten gut zwei Monaten die großen europäischen Sandplatzturniere an. Die Zeit der ganz großen Spezialisten auf roter Asche ist zwar vorbei, doch für manchen Wühler, der auch die großartigsten Bälle noch aus einem Eck herausgräbt, beginnt jetzt die schöne Zeit. In dieser Woche allerdings pausiert die Weltelite noch bei Frauen und Männern. Am besten bsetzt scheint noch die Veranstaltung in Charleston/USA, wo sich immerhin Australian-Open-Siegerin Madison Keys die Ehre gbt.
Die Männe beginnen ihr Sandplatzglück in Marrakesch, Bukarest sowie Houston (auf grüner Asche).

 

Jagd auf die McLarens

 

Zwei Rennen, zwei Siege durch Lando Norris und Oscar Piastri: So lautet die famose Bilanz der Briten. Verstummt sind durch die beiden unterschiedlichen Fahrer auch die zu diesem frühen Zeitpunkt eher sinnlosen Spekulationen über eine eventuelle Stallorder. Auch fürs Wochenende in Japan sind die papays-farbenen Renner das Maß alle Dinge. Die Ferraris knabber noch an der Doppeldisqualifikation von Schanghai. Red Bull dagegen bewies seine Ungeduld und beorderte den zweiten Fahrer Liam Lawson nach zwei „Nullern“ ins zweite Team und zog dafür Yuki Tsunoda von Racing Bull hoch. Der steht bei seinem Heimrennen in Suzuka gleich extrem im Fokus, hoffentlich machen das seine Nerven auch mit.

 

Und sonst?

  • Bundesliga: Tabellenführer Bayern München spielt schon am Freitag beim FC Augsburg. Der FCA ist tatsächlich in der Rückrunde noch unbesiegt und kassierte gerade beim 1:1 in Hoffenheim nach sechs Partien wieder einen Gegentreffer (durch den absurdesten Handelfmeter aller Vorstellungen). Die Bayern ihrerseits schielen wahrscheinlich schon aufs CL-Viertelfinale gegen Iner Mailand die Woche darauf. Mit Upamecano, Alphonso Davies und Hiroki Ito fehlen gleich drei Abwehrkräfte.
    Meister Bayer Leverkusen ist beim 1. FC Heidenheim gefordert, das Topspiel des Samstags (18:30) bestreiten Werder Bremen und der Dritte Eintracht Frankfurt.
  • Internationaler Fußball: In England gibt es einen Doppelspieltag. An der Meisterschaft des FC Liverpool gibt es bei 12 Pnkten Vorsprung auf Arsenal keinen venünftigen Zweifel mehr. Dennoch is das Stadtderby gegen Everton immer einen Blick wert (Mi., 21:00). Everton ist dann am Samstag Gastgeber für „Verfolger“ Arsenal.
    In Spanien hat sich Atlético aus dem Titelrennen verabschiedet. Im Fernduell um Platz 1 haben der FC Barcelona (Betis Sevilla) und Real Madrid (Valencia) machbare Heimgegner.
    Auch in Italien gibt es einen Meiserschafts-Zweikampf. Inter (in Parma) und Napoli (Bologna) müssen auswäets ran.
  • Eishockey: Heute beginnt das Halbfinale der DEL: In Best-of-7-Serien beharken sich die Eisbären Berlin und Adler Mannheim sowie EHC Ingolstadt gegen die Kölner Haie.
  • Handball: Sowohl der SC Magdeburg als auch die Berliner Füchse haben durch klare Auswärtssiege bei Steaua und Kielce das Tor zum Champions-League-Viertelfianle weit aufgestoßen und müssen morgen in den Rückspielen nur noch durchgehen.
    Ab Samstag geht dann die Titelhetze in der Bundesliga weiter, aus der sich allerdings die beiden Nordclubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewit erst mal verabschiedet haben.
  • Basketball: In der Hauptrunde der Euroleague stehen noch 4 Spieltage. Der FC Bayern hat gute Chancen auf einen direkten Viertelfinalplatz, dazu wäre ein Sieg gegen Maccabi Tel Aviv äußerst hilfreich. Gespielt wird in Belgrad, wohin Maccabi wegen der Kriegswirren in Israel auswechen muss.

 

 

 

 

Der Fall Sinner – eine stinkende Kloake

Als ob die Welt da draußen mit dem Irrsinn im In- und Ausland, den Kriegen und Terroranschlägen nicht schlimm genug wäre, zerfetzte sich auch die vermeintlich so heile Sportwelt, die natürlich nie sehr heile war, in die Bestandteile. Nein, kein Ergebnis regte mich über die Maßen auf, diese Zeiten sind gottlob vorbei: Sondern die Einigung zwschen Jannik Sinner und dem Sportgerichtshof in der Dopingcausa des italienischen Tennisprofis. Das Strafmaß steht jetzt fest: Drei Monate muss Sinner pausieren, ab jetzt bis zum 4. Mai.

 

Ablasshandel der übelsten Form

 

Was ist passiert (in aller Kürze): Im März und April 2024 wurde Jannik Sinner positiv auf das verbotene Mittel Clostebo, getestet. Davon erfuhr die überraschte Öffentlichkeit im Juli, also gut 3 Monate danach. Sinner hatte als Begründung angeführt, sein Masseur habe ihn mit einer Salbe kontaminiert, die dieser wegen einer Schnittverletzung genommen hatte. Eine Salbe, auf der in großen Buchstaben „Doping“ steht und besagter Masseur massierte den wertvollen Sinner-Körper ohne Pflaster.
Das glaubte offenbar der Tennis-Weltveband und beließ es bei einer ganz kurzen Sperre (4 Tage, die jetzt tatsächlich angerechnet werden!)  plus Geldstrafe und Verlust der Wetranglistenpunkte von Indian Wells, wo der erste positive Test erfolgte). Dagegen legte Weltdoping-Agentur Wada Einspruch beim Sportgerichtshof ein, wo der Fall seit Herbst bis jetzt lag. Unterdessen durfte Sinner sehr erfolgreich Tennis spielen, gewann unter anderem die Grand Slams US Open und Australian Open sowie das ATP Finals und den Daviscup.
Gestern die mit Spannung erwartete Entscheidung, und die besagt: Wada und Sinner haben einen Vergleich geschlossen. Demnach akzeptiert der Italiener eine dreimonatige Sperre, die am 4. Mai abläuft. In dieser Zeit darf er keine Turniere bestreiten und auch nicht in einem Verbandstraining teilnehmen. Im Gegenzug verzichtet die Wada auf weiteres Vorgehen oder gar weitere Strafen.

Ich bin darob gleichermaßen entsetzt wie empört, und dabei habe bzw hatte ich absolut nichts gegen Sinner, wie ich schon oft betonte. Denn das Mindeststrafmaß in vergleichbaren Fällen waren mindestens ein, wenn nicht sogar zwei Jahre. Auch wenn der Sportler keine vorsätzliche Einnahme nachgewiesen werden konnte. Der Grundsatz lautete: Auch das engge Umfeld muss sich der Sportler voll und ganz zurechnen lassen und eben die „Sauberkeit“ seines Körpers. Um eben die findigen Erklärungen, von vornherein abzuschmettern, die erwischte Sportler so haben für ihren dopingverseuchten Körper. Und wer könnte enger bei Sinner sein als sein Masseur.
Jetzt habe ich das Gefühl, dass sich Sinner in einem Ablasshandel der übelsten Form hat freikaufen können. Zumal auch der Zeitraum der Sperre für ihn überaus günstig liegt, die am 4. Mai endet. Er vepasst also nur das Masters-Doppel Indian Wells/Miami und den Anfang der ohnehin von ihm nicht so geliebten Sandplatzsaison. Bei seinem Heimspiel in Rom Mitte Mai darf er ebenso wieder antreten wie in Paris, er verpasst also nicht ein einziges Grand-Slam-Turnier, und nur die sind für Spitzenspieler wirklich von Bedeutung.

Ich hab die Korrespondenz in dieser Causa förmlich vor Augen: Achtung, das ist Fiktion!

WADA: Lieber Jannik. Saubblöd gelaufen, wir müssen Dich (man duzt sich im Sport, d. A.) bestrafen, um uns nicht komplett zum Vollhonk zu machen. Kannst Du uns entgegenkommen?
JS: Porca miseria: Eine Geldstrafe, aber mit großem Bedauern, ich könnte eine 2 Millionen Dollar zahlen und vielleicht noch eine Stiftung für Behinderte unterstützen, das macht sich immer gut. (Anmerkung d. A.: Sinner hat vergangenes Jahr mehr als 10 Millionen Dollar allein an Preisgeld verdient)
WADA: Wir fürchten, eine Sperre muss schon sein. Vielleicht 4 Monate, dann müsstest Du nur auf Paris verzichten.
JS: Kommt nicht in Frage. Aber lass mal überlegen, wie es am besten passt. Wie wäre es moi 3 Monaten, ab Februar. Dann könnte ich in Rom wieder spielen, das würde dem Turnier dort sicher sehr helfen. Schade zwar um Indian Wells und Miami, aber das ist eh nur in diesem blöden Amerika. Und wenn ich richtig rechne, bleibe ich sogar die Nummer 1 der Weltrangliste.
WADA: Gute Idee. Wir können sagen, dass wir mit der ganzen Härte sogar den besten Spieler der Welt sperren, der auf die von ihm heißgeliebten Turniere in Amerika verzichten muss und um seinen Platz in der Weltrangliste bangen muss.
JS: Und ich kann sagen, unter großem Wehklagen der WADA entgegengekommen zu sein. Ich bin mir zwar keinerlei Schuld bewusst, aber ich weiß, dass ich auch für mein Umfeld verantwortlich ist. Lasst uns entsprechende Erklärungen abstimmen.

Soweit, so schlecht. Für mich ist diese lächerliche Drei-Monats-Sperre sogar noch schlimmer als ein kompletter Freispruch. Wenn die WADA und der CAS sagen: Wir glauben Signore Sinner, dass er nichts gewusst hat, und er ist nicht für sein Umfeld verantwortlich, dann könnte ich damit leben und alle Sportler hätten einen Präzendenzfall. So ist der Wada dem CAS das Kunststück gelungen, ein bisschen schwanger zu werden, und alle Welt weiß: Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen, wenn sie nur tricky genug verhandeln mit den teuersten Anwälten, die nur sie sich leisten können. Ähnlich wie das im übrigen schon Ende letzten Jahres im Fall Iga Swiatek lief, die ebenfalls positiv getestet wurde und mit einer (noch) lächerliche(re)n Sperre davonkam.
Jetzt beginnt der Kampf um die Deutungshoheit. Hier das Relativieren, das „ist-doch-nicht-so-schlimm“, dort die Empörung, die hoffentlich nicht nur mich, sondern auch die Kistners und Seppelts dieser Welt packt, für die jeder Radsporter per se ob seiner Leistungen schon suspekt st. Apropos Leistungssteigerung: Dern unglaublichenLeistungssprung, den Sinner gerade letztes Jahr gemacht hat, seine deutlich verbesserten Fitness- und Kraftwerte möchte ich noch anmerken

„Der Fall Sinner stinkt zum Himmel“, schrieb ich im Juli, als die Causa bekannt wurde.
https://blickueberdenteich.de/der-fall-jannik-sinner-stinkt-zum-himmel/Jetzt weiß ich: Zumindest der Tennissport ist mit einer extrem stinkenden Kloake überzogen, die so schnell nicht wegzuwischen ist. Mir ist die Freude an dieser wunderbaren Sportart sehr vergällt.