von Münchner Löwe | Juni 24, 2025 | basketball, Fußball, Tennis, Wochenrückschau
Bubliks Rasenzauber
Publikumsliebling bei allen Turnieren ist Alexander Bublik schon lange. Er spielt ein extrem attraktives abwechslungsreiches Tennis. Nie vorhersehbar, was er als nächstes macht; ein Stop hier, eine unterschnittene Vorhand dort. Überschäumende Spielfreude von einem, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, was er als Nächstes tun wird. Wenn er denn will, denn der Kasache gilt nicht als Trainingsweltmeister, der sein ganzes Leben dem Tennis unterordnet, sondern lieber Zeit mit der Familie verbringt. Work life balance at its best, der auch noch mit 50 einen gesunden Körper samt wachen Geist haben will. Und so gibt es auch viele Turniere, wo er keine Lust hat und die Matches abschenkt. Nur noch nach Hause will er dann.
Zurzeit allerdings läuft es wie geschnitten Brot bei Bublik. Schon der Einzug ins Viertelfinale bei den French Open war aufsehenerregend, und jetzt (auf seinem Lieblingsbelag Rasen) legte er in Halle/Westfalen nach und holte sich zum zweiten Mal nach 2023 die Siegestrophäe. Auf dem Weg dorthin begeisterte er durch sein wunderbares Tennis, besiegte unter anderem Jannik Sinner und Daniil Medwedew. Wir dürfen mehr als gespannt sein auf sein Abschneiden in Wimbledon ab nächster Woche. Sein Turniersieg spülte ihn noch auf Platz 30 der Weltrangliste, er wird also gesetzt sein (wahrscheinlich werden die Top-Spieler darüber ziemlich aufatmen).
In Halle endete Alexander Zverevs nächster Versuch, ein Rasenturnier zu gewinnen, im Halbfinale. Dort verlor er gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew in knapp drei Stunden. Jener Russe, der in diesem Jahr bisher extrem wenig erfolgreich war, doch jetzt zu alter Form zurückzukommen scheint. Trotz der Niederlage schaut Zverev einigermaßen zuversichtlich nach Wimbledon.
Die Top-Elite der Frauen traf sich in Wimbledon. Von den Top Ten fehlte in der Meldeliste nur Iga Swiatek. Umso erstaunlicher, dass sich im Finale Marketa Vondrousova aus Tschechien und die Chinesin Wang trafen. Vondrousova immerhin hat auf Gras ihre Stärke mit dem Wimbledonsieg 2022 eindrücklich hinterlegt und spielte eine Woche lang großartiges Tennis mit Siegen unter anderem gegen Madison Keys in der 1. Runde und Aryna Sabalenka (Halbfinale). Im Endspiel brauchte sie dann 3 Sätze, um sich gegen die unverwüstliche Qualifikantin Wang durchzusetzen. Sie wird wie ihre Final-Konkurrentin für Wimbledon nicht gesetzt sein. Apropos: Wer für Wimbledon einen validen Turniersiegerinnen-Tipp hat: herzlichen Glückwunsch. Ich hab nicht die leiseste Ahn ung, wr in gut 2 Wochen die Trophäein die Luft stemmt. Eine „ova“ (also eine Tschechin) scheint wahrscheinlich, aber welche?
Auf den Spuren der Weltmeister 2014?
In einem jetzt schon legendären EM-Viertelfinale (naja vielleicht doch etwas aufgebauscht) setzten sich die Deutschen U-21-Männer gegen Italien durch. Nach dem 0:1 drehten Woltemade und Weiper die Partie. Die Italiener verloren die Nerven und 2 Spieler durch Platzverweise. Zu neunt gelang ihnen durch einen Freistoß in allerletzter Minute (hach haarsträubenden Abwehrfehler) der Ausgleich. Die Verlängerung war ein ewiges Anrennen 11:9 (meinetwegen 10:8), eher systemlos, aber mirt viel Leidenschaft gegen ebenso leidenschaftlich verteidigende Azzurri. Merlin Röhl erlöste die Deutschen mit seinem knallharten Schuss zum 3:2 und bewahrte sie vorm Elfmeterschießen und der möglichen Pleite in Überzahl.
Ein aufregendes Spiel, und schon werden Erinnerungen wach an diesen unfassbar starken 2009er-Jahrgang, als die Deutschen gar Europameister wurden. Und mit Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng und Mesut Özil in der Stammelf hatten, die 2014 Korsettstangen im Weltmeisterteam waren. Ob den heurigen Spielern Ähnliches gelingt, bleibt abzuwarten, aber einem Woltemade und Torwart abotube wird eine große Zukunft prophezeit.
Die Deutschen qualifizierten sich als einzige Gruppensieger fürs Halbfinale, in dem sie am Mittwoch (21:00) auf Frankreich treffen. Zuvor (18:00) ermitteln England und Holland den anderen Finalisten. Ausgeschieden sind dagegen die hochgehandelten Spanier und Portugiesen.
Und sonst?
- Tennis-Turniersiege feierten auch McCartney (wer zum Teufel nennt sein Mädchen so?) Kessler (in Nottingham) Carlos Alcáraz (in Queens). Das Doppel in Halle sicherten sich Kevin Krawitz/Tim Pütz, eine gelungene Generalprobe des besten deutschen Paars für Wimbledon.
- Motorrad: Die Marquez-Festspiele in der MotoGP gehen weiter. In Mugello gewann Marc sowohl Sprint als auch Hauptrennen, jeweils vor seinem jüngeren Bruder Alexis. Allein diese beiden kommen noch für den WM-Titel in Frage.
- Basketball: Die deutschen Frauen haben sich in der „Hamburger Gruppe“ mit 2 Siegen gegen Schweden und Großbritannien (und einer Niederlage gegen Spanien) fürs Viertelfinale qualifiziert. Dort treffen sie am Mittwoch in Piräus auf den Turnierfavoriten Belgien. Eine fast nicht zu stemmende Aufgabe.
- US Sport: Die Florida Panthers verteidigten gegen die Edmonton Oilers den NHL-Titel. Erstmals feierte das Team der Oklahoma City Thunder über eine NBA-Meisterschaft. Mehr in aller Ausführlichkeit in gesonderten Texten.
Einen Mega-Transfer gab es schon vor dem offiziellen Start. Kevin Durant, trotz seiner 36 Jahre immer noch einer der besten Spieler der NBA, wechselt von den Phoenix Suns zu den Houston Rockets. Dafür erhält das Team aus Arizona Jalen Green, Dillon Brooks, den diesjährigen Nummer-10-Pick der Draft am Mittwoch. Die Meinungen, ob das genug Kompensation ist, sind geteilt. Ich glaube sehr viel mehr, war nicht rauszuschlagen, weil klar war, dass die Suns Durant unter allen Umständen loswerden wollten. Ob dieser den Rockets wirklich entscheidend weiterhilft, ist die große Frage. Ich persönlich habe da so meine Zweifel.
- Leichtathletik: Gina Lückenkemper stellte mit 10,93 Sekunden ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter ein. Leider wird die Zeit offiziell nicht gewertet, weil der Wind mit 2,5 m/s etwas zu stark von hinten anschob. Trotzdem: Sie scheint in Form zu sein.
von Münchner Löwe | Juni 22, 2025 | basketball, Formel 1, Motorrad, Tennis, Wochenvorschau
Letzte Grastests vor Wimbledon
Die dritte Woche auf Gras steht schon ganzn im Zeichen von Wibledon, das dann nächste Woche die Schlagzeilen füllt. Erneut schlägt ein großer Teil der Frauen-Weltelite beim schmicken Turnier in Bad Homburg auf. Gemeldet und bisher auch nicht abgesagt haben 6 Tpop-12-Spielerinnen, darunter Jessica Pegula und die letztjährige Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini.
Bereits ausgeschieden ist allerdings Tatjana Maria, die in der 1. Runde Leila Fernandez unterlag. Bei ihrem Triumphzug in Queens vor einer Woche hatte Maria die Kanadierin noch besiegt. Künstlerpech oder doch: Normalität. Die deutschen Farben hält jetzt im Einzel nur noch Laura Siegemund hoch, die mit einer Wild Card bedacht wurde und es mit Qualifikantin Victoria Azarenka zu tun bekommt. Eva Lys dagegen scheiterte in der Qualifikation, musste dort aufgeben.
Die Frauen spielen außerdem traditionsgemäß in Eastbourne (Kasatikina, Kreijikova), die Männer ebenfalls in Eastbourne (Fritz, Paul, Mensik) und auf Mallorca (Shelton, Auger-Alliasime).
Im Blickpunkt steht natürlich jetzt schon die Wimbledon-Qualifikation, die wie immer in Roehampton ausgetragen wird. Wer sich da in insgesamt 3 Runden durchsetzt durchsetzt, ist schon mal gestählt und auch im Hauptwettbewerb für den einen oder aderen Sieg gut.
Hoffentlich abgekühlt nach Spielberg
Nach dem McLaren-internen Crash zwischen Lando Norris und Oscar Piastri in Montreal dürfte die Stimmung beim britischen Rennstall angeheizt sein. Norris nahm zwar alle Schuld auf sich, aber er ist nun mal Wiederholungstäter. Nach einer Woche Pause wandert der Formel-1-Zirkus nach Spielberg, wo sich die Gemüter bis Rennstart hoffentlich abgekühlt haben. Auch wenn die McLarens mit dem Sieg in Kanada nichts zu tun hatten (unabhängig vom Crash wenige Runden vor Schluss), sie sind erneut zu favorisieren. Die Merxcedes-Kobo George Russell/Kimi Antonelli hat allerdings einen markanten Schritt nach vorn gemacht, und die fahrerische Klasse von Max Verstappen im Red Bull ist immer noch einzigartig.
Höhepunkt der Motorradler
Für die Traditionalisten ist das niederländische Assen immer noch der Gral des Motorrad-Rennsports. Ein fahrerisch äußerst anspruchsvoller Kurs, auf dem sich am Sonntag die besten Fahrer beharken werden. Das Maß aller Dinge in der MotoGP sind weiter die Marquez-Brüder Marc und Alexis, die der Konkurrenz ein ums andere Mal auf und davon fahren. Warum nicht auch in Assen?
Pfliicht erfüllt, schwierige Kür für Basketball-Frauen
Mit Siegen über Schweden und Großbritannien und einer Niederlage gegen Spanien haben sich die Deutschinnen fürs Viertelfinale der EM qualifiziert. Dort wartet am Dienstag mit Belgien eine sehr hohe Hürde. Zwei Testspiele im Juni gegen diesen Gegner gingen haushoch verloren. Auch wenn da die WNBA-Stars Leonie Fiebig und Luisa Geiselsöder nicht dabei waren – ich sehe die komplette Wende nicht.
Und sonst?
- Auch die U-21-EM der Männer geht in die K.-o.-Phase. Das deutsche Team spielt bereits am Sonntag gegen Italien.
- Ach ja, die Club-WM: Sie mäandert so vor sich hin, doch ab Samstag kommt mit den Achtelfinali vielleicht doch etwas Spannung auf. Das sehen im übrigen die Südamerikaner ganz anders, für die ist dieses Turnier tatsächlich eine Herzensangelegenheit. Nun denn.
- Matchball für ratiopharm Ulm. Die Donaustädter können am Dienstag mit einem Erfolg gegen en FC Bayern die Basketball-Meisterschaft klarmachen. Am Samstag gewannen sie im Münchner SAP Garden etwas überraschend, dafür umso verdienter mit 79:77 und führen in der Serie Best of 3 mit 2:1.
- 3×3-Weltmeisterschaft: In der Mongolei treffen die je 20 besten Teams aufeinander. Über die Chancen der deutschen Mannschaften kann ich wenig sagen. Die Vorschauen sind, sagen wir es, äußerst dürftig auch vom übertragenden Sender Magenta (sei hiermit auch erwähnt).
von Münchner Löwe | Juni 16, 2025 | Formel 1, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Freudentag für Mercedes
Silbern sind die Stuttgarter Formel-1-Renner ja schon länger nicht mehr, dafür endlich mal wieder Pfeile. Zumindest dieses Wochenende in Montreal, diesen herrlichen Stadtkurs, vielleicht die schönste Rennstrecke im Kalender. George Russell fuhr nicht nur auf die Pole Position, er nutzte diesen Vorteil auch zu einem Start-Ziel-Sieg. Das Top-Ergebnis rundete Jungstar Kimi Antonelli auf, der als Dritter erstmals aufs Podium fuhr. Dazwischen Weltmeister Max Verstappen im Red Bull.
Bis der Rennsieg allerdings offiziell war, dauerte es fünfeinhalb Stunden. Red Bull hatte Protest gegenRussell eingelegt, weil sich dieser in einer Gelb-Phase kurz vor Schluss nicht regelkonform verhalten hätte. Um 3 Uhr morgens unserer Zeit dann die Bestätigung: alles Okay, Protest unbegründet. Wenn sich die Königsklasse nicht auf Dauer lächewlich machen will, dann muss so etwas einfach schneller gehen.
Und die McLarens? Verpassten das Protest, sorgten auber für den Renn-Aufreger des Sonntags. Kurz vor Schluss meinte der Fünftplatzierte Lando Norris, er müsste sich mit Gewalt an dessen Teamkollegen und WM-Führenden Oscar Piastri vorbeizwängen. Es kam, wie es kommen musste, Norris kollidierte mit Piastri und musste den Wagen abstellen (deshalb die Gelbphase). Piastri hatte Glück, dass er im Rennen blieb und rettete den vierten Platz. Zum wiederholten Mal machte Norris einen dämlichen Fehler, zum wiederholten Mal bat er um Entschuldigung, aber Besserung ist nicht in Sicht. Mal sehen, wie lange das die McLaren-Bosse noch dulden. Eine Teamorder scheint fast unerlässlich.
Einen traurigen Moment hatte Lewis Hamilton: Der Ferrari-Fahrer überfuhr ein Murmeltier und verletzte es tödlich. Das ging dem erklärten Tierfreund nahe: „Grausam, schlimm, das ist mir hier noch nie passiert.“ Zudem trug auch der Wagen einen deutlichen Schaden am Unterboden davon, aber Hamiltons Trauer galt tatsächlich glaubwürdig dem Murmeltier
Magdeburger Handballer obenauf
Nach der verpassten Meisterschaft (vor allem im Herbst wurden zu viele Punkte verloren) rehalbilitierte sich der SCM und holte sich die Champions League. Nach dem aufreibenden Halbfinalsieg gegen den FC Barcelona mit einem Treffer in letzter Sekunde gewann er das deutsche Duell gegen die Füchse Berlin am Ende fast ungefährdet. Die starke Abwehr und ein zeitweise fast unbezwingbarer Schlussmann Sergej Hernandez (ein Spanier!) waren die Schlüssel zum Erfolg. Die Berliner waren sichtlich ermüdet von der Saison, auch Matthias Gidsel kam nicht zur Geltung, und das obwohl er im Halbfinale tags zuvor nach nur 9 Minuten eine (umstrittene!) Rote Karte gesehen hatte. Der Tank war einfach leer beim Welthandballer und dem ganzen Team.
Unwürdig war die Spielfläche: Nicht nur weil sie über und über mit Werbung gepflastert war (augenkrebserregend). Vor allem in den Halbfinals war das Parkett tückisch glatt, die Spieler rutschen wiederholt aus (so auch Gidsel vor seiner Roten Karte, als er in einen Gegenspieler hineinrutschte). Niemand hat sich verletzt, also noch mal gutgegangen. Aber Fehler suchen und aufarbeiten, bitte schön!
Mama Maria – ein Tennismärchen
37 Jahre ist Tatjana Maria mittlerweile alt, inzwischen zweifache Mutter, doch vom Tennis hat sie immer noch nicht genug. Allerdings hatte sie bisher ein verheerend schlechtes Jahr, bevor sie sich auf zum Londoner Queensclub aufmachte zu ihrem Liblingsbelag Gras. Qualifikation musste sie vorvergangenes Wochenende spielen. Sie gewann zwei Partien, und dann begannein märhcenhafter Siegeszug gegen Teile der Weltelite. Schon die Siege gegen Leyla Fernandez und Karolina Muchova kamen überraschend. Im Viertelfinale fertigte sie die ehemalige Wimbledonsiegerin Lena Rybakina ebenso in zwei Sätzen ab wie im Halbfinale die amtierende Australian-Open-Championesse Madison Keys, beide ausgesprochene Rasenspezialistinnen. Da war im Endspiel die Aufgabe Amanda Anisimova fast einfach zu nennen, auch hier gewann geradezu leicht und locker in nur 84 Minuten.
Maria ist ja der Schrecken all der Haudraufinnen mit ihrem völlig unüblichen Schnibbelstil. Sie spielt ja neben der Rückhand auch die Vorhand sehr gerne mit Unterschnitt, verteilt die Bälle klug und ist eine wahre Verteidigungskünsterin. Dazu verfügt sie über einen besonders auf Gras extrem gefährlichen Aufschlag.
Der größte Einzelerfolg für Maria, die ihr erstes 500er-Turnier für sich entschied (zuvor 3 kleinere Veranstaltungen). 2021 war sie mit ihrer unorhodoxen Spielwiese schon mal ins Wimbledon-Halbfinale gestürmt, aber dieser Turniersieg ist meines Erachtens noch bedeutender. Vor den Augen ihrer Familie, dem Ehemann Charles-Édouard und der 11-jährigen Tochter Charlotte, die ihr verblüffend ähnlich sieht und der allgemein sehr großes Tennistalent beschieden wird. Bleibt für sie allerdings fast zu hoffen, dass sie nicht ähnlich verkorkst spielt wie die Frau Mama 👩. Natürlich führte der erste Weg von Maria zur Familie, wo auch die jüngere Tochter Cecilia selig im Kinderwagen schlafend erst mal geherzt wurde.
214.000 Dollar füllen die Reisekasse auf, jetzt geht es nach Nottingham, wo mit Petra Kvitova eine zweifache Wimbledonsiegerin in der 1. Runde wartet. Die ist erst 35 Jahre alt, also eine Springinsfeldin, aber seit 7 Juli 2024 ebensfalls stolze Mama eines Jungen.
Und sonst?
- Fußball: Die deutschen U-21-Männer stehen im Viertelfinale. Dem 3:0 gegen Slowenien am Donnerstag folgte am Sonntag ein 4:2 (nach 4:0) gegen Tschechien.
- Tennis: Alexander Zverev bleibt ohne Turniersieg auf Rasen. Der Hamburger verlor das Finale in Stuttgart gegen Taylor Fritz, die fünfte Niederlage gegen den US-Boy hintereinander. „Du darfst nicht mehr herkommen“ scherzte Zverev bei der Siegerehrung.
Weitere Turniersiege schafften in s´Hertogenbosch (Niederlande) die Belgierin Elise Mertens und Gabriel Diallo aus Kanada.
- Basketball: Der FC Baydern hat das erste von maximal 5 Spielen im BBL-Finale gewonnen. Das 82:66 klingt viel deutlicher, als die lange sehr ausgeglichene Partie tatsächlich war.
- Leichtathletik: Mondo Duplantis hat beim Heim-Meeting in Stockholm seinen eigenen Weltrekord auf 6,28 Meter gesteigert. Sein Landsmann Andreas Almgren überraschte mit einem unglaublichen Europarekord von 12:44,27 Minuten. Robert Farken schaffte nach seinem 1500-Meter-Rekord auch über die Meile eine neue nationale Bestleistung.
- Golf: JJ Spaun gewann die US Open, das 3. Major-Turnier des Jahres. Mit einem Putt aus 30 Metern machte er den Triumph am Oakmont Coutry Club in Pennsylvania perfekt. Er blieb als einziger aller Teilnehmer unter Par auf dem wohl schwierigsten Kurs der Tour, obwohl es nirgends Wasser gibt.
von Münchner Löwe | Juni 10, 2025 | Formel 1, Fußball, Golf, Leichtathletik, Tennis, Wochenvorschau
US Open im Golf, Formel 1 in Montreal, die Sportwelt schaut nach Amerika. Wo ja auch noch ein Fußball-Turnier stattfindet, das mich bisher allerdings überhaupt nicht interessiert
McIlroy? Scheffler? – oder ein Dritter Mann?
Das 3. Major-Turnier der Golfer startet ab Donnerstag. Gespielt wird auf dem extrem schwierigen Platz in Oakmont Country/Pennsylvania, und wer die Organisatoren der Open kennt, weiß, dass niedrige Scores nur sehr schwer zu erreichen sein werden. Als Favorit sehe ich Scottie Scheffle, zuletzt in bestechender Form und zwei großen Siegen in den USA, darunter die PGA Championshhips.Imme zu nennen ist auch Masters-Triumphator Rory McIlroy, seitdem allerdings nicht mehr groß in Erscheinung getreten. Diese beiden bekommen es mit gut zwei Dutzend seriöser Sieganwärter zu tun – wie immer beim Golf und erst recht bei den US Open.
Auch Phil Mickelsen ist dabei, dem die Open noch in seiner reichen Siegerssammlung fehlen als einziges Major. Vielleicht zum letzten Mal, denn seine automatische Teilnahmeberechtigung läuft aus. Allerdings wird der 55-Jährige schon froh sein, wenn er den Cut schafft.
Apropos US Open. Zu miener Schande und dem größten Bedauern habe ich das Frauen-Turnier vorvegangene Woche (!)völlig verschwitzt. Nachträglich sei wenigstens die Siegerin genannt: Es gewann die Schwedin Maja Stark, die ihren ersten Major-Triumph landete und dafür immerhin 2,4 Millionen Dollar kassierte. Unter Ausschluss zumindest der deutschen Sport-Öffentlichkeit (ich habs echt nicht mitbekommen). Die sich dann aufregt, wenn die Tennis-Frauen nicht zur besten Zeit gezeigt werden und am Abend auf dem Center Court spielen dürfen. Da darf ich mir auch gerne selbst an die Nase fassen.
McLarens wieder die Gejagten
Die Formel 1 macht wieder in Montreal Station, mein allerliebstes Rennen im Kalender, zumal es auch noch zur besten europäischen Sendezeit läuft (Start, Sonntag 20 Uhr). Nicht nur, aber schon auch wegen der berühmten „Wall of Champions“, jener Mauer, die nach einer verzwickten Kurvenkombination lauert und die schon die absoluten Weltklassefahrer wie auch ein Michael Schumacher schon geküsst haben.
Favoriten sind natürlich wieder die McLarens, das mit Abstand beste Auto im Feld. Der junge Australier fährt in dieser Saison bisher praktisch fehlerlos und ist noch stäker einzuschätzen als Teamkollege Lando Norris. Die Konkurrenz kann eigentlich nur hoffen, dass sie sich gegenseitig ins Gehege kommen, was bisher aledings ausblieb.
Die sagenumwobene Club-WM
Startet in der Nacht zu Sonntag mit dem Knaller Inter Miami (mit Lionel Messi und nur deshalb überhaupt dabei) gegen Al Ahly. Stand heute werde ich das geldige Turnier nicht besonders verfolgen. Wenn überhaupt etwas reizvoll sein könnte, dann die Vergleiche der südamerikanischen und europäischen Teams. Aus Deutschland dabei sind Bayern München und Borussia Dortmund, die mindestens 50 Millionen Euro kassieren, wenn es nur einigermaßen läuft. Der Teufel und der Haufen, ihr wisst schon …
Und sonst?
- BBL: Am Dienstag die 4. Spiele im Halbfinale: Würzburg erzwang gerade mit einem Sieg gerade Ulm ein 5. Spiel, gerade spielt Heidelberg gegen München und muss gewinnen, um nicht auszuscheiden. Die 5. Spiel(e) finden am Freitag statt.
- Tennis: Die Rasensaison beginnt mit Männer-Turnieren in Stuttgart (Zverev, Engel, Struff), ´s Hertogenbosch (Medwedew, Humbert). Dort sind auch die Frauen am Start (Samsonowa, Alexandrowa), die erstmals seit 1974 auch wieder in London (nicht Wimbledon ist gemeint) antreten (Qinwen Zheng, Keys).
- US Sport: Die Finalserien in NBA und NHL gehen langsam in die entscheidende Phase. Florida Panthers führen 2:1 vs Edmonton, das nächste Spiel in der Nacht zu Freitag in Florida). Die Serie zwischen den Oklahoma City Thunder und Indiana Pacers steht 1:1 (Nacht zu Donnerstag in Indianapolis).
- Leichtathletik: Bislet Games in Oslo, eines der schönsten Meetings im Rahmen der Diamond League am Donnerstag. In Deutschland nur gegen Aufgeld zu sehen. Sucht lieber per VPN einen britischen (BBC4), italienischen ode sonstigen Sender.
von Münchner Löwe | Juni 9, 2025 | Fußball, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Portugal gewinnt die Nations League, Coco Gauff in Paris, und die Füchse Berlin sind deutscher Handball-Meister.
Anmerkung: Zum Männer-Einzel https://blickueberdenteich.de/alcaraz-gewinnt-den-super-thriller/
und den NBA Finals https://blickueberdenteich.de/thunder-gleichen-aus/
gibt es gesonderte Texte
Unerwarteter Freudentaumel
Etwas überraschend, dafür umso verdienter hat sich Portugal die Nations League gesichert. In einem teilweise hochklassigen Finale setzten sich die Portugiesen im „Iberico“ gegen den großen Nachbarn Spanien nach Elfmeterschießen durch. Zweimal war Espana in Führung gegangen, zweimal glichen die Lusitanier aus. Unter den Torschützen war auch Cristiano Ronaldo, der zum 2:2 traf, kurz vor der Verlängerung allerdings wegen einer Muskel-Verletzung das Spielfeld verlassen musste.
Umso ergriffener war er nach dem letzten Elfer. während die Mitspieler in einem wahren Freudenknäuel versanken, vergoss er Tränen der Freude. Auch ich hab hier ja oft bemäkelt, CR7 schade diesem Team mehr als dass er nutze. Aber zum einen hat er immer noch den genialen Torriecher, zum anderen ist er absolut unangefochtener Volksheld, der hymnisch verehrt wird auch von seinen Mitspielern. Er muss schon von sich selbst sagen, dass es nicht mehr geht, und zurzeit geht es noch sehr gut..
Jedenfalls haben die Portugiesen eine wirklich aufregende Truppe zusammen ohne echte Schwachstelle, dafür mit Mittelfeldmotor Vitinha und Nuno Mendez überragende Einzelkönner, die zumindest am Sonntag auch den spanischen Jungstar Lamine Yamal deutlich in den Schatten stellten. Der hatte einen schwachen Tag und machte einen extrem lustlosen Eindruck.
Im Halbfinale hatten die Portugiesen ebenfalls in München die Deutschen bezwungen, völlig verdient am Ende, auch weil Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinen Wechseln danebengriff. Wie er etwa auf die Idee kommt, dass ein Niclas Füllkrug ohne jede Spielpraxis ein Gewinn wäre. Oder der völlig formlose Serge Gnabry. Klar, einige sehr wichtige Spieler fehlten (Musiala, Rüdiger, Kleindienst), aber der 2. Anzug passt noch gar nicht. Und zumindest Stand heute würde ich das Team nicht zu den engeren WM-Favoriten zählen, zumal das Turnier in Amerika stattfindet.
Gauff triumphiert auf der roten Asche
Sicher ist Sand nicht der Lieblingsbelag der Amerikanerin. Doch nachdem sie sich irgendwie ins Finale von Roland Garros gespielt hatte mit Erfolgen unter anderem gegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys , zeigte sie nach einem Fehlstart gegen Aryna Sabalenka eine hervorragende Leistung. Sie drang vor allem in den Kopf der Weißrussin hinein, die vor allem über ihre eigenen Fehler mehr und mehr verzweifelte. Sympathien bei mir hat sie leider eh wenige: Ihre unerträgliche (!) Schreierei auf dem Platz und ihre Egomanie auf (der entnervte Blick zu ihren Leuten) und neben dem Platz sind nur schwer erträglich. Hinterher moserte sie fast ausschließlich über ihr Spiel. Was für eine Unsportlichkeit gegenüber Gauff, der sie den Eindruck vermittelte, die Amerikanerin habe nur wegen Sabalenkas Gnaden gewonnen, was natürlich reiner Blödsinn ist.
Die immer noch erst 21-jährige Gauff hat nun nach den US Open 2023 das 2. Grand-Slam-Turnier gewonnen, ihr Tief im vergangenen Jahr ist überwunden. Attraktives Tennis spielt sie eh, wir werden sehen, wie weit sie das noch führt.
Schöne Erfolge gab es für die deutschsprachigen Juniorinnen und Junioren. Die 17-jährige Österreicherin Lilli Tagger gewann die Mädchen-Konkurrenz. Faszinierend: Sie spielt mit einer einhändigen Rückhand, eine absolute Seltenheit bei den Frauen. Die 1,85 Meter helfen ihr zudem natürlich beim Aufschlag.
Ein rein deutsches Finale gab es bei den jungen Männern: Niels McDonald gewann gegen seinen guten Freund Max Schönhaus. Mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft, zumal die ebenfalls noch ganz jungen Justin Engel und Diego Dedura am Nachwuchsturnier gar nicht teilnahmen.
Berlin endlich Handball-Meister
Im letzten Spiel machten es die Füchse noch mal spannend. 3 Tore lagen sie kurz nach der Pause bei den Rhein-Neckar Löwen zurück, der für den Titel notwendige Punkt schien gefährdet. Doch dann rissen sich die Berliner zusammen, und angeführt von Welthandballer Mathias Gidsel siegten sie letztlich ungefährdet mit 38:33. So retteten sie einen Zähler Vorsprung gegenüber Titelverteidiger SC Magdeburg ins Ziel und holten die erste für die Hauptstadt nach der Wende (und die erste für den Westteil der Stadt überhaupt). Gidsel ist natürlich ein absoluter Glücksfall für die Füchse und die Bundesliga. Er hätte weit lukrativere Angebote in Spanien und Frankreich, zieht aber die ihn stets fordernde Bundesliga vor und genießt das für ihn recht ruhige Leben in de Hauptstadt. Und Jahr für Jahr zeigt er dann noch mit den Dänen, dass er der beste Handballer der Welt ist.
Am Ziel der Träume ist auch Bob Hanning, der vor 20 Jahren das Projekt Füchse-Handball in der Hauptstadt begann. Immer streitbar, aber oft mit erstklassigen Ideen. Die von ihm geförderte Jugendarbeit trägt Früchte und bringt viele Klassespieler heraus wie jetzt Fabian Wiede. Erinnert sei auch an den hochbegabten Paul Drux, der leider allzu früh wegen anhaltender Verletzungen seine Karriere beenden musste.
Die Füchse und Magdeburg sehen sich schon dieses Wochenende in Köln wieder, wenn die Champions League ihr Final Four austrägt. Der SCM trifft am Samstag im Halbfinale auf den FC Barcelona, Berlin auf Nantes, Handballfeste sind wahrscheinlich.
OIlers kassieren Heimpleite
Nach den ersten beiden Spielen in Edmonton steht die Finalserie zwischen den heimischen Oilers und Titelverteidiger Florida Panthers 1:1. Auch die 2. Partie ging in die Overtime, in der diesmal Florida das bessere Ende für sich hatte. Marchmant nutzte einen Konter, lief alleine auf Torwart Scottie Skinner zu und überwand diesen mit etwas Glück und viel Mühe.
Leon Draisaitl hatte für seine Oilers erneut ein Tor geschossen, nach brillanter Vorarbeit von Conor McDavid. In de Nacht zu Dienstag findet Spiel 3 in Florida statt
Und sonst?
- BBL: Die Favoriten haben nach dem jeweils dritten Halbfinalspiel die Nase vorn. Der FC Bayern führt gegen Heidelberg genauso mit 2:1 wie ratiopharm Ulm gegen Würzuburg. Die jeweils vierten Partien finden am Dienstag in Würzburg (18:30) und Heidelberg (20:00) statt.
- Motorrad: Marquez-Festspiele in Aragon. Im Sprint und Hauptrennen gewann jeweils Marc Marquez vor dem jüngeren Bruder Alexis. In der WM-Wertung führt Marc vor Alexis, der Dritte Francisco Bagnaia hat schon großen Rückstand.
- Rallye: In Sardinien war der französische Altmeister Sebastien Ogier mal wieder eine Klasse für sich. Der achtmalige Weltmeister siegte vor Odd Tanak aus Estland und dem Finnen Kalle Rovenpera.
- Schwimmen: Einen unglaublichen Weltrekord stellte die dreifache Olympiasiegerin Summer Mcintosh auf. Die Kanadierin siegte bei den nationalen WM-Ausscheidung über 400 Meter in 3:54,18 Minuten und blieb mehr als eine Sekunde unter der alten Bestleistung von Ariane Titmus.
- Leichtathletik: Einen Uraltrekord verbesserte der deutsche 1500-Meter-Läufer Robert Farken beim Diamond-League-Meeting in Rom. Er lief als Zweiter 3:30,80 und blieb 76 Hundertstel unter der Leistung von Thomas Wessinghage. Der war 3:31,56 im Jahr 1980 (!) in Koblenz gelaufen.
von Münchner Löwe | Juni 9, 2025 | Tennis
Zurzeit teilt sich die Tennis-Weltelite in 2 Teile auf: Vorn die beiden Ausnahmespieler und -Athleten Jannik Sinner und Carlos Alcáraz, dahinter der große Rest manche zurzeit besser in Form (Musetti, Shelton, Djokovic), manche weniger gut (Zverev, Fritz). Und so kam es am Sonntag zu einem legendären Finale Alcaraz-Sinner, das der Spanier nach 5:29 Stunden (Rekord für ein French-Open-Finale) instensivsten Sports für sich entschied, nachdem er im 4. Satz gleich 3 Matchbälle abwehren konnte.
Der Matchtiebreak im 5. Satz musste entscheiden, und da hatte Carlitos ganz klar die Nase vorn (10:2), der ganz finale Thrill kam also nicht auf.
Alcáraz und Sinner waren förmlich durchs Turnier geglitten wie das Messer durch die warme Butter. Alcáraz zwar mit Mühe etwa gegen Ben Shelton und Lorenzo Musetti, aber letztlich doch überzeugend, Sinner gar ohne Satzverlust. Jetzt duellierten sie sich auf dem Platz Philippe Chatrier auf Augenhöhe, zeigten zum Teil absolut spektakuläres Tennis, allerdings auch erstaunlich viele Fehler; die meines Erachtens aber vor allem dem Risiko geschuldet waren, das sie nehmen (mussten).
Es war das erste Final-Aufeinandertreffen der beiden in einem Grand-Slam-Turnier, und es dürfte längst nicht das letzte Mal gewesen sein, wenn beide gesund und bei Laune bleiben. Zu groß scheint der Unterschied zum großen Rest. Novak Djokovic reitet trotz seiner immer noch herausragenden Spielstärke dem Sonnenuntergang, sprich Karriere-Ende entgegen. Die mittlere Generation (Zverev, Tsitsipas, mittlerweile auch Medwedew), die zunächst an den Großen 3 Federer, Nadal und Djokovic zerschellt ist, scheint zu schwach, und was aus den ganz Jungen wird (Mensik, Fonseca, Fils), muss sich erst zeigen. Spannend wird die Entwicklung von Musetti und Shelton, ob diese beiden hochveranlagten Spieler noch einen Schritt zulegen können. Fakt ist: In den vergangenen 6 Grand-Slam-Turnieren triumphierten nur Sinner und Alcáraz, beide je
Was Besseres als diese (zurzeit noch sehr respektvolle und gar freundschaftliche) Rivalität kann dem Tennissport nicht passieren. Beide polarisieren: Alcáraz ist eher der Künstler mit den unfassbaren Schlägen, die einen staunend und juchzend zurücklassen, Sinner die Konstanz in Person, fast robotermäßig, wie Kritiker monieren. Am Ende dieses Thrillers zeigte auch der Italiener Emotionen, das gibt Anlass zu Hoffnung.
{Sinners verfluchte Doping-Geschichte und die lächerliche 3-Monats-Strafe versuche ich zu ignorieren. Es führt zu nichts mehr, wenn ich mich aufrege}
Ein anderer Aufreger sind dagegen Eurosport-Reporter Matthias Stach und sein Experte Boris Becker (nicht nur bei diesem Spiel). Die beiden reden praktisch ununterbrochen, zum Teil auch in die Ballwechsel hinein, ein absolutes No go. Sie glänzen mit dem absurdesten Wissen über die abstrusesten Nebensächlichkeiten, das sie immer und überall oft ohne jeden Bezug reinwerfen (das gefürchtete Stach-übrigens). Wie angenehm sind dagegen die englischen Kollegen, zu denen ich letztlich geflohen bin (danke Eurosport für diese Option)
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