Australian Open beginnen unter schlechten Vorzeichen

Schon heute Nacht startet der erste erste Tennis-Grand-Slam: Die Australian Open sind mein Lieblingsturnier vor allem auch wegen der ausgelassenen Stimmung: nicht so rabiat wie die US Open, nicht so feindselig, wie das Pariser Publikum sein kann und auch nicht dieses aufgesetzt vornehme in Wimbledon mit diesem aus der Zeit gefallenen Weiße-Kleidung-Befehl, der Jahr für Jahr strikter zu werden scheint..
Wie in Paris haben die Organisatoren erkannt, dass mit einem 15. Tag noch mehr Geld zu scheffeln ist, weswegen in Melbourne schon am Sonntag begonnen wird. Zumindest an den ersten Tagen wird es sosein, dass es auf den Showcourts am Nachmittag (also in der Nacht-Session unserer Zeit) und am Abend je zwei Partien zur Austragung kommen, im Zweifel je eines bei den Frauen und den Männern.
In Deutschland wird Eurosport übertragen, über den Ableger discovery+ sogar jedes einzelne Spiel, auch die im Doppel und Mixed. Mal sehen, wie das relive funktioniert. Ich werde das Turnier begleiten und mich hier immer melden, wenn außergewöhnliche Dinge passieren.

Meine Vorfreude ist jedoch arg getrübt. Noch immer sind die beiden Doping-Fälle Jannik Sinner und Iga Swiatek nicht vollends geklärt. Bei Sinner steht immer noch die Entscheidung des CAS aus, der über den Einspruch des Tennis-Verbandes der Weltdoping-Agentur gegen den Quasi-Freispruch des Tennis-Verbandes erst im Frühjahr zu befinden gedenkt. Ein echtes Unding, über das ich mich schon genug aufgeregt habe. https://blickueberdenteich.de/der-fall-jannik-sinner-stinkt-zum-himmel/

Der Fall Swiatek scheint gar schon zu den Akten gelegt.

Nun denn: Sinner geht als Favorit ins Turnier nach seinem unglaublichen Jahr mit 2-Grand-Slam-Triumphen und insgesamt nur sechs Niederlagen. Natürlich bleibt abzuwarten, wie er die Tenis-Pause überstanden hat. Als härteste Kontrahenten sehe ich (wie gehabt) Carlos Alcáraz und Sascha Zverev. Beim Deutschen wird es wieder darauf ankommen, dass er in den ersten Runden möglichst wenig Kraft verbraucht.
Extrem gespannt bin ich tatsächlich auf Novak Djokovic. Nach seinem eher missglückten Jahr (für ihn sel bst war allerdings der Olympiasieg von allergrößter Bedeutung) geht er tatsdächlich noch einmal mit frischer Motivation das Unternehmen 25. Grand-Slam-Sieg an. Ende 2024 verblüffte er die Tennis-Welt, als er seinen ehemaligen Kontrahenten Andy Murray ins Trainer-Team holte. Der Brite wird Djokovic nicht das Tennisspielen neu beibringen, aber sicher den einen oder anderen Tipp geben, wie er sich vielleicht in der einen oder anderen Situation anders verhält. Das kann tatsächlich klappen, was ich persönlich allerdings nicht hoffe …

Ein neues Tennis-Jahr bedeutet ja immer auch der Blick auf neue Spieler. Sehr beachtenswert vielleicht schon in Melbourne sind vor allem de Tscheche Jakub Mensik und der Franzose Arthur Fils, die schon an die Weltklasse-Tür anklopfen.

Bei den Frauen sehe ich Aryna Sabalenka mindestens so weit vorne wie Sinner bei den Männern. Wenn die Weißrussin ihr Spiel auch nur einigermaßen zusammenhält, ist sie nur ganz schwer zu schlagen. Am ehesten eben noch von Swiatek und Coco Gauff, die mit dem Selbstvertrauen des Erfolgs im United Cup nach Melbourne gekommen ist. Motiviert genug, ihr eher grausamnes Jahr 2024 vergessen zu machen, ist sie auch dank des neuen Trainers Matt Daly.

Deutsche Teilnehmer

Gerade mal acht sind im Hauptfeld, fünf Männer und 3 Frauen. Dominic Köpfer hat die Quali überstanden und wird gleich mit einem Abendspiel oin der Margaret-Court-Arena gegen den Australier Jordan Thompson und Gänsehaut-Atmosphäre belohnt. Für  Daniel Altmaier (vs Francisco Comesana), Jan-Lennard Struff (Felix Auger-Aliassime) und Yannik Hanfmann (Marcos Giron) wäre jeder Rundengewinn schon ein Erfolg. Gleiches gilt für Tatjana Maria (Bernarda Pera), Laura Siegemund (Hailey Baptiste) und Jule Niemeier (Maja Chawinska). Alexander Zverev wiederum beginnt sein Unternehmen Grand-Slam-Erfolg schon morgen früh in der Rod-Laver-Arena gegen den unberechenbaren Franzosen Louis Pouille.

 

 

Sind die Chiefs zu stoppen?

Blick über den Teich, NFL

 

Its Play-off-Time: Doch im Vergleich zum vergangenen Jahr hält sich meine Vorfreude dieses Jahr noch in Grenzen. Was auch damit zusammenhängt, dass es „meine“ Cincinnati Benglas nicht in die Post Season geschafft haben. Vor allem, weil das Damokles-Schwert des dritten Super-Bowl-Triumph der Kansas City Chiefs schon bedrohlich nahe kommt. An der Bilanz der beiden beiden Clubs kann man den Wahnsinn des Footballs ganz gut ausmachen: hier die Chiefs, die unter absurdesten Umständen mindestens vier Spiele gewonnen haben, die unter normalen Umständen nicht zu gewinnen sind: Dort die Bengals, die unter genauso absurden Umständen (und vor allem einer Katastrophen-Defense) eigentlich unverlierbare Partien abgaben. Exemplarisch das direkte Duell der beiden Teams am 2. Spieltag. Die Bengals führen in der Schlussminute, den Chiefs konvertieren mit einer Verzweiflung-Aktion eine 4th and 16 Yards zu einem 1st down und siegen durch ein ganz spätes Field Goal.
Nun denn, in der 1. Runde genießen die Chiefs als bestes Team der AFC ein Freilos wie die Detroit Lions in der NFC. Das Programm des Wochenendes sieht wie folgt aus. Heimgegner zuerst, MEZ. Wie im vergangenen Jahr werde ich am Ende das gesamte Bracket durchtippen, hoffentlich mit besserer Trefferquote …
Noch was zu meinen Herzenswünschen: Grundsätzlich bin ich tatsächlich für jedes Team, das trotz der besseren Bilan z auswärts antreten muss, weil der Gegner eine Division gewonnen hat und allein deshalb Heimrecht hat.

AFC
Freilos: Kansas City Chiefs
Sa., 22.30: Houston Texans – Los Angeles Chargers
So., 02:00: Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers
So., 19:00: Buffalo Bills – Denver Broncos

NFC
Freilos: Detroit Lions
So., 22.30: Philadelphia Eagles – Green Bay Packers
Mo., 02:00: Tampa Bay Buccaneers – Washington Commanders
Di., 02:00: Los Angeles Rams – Minnesota Vikings
Aufgrund der verheerenden Brände in LA findet diese Partie in Glendale/Arizona statt, wie die NFL bekanntgab. Jedes Team muss einen
Ersatzort benennen, für den Fall, dass vor Ort aus welchen Gründen auch immer nicht gespielt werden kann.

 

Houston Texans – Los Angeles Chargers

Ein Duell fast auf Augenhöhe. Die Texans haben trotz der schlechteren Bilanz Heimvorteil, weil sie eben Divisionssieger sind. Mich haben sie zuletzt nicht besonders überzeugt, auch weil der zunächst äußerst starke Running-Back-Neuzugang Joe Mixon (von den Bengals) ziemlich nachließ und damit das Laufspiel nicht mehr zum Tragen kam. Quarterback CJ Strout musste nach seiner tollen Rookie-Saison Lehrgeld zahlen, auch weil die Gegner ihn jetzt besser kennen. Auf der anderen Seite kann QB Johnny Herbert mit dem vielleicht stärksten Arm der Liga jeder Defense einen langen Tag bereiten. Deshalb

🧠 Chargers.          ❤️ Chargers

Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers

Das ohnehin spannungsgeeladene AFC-North-Duell dürfte in den Play-offs noch eine ganze Ecke emotionaler werden (hoffentlich in Grenzen des Sportlichen). Beide Teams haben ihr Heimspiel in der regulären Saison gewonnen. Die Steelers haben die fast unlösbare Aufgabe, das Laufspiel der Ravens um den überragenden Running Back Derrick Henry zu stoppen oder den besten Quarterback-Läufer Lamar Jackson. Andererseits lebt in Pittsburgh der gefürchtete Steel Curtain der 70er-Jahre wieder auf, dank des überragenden JJ Watt im xten Frühling. Ihr Quarterback Russell Wilson knüpfte nach dem desaströsen Gastspiel bei den Denver Broncos wieder an glorreiche Zeiten bei den Seattle Seahawks, die er ja in den Super Bowl führte (den er dann acuch hätte gewinnen müssen, seufz. Wobei Steelers-Trainer Mike Tomlin als Quarterback auch Justin Fields jederzeit als Variante bringen kann und vielleicht sogar von Anfang an bringt.
https://www.youtube.com/watch?v=U7rPIg7ZNQ8

🧠 Ravens.         ❤️ Steelers

Buffalo Bills – Denver Broncos

Zwei positive Überraschungen: Die Bills haben den Abgang einiger ganz starker Offensiv-Kräfte viel besser kompensiert als angenommen. Quarterback Josh Allen spielte die gesamte Saison nahezu fehlerlos, und überhaupt passten die Bills-Offensiven extrem gut auf den Ball auf und produzierten ganz wenige Turnovers. Die Broncos ihrerseits haben nach dem eher mauen Start auch von Rookie-Quarterback Bo Nix eine mehr als solide Offensive. Nix, am Anfang extrem fehleranfällig und ohne Vertrauen, steigerte sich enorm. dass er aller Wahrscheinlichkeit nicht zum Rookie des Jahres auserwählt wird, liegt an der überragenden Vorstellung von Jaden Daniels von den Washington Commanders (und seinem eher mauen Start). Dennoch: Für mich ist diese Paarung das vielleicht klarste. Einen Shootout können die Broncos nicht gewinnen. Das gelingt ihnen höchstens, wenn sie am Anfang die Bill-Offensive stoppen können und selbst auf die Anzeigentafel kommen.

🧠 Bills             ❤️ Bills


Philadelphia Eagles – Green Bay Packers

Ich will nicht gerade sagen, dass die Eagles bei mir unter dem Radar flogen, aber dass sie letztlich mit der zuweitbesten NFC-Bilanz (14:3) dastehen, vewundert mich doch, zumal sie relativ schwach gestartet sind (2:2 nach 4 Spielen). Doch in der Offensive hat sich Running back Shaqon Barkley als nahezu unstoppable erwiesen, der alle Verteidigungsreihen auseinandernahm.2005 Yards erlief er und damit fast NFL-Rekord. Zuletzt kam er auch verstärkt als Ballempfänger in Betracht (da gibt es allerdings Rbs, die bessere Zahlen auflegen). Das brillante Laufspiel unterstützt die wahrscheinlich beste Offensive Line der Liga.
Die Packers sind erst mal froh, dass sie überhaupt die Play-offs erreicht haben.  Dort fehlt ihnen allerdings mit WR Christian Watson der beste Ballempänger, und auch QB Jordan Love ist nicht 100prozentig fit (naja, das es kaum noch jemand zu diesem Zeitpunkt der Saison.

🧠 Eagles.       ❤️ Packers (der Lambeau-Field-Vibe)

Tampa Bay Buccaneers – Washington Commanders

Für mich ist das die engste Begegnung, zumindest am schlechtesten zu prognostizieren. Zu Achterbahn-mäßig verlief bei beiden Teams die Saison. Highlightspiele wechselten sich mit haarsträubenden Auftritten ab, manchmal auch in eiern Partie.
Die Commanders wurden nach dem überragenden 5:0-Start und einem alles einreißenden Rookie-Quarterback Jayden Daniels schnell eingeebnet. Dennoch kann dAniels auf eine großartige erste NFL-Saison zurückblicken, erst recht, wenn sie im Seeräuberstadion zu Tampa gewinnen. Dort hat Quarterback Baker Mayfield endlich den gewaltigen Vorschusslorbeer zumindest teilweise entsprochen, der dem einstigen Nummer-One-Pick zuteil wurde. an guten Tagen und assistiert von einem herausragenden Receiver-Corps kann er jede Abwehr in die Bestandsteile zerlegen, gerade wenn er die nötige Zeit für seine Pässe erhält. Doch Mayfields Problem ist die Konstanz, da war Washington schlicht verlässlicher

🧠 Commanders   ❤️ Commanders

Los Angeles Rams -. Minnesota Vikings

Noch selten hat es die absurde Kontellation gegeben, dass das insgesamt zweitbeste Conference-Team beim nur sechstbesten antreten muss bei insgesamt 4 Siegen mehr auf der Habenseite. Von ausgleichender Gerechtigkeit zu sprechen, dass die Rams in Glendale spielen muss verbietet sich angesichts der makabren Umstände in LA. Haben die Rams dennoch eine Chance: Sie haben eine hervorragende Offensive: QB Matthew Stafford hat nicht zuletzt beim Super-Bowl-Triumph 2022 gezeigt, dass er auch in wichtigen Spielen die Nerven bewahrt. mit Cooper Kupp und Puca Nacua hat er zwei allstar-würdige Ballempfänger. Die brauchen wiederum gegen die famose Defense einen herausragenden Tag. Die Vikings-Verteidigung ist für jede Offensive ein Albtraum, keine hat mehr Ballverluste produziert.
Die große Frage ist, ob die Offensive abliefern kann. QB Sam Darmold hat eine unfassbare Saison gespielt, die ihm wohl nach langen Jahren des Durchschnitts wohl niemand mehr zugetraut hätte. Noch immer gibt es Zweifel, und der sehr maue Auftritt imn letzten und für Platz 1 entscheidenedn Endspiel  bei den Detroit Lions erwischte er tatsächlich einen schwachen Tag, die die Zweifler auf den Plan riefen. Und doch: Mit Richard Jefferson hat er einen kommenden Hall-of-Famer als Anspielstation, dazu eine ganze Reihe von fangsicheren Receivern.

🧠 Vikings.      ❤️ Vikings

 

Damit ergibt sich folgendes Bracket

AFC, Wildcard

Chiefs
Bye
Texans – Chargers
Ravens – Steelers
Bills – Broncos

Divisional Finals

Chiefs
– Chargers
Bills – Ravens

Conference Final

Chiefs – Bills (muss ja)

NFC, Wildcard

Bye Lions
Rams – Vikings
Buccaneers – Commanders
Eagles – Packers

Divisional Finals

Lions – Vikings
Eagles – Commanders

Conference Final

Eagles
– Vikings

 

                                    SUPER BOWL: Eagles – Bills (naja)

 

 

 

Was so übrigbleibt

Punkte am Grünen Tisch

 

Erfreuliches nachträgliches Weihnachtsgeschenk für den VfL Bochum, wenn gleich nicht wirklich überraschend. Der DFB hat das wegen eines Feuerzeug-Wurfs abgebrochene Spiel zwischen dem 1. FC Union und dem VfL nachträglich mit einem Sieg für die Bochumer gewertet, die damit ihren Punktestand auf 8 erhöht und Anschluss auf die Nichtabstiegsplätze gefunden haben. Im Ergebnis habe ich nichts anderes erwartet, aber die Begründung stimmt mich nachdenklich: Es habe keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass VfL-Torwart Patrick Drewes geschauspielert habe, als er sich nfür spielunfähig erklärt habe, nachdem ihm besagtes Feuerzeug am Ohr gestreift hat. „„Wir konnten keine Aspekte eines Komplotts oder eines Schmierentheaters erkennen“, befand DFB-Sportrichter Stephan Oberholz. Mit anderen Worten: In solchen Fällen ist immer das Gastgeber-Team als letztlich für Fans Verantwortlicher der Gelackmeierte, denn wann will eine unabhängige Instanz (von Arzten?, gar Juristen? das Gegenteil beweisen können.
Und Auswirkungen aufs Ergebnis hat eine zwangsweise Auswechlung wohl immer, denn wer will wo eine Grenzlinie ziehen, wann das nicht der Fall ist. Wenn sich derlei Vorkommnisse jetzt häufen sollten (weil es paar Deppen gibt, die meinen eingreifen zu müssen), werden  zumindest hinter den Fan-Rängen wieder die ungeliebten Fangnetze aufgezogen.

Schmierentheater um Dani Olmo

 

Die absurde Finanz-Politik des FC Barcelona hat neue absurde Wendungen erfahren. Die spanische Liga hatte den Spielern Dani Olmo und Pau Victor die bis Jahresende 2024 befristete Spielberechtigung nicht verlängert, weil das hochverschuldete Barca die finanziellen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt hat. Auf den Einspruch der Katalanen entschied nun die spanische Sportaufsichtsbehörde, dass zumindest eine vorläufige Spielberechtigung zu erteilen ist bis zur endgültigen Entscheidung in der Sache, weil sonst schwerer wirtschaftlicher Schaden für Club, Spieler und nicht zuletzt die Nationalmannschaft entstehen würde.
Ich finde es sehr fragwürdig, dass sich der spanische Staat so massiv in den Sport einmischt. Barca war die heikle Finanzlage immer bekannt, sie war ja auch selbstverschuldet (auch durch den extrem teuren Stadionumbau). Jetzt droht für das unveranwortliche Finanzgebaren keinerlei spürbare Strafe (so eine Entscheidung in der Sache zieht sich auch in Spanien über Monate, wenn nicht Jahre hin). Wenn dann anno dunnemal entschieden wird, dass die Verweigerung von La Liga rechtens war und Olmo nicht hätte spielen dürfen, können die Ergebnisse kaum rückgängig gemacht werden. Mal wieder zeigt sich: Man muss nur unverschämt sein, jegliches Financial Fair Play ignorieren und kommt letztlich damit durch (zumindest wenn man prominent genug ist wie der FC Barcelona. Das in Katalonien ohnehin Staatsheiligtum ist, wo Banken auch fällige Kredite gern mal stunden oder gar „vergessen“, wie Kenner der Szene schon lange wissen.

 

Tabea Alt: Eine Turnerin packt aus

 

Tabea Alt war eine extrem talentierte und erfolgreiche deutsche Turnerin. Mit gerade 21 Jahren beendete sie 2021, noch vor den Olympischen Spielen in Tokio, ihre Karriere. Zu viele Verletzungen, zu große Schmerzen. Jetzt, drei Jahre danach, hat sie sich über die entsetzlichen Umstände am Stützpunkt Stuttgart geäußert, an dem sie seit früher Kindheit trainiert hat. Zwei Wochen inst das her, als sie unmenschliche Trainingsmethoden der Betreuer monierte. Sie schrieb bei Instagramm unter anderem: »Essstörungen, Straftraining, Schmerzmittel, Drohungen und Demütigungen waren an der Tagesordnung. Wir wurden von klein auf manipuliert, um somit kontrollierbar zu sein. Wir waren Spielbälle.«
Seitdem ist die heile deutsche Turnwelt, die im Zweifel nie heil war, in ihre Einzelteile zerlegt worden. Zahlreiche Turnerinnen, die ebenfalls beim Stuttgarter Verein (ein Vorzeigeclub im Land) bestätigten die Vorwürfe. In einem langen Spiegel-Interview, das in der morgigen Ausgabe erscheint und schon jetzt (allerdings hinter einer Bezahlschranke) online verfügbar ist), präzisierte Alt das furchtbare Geschehen, das sie seit früher Kindheit erlitten hat.
https://www.spiegel.de/sport/ex-turnerin-tabea-alt-ueber-die-jahre-am-stuetzpunkt-stuttgart-wir-wurden-kaputt-gemacht-wir-haben-extrem-gelitten-a-605c4e84-95b4-4ea3-81fe-288e2bea5d43

Das wirklich Traurige ist: Tabea Alt liebt immer noch den Turnsport, verteidigt sogar bis zu einem gewissen Grad die Methoden. Dazu ein paar Anmerkungen:

– Ich kenne Tabea Alt nicht, habe aber keinen Grund, ihre Aussagen in Frage zu stellen.
– ich bin nicht naiv: Dass die unfassbaren Leistungen und körperlichen Verrenkungen nicht ohne sehr harte Arbeit zu erreichen sind, liegt klar auf der Hand. Dass manche Trainingseinheit weit über das hinausgeht, was eine normalsterbliche Person in ihrem Sportkurs erlebt, ist klar. Sicher nicht nur im Turnen, sonden in jedem Leistungs-Sport. Turnen sticht mE deshalb hervor, weil gerade hier Mädchen (wahrscheinlich auch Jungen) bereits in sehr jungen Alter gedrillt werden müssen und vor allem auch in die körpeliche Entwicklung enorm eingegriffen wird (jedes Kilo mehr ist eine „Katastrophe“, es folgt oft Magersucht), das ist wohl im Tennis oder auch Schwimmen etwas anders. Was nicht heißen soll, das nicht auch im Tennis und Schwimmen die Grenzen des Menschlichen oft überschritten werden.
– jeder, der sich im (Turn)-Sport auskennt, hat die Grusel-Geschichten des unglaublich erfolgreichen rumänischen Teams der 70er-Jahre um Superstar Nadia Comaneci und deren Trainer Bela Karoly gelesen. Wir wissen also alle Bescheid, und höchstens das Ausmaß des Missbrauchs erschreckt mich. In dieser Form hätte ich das in Deutschland tatsächlich nicht für möglich gehalten (also bin ich doch naiv?)
– es wäre absurd zu glauben, dass derlei Vorgänge nur in Stuttgart und nicht auch an anderen Stützpunkten Regel und nicht Ausnahme waren. Äußerungen von Schwebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Beck aus dem Jahr 2020 über die Zustände in Chemnitz bestätigen dies und müssen neu bewertet werden
https://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/missbrauch-im-turnen-das-system-ist-weiter-dysfunktional-110217435.html

– die Konsequenz? Kein Frauenturnen mehr? Kann es auch nicht sein, denn wohl keine andere Sportart lehrt jungen Menschen das Körpergefühl. Und gerade junge Menschen wollen auch die Grenzen des Möglichen ausloten. Das Gefühl, einen Doppelsalto mit zig Schrauben sicher gelandet zu haben, muss toll sein …

Der deutsche und besonders auch der schwäbische Verband sind aufgeschreckt und wollen die Vorwürfe untersuchen (und hoffentlich das ganze Trainigskonzept hinterfragen). Dafür ist allen Beteiligten viel Glück zu wünschen.

Das wird die Woche, die wird

Fußball, Football, Winter- und Hallensport, das erwartet uns nach Weihnachts- und Silversterfeierei.

 

Bayer jagt Bayern – und wer sonst?

 

Die einen haben schon Entzugs-Erscheinungen, für andere wie mich kommt die Rückkehr der Fußball-Biundesliga mindestens eine Woche zu früh. Doch um ihren pickepackevollen (Wording by Arnd Zeigler) Spielplan durcgibt es gleich einen echten Schlagerhzubekommen, beginnt das Oberhaus  jetzt schon. Zumal noch zwei HJinrundenspieltage auf dem Programm stehen. Am Freitag empfängt Borussia Dortmund Meister Bayer Leverkusen, das sich nach eher verkorkstem Start nach zuletzt 6 Siegen in Folge als Bayern-Verfolger Nummer 1 positioniert hat mit nur noch 4 Punkten Rückstand. Borusia Dortmund dagegen braucht unbedingt selbst einen Sieg, um überhaupt noch seriös in den Titelkampf einzugreifen . Auf die Vorbereitung und vor allem die Testspiele gebe ich wenig bis nichts.
Die Bayern ihrerseits haben am Samstagabend die Partie bei Borussia Mönchengladbach – eine für sie immer recht heikle Aufgabe, die sie nicht immer siegreich bewältigen. Gleich ein echter Wahrsager steht dem 1. FC Union und dem neuen Trainer Steffen Baumgart beim 1. FC Heidenheim bevor.

 

NFL macht ernst

 

Siegen oder fliegen, heißt es ab Samstag in der NFL, wenn die erste K.o.-Runde ansteht. Hier erst mal nur die Ansetzungen, mehr dazu in einem gesonderten Text wahrscheinlich am Freitag.

AFC
Freilos: Kansas City Chiefs
Sa., 22.30: Houston Texans vs Los Angeles Chargers
So., 02:00: Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers
So., 19:00: Buffalo Bills – Denver Broncos

NFC
Freilos: Detroit Lions
So., 22.30: Philadelphia Eagles – Green Bay Packes
Mo., 02:00: Tampa Bay Buccaneers – Washington Commanders
Di., 02:00: Los Angeres Rams – Minnesota Vikings

 

Linus Strasser unter Druck

 

Der Januar ist für die Männer immer auch der Monat der Slalom-Artisten mit einigen Traditionsrennen (Wengen, Kitz, Schladming). Den Anfang macht schon am Mittwoch Madonna di Campiglio, das ausnahmsweise erst jetzt und nicht schon im Dezember zur Austragung kommt. Es folgen zwei Rennen in Adelboden (Riesenslalom, Slalom) mit dem fantastischen wie furchteinflößenden Schluss-Steilhang hinab in eine echte Stadion-Kuli, Manuel Feller hat dagegen ebenfalls noch Nacholbedarf nach einigen Ausfällen.sse, Schweizer Kuhglocken inklusive.
Linus Strasser muss nach sehr mäßigem Saisonstart (noch kein Podestplatz) jetzt liefern, sonst wird es mit Sicherheit nichts mehr mit dem angestrebten Sieg in der Slalom-Weltcup-Wertung. Clement Noel ist bisher das Maß aller Dinge. Im Riesenslalom hat Marc Odermatt die Verhälnisse nach dem Ausfall im ersten Rennen wieder geradegerückt: Er ist in der Heimat klar favorisiert.
Die Frauen bestreiten zwei Speedrennen in St. Anton, am Samstag die Abfahrt, am Sonntag den Super-G. Mal sehen, wie sich Rückkehrerin Lindsey Vonn beim 2. Auftritt schlägt, ansonsten sehe ich Lara Gut-Behrami und die mannschaftlich extrem starke italienische Mannschaft um Sofia Goggia vorn.

 

Festwochen im Biathlon

 

In Oberhof gibt es zwar wenig Schnee, dafür aber umso mehr Begeisterung. Und gerade das deutsche Frauen-Team um Selcup-Leaderin Franziska Preuß gibt Anlass zur Hoffnung auf den einen oder anderen Podestplatz. Die gute Nachricht: Bisher gibt es keine Nachrichten um gesundheitliche Beschwerden der Franzi, die sie sonst in hässlicher Regelmäßgkeit gerade um die Jahreswende ereilen. Sie dürfte also fit sein, ob sie ihre Dezember-Topform ins neue Jahr transportiert hat, bleibt allerdings abzuwarten, denn gerade dien französischen Frauen um Julia Simon sehen Aufholbedarf.
Bei den Männern sind die Deutschen bestenfalls Außenseiter; es geht wie immer nur um die Frage, ob und in welcher Art Überflieger Johannes Tignes Boe die Rennen dominiert. Auf dem Programm stehen ab Donnerstag Sprint, Verfolgung sowie am Sonntag Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Nächste Woche folgt dann der Ruhpolding-Roar.

 

Und sonst?

  • Internationaler Fußball: Heute und morgen finden die Halbfinali im englischen Liga-Cup statt. Heute empfängt der FC Arsenal Newcastle United, am Mittwoch kopmmt es zum Duell der in der Liga darbenden Tottenham Hotspur gegen Tabellenführer FC Liverpool.
    Am Wochenende greifen Erst- und Zweitliga-Clubs erstmals ins Geschehen des FA-Cups ein.
    Super-Cup in Saudi-Arabien: Nach Italien und dem spektakulärem Final-Triumph von Milan im Mailänder Stadtderby gegen Intersind jetzt die Spanier mit ihrem Final Four am Start, nicht in Riad, sondern in Dschiddah. Am Mittwoch spielt Athletic Bilbao gegen den F Barcelona, tags darauf Real Madrid gegen RCD Mallorca. Die Daheimgebliebenen bestreiten Ligaspiele. Dabei kann Atlético mit einem Sieg gegen Osasuna die Tabellenführung wieder übernehmen.
  • Basketball: Weiter geht die Hatz zwischen BBL und europäischen Wettbewerben. Bayern München zeigte bei Alba Berlin klaren Kräfteverlust, die Aufgaben in Euroleague (Donnerstag bei Olympiakos Piräus) und BBL (Sonntag beim Sensationsclub Heidelberg) werden nicht einfacher.
  • Handball: Die Männer bestreiten letzte Testspiele vor der WM ab 14. Januar in Norwegen, Dänemark und Kroatien. Das deutsche Team hat am Donnerstag in Hamburg den letzten Test gegen Brasilien (18.30/zdf livestream)
  • Motorsport: Im Mittelpunkt steht die Wüstenrallye Paris-Dakar die schon in der zweiten Woche ist. Wens interessiert …

 

Der Wind mitentscheidet die Tournee

Positives aus Österreich. Wahrlich nicht in der Politik, aber zumindest im Sport. Ein Dreifachtriumph bei der Vierschanzentournee für Rot-Weiß-Rot. Am Ende jubelte mit Daniel Tschofenig der Jüngste (22), und es blieben zwei reichlich frustrierte Podest-Inhaber zurück.

Der arme Stefan Kraft

Das saß er nun als Letzter auf dem schmalen Brett, den die Skispringer auch Donnerbalken nennen. Weit unten auf der riesigen Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen, die ja fast schon die Ausmaße einer Flugschanze hat, das jubelnde Österreich-Volk mit Fahnenmeer und Geschrei. Denn schon vor Stefan Krafts letztem Versuch stand ja schon fest, dass ein Austria-Adler die Tournee gewinnen würde. Sehr knapp war der Vorsprung, den Kraft hatte, für den Tournee-Triumph, für den Einzelsieg. Aber der 31-Jährige ist der erfahrenste und erfolgreichste seines Teams, hat zigmal bei insgesamt 45 Weltcupsiegen bewiesen, dass er in heiklen Situationen die Nerven behält.
Es folgte: ein Drama. Plötzlich frischte der Wind auf. Wind ist der Feind aller Skispringer (manchmal auch der Freund, wenn er als Aufwind den Athleten auf ungeahnte Weiten trägt). Die gesamte Tournee war er ein eher friedlicher Genosse, der die Springen kaum beeinträchtigte. Jetzt aber zeigte er seine Macht, blies plötzlich viel zu stark, als dass Kraft seinen Versuch starten konnte (es gibt sogenannte Windkorridore, um einigermaßen gerechte Verhältnisse zu schaffen). Endlose Sekunden vergingen, ja Minuten. Kraft musste sogar die Skier abschnallen und dort oben in der Kälte ausharren.
Nach geschlagenen sieben Minuten durfte Kraft wieder auf den Donnerbalken. Sieben Minuten, in denen er viel Zeit hatte nachzudenken und nicht vor allem hadern durfte über das vermaledeite Schicksal, den „Scheißwind“. Sieben Minuten, in denen auskühlte und natürlich an An-Spannung verlor, die er nicht nicht komplett wieder aufbauen konnte. Für diese Umstände legte er einen starken Sprung hin,der aber knapp nicht reichte, um den führenden Daniel Tschofenig und den Zweiten Jan Hörl abzufangen (das Trio trennte am Ende der 8 Durchgänge gerade mal 4 Punkte).  Dementsprechend groß war der Frust und die anfangs recht karge Gratulation an den siegreichen Landsmann.“Ich kann verstehen, dass es sie anzipft“ zeigte der ob des Dreifach-Triumph überglückliche Bundestrainer Andi Widhölzl Verständnis für den ausgebliebenen Mannschaftsjubel. Mannschaftsgeist, den das ÖSV-Team die gesamte Tournee demonstriert hatte trotz aller Rivalität.

Mit „sie“ meinte Widhölzl (ein ehemaliger Tourneesieger)  neben Kraft auch den Zweitplatzierten Jan Hörl, der ebenfalls mit dem Schicksal und mit sich haderte. Auf die Höchstweite von 143 Metern trug es ihn im finalen Durchgang, doch dort konnte er keinen Telemark mehr setzen. Und genau dies müssen die Punktrichter ab dieser Saison zwingend mit höheren Abzügen bei der Stilnote bestrafen. „Ich habe selber mit mir zu kämpfen gehabt, weil ich die Landung verschissen habe“, ärgerte sich Hörl, dem gerade ein Pünktchen zum Gesamtsieg fehlte. Immerhin hielt er den Teamgedanken hoch: „Wir sind Erster, Zweiter, Dritter und können stolz sein, dass wir zwei Wochen so einen coolen Fight hatten“, sagte Hörl. Er gönne Tschofenig den Erfolg. „Der Bessere hat gewonnen.“

Hinterher entbrannten natürlich Diskussionen, ob die Sprungjury alles richtig gemacht hat, als sie Kraft so lange da oben warten ließ. Der ehemalige Weltklassespringer Martin Schmitt monierte, dass die Länge des Anlaufs zu lang gewesen sei. Sonst hätte man den Wettkampf durchziehen können, sagte der Eurosport-Experte. Eine gewagte Behauptung, denn der Wind und eher nicht die Anlauflänge verhinderte Krafts Sprung.

Was bleibt, ist ein in der Tat historisches Ergebnis für Österreich: In den vier Tourneespringen in Oberstdorf, Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen siegte Austria viermal und eroberte elf von zwölf möglichen Stockerlplätzen. Nur der Schweizer Gregor Deschwanden drang als Garmisch-Zweiter in diese Podest-Phalanx ein. Die Deutschen, zu Saisonbeginn neben Österreich die dominierende Nation, enttäuschte letztlich (ich schreib jetzt „erneut bei der Tournee“). Pius Paschke, fünffacher Weltcupsieger im November und Dezember wurde von Station zu Station schwächer, belegte am Ende nur den sechsten Platz. Sicher ordentlich für den bereits 34-Jährigen, aber die Erwartungen hatte er selbst durch brillante Leistungen viel höher geschraubt. Noch schlechter erging es Andreas Wellinger auf Platz 11 und vor allem Karl Geiger auf Rang 17. „Best of the Rest“ also bester Nicht-Österreicher war Johan Andre Forfang als Vierter mit dem Respektabstand von 36 Punkten auf den Dritte3n Kraft.

Jetzt haben die Skispringer erst mal Pause bis zum 18. Januar. Die Austria-Springer werden schauen, ihre Überform zu transportieren, der Rest sucht nach Aufholmöglichkeiten. Ode ist gar alles eine Frage von Wunder-Anzügen?