von Münchner Löwe | Feb. 9, 2025 | NBA, Tennis
Blick über den Teich, NFL und NBA
Verdammt soll der Super Bowl sein
Na, dass ist doch mal eine Überschrift, die zum Lesen reizt … Eigentlich wäre für den Blick-über-den-Teich-Schauer heute Nacht DER Feiertag. Aber noch selten hat mich ein Super Bowl so wenig interessiert wie dieses Jahr. Für mich ist die Partie im Super Dome zu New Orleans zwischen den Kansas City Chiefs und den Philadelphia Eagles eher ein Horror Bowl. Die Chiefs regen mich schon die ganze Saison mit ihrem extrem effizienten, aber wenig attraktiven Defensiv-Football auf (plus ein paar überragende, leider sehr seltene Offensiv-Highlights von Quarterback Patrick Mahomes und vornehmlich Travis Kelce). Die Eagles sind mir, auch wegen ihres mir grund-unsympathischen Anhangs, schon seit jeher eher ein Graus. Das gilt leider für alle Philly-Teams (außer vielleicht den Flyers in der NHL), die ich ja aufgrund ihres Stadtnamens mögen müsste. Das fast nur auf Laufspiel basierendes Offensiv-Play der Eagles (überagend natürlich Running Back Shaqin Barkley) macht mich auch nicht grade an.
Also eher die Wahl zwischen Pest und Cholera: zwischen dem einmaligen Dreifachtriumph en suite der Chiefs und einem unerträglichen Triumph-Geheul der Eagles. Da passt es vortrefflich, dass DT als erster amtierender Präsident sich live vor Ort die Ehre gibt und womöglich den Münzwurf ausübt (samt dem üblichen Getöse). Dass die Trump-hörigen NFL-Milliardäre den Leitsatz „End racism“ wieder von der Endzone entfernen ließen, um ihren lieben und vor allem teuren Donald nicht zu vergraulen, passt da bestens ins Bild.
Viel Vergnügen trotzdem, vielleicht wirds ja ein attraktives spannendes Spiel. Morgen Vormittag relive reicht mir allerdings völlig.
Schluss der Transferzeit in der NBA: ein Ende mit Schrecken! Nur für Wen?
Endlich hat das Gerüchteln um Verstärkungen, Transfers, Rebuild ein Ende. Manche Teams sind kaum wiederzuerkennen. Wenn ich etwa an „meine“ Sacramento KIngs denke: Gegangen ist mit (unter anderen) DeAaron Fox (auf eigenes Betreiben!) der beste und aufregendste Spieler, dafür kamen Zach Levine und vor allem als Defensiv-Verstärkung Jonas Valenciunas, der jetzt mit Domantas Sabonis litauische Twin Towers weit weg in Kalifornien bildet.
Hauptaufreger war allerdings der immer noch unfassbare Tausch Luca Doncic/Anthony Davis zwischen den Dallas Mavericks und Los Angeles Lakers. Doncic war DER Franchise-Player der Mavs, vielleicht der begabteste Basketballer unserer Zeit. Ja, die Fitness ist nicht so sein Ding, auch nicht das Verteidigen, und seine ständige Meckerei über die Refs nervt unendlich; aber sein Unterhaltungsfaktor ist einmalig, seine Ideen, seine Kreativität. Der Finaleinzug letzten Juni war vor allem seiner Brillanz geschuldet. Gibt man wirklich so einen Spieler ab, auch wenn es gesundheitliche Probleme gab?
Die Mavs-Fans gaben die Antwort, trugen ihr Team sinnbildlich mit einem Sarg zu Grabe. Vor allem stieß sauer auf, dass der Trade offenbar ein Alleingang des Team-Managers Nico Harrison war, ohne Absprache mit dem Trainerstab. Verschwörungstheorien machten und machen die Runde (Umzug nach Vegas? Hat die NBA, vielleicht sogar Commisioner Adam Silver die Finger im Spiel, um die Liga zu pushen?) Vor allem aber: Der Gegenwert hätte viel mehr sein müssen als Anthony Davis. Mindestens noch ein Starting-Five-Spieler der Lakers (Austin Reaves, Rui Hachimura) hätte herausspringen müssen. Warum wurde übehaupt nicht mirt anderen Teams verhandelt? Gerade die Deutschen schauen ja besonders gespannt auf die Mavericks, spätestens seit Dirk Nowitzkis glorreichen Zeiten in Texas, großer Seufzer.
Der fantastische Verteidiger Anthony Davis wiederum wird den Lakers fehlen (Defense wins Championships). In seinem ersten Spiel für die Mavericks legte er gleich mal 26 Punkte, 16 Rebounds, 7 Assists und 3 Blocks auf, bevor er mit einer nicht näher bezeichneten Oberkörperverletzung das Parkett verlassen musste. Doncic wiederum verpasste sein für gestern Nacht anvisiertes Debüt bei den Lakers, die dennoch gegen die Indiana Pacers klar gewannen, weil Austin Reaves (sic) gleich 45 Punkte erzielte.
Auch zwei Deutsche gerieten in den Trade-Strudel. Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder, erst im Dezember von den Brooklyn Nets zu den Golden State Warriors gewechselt, wurde via Utah Jazz als eintägige Zwischenstation an die Detroit Pistons weitergereicht. Ein Team, das durchaus Play-off-Chancen hat, wo er helfen kann. Schon zuvor hatte er den „modernen Sklavenhandel“ in der NBA beklagt und bekam medial (vor allem auch hierzulande) ordentlich Dresche für die Wortwahl. Der Ausdruck „Sklave“ ist natürlich ob der Irrsinsgehälter reichlich absurd, doch dass die Profis bis auf ganz wenige Ausnahmen so überhaupt kein Mitspracherecht haben, wo sie spielen (dürfen), finde ich schon seit Jahren bedenklich; auch weil Spieler bei all den Millionen-Privilegien Menschen (mit Familie) sind. Und mit Geld kann man zwar vieles kaufen, aber zum Beispiel eben keine (Schul)Freunde.
Doof lief es auch für Daniel Theis. Den gaben die New Orleans Pelicans an die Oklahoma City Thunder ab. Die allerdings fanden keine Verwendung für ihn und setzten ihn auf die Straße (waived). Nein, dort wird Multimillionär Daniel Theis nicht verhungern, aber er ist erst mal verbannt von den geliebten Basketball-Feldern. Vielleicht ein Mann für die Euroleague, speziell für den FC Bayern?
Fast in den Hintergrund bei all dem Irrsinn geriet der Wechsel von Jimmy Butler von den Miami Heat zu den Golden State Warriors. Hier war wiederum der Spieler der Initiator. Seit Monaten drängte er auf den Trade, aus reiner Geldgier, vielleicht auch aus Prinzip, weil er noch nie im Freiden schied von seinen Teams. Die Heat signalisierten ihm nämlich, dass sie eine Vertragsverlängerung nicht zu den von Butler gewünschten Konditionen (Maximum-Gehalt, mehr als 50 Millionen Dollar/Jahr) für den Mittdreißiger zahlen wollen, sondern nur 40 Millionen oder gar 30 Millionen, ein echter Hungerlohn. Ob ihn die Warriors die gewünschten Summen wirklich zahlen, weiß ich nicht, aber es könnten am Ende tatsächlich alle Beteiligten als Sieger aus der Sache herauskommen. Die Warriors bekommen einen Top-Spieler gerade in den Play-offs (wenigstens noch für 1, 2 Jahre), die Heat sind einen Dauer-Konflikt los, und Jimmy Butler selbst hat seinen Seelenfrieden wieder und darf mit Steve Curry auf große Taten in San Francisco hoffen.
Fazit: Ich kann gerade nicht absehen, wer am Ende Gewinner und Verlierer sind. Dem ersten Eindruck nach haben die Spurs das große Los gezogen zumindest für die mittelfristige Zukunft mit dem „Außerirdischen“ Victor Wembanyama. Die Mavs müssen erst mal ihre Fans zurückholen, die Lakers die offene Baustelle „Defense“ schließen. Und meine Kings? Ich sehe tatsächlich viel Potenzial, aber ob das reicht für ganz oben, da habe ich meine ernsthaften Zweifel.
von Münchner Löwe | Feb. 2, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Erwarte das Unerwartete! Wer wüsste das besser als der entnervte Sportfan, der wieder mal enttäuscht auf seinen Wettschein schaut, Auch außerhalb des Spielfeld gibt es immer wieder Entscheidungen, die nur ein entgeistertes „WAS????“ hervorrufen.
So wie die Doncic-Davis-TradeNachricht, die heute Morgen aufploppte (noch nicht offiziell bestätigt, aber sehr valide) und (nicht nur) die NBA-Blase in helle Aufruhr versetzte: Anthony Davis wechselt von den LA Lakers zu den Dallas Mavericks, im Gegenzug kommt Luka Doncic von den Mavs zu den Lakers. Dazu noch ein paar Nebengeräusche, unter anderem spielt jetzt auch Maxi Kleber in Kalifornien statt in Texas.
Ein Spielertausch kurz vor Ende der Transferfrist und doch so viel mehr. Denn sowohl Doncic als auch Davis sind (besser: waren) absolute Schlüsselspieler ihrer Teams. Auf der einen Seite Luka Doncic, 25 Jahre alt: ein begnadeter Basketballspieler, zumindest in der Offensive (in der Defensive allenfalls, wenn er mag …). Seitdem er als 19-Jähriger zu den Mavs stieß, prägt er diese Franchise, galt als legitimer Nachfolger des großen Dirk Nowitzki. Er führte das Team 2024 in die NBA Finals. Bei aller Genialität ist er leider auch verletzungsanfällig (derzeit plagt ihn mal wieder die Wade), auch weil er außerhalb der Saison vielleicht nicht ganz so pflichtbewusst lebt und immer ein paar Kilo mit sich herumzutragen scheint. Außerdem notorisch unzufrieden mit den Referees, berühmt-berüchtigt ist sein Blick nach praktisch jeder zweifelhaften Aktion – oft gepaart mit lautstarken Meckereien.
Auf der anderen Seite Anthony Davis: ein großartiger Verteidiger, Turm in der Schlacht, ein toller Beschützer des eigenen Korbs, vermeintlich unersetzlich mit seiner Größe in dem ansonsten relativ kleinen Lakers-Team. Die ideale Ergänzung zu LeBron James, der zwar immer noch zu herausragenden Leistungen fähig ist, dem man aber gerade in der Verteidigung seine 40 Jahre doch ansieht. Wie Doncic ist auch Davis relativ verletzungsanfällig, auch wenn bisher gut durch die Saison kam.
Erwarte das Unerwartete! Gerade zu Ende der Transferzeit der NBA (dieses Jahr am 6. Februar). Und auch wenn alle sog. Trade Machines und Transfer-Experten noch mit einem großen Knall rechneten, ein Tausch Doncic gegen Davis hatte wohl niemand ernsthaft auf dem Zettel. Auch LeBron James, das Um und Auf bei den Lakers, war nach eigener Aussage komplett überrascht, geschweige denn involviert, das will einiges heißen beim (vermeintlichen?) GOAT.
Jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Was haben sich beide Teams dabei gedacht, ihre absoluten Schlüsselspieler auszuwechseln und vor allem: Wer hat am „langen Ende“ (Grüße an Max Eberl) das bessere Los gezogen.
Ich setze jetzt mal einen gesunden Doncic und einen gesunden Davis voraus (wahrscheinlich schon der erste Fehler): Die Lakers bekommen durch Doncic in der Offensive unglaublich viel Kreativität, LeBron James wird im Spielaufbau sichtlich entlastet, die beiden dürften auch sehr gut harmonieren. Und für die Glitzerstadt LA nicht unwichtig: sehr viel Glamour, Spektakel auf dem Parkett. Und Doncic ist mit seinen erst 25 (kaum zu glauben) sechs Jahre jünger als Davis. Auf der anderen Seite verlieren sie ihren mit Abstand besten Verteidiger, ihren einzigen übedurchschnittlich guten großen Spieler. Der auch offensiv viel liefert. Ich kann nur mutmaßen, dass sie sich von dem endlich gesunden Vanderbilt einiges erhoffen, aber ob dieser je an die Klasse von Davis heransreichen wird, wage ich doch zu bezweifeln
Die Mavs bekommen im Gegenzug mit Davis einen fantastischen Verteidiger, den großen Spieler, den sie gerade nach dem Ausfall von Derrick Lively dringend gebraucht haben (wobei Davis ein paar Klassen stärker einzuschätzen ist als Lively). Aus meiner bescheidenen Sicht passt das bei den Mavs besser zusammen, auch weil sie mit Kyrie Irving einen weiteren herausragenden Spieler haben, der die Doncic-Rolle einigermaßen ausfüllen kann. Bei den Lakers ist dagegen die große Frage, wie sie die Davis-Lücke schließen wollen. Gerade in den Play-offs ist ja eher die Defensive gefragt. Vielleicht durch einen weiteren Trade, wobei gute Center, die wirklich weiterhelfen und auch noch zu haben sind, nicht im Überfluss herumlaufen.
Ich bin wirklich sehr gespannt und erwarte das Unerwartete.
von Münchner Löwe | Jan. 3, 2025 | basketball, NBA, Tennis
Blick über den Teich, NBA
Für viele beginnt die NBA ja mit den sogenannten Christmas Games am 25. Dezember. Dieses Jahr gab es gleich fünf, die landesweit übertragen wurden. Mittlerweile sind auch die Jahreswechsel-Partien absolviert, die Teams haben 31 bis 35 Begegnungen auf dem Buckel; man nähert sich also der Hälfte der regulären Saison. Ein Trend ist also schon deutlich auszumachen, es kann allerdings immer noch gewaltige Ausschläge nach vorn und nach hinten geben. Außerdem können noch bis Anfang Februar Transfers die Kader enorm verändern.
EASTERN CONFERENCE
Einsam vorn, die Cavaliers
Das Team aus Cleveland hat den besten Saisonstart der Team-Geschichte konserviert. Mit 29:4 Siegen haben die Cavs die beste Bilanz der gesamten Liga und sich im Osten mit 4,5 Siegen Vorsprung auf die Boston Celtics schon einen hübschen Vorsprung erarbeitet. Auch wenn im Kader ein absoluter Superstar eher nicht dabei ist (oder etwa doch der famose Donovan Mitchell?), es ist ein fantastisch zusammengestelltes Team, in dem Center Evan Mobley einen großen Schritt nach vorn getan hat. Zuletzt wieder 8 Siege in Folge, darunter drei bei einem beeindruckendem Auswärtstrip bei den Denver Nuggets, Golden State Warriors und LA Lakers..
Das Verfolger-Duo
Die einzigen Konkurrenten in Reichweite sind die Boston Celtics und New York Knicks. Die Celtics haben allerdings schon erstaunliche 9 Niederlagen auf dem Konto. Es gab ja Phantasten, die dem Titelverteidiger eine Rekord-Saison zutrauten und höchstens mit 12 Niederlagen für die gesamte Saison rechneten. Ist es der Titelblues, die Verletzungen (Porzingis, Brown): Oder nehmen die Celtics das Ganze doch nicht so ernst vor den Play-offs?
Die Knicks kommen nach eher verhaltenem Saisonstart mächtig in Fahrt (zuletzt 9:1 Siege). Karl-Anthony Towns und Mikal Bridges ist die erhoffte Verstärkung, die Jalen Brunson sichtbar entlasten. Für mich ein sicherer Play-off-Kandidat.
Oberes Mittelfeld
Noch belegen die Orlando Magic Platz 4 in der Conference, aber es wird gerade in den kommenden Wochen sehr schwer, diesen Rang zu halten. Mit Paulo Banchero (immerhin wieder im Training), Franz und Moe Wagner (Saison-Aus) fehlen drei absolute Schlüsselspieler. Bisher haben die Magic das einigermaßen kompensieren können, aber Niederlagen wie zuletzt bei den Detroit Pistons zeigen, dass der Qualitätsverlust auf Dauer zu groß ist. Die Frage lautet: Wann kommen Banchero und Franz Wagner wieder zurück und finden sie gleich zu ihrer Top-Form?
Im Kommen sind die Milwaukee Bucks. Nach dem katastrophalen Saisonbeginn läuft es jetzt für das Team um Giannis Antetokuonpo und Damian Lillard besser, wenngleich immer noch nicht optimal. Insgesamt scheint aber der Trend nach oben zu gehen.
Ich persönlich bin von den Miami Heat und den Atlanta Hawks aufs Gute überrascht, die beiden letzten Teams im Osten mit einer positiven Bilanz. Gerade die Hawks haben gezeigt, dass sie für jedes Team gefährlich werden können (2 Siege vs die Cavaliers). Number-1-Pick Zachary Risacher hat sich gut eingefunden, ohne dass er Monsterzahlen auflegt. Und die Heat gelten eigentlich als Mannschaft, die in der regulären Saison schwer in die Gänge kommen. Tyler Herro spielt bisher eine großartige Saison, die ihn sogar ins All-Star-Team spülen könnte.
Unteres Mittelfeld
Das reicht meines Erachtens von Platz 8 (Indiana Pacers) bis 11 (Philadelphia 76ers). Dazwischen liegen noch die Detroit Pistons und Chicago Bulls. Eines dieser vier Teams wird die Play-Ins also nicht erreichen. Während sich die Pacers als Conference-Finalist mit Sicherheit mehr ausgerechnet haben, dürften die Detroit Pistons hochzufrieden sein mit ihrer klaren Verbesserung gegen über der Horrorsaison 23/24.
Eion Sonderfall sind die 76ers, die normalerweise viel weiter oben mitspielen müssten. Aber wenn die Leistungsträger kaum (Joel Embiid), selten (Paul George) und spieleweise (Tyrese Maxey) fehlen, ist es halt schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Vielleicht wird das in der 2. Saisonhälfte besser, aber es bleiben darob große Zweifel.
Trauriger Rest
4 Teams haben ja schon vor der Saison mehr oder weniger deutlich gemacht, dass sie ohne Ambitionen sind und es ihnen viel wichtige ist, das Team neu aufzubauen. Das böse Wort tanken (absichtlich verlieren) wird nur sehr halbherzig verborgen, doch das Ziel ist klar: eine möglichst miese Bilanz, um dann sich am offenbar hervorragenden Draftjahrgang 2025 früh einen Pick zu holen. Dann kann es halt auch passieren, dass ein Dennis Schröder transferiert wird von den New Jersey Nets zu den Warriors, weil er viel zu gut gespielt hat. Hier und da bleibt ein überraschendes Erfolgserlebnis, aber mit den Nets, Toronto Raptors, Charlotte Hornets und Washington Wizards bleibt ein trauriges Quartett zum Auffüllen.
WESTERN CONFERENCE
Thunder einsam vorn
Der Westen gilt als viel leistungsstärker als der Osten, und deshalb ist die klare Führung der Oklahoma City Thunder noch höher einzuschätzen als die der Cavs, weil sie eben die schwierigeren Partien haben. 28:5 lautet die Bilanz (zuletzt sogar 10:0), mit der sich die Thunder schon um 5,5 Spiele abgesetzt haben. Seitdem Neuzugang Isaiah Hartenstein nach seinem Handbruch wieder dabei ist, läuft es noch besser. Der 2,16-Meter-Riese war im eher kleinen Team das fehlende Puzzlestück. Außerdem hat Shai Gilgeous-Alexander einen weiteren Schritt nach vorn gemacht,hat den besten Punkteschnitt der Liga. Aber erst in den Play-offs wird sich wohl zeigen, ob das Team tatsächlich titelreif ist
Die Verfolger
Bei all den klangvollen Teams im Westen fliegen die Memphis Grizzlies und auch die Houston Rockets bei mir etwas unter dem Radar (nicht einmal ich kann und will jedes Spiel schauen. Gerade die Grizzlies zeigen, dass sie ein großartiges Team sind und nur das unglaubliche Verletzungspech für die desaströse vergangene Saison verantwortlich war. Auch jetzt fehlen immer wieder wichtige Akteure wie Ja Morant, aber halt nicht die gesamte Starting Five. Die Rockets sind für mich die vielleicht noch größere Überraschung, aber hier ist die Team-Chemie offenbar hervorragend. Alperen Sengun ist einer der kommenden Topstars der Liga.
Dritter im ersten Verfolger-Trio sind die Denver Nuggets, was hauptsächlich an dem unglaublichen Nikola Jokic liegt, der Abend für Abend grandiose Zahlen auflegt. Wenn dazu noch ein Jamal Muray zu alte Form findet, muss man die Nuggets erst mal aus dem Weg räumen.
Zumindest tabellarisch gehören auch die Dallas Mavericks (gleiche Bilanz wie die Nuggets) zu den ersten Vefolgern. Doch der Ausfall von Luka Doncic (mindestens noch ein Monat wegen einer Wadenverletzung) ist nicht zu kompensieren, wie schon die ersten Partien ohne den Slowenen (0:3) zeigten. Irgendwie den Monat überstehen und dann wieder angreifen, heißt die Devise.
Kampf um die Play-offs (Play-Ins)
Die Plätze 6 bis 12 könnte ich weiter unterteilen, aber ich schmeiß jetzt die 7 Teams einfach mal in einen Topf, zumal sie nur durch 4,5 Siege getrennt sind. Für mich die ganz große Überraschung sind die LA Clippers, die sich hartnäckig in der oberen Hälfte halten. Die neue Halle tut ihr übriges (mittlerweile 11:6). Zurzeit trennen die Clippers nur ein halbes Spiel von Platz 6, den Lokalrivale Lakers besetzen. Hier zeigt Center Anthony Davis eine All-Star-Saison (vor allem konnte er fast alle Spiele mitmachen). LeBron James ist weiter für mehrere Highlights pro Spiel gut und ist immer noch überdurchschnittlich (nehme ich als Nicht-Fan mit großem Respekt wahr).
Mehr hätte ich von den Minnesota Timberwolves erwartet. Sie haben sich zwar nach grauenhaften Saisonstart konsolidiert, aber der letzte Schritt fehlt noch, vielleicht auch weil Anthony Edwards sich bisher nicht weiterentwickelt hat (auf höchstem Niveau, versteht sich). Leider scheint er in den Schiri-Anmeckern-Modus á la Luca Doncic zu verfallen, das legt sich hoffentlich wieder.
Die Golden State Warriors und San Antonio Spurs haben die gleiche 17:16-Bilanz wie die Wolves. Unterschiedlicher könnte die Team-Entwicklung aber nicht sein. Hier die alternden Warriors mit den altenden Steph Curry und Draymond Green (und seit Dezember eben auch Dennis Schröder), dort die jungen Spurs mit dem grade mal 20-jährigen Victor Wembanyama, der auf dem besten Weg ist, jeden noch so absurd hohen Vorschusslorbeer (Außerirdischer, der beste seit LeBron) noch übezuerfüllen. Brillant war die Idee, Altstar Chris Paul nach Texas zu holen, der auf und neben dem Feld mit seiner Erfahrung und bisweilen immer noch tollen Zuspielen genau der richtige Lehrmeister ist fürs harte NBA-Geschäft.
Bleiben die bis dato herbe enttäuschenden Phoenix Suns und Sacramento Kings (Disclaimer: mein Lieblingsteam, seufz). Die Kings haben nach eine Reihe von zum Teil knappen und auch absurden https://blickueberdenteich.de/vom-harten-fanleben/
Niederlagen Trainer Mike Brown entlassen, der sie in den vergangenen Jahren aus dem ewigen Höllenschlund der Erfolgslosigkeit geführt hat. Nachfolger Doug Christie (bisher nur Interim) ist tatsächlich mit zwei Siegen gegen die Mavs und Sixers gestartet.
Die Suns hingegen leiden auch darunter, dass bei jedem Spiel mindestens einer der Großen Drei (Kevin Durant, Bradley Beal, Devin Booker) fehlt. der Rest des Teams kann das bisher nicht auffangen.
Trauriger Rest
Von den Utah Jazz und vor allem Portland TrailBlazers (noch so ein Historie-Seufzer) war nicht mehr als Tanken zu erwarten, dafür haben sich die Blazers zumindest anfangs wacker geschlagen. Aber dass die New Orleans Pelicans mit bisher gerade 5 Siegen das schlechteste Team der gesamten Liga sind, hätten auch größte Pessimisten nicht geglaubt. Klar,viele Verletzungen, vor allem die des Unterschiesspielers Zion Williamson (bei dessen Figur aber nicht wirklich überraschend). Der spielende Rest hat sich offenbar schon aufgegeben, vielleicht auch auf Answeisung der Teamleitung, wer weiß das schon. Aus eine m aufregendem Team noch im Frühjahr ist eine Lachnummer geworde, wenn es nicht so traurig wäre.
von Münchner Löwe | Dez. 27, 2024 | basketball, NBA
Für mich das das Sportschauen nur einen echten Sinn, wenn ich einen Favoriten habe, dem ich die Daumen drücke. Fürs Spiel, für die Saison und im Fall von 60 München fürs ganze Leben.
Dieses Jahr erlebe ich bei meinem Blick über den Teich nicht so viel Erfreuliches. Ich bin jetzt kein beinharter Fan des einen oder anderen Teams hier oder dort, aber es haben mir schon immer die Außenseiter angetan und weniger die Seriensieger. Das kann sich auch immer wieder ändern so gerade im Fall der Kansas City Chiefs, die ich immer gemocht habe und jetzt nicht mehr leiden kann, weil sie auf abstruse Weise einen Sieg nach den anderen einfahren.
Speziell geht es gerade um die Cincinatti Bengals in der NFL und die Sacramento Kings in de NBA. Cinci war Jahrzehnte lang die Lachnummer der Liga mit absurden Negativ-Rekorden. Doch seit einiger Zeit spielen sie einen wunderbaren Football, der sie auch vor zwei Jahren bis in den Super Bowl brachte, den sie dann ziemlich dramatisch verloren. In diese Saison spielen sie offensiv einen grandiosen Ball, angeleitet von Quarterback Joe Burrow, der mit seinem Studien-Kumpel Ja’Marr Chase den besten Widereceiver als Anspielstation hat. Leider ist die Defensive absolut nicht wettbewerbsfähig, so reichten schon einige Male mehr als 30 Punkte nicht zum Sieg. Sogar gegen die offensiv allenfalls durchschnittlichen Pittsburgh Steelers kassierten sie unfassbare 44 Punkte.
Dennoch können die Bengals noch in die Play-offs kommen, nunja, theoretisch zumindest. Ein Sieg am Samstag gegen die Denver Broncos vorausgesetzt und bei einem weiterer Erfolg die Woche darauf im Revanchespiel gegen die Steelers könnten sie dabei sein, ja wenn dann auch die von mir nicht mehr geliebten Chiefs ihrerseits ihre letzte Partie gegen die Broncos gewinnen. Was leider deswegen sehr viel unwahrscheinlicher geworden ist, weil sie ihren Number-One-Spot für die AFC und ein Freilos in der 1. Play-off-Woche sicher haben. Böse Zungen und Federn schreiben gar, dass die Chiefs dann mit Absicht verlieren, damit die Bengals als Gegner in der Post Season auf keinen Fall mehr in Betracht kommt.
Und die Kings? Die erkor ich 2021 zu meinem Lieblingsteam. Eine ähnliche Geschichte: mehr als zwei Jahrzehnte kein einziges Mal die Play-offs erreicht, dann ein extrem attraktiver und aufregender Offensiv-Basketball angeführt von DeAaron Fox und Domantas Sabonis. 2023 scheiterten sie in einer fantastischen 6-Spiele Serie durchaus unglücklich am späteren Champion Golden State Warriors, im Frühjahr 2024 war schon in der 2. Play-In-Runde Schluss.
Dieses Jahr läuft es überhaupt nicht, obwohl mit DeMar DeRozan ein Klassemann hinzustieß. Der Dreier fällt nicht, Sabonis sieht manchmal recht alt aus. Zuletzt kassierten die Kalifornier eine Heimniederlage nach der anderen, und die von dieser Nacht gegen die Detroit Pistons (die ich heute Mittag relive ertragen musste), schlug dem Fass unsinniger Pleiten den Boden aus. Lange führten die Kings souverän, zu Beginn des 4. Viertels immerhin noch mit 16 Zählern. Der Vorsprung schmolz und schmolz, und doch schienen sich die Kings gerade noch als Sieger zur Schlusssirene retten. 3 Punkte Vorsprung, letzter Angriff der Pistons, da kann man doch nicht mehr verlieren, oder? Kann man doch, nämlich, indem man
1. einen gegnerischen Angreifer (hier: Jaden Ivey) noch einen Dreier werfen lässt (okay, das kommt vor)
2. Der Gegner trifft (auch das kommt vor) und
3. ein Verteidiger den Angreifer noch foult, also nicht nur der Ausgleich und die Overtime, sondern, weil 4.
4. Jaden Ivey den Freiwurf verwandelte, die Niederlage gleich feststand.
Vor allem Punkt 3 schmerzt enorm (weil das gemeinsam mit Punkt 1/2 in dieser Konstellation eben praktisch nie vorkommt, ich frage mich da immer, was in einem Verteidiger bei derartig dämlichen Aktionen vorgeht.
Es war die 5. Niederlage in Folge, vier davon zu Hause, wo die Kings eigentlich eine Macht sind. Die Play-off-Chancen, zumal im starken Westen, schwinden, aber der Tornaround kann schon noch gelingen. Sie müssten halt von diesen knappen Spielen auch mal eines gewinnen.
Update 29/12: Ist es ein Trost, dass die Houston Rockets in den letzten 3 Minuten einen 16-Punkte Vorsprung gegen die Minnesota Timberwolves verdaddelt haben? Ist es nicht.
von Münchner Löwe | Dez. 25, 2024 | basketball, Fußball, NBA, ski alpin, WNBA
Ich will jetzt keinen nachträglichen Wochenrückblick mehr veranstalten, abe drei Themen möchte ich noch aufgreifern.barca, die Verletzung von Moe Wagner und Lindsey Vonns Rückkehr.
Barcas Niedergang
Was wurde Neu-Trainer Hansi Flick gehypt nach den ersten so fantastischen Spielen des FC Barcelona. Dem Traumstart in der Primera Division mit 10 Siegen in 11 Spielen, dem triumphalen 4:0 bei Real Madrid imneuen Bernabéu. Dem (zu) klaren 4:1 gegen seine ex Bayern München in der Champions League. Diese Eurphorie ist einer, nunja, Ernächterung gewichen, um es noch freundlich auzudrücken. Gleich drei Heimpleiten in Folge drüccken mindestens so aufs Gemüt wie die damit verlorene Tabellenführung. Jetzt wird das extrem offensive und aggressive Verteidigungskonzept in Frage gestellt, weil offenbar auuch die nicht so begabte Ggnerschaft wie Legranes und Las Palmas (von Atlético ganz zu schweigen)den Schlüssel gefunden hat. Das 1:2 zu Hause gegen Atlético, dem ersten Sieg von Diego Simeone bei Barca überhaupt, war die saure Kirsche auf dem Kuchen. Grundsätzlich eine tolle Leistung, Riesenchancen, die ein Robert Lewandwoski zu Saisonbeginn im Schlaf verwandelt hätte; und dann ein absurdes Kontertor in der Nachspielzeit, das die Niederlage besiegelte und Atletico an die Spitze hievte.
Veloren ist sicher och nichts, aber die Leichtigkeit fehlt. Viel zu kauen in der spielfreien Weihnachtszeit.
Der Fluch der guten Tat?
Was ist sie toll, die ZDF-Dokumentation über die Wagner-Brüder im Basketball: Moritz und Franz zogen aus Berlin, um die NBA und Basketball-Welt zu erobern. Doch Glück hat sie den Hauptdarstellern nicht gebracht, sondern eine verletzungsbedingte Zwangspause. Mag die äußerst seltene Bauchmuskelverletzung von Franz in absehbarer Zeit heilbar sein (wobei dieser Zeitraum, wie das Beispiel des Orlando-Vereinskollegen Paulo Banchero zeigt, noch gut einen Monat oder sogar mehr dauern kann, bedeutet der Kreuzbandriss von Moritz das Saison-Ende und wahrscheinlich auch das Aus für die EM im Sommer 2025. Besonders ärgerlich, weil die beiden bis dato jeweils die beste Saison in der NBA spielten. Während Franz seinen Mega-Vertrag für die kommenden Jahren sicher hat, kann sich Moritz jetzt nicht für einen ähnlich gut dotierten Kontrakt (na ja) empfehlen. Noch ärgerlicher ist für ihn und das Team, dass er seinen Orlando Magic mit seiner Energie und seinem Siegeswillen sehr fehlen wird. Ob und wie lange sie das kompensieren können (zumal erst mal eben auch ohne Banchero und Franz), bleibt abzuwarten.
Es gibt ja diesen Fluch der guten Tag. Titelhelden bei EA Sports durften den Kreuzbandriss oder andere schwere Verletzungen fast schon als gesichert abhaken. Wer aufs Cover der 11 Freude kam, den ereilte auch fast sicher eine veletzung oder ein veritables Formtief wie es gerade Eintracht Frankfurt durchlebt
Sie hat es getan, tatsächlich
Lindey Vonns großen Ankündigung folgte das ansprechende Debüt. Nach 5 Jahren Pause und im Alter von 40 und mit künstlichem Kniegelenk begab sich die ehemalige Speed-Queen in St. Moritz wieder als offizielle Starterin auf eine Piste. Sie belegte im Super-G den famosen 14. Platz, gerade mal 1,18 Sekunden hinter der Siegerin Cornelia Hütter. In zwei Teil-Sektoren kam sie bereits unter die besten Fünf.
Vielleicht ein bisschen verstummt sind ob dieser außergewöhnlichen Leistung die vehementen Kritiker des Comebacks wie Markus Wasmeier („Das ist Verarschung“), Franz Klammer („Vollschuss“) und der Schweizer Garde um Pirmin Zurbriggen („zu gefährlich“. Vonn wies die Vorwürfe schonvorher zurück (Sind die alle schlauer als die besten Ärzte der Welt, die Grünes Licht gegeben hätten?).
Natürlich weiß Lindsey Vonn um das Risiko ihres Tuns, das aber jeder Skifahrer auf sich nimmt, zumal in den schnellen Disziplinen. Und natürlich ist aucn Vonn vor Stürzen nicht gefeit. Aber die Amerikanerin beteuert, schmerzfrei zu sein, die Prothese behindere sie auch nicht.
Die Fahrt von Vonn (der 2. Super-G fiel dem Wind zum Opfer), dass sie nichts velernt hat. Ihr großes Ziel hat sie klar formuliert. Olympia 2026, wo die alpinen Wettberbe auf der Tofana stattfinden, einer Strecke, die ihr auf den Leib geschneidert ist und zu ihren Lieblingen (neben Lake Louise) gehört, wo sie unzähliche Triumpfe feiete. Ich wünsche ihr von Herzen, dass sie gesund bleibt, dann ist sie auf jeden Fall eine Bereicherung für die alpiinen Frauen.
von Münchner Löwe | Dez. 25, 2024 | basketball, Darts, NBA, NFL, Radsport, ski alpin, Tennis, Turnen, Wochenvorschau
Nach (hoffentlich entschuldigter) Schöpfungspause melde ich mich zurück: Zwischen den Jahren, das war früher für Sportfans die Zeit des Innehaltens, der mehr oder weniger liebevoll zusammengestellten Fernseh-Rückblicke aufs Jahr. Unvergessen das „ausgefallene Sportstudio“ mit dem fantastischen österreichischen Kabarettisten und gelernten (!) Box-Ringrichter Werner Schneyder (mit „y“, nicht dem mit „i“, den es im ZDF-Sport auch gab). Das einzige größere Live-Ereignis zum Jahreswechsel war lange die Vierschanzentournee, die wohl auch deshalb eine so große Bedeutung erfuhr, die bis heute anhält. Das hat sich dramatisch geändert, auch weil wir heutzutage ohne Umstände über die Grenzen fernsehgucken können (Fußball-Boxing-Day in England und Schottland) und sogar über den Teich zur NBA und NFL. Aber auch hierzulande haben die Ligen jenseits des Fußballs die Zeichen erkannt: volles Programm im Eishockey und Basketball generiert viel Interesse in der (noch?) fußballlosen Zeit.
Die Premier League im Stress
Als einzige der großen Fußball-Ligen spielt die Premier League während der Weihnachtstage durch: Mit dem Boxing Day am 26. Dezember beginnt ein haarsträubend dichtes Programm. Erstaunlicherweise ist für den 26. Dezember kein echter Schlager der Big Six untereinander programmiert im über den ganzen Tag verteilten Spieltag, der von 13.30 Uhr (ManCity vs Everton) bis 21 Uhr (Liverpool vs Aufsteiger Everton) reicht. Der FC Arsenal spielt gar erst am Freitag (21.00) vs Ipswich Town. Gleiches gilt für den nächsten Spieltag, der für Sonntag und Montag angesetzt ist.
Die Serie A hat einen Spieltag am Wochenende: Tabellenführer Atalanta Bergamo will seine unfassbare Siegesserie auf 12 Spiele ausbauen. Die Verfolger Napoli und Inter spielen vs Vendedig (So., 15.00) und in Cagliari (Sa., 18.00) Schlager des Spieltags ist die Partie zwischen Milan und der Roma am Sonntag in San Siro (So., 20.45).
Festtage der NBA
Für viele Basketball-Freunde beginnt die NBA mit dem 25. Dezember erst so richtig. Da nämlich terminiert die Liga über den gesamten Tag einen (vermeintlichen) Schlager nach dem anderen, die landesweit (und über DAZN eben weltweit zu 5 verschiedenen Tip-off-Zeiten terminiert sind. Es beginnt also heute unserer Zeit
18.00: San Antonio Spurs – New York Knicks (Wemby-Watch)
20.30: Dallas Mavericks – Minnesota Timberwolves (auch Pro7 Maxx)
23.00: Boston Celtics vs Philadelphia 76ers (wers braucht)
02:00: Golden State Warriors – LA Lakers (große Namen oder auch Curry vs James)
04:00: Phoenix Suns – Denver Nuggets (für die Nachteulen und Spätheimkehrer das Messen zwischen Kevin Durant und Nikola Jokic). Alles natürlich auch relive.
Am 2. Weihnachtstag (Freitagmorgen unserer Zeit) dürfen dann die anderen Teams ran, unter anderem das Floridaduell zwischen den Orlando Magic (leider ohne die verletzten Wagner-Brüder) gegen die Miami Heat. Das beste Welt-Team Oklahoma City Thunder ist bei den wiedererstarkten Indiana Pacers (zuletzt 2 Siege an der Pazifikküste bei den Sacramento Kings und golden State Warriors) gefordert.
NFL startet bereits am Mittwoch
Ich kann mich nicht erinnern, dass es Mitttwochspiele überhaupt schon mal gegeben hat. Möglich ist das jetzt auch nur, weil die vier involvierten Teams bereits am vergangenen Samstag tätig waren, also das Minimum an spielfreien Tagen haben.
Um 19 Uhr empfangen die Pittsburgh Steelers die Kansas City Chiefs. Beide Teams sind schon sicher in den Play-offs. Mit einem Sieg könnten die Chiefs schon vor dem letzten Spieltag nächste Woche den Sieg in der AFC klarmachen, der Freilos in der 1. Runde bedeuten würde. Die Stellers sind im Fernduell um den Divisionssieg mit den Baltimore Ravens. Die wiederum spielen um 22 Uhr bei den Houston Texans.
In der AFC sind die 7 Play-off-Plätze schon so gut wie vergeben. Nur noch arg theoretisch können die Denver Broncos und LA Chargers (hier: praktisch unmöglich) noch von den Cincinatti Bengals (Defense: großer Seufzer) und Indianapolis Colts abgefangen werden.
In der NFC gibt es noch ein wüstes Gerangel um den Number-1-Spot und das Play-off-Freilos zwischen den Detroit Lions, Minnesota Vikings und Philadelphia Eagles. Jeweils um Divisionssiege geht es in der NFC South zwischen den Tampa Bay Buccaneers und Atlanta Falcons (allerdings nur Fernduelle) sowie in der NFC West zwischen LA Rams und Seattle Seahawks, wo es am letzten Spieltag (So., 5. Januar) beim direkten Aufeinandertreffenin LA vielleicht zum Showdown kommt.
Ski Heil
Die Männer-Speedrennen in Bormio kurz vor Jahresschluss gehören seit Langem zum festen Programm. Die anspruchsvolle und extrem fordernde Stelvio-Abfahrt gehört zu meinen Lieblingsstrecken im Kalender. Samstag (11.30) die Abfahrt, Sonntag (11.30) auf gleicher Strecke der Super-G.
Ebenso traditionell zwei technische Wettbewerbe der Frauen in Österreich, diesmal wieder am Semmering. Allerdings immer noch ohne die verletzte und wohl noch länger pausierende Mikaela Shiffrin, was meine Vorfreude trübt. Es stehen auf dem Programm: Samstag Riesenslalom und Sonntag Slalom (eine weitere Sieg-Chance für Lena Dürr, wenn ihr doch mal zwei herausragende Läufe gelängen).
Schanzenglück für Pius Paschke?
Kaum zu glauben, aber wahr: Seit 2002 und dem Grand Slam von Sven Hannawald wartet Deutschland auf einen Tourneesieger. Der nächste, der es aussichtsreich versucht, ist Pius Paschke, der mit seinen 33 Jahren plötzlich zum Siegspringer avancierte. Die große Frage lautet: Kann er seine Top-Form (das eher missratene Wochenende in Engelberg vor Weihnachten lasse ich jetzt mal außen vor) zu den 4 Springen in Oberstdorf, Garmisch, Innsbruck (DIE deutsche Klippe) und Bischofshofen hinüberbringen. Die Erwartungshaltung, der besondere Druck sind etwas Besonderes und mit den bisherigen Saison-Wettbewerben nicht zu vergleichen. Da nützt Paschke seine Erfahrung. Auch Andreas Wellinger und Karl Geiger sind in seinem Windschatten zu beachten.
Die schärfsten Konkurrenten kommen aus Österreich, und zwar in kompletter Mannschaftsstärke. Ob jung (Daniel Tschofenig) oder erfahren (Jan Hörl, Stefan Kraft) Team Austria steht bereit. Und traditionell wachen pünktlich zur Tournee auch Top-Springer wie der Japaner Ryoko Kobayashi und auch die Norweger wieder aus ihrem Winterschlaf auf.
Es geht rund im Ally Pally
Freitag bis Sonntag steht die 3. Runde an, danach geht es Schlag auf Schlag. Schon in der 2. Runde gab es für einige Favoriten ein böses Erwachen. Ex-Weltmeister wie Rob Cross und Gary Anderson mussten früh die Titel-Hoffnungen begraben. Insgesamt schieden gleich 14 der 32 Gesetzten aus – das hat es noch nie gegeben. Dagegen brillierte Wunderkind Luke Littler mit einem sagenhaften und einem bisher unerreichten 140er Average-Satz (2 Elf-Darter, 1-Zehn-Darter). In der Form führt der WM-Sieg nur über den 17-jährigen Engländer.
Ein böses Erwachen gab es für die deutschen Starter. Allein Ricardo Pietreczo ist noch im Wettbewerb und hat am Samstag mit Scott Williams eine durchaus lösbare Aufgabe in der 3. Runde. Das frühe Aus war vor allem für die ambitionierten und auch gesetzten Martin Schindler (vs Rydz) und Gaga Clemens (vs Owen) eine herbe Enttäuschung.
Und sonst?
- Basketball: Sowohl BBL als auch die europäischen Wettbewerbe setzen ihren Liga-Betrieb fort. Ich wollte bei der Partie FC Bayern vs Panathinaikos (Freitag, 20.30) live dabei sein, aber der SAP Garden ist ausverkauft. Am Sonntag sind die Münchner in der BBL bei den Frankfurt Skyliners gefordert, wo sie ihre Tabellenführung verteidigen wollen.
- DEL: Am Donnerstag und Sonntag steht ein Doppelspieltag an mit je sechs Partien. Der mittlerweile souveräne Tabellenführer ERC Ingolstadt empfängt RB München (Do., 16.30) und gastiert bei den Nürnberg Ice Tigers (Sa., 18.00).
Wer vom Eishockey nicht genug kriegen kann: Nach der Weihnachtspause (tatsächlich!) öffnet dann auch die NHL mit vollem Programm wieder ihre Pforten.
- Wintersport: Für mich an Bedeutung verloren hat die Tour de Ski, auch weil die Top-Leute sie ganz meiden oder nur partiell in Angriff nehmen. Die diesjährige Veranstaltung findet erstmals ausschließlich in Italien (Toblach, Val di Fiemme) statt (es gab mal ein Rennen im Münchner Olympiapark, seufz …). Höhepunkt wird dann am 5. Januar der Anstieg zur Alpe Cermis sein, wo die Läufer und vor allem Läuferinnen im Ziel wie erschlagen in den Schnee fallen. Ob dann deutsche Starterinnen wie die bisher eindrucksvollen Victoria Carl und Katharina Hennig vorn zu finden sein werden, bleibt abzuwarten. Ansonsten ist die Frage eigentlich nur, welcher der tausend Norweger am Ende vorn ist und welchen Vorspung Landsfrau Therese Johaug auf die Konkurrenz hat, wenn sie denn seriös durchläuft.
Biathlon aufSchalke gehört mittlerweile zum Standard Ende Dezember, wo zahlreiche Spitzenläufer zwar nicht um Weltcuppunkte, aber um satte Prämien kämpfen. Auf das siegreiche Mixed-Team (Massenstart und Verfolgung) warten immerhin 36.000 Euro. Für Deutschland starten die Weltcup-Führende Franziska Preuß mit Philipp Nawrath und Vanessa Voigt mit Justus Strelow) Dabei sind auch die französischen Titelverteidiger Julia Simon/Fabien Claude. Die Fußball-Arena dürfte am Samstag ausverkauft sein.
- Tennis: Am Freitag beginnt in Perth der United Cup der Mixed-Teams als perfekte Vorbereitung auf die Australian Open ab 12. Januar in Melbourne. Für Deutschland starten Alexander Zverev, Laura Siegemund und Doppelspezialist Tim Pütz. In der Gruppe treffen sie am Sonntag auf Brasilien und danach auf China (ohne Olympiasiegerin Qinwen Zheng). Die absoluten Topstars der Szene (Sinner, Alcaraz, Swiatek, Sabalenka sind zwar nicht dabei, gemeldet haben aber namhafte Profis wie Coco Gauff, Lena Rybakina, Maria Sakkari, Jasmine Paolini sowie Taylor Fritz, Stefanos Tstitsipas, Alex die Minaur und Felix Auger-Alliasime.
Das sind sie also, die sogenannten stillen Sporttage. Ich wünsche viel Vergnügen oder auch fröhliches Ignorieren.
Auf jeden Fall wünsche ich allen noch frohe und besinnliche Festtage und ein gutes Hinüberrutschen ins neue Jahr, das weltweit gesehen nur besser werden kann als das annus horribilis 2024.
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