von Münchner Löwe | Okt. 19, 2025 | basketball, NBA
Blick über den Teich, NBA
Kinder, wie schnell die Zeit vergeht. In diesem Fall die 4 Monate ohne NBA-Basketball, denn schon in der Nacht zu Mittwoch öffnet die beste Liga der Welt wieder ihre Pforten zur neuen Saison.Im Visier sind natürlich die Titelverteidiger der Oklahoma City Thunder um MvP Shai Gilgeous-Alexander.
3 Vorschauteile schweben mir vor. Allgemeines, Vorschau der West-Teams, Vorschau der Ost-Teams, und am Ende versuche ich mich an der Raterei einer Abschlusstabelle in Ost und West. Mit jeglichem Gewehr für Eure Tipps, versteht sich …
Allgemeines
Die nackten Fakten: Wieder sind 30 Teams dabei, aufgeteilt in je 15 in der Western und Eastern Conference. Alle haben bis Mitte April 82 Partien zu bestreiten. Die jeweils besten 6 Teams sind sicher in den Play-offs, die Ränge 7 bis 10 spielen in sogenannten Play-Ins zwei weitere Vertreter für die K.o.Runde aus. Jede K.o.Runde wird im Modus Best of 7 gespielt, es braucht also 4 Siege, um weiterzukommen.
Zudem steht die 3. Auflage des In-Season-Tournament an, das den teils etwas müden Liga-Auftakt aufpeppen soll (und tatsächlich auch aufgepeppt hat). Eine Art Cup-Wettbewerb eingebettet in der Liga-Spiele, und Mite Dezembe gibts dann schon einen Pokal
Wie immer werden sich manche Teams von vornherein gar nicht erst versuchen, dass sie sich an der Titeljagd (oder auch nur am Kampf um Play-off-Plätze) beteiligen. Das böse Wort vom Tanking (absichtliches Verlieren) macht schon allzuoft die Runde. Für mich ein fatales Zeichen, wenn schon vor der Saison den Fans einer Franchise mehr oder weniger unverblümt gesagt wird, dass es umso besser ist, je öfter die eigene Mannschaft verliert. Und dass sog. Experten auch hierzulande ins gleiche Horn stoßen und das bei manchen Teams gar noch befeuern, finde ich beschämend.
Der Unterschied zwischen Western und Eastern Conference ist noch größer geworden. Die Star-Waage neigt sich eh schon enorm gen Westen. Jetzt fallen noch ganz wichtige Spieler von Ostteams aus wie Jayon Tatum (Boston Celtics) und Tyrese Haliburton (Indiana Pacers). Als machte sich der Zufall einen teuflischen Spaß, gewährte er bei der Draft-Lotterie auch noch zwei ambitionierten Westteams die ersten beiden Picks (Dallas Mavericks, San Antonio Spurs). So dass die 2 am meisten gehypten Supertalente Cooper Flagg und Dylan Harper in Texas und nicht, sagen wir, in Charlotte oder New Jersey landeten, wo das Elend besonders groß ist.
Das hat zur Folge, dass der Kampf um die ersten 6 Plätze (Play-offs) respektive 10 (Play-Ins) im Westen von Beginn an extrem dramatisch und spannend mit je nach Lesaet bis zu 13 seriösen Anwärtern werden dürfte, im Osten eher ein notdürftig kaschiertes Schneckenrennen. Unverändert bleibt es allerdings dabei: Im NBA Finale trifft ein West-Vertreter auf einen aus dem Osten; und der dürfte dann auch für einen spannenden Titelkampf bereit sein, um schon mal per Fernglas in Richtung Juni 2026 zu schauen.
🇩🇪 🇦🇹 🇨🇭 👓
Wenn ich die Kader richtig lese, sind in den Kadern 7 Deutsche sowie je ein Österreicher und Schweizer dabei.
Das „deutsche“ Team sind dabei die Orlando Magic mit Franz Wagner, Tristan da Silva und dem älteren Wagner-Bruder Moritz, der derzeit allerdings noch nicht hundertprozentig fit ist nach seinem Kreuzbandriss vom Dezember 2024.
Franz Wagner ist dabei auf dem besten Weg zu einem absoluten Führungsspieler mit All-Star-Qualitäten. Tristan da Silva steht vorm wichtigen 2. Jahr, in dem er sich konsolidieren muss. Moritz Wagner wiederum will auf sich aufmerksam machen. In der vergangenen Saison warf ihn der Kreuzbandriss aus der besten Zeit seiner Karriere.
Apropos „deutsches Team“: Orlando Magic wird am 15. Januar in Berlin ein reguläres NBA-Spiel gegen die Memphis Grizzlies bestreiten. Karten für die Partie in der Arena am Ostbahnhof gibt es noch von 312 bis 1292 Euronen. Und da sage noch einer wie ich, Igor-Levit-Konzerte für 200 Dollares seien aber arg teuer geworden …
Isiah Hartenstein ist weiter Stamm-Center von Titelverteidiger OKC. Ein Fels in der Brandung, der sich geschickt auch in die Angriffe einschaltet. Mal sehen, ob wir nächste Saison auch einen Dreier von ihm sehen werden …
Ich persönlich bin sehr gespannt, ob Ariel Hukporti bei den New York Knicks den Durchbruch schafft. Der vielseitige Center hat alle Anlagendazu, Voraussetzung wäre allerdings, dass er endlich mal gesund bleibt.
Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder schlägt bei „meinen“ Sacramento Kings das bereits 10. Kapitel seiner NBA-Historie auf.
Inwieweit Maxi Kleber be den Los Angeles Lakers noch eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten.
Für mich etwas erstaunlich hat kein NBA-Club auf die zum Teil fantastischen Leistungen der deutschen Europameister reagiert und sich etwa um einen Oscar da Silva und (den schon NBA-erfahrenen) Daniel Theis bemüht. Oder gar Scharfschütze Andi Obst? Vielleicht wollten diese Spieler auch gar nicht, weil ihnen das Heuern und Feuern in der NBA nicht geheuer ist.
Der österreichische Center Jakob Poeltl verlängerte bei den Toronto Raptors für 4 weitere Jahre und wird 25 Millionen Dollar/anno verdienen. Ein guter Verteidiger (vor allem auch Schuss-Blocker) und hervorragender Rebounder (offensiv und defensiv) allerdings ohne jeden Distanzwurf ausgestattet.
Den Schweizer Clint Capella (31) verschlug es von den Atlanta Hawks zu den Houston Rockets, wo er eine wichtige Backup-Rolle als Center einnehmen soll.
NBA im deutschen Fernsehen (Stream)
Wer alle Partien sehen will (live oder relive oder längeren/nicht so langen Ausschnitten), kommt um den NBA-League-Pass nicht herum. Allerdings nur mit US-Kommentar, manchmal allerdings auch wahlweise spanisch und koreanisch. Gute Nachricht für alle Pass-Inhaber: Die Gefahr eines sog. Blackouts bestimmter Partien (die in Deutschland anderswo zu sehen sind) scheint gebannt.
Wers Deutsch mag, muss sich umstellen. Bezahlstream DAZN ist aus dem Rennen (und damit leider auch Dre Voigt), dafür übernehmen Sky und Amazon, die jede Woche mehrere Partien zeigen. Amazon konzentriert sich dabei auf jene Spiele, die in Europa zu humanen Zeiten stattfinden, also gerade diejenigen am Sonntagabend ME(S)Z.
Wie sie dann genau so eine Partie präsentieren, bleibt abzuwarten. Ich hoffe, es wird mehr sein als eine bloße Abspielstation (wie es leider bei DAZN der Fall war, ein echtes Ärgernis).
Sky zeigt offenbar auch Partien mitten in der Nacht (wie schon vor einigen Jahren). Das Problem: Relive und Sky, das ist und bleibt eine absolute Katastrophe. Die sich höchstens beheben lässt, wer die Partien mit eine Sky-Q-Rekorder händisch aufnimmt (man muss halt dran denken, Mr. Löwe). Als Reporter ist unter anderem die lebende Legende Frank Buschi Buschmann angekündigt. Vom Basketball versteht der ehemalige Zweitliga-Spieler (Hagen) ja nun wirklich sehr viel und nervt deshalb nicht halb so sehr wie im Fußball …
Und dann ist da noch Pro7Maxx (respektive die Sat.1-Familie), das pro Woche ein bis 2 Partien im sogenannten Free TV zeigt, meist auch diejenigen am (späten) Samstagabend und Sonntagabend.
Wie sich das alles einspielt, bleibt abzuwarten. Ich werde darüber berichten.
Fortsetzung mit den Team-Vorstellungen (dopplelten Wortsinn bitte beachten) folgt …
von Münchner Löwe | Okt. 1, 2025 | basketball, MLB, WNBA
Die erste Runde der Wildcard-Spiel in der MLB, und die Basketballerinnen der Phoenix Mercury bekommen es im WNBA-Finale mit den Las Vegas Aces zu tun.
Aroldis Chapman wackelt, fällt aber nicht
New York Yankees gegen Boston Red Sox, das war von vornherein der erklärte Schlager der 4 Wildcard-Partien in der MLB, und die Fans kamen voll auf ihre Kosten. Denn bis zum letzten Pitch von Aroldis Chapman war nicht klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde.
Aroldis Chapman ist der sogenannte Closer der Red Sox, also der Werfer, der am Ende einen Vorsprung seines Teams über die Runde bringen soll. Der 37-Jährige hat eine überaus bewegte Karriere hinter sich. Der Kubaner war 2016 das Closer-Um-und-Auf der MLB und wesentlich daran beteiligt, dass die Chicago Cubs dadmals zum ersten Mal nach mehr als 100 Jahren die World Series gewannen. Das ist bisher sein einziger MLB-Pokal, obwohl er danach lange beim Überflieger-Team New York Yankees einen durchaus guten Part spielte. Vor der Saison war er noch mal gewechselt, zu den Boston Red Sox. Dort spielte er eine phänomenale Saison, vielleicht gar die beste seiner Karriere.
Doch jetzt war er erstmals im Yankee Stadium in einem Play-off-Spiel der gegnerische Closer, und dieser Umstand kann auch einen Veteran nervös machen. Im 9. Inning also stand er also auf dem Mound bei einer 3:1-Führung seiner Mannschaft und lud die Bases, wie es so schön heißt (unschön für den Pitcher, versteht sich). Sprich, er ließ 3 Hits in Folge zu, schaffte in diesem Zeitraum kein einziges Aus. Geladene Bases, kein Aus – fast eine Garantie zum Punkten, und deshalb erwachten die Fans im Yankee Stadium wieder. Ein satter Hit oder gar ein Homerun (und wenn die Yankees-Schlagmänner eines können, dann sind es Homeruns!), würden im Wortsinn mit einem Schlag die Yankees noch als Sieger vom Platz gehen lassen. Und was machte Chapman? Er verlor nicht die Nerven, sondern vertraute weiter seinem 100-Meilen-Wurf (und mehr). Giancarlos Stanton, 24 Homeruns 2025? – Strikeout. Jazz Chisholm 31 Homeruns 2025? – Flyout, und als Chapman auch Trent Grisham (34 Homeruns 2025) per Strikeout von der Platte gefegt hatte, stand der Sieg der Red Sox über den verhassten Kontrahenten fest.
Es war eine Begegnung der brillanten Starting Pitcher auf beiden Seiten, jeweils die besten ihrer Mannschaft. Max Fried von den Yankees hatte eine außerordentliche Partie und ließ in 6.1 Innings nicht einen Run und nur 4 Hits sowie (3 Walks zu, hübsch verteilt auf die Spielabschnitte. Noch übertroffen wurde er von Garret Crochet, dem Ass der Red Sox. Der begann in seinem ersten Play-off-Spiel überhaupt zwar außerordentlich nervös und ließ die ersten beiden Schlagmänner auf Base. Doch danach hatten die Yankees offensiv praktisch nichts mehr zu melden außer einem Homerun von Anthony Volpe. 7.2 Innings hielt er durch (117 Pitches), und es blieb bei diesem einen Run (und insgesamt 4 Hits) – eine absolute Meisterleistung; die dann auch noch mit dem Sieg belohnt wurde, weil Ersatzschlagmann Yoshida mit einem Double 2 Punkte und Veteran Alex bregmann einen weiteren Zähler beisteuerte.
Damit führen die Red Sox mit 1:0 und können schon heute Nacht mit einem weiteren Sieg die Divisional Finals erreichen. Crochet allerdings wird nicht auf dem Mound als SP stehen, sondern Brayan Bello (Yankees: Carlos Rondon). Sollte aber wieder im 9. Inning ein Vorsprung der Roten Socken verteidigt werden, kommt Aroldis Chapman, und dann wird er die Bases nicht laden, ehe er den Sieg sichert …
Wild Card, 1. Spiele, American League
Cleveland Guardians – Detroit Tigers 1:2
Tiger-Pitcher Tarik Skubal ließ die Guardians mit 14 Strikeouts verzweifeln.
New York Yankees – Boston Red Sox 1:3
‚Nough (too much?) said
National League
Chicago Cubs – San Diego Padres 3:1
Los Angeles Dodgers – Cincinnati Reds 10:5
das klare Ergebnis täuscht etwas; im 8. Inning retteten sich die Dodgers bei geladenen Bases
Ansetzungen heute
Mi., 19:08 Uhr: Guardians – Tigers (0:1)
Mi., 21:08 Uhr: Cubs – Padres (1:0)
Do., 00:08 Uhr: Yankees – Red Sox (0:1)
Do., 03:08 Uhr: Dodgers – Reds (1:0)
Aces brauchen die Verlängerung
Mit einem Kraftakt qualifizierten sich die klar favorisierten Las Vegas Aces fürs WNBA-Finale, wo die Phoenix Mercury mit der deutchen Naitonalspielerin Satou Sabally warten. Gegen die erstaunlichen Indiana Fever (ohne die verletzte Caitlin Clark) benötigten sie im 5. und entscheidenden Spiel eine Verlängerung, ehe der 107:98-Sieg feststand. Bedanken kann sich das Team bei der überragenden Aja Wilson, die gleich 35 Punkte beisteuerte. Nebven der zum MvP der Saison gewählten gewählten Wilson überzeugte vor allem Jackie Young mit 32 Zählern. Bei Indiana, die ihre Scharfschützin Clark wie in den gesamten Play-offs schmerzlich vermissten, punkteten gleich 6 Spielerinnen zweistellig. Zum Verhängnis wurden die 18 Ballverluste, im Vergleich zu nur 7 der Aces.
Die Aces haben aufgrund der besseren Saisonbilanz Heimrecht gegen die Mercury. Doch das Team um Satou Sabally und vor allem der bärenstarken Alyssa Thomas geht durchaus chancenreich in die Best-of-7-Serie. Etwas überspitzt ausgedrückt: die Punkte von Wilson und Young minimieren, und es geht was.
Los geht es ab Samstagmorgen (02:00 Uhr, MESZ) mit 2 Partien in Vegas. Danach sieht der Spielplan 3 Spiele in Phoenix vor, ehe es wieder nach Las Vegas zurückgeht, wenn bis dato kein Team die 4 Siege erreicht hat. Zumindest die 2 Partien am Sonntag (5. und 12. Oktober/if necessary) finden zu europafreundlichen Zeiten (21 Uhr) statt. Zumindest für jene, die nicht urlauben …
Ansetzungen
Sa., 02:00: Aces – Mercury
So., 21:00: Aces – Mercury
Do., 02:00: Mercury – Aces
Sa., 02:00: Mercury – Aces
So., 21:00: Mercury – Aces *
Do., 02:00: Aces – Mercury *
Sa., 02:00: Aces – Mercury *
von Münchner Löwe | Sep. 20, 2025 | basketball, WNBA
Blick über den Teich, WNBA
Viertelfinale (Best of 3)
Die New York Liberty werden ihren Titel also nicht verteidigen. Im dritten und entscheidenden Sspiel unterlag der amtierende Meister den Phoenix Mercury in deren Halle. Wesentlichen Anteil daran hatte die deutsche Nationalspielerin Satou Sabally, die mit 23 Punkten Top-Scorerin des Teams aus Arizona war und zudem noch 12 Reobounds schnappte, dazu 3 Assists servierte und je 2 Blocks und Steals auflegte. Eine champions-reife Vorstellung der besten deutschen Basketballerin. Diese Kategorie verfestigte sie im direkten Duell mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Leonie Fiebig, die allerdings sich früh verletzte und sichtlich behindert war in ihren Aktionen. Letztlich standen nur 3 Punkte auf dem Konto.
Die Mercury stehen damit im Halbfinale, wo sie allerdings als Außenseiterinnen ins Duell mit dem Liga-Primus nach der regulären Saison, Minnesota Lynx, gehen. Das Team aus Minneapolis brauchte als einziges der vier Halbfinalitinnen nur 2 Partien im Viertelfinale gegen die Golden State Valkyres, wobei sie das 2. Spiel in San Francisco nur mit einem Kraftakt im Schlussspurt für sich entschieden. Da dürfen sich Sabally und Co. durchaus Chancen ausrechnen, zumal sich auchAlyssa Thomas in Glanzform befindet, wie ihre drei zweistelligen Werte (20 Punkte, je 11 Rebounds und Assists) verdeutlicht.
Das zweite Halbfinale bestreiten die Las Vegas Aces und Indiana Fever. Beide Teams setzten sich im 3. Spiel nur hauchzart gegen die Seattle Storm respektive Atlanta Dream durch. Gerade der Erfolg von Indiana ist bemerkenswert: Nur an Nummer 6 gesetzt (alao das einzige erfolgreiche Auswärtsteam) und das, obwohl ihre Starspielerin Caitlin Clark verletzungsbedingt gar nicht dabei war und gar die Saison beenden musste.
Halbfinale ( Best of 5)
Mi., 01:30: Minnesota Lynx – Phoenix Mercury
Mi., 03:30: Las Vegans Aces – Indiana Fever
Sa., 01:30: Indiana Fever – Las Vegas Aces
Sa., 03:30: Phoenix Mercury – Minnesota Lynx
von Münchner Löwe | Sep. 15, 2025 | basketball, Fußball, WNBA, Wochenvorschau
Leichtathletik-WM in Tokio, Beginn der Champions-League-Gruppenphase: Außerdem sind die Frauen-Basketballerinnen in den Play-offs der WNBA beschäftigt.
Mehrkämpfer-Premiere und 400-Meter-Fernduell bei den Frauen
Drei äußerst interessante Wettkampftage haben wir bei der Leichtathletik-WM in Tokio bereits hinter uns gebracht mit dem Höhepunkt des erneuten Stabhochsprung-Weltrekordes von Armand Duplantis auf nunmehr sagenhafte 6,30 Meter. Die nächsten Tage stehen im Zeichen der Mehrkämpfer. Dabei havben sich die Terminplaner etwas Neues einfallen lassen, denn am Sanmstag gibt es sowohl den 2. Tag der Siebenkämpferinnen als auch den ersten Tag der Zehnkämpfer. Also volles Programm schon am Morgen (Ortszeit) im Nationalstadion.
Im Mittelpunkt stehen die 400 Meter: Beri den Frauen treffen die Topläuferinen über die Stadionrunde allerdings nicht direkt aufeinander, weil Sidney McLaughlin-Levrone die Strecke flach läuft, Femke Bol indes über die Hürden. Anhand einer Punktetabelle ließe sich wenigstens inoffiziell ermitteln, wer die bessere Leistung erbracht hat (wenn denn beide übehaupt Weltmeisterin werden.).
Die ganz brutale Hitze gibt es offenbar nicht mehr, vor allem die immense Luftfeuchtigkeit macht allerdings gerade Lanstrecklern zu schaffen.
36 Teams, 1 Tabelle
Die 2. Auflage des neuen Europapokal-Formats, in dem diese Woche der 1. Speiltag in der Champions League stattfindet.
36 Teams spielen je 8 Spiele (bis Ende Januar): vier daheim, 4 auswärts. Die Teams wurden in 4 Stärkestufen (Töpfe) eingeteil, jedes Team trifft auf 2 Teams pro Topf. Die ersten 8 Teams kommen direkt ins Achtelfinale, 9 bis 24 treffen in einer Zwischenrunde aufeinander. Ab Platz 25 ist die internationale Saison vorbei
Brutal erwischt hat es zumindest auf dem Papier Eintracht Frankfurt, aber auch Titelverteidiger PSG, das durchgehend schwierige Kontrahenten erwischt hat. Diese beiden Teams sind von Anfang an echt gefordert.
Meine Skepsis gegenüber dem Format hat sich mehr oder weniger bestätigt: Zuzugeben ist, dass es sehr viel mehr interessantere und für sich auch spannendere Partien gegeben hat. Allerdings bleibe ich bei meiner Kritik, dass jedes einzelne Spiel viel wenige Wert ist, dass die Tabelle am Anfang viel zu unübersichtlich ist. Und der letzte Spieltag mit 18 Partien gleichzeitig hat sich als Faace herausgestellt.
Erfahrungswerte konnten gesammelt werden: 16 Punkte (plus gutes Torverhältnis) reichen mit zeimlicher Sicherheit fürs Achtelfinale direkt, 12 Punkte zumindest für die Zwischenrunde.
Diese Woche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) gehört allein der Champions League. Die Schlager jeden Tages, wie die exklusive Löwen-Instrospektion ergab.
Di.: Juventus – BVB (21:00) Remember Finale 1997 in München, Lars Ricken lupft immer noch
Mi., FC Bayern – Chelsea (21:00) Deutscher Meister vs Clubweltmeister
Do. ManCity – Napoli (21:00) Pep Guardiolas neuformiertes Team gegen den Italo-Champion
Deutsches Duell in der WNBA
Die Play-offs sind schon im Gange. In der 1. Runde (Best of 3) kommt es zu einem Duell deutscher Natioalspielerinnen, wenn die Phoenix Mercury auf Titelverteidiger New York Liberty treffen. Fürs Team aus Arizona läuft Satou Sabvally auf, für New York Leonie Fiebig. Die hatte mit ihrem Team am Samstag den besseren Auftakt, siegte bei den Mercurys nach Verlängerung. Dort hatte Fiebig mit 5 Punkten gehörigen Anteil am Sieg. Sabally ihrerseits erwischte einen schwarzen Tag, traf nur 2 von insgesamt Wurfversuchen zu 9 Zählern.Schon in der Nachht zu Donnerstag kann New York zu Hause die nächste Runde fixieren. Sollte das nicht gelingen, ginge die Serie zurück nach Phoenix.
Im New Yorker Team ist ja aucn Satou Saballys jüngere Schwester Nyary, die allerdings an einer Verletzung laboriert.
Und sonst?
- Bundesliga: Nominelles Topspiel des 4. Spieltags ist die Partie RB Leipzig vs 1. FC Köln (Sa., 18:30): Leipzig hat nach dem 0:6-Desaster in München die nächsten beiden Spiele gewonnen, ohne dabei sondelich zu glänzen. Aufsteiger Köln is mit 7 Punkten glänzend gestartet. In Hamburg treffen „meine“ beiden Absteiger-Tipps HSV und Heidenheim aufeinander, die beide noch auf den ersten Saisonsieg warten. Spannung verspricht auch das rheinische Duell zwischen Leverkusen und Gladbach. Bei den Gästen steht Coach Gerard Seaune nach dem 0:4-Heimdebakel gegen Werder unter Erfolgszwang.
- Internationaler Fußball, England: Nächser Top-Schlager in der Premier League: Vizemeister FC Arsenal empfängt Manchester City (So., 17:30). Wer da verliert, hat erst mal den Anschluss an Tabellenführer FC Liverpool (Stadtderby vs Everton/Sa., 13:30) verloren.
Italien: Römisches Derby zwischen Lazio und der AS. Nach zahllosen Ausschreitungen diesmal ein sehr früher Anstoß am Sonntag (12:30). Obs hilft?
- Handball: Nordduell zwischen dem ganz schwach gestarteten Hannover-Burgdorf (1 Sieg aus 3 Spielen) und dem noch velustpunktfreien THW kiel (Do, 19:00).
In de Champions League empfängt Meister Füchse Berlin Aalborg Handbold, VTitelverteidiger SC Magdeburg muss zum FC Barcelona.
- Formel 1: Abschluss der Rennen in Europa mit dem Grand Prix in Baku/Aserbaidschan (So., 13:00). Die McLaren von Piastri und Norris kämpfen um den WM-Sieg, der stark verbesserte Titelverteidiger Max Verstappen um den Tagessieg.
von Münchner Löwe | Sep. 15, 2025 | basketball, EM
„Deutschland wird Basketball-Europameister!“, habe ich in der vergangenen Woche vor den Viertelfinali in Riga hier etwas wagemutig geschrieben. Und der Weltmeister von 2023 ist seiner Favoritenstellung (nicht nur bei mir) gerecht geworden. In einem extrem spannenden Finale setzte sich das Team gegen die Türkei durch. Für schwache Nerven war es jedenfalls nichts, ehe der 88:83-Triumph feststand.
Zum Matchwinner (besser gesagt: zum Helden der entscheidenden Phase) avancierte der Kapitän: Dennis Schröder übernahm Verantwortung, als es drauf ankam. Er hatte die so oft beschworenen „Eier, Cojones, Balls“; Wahrlich nicht alles war dem NBA-Profi zuvor gelungen. Doch die letzten Körbe besorgte der Braunschweiger unter anderem mit einem unwirklichen Korbleger übers Brett und hoch gegen den gut 20 Zentimeter größeren Alperen Sengün. Zuvor hatte er sich einige Fehler geleistet, unter anderem gleich 6 Ballverluste, eigentlich viel zu viele in so einer wichtigen Partie.
Offenbar war dieser letzte Eindruck aber der Prägendste, denn für mich etwas überraschend wählten die Journalisten Schröder zum MvP des Turniers. Gerade im deutschen Team, wenn die Ehre schon einem Akteur des Turniersiegers zuteil werden soll, hätte ich eher den so unfassbar smarten Franz Wagner gewählt (dies bekannte übrigens auch Dennis Schröder selbst, dem die Ehre fast peinlich zu sein schien). Im Finale waren es dem in der 1. halbzeit grandiosen Wagner vor allem Isaac Bonga und Tristan da Silva, die die deutsche Mannschaft, die fast die gesamte Zeit in Rückstand lagen, immer wieder zurück in die Partie brachten, wenn die Türken wegzuziehen drohten . Bonga verwandelte 4 von 4 Dreierversuche, da Silva 3 von 4, allesamt zu enorm wichtigen Zeitpunkten.
Einerlei: Der Hauptknackpunkt war die unglaubliche mannschaftliche Geschlossenheit, in der wirklich einer für den anderen da war. „Wir sind Brüder“, schwärmte Wagner fast kitschig gerade angesichts der Tatsache, dass sein leiblicher älterer Bruder Moritz wegen eines noch nicht ganz ausgeheilten Kreuzbandisses fehlte. Und noch einmal vom besten Mann auf dem Parkett ließen sich die „Brüder“ verrückt machen. Alperen Sengün stellte die deutschen Verteidiger zwar vor viele zum Teil auch unlösbare Rätsel, aber diese blieben dran, machten es dem überragenden Center der Houston Rockets so schwer wie irgend möglich. Am Ende gingen dem 23-Jährigen, „mein“ insgesamt bester Spieler des Turniers, die Kräfte aus. Wie auch all den anderen wunderbaren türkischen Akteuren wie Dreier-Magier Cedi Osman (6/8)b und Ersatz-Center Adem Bona, die mich schon in den Runden zuvor verzückt hatten. Ich hätte dieser Truppe, angeleitet vom großartigen Trainer Ataman, einem der ganz großen seiner Zunft, den Titel ebenso gegönnt. Wer mich nur ein bisschen kennt, wird diese Worte auch glauben!
Einen großen Anteil verdiente sich auch das deutsche Trainerteam. Obwohl Chefcoach Alex Mumbro von schlimmen Baucherkrankung sehr genandicapt war (er magerte um 7 Kilo ab), gab es keinen Abbruch. Dies lag am Assistent Alan Ibrahimagic, der das Mumbro-Konzept mit überfall-schnellen Basketball perfekt anleitete. Als Cheftrainer diverser deutscher Nachwuchsteams hatte Ibrahimagic schon viele Meriten gesammelt, jetzt bestand er seine Reifeprüfung mit Bravour. Der Verband sollte sich gut überlegen, wie und auf welchen Posten er den Coach länger behalten kann. Denn dessen Trainerkunst war ein Bewerbungsschreiben für ganz Europa, vielleicht sogar für die NBA; wo einige Teams neuen Ideen und Wegen sehr aufgeschlossen sind.
Die Deutschen sind jetzt amtierende Welt- und Europameister, und da auch die Nachwuchsteams der absoluten Spitze angehören, scheint die Zukunft tatsächlich golden. Zumal mit Weltmeister Moritz Wagner und NBA-Champion Isaiah Hartenstein zwei ganz starke Akteure für die „großen“ Positionen fehlten. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die neue Situation der Nachwuchsspieler entwickelt. Viele von denen sehen die Zukunft in den US Colleges, auch weil sie nun dort Summen verdienen können, die hierzulande (und in ganz Europa) nicht zu generieren sind. Nicht alle von denen, die jetzt hoffnungsvoll in die Staaten übersiedeln, werden im Stahlbad dort auch den Sprung ganz nach oben (sprich: NBA) schaffen. Der Verband und natürlich auch die Vereine sollten jetzt schon ein gutes Alternativ-Konzept erarbeiten, in dem auch diejenigen aufgefangen werden, die es „überm Teich“ nicht schaffen.
Zukunftsmusik Das nächste Großereignis ist die Weltmeisterschaft 2027 in Katar. Und dafür muss sich sogar der amtierende Welt- und Europamesiter erst in 2 Turnieren qualifizieren. Die zum Teil parallel zur NBA stattfinden, also ohne die dort angestellten Profis. Doch selbst ohne Schröder, die Wagners, da Silva und Hartenstein sollte das möglich sein, ohne dass ich die Qualität von Gegnern wie Israel, Hlland und Lettland kleinreden will.
von Münchner Löwe | Sep. 13, 2025 | basketball, EM
Basketball-EM, Halbfinale
Letztlich souverän schafften die deutschen Riesen den Sprung ins Endspiel. Gegen Finnland gewannen Dennis Schröder und Co. mit 98:86. Nur ganz zu Beginn lag das Team zurück, ein donnernder Slam Dunk von Franz Wagner Mitte des 1. Viertels war das Zeichen, dass man es jetzt Ernst nehmen möge gegen die Suomis, die im Achtelfinale immerhin den Titelfavoriten Serbien aus dem Turnier genommen hatten.
Das gab den Skandinaviern um NBA-Star Lauri Markkanen durchaus Selbstvertrauen, doch die Deutschen sind mittlerweile wirklich gefestigt (für mich, der auch die Niederungen des deutschen Basketballs miterlitten hat, schrebt sich das immer noch extrem verwunderlich). Immer wenn es eng zu werden drohte besannen sie sich, und vor allem trafen sie dieses Mal auch aus der Ferne. Die Dreierquote von 40 Prozent ist jedenfalls die mit Abstand beste im Turnierverlauf, und sogar Franz Wagner, der bis dato jenseits der 6,25-Meter-Linie so gut wie überhaupt nichts getroffen hatte und jenseits von Gut und Böse, fand gleich mit 3 Versuchen das Ziel. Gott sei Dank hörte Coach Alex Ibrahimagic (er heißt wirklich so!!!) nicht auf meinen Rat, er möge Wagner den Dreier mögllichst verbieten …)
Zwei Stärken der Finnen aus Achtel- und Viertelfinale kamen dagegen weniger zum Tragen: die Offensiv-Rebounds und ihre eigenen Dreier. Da deuteten sie jeweils ihre Klasse (Muurinen) nur an. Trotz der Niederlage werden sie mit dem schon jetzt besten Abschneiden ihrer EM-Geschichte hochzufrieden sein, zumal sie am Sonntag mit einem Sieg gegen Griechenland sogar eine Medaille gewinnen könnten. Und die Zukunft scheint ohnehin äußerst hell.
Finale, Deutschland – Türkei (Sonntag, 20 Uhr, Magenta Sport, RTL)
Im Endspiel wartet allerdings mit der Türkei ein ganz anderes Kaliber. Im emotionalen Duell gegen Nachbar Griechenland ließen NBA-Star Alperin Sengün und Co. von Beginn an nicht den geringsten Zweifel am Sieg. Können sie diese Form ins Finale transportieren, wird es verdammt schwer für die Deutschen. Denn die Türken haben eine enorm homogene Mannschaft beieinander und befinden sich auf ihrer Mission Titel. Gegen die Griechen langte es fast locker, deren Star Giannis Antetokuonpo kam praktisch überhaupt nicht zur Geltung und musste sich mit für ihn kümmerlichen 12 Punkten begnügen. Was die Türkei zeigte gerade in der 1. Halbzeit des Halbfinals, war jedenfalls klar das Beste, was ich bei diesem Turnier gesehen habe. Mit dieser Erkentnis stehe ich wahrlich nicht allein.
Aber Quervergleiche sind natürlich immer schwierig, und jede Partie beginnt von Neuem (das Phrasenschwein muss auch gefüttert werden …). Zumal die Türken völliges Neuland betreten, zumindest diese Spieler-Generation. 2001 hatte eine türkische Mannschaft das EM-Finale beim Heimturnier erreicht, das gegen ein jugoslawisches Team verloren wurde; übrigens nach einem denkwürdigen Halbfinale gegen Deutschland (mit Dirk Nowitzki) nach Verlängerung, die der damalige Superstar Hidayet Törkoglu mit einem unglaublichen Dreier erreichte. Noch immer fragen sich Experten und hadern deutsche Fans, warum man nicht vorher gefoult hatte, um ein 3-Punkte-Spiel (und den Ausgleich) zu verhindern. Die Frage und vor allem deren Antwort wird ein ewiges Geheimnis bleiben. Von diesem Team ist natürlich kein Spieler mehr dabei.
zum Nachleiden ca.1:20:00): https://www.youtube.com/watch?v=KE_orYNbt6w
Die Deutschen dagegen sind finalerprobt aus dem siegreichen WM-Endspiel 2023 in Manila gegen Serbien (nach dem unglaublichen Halbfinal-Erfolg zuvor gegen die USA). Gerade die Stützen Dennis Schröder, Franz Wagner und Daniel Theis sowie Dreier-Spezialist Andi Obst naben also Erfahrung, wenn es tatsächlich um den Titel geht. Letztgenannter muss allerdings noch ein wenig an seinem Visier schrauben.
Es ist das 3. EM-Finale einer deutschen Mannschaft. 1993 gewann das Team in einem Thriller in der Münchner Olympiahalle gegen Russland (Reporter Fritz Thurn und Taxis, unvergessen), 2005 verloren Dirk Nowitzki (zum MvP des Turniers gewählt) und Co. gegen Griechenland nahezu chancenlos mit 62:78.
Für mich sind die Türken leichter Favorit, weil sie eben nicht nur den einen Superstar haben wie die deutschen K.-o.-Runden-Gegner Slowenien (Doncic) und Finnland (Markkanen). Andererseits haben sie ihr perfektes Spiel schon hinter sich, während bei den Deutschen tatsächlich noch Potenzial nach oben ist. Eines scheint allerdings sicher: Auf die Basketball-Fans wartet ein großer Abend.
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