Das war die Woche, die war

Vorbemerkung: Zum sog. Boxkampf zwischen Stefan Raab und Regina Halmich werde ich an dieser Stelle kein Wort verlieren. Für diese Woche plane ich ein Fernsehstück, da brennt mir so einiges auf den Nägeln.
Der US Sport wiederum erhält am Dienstag nach dem Mondy Night Game besondere Beachtung. So werde ich es in der NFL die ganze reguläre Saison halten, außer es geschieht Außergewöhnliches.

Bayern endlich wieder vorn

Zumindest nach Münchner Lesart hat die Bundesliga endlich wieder ihren einzig vedienten Spitzenreter. Mit dem nie gefährdeten 6:1 beim hoffnungslos überforderten Aufsteiger Holstein Kiel sind die Bayern nach drei Spieltagen der letzte verbliebene Club ohne Punktverlust. Bereits nach 15 Sekunden traf Jamal Musiala, nach einer Viertelstunde stand es schon 3:0. Harry Kane erzielte drei Treffer und lieft nun auch wieder in der Torschützenliste vorn – gleichauf mit Hoffenheims Andreij Krmaric.

Das Tabellenende formiert sich

„Die Aufsteiger Holstein Kiel FC St. Pauli und VfL Bochum werden die letzten drei Plätze unter sich ausmachen“ – so lautete die fast einhellige Meinung vor Saisonbeginn. Und die ersten 3 Spieltage bestätgten eindrucksvoll diese Einschätzung. Die drei Clubs zieren jeweils ohne Punkt das Tabellenende, und keines der insgesamt 9 Spiele der Drei wurde dramatisch-unglücklich verloren. Einzig Mainz ist überhaupt außerdem ohne Sieg. Große Besserung scheint nicht in Sicht. Am Samstag steigt allerdings schon der erste Abstiegsgipfel zwischen dem VfL und Holstein. Gnädigerweise versteckt in der Konferenz.

Worüber die Liga sonst spricht

– Karim Adeyemi: Der hat eine grandiose Woche hinter sich. Für die U 21 erzielte er beim 10:1 gegen Estland 3 Tore, am Freitag beim 4:2 gegen   Tabellenführer 1. FC Heidenheim war er zweimal erfolgreich und legte den Führungstreffer von Donyel Malen mustergültig auf. Ist jetzt bei ihm endlich der Knopf aufgegangen oder ist es nur ein Strohfeuer? – die nächsten Wochen werden es zeigen.
– Leverkusen wieder in der Erfolgsspur: Die erste Liga-Niederlage nach mehr als einem Jahr vor den Länderspielen hat keine sichtbaren Spuren hinterlassen, die Aufgabe in Hoffenheim läste Bayer letztlich souverän mit dem 4:1. Vioctor Boniface erzielte zwei Tore und war außerdem in aller Munde, weil er nach einem Treffer die Hosen runterließ. Ein Tiktok-Trend in seinem Heimatland Nigeria sei das, erklärte der Stürmer, der um eine Gelbe Karte herumkam. Nur Trikotausziehen ist explizit verboten, und der Schiri sah keinen höhnischen Jubel, weil ja noch eine ebenfalls weiße Unterhose sein Hinterteil vehüllte.
– Musiala oder Wirtz: Diese Diskussion entfachte Sky-Experte Didi Hamann, bei allen Bayern-Fans und-Verantwortlichen eh ein rotes Tuch: Vereinfacht sagte er folgendes: Der FCB möge die beiden Spieler tauschen, weil Wirtz seine Mitspieler besser einsetzt und Musiala in seiner Dribblerkunst, die Hamann explizit über den grünen Klee lobte, manchmal den besser postierten Kollegen übersieht. Ein Shitstorm von Verein und einigen Experten ergoss sich über Hamann, der tapfer am Samstag seine Meinung verteidigte und präzisierte. Im Prinzip kann ich der Argumentation durchaus folgen, der Zeitpunkt war allerdings angesichts Musialas drei schönen Vorlagen im Länderspiel gegen Ungarn unglücklich gewählt.

Nagelsmann kann auch normal

Als der Bundestrainer das Amt vor knapp einem Jahr übernahm, war das eine Ausnahmesituation, weil das Unternehmen Heim-EM alles überstrahlte. Jetzt ist der normale Zustand eingetreten, und was die Truppe beim 5:0 gegen Ungarn und mit Abstrichen auch beim 2:2 in Amsterdam zeigte, macht tatsächlich Lust auf mehr. In der Offensive hat der Coach zahlreiche Möglchkeiten , in der Defensive allerdings noch einiges zu tun. Eines lässt sich sagen: Der Rücktritt der vier erfahrensten Spieler Neuer, Müller, Gündogan und Kroos wurde kompensiert. Ob das dann auch klappt, wenn es mal heikel wird, muss sich zeigen.

Internationaler Fußball:
– Barca prolongiert Erfolgsserie: Auch vom aufdmüpfigen katalanischen Rivalen ließ sch das Team von Trainer Hansi Flick nicht aufhalten. Gleich mit 4:0 behilet es die Oberhand. Während Lewandowski leer ausging, erziete  Lamine Yamal 2 Treffer. Wo ist die Grenze für dieses Supertalent?
Liverpools Heimpleite: Die Reds verloren völlig überraschend gegen Nachzügler Nottingham Forest mit 0:1 und büßte erste Punkte in der Premier League ein. Arsenal gewann etwas glücklich das London-Derby bei Tottenham Hotspur..
– Noch ohne Punktverlust nach 4 Partien ist Meister Manchester City, , Erling Haland erzielte 2 Treffer beim mühsamen 2:1 gegen Brentford und hält schon bei 9 Saisontreffern. Dazu noch das Siegestor für Norwegen gegen Österreich …
– Krise in Brasilien: In der WM-Quali verlor die Selecao am 8. Spieltag bereits die vierte Partie – mit 0:1 in Paraguay. In der Tabelle liegt der fünffache Weltmeister (zuletzt 2002) nur auf Platz 5. Da trifft es sich bestens, dass sich 6 Teams fix für die Endrunde aulifizieren und der 7. eine Relegation gegen den 2. der Ozeanien-Quali bestreitet.

Piastri gewinnt Formel 1 Show in Baku

Endlich packt mich die Königsklasse wieder mit spannenden Rennen. Das in Baku am Sonntag war vorläufiger Höhepunkt, tatsächlich von der ersten bis zur letzten Runde dramatisch mit allem, was den Motorsport so attraktiv macht. Am Ende siegte der junge Oscar Piastri, gerade von seinem Team zur Nummer 2 degradiert, weil Teamkollege Lando Norris bessere WM-Chancen hat. Der spielte allerdings für den Sieg keine Rolle, weil er nach verpatzter Qualfikation weit hinten startete. Piastri lieferte ein fehlerfreies Rennen ab, trotz größtem Druck von Charles LeClair im Ferrari, der seinerseits seinen Platz gegen Sergio Perez und auch Carlos Sainz jr verteidigen musste. Dahinter faszinierte die Aufholjagd von Lando Norris´Aufholjagd, der dank kluger Strategie sogar den WM-Führenden Max Verstappen nicht nur einholte, sondern im direkten Duell wie eine Bauernkarre stehen ließ. Zwei Runden vor Schluss noch ein spektakulärer Crash zwischen Sainz und Perez, die beide Fahrer unverletzt überstanden. Die Schuldfrage wird leiedensdchaftlich diskutiert.

Und sonst?

  • Abschluss der Diamond League: In Brüssel gab es bei mäßigem Wetter gute, allerdings wenig überragende Leistungen, die Saison mit Olympia und EM hat doch viele Körner gekostet. Mondo Duplantis beließ es im Stabhochsprung bei 6,11 (immerhin Meisterschaftsrekord(, Sydney McLaughlin bestätigte ihre Ausnahmestellung über die Stadionrunde (diesmal ohne Hürden) und war außer Konkurrenz schneller als die offizielle Siegerin Maridledy Paulino
  • Daviscupper erfolgreich: In China qulifizierte sich das deutsche Team mit Siegen über die Slowakei und Chile und darf wie die USA zur Endrunde. Nicht mehr dabei sind die Franzosen, die in einem anderen Qualifikationsturnier an Spanien und Australien scheiterte.
  • Pogacar siegt in Montreal: Beim Grand Prix de Cycliste war der Slowenische Tour-Sieger nicht zu schlagen und siegte im Alleingang vor Peio Bilbao und Julian Alaphilippe.
  • Deutsche Eishackler bleiben im CL-Rennen: 4 von 6 Spielen sind absolviert, die Top 16 von 24 Teams qualifizieren sich fürs Achtelfinale (ähnlich wie im Fußball ab dieser Woche). Die Fischtown Pinguinse (4.), Eisbären Berlin (9.) und Straubing Tigers (10.) sind in den Top Ten, ebenso wie der fünftplatzierte RB Salzburg.
  • Solheim-Cup an die USA: Das ist der Wettstreit USA vs Europa im Frauen-Golf, also das Pendant zum Ryder Cup. Nach 5 Niederlagen waren die USA wieder erfolgreich. Auf dem Kurs in Virginia gewannen sie mit 15,5:12,5. Die deutsche Olympia-Zweite Esther Henseleit war erstmals dabei: Sie gewann ein Vierer und bestritt ihr Einzel am Schlusstag unentschieden gegen Andrea Lee. Dabei vergab sie am letzten Loch den Sieg, als ihr Patt umd Zeintimeter das Loch verpasste.

Das war die Woche, die war

Vorbemerkung: Die vergangenen 10 Tage seit Solingen bis zu den Landtagswahlen mit dem verheerend hohen AfD-Ergebnissen lässt mich gerade verzweifelt und ratlos zurück. Zeit für Erholung am Bodensee die nächsten zwei Wochen. Die Wettervorhersage ist allerdings nicht so prickelnd.
Da merke ich, wie unwichtig der Pfostenschuss hier und ein vergebene Matchball dort in Wirklichkeit sind. Und dennoch: Gerade weil der Sport relativ unbelastend ist (gibt auch hier genug reichlich diskutable und äußerst unbefriedeigende Dinge, nicht wahr, Signore Sinner), möchte ich ihn nicht gänzlich außen vor lassen.

Endlich Serienende

Bayer doch besiegbar in Deutschland. Im 36. Bundesligaspiel hat es die Leverkusener erwischt, beim höchst unterhaltsamen 2:3 zu Hause gegen RB Leipzig nach 2:0-Führung. Spieler, Fans und Verantwortliche trugen es mit Fassung, Trainer Xavi Alonso wirkte fast erleichtert, dass das Zählen endlich beendet ist. Trotzdem ärgerlich, dass der Rekord des HSV von 36 ungeschlagenen Ligaspielen nicht erreicht wurde. Insgesamt wirkt das Konstrukt noch nicht sicher. Offensiv hui, defensiv pfui; die Rädchen passen noch nicht trotz nahezu unveränderter Mannschaft.
Die Bayern landeten dagegen mit einem sicheren 2:0 den zweiten vollen Erfolg. Tabellenführer sind sie allerdings nicht, das schaffte der 1. FC Heidenheim nach dem beeindruckenden 4:0 gegen den FC Augsburg. Dazu noch der souveräne Einzug in die Conference League. Idealer Saisonstart nenne ich so etwas.
Am Tabellenende schon jetzt die allseits Vermuteten VfL Bochum, Holstein Kiel und St. Pauli mit jeweils 0 Punkten.

Wie gehabt gab es schon am 2. Bundesligaspieltag Riesenärger um den VAR. Vor allem bei Handspielen stößt die Auslegung, bei ausgestreckter Hand auf jkeden Fall zu pfeifen auf Ablehnung. Das Problem ist die viel zu hohe Strafe Elfmeter (75% Tor) gerade bei ungefährlichen Situationen. Mein Vorschlag: Der Schiri hätte Ermessen, auf kurze Ecke zu entscheiden. Oder die angreifende Mannschaft darf den Ball – ähnlich wie bei der Erhöhung im Rugby – im rechten Winkel zum „Tatort“ an eine beliebige Stelle außerhalb des Strafraums velegen und dort mit direkten Freistoß fortsetzen. Das könnte auch bei bei Fouls angewendet werden, wenn der Angreifer sich aus dem Strafraum wegbewegt wie beim Elfer von Mainz in stuttgart.

Spiele satt in Europa

Auf die Fußball-Fans wartet in den internationalen Club-Wettbewerben ein wahres Monsterprogramm. Unmöglich, alles zu sehen. In allen drei Kategorien das neue Format mit jeweils nur einer Tabelle mit 36 Teams. Von denen jeweils nur ein Drittel ganz ausscheidet nach der Vorrunde mit 8 (CL, EL) und 6 ConfL) Partien. Da das bisher noch gar nicht erprobt wurde, wird es interessant, wie und ob sich da Spannung aufbaut. Wirklich positiv ist, dass schon in der Vorrunde absolute Topteams wie Bayern und Real aufeinandertreffen. Andererseits wird es gerade für ein Topteam nahezu unmöglich werden, nicht die besten 24 und damit wenigstens die Zwischenrunde zu erreichen. Ein Trost: Langweiliger als bis jetzt mit den Vierergruppen kann es kaum werden.

Zwei Tennis-Favoriten schon raus

So früh wie noch nie seit 2006 scheiterte Novak Djokovic bereits in der 3. Runde gegen Andrej Popyrin. Nichts habe funktioniert, bekannte der Serbe. Sogar noch eine Runde früher musste der als Top-Favorit gehandelte Carlos Alcaraz die Segel streichen. Der Spanier unterlag dem Holländer Botic van de Zandschulp. Beide Überraschungssieger durften sich nur kurz ihres Erfolges erfreuen und verloren jeweils ihre nächste Partie gegen Jack Draper und Francis Tiafoe.
Schon im Viertelfinale steht Sascha Zverev, der sich trotz verlorenen ersten Satzes   gegen den Lokalmatadoren Nakashima durchsetzte. In der Runde der besten Acht trifft er morgen auf Taylor Fritz, im Halbfinale würde Grigor Dmitrov oder Francis Tiafoe warten. In der anderen Turnierhälfte scheint der Weg ins Finale schon frei für Jannik Sinner, der offenbar unbelastet seines kruden Dopingfalls bisher durch seine Partien cruist.

Bei den Frauen hat sich die formschwache Titelverteidigerin Coco Gauff für mich nicht unerwartet schon im Achtelfinale verabschiedet. Hier läuft Vieles auf ein Finale zwischen Iga Swiatek und Aryna Sabalenka hinaus.

Ferrari-Sieg beim Heimspiel

Der Grand Prix in Monza ist immer etwas Besonderes für die Scuderia. Charles LerClerc gelang gestern das Meisterstück und siegte, obwohl sein Ferrari das langsamere Auto gegenüber den McLarens war. Aber seine risikoreiche Ein-Stopp-Strategie zahlte sich aus, und so siegte er vor Piastri und Norris. Der kommt in der Gesamtwertung dem WM-Führenden Max Verstappen langsam näher. Der Holländer wurde nur Sechster, und mehr war schlichtweg auch nicht drin. Der Abstand beträgt zwar noch 64 Punkte, aber es stehen immerhin noch acht Rennen aus.

Geldregen für Scottie Scheffler

Der amerikanische Golfprofi brachte beim letzten Fedex-Turnier seinen Vorsprung, den er sich in den Turnieren zuvor erarbeitet hatte, ins Ziel. Dafür kassiert er 25 Millionen Dollar. 7 Turniere hat er in diesem Jahr gewonnen, dabei ein Preisgeld von insgesamt 62,5 Millionen Dollar, so viel wie noch nie ein Golfprofi. Dazu noch die Goldmedaille in Paris.

Und sonst?

  • Mbappe trifft: Erstmals für seinen neuen Club Real Madrid. Beim 2:0 gegen Real Betis erzielte der Franzose beide Treffer. Souverän de FC Barcelona beim 7:0 vs Valladolld
  • Spannung bei der Vuelta: Der Australier Ben O’Connor hat vor der letzten Woche der Spanien-Rundfahrt noch 43 Sekunden Vorsprung auf den aufholenden Primoz Roglic. De Slowene gilt als besserer Kletterer, und es stehen noch einige schwere Bergetappen an. Weiter glänzend schlägt sich der junge Florian Lipowitz (23) auf dem sechsten Gesamtrang.
  • Triumph für Marc Marquez: Nach 1043 Tagen Siegpause war der spanische Ausnahmefahrer wieder erfolgreich. In der MotoGP siegte der Spanier in Aragon und feierte seinen 60 GP-Erfolg.
  • Bestzeit für Gina Lückenkemper: Die Sprinterin rannte beim ISTAF in Berlin die 100 Meter in 10,93 Sekunden – so schnell wie noch nie und so schnell wie noch keine deutsche Athletin nach der Wende. Mit dieser Zeit hätte sie bei Olympia locker den Endlauf erreicht.

Das wird die Bundesliga, die wir 24/25, Tabelle

Ausführlich habe ich mich jetzt mit den Mannschaften beschäftigt. Zu folgender Abschlusstabelle bin ich gekommen. Keine Erklärungen mehr.

1. Bayer Leverkusen
2. Bayern München
3. Borussia Dortmund
4. RB Leipzig
5. VfB Stuttgart
6. SC Freiburg
7. Eintracht Frankfurt
8. VfL Wolfsburg
9. 1899 Hoffenheim
10. 1. FC Union Berlin
11. Bor. Mönchengladbach
12. Werder Bremen
13. FC Augsburg
14. FSV Mainz
15. Holstein Kiel
16. 1. FC Heidenheim
17. VfL Bochum
18. FC St. Pauli

Das wird die Bundesliga 24/25, die wird, Teil 3

 

Der Tabellenkeller

Heute geht es um die Teams, die aller Voraussicht nach, und der 1. Spieltag hat das auch schon angedeutet, den Abstieg unter sich ausmachen.

FSV MAINZ 05

Überblick

Dass die Rheinhesse auch diese Saison im Oberhaus bestreiten dürfen, gleicht einem Wunder. So abgeschlagen, so hoffnungslos waren sie, als Bo Hendriksen nach dem bereits zweiten Trainerwechsel der Saison den Verein sportlich übernahm. Er holte in den letzten 13 Spielen sagenhafte 23 Punkte und schaffte den direkten Klassenerhalt.
Jetzt allerdings ist Alltag, und alles beginnt von Neuem. Die Aufgabe vor der der Däne stellt lautet Konsolidierung, möglichst mit dem Abstiegskampf erst gar nicht in Berührung kommen. Helfen würde da natürlich, wenn das Verletzungspech nicht so grausam zuschlagen würde wie in der abgelaufenen Spielzeit. Wobei der Kader bis Transferschluss vielleicht noch verstärkt wird: Geld ist vorhanden, nachdem Leistungsträger Brajan Gruda nach langem Hin und Her letztlich doch für die Rekordsumme von 31,5 Millionen Euro zum Premier-League-Club Brighton and Hove Albion und dessen Trainer Fabian Hürzeler gewechselt ist.

Player to watch
Jonathan Burkardt: Vor zwei Spielzeiten geigte der junge Angreifer fantastisch auf, spielte sich bis in den Dunstkreis des Nationalteams. Doch in der vergangenen Saison fehlte er lange, erst in den Schlussspurt konnte er eingreifen und hatte großen  Anteil am Aufschwung. Wenn er diese Form rüberretten kann, ist vieles zu erwarten
Nadiem Amiri: Es ist sicher nicht übertrieben, wenn ich sage, dass dessen Winterverpflichtung nach der von Hendriksen das Nichtabstiegs-Wunder erst ermöglicht hat. Er brachte viel Spielkultur nach Mainz, nur aufgrund des Superkaders bei Bayer Leverkusen durfte/musste er überjhaupt wechseln. Jetzt widerstand er Abwerbungen, will sich bei den Mainzern für höhere Aufgaben empfehlen. Sprich: Der Deutsche mit afghanischen Wurzeln hat die Nationalmannschaft im Visier.

Mögliche Fallstricke
Ob und wie kann der zwar finanziell lukrative, aber sportlich schmerzliche Weggang von Gruda kompensiert werden.In knapp einer Woche dürfte es schwer werden, woanders adäquat fündig zu werden.
Ärger mit der Justiz: nicht der Verein selbst, aber zwei Spieler. So wurde der japanische Neuzugang Kaishu Sano in Tokio wegen des Verdachts eines sexuellen Übergriffs festgenommen, es droht ein Verfahren mit ungewissen Ausgang. Dazu noch der Rechtsstreit mit Verteidiger Anwar El Ghazi, dem wegeen antisemitischen Äußerungen gekündigt wurde und dagegen vorgeht.

Erste Spiele
1. FC Union H (1:1)
VfB Stuttgart A
Werder Bremen H
FC Augsburg A
Nach dem Heim-Remis zum Auftakt droht der nächste Fehlstart. Die Partie zu Hause vs Werder wird schon zum Schlüsselspiel.

Fazit
Trotz des Abgangs von Gruda sehe ich Mainz ganz gut aufgestellt. Die Rheinhessen haben mit Amiri, Burkhardt sowieOnisiwo spielerisch herausragende Akteure. Auch hatte Henriksen jetzt erstmals richtig Zeit, Ideen zu entwickeln. Und seine mitreißende Art hat das Publikum schon im Frühjahr regelrecht angezündet.

1. FC UNION

Überblick

Die vergangene Saison hatten sich die Berliner ganz anders vorgestellt. Schöne Spiele in der Champions League und mit namhaften Akteuren wie Robin Gosens, Kevin Volland und Leo Bunucchi sich an der Tabellenspitze etablieren undund das nicht nur pragmatisch, sondern auch attraktiv. Das ging extrem schief: Nach einer Niederlagenserie sondergleichen trennte sich der Club von Erfolgscoach Urs Fischer, unter Nenad Bjelica wurde es nur geringfügig besser, und jetzt war auch jegliche Leichtigkeit und Freude dahin. Zweiter Trainerwechsel also, und mit Marco Grote wurde mit Hängen und Würgen und großer Mithilfe der Schnecken-Konkurrenz der Klassenerhalt geschafft.
Zurück zu den Wurzeln, heißt es jetzt an der Alten Försterei. Das Missverständnis Bonucchi wurde schon im Winter beendet. Jetzt wollen die Köpenicker nicht Anderes als eine „normale“ Saison. Also kein Mitspielen um die Meisterschaft wie vor zwei Jahren, aber auch kein fingernagelgefährdender Abstiegskampf. Ein wenig schielen der neue Sportdirektor Horst Heldt und der neue Coach Bo Svensson trotzdem nach oben, gute Akteure tummeln sich ja genug

Player to watch
Laszlo Benes: Für 3 Millionen kam der der Slowake mit dem feinem Linksfuß vom Hamburger SV. Dort zeigte er immer wieder seine große Fußballkunst, aber es fehlte an Konstanz (wie halt allen Hamburgern). Er wird im Mittelfeld die Fäden ziehen und soll auch Torgefahr ausstrahlen.
Kevin Volland/Robin Gosens: Gerade an diesen beiden Spielern wurde der Absturz oft festgemacht, weil (Ex)-Nationalspieler nicht zum Arbeiterclub passen sollen. Jetzt ist die Aufregung endlich vorbei, und beide haben ja ihr Können nicht verlernt. Da ist einiges zu erwarten.

Mögliche Fallstricke
Neuer Trainer, neuer Sportdirektor: Gerade Horst Heldt hat ja schon einige Stationen hinter sich. Wie passt er sich dem Ostclub an, ohne sich zu verstellen?
Die Stadionfrage: Die Eisernen haben bereits länger große Ausbaupläne für ihre Försterei, schon vor dem Buli-Aufstieg 2019. Jetzt soll es tatsächlich klappen, aber die Genehmigungen lassen noch auf sich warten, und nicht jedem Fan, der vielleicht selbst noch vor gut 10 Jahren Hand bei letzten Umbau angelegt hat (im Wortsinne!), will sich mit einer gigantischen Arena von 40 000 Zuschauern anfreunden.

Erste Spiele
Mainz 05 A 1:1
FC St. Pauli H
RB Leipzig A
1899 Hoffenheim H
Durchaus die Möglichkeit eines vernünftiges Starts. Andererseits: Die vergangene Spielzeit begann mit 2 Siegen, bevor das Unheil seinen Lauf nahm.

Fazit
Die Eisernen sind wieder mal schwer zu fassen. Entweder sie übertreffen die Erwartungen oder bleiben klar dahinter. Ich glaube an eine klare Konsolidierung, die im besten Fall mit einem einstelligen Platz endet.

VFL BOCHUM

Überblick
Klassenerhalt-Wunder, die zweite. Oder wer hätte ernsthaft nach der 0:3-Heimpleite im ersten Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf noch mit der Rettung gerechnet? Aber nichts ist halt unmöglich, schon gar nicht für den VfL, der einst in den 80ern aus guten Gründen das Attribut „Unabsteigbare“ mit sich führte.
Jetzt wird es keinen Deut einfacher, zumal ein halbes Dutzend Stammspieler den Club verließen, darunter Korsettstangen wie Torwart Manuel Riemann, Verteidiger Keven Schlotterbeck und Antreiber Kevin Stöger. Bundesliga-erfahrene und namhafte Neuzugänge suche ich vergeblich
Das zu kompensieren wird enorm schwer für den neuen Trainer Peter Zeidler: Der Schwabe hat vor allem in der Schweiz und Österreich gearbeitet. Der Duzfreund von Ralf Rangnick seit Studentenzeiten lässt hohes Pressing spielen.

Player to watch
Gerrit Holtmann. Der Deutsch-Philippine kam von Darmstadt zurück. Seine Schnelligkeit könnte helfen, der Abstieg mit den Lilien ist hoffentlich kein schlechtes Omen.

Mögliche Fallstricke
Gesucht wird ein neues Team, das ein neuer Trainer mit neuer Sportlicher Führung formen soll. Immerhin sind sich alle einig, dass allein der Klassenerhalt zählt, und sei es über die Relegation.

Erste Spiele
RB Leipzig A/0:1
Bor. Mönchengladbach H
SC Freiburg A
Hostein Kiel H
Mindestens ein Heimspiel muss geradezu gewonnen werden.

Fazit
Ganz knapp gerettet, und der Kader ist bestimmt nicht besser geworden. Mehr als Platz 16 würde mich schon überraschen. Das fast schon traditionelle Pokal-Aus in der 1. Runde bei Jahn Regensburg macht auch nicht gerade optimistisch.

FC ST PAULI

Überblick

Nach 13 Jahren gelang die Rückkehr in die Bundesliga. Letztlich souverän, obwohl gerade die Rückrunde nicht ganz nach Wunsch geriet. Allerdings sind zwei wesentliche Figuren nicht mehr dabei. Trainer Fabian Hürzeler, der für eine Ablöse von 9 Millionen (Vereinsrekord) nach England zu Brighton wechselte, sowie Top-Scorer Marcel Hartel, der sein Glück (oder doch nur mehr Geld?) in den USA bei St. Louis sucht.
Der neue Trainer Alexander Blessin hat in Belgien bei Union St. Gillioise viel Aufsehen erregt. Noch ein Rangnick-Jünger, bleibt anzumerken. Ob das reicht, die große Frage

Player to watch
Jackson Irving: Der Kapitän beschreibt sich selbst als Führungsfigur, war einer der Garanten des Aufstiegs. Viel Erfahrung bringt der 31-Jährige mit und 68 Länderspiele für die Socceroos.
Morgan Guilavogui: Wem der Nachname bekannt  vorkommt. Das ist der kleine Bruder von Wolfsburg-Kapitän Josuha. Allerdings ein Offensivmann, der seinen 1,89-Meter-Körper gut einzusetzen weiß und auf seine Schnelligkeit bauen kann.

Mögliche Fallstricke
Das Los aller Aufsteiger: Man wird sich an Niederlagen gewöhnen müssen, die in der 2. Liga so selten waren. Aber Pauli ist nun mal für die besondere Stimmung am Millerntor bekannt.

Erste Spiele
1. FC Heidenheim H/0:2
1. FC Union A
FC Augsburg A
RB Leipzig H
Gleich eine Heimpleite gegen einen Verein eher auf Augenhöhe, danach zwei Auswärstsspiele. Das kann böse beginnen.

Fazit
Wie Bochum: Nur der Klassenerhalt zählt. Das Millerntor muss Punkte bringen. Mehr als Platz 16 scheint auch hier nicht drin.

HOLSTEIN KIEL

Überblick

Oft haben die Norddeutschen ans Bundesliga-Tor geklopft, waren also nahe am Aufstieg dran, jetzt haben sie es aufgemacht und sind reingeschlüpft. Der insgesamt 58. Club im Oberhaus und der erste überhaupt aus Schleswig-Holstein. Die Handball-Hauptstadt Kiel hat den Fußball entdeckt, das heimische Stadion dürfte durchgehend ausverkauft sein – und manches Team dort sein blaues Wunder erleben wie vor drei Jahren die Bayern beim Pokal-Aus im Schnee-Eis. Ach ja: Zweimal (1930 und 31) waren die Störche schon Deutcher Meister.
Fast hätten die Kieler sogar die Zweitlga-Meisterschaft geholt und eine hässliche Radkappe alsTrophäe gewonnen. Trumpf ist und bleibt die Geschlossenheit, die holsteinische Ruhe auch in bedrohlichen Lagen wird helfen. Trainer Marcel Rapp verspricht auch fürs Oberhaus gepflegten Offensiv-Fußball und kann auf ein sehr eingespieltes Team bauen.

Player to watch
Lewis Holtby: Eine abwechslungsreiche Karriere hat der 33-Jährige hinter sich. Zum ganz großen Wurf hat es allerdings nicht gereicht. Jetzt hat er in Kiel sein spätes Glück gefunden. Seine (Bundesliga)-Erfahrung wird helfen, und spielen kann er auch noch. Zieht nicht auch ein sogar 38-jähriger Luka Modric noch die Fäden?
Fiete Arp: Vor ein paar Jahren galt er als das größte Stürmertalent in Deutschland, der sogar zu den Bayern wechselte. Mindestens eine Nummer zu groß war damals der Sprung. Doch Arp verzweifelte nicht und kann durchaus auch in der Bundesliga Akzente setzen.

Mögliche Fallstricke
Sehe ich erst mal keine: Eine gewisse Ehrfurcht vorm Oberhaus ist verständlich, doch schon die 2:3-Niederlage in Hoffenheim hat gezeigt, dass der offensive Ansatz funktionieren kann.
Höchstens noch die erforderlichen Umbaumaßnahmen für Auflagen, bei denen es jetzt nur eine Ausnahmegenehmigung gibt, könnten Unruhe bringen. Doch Holstein plant eh den Ausbau auf 25 00 Zuschaer.

Erste Spiele
1899 Hoffenheim A/2:3
VfL Wolfsburg H
FC Bayern H
VfL Bochum A
Zwei tolle Heimpartien. Nordderby vs Wolfsburg und die Bayern sogar als Samstagabend-Topspiel. Genau das Richtige zum Debüt.

Fazit
Viel spricht für ein Abstiegstrielle Kiel, Pauli und Bochum. Den Holsteinern traue ich es am ehesten zu, sogar höhere Weihen zu erreichen. Reines Bauchgefühl, wie ich zugeben muss.

Das wars: Meine Abschlusstabelle folgt in Teil 4

 

Trauer um Christoph Daum

Christoph Daum hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Am späten Samstagabend schlief er friedlich im Beisein seiner Liebsten ein, wie die Familie bekannt gab. Bis zuletzt wehrte er sich gegen den Tod („der Krebs hat sich den Falschen ausgesucht“), ging in die Öffentlichkeit, machte anderen Patienten Mut.

Es ist wirklich ein trauriges Jahr für den deutschen Fußball. So sind die Weltmeister Franz Beckenbauer, Jürgen Grabowski  und Andi Brehme nicht mehr unter uns – und das sind nur die Allergrößten, die uns verlassen haben. Nach dem Tod von Willi Lemke vor zwei Wochen verliert die Bundesliga eine weitere sehr prägende Figur der letzten 25 Jahre. Parallele: Wie Werder-Willi Lemke war auch Daum leidenschaftlicher Kontrahent von Uli Hoeneß, der ebenfalls nie ein  Blatt vor den Mund nahm. Schön und sicher auch erleichternd für den Bayern-Macher, dass er sich vor schon längerer Zeit mit seinen Lieblingsfeinden Daum und Lemke versöhnte. Legendär ist Daums  Sportstudio-Auseinandersetzung im Sportstudio mit Uli Hoeneß, als Köln und die Bayern um die Meisterschaft kämpften, long, long away, lieber FC, und die Giftpfeile zwischen Rhein und Isar nur so herumflogen. Die Attacken von Daum live vor einem Millionen-Publikum vor allem gegen Bayern-Coach Jupp Heynckes, aber auch die Repliken gingen weit unter die Gürtellinie. https://www.youtube.com/watch?v=aO27lkFlhBE

Doch Daum war vor allem ein fantastischer Trainer, der mit damals innovativen Ideen die Trainergilde auf ein ganz neues Level hob in punkto Menschenführung und -Motivation, ein Thema, das ihn schon an der Sporthochschule Köln brennend interessierte.. Und er hatte auch sehr viel Erfolg, beim 1. FC Köln, den er als 33-Jähriger Jungspund übernahm und zum Vizetitel führte, dem VfB Stuttgart (Meister 92), vor allem aber auch in der Türkei, wo er privat und beruflich vielleicht seine schönste Zeit verbrachte. Zuerst Besiktas, später Fenerbahce führte er zum Meistertitel. Der Verehrung, ja Liebe in Istanbul überwand sogar die Grenzen der beiden Erzrivalen.

Doch ist die Trainer-Karriere unvollständig und voller Brüche. Allen voran ist da natürlich die Kokain-Affäre zu nennen, die letztlich verhinderte, dass Daum Bundestrainer wurde. Das falsche „Ehrenwort“ verfolgte ihn vor allem in Deutschland lange Zeit. Dass kurz zuvor sein damaliger Club Bayer Leverkusen mit einer Niederlage gegen Unterhaching am letzten Spieltag die Meisterschaft verspielte und zum dritten Mal nur Vizemeister wurde, passte im Nachhinein ins Bild. Seine Tränen darüber gingen wohl jedem Nicht-Bayern-Fan zu Herzen. Umso schöner für ihn, dass er im Mai, vom Krebs schon gezeichnet, mit den Leverkusenern auf dem Rasen der BayArena die Meisterschaft feiern durfte, sein letzter großer Auftritt in der Öffentlichkeit.

Das wird die Bundesliga 24/25, die wird, Teil 2

                            Die Mitte

 

Hier sind für mich die größten Unwägbarkeiten. Jedes der Teams kann (in gewissen Grenzen) nach oben durchstarten oder nach unten durchgereicht werden. Normalerweise allerdings werden sie weder mit den Champions-League-Plätzen noch mit echter Abstiegsgefahr zu tun haben. Allerdings lehrt die Erfahrung: Es gibt in jeder Saison Außreißer nach oben und unten, siehe vergangene Saison der VfB Stuttgart einerseits und der 1. FC Union andererseits.

EINTRACHT FRANKFURT

Überblick:

Vergangene Saison klar the best of the Rest hinter den „Großen“ 5. Wirklich schwächer ist der Kader nicht geworden – im Gegenteil. Die Offensive, die vergangene Saiosn nach dem Weggang von Kolo Muani etwas brachlag, ist nominell besse. Allerdings haben mit Sebastian Rode und Makoto Hasebe zwei Eintracht-Urgesteine ihre Karriere beendet.

Player to watch
Von den Neuzugängen finde ich Can Uzun am spannendsten, den die Eintracht für immerhin 11 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg verpflichtete. Der Türke ist ein echtes Juwel mit seinen erst 18 Jahren. aber natürlich braucht er den richtigen Schliff, den er an der Seite von Mario Götze durchaus bekommen kann.
Ende der vergangenen Saison startete Winter-Neuzugang Hugo Ekitke richtig durch. Wenn er diese Form transportiert, könnte er zusammen mit Omar Marmoush ein sehr schlagkräftiges Sturmduo bilden.

Mögliche Fallstricke
Wie gesagt: Zwei absolute Teamleader auf und außerhalb des Spielfeldes sind nicht mehr dabei. Mit Schlussmann Kevin Trapp gibt es noch einen Führungsspieler, der aber nicht die beste Spielzeit hinter sich hat. Der allerdings dürfte sehr motiviert sein, weil nach Manuel Neuers Rücktritt das Nationalteam wieder offener ist.
Trotz der zufriedenstellenden Punkte-Ausbeute: Mit der wenig attraktiven Spielweise von Trainer Dino Toppmöller waren die anspruchsvollen Fans nicht immer einverstanden. Solange der Erfolg sich einstellt, kein Problem: aber wehe, die Punkte bleiben aus.
Zumal an der Vereinsspitze Peter Fischer nicht mehr das Sagen hat. Er war DAS Gesicht des Clubs, sehr deutlich in seiner Ansage auch außerhalb des Sports. Diese charismatische Figur wird fehlen, obwohl Peter Fischer sicher noch einige Fäden in der Hand hält.

Die ersten Spiele
Borussia Dortmund A
1899 Hoffenheim H
VfL Wolfsburg A
Bor Mönchengladbach H
Schwerer Beginn in Dortmund, dann drei Spiele mehr oder weniger auf Augenhöhe.

Fazit
Die vergangene Saison lief sicher besser als erwartet. Nur die Finalniederlage des BVB in der Champions League verhinderte, dass jetzt die Eintracht auch in der Königsklasse spielen darf. Grundsätzlich sind die Hessen nicht schlechter geworden, aber sie müssen ihre PS auch auf die Straße bringen. Ein einstelliger Tabellenplatz ist auf jeden Fall drin.

1899 HOFFENHEIM

Überblick
Mein dark horse. Die vergangene Saison schlossen die Kraichgauer mit dem bisher in der Liga einmaligen Torverhältnis von 66:66 ab, womit Schwächen und Stärken schon klar benannt sind. Mit Maxi Beier verließ der aufregendste Spier den Verein in Richtung Dortmund.

Player to watch
Adam Hlozek/Haris Tabakovic: Die einzigen echten Neuen im Sturm. Hlozek ist ein toller Stürmer, es hat halt bei Bayer Leverkusen nicht geklappt, aber da sehe ich großes Potenzial. Das gilt auch für Tabakovic, der von Hertha kam und dort in der 2. Liga mit der beste Berliner war.
Oliver Baumann: Geht ins 11. Jahr bei Hoffenheim. Konstant starke Leistungen, und wie Kevin Trapp spitzt er in Richtung Nationalteam

Mögliche Fallstricke
Extreme Unruhe: Das „möglich“ kann ich schon streichen angesichts der Unzufriedenheit der Fans über die Vereinsführung, die tabula rasa machte. Insbesondere der Rauswurf von Alexander Rosen, seit dem Aufstieg 2008 bei der TSG tätig, stieß auf Unverständnis. .
Europa League: Wie verkraftet der Kader die Spiele während der Woche. Oder will Trainer Mateazzi die Partien mehr oder weniger abschenken?

Erste Spiele
Holstein Kiel H
Eintracht Frankfurt A
Bayer Leverkusen H
1. FC Union A
Gleich ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger im für Hoffenheim-Verhältnisse brodelnden Umfeld. Kein Sieg, und schon sprechen alle vom Fehlstart, zumal die folgendne Partien keine Siege versprechen.

Fazit
Ob wir wieder 132 Tore mit Hoffenheim-Beteiligung sehen? Attraktiv und unterhaltsam war es ja. Sturmpower ist trotz Beiers Abgang weiter da, auch dank Andreij Kramaric, immerhin im 100er-Club der Bundesliga-Torjäger (als einziger Aktiver neben Thomas Müller)

1. FC HEIDENHEIM

Überblick
Was für eine Saison des Neulings. Dass die Württemberger in die Conference League stürmen würden, hätte ich dann doch nicht erwartet, auch wenn ich sie in meiner Vorschau 23 nicht als Absteiger gesehen habe, wenn ich mir auf die Schulter klopfen darf … Jetzt die traditionell schwierige zweite Saison, ohne absolute Leistungsträger wie Tim Kleindienst, Jan Niklas Beste und Erin Dinkci, für einen Großteil der Treffer verantwortlich.

Player to watch
Paul Wanner gilt als eines der größten Talente, das die Nachwuchsakademie des FC Bayern hervorgebracht hat. Jetzt, mit 18, könnte die Leihgabe durchstarten.
Gespannt bin ich auf Mikkel Kaufmann, den die Heidenheimer für die Vereins–Rekordsumme von 1,25 Millionen Euro vom 1. FC Union loseisten. Dort hat er seine Fähigkeiten allenfalls angedeutet.

Mögliche Fallstricke
Die Abgänge wiegen schon schwer, weil vor allem Kleindienst und Beste absolute Identikikationsfiguren waren. Bisher ist der unfassbare Werdegang der Heidenheimer ein dauerndes Auf. Wie reagieren Verein und Umfeld auf Rückschläge? Große Gefahr sehe ich allerdings nicht, denn die Heidenheimer wissen genau, wo sie herkommen und genießen einfach ihr Bundesliga-Dasein.
Wie handhabt der Club die ungewohnte Doppelbelastung Bundesliga/Conference League? Ich gehe mal davon aus, dass Heidenheim die Quali schafft.

Erste Spiele
St Pauli A
FC Augsburg H
Borussia Dortmund A
SC Freiburg H
Da sollten sich schon einige Punkte auf dem Konto ansammeln.

Fazit
Ein erneuter Platz 9 ist utopisch, der Klassenerhalt nicht. Es geht wieder nur mit mannschaftliche Geschlossenheit, enormer Disziplin und Laufbereitschaft. Trainer Frank Schmidt hat bisher noch immer die richtigen worte und Taktik gefunden.

WERDER BREMEN

Überblick
Seit Ole Werner das Traineramt Ende 2021 übernahm, geht es aufwärts: Aufstieg 22, sicherrer Klassenerhalt 23, Schn uppern an den internationalen Plätzen 24, die nur wg des schlechteren Torverhältnis vepasst wurden. der Kader blieb zusammen und hat sich punktuell verstärkt, jetzt schielen die Hanseaten unverhohlen Richtung Europa.

Player to watch
Marco Friedl ist zum absoluten Führungsspieler gereift. Ihn hat es sehr gewurmt, dass ihn Ralf Rangnick nicht fürs österreichische EM-Team nominierte. mit starken Leistungen will er sich unentbehrlich machen.
Keke Topp: 3 Tore beim 3:1 Pokalerfolg beim FC Energie Cottbus, besser konnte es für den Neuzugang aus Schalke nicht laufen. Natürlich wird er nicht n jedem Spiel 3 Tore erzielen, aber eine Verstärkung dürfte er allemal sein.

Mögliche Fallstricke
Schock vorm Saisonstart: Völlig überraschend ist Willi Lemke, der Werder-Macher, wie wir das Team heute kennen, gestorben. Auch wenn er keine offizielle Funktion mehr ausübte, wichtiger Ratgeber war er allemal. Sein Wissen, seine Ratschläge  auch in unruhigen Zeiten werden fehlen.
Was wird mit Naby Keita: Die vermeintliche Top-Verpflichtung 2023 war bisher ein Rohkrepierer, auch verletzungsbedingt. Kann er sich noch mal einbringen oder stiftet er mit Unzufriedenheit Unruhe?

Erste Spiele
FC Augsburg A
Bor. Dortmund H
Mainz 05 A
Bayern München H
Extrem heikel mit zwei Heimspielen gegen absolute Spitzenteams. Da droht ein veritabler Fehlstart, wenn bei den Mitkonkurrenten nicht gepunktet wird.

Fazit
Eigentlich ist Werder gut aufgestellt. Der Wechsel in der Sportlichen Leitung von Frank Baumann zu Clemens Fritz verlief recht geräuschlos (nicht dass ich jetzt das Magenblatt Syker Kreiszeitung sklavisch verfolgt hätte). Bauchschmerzen bereitet mir das Auftaktprogramm. Wenn dies allerdings mit 5, 6 Punkten absolviert wird, kann das ein richtig gutes spieljahr werden.

SC FREIBURG

Überblick
Tatsächlich: Kein Christian Streich. Daran müssen sich alle Fußballfreunde erst gewöhnen. Die Nachfolge wurde typisch-freiburgerisch vereinsintern gelöst. Der langjährige Kapitän und Assistent unter Streich Dirk Schuster übernimmt das Kommando. Der will nicht alles auf links drehen, verspricht aber eine offensivere Spielweise. Und wie immer in Freiburg hofft er, das eine oder andere Talent zu den Profis hochzuziehen.
Eines ist klar: Die gesamte Bundesliga wird die klaren Ansagen von Christian Streich (nicht nur) gegen Rechts sehr vermissen. Ich persönlich hoffe sehr, dass er bald wieder irgendwo im deutschen Fußball oder gar Sport allgemein auftaucht.

Player to watch
Vincenco Grifo: Der Meister der Standards mit dem begnadeten linken Fuß. Bis ins italienische Nationalteam hat er es geschafft, auch wenn er bei der EM zusehen musste.
Noah Atobolu: Es war durchaus ein Wagnis, als Streich den damals 21-Jährigen vor der vergangenen Saison zum Stammtorwart kürte. Der Schlussmann dankte es mit einer mehr als ordentlichen Saison. Jetzt hat er ein Jahr Erfahrungen sammeln können, die ihn in die absolute Torwart-Spitzenklasse hieven können.

Mögliche Fallstricke
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nach einer langen Trainer-Ära durchaus knirschen kann. Das eher ruhige Freiburg-Umfeld schützt allerdings vor Schnellschüssen

Erste Spiele
VfB Stuttgart H
FC Bayern A
VfL Bochum H
1. FC Heidenheim A
Gleich ein echtes Knallerspiel Baden vs Württemberg. Die Partien vs Bochum und Heidenheim dürften schon ein kleiner Wegweiser sein.

Fazit
Große Fußstapfen, die Christian Streich hinterlässt, aber Julian Schuster traue ich mindestens eine kontrollierte Saison zu ohne Abstiegsgefahr. Top-Spieler wie Grifo und Michael Gregoritsch darf allerdings nichts Gravierendes passieren.

FC AUGSBURG

Überblick
Der Inbegriff der Mittelklasse. 13 Jahre schon in der Bundesliga, zuletzt 9 Saisons zwischen 11 und 15. Meist relativ früh gerettet und immer sehr unangenehm zu bespielen. In der vergangenen Saison waren die Schwaben auf einem guten Weg gar Richtung Europa, vevor sie diese Chance mit 5 Abschlussniederlagen selbst begruben.
Jetzt setzt Jess Thorup auf einen breiteren Kader und mehr Konkurrenz. Der Trainer selbst kam während der vergangenen Spielzeit, und plötzlich war so etwas wie attraktive Offensive zu bestaunen, bis dato nicht der Begriff, den ich mit dem FCA in Verbindung brachte.

Player to watch
Sami Essenda: Neuzugang aus der portugiesischen Liga. Ein schneller, kräftiger Angreifer, der den Abgang von Ermedin Demirovic kompensieren soll. Er weiß, wo das Tor steht, traf für Vizela, wahrlich kein Top-Club in Portugal, 15-mal.
Arne Maier: Galt einst als überragendes Talent bei Hertha BSC, den Berliner Experten den Sprung in die absolute Spitze zutrauten. Verletzungen verhinderten das, aber in Augsburg liefert er mehr als solide Leistungen ab. Wenn die noch schlummernden Top-Fähigkeiten zutagekomemn, könnte der FCA große Freude haben.

Mögliche Fallstricke
Mit Stefan Reuter ist ebenfalls eine ganz prägende Figur nicht mehr dabei. Er ist nicht nur ein toller Kaderplaner gewesen. Er war auf der Bank Initiator einiger Scharmützelm neben den Spielfeld. Ein typisches Bild: eine vermeintliche Fehlentscheidung, und Reuter plus der Augsburger Mob springend wütend von der Bank auf, fuchtel mit den Armen, brüllen Unverständliches.

Erste Spiele
Werder Bremen H
1. FC Heidenheim A
FC St. Pauli H
FSV Mainz H
Was für eine Chance: 3 Heimspiele gegen schlagbare Gegner, und auch das Auswärtsspiel im nahen Heidenheim scheint nicht unlösbar. Wehe allerdings, die Erfolge bleiben aus, dann könnte es eine schwierige Saison geben.

Fazit
Unfassbar: Der FCA gehört zu den Teams, die noch nie aus der 1. Bundesliga abgestiegen sind. Höhere Weihen als den mehr oder weniger sicheren Klasenerhalt gab es bisher nicht. Daran wird sich wahrscheinlich nichts ändern, lautet die Hoffnung/Befürchtung der Fans.

VFL WOLFSBURG

Überblick
Für mich waren die Wolfsburger neben Gladbach die größte Enttäuschung der abgelaufenen Saison. Angesichts der VW-Millionen ist Platz12 ein Armutszeugnis. Die Niedersachsen konnten sogar froh sein, nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel geraten zu sein. Das Gute: Es kann praktisch nur besser werden, und ds wird es mE auch. Auch wegen Trainer Ralph Hasenhüttl und dem neuen Sportchef Peter Christensen, die neuen Wind bringen in die ziemlich ausgelatschten Pfade.

Player to watch
Kamil Grabara: Den Torwart hat Christensen von seinem Ex-Club FC Kopenhagen gleich mitgebracht, wo er mit herausragenden Leistungen gerade in der Champions League positiv auffiel. Er und Marius Müller bilden das neue Torwartduo, da Koen Casteels den Club verlassen hat und Pavao Pervan offenbar keine Rolle mehr spielt.
Kofi Amoako: Wenn der Neuzugang von Union Gilloise nur halb so gut einschlägt wie dessen ehemaliger Vereinskollege Victor Boniface, werden die Wolfsburger viel Freude an ihrem trickreichen Stürmer haben. Und nächstes Frühjahr bestimmt die Kaufklausel ziehen. Überhaupt wirkt de Sturm gut aufgestellt mit Däne, wenn nur der Däne öfter seine Top-Leistungen und Torgefahr abrufen könnte. Seine Formschwankungen sind allerdings besorgniserregend.

Mögliche Fallstricke
VW hat das Budget des VfL um 10 Millionen aufgestockt. Angesichts der sonstigen Sparmaßnahmen personellem Abbau kann das bei sportlichem Misserfolg schon ein Ärgernis werden. Der Kadr muss liefern, das internationale Geschäft ist nahezu Pflicht. Sonst ist die dänische Ruhe (um Hygge zu vermeiden), die Christensen ausstrahlt, schnell dahin.

Erste Spiele
FC Bayern H
Holstein Kiel A
Eintracht Frankfurt H
Bayer Leverkusen A
Gleich die Bayern zu Hause: Da kann ein Sieg extremen Rückenwind entfachen.

Fazit
Viel ist angerichtet für eine deutlich bessere Saison. Dmentsprechend groß ist aber auch die Erwartungshaltung. Ein Platz fürs internationale Geschäft muss fast schon herausspringen.

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

Überblick
Die abgelaufene Spielzeit verlief unbefriedigend. Es hakte in allen Mannschaftsteilen. Seltsam unambitioniert wirkte das Gekicke, der ganze Verein versank in Lethargie, die bis zur Vereinsführung umzugreifen schien.
Platz 14 solll sich nicht wiederholen, soviel ist klar, die stete Spirale in die unteren Tabellenregionen aufgehalten werden. Einstellig soll der Rang werden, auf mehr wagt niemand zu hoffen.

Player to watch
Allasane Plea: Ein aufregender Angreifer, der an guten Tagen jede Abwehr vor schwer zu lösende Probleme stellt.
Kevin Stöger: Neben Tim Kleindienst ist der Österreicher der Königstransfer. Er war mit Abstand der beste Bochumer und wesentlich dafür verantwortlich, dass die nicht abgestiegen sind. Stark bei Standards und Zweikämpfen, eine Führungsgestalt. Vererbung ist was Schönes wird Papa Peter Stöger denken .

Mögliche Fallstricke
Tony Jantschke – Karriere-Ende. Patrick Herrmann – Karriereende, Christoph Kramer – Vertragsauflösung. 3 Vereinsikonen gleichzeitig sind nicht mehr dabei. Auch wenn sie zuletzt nicht mehr Stammspieler waren, sie waren ein sehr wichtiger Faktor fürs Innenleben. Diese Lücke gilt es zu schließen.
Bleiben durfte dagegen Trainer Gerardo Seoane -trotz äußerst dürftiger Leistungen seines Teams und einem traurigen Punkteschnitt. von 1,1 Zählern pro Spiel. Er gilt bei diversen Wettanbietern als Favorit für den ersten Trainerrauswurf.

Erste Spiele
Bayer Leverkusen H/2:3
VfL Bochum A
VfB Stuttgart H
Eintracht Frankfurt A
Zwei knifflige Heimspiele und die wegweisende Partie in Bochum. Da droht ein Fehlstart mit den geschäftsüblichen Konsequenzen

Fazit
Die Fohlen versprechen Besserung und die könnte tatsächlich eintreten, wie auch der trotz der Niederlage durchaus achtbare Auftakt gegen Bayer Leverkuse zeigt. Einen Kurssprung wird es aber nicht geben, Stuttgart-Höhenflüge von einem aufs andere Jahr sind rar gesät.