DAs war die Woche, die war

Die letzte Tour-Woche und 2 bemerkenswerte Tennis-Turniere

 

Pogacar ungefährdet

 

Wie erwartet, hat Tadej Pogacar ungefährdet die Tour de France gewonnen. Der Slowene zeigte noch einmal sein ganzes Können, als er am Freitag wie von ihm erwünscht die Etappe nach Alpe d’Huez für sich entschied. Und zwar in einer Art und Weise, die einen nur sprachlos zurückließ.

Mit etwa drei Minuten war die Pogacar-Gruppe der Besten im Gesamt-Klassement hinter einem Führungstrio in den sagenumwobenen Anstieg mit den 21 Kehren gegangen, da machte sich Pogacar allein zur Verfolgungsjagd auf und davon. Sekunde um Sekunde knabberte er an Rückstand weg, immerhin gegen einen Weltklasse-Kletterer wie Richard Carapaz. Einen Kilometer vorm Zielstrich der Zusammenschluss, und als der Slowene wegspurtete hatten weder Carapaz noch sein Fluchtgefährte Martinez auch nur den Hauch einer Chance.

Die legendäre Etappe hoch nach Alpe d’Huez fehlte noch in der reichen Erfolgssammlung des Slowenen. Er brauchte für den Anstieg gut eine Minute weniger als der bisherige Rekordhalter Marco Pantani, dem dieses Kunststück in den Hochzeiten des Dopings geglückt war. Gerüchte und Mutmaßungen wollen angesichts der unfassbaren Überlegenheit nicht verstummen, aber bisher ist Pogacar aus allen Dopingkontrollen ohne positven Befund geblieben.

Tags darauf ging es (nach einer mörderischen Etappe mit drei Bergwertungen der höchsten Kategorie noch einmal nach Alped’Huez, diesmal von der anderen, nicht so schweren  Seite. Wieder sprang Carapaz vom Hauptfeld früh weg mit Fluchtgefährten Sepp Kuss. Der in einer rasenden Abfahrt für einen Schreckenmoment sorgte, als er die Kontrolle verlor und zu Sturz kam. Gott sei Dank genau an einer Stelle, wo ein Fangnetz aufgezogen war, sonst wäre er hunderte von Metern in die Tiefe gestürzt. Was einem immer wieder vor Augen führt, welche riesigen Gefahren die Tour-Teilnehmer auf sich nehmen. Da sind die Schlüsselbeinbrüche, die die Spitzenfahrer Monas Vingegaard und Florian Lipowitz erlitten hatten, Tagesgeschäft.

Durch den Sturz verlor der zu diesem Zeitpunkt knapp führende Kuss natürlich alle Chancen auf den Etappensieg. Den schnappte sich Carapaz. Höchstwahrscheinlich auch deshalb, weil Pogacar diesmal auf eine Verfolgungsjagd verzichtete. Diesmal begnügte er sich, seinen hochtalentierten Teamgefährten Isaac del Toro ins Ziel zu eskortieren, auf dass der Mexikaner das Weiße Trikot des besten nachwuchsfahrers absichern könnte. Dies gelang, auch weil dessen Konkurrent Paul Seixas weiter Zeit verlor.
Carapaz feierte aber nicht nur den zweiten Etappensieg in den Alpen, mindestens genauso wichtig war dem Mann aus Ecuador das Bergtrikot, das er dann bis Paris trug.

Eine ganz starke Leistung lieferte Remco Evenepoel ab. Der Belgier vom Red-Bull-Team war klar der zweitstärkste Mann im Feld. Endlich zeigte er seine überragenden Fähigkeiten auch im Hochgebirge (diese Fähigkeit hatte er bisher vermissen lassen). An Pogacar kam er zwar nicht heran, alle anderen Konkurrenten hatte der Belgier sicher im Griff.

 

Van der Poels unfassbarer Endspurt

 

Die letzte Etappe in Paris wollte Pogacar noch mal gewinnen. seit 2025 ist ja in die Tour honneur in der Hauptstadt der knackige Anstieg zum Montmartre eingebaut, einer der Glanzpunkte der Olympischen Spiele 2024. Die Gesamtwertung ist vorher neutralisiert, aber der Kampf um den Tagessieg erfährt dadurch noch mal ein unglaubliches Spektakel. So auch am Sonntag. Beim letzten Anstieg setzte sich Pogacar ab, und nur Matthew van der Poel konnte folgen. Etwa 15 Sekunden konnten sie herausfahren, sie wechselten sich perfekt in der Führungsarbeit ab, und lange schien es so, als würden sie tatsächlich durchkommen. Doch das rasende Feld, in dem die Helfer der Sprintspezialisten ein unfassbares Tempo anschlugen kamen dann doch Sekunde für Sekunde näher – ein echter Krimi. Etwa 600 Meter richtete sich Pogacar auf, er konnte nicht mehr. Wohl aber van der Poel, der das Tempo beibehielt. Und doch kam die Meute näher und näher. Irgendwie mobilisierte van der Poel  Kräfte aus seinem Körper, aber als er die Ziellinie übeqwuerrte, da jubelte ein anderer: kurze Verwirrung, dann war klar: Der Belgier Jesper Philippsen feierte nicht selbst, sondern seinen Teamkollegen van der Poel. Nur zur Sicherheit war der Belgier mitgespurtet, damit der Sieg auf jeden Fall im Team blieb. Was für ein faszinierender Schlussakkord dieser faszinierenden Tour.

 

Lilli Tagger zeigt bei den Großen auf

 

Die österreichische Tennisspielerin habe ich seit gut einem Jahr auf dem Zettel. Genauer gesagt, seit dem French-Open-Triumph bei den Juniorinnen 2025. Seitdem geht es stetig aufwärts mit der mittlerweile 18-Jährigen, die sich innerhalb eines Jahres von einem Platz jenseits der 500 in die Top 100 vorgespielt hatte. Jetzt der erste Turnier-Sieg bei den „Großen“, nämlich beim Turnier in Prag. Gewiss, nicht das ganz große Event, längst nicht so gut besetzt wie ein Grand-Slam- oder Masters-Turnier. Aber doch eines mit vielen Lokalmatadorinnen aus Tschechien, dem schier unerschöpflichen Talente-Reservoir.
Das Meisterstück machte Tagger schon am Samstag im Halbfinale, als sie in einer spektakulären Partie Barbora Krejikova bezwang. Ihres Zeichens Wimbledonsiegerin 2024 und auch in Paris hatte sie schon triumphiert. In einer Partie Spitz auf Knopf gewann sie im Tiebreak des 3. Satzes, und quasi zum Drüberstreuen siegte Lilli Tagger auch im Finale gegen Daria Snigur aus der Ukraine.

Offenbar ist Tagger jetzt der Sprung in die Elite gelungen (bei aller Vorsicht). Mit 1,85 Metern ist sie einer der Längsten im Feld, ihr Aufschlag dementsprechend eine echte Waffe, obwohl sie wahrlich nicht muskelbepackt ist. Der Paradeschlag ist die wunderschöne einhändige Rückhand (leider im Aussterben begriffen, erst recht bei den Frauen), mir der sie unerreichbare Bälle schlagen kann.
Taggers großes Glück: Mit der Italienerin Francesca Schiavone hat sie eine erfahrene Trainerin: eine ehemalige Topspielerin ebenfalls mit einer einhändigen Rückhand; die Tagger perfekt anleitet, und auch das Umfeld scheint geerdet. Es geht nicht um den schnellen Triumph, sondern an das langsame Heranführen ans Spitzentennis. Wo dann die Grenze ist, bleibt abzuwarten. Dass ihr gegenwärtiges Ranking von Platz 45 schon der Plafond ist, glauben allerdings nicht mal die schlimmsten Pessimisten, die Top Ten scheinen zumindest mittelfristig bei allen Unwägbarkeiten auf jeden Fall drin. Ich werde den Weg der Lilli Tagger weiter verfolgen.

 

Bei Korpatsch geht endlich der Knopf auf

 

Tamara Korpatsch gab als Riesentalent auch Anlass zu den größten Hoffnungen. Aber viele Verletzungen verhinderte die große Tennis-Karriere. Doch jetzt, mit 31Jahren, belohnte sich die Deutsche dafür, dass sie stets drangeblieben ist, dass sie trotz vieler Rückschläge nie aufgegeben hate. In Hamburg schaffte sie am Sonntag den Turniersieg, durch einen Finalsieg gegen die Ungarin Anna Bondar.

Geradezu märchenhaft war die Woche der Tamara Korpatsch verlaufen mit Siegen unter anderem gegen die weit höher eingestuften und auch eingeschätzten Kalinina und Sherif. Der Lohn: Etwa 30.000 Dollar Prämie und der Sprung auf Rang 46, einen Platz also hinter Tagger. Und somit die Gewissheit, zumindest für ein jahr bei allen wichtigen Turnieren im Hauptfeld zu stehen.

 

Und sonst?

 

  • Formel 1: Den ersten Erfolg als Weltmeister feierte Lando Norris. Im Budapest gewann er vor dem viermaligen Champions Max verstappen und Kimi Antonelli, der seine WM-Führung auf 50 Punkte (das entspricht zwei Rennsiegen) ausbaute. Jetzt folgt eine pause von einem Monat.
  • Leichtathletik: Glanzpunkte der Deutschen Meisterschaften waren die 400-Meter-Rennen. Ohne Hürden triumphierte Emil Ageykum in 47.65 Sekunden, mit denen er dem bisherigen Meisterschaftsrekord von Harald Schmid aus den 80er-jahren unterbot.
    Noch überraschender kam für mich die Top-Zeit von Jean Paul Bredau. Ohne Hürde brauchte er für die Srtadionrunde nur 44,72 Sekunden, so schnell war in Deutschland seit 20 Jahren niemand mehr gewesen, als Ingo Schult die Welteligte aufmischte.
    Ageykum und Brelau sind auch zwei echte Trümpfe für die Europameisterschaften in drei Wochen, und in der 400-Meter-Staffel dürften beide gesetzt sein.
  • Fechten: Die WM in Honkong brachte einen unerwarteten Erfolg für Deutschland. Säbel-Weltmeisterin wurde völlig überraschend Larissa Eifler. Es ist der erste Titel für Deutschland seit 2014 (Säbel-Männer in Kasan) und gar die erste Einzelmeisterschaft seit 2010, als Peter Joppich mit dem Florett erfolgreich war. Ein sehr heller Lichtblick in einer Sportart, die einst zu den Medaillengaranten auch bei Olympia zählte, zuletzt aber komplett jenseits der Öffentlichkeit lief.
  • Volleyball: Fast vergessen hätte ich einen absoluten Höhepunkt. In einem grandiosen Finale der Nation League im chinesischen Macau (großer Seufzer) setzten sich die Türkinnen in vier Sätzen gegen Brasilien durch. Was die Südamerikanerinnen an Abwehrarbeit verrichteten, war  outstanding und jenseits des Begreifens (meines jedenfalls), aber gegen die türkische Star-Angreiferin Melissa Vargas war am Ende doch kein Kraut gewachsen.
    Sehr und genießt!

    https://www.youtube.com/watch?v=upj4RRXEtvc

 

 

Jürgen Klopp verbittet sich einen Jürgen Klopp

Jetzt ist es also offiziell. Jürgen Klopp wird die  Fußball-Nationalmannschaft betreuen. Ein äußerst zuversichtlicher Mann stellte sich am Freitag im Frankfurter DFB-Campus vor; voller Tatendrang und wie es scheint auch voller Kraft und Energie. Die vergangenen anderthalb Jahre als Head of global Soccer bei Red Bull und dazu als Magenta-WM-Experte scheinen nicht allzu zehrend gewesen sein. Apropos Rote Bullen, wo er noch unter Vertrag stand. Das Thema scheint elegant gelöst zu sein: 1 Million Euro überweist der DFB an die Stiftung Wings for Live, die sich für gelähmte Menschen einsetzt (bekannt durch einen jährlich stattfindenden Wettbewerb an mehreren Orten gleichzeitig), außerdem soll es bis 2030 drei Länderspiele in der Red-Bull-Stadt Leipzig geben.

Klopp verbreitete Aufbruchstimmung. Was er will? Das ganze Land wieder begeistern für Fußball, wenn möglich sogar ändern. In drei Städten, Mainz, Dortmund und Liverpool sei ihm das gelungen. An mangelnder Unterstützung soll es nicht fehlen. Kloppo durfte sein Wunschteam an Assistenz zusammenstellen. Nicht nur seine langjährigen Co-Trainer Peter Krawietz und Pepijn Lijnders verstärken das Team, sondern auch Sven Bender, einst beim BVB einer seiner Lieblingsspieler. Als großer Stratege dient zudem sein Intimus Marc Kosicke, dem er seit Jahrzehnten in allen relevanten Dingen auch jenseits des Fußballs vertraut. Der DFB nickte alle Personalien und Vorstellungen ab,  Alternaltiven zu Klopp hat er er auch nicht zur Hand.

Eines darf man gewiss sein: Jürgen Klopp wird sich reinknien. Auch wenn sein Job offiziell erst am 15. August beginnt, er wird jetzt schonh mit der Sichtung von Profis beginnen. 55 Spieler habe er erst mal unter Beobachtung, berichtete er. Und im Gegensatz zum eher reisefaulen Vorgänger Julian Nagelsmann werde er sehr viel unterwegs sein: nicht nur in den Bundesligastadien, sondern überall auf der Welt, „wo unsere Jungs unterwegs sind“. Eines habe er sich auf jeden Fall vorgenommen. Die Leute sollen Spaß an den Spielen haben und zufrieden nach Hause gehen.

Klopps merkwürdige Wutrede

Alles paletti also? Jürgen Klopp wäre nicht Jürgen Klopp, würde er nicht anecken! Das Fett bekamen die anwesenden Medien ab (und zwar bevor die überhaupt tätig wurden). „Wenn ihr mich euch danebenbenehmt, bin ich weg!“ Nein, eine Stimme reiche nicht. „Aber auch wenn der DFB findet, dass es scheiße ist, bin ich weg.“ Ohne Abfindung, wie er betonte (erstaunlich genug).

Diese maßlose Kritik und vor allem dieser raue Ton, der ohne Not gesetzt wurde, erzürnen mich; vor allem, weil sie vermeintlich völlig ansatzlos und unbegründet quasi aus dem Nichts kam. Wohl kein Bundestrainer seit Franz Beckenbauer 1984 hat dermaßen fast unbegrenzten Vorschusslorbeer erfahren. Vor allem ist er der Held der Boulevard-Presse, die schon seit Dortmunder Zeiten von einem Bundestrainer Klopp träumen. Offenbar hat er aber mitbekommen, wie mit seinem Vorgänger Julian Nagelsmann umgesprungen wurde. Einer seiner schärfsten Kritiker war: Jürgen Klopp. der bei Magenta sehr schnell sehr große Lust verbreitete, wie sehr ihn (Kloppo) dieser Job reizen würde. Kurz gesagt: Klopp hat vor einem wie Jürgen Klopp Angst.
Die Philippika rührt auch von einem seltsamen Verständnis des Journalisten-Berufs. Auch wenn man es oft nicht glauben will, es gilt bei vielen immer noch der Leitsatz von Hanns-Joachim Friedrichs, der Journalisten und Reporter davor warnt, sich mit einer Sache gemein zu machen, auch mit einer guten.
Völlig in Ordnung finde ich es allerdings, dass sich Klopp Einmischungen oder besonders tiefes Graben in sein Privatleben, zumal er selbst dieses praktisch völlig unter Verschluss bleibt.

Trotzdem Aufbruchstimmung

Trotz dieses leichten Misstons (den ich jetzt auch nicht überbewerten will): die positive Grundstimmung überwiegt, zumal an der Kloppschen Fußball-Expertise kaum seriöse Zweifel bestehen. Vor allem die Hoffnung, dass Klopp und die Seinen auch den arg verbrämten DFB durchschütteln, was vielleicht sogar zu einer Demission des komplett überforderten Verbands-Chef Bernd Neuendorf führt. Ich darf ja wohl noch träumen!

Wie schnell dann der Erfolg eintritt (wie auch immer der zu definieren ist), muss man sehen. Wunderdinge kann Klopp nicht bewirken, zumal er sich die Spieler nicht backen (oder auch nur einkaufen kann). Schon gar nicht bei seiner Länderspiel-Premiere am 25. September in Amsterdam gegen Holland.

Red Socks fast unaufhaltsam

Blick über den Teich, MLB

 

Bis zum Juni war die Saison für die vielen Fans der Red Socks eine verdammt zähe Angelegenheit. Dann kamen die Fußball-Schotten nach Boston, sie machten Partie im altehrwürdigen Fenway Park, und seitdem läuft es wie geschnitten Brot.
Vorführ-Effekt: Ich wollte die 15-Siege-Serie loben, da endete diese mit einer Niederlage zu Hause gegen den ebenfalls aufkommenden Divisions-Rivalen Baltimore Orioles.

Rund 100 Spiele haben die 30 Teams absolviert (plusminus): höchste Zeit, mal einen Überblick aufs Geschehen und noch viel mehr auf die Play-off-Aussichten, zumal jetzt die Ablenkungen wie Play-offs in NBA und NHL (schon länger) und Fußball-WM vorbei sind.

Es ist allerdings alles noch so eng beisammen, dass (fast alle) Teams mit außergewöhnlichen Serien hochkommen oder abstürzen können.

 

AMERICAN LEAGUE

 

Im Vegleich zur National League klar die Schwächere. Zurzeit haben gerade mal 5  der 15 Teams eine positive Bilanz. Es kann durchaus sein, dass eine mannschaft mt ausgeglichenem ode gar knapp negativem Rekord ist die Post Season kommt.

 

East

 

Die „beste“ Division der Liga. Mich würde wenig wundern, wenn sich nicht nur der Sieger direkt für die Play-offs qualfizieren würde, sondern darüberhinaus zwei, vielleicht sogar drei Teams für die Wld-Card-Runde.
Seit ungefähr einem Monat haben die Tampa Bay Rays die Tabellenführung übernommen vor den New York Yankees. Das Team aus Florida hat nicht den ganz großen Superstar (sorry, Senor Caminero), aber sie spielen sehr fein, sogenannten small ball. Also auf Base kommen, Bases stehlen, dann kommen die Punkte fast automatisch. Dazu ordentliches Pitching.
Zurzeit führen sie mit 2 Spielen vor den New York Yankees. Diese leiden extrem unter dem verletzungsbedingten Ausfall von Aaron Judge, der seit gut anderthalb Monaten wegen eines Rippenbruchs fehlt (nicht nur sehr schmerzhaft, sondern äußerst lästig gerade im Baseball, weil man hier den Körper so verdrehen muss). Wann und in welcher Form der MvP der vergangenen beiden Spielzeiten zurückkommt, steht in den Sternen. Dass die Yankees überhaupt noch in Schlagdistanz sind, haben sie dem außergewöhnlichen Pitching zu verdanken, und jetzt ist nach Gerrit Cole auch noch Max Fried zurückgekommen.

Und dann folgen schon die Red Sox auf Rang 3 mit sehr guten Chancen zumindest auf einen Wild-Card-Spot (siehe dort). Fast aus dem nichts ist bei den Schlagmännern der Knopf aufgegangen, die zum Teil absurd hohe Trefferquoten haben. Trotz erheblicher Verletzungsprobleme  (Star-Werfer Garret Crochet fällt vielleicht für die komplette Saison aus) funktioniert auch das Pitching bestens. Wo das noch hinführt, ist die große Frage.

Nicht einmal die Baltimore Orioles und Toronto Blue Jay würde ich komplett abschreiben. Bei den Kanadiern spielt da allerdings auch der Bonus der vergangenen Saison eine Rolle, als sie nur Zentimeter vom Titel entfernt waren.

 

Central

 

Es führen (man lese und staune) die Chicago White Sox. In der vorvergangenen Saison die Lachnummer der Liga, haben die Team-Verantwortlichen die Zeit genutzt, und ein schlagkräftiges Team zusammengestellt. Das zumindest für den Divisionssieg gut ist, wenngleich der Vorsprung auf die Cleveland Guardians nur 1,5 Siege beträgt – das ist eine halbe Dreispiele-Serie. Auch die Minnesota Twins (4,5 Siege zurück) können noch ein gewichtiges Wort mitspielen. Die Detroit Tigers und vor allem die Kansas City Chiefs würde ich aufgrund der bisher erbrachten Leistungen abschreiben.

 

West

 

Die schwächste Division der Liga. Schon jetzt steht praktisch fest, dass nur der Sieger in die Play-offs kommt (und dort als „schlechtester“ Divisionssieger eine Wildcard-Serie bestreiten muss). Wer das sein wird, ist allerdings völlig offen.
Die besten Karten und auch das beste Potenzial haben die Seattle Mariners (51:52), die ich immer noch stärker einschätze als die Texas Rangers (51:51). Auch hier mag die vergangene Saison eine Rolle in meiner Einschätzung liegen, als die Mariners im Halbfinale nur knapp an den Blue Jays scheiterten. Dann wäre es allerdings hilfreich, wenn etwa Catcher Cal Raleigh in die Gänge kommen würde. In de vergangenen Saison begeisterte der Catcher offensiv (63 Homeruns) und defensiv, jetzt bringt er am Schlag überhaupt nichts mehr zu Stande (und es wird von Monat zu Monat schlimmer).

Während die Houston Astros noch im Dunstkreis schwingen (weit weg von Traum-Spielzeiten vergangener Jahre), können die abgeschlagenen Athletics und LA Angels für die nächste Saison planen

 

Wild Cards

 

Wie in der vergangenen Saison qualifizieren sich neben den 3 Divisionssiegern (egal mit welcher Bilanz) die drei besten Teams für die Vorausscheidung. Fast sicher dabei ist dabei der Zweite der AL East (Rays respektive Yankees). Sehr gute Chancen haben auch die Boston Red Socks sowie der Zweite der AL East. Die anderen Teams bis hinunter zu den Blue Jays (47:56) brauchen schon mehr oder weniger lange Sieges-Serien. Nicht auszuschließen, aber die Formumkehr (wie zuletzt bei den Red Socks gesehen) wird halt von Woche zu Woche unwahrscheinlicher, zumal ganz langsam auch die Spiele ausgehen.

Vorhersage (Bauchgefühl ohne Spielplanabwägung und Ähnlichem)

 

Divisionssieger werden die Yankees, White Sox und Mariners, die Wild-Card-Plätze schaffen die Rays, Guardians und Red Socks.

 

NATIONAL LEAGUE

 

Hier dürfte ein Team mindestens 88 Siege brauchen (mit Hochrechnungen habe ich es absolut nicht), um in die Play-offs aufzusteigen.

 

East

 

Klar in Führung sind die Atlanta Braves, die fünf Spiele vor den Philadelphia Phillies führen. Letztere knabbvern immer noch am furchtbaren Saisonstart. Jetzt läuft es allerdings prima, auch weil Klyee Schwarber und Derek Harper regelmäßo9g Homeruns abliefern und da Öiching bestens funktioniert. Vielleicht können die Phillies sogar noch den braves gefährlich werden, aber auch wenn nicht, für einen Wild–Card-Platz dürfte es auf jeden Fall reichen.
Bis Anfang Juli sah es kurzfristig so aus, als könnten die Miami Marlins oben mitmischen, eine grausame Niedelagenserie von 9 Partien hat diese Hoffnungen zerstoben.
Während die Wahsington Nationals wenigstens ab und zu ein Lebenszeichen von sich geben und zumindest offesiv erfreuen (die meisten Home Runs aller Teams) , breite ich über die entsetzliche New York Mets, die trotz des Luxuskaders offenbar komplett zerstritten vor sich hin dümpeln, den Mantel des Schweigens.

 

Central

 

Klar in Führung die erstaunlichen Milwaukee Brewers, die wieder mal auch ohne Superstar eintolles Team zusammengestellt haben. Spektakulär Jacob Misiriowski, der serienweise Würfe von mehr als 102 meilen pro Stunde produziert (völlig ungewöhnlich für einen Starting Pitcher). Gott sei dank hat sein Coaching Staff einen blick auf den jungen Mann und verheizt ihn nicht.

Die Chicago Cubs sind zwar schon sieben Spiele hinter den Brewers, doch im Wild-Card-Rennen haben sie beste Chancen. Auch Pittsburgh Steelers und St. Louis Cardinals dürfen sich in dieser starken Division noch etwas ausrechnen. Nur die Cincinatti Reds haben eine negative Bilanz (47:54) und dürften sicht mehr ins Play-off-Rennen eingreifen.

 

West

 

Der Titelverteidiger kreist wieder in der eigenen Umlaufbahn, trotz so mancher Formdelle. Die 65:38 Siege machen die LA Dodgers zum derzeit besten Team der Liga, obwohl nicht jede Partie mit vollem Ernst angegangen wird (dafür ist die 162-Spiele-Saison) auch viel zu lang. Wenns drauf ankommt, dann zeigen Pitcher (Yamomoto) und schlagmänner (Ohtani) ihre ganze Klasse.
Dahinte haben sich zu meiner großen Freude „meine“ Arizona Diamondbacks (nicht fragen warum) etabliert. Angeführt wird das Team vom venezolanischen Weltmeister-Pitcher Eduardo martinez, der eine großartige Saison spielt. Der Abstand zu den Dodgers ist zwar kaum einzuholen (- 9 Siege), aber das Team aus der Wüste ist bestensim Wild-Card-Rennen.
Das gilt eher weniger für die San Diego Padres. angetreten waren das Team, um dem kalifrnischen Rivalen aus LA die Stirn zu bieten. nach einigermaßen vernünftigem Saisonstart wird die Formkurve schwächer und schwächer. Die jetzige Bilanz von 50:53 kann niemanden zufriednstellen.

Doch was sollen da erst die Fans der San Francisco Giants sagen? Bei 42:60 bleibt nur das blanke Entsetzen, und es ist kein Trost, dass es in der NL West mit den Colorado Rockies ein noch schlechteres Team gibt (41:63). Die haben sich wenigstens im Vergleich zur vergangenen Saison klar gesteigert. Nach nicht einmal zwei Drtitteln der Spiele haben sie schon fast so viele Siege geschaft wie 2025, als sie 43-mal erfolgreich waren.

 

Wild Card

 

Zwei Teams (Phillies und Cubs) scheinen einen Platz sicher zu haben. Um den letzten verbleibenden Spot gibt es noch ein wüstes Gerangel vom derzeit Drittplatzierten Diamondbacks (54:49) bis zu den San Diego Padres (50:53).

 

Vorhersage

 

Divisionssieger werden die Braves, Brewers und Dodgers; die Wild-Cards werden die Phillies, Cubs und Diamondbacks (Wunsch der Vater des Gedanken) erobern.

 

Kepler-Watch

 

Seit Juli mischt der Berliner wieder in de MLB mit, nämlich im Dress der Diamondbacks (das ist aber nicht der Grund für meine Sympathie). Nach Anlaufschwierigkeiten nach der 80-Spiele-Sperre wegen Dopings schlägt er sich ordentlich. Zuletzt schaffte er einen siegbringenden Hit gegen die St. Louis Cardinals (sogenannter Walk-off), und 2 Homeruns stehen auch in seiner Bilanz. Dazu exzellentes und vor allem fehlerloses Spiel in der Verteidigung. Ein Schnäppchen für die Backs, die ja nur den Mindestlohn (immerhin auch knapp eine Million Dollar) überweisen müssen.
Eines ist allerdings jetzt schon klar: Wegen seiner Doping-Vergangenheit wäre er nicht für die Play-offs spielberechtigt.

 

 

 

 

Ich trauere um Kevin Keegan

Erstmals wirklich mit Bedacht gesehen habe ich Kevin Keegan 1977. Damals im Dress des mit Stars (Clemence!, Hughes! McDermott!) gespickten FC Liverpool im Europapokal-Endspiel gegen Borussia Mönchengladbach im Römer Olympiastadion. Für einen Briten nach meiner mir überbrachten Vorstellung (damals bewegte Bilder aus England zu sehen, war fast unmöglich) war er klein, dafür sehr schnell und trickreich und gewitzt. Ein Tor ist ihm zwar nicht gelungen, aber er hatte sehr starke Momente (gerade gegen den noch kleineren Berti Vogts) und holte den entscheidenden Elfmeter heraus, als ihn deutsche Nationalverteidiger rüde von den Beinen holte. Phil Neal verwandelte zum 3:1-Endstand.

https://www.youtube.com/watch?v=eHMS0dZAsQ8

„Mighty Mouse“ nannten sie Kevin Keegan damals schon auf der Insel: Weil er zwar mit 1,70 Metern regelrecht schmächtig war neben all den Abwehrriesen, aber diese eher hölzernen Kerle dennoch beherrschte. Der damalige HSV-Präsident Peter Krohn hatte (neben reichlich skurrilen Einfällen wie Elefanten im Stadion und rosa Trikots) die sensationelle Idee, diesen wirbelnden Engländer mit dem Lockenkopf und der charmanten Ausstrahlung in die Bundesliga zu holen. Eine echte Sensation, denn Keegan war zu diesem Zeitpunkt der beste und auffälligste Spieler des besten Teams in England: Mit dem FC Liverpool holte er von 1972 bis ’77  insgesamt drei Meistertitel, zweimal den UEFA-Pokal und eben 1977 den Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der Champions League.

Es war ja ein echtes Wunder, dass Keegan den Weg nach Deutschland fand. Er hätte viel lukrativere Angebote aus Italien oder Spanien annehmen können, wo Lire und Pesetas viel reichlicher flossen als die Mark. Aber das sportliche Potenzial des HSV (immerhin amtierender Europacup-Sieger der Pokalsieger) in der damals so starken Bundesliga reizte mehr als noch mehr Geld, ebenso der Charme der Hafenstadt. Und hatten nicht Liverpool und Hamburg eine gemeinsame Vergangenheit, weil die Beatles in der Hansestadt ihre ersten fulminanten Auftritte hatten?

Also ein echter Coup von Krohn, und alle gewannen. Kevin Keegan avancierte nach kleineren Anlaufschwierigkeiten zum Publikumsliebling nicht nur der HSV-Fans, sondern von ganz Fußball-Deutschland. Sportlich ohnehin über alle Zweifel erhaben, eroberte er die Massen, wurde zum ersten Pop-Star der Liga, die zu dieser Zeit erst ganz langsam über die Fußball-Blase hinaus die Massen begeisterte. Er wurde zum Traum aller Schwiegermütter, plötzlich verzeichneten die Standesämter erstaunlich viele „Kevins“ – sehr, sehr lange, bevor ein gleichnamiges Kerlchen im Film „Allein zu Haus“ war. Sogar die Hitparade stürmte Keegan: „Head over Heals in Love“ (produziert vom sagenhaften (nona) Pop-Schreiber Chris Norman) – seht selbst die ganz große Kunst im „Musikladen“ von Manfred Sexauer, damals das Um und Auf der Pop-Musik im deutschen Fernsehen.

https://www.youtube.com/watch?v=yJdW7-MnXtc

Sehr viel berauschender war dann doch sein Fußballspiel. Die  Verteidiger verzweifelten regelrecht, wenn sie es mit der Spiel- und Dribbelkunst der mächtigen Maus zu tun bekamen; die zudem sehr mannschaftsdienlich agierte und richtig kämpfen konnte – und zwar in jedem verdammten Spiel. Spätestens, als 1978 der grandiose Branko Zebec das Traineramt übernahm und Günter Netzer den Manager-Posten, wurde der HSV zum ernsthaften Konkurrenten der damaligen Platzhirsche Gladbach, Bayern und Köln. Mit deutschen Abwehr-Haudegen wie „Eiche“ Nogly und Manni Kaltz, mit Elfmeter-Töter Rudi Kargus im Tor, mit Zuträgern wie Casper Memering, dem jungen Felix Magath im Mittelfeld und natürlich dem Kopfball-Ungeheuer Horst Hrubesch. Dazwischen wuselte und zauberte Kevin Keegan, der Künstler, der Ball-Virtuose: der endlich Abwechslung, ja Farbe ins Bundesliga-Einerlei brachte.1979 holten die Hamburger völlig verdient den Titel, überschattet wurde die Meisterfeier im Volksparkstadion am letzten Spieltag allerdings von der Stadion-Katastrophe, als sich insgesamt 70 Menschen beim Stürmen des Spielfelds zum Teil schwer verletzten.
1980 kamen die Hamburger ins Europapokal-Finale unter anderem nach einem unglaublichen 5:1 gegen Real Madrid; diesmal endete das Endspiel allerdings für Keegan nicht erfolgreich wie in Rom, und seine englischen Landsleute von Nottingham Forest behielten die Oberhand.

Nur drei Jahre blieb Keegan in der Bundesliga, und doch hat er bei jedem, der damals das Geschehen verfolgte, bleibenden Eindruck hinterlassen (das zeigen die unendlich vielen Trauerbezeugungen auch aus meinem Freundeskreis). Zweimal in dieser Zeit wurde er Fußballer Europas. Er hatte dann noch ordentliche Jahre wieder in der Premier League, die damals noch schnöde First Division geheißen hatte. Nur mit der Nationalmannschaft war ihm kein größerer Erfolg beschieden, seine Landsleute waren zu diesem Zeitpunkt schlicht zu schwach. Ein WM-Halbfinale fü England wie gerade in Amerika? Schlicht undenkbar.

Nach Ende seiner Fußballer-Karriere verschwand Keegan erst mal aus der Öffentlichkeit. Erst 1992 tauchte er wieder auf, als er das Traineramt bei Newcastle United übernahm; die Magpies führte er 1996 zur sensationellen Vize-Meisterschaft. Danach warf er trotz bestehenden Vertrags hin („zu viel Stress“). 1999 wurde Keegan noch englischer Nationalcoach, doch schon nach zwei Jahren war Schluss, ohne dass er dort bleibende Spuren hinterlassen hätte (die Deutschen werden das nach einem 1:5 im Jahr 2000 im Münchner Olympiastadion vielleicht anders sehen.

Am Montag ist Kevin Keegan gestorben, nur 75 Jahre wurde er alt. Der Tod kam nicht überraschend, denn erst im Januar hatte  er „unheilbaren Magenkrebs“ öffentlich gemacht. Zurück bleiben bei mir und sehr vielen Fußball-Fans unauslöschliche Bilder eines wunderbaren Fußball-Virtuosen und eines tollen, ungemein sympathischen Menschen.

Machs gut da oben, liebe mighty mouse Kevin Keegan!

 

Das wird die Woche, die wird

Die letzte Tour-Woche, deutsche Finals in Hannover und tatsächlich schon wieder Fußball-Champions-League, wenn gleich „nur“ Qualifikation.

 

Pogacar ohne Gegner – oder?

 

Die Tour de France ist in der letzten Woche vor dem Ziel am Sonntag in Paris. Doch schon heute ist ein klarer Anwärter aufs Podest wegen eines Sturzes ausgeschieden. Bei einer sehr tückischen Abfahrt im Zeitfahren rutschte Florian Lipowitz in einer engen Kurve mit dem Hinterrad weg, er schlitterte mit der Schulter gegen eine nicht abgesicherte Bordsteinkante und konnte nicht weiterfahren. Stattdessen wurde er mit dem Krankenwagen abtransportiert.
Für mich ein absolutes Unding: zum einen so eine gefährliche Abfahrt in das Einzel-Zeitfahren einzubauen und diese zum anderen nicht im Geringsten zu schützen. Ein Sturz war fast naheliegend und offenbar von den sensationslüsternen Organisatoren fast schon eingepreist. Auch der klar Führende Tadej Pogacar hatte an dieser Stelle seine Mühe, obwohl der Slowene nicht das Letzte riskiert haben dürfte.
Pogacar dürfte nach Rang 2 hinter Remco Evenepoel, aber nur 28 Sekunden Zeitverlust auf den absoluten Spezialisten im Kampf gegen die Uhr, der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen sein bei 4:32 Minuten Vorsprung auf den Belgier. Auch wenn die anstehenden Alpenetappen unter anderem mit zweimal Alpe d’Huez kein Zuckerschlecken werden. Evenepoel hat beste Chancen auf Rang 2, es wäre seine mit Abstand beste Tour-Platzierung in Paris. Allerdings fehlt ihm mit Lipowitz ein sehr wichtiger Helfer in den Bergen, der Rest des Red-Bull-Hansgrohe-Team ist dort kein Faktor. Mal schauen, ob er über die ganz hohen Berge auch gut rüberkommt, das war in den vergangene jahren sien Problem.
Sehr spannend wird der Kampf um Platz 3 (nach dem Ausfall von Lipowitz und zuvor Jonas Vingegaard). Der Mexikaner Isaac del Toro und der Franzose Paul Seixas kämpfen nicht nur um den Podestplatz, sondern auch ums Weiße Trikot es besten Nachwuchsfahrers (bei der Tour sind das alle Profis unter 25 jahren).

 

Deutsche Titel im Hunderterpack

 

Ab Donnerstag ist es wieder soweit. In gleich 23 Sportarten kämpfen Athletinnen und Athleten um deutsche Meistertitel. Neben Traditions-Sportarten wie Schwimmen, Bogensport und Turnen, die schon öfter in den sogenannten deutschen Finals dabei waren, kämpfen erstmals auch solche aus Jiu Jitsu und Rapid Surfen, aber auch Beachvolleyball und Wasserball um Meisterehren. Die Wettbewerbe sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, für diejenigen, die sich nicht extra nach Hannover aufmachen (ich gehe mal davon aus, dass keiner meiner Leser dort wohnt …), bietet die ARD zahlreiche Live-Streams an.

Mein persönlicher Liebling: die 3×3-Basketballer und das Rugby-7-Turnier (jeweils Frauen und Männer), auch wenn hier die Nationalspieler wegen der nahen Europameisterschaft unabkömmlich sein werden.

Extrawurscht der Leichtathleten – aus Gründen!

Auch diese kämpfen dieses Wochenende um Titel und Platzierungen. Allerdings nicht in Hannover, sondern in Bochum-Wattenscheid, im altehrwürdigen Stadion an der Lohrheide, wo in den 80er-Jahren auch die Bundesliga-Kicker von Wattenscheid 09 spielten (heute Regionalliga).
Der Grund für den Sonderweg ist profan: Nach dem Umbau des Niedersachsenstadions in eine reine Fußball-Arena (für die WM 2006!) gibt es dort keine wettkampftaugliches Leichtathletik-Stadion. Der Zuschauer daheim wird nix merken, auch hier ist das Fernsehen live dabei, wahrscheinlich sogar besonders ausführlich, wie es sich für die olympische Kernsportart gehört.

 

Sturms erster Schritt zur Königsklasse 

 

Sturm Graz gegen Hearts of Midliothian – so lautet aus meiner austriaphiler Sicht der Schlager der 2. Qualifikationsrunde (Di., 20:30, ORF1).  Beide Teams wurden in der nationalen Meisterschaft Zweiter, die Hearts verpassten herzzerreißend in fast letzter Minute mit einer Niederlage beim direkten Konkurrenten Celtic Glasgow den Titel. Sowohl Österreicher als auch Schotten waren ja bei der WM dabei, beide Teams schieden früh aus. Inwieweit Spieler fehlen, vemag ich nicht zu sagen, noch weniger weiß ich über die Form: Aber gerade die Hearts haben im Sommer einen erheblichen Aderlass erlitten, die besten Profis haben sich davongemacht.

Ansonsten sticht noch die Partie FC Thun gegen Dinamo Zagreb heraus (Di., 20 Uhr/SRF), immerhin der Schweizer Meister (ohne Meistercoach Lustrinelli, der in Richtung 1. FC Union nach Berlin entschwand) gegen den Titelträger Kroatiens.

Insgesamt sind vier Qualifikationsrunden zu überstehen, bevor die Geldtöpfe der Königsklasse anvisiert werden können. In der 3. Runde greift dann auch der österreichische Titelträger LASK ein.

 

Und sonst?

 

  • Formel 1: Letzter Lauf vor der einmonatigen Sommerpause in Budapest (Sonntag, 15 Uhr). WM-Leader Kimi Antonelli im Mercedes muss sich de stärker werdenden Konkurrenz der Ferraris und von max Verstappen (Red Bull) erwehren.
  • Tennis: Traditionelle Sandplatzturniere der Männer in Kitzbühel (unter anderem mit Bublik, Vacherot, Struff und Altmaier) und Estoril (Rublew, Darderi, Wawrinka). Die Frauen messen sich in Hamburg (Olyinikova, Kalinina, Korpatsch) und Prag (Bouskova, Krejikova, Tagger).
    Das Gros der Spielerinnen und Spieler hat sich bereits nach Nordamerika aufgemacht, wo ab nächste Woche die Sommer-Hartplatz-Saison mit dem Höhepunkt US Open (ab 31. August) ansteht.