von Münchner Löwe | Sep. 12, 2023 | Allgemein, basketball, Fußball
Nach dem f+r ich sehr anstrengenden Wochenende mache ich es diesmal in zwei Teilen. Heute Basketball und Fußball. Morgen der Rest und der Ausblick auf die kommende Woche.
Meine Nerven
Es ist für mich immer noch unwirklich, aber die deutschen Basketballer sind tatsächlich Weltmeister geworden. Acht Spiele acht Siege, lautet die beeindruckende Bilanz. Im Endspiel gegen die Serben war es die erwartet enge Partie, aber am verdienten Erfolg wird hoffentlich niemand deuteln. Und Dennis Schröder ist MvP – völlig verdient. Matchwinner gegen Serbien, als er am Ende wie ein Champion Verantwortung übernahm und sich mit einem Solo für die „deutsche Basketball“-Ewigkeit durch die serbische Abwehr schlängelte. Aber er war nur Primus inter pares einer mannschaftlich extrem geschlossenen Einheit, angeleitet von Trainer Gordie Herbert, der einerseits Freiräume gewährleistete, andererseits auch eine klare Linie verfolgte an der sich alle halten mussten und hielten.
Das Spiel, an das ich sehr lange denken werde, war allerdings die Partie gegen die USA – mein Sporthöhepunkt des Jahres und noch viel mehr. Hier sind die Deutschen über sich hinausgewachsen, haben in einer grandiosen Art und Weise dagegengehalten. Dass dann ein Andi Obst so aus dem Sattel herausgeht und die Dreier nur so versenkt, war in dieser Form nicht zu erwarten, obwohl der Bayern-Profi schon so manchen Sahnetag erwischt hat.
Ja, es fehlten einige Superstars bei den USA, und auch die Serben mit einem Nicola Jokic wären wohl noch stärker gewesen; höchstwahrscheinlich wären diese beiden Teams zu schwer gewesen, aber weiß man es? Es können sich halt nur die messen, die da waren, und da waren die Deutschen halt am besten. Punkt. Und mit Sicherheit war das US-Team keine Ansammlung drittklassiger Spieler, wie ich in manchen Kommentaren bei anderen Seiten lesen musste. Die Zeiten eines Dreamteams 92, als die Gegner Fotos von Jordan, Johnson und Co machten, sind ohnehin vorbei. Kein Grund also, den Triumph in irgendeiner Form madig zu machen. Umso größere Vorfreude auf Olympia 24 in Paris, wenn dann wahrscheinlich wirklich die Besten der Besten am Start sind.
Ende mit Schrecken
Es war klar, dass nach dem 1:4 der deutschen Fußballer gegen Japan Bundestrainer Hansi Flick nicht mehr zu halten war. Für viele völlig unverständlich, hielt der DFB trotz des frühen Vorrundenaus in Katar und den furchtbaren Testspielen im ersten Halbjahr weiter an Flick fest. Dessen Trainer-Reputation resultiert ohnehin allein auf dem „Sextuble“ 2021 mit den Bayern. als sie, in den schwersten Corona-Zeiten, alles abräumten, was abzuräumen war. Sicher eine tolle Trainer-Leistung, aber davor hatte er nie gezeigt, dass er ein Team formen kann und junge Spieler besser.
Jetzt ist Flick also Geschichte, aber allein deshalb ist bestimmt nicht alles gut. Es war ja nicht Flick, sondern gestandene Profis, die sich von den Japanern haben vorführen lassen. Und Flick hat auch nicht auf dem Rasen diese grotesken Fehler gemacht, die wir am Samstag gegen Nippon (und auch die Spiele zuvor) aus deutscher Sicht erleiden mussten. Die Willenslosigkeit, die da einige auf dem Platz zeigten, war allerdings bemerkenswert. Spielten da einige gegen den Trainer?
Jetzt also gegen Frankreich für ein Spiel, und bitte auch wirklich nur ein Spiel, mit Rudi Völler auf der Bank. Der ewige Rudi, der immer wieder einspringt, wenn Not am Mann ist. Ich würde ihm gönnen, wenn das morgen kein Desaster wird gegen ein absolutes Klasseteam. Aber dann möge es auch gut sein mit Tante Käthe, zumindest als Trainer.
Aber einen guten Nachfolger zu finden, wird mitten in der Saison sehr schwierig. Matthäus und Sammer haben schon abgesagt – mal schauen, ob sie dabei bleiben. Es dürfte auf Julian Nagelsmann hinauslaufen: Ein guter Trainer zweifelsohne, aber ob er geeignet für den Job eines Bundestrainers ist? Er ist halt noch sehr jung, und ich sehe ihn eher als Vereinstrainer mit dort täglicher Arbeit. Sonst würde sich ein Blick ins Ausland lohnen. Allen Ernstes fiel ja schon der Name Louis van Gaal – der hätte wirklich was.
Watzkes Irrflug
Bisher hatte sich Hans-Joachim Watzke einen glänzenden Ruf als Fußball-Funktionär erarbeitet, der Borussia Dortmund vorm Ruin gerettet und in erfolgreiche Zeiten geführt hat. Dieser Ruf hat extrem gelitten – und wahrscheinlich nicht nur bei mir. Wie er vor ein paar Monaten gegen all die wetterten, die sich gegen einem Investor der DFL sträubten, war schon peinlich genug. Uneinsichtig wie ein bockiges Kind räumte er damals alle Bedenken beiseite, obwohl das Konzept einfach nicht ausgereift genug war, um es durchzuwinken..
Wie er in der vergangenen Woche gegen das neue Ausbildungskonzept wetterte, setzte allerdings allem die Krone auf. Ohne Sachkenntnis, wie sich zeigte. Kurz gesagt soll bei den ganz jungen Spielern der Spaß an der Sache und nicht der tabellarische Erfolg im Vordergrund stehen. Mit neuen Spielformen wie zum Beispiel mit einem Kleinfeld auf vier Tore. Da kann sich keiner mehr verstecken, ist viel öfter am Ball, muss sich technisch durchsetzen.
Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, muss sich zeigen. Aber es ist nicht der Untergang des Abendlandes, wenn nicht Monate danach noch Tabellen auf Ergebnisse hinweisen. Und jeder, der sich auch in irgendeiner Form sportlich mit anderen misst, will auch gewinnen. Ich erinnere mich mit Grausen an frühe Tischtennis-Partien mit meinem Vater und – noch schlimmer – an eine desaströse Niederlage gegen die Mädchen unserer Klasse. Natürlich war der Schiedsrichter schuld … Das nagt, und im „Revanche“Spel“ schoss ich vier Tore. Na ja
Was ich damit sagen will: uch wenn es keine offiziell bekundeten Spiele mehr geben sollte. Man strengt sich trotzdem an – und wir reden hier von Kindern, die höchstens zehn Jahre alt sind. Ich persönlich kann von all den Jugendtiteln ohnehin wenig anfangen: Viel wichtiger ist die Ausbildung zu einem gestandenen Profi, aber viele Trainer sehen leider nur den kurzfristigen Erfolg. Ein Fehler des Systems?
Und Rubiales geht doch
Mitten in den Sportwahnsinn am Sonntag mit Fußball, Basketball, Rugby et all ploppte die Meldung auf, dass Luis Rubiales jetzt doch als Präsident des spanischen Fußball-Verbandes zurücktritt. Jener Rubiales, der die Frauen-Weltmeisterin Jenni Hermoso bei der Siegerehrung auf den Mund geküsst hat, offenbar ohne deren Willen. Ich persönlich fand es ja noch viel schlimmer, als er nach dem Schlusspfiff sich ungeniert und in unmittelbarer Nähe seiner Königin und deren Tochter längere Zeit sich ungeniert vor Freude an den, Entschuldigung, Sack gefasst hat und später eine Spielerin wie einen Sack Mehl über den Platz trug. Die folgenden Wochen waren furchtbar: über den Triumph der Spanierinnen sprach kein Mensch mehr, sondern es gab nur noch die Diskussion über die Statthaftigkeit. Juristen hatten ihre Freude, ob das Verhalten von Rubiales eine „schwere“ oder „sehr schwere“ gewesen sein. Dass dann die Mama aus Protest sich in den Hungerstreik in einer Kirche verzog, war dann zum Drüberstreuen. Wird sie jetzt wieder essen?
Immerhin konnten wir auch in Deutschland so einiges lernen, wie einige Fußball-Granden es mit den Frauenrechten so halten. Karl-Heinz Rummenigge, ein guter Bekannter von Rubiales, fand das „nicht so schlimm“. Na ja, der Kalle halt …
von Münchner Löwe | Sep. 5, 2023 | Allgemein
Marathon ist anstrengend. Ich bewundere jeden, der die 42,195 km auf sich nimmt. Doch für manche ist es eben zu anstrengend, wollen den Ruhm kassieren. Und was passiert in solchen Fällen. Man betrügt.
Wie jetzt gerade in Mexico-Stadt, wo die Meereshöhe von 1800 Metern sowieso nicht förderlich ist. Jetzt berichten mexikanische und internationale Medien, dass 11 000 von insgesamt 30 000 Läuferinnen und Läufer disqualifiziert werden, weil sie entweder abgekürzt haben oder, noch bequemer, mit der U-Bahn, Bus oder sogar mit dem eigenen Auto gefahren sind. Heraus kam das letztlich bei der Tracker-Auswertung.
Und warum das Ganze? Eine Erklärung ist, dass viele mal den Boston-Marathon laufen wollen, einen der berühmtesten der Welt. Doch dazu braucht es eine zumindest für Amateure ziemlich happige Richtzeit, die bei einem anderen Marathon unterboten weren muss. Tja, das können sich die 11 000 jetzt abschminken.
Das gab es übrigens in Mexiko schon mal, die riesige Stadt verleitet offenbar dazu. Damals waren es „nur“ 6000 Betrüger. 1296 von denen hätten mit ihrer erschwindelten Zeit nach Boston gedurft.
von Münchner Löwe | Sep. 5, 2023 | Allgemein
Wie immer ohne den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit
Fußball
Die Ligen pausieren wegen Länderspielen. Es stehen in Europa EM-Qualifikationen an, und zwar die Spieltage 5 und 6. Nationen wie Holland und Spanien sind alles andere als ideal gestartet und schon unter Zugzwang. Deutschland ist als Gastgeber fix dabei und trägt Freundschaftsspiele gegen Japan (Samstag) und Frankreich (Dienstag) aus. In Südamerika gibt es WM-Quali.
Tennis
Frauen und Männer tragen heute und morgen die Viertelfinals aus. Nach dem fast fünfstündigen Kraftakt gegen Sinner bekommt es Sascha Zverev nun mit Carlos Alcaraz zu tun, der sich bisher in bestechender Form zeigt. Wird sehr schwierig, zumal er schon sehr müde wirkte. Erstmals fünf Jahren stehen drei US-amerikanischwen Männer im Viertelfinale, alle im unteren Tableau mit Djokovic. Der vermeintlich beste Taylor Fritz spielt heute gegen den Serben, überraschend nicht als Night Session. Die bestreiten Shelton und Tiafoe.
Bei den Frauen haben vor allem Coco Gauff und Sabalenka überzeugt. Würde mich nicht wundern, wenn die das Endpiel erreichen. Heute trifft sie auf Jelena Ostapenko, die ja Iga Swiatek aus dem Turnier genommen hat. Und zwar bereits um 18 Uhr. Dagegen spielen in der Night Session Christea und Muchova, für die Amis wohl nicht der echte Brüller.
Basketball
Auch hier beginnt heute das Viertelfinale. Die Deutschen bekommen es morgen mit Lettland zu tun (10.45, magenta). Sollten sie gewinnen, bekommen sie es wohl mit den USA zutun, die heute auf Italien treffen. Außerdem: Litauen – Serbien (heute) und Kanada – Slowenien.
American Football
Die NFL beginnt. Die Chiefs eröffnen in der Nacht zu Freitag gegen die Lions. Sie gelten als großer Favorit auf die Titelverteidiger. Mehr dazu morgen oder übermorgen.
Rugby
Die WM in Frankreich beginnt am Freitag. Ein Fest, und in Deutschland kann man via Pro 7 Maxx dabei sein, das das viele Partien überträgt. Es gibt zahlreiche Favoriten. Wäre natürlich genial, wenn Frankreich möglichst weit käme.
Volleyball
EM der Männer. Die Deutschen sind mit drei Siegen gestartet, spielen aber jetzt gegen die Favoriten Serbien und Italien.
Habt eine schöne Zeit
von Münchner Löwe | Sep. 4, 2023 | Allgemein
Bayern und Bayer im Gleichmarsch
Nach dem 3. Spieltag der Bundesliga sind nur noch diese beiden Mannschaften ohne Punktverlust. Die Bayern nahmen die für sie komplizierte Auswärtspartie in Mönchengladbach, letzter Sieg vor viereinhalb Jahren, mit 2:1 nach 0:1-Rückstand. Der Siegtreffer durch Tel fiel in der 87. Minute.
Doch das ist in München fast nur eine Randnotiz, nachdem die geplanten und von Tuchel sehr gewünschten Transfers für die Defensive dann doch noch geplatzt sind. Dementsprechend angefressen war der Trainer und äußerte heftige Kritik, zumal die Münchner auch noch Gravenberch ziehen haben lassen. Viel darf da nicht passieren, gerade auch im Hinblick auf die Champions League. Allerdings müssten sie dort trotzdem die Gruppenphase schaffen, aber das ist ja nicht der Anspruch.
Jetzt stehen erst mal Länderspiele an, bevor es dann in knapp zwei Wochen zum Schlager Bayern vs Bayer kommt. Große Erwartung jetzt schon, und dann wahrscheinlich ein klarer Bayern-Sieg.
Ansonsten fällt mir der VfB Stuttgart ins Auge, die gegen Freiburg schon den zweiten 5:0-Heimsieg schafften. Das kompensiert die 1:5-Klatsche vor einer Woche bei RB Leipzig. Und Dortmund? Verhühnerte eine 2:0-Führung gegen Heidenheim und kassierte am Ende ein gellendes Pfeifkonzert im Westfalenstadion
Starke Basketballer
Die deutschen Basketballer stehen im Viertelfinale der WM in Asien. Bisher zeigte das Team gute Leistungen, zuletzt vor allem beim 100:91 gegen Slowenien,und das obwohl der vermeintlich beste Spieler Franz Wagner verletzungsbedingt fehlte. Ob er am Mittwoch gegen Lettland spielen kann, ist ungewiss. Dennis Schröder glänzt als Anführer und Punktesammler. Mit seinem eigentlich guten Kumpel Daniel Theis geriet er beim Letten-Spielkurz aneinander, das ist aber nach Angaben der Beteiligten ausgeräumt. Wollen wir das mal hoffen.
Die USA verloren überraschend gegen Litauen, stehen aber auch im Viertelfinale und wären im Halbfinale wohl der deutsche Gegner. Und Überraschung, Überraschung: Titelverteidiger Spanien ist bereits draußen nach einer Niederlage gegen Kanada.
Apropos Basketball. Die Deutsche Satou Sabally hat in der WNBA mit 40 Punkten, darunter sieben Dreier, einen neuen Karriebestwert aufgestellt. Mit ihrem Team Dallas Wings steht sie in den Play-offs.
Swiatek draußen
Die an Nummer 1 gesetzte iga Swiatek ist bereits im Achtelfinale der US Open gescheitert. Sie unterlag der Lettin Jelena Ostapenko in drei sätzen. Die ist eine Angstgegnerin von ihr, hat Swiatek jetzt viermal in Folge besiegt. Auch der Siegeszug von Caroline Woziacki bei ihrem tollen Comeback seit mehr als drei Jahren hat im Achtelfinale sein Ende gefunden. Sie unterlag der zurzeit sehr stark auftrumpfenden Coco Gauff, meine Turnierfavoritin.
Bei den Männern bestreitet Alexander Zverev heute sein Achtelfinale gegen Jakob Sinner. Es ist das Abendmatch im Arthur Ashe. Djokovic steht schon im Viertelfinale und trifft dort morgen auf Taylor Fritz.
Rekord für Verstappen
Der Holländer gewann in Monza sein zehntes Rennen in Folge, das hat es noch nie gegeben in der Formel 1. Der beste Fahrer sitzt im besten Wagen, aber das muss man trotzdem erst mal hinkriegen. Die WM dürfte entschieden sein. Carlos Sainz rettete als Dritter hinter Sergio Perez beim Heim-Grandprix Ferraris Ehre. Irre dabei, dass am Ende zu einem beinharten Duell mit Teamkollege Leclerk dabei. Hat Team und Zuschauer bestimmt Nerven gekostet.
Und sonst
Schöner Erfolg für Lennard Kämna bei der Vuelta. Er gewann die Bergetappe hoch auf den Alto Caravaca da la Cruz (was für ein Name). Damit hat er jetzt bei Tour, Giro und Vuelta einen Bergetappensieg gelandet.
Der eine Bruder siegt, der andere Bruder stürzt. Aleix Espargaro siegte beim Heimrennen im Sprintrennen in Barcelona. Dagegen musste Pol nach einem Sturz seine Hoffnungen begraben.
von Münchner Löwe | Aug. 30, 2023 | Allgemein
Die US Open haben die erste Runde hinter sich, die Basketball-WM beendet heute die Vorrunde. Darauf will ich mich heute konzentrieren. Und ein bisschen Fußball.
Armer Köpfer, starke Lys
Was für ein Ambiente: Night Session im größten Tennisstadion der Welt und ein Spiel gegen die Nummer 1 der Welt. Besser geht es nicht, und dementsprechend groß war die Vorfreude bei Dominik Köpfer. Und dann knickt er im achten Ballwechsel um, wir sind noch im ersten Spiel, und kann nicht mehr richtig laufen. Bei einem normalen Spiel hätte er sofort aufgegeben, doch er wollte dem Publikum was zeigen, und quälte sich durch anderthalb Sätze. Doch dann ging wirklich nichts mehr und gab w. o., wie die Österreicher so typisch österreichisch sagen. Also Walkover. Wahrscheinlich hätte er auch im Top-Zustand wenige Chancen gegen den Spanier gehabt, doch nach einem schwierigen Jahr zeigte seine Formkurve zuletzt nach oben. Jetzt muss Köpfer wohl etwa einen Monat pausieren. Das ist wirklich sehr ärgerlich und bitter.
Die 1. Runde der US Open ist durch, und zwei deutsche Spielerinnen konnten überraschen. Tamara Korpatsch setzte sich gegen die routinierte Rumänin Begu durch und trifft jetzt auf die Russin Samsonowa. Es war ihr erster Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt. Und Eva Lys, auf deren Durchbruch wir schon so lange warten, zeigt sich weiter in bestechender Form. Nachdem sie die Qualifikation souverän und ohne jeden Satzverlust überstanden hat, setzte sie sich heute Nacht gegen die Amerikanerin Montgomery mit 6:2, 6:1 durch, die in der Weltrangliste wie sie selbst knapp unter den Top 150 angesiedelt ist. Jetzt wartet Lucia Bronzetti. Zwar kein wirklich furchteinflößender Name, doch immerhin hat die Italienerin die Nummer 12 Kreijcikova aus dem Turnier genommen.
Anna-Lena Friedsam und Tatjana Maria mussten wie tags zuvor Laura Siegemund die Segel streichen. Siegemund zeigte gegen die Mitfavoritin auf den Turniersieg Coco Gauff eine mehr als ansprechende Leistung, doch kämpfte sie vergeblich auch gegen den amerikanischen Chauvinismus, der sogar ihre Aufchlagfehler beklatschte.
Bei den Männern sind von den Deutschen nur noch Sascha Zverev und Daniel Altmaier im Rennen. Sie treffen in der 2. Runde aufeinander.
Und die Favoriten? Nicht mehr im Turnier sind unter anderem der an Nummer 4 gesetzte Holger Rune (ein norwegischer Sportler, der schwächelt, wo gibt es denn sowas?) und Felix Auger-Aliassine, der allerdings ohnehin eine grauenhafte Hartplatzsaison hinter sich hat.
Games to watch today
Dominic Thiem spielt vs Steve Johnson, einen aufschlagstarken Amerikaner. Drittes Spiel nach 17 Uhr auf Platz Nummer 1, also etwa 20 Uhr. Die Night Session beginnt mit der Partie Ofner vs Tiafoe, der ja im vergangenen Jahr so begeistert hat mit seinem Halbfinaleinzug. Merkt man eigentlich, dass ich etwas austriaphil bin, das ist die Prägung durch den ORF in der Jugend. Bei den Frauen haut mich in der Day-Session keine Partie aus den Schuhen. In der Nacht könnte Kvitova vs Wozniacki ganz hübsch werden.
Noch ein Wort zum übertragenden Sender sportdeutschland.tv. Die Navigation ist echt nervend. Ein Hin- und Hergescrolle vor dem Herrn. Dank Firestick kann ich wenigstens am Fernseher gucken. Und sie spoilern die Partien nicht, wenn man sie dann endlich gefunden hat.
Die deutschen Riesen zeigen auf
Drei Spiele, drei zum Teil souveräne Siege – besser hätte es für die deutschen Basketballer bei der WM in Asien nicht laufen können. Und das vs Australien und Finnland ohne den vermeintlich Besten im Kader Franz Wagner. Die Zwischenrunde ist also erreicht, und da genügt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Sieg über Slowenien oder Georgien, um das Minimalziel Viertelfinale zu erreichen. Grandios war der Kraftakt gegen das mit NBA-Profis gespickte Australien, wo Dennis Schröder eine starke Leistung abgeliefert ist.
Die größte Überraschung des Turniers ist bisher das Ausscheiden von Frankreich bereits in der Vorrunde gegen ein sehr starkes Kanada und Lettland. Wenn ich heute Favoriten auf den Turniersieg benennen müsste, wären (natürlich) die USA und Kanada meine ersten Kandidaten. Doch kurz dahinter sind schon die Deutschen, denen ich in der Form auch Siege vs die Kap Verden und sogar Slowenien mit Luca Magic zutraue. Ach ja: Magenta macht richtig Spaß.
Und sonst – der ewige Rubiales
Mittlerweile hat sich gefühlt die gesamte Welt (naja) geeinigt: Rubiales muss als Chef des spanischen Fußball-Verbandes zurücktreten. Das finden, und darauf kommt es alleine an, vor allem die Spanier bis hoch in die höchsten politischen und sportlichen Kreise. Es ist einfach nur traurig, wie deser Mann den Triumph der spanischen Frauen durch sein Verhalten quasi ausgelöscht hat. Indiskutbel war schon der Kuss und das Tragen einer Spielerin (vom Griff ans Gemächt vor den Augen der Königin und derer Tochter ganz zu schweigen, aber die sind in ihrem Königshaus viel gewöhnt und werden es schon überleben). Und Rubiales? Zeigte in einer erstaunlichen Rede seinen Duchhaltewillen. Und die Mama ist im Hungerstreik in einem Gotteshaus. So was kann kein Mensch erfinden.
Ende des Wahnsinns
Bald ist es geschafft. Am Freitag endet zumindest in Europa das Transferfenster. Und damit die ewigen Spekulationen, wer vielleicht wohin wechselt. Heißester Scheiß bis zuletzt: Streikt sich Kolo Muani noch nach Paris? Eine 80-Millionen-Offerte haben die Frankfurter abgelehnt, das sind starke Nerven. Muani selbst ist genervt, spricht von einer einmaligen Chance für sich, die doch bitte die Eintracht nicht versauen möge. Doch Muanis Abgang wäre eine enorme Schwächung für die Hessen, zumal jetzt ein auch nur ansatzweise adäquater Ersatz kaum zu finden ist. Außerdem ist Jesper Lindström schon von Bord gegangen, für kolportierte 30 Millionen zu Napoli. Am Freitag ist also der berühmt-berüchtigte Deadline Day. Ich werde ihn erst mal beim Zahnarzt verbringen.
von Münchner Löwe | Aug. 28, 2023 | Allgemein, basketball, Frauen-WM, Fußball
Wo anfangen, wo aufhören. Zig Welt- und Europameisterschaften, dazu das geballte Fußball-Programm in den europäischen Ligen (die ich hier schnöde ignoriere), und dies und das und jenes. Ich versuche das mal zu sortieren. Wie erwähnt: Rein subjektiv und mit viel Mut zur Lücke.
16 Jahre jung und sooo erfolgreich
Ich gebe es ja zu, die Rhythmische Sportgymnastik steht jetzt nicht ganz oben meiner bevorzugten Sportarten. Hin und wieder ein Blick dahin, Faszination und auch ein bisschen Irritation darüber, wie beweglich der menschlichen Körper sein kann. Ich fürchte, es wird bitter nachgeholfen. Aber wenn ein 16-jähriges deutsches Mädchen (mit russischen Wurzeln) bei einer Weltmeisterschaft wie gerade in Valencia fünf von fünf Titeln abgreift, das ist das jede Erwähnung wert. Darja Varvolomeev heißt das Wunderkind, das die Fachwelt entzückt. Vergesst Regina Weber oder Magdalena Brzeska, falls die Euch ein Begriff sind. Ich hoffe, wenigstens im Nachgang erhält sie die Aufmerksamkeit, die ihr bisher doch ziemlich versagt blieb. Aber vielleicht ist ihr das auch recht, nicht so im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Schade für sie, dass es bei Olympia nur die Mehrkampfentscheidung gibt. Und da ist vielleicht sogar das deutsche Fernsehen live dabei.
Traurige Nullnummer in Budapest
Wirklich viele Medaillen durfte der deutsche Leichtathletik bei der WM nicht erwarten, erst recht nach prominenten Ausfällen wie Weitspringerin Malaika Mihambo. Aber gar kein Edelmetall – das ist doch eine veritable Enttäuschung und hat es auch noch nie gegeben. Und was eigentlich noch mehr Sorgen macht, wie brach man in manchen Disziplinen darstellt. Dass man in den Laufwettbewerben mit den Stars aus den USA, der Karibik und Afrika nicht mithalten kann, ist bekannt. Andererseits zeigen etwa die Norweger und die grandiose Femke Bol, dass man auch als weißer Europäer(in) in die Phalanx einbrechen kann. Was mich wirklich irritierte war der Umstand, dass es auch in den Wurfdisziplinen, sonst verlässliche „Retter“ der deutschen Bilanz, unfassbare Lücken gab wie Kugelstoßen der Männer oder Speerwerfen der Frauen. Da läuft einiges schief. Ich habe vieles nur relive gesehen weil zeitweise Bodensee-urlaubend, aber das sind meine drei Höhepunkte einer insgesamt sehr stimmungsvollen WM mit sehr spannenden Entscheidungen. Ich hoffe einfach mal, dass die Sieger- und Medaillenlisten nicht nachträglich korrigiert werden müssen.
– das Beste kommt zum Schluss, und das beinahe wortwörtlich. Der unglaubliche Endspurt der Femke Bol in der 400-m-Staffel, der die Holländerinnen im letzten Wettbewerb der WM noch zum Sieg führte. Hier hat jemand alles gegeben und nicht nur heiße Luft produziert. (Ich sag jetzt nicht, an wen ich gerade denken muss …). Und das nach dem furchtbaren Auftakt, als sie in der Mixed-Staffel (schön, dass es das auch bei den Leichtathleten gibt) den vermeintlich sicheren Sieg durch einen Sturz kurz vor Schluss wegwarf. Das Gold über 400 m Hürden war ja fest eingepreist, aber dass sie ihre Staffel in dieser Form zum Sieg führen würde. Wau!
– Stabhochsprungshow. Was für ein Wettbewerb. Keine Medaille mit 5,90 Metern. „Nur“ Silber mit 6,00 Metern. Und Mondo Duplantis in anderen Sphären. Es war schlicht grandios, was die Stabis am Samstag zeigten, wobei sie natürlich von idealen Bedingungen (kein Wind, große Wärme) profitierten. Wer das nicht spannend fand, dem ist nicht zu helfen. Und auch die Frauen-Konkurrenz war außerordentlich mit am Ende zwei Goldmedaillen für Nina Kennedy und Katie Moon, die sich auf den geteilten Sieg einigten. Schön, dass es diese Möglichkeit gibt und nicht bis zum Exzess „gerittert“ werden muss.
– Der Halbzeit-Weltmeister. Ein großer Vorteil der Zehnkämpfer ist, dass man sie in zwei Tagen bestens kennenlernen kann mit ihren Höhen und Tiefen. Man denke an Frank Busemann, Silbermedaillen-Gewinner 1996 und immer noch in der ARD präsent. Und jetzt fasziniert Leo Neugebauer die darbende deutsche Leichtathletik. Und er menschelte, was ihn fast noch sympathischer macht, war er doch nach einem unglaublichen Auftakt nach dem ersten Tag auf Gold-, aber auf jeden Fall Medaillenkurs. Zeigt Schwächen zu Beginn des zweiten Tages, rappelt sich am Ende auf mit zwei persönlichen Bestleistungen. Es reichte dann halt nicht zur Medaille, weil andere weniger Ausschläge hatten. Und am Ende jubelte Kanada mit Gold und Silber. Nichtdestotrotz ist Neugebauer einer der wenigen deutschen LA-Hoffnungen für die Zukunft.
Nur der Himmel als Grenze?
Was für ein Start der deutschen Basketballer. Klar, den Sieg über Japan durfte man erwarten, die andererseits immerhin Finnland mit ihrem NBA-Star Lauri Markkanenbezwangen. Aber dass sie ohne ihren besten Franz Wagner die mit NBA-Profis gespickten Australier bügeln würden, hätte ich ehrlich gesagt nicht geglaubt. Dennis Schröder überflügelte mit seinen 30 Punkten sogar Dirk Nowitzki bei einem deutschen WM-Spiel. Maodo Lo blühte gerade noch rechtzeitig auf, Daniel Theis war in der Defensive eine Bank. Man darf also hoffen, dass es tatsächlich sehr weit gehen kann. Das Viertelfinale ist zumindest ganz nah, denn dafür dürften Siege gegen Finnland und die Kap Verden reichen, die mit allem Respekt zu bezwingen sind. Und dann? Ist alles möglich. Wobei für mich Kanada und die USA noch ein Stückerl besser einzuschätzen sind.
Frankreich dagegen ist schon draußen. Auch wenn ich sie nicht im Viertelfinale gesehen habe, mit so einem frühen Aus und einer Niederlage gegen Lettland war nicht zu rechnen. Sie werden sich hoffentlich steigern für Heim-Olympia 24.
Unglück im Übermaß
Eine Warnung für die Basketballer: Auch die Volleyballerinnen sind mit zwei Siegen in die EM gestartet, und dann folgte das Desaster. Niederlagen gegen die als schwächer eingeschätzten Tschechinnen und Schwedinnen. Chancenlos gegen die Türkei und Polen. Und schwere Verletzungen bei den Zuspielerinnen Hanna Ortmann und Anne Hölzig. Ein Turnier zum Vergessen und leider sehr trübe Aussichten, was eine Olympia-Qualifikation betrifft. Aber auch hier: faszinierende Spiele und Lust auf mehr im Viertelfinale, auch ohne die Deutschinnen.
Rubiales nervt tierisch
Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Egomanen an ihren Ämtern festhalten und einfach nicht wissen, wann genug genug ist. Siehe Luis Rubiales, Chef des spanischen Fußball-Verbandes. Eigentlich müsste Spanien auf einer Wolke der Glückseligkeit schweben nach dem WM-Triumph der Fußballerinnen vor einer Woche. Stattdessen debattiert das Land über den auf- und ausfälligen Rubiales, der Jenni Hermoso auf den Mund küsste und unmittelbar neben seiner Königin (und deren Tochter) sich ans Gemächt fasste. Das ist schon schlimm genug. Aber wie er jetzt gegen die nahezu komplette spanische und auch internationale Öffentlichkeit weiter an seinem Posten klebt, ist schon fast wieder bewundernswert. War doch nicht so schlimm, sie wollte es doch auch. Immer wieder ungern gehört sind diese Ausflüchte. Rubiales plant sogar eine Klage gegen Hermoso, die Anwälte wird es freuen. Doch sogar die FIFA hat von dem Gebahren genug und suspendierte Rubiales. Hilft alles nicht. Er will weitermachen. Sollen die verdammten Spielerinnen doch streiken, egal was die Regierung sagt und die männliche Fußballprominenz um Xavi und Xavi und Real und Barca. Immerhin: Die Mama hält noch zu ihm und ist wegen der unmöglichen Behandlung ihres Sohnes in den Hungerstreik getreten. Ach ja. Kalle findet es auch nicht schlimm. „Wenn man Weltmeister wird, ist man emotional. Und was er da gemacht hat, ist – sorry, mit Verlaub – absolut okay“, sagte der 67-Jährige jüngst am Rande des „Sport-Bild-Awards“. Was man bei derlei Anlässen halt von sich gibt an Chauvi-Sprüchen.
Ein Großer tritt ab
Wirklich große Titel hat John Isner nie gewonnen, und doch dürfte in den vergangenen 15 Jahren kaum ein Spieler im Wortsinn so großen Eindruck hinterlassen wie der 2,06-Meter-Rise aus den USA. Jetzt hat er bekannt gegeben, dass er nach heute startenden US Open dem aktiven Profitennis Good bye sagen wird. Unfassbare 14 000 Asse hat er laut ATP geschlagen, so viele wie kein anderer. Die retteten ihn oft ins Tiebreak. Und für die Ewigkeit ist das Duell mit Nicolas Mahut in Wimbledon. 70:68 im 5. Satz, das wird es nicht mehr geben. Ein eigener Wiki-Eintrag für ein einzelnes Match. Muss man auch erst mal schaffen.. https://de.wikipedia.org/wiki/John_Isner_%E2%80%93_Nicolas_Mahut_(Wimbledon_2010)
Geldregen für Hovland
Und noch ein erfolgreicher Norweger nach den Leichtathleten Ingebrigtsen und Warholm. Dieses Volk ist unglaublich. Golfprofi Viktor Hovland sicherte sich beim PGA-Finale in Atlanta die Fedex-Wertung der PGA. Versüßt wird dieser Triumph mit insgesamt 18 Millionen. Zweiter wurde Xander Schauffele, Amerikaner mit deutschen Wurzeln (man greift nach allem, was möglich ist). Bester Deutschsprachiger aus DACH war der Österreicher Sepp Straka.
Ein Rekord für Verstappen
Neunter Formel-1-Sieg in Folge für Max Verstappen, und das vorm heimischen holländischen Publikum in Zandvoort. Das ist dann doch einer Erwähnung wert in einer sonst ziemlich langweiligen WM. Der Red Bull ist natürlich das beste Auto, aber die PS so konstant auf die Straße zu bringen, das ist grandios. Man sieht das ja an Teamkollegen Sergio Perez, der mit dem gleichen Auto manchmal weit hinterherfährt. Verstappen wird Weltmeister, darüber gibt es schon jetzt keine ernsthaften Zweifel mehr. Zwei Fragen bleiben offen: Gewinnt Red Bull alle Rennen der Saison, und wie hoch wird die Sieges-Rekordmarke von Verstappen sein? Ach ja: Haudegen Fernando Alonso sorgt als Zweiter noch für einen sportlichen Höhepunkt für Spanien.
Das wird die Woche, die wird
Am heutigen Montag beginnen die US Open. Ich habe dann doch zugegriffen und mir das Ticket bei sportdeutschland.tv besorgt für letztlich 20 Euronen. Verheißungsvoll: Man kann die Spiele offenbar ohne Spoiler auch relive sehen, das macht die Nachtspiele interessant. Mehr zum Tennis in einem gesonderten Post heute oder morgen. Heute am 17 Uhr steht u. a. die Partie Thiem vs Bublik auf dem Programm, ich ahne nichts Gutes für den Österreicher.
Basketball-WM geht weiter mit dem dritten Vorrundenspiel und dann zwei Zwischenrunde-Partien. Für D schaut es wie geschrieben sehr gut aus. Magenta Sport überträgt jede Partie, gegebenenfalls mit englischen O-Ton.
Die Volleyball-EM der Frauen hat die entscheidende Woche mit der K.-o.-Runde ab Viertelfinale. Trotzdem oder deshalb?) toller Sport
Liga satt in den europäischen Fußball-Ligen. Und auch ein Blick nach Amerika zu Messi und die MLS dürfte sich lohnen. Bisher schießt er alles kurz und klein.
Rückspiele in der Qualifikation der europäischen Wettbewerbe. Eintracht am Donnerstag gegen Levski Sofia, Hinspiel 1:1.
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