von Münchner Löwe | Aug. 21, 2026 | Allgemein
Vorhang auf also für die reichste Liga der Welt. Mit den fettesten Fernsehverträgen national und international, der größten Ansammlung von Top-Stars (trotz Real, Barca und PSG). Obs dann ein Spektakel gibt, ob wir Spannung im Meisterrennen haben, das bleibt abzuwarten. Und ebenso, ob nach Jahren der Dürre auch der Champions-League-Titel wieder auf die Insel kommt (zuletzt ManCity 2023), und damit meine ich nicht die Schotten von Celtic Glasgow.
Heute beginnt es also, wenn Titelverteidiger FC Arsenal im Emirates Aufsteiger Coventry City empfängt. Das Team aus Mittelengland kehrt nach 34 Jahren in die Premier League zurück, zeitweise krebste man in der 4. englischen Liga herum (die euphemistisch League 2 heißt). Der Traditionsclub ist ein Gewinn für die Premier League, ihr Trainer Frank Lampard eine Fußball-Legende. Zumindest beim FC Chelsea, wo er jahrelang Kapitän einer sehr erfolgreichen Mannschaft war, die unter anderem 2012 in München den Champions-League-Titel errang (sehr gerne streue ich Bayern-Fans das Salz in die Wunden, Finale dahoam und so)
Überblick der Meisterschafts-Aspiranten
Arsenal Top-Favorit auf die Titelverteidigung
Die Londoner sind nicht nur heute der haushohe Favorit, sondern für die gesamte Saison. Die Londoner haben den Kader quanititativ, vor allem aber auch qualitativ weiter verstärkt, gerade Bruno Guimaraes und Christos Tzolis könnten eine wesentliche Verstärkung der ohnehin so starken Meistermannschaft darstellen, bei der Kai Havertz endlich mal eine komplikationsfreie Vorbereitung bestreiten konnte.
City ohne Guardiola und Rodri nur Außenseiter
Dagegen hat der härteste Konkurrent deutlich an Substanz verloren. Vor allem der Verlust von Trainer-Guru Pep Guardiola wiegt sehr schwer, und mit Rodri verließ der beste Spieler der WM den Verein in Richtung FC Barcelona. Wobei der Spanier aufgrund zahlreicher Blsssuren in den vergangenen Jahren bei den Cityzens nur sporadisch zum Einsatz kam. Auch die Mittelfeldakteure Reijnders und Bernardo Silva sind nicht mehr dabei, ob das die Neuzugänge Eliott Anderson und Mathys Detourbet kompensieren können, bleibt abzuwarten. Stars wie Schlussmann Gianluca Donnarumma und der außergewöhnliche Torjäger Erling Haaland bürgen allerdings weiter für allerhöchste Qualität und sollten ein echtes Absacken im Klassement vermeiden helfen.
United in Lauerstellung
Die Red Devils haben sich nach Jahren der Agonie zurückgemeldet und als Dritter sicher einen der letztlich fünf Champions-League-Plätze ergattert. Ob jetzt schon mehr drin ist, wage ich aber zu bezweifeln. Zum einen fehlt der Top-Torwart, denn der Belgier Senne Lammens hat noch nicht die Klasse eines Raya (Arsenal), Donnarumma (City) oder das Duo Allison/Mamardashivili vom FC Liverpool. Sehr gespannt bin ich auf Lammens‘ belgischen Landsmann Youri Tielemans, der von Aston Villa kam, die Liga also schon kennt. Auch vorne gibt es überdurchschnittliche Akteure: die beiden ehemaligen Leipziger Sesko und Cunha sowie Rückkehrer Marcus Rashford seien hier genannt.
Liverpool mit neuem Trainer und neuen Investoren
Arne Slot, der Meistercoach von 2025, musste nach einer enttäuschenden Saison schon wieder die Koffer packen, so ist das Geschäft in der reichsten Fußball-Liga der Welt (nicht nur dort). Und auch Mo Salah, im vergangenen Jahrzehnt der wichtigste Akteur auf dem Platz und Publikumsliebling, hat den Club verlassen. Die Reds hoffen, dass der Schwede Alexander Isak und vielleicht sogar der Ex-Frankfurter Hugo Ekitiké zumindest sportlich die Lücke schließen können. Natürlich bauen sie zudem darauf, dass Florian Wirtz nach einem eher schwierigem ersten Jahr zu dem Unterschiedsspieler wird, der Bayer Leverkusen 2024 zum Bundesliga-Titel geführt wird.
Aufregung genug gibt es jenseits des Platzes. Ein Investoren-Team um Amazon-Chef Jeff Bezos hat sich Anteile von der Fenway Group gesichert, die Rede ist von gut 1,5 Milliarden Euro für 30 Prozent. Aufstocken dieses Anteils bis hin zur Mehrheit scheint nicht ausgeschlossen zu sein. Das ausgerechnet der vermeintlich so bodenständige Arbeiter-Club zum Spekulations-Objekt wird, sorgt am Mersey River schon jetzt für viel Aufregung, auch wenn alle Milliardäre beschwichtigen, sie hätten nur das beste für Club und Anhänger im Sinn. Was man halt so sagt …
Rückkehr der Enttäuschten aus London?
Damit meine ich die beiden Clubs FC Chelsea und Tottenham Hotspur, die nach einer katastrophalen Saison das internationale Geschäft verpassten. Wobei die Spurs erst im letzten Moment gar den Abstieg in die 2. Liga verhinderten. Was die Vereinsbosse hier wie dort nicht hindert, jetzt wieder große Töne zu spucken.
Die namhafteste Verstärkung von Chelsea geschah auf der Trainerbank, wo jetzt Leverkusens Meistercoach Xabi Alonso Platz nimmt und beweisen will, dass sein Scheitern bei Real Madrid nicht an seiner Person lag (eher an völlig undisziplinierten Spielern, Vini jr.). Mit Morgan Rodgers kam ein hochveranlagter Mittelfeldspieler von Aston Villa, verlassen hat den Club der bei der WM so überzeugende spanische Weltmeister Marc Cucurella – ein herber Verlust!
Als alter Spurs-Fan (mein Lieblingsclub in der PL) hoffe ich natürlich auf eine weitaus bessere Saison als 25/26. Nicht nur sind die zahllosen Verletzten fast alle wieder fit, erheblich verstärkt wurde das (defensive) Mittelfeld mit Sandro Tonali und Mateus Fernandes. Top-Akteure wie Xavi Simons, James Maddison und Richarlison geben durdchaus zu Hoffnungen Anlass, dass die Champions-League-Plätze zumindest wieder in Reichweite kommen.
Deutsche Trainer-Invasion
Gleich 4 deutsche Coaches (und damit einer mehr als aus England selbst) werden zumindest zu Saisonbeginn das Sagen auf der Bank haben: wie gehabt Fabian Hürzeler (Brighton) und Daniel Farke (Leeds), neu dabei sind Matthias Jaissle (Newcastle) und Rückkehrer Marco Rose (Bornemouth). Vorreiter Jürgen Klopp, der den FC Liverpool zum Titel führte, hat also nach seinem Weggang 2024 durchaus noch Spuren hinterlassen im englischen Oberhaus. Wobei es mehr als vermessen wäre, vom jetzigen Quartett mehr zu erwarten als ein mehr oder weniger früh gesicherter Klassenerhalt. So hat zum Beispiel Newastle United seine Ambitionen gehörig zurückgefahren, wie der Ausverkauf der besten Mittelfeld-Spieler Tonali, Guimaraes und Gordon (für insgesamt fast 300 Millionen Euro) zeigt.
Bornemouth (Platz 7/Europa League) und Brighton (Rang 8/Conference League) haben eine außergewöhnlich gute Spielzeit hinter sich. Diese lässt sich nur schwerlich wiederholen, zumal die Clubs jetzt international gefordert sind (Brighton muss allerdings noch die Qualifikation für die Conference League schaffen/0:0 im Hinspiel in Tromsö).
Für Leeds United und Farke zählt erneut nur der Klassenerhalt, in dieser Preisklasse dürfte dann auch Coventry City anzusiedeln sein.
von Münchner Löwe | Aug. 19, 2026 | basketball, NBA, Pferdesport
Zur Leichtathletik und Schwimmen habe ich mich schon geäußert (ich wills dabei belassen), aber es gab noch sehr viel mehr Interessantes in den vergangenen Tagen.
Dascha Varfolomeev liefert auch zu Hause ab
Darja Varfolomeev ist und bleibt die beste Gymnastin der Welt. Zwar gelang der 19-Jährigen bei der Heim-WM in Frankfurt/Main kein Titel-Durchmarsch wie 2023 in Valencia, als sie in allen fünf Disziplinen gewann, aber sie eroberte immerhin dreimal Gold: im Olympischen Mehrkampf sowie mit Ball und Band. Dazu noch Bronze mit dem Reifen, nur knapp hinter der Ukrainerin Taisiia Onofriichuk und Titelverteidigerin Sofia Raffaeli aus Italien. Nur in der Entscheidung mit den Keulen blieb die Mehrkampf-Olympiasiegerin ohne Medaille, nachdem sie ihre Kür im Vorkampf völlig verpatzt hatte. Sie sei am Anfang der WM sehr nervös gewesen, berichtete Varfolomeev.
Die Stimmung in der wunderschönen Frankfurter Festhalle war großartig; (Tennisfans werden wehmütig an Daviscup-Schlachten (googelt Michael Westphal und Teppich) und ATP-Finals in den 80er- und 90er-Jahren gedacht haben). Das Niveau der jungen und so gelenkigen Damen atemberaubend. Unfassbar, wie sie ihre Geräte sehr hoch (10 Meter und mehr) in die Luft warfen, sich drehten und wirbelten und verrenkten und danach Ball oder Reifen oder Band oder Keulen (meist) sicher auffingen, dass mancher Fußball-Torwart vor Neid erblassen müsste. Erstmals seit Jahren waren auch die Russinnen trotz des fortwährenden Angriffskrieges wieder dabei, die vom Publikum eher zurückhaltend empfangen wurden (es gab allerdings eine lästig lärmende Fankolonie), letztlich aber ohne Titel blieben.
Mittlerweile 14 WM-Titel hat Varfolomeev gesammelt und gleich 31 Medaillen bei internationalen Wettbewerben. „Ich brauche bald einen größeren Trophäen-Schrank“, lässt sie weitere Großtaten erahnen. Ein gar nicht so weites Fernziel sind die Olympischen Spiele in Los Angeles. Pech für sie und die anderen Gymnastinnen, dass dort Gold nur im Mehrkampf und in einem Teamwettbewerb vergeben wird. Angesichts der Medaillenflut in anderen Sportarten (allein im Schwimmen kommen im Vergleich zu 2024 gleich sechs Disziplinen hinzu), ist das beschämend wenig.
Dressur ohne Werth – undenkbar und wertlos (sorry, muss sein)
Die Reiter-Weltmeisterschaften in Aachen – das sind Festspiele im Mekka des Pferdesports. Seit Jahrzehnten in der Weltspitze dabei ist Dressur-Spezialistin Isabell Werth. Mit einem fulminanten Ritt sicherte sich die 57-Jährige auf Wendy de Fountain als letzte Starterin Bronze in der Kür und begeisterte die 40.000 Zuschauer im ausverkauften Hauptstadion der legendären Soers. Nur die großartigen Charlotte Fry aus England auf Glamourdale und Catrine Laudrup-Dofour (Dänemark/Mount St. John Freestyle) waren noch einen Hauch besser, wie das fachkundige und hellauf begeisterte Publikum fair anerkannte. Werths tolle Leistung verhalf zudem der deutschen Mannschaft zu Team-Gold, es ist ihr 10 WM-Titel, wenn ich mich bei der schier endlosen Reihe bei Wikipedia (ja, ich musste nachschauen) nicht verzählt habe …
Isabell Werth ist ein Phänomen: Vor 20 Jahren eroberte sie an gleicher Stelle WM-Gold, als sie mit Satchmo triumphierte. Sie ist Deutschlands Rekord-Olympionikin mit 8 Gold-Medaillen (dazu sechsmal Silber), die sie seit 1992 (!) mit diversen Pferden (Satchmo, Gigolo, Weihegold, Bella Rose) geholt hat.
Isabell Werth hat noch lange nicht fertig. Bei dieser WM nicht, wo am Mittwoch und Donnerstag noch Einzel- und Mannschaftstitel im Grand Prix Spezial (also ohne Musik) vergeben werden. Langfristig ebenfalls nicht, denn die ausgebildete Voll-Juristin (ich glaub nicht, dass sie noch praktiziert) ist weiter voller Tatendrang und ihr derzeitiges Paradepferd Wendy mit 12 Jahren im besten Dressuralter. Zumindest Olympia 2028 in LA kann dieses Paar in Angriff nehmen.
Gold auch in der Vielseitigkeit
Seit diesem Jahr heißen die Weltreiterspiele wieder Reit-WM, bitte nicht fragen, warum. Fester Bestandteil hier wie dort waren und sind die Vielseitigkeitsreiter. Einer der Hauptdarsteller in dieser Disziplin ist seit Jahren der Deutsche Michael Jung. Mit seinem Chipmunk eroberte er seinen zweiten WM-Titel nach 2010 (damals mit Sam). Der Führende nach Dressur und Gelände-Prüfung blieb im abschließenden Springen ohne Fehler und sicherte damit nicht nur den Einzeltitel, sondern auch hinter Großbritannien Mannschafts-Silber fürs deutsche Team. „Chipmunk ist eine Legende, das ist unwahrscheinlich. Wie er Dressur gehen, springen, im Gelände rennen kann“, schwärmte Jung über seinen Partner, mit dem er schon 2024 Einzelgold bei Olympia geholt hatte. 2022 hatte Jung bei der WM in Pratoni ebenfalls vor dem Springen geführt, als Chipmunk die Stange am letzten Hindernis abwarf und die Gold- und Medaillenträume sich in Nichts auflösten.
Chipmunk ist bereits 18 Jahre alt. Keine Ahnung, ob er mit dann 20 die Olympischen Spiele in Angriff nehmen kann, für die das deutsche Team das Ticket bereits fix hat.
Schröder macht das NBA-Dutzend voll
Der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft wechselt erneut innnerhalb der NBA. Dennis Schröder wurde von den Cleveland Cavaliers zu den Charlotte Hornets transferiert. Der Spielmacher sieht den Wechsel positiv und erhofft sich bei seinem neuen Team erheblich mehr Zeit auf dem Parkett als zuletzt bei den Cavs, als er hinter den Top-Stars Donovan Mitchell und James Harden nur dritte Wahl war. „In Charlotte kann ich so spielen, wie ich normalerweise spiele.“ Will heißen: Er sieht sich als Anführer des ansonsten sehr jungen, sehr verheißungsvollen Team mit Super-Talenten wie Kon Knüppel. Gerade auf seiner Position hatten die Hornets Bedarf, nachdem sie ihren Topstar Lo Ball abgegeben hatten. Vor allem aber sieht sich Schröder jetzt schon als Mentor seiner jungen Landsleute Hannes Steinbach und Christian Andersen, die die Hornets im jüngsten Draft (Auswahl der besten Talente) gezogen haben. „Für die beiden ist das natürlich ein Segen, dass sie jemanden haben, mit dem sie quatschen können. Ich glaube, es wäre auch toll gewesen, hätte ich das damals gehabt.“
Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) ist bereits die 12. Station des Braunschweigers in der NBA, seitdem er 2013 von den Atlanta Hawks gedraftet wurde. Nur ein Team fehlt noch zum (zweifelhaften?) Rekord, den der Noch-mehr-Reisende in Sachen Basketball Ish Smith mit 13 Stationen inne hat. Insgesamt spielen in der NBA 30 Teams, das dürfte Schröder dann doch nicht mehr schaffen …
Und sonst?
- Turnen: Gold für Helen Kevric bei der EM in Zagreb. Silber holte ihre deutsche Landsfrau Karina Schönmaier am Sprungpferd.
- 2. Liga: Nach dem 2. Spieltag sind nur noch der 1. FC Nürnberg (4:2 bei Greuther Fürth) und Hertha BSC (4:1 vs Heidenheim) ohne Punktverlust. Einen kompletten Fehlstart erlitten die Nordclubs VfL Osnabrück und Hannover 96, die noch ohne jeden Zähler am Tabellenende stehen.
- Internationaler Fußball: Die Frauen Kameruns sicherten sich den Afrika-Cup. Im Endspiel bezwang das Team die Auswahl Malawis mit 3:0. Neben den beiden Finalistinnen qualifizierten sich auch Marokko und Algerien für die WM 2027 in Brasilien; Ghana und Südafrika haben noch die Chance bei einer interkontinentalen Ausscheidung.
- England: Den Community Shield sicherte sich Meister FC Arsenal. Die Londoner bezwangen in Wembley Pokalsieger Manchester City mit 3:0. Und noch ein Rückschlag für die Cityzens. Der defensive Mittelfeldmann Rodri, genau vor einem Monat zum besten Akteur der WM gewählt, wechselt zum FC Barcelona. 55 Millionen Euro sind nur ein schwacher Gegenwert des Ausnahmespielers.
von Münchner Löwe | Aug. 18, 2026 | Doping, EM, Leichtathletik
Die ganze Palette des Sommer-Sports. Der Sonntag erinnerte im besten Sinne an einen Olympia-Tag: Die ARD übertrug von 9 bis 23 Uhr, als Schwimmer und Leichtathleten und Turner ihre Europameister kürten, Reiter und Gymnastinnen Weltmeister, dazu noch Cyclssics in Hamburg und Zweitliga-Fußball.
Unmöglich, alles zu gucken. Für mich noch unmöglicher, hier auch nur ansatzweise auf alles einzugehen, was in dieser Woche so geschah. Mehr denn je gilt: Mut zur Lücke. Im ersten Teil will ich mich auf die Leichtathletik beschränken, sonst wird es uferlos.
Leichtathleten feiern ein Sportfest mit Tücken
Eine Woche kämpften Europas Beste um Titel und Medaillen. Leider in einem Rahmen, der nicht immer dem Wert des Ereignisses entsprach. Eine recht kleine Arena irgendwo am Rand von Birmingham im Nirwana (Berichten zufolge nur die viertgrößte Arena der Stadt). Schwierig zu erreichen, gesalzene Eintrittspreise von teilweise mehr als 100 Pfund pro Veranstaltungstag, weswegen die angeblich so Leichtathletik-besessenen Briten vor allem an den ersten Tagen einen Bogen machten, teilweise war die Atmosphäre vergleichbar mit der eines Betriebssportfests.
Was die Sportler nicht verdient hatten, zumal die Gastgeber durchaus ablieferten und am Ende immerhin 19 Medaillen holten, 9 davon aus Gold.
Mein Höhepunkt der Titelkämpfe
Ich hatte mir ja vor Titelkämpfen den 800-Meter-Lauf der Frauen rausgepickt, und meine Erwartungen wurden erfüllt, nein sogar übererfüllt. In einem begeisternden Temporennen setzte sich die Schweizer Aufsteigerin Audrey Werro knapp vor der Einheimischen Keely Hodkinson und der holländischen Umsteigerin Femke Broeders-Bol durch. Werro feierte einen Start-Ziel-Sieg, ihre Zeit von 1:54,81 Minuten ist außergewöhnlich für ein Großereignis: weil eben ohne Tempomacherin erzielt, wie sie etwa bei Diamond-League-Meetings gang und gäbe sind.
Gar nicht so kleiner Wermutstropfen. Vielleicht (wahrscheinlich?) hätte Werro im Finale gar nicht dabei sein dürfen, weil sie im Halbfinale stürzte und nur wegen einer vermeintlichen Behinderung ins Finale gehievt wurde. Da haben die Kampfrichter mehr als ein Auge zugedrückt (um des Spektakels willen?). Gerade in den Mittelstreckenrennen gehören kleine Schubser und Hakeleien schlicht dazu, ohne dass eingegriffen wird. An der außergewöhnlichen Klasse der Schweizerin besteht allerdings nicht der geringste Zweifel.
Das Abschneiden der Deutschen
Insgesamt 21 Medaillen sammelten die AthletInnen. Eine hervorragende Bilanz, obwohl nicht alle Träume in Erfüllung gingen (Weitspringerin Malaika Mihambo wurde in einem windgeprägten Finale nur Fünfte, sie blieb nur sechs Zentimeter hinter der Siegerin; auch Robert Farken blieb über 1500 Meter weit hinter den Erwartungen). Auffällig, dass die Läufer den Anschluss zumindest an die europäische Spitze gefunden haben: egal ob Sprinter Owen Ansah* (Bronze 100, Gold 200 Meter), Hürdenspezialist Emil Ageykum (Silber über 400 Meter hinter dem unantastbaren Weltrekordler Karsten Warholm und die 3000-Meter-Hindernisläufer Frederik Ruppert und Karl Bebendorf, die Gold und Bronze eroberten.
Auch die WerferInnen trugen zur tollen Bilanz bei, teils erwartet (Gold für Julian Weber mit dem Speer, Silber für Merlin Hummel mit dem Hammer), teils völlig überraschend (Silber für die Speerwerferin Julia Ulbricht, die schon aus allen Kadern geflogen war).
Auch die Mehrkämpfer „lieferten“. In einem mehr als komplizierten Wettbewerb, beeinträchtigt durch abnorme Hitze und einem katastrophalen Ablauf im Stabhochsprung, siegt Weltmeister Leo Neugebauer offenbar nach Aufbieten letzter Kräfte knapp vor Nikolaus Kaul, ebenfalls ein Weltmeister übrigens.
Die Leistungen der heimischen Spitzensportler werden ja gerne als Spiegelbild der gesamten Gesellschaft herangezogen, was ich reichlich absurd finde. Weil jeder, der Spitzensport auf diesem Niveau betreibt, absolut außergewöhnlich ist, egal ob er letztlich eine Medaille gewinnt oder knapp verfehlt. So galt das insgesamt trostlose Abschneiden der Fußballer bei der WM als Symbol, dass in diesem Land nix vorangeht (und was wäre gewesen, wenn das verdammte Tor von Tah gegen Paraguay gezählt hätte?). Wenn ich mir jetzt die Leichtathleten (und auch die Schwimmer in Paris, die Reiter in Aachen oder gar die sagenhafte Gymnastin Darja Varfolomeev ansehe), dann würde das im Umkehrschluss bedeuten, das „wir“ doch noch liefern können. Wie gesagt, ich halte davon relativ wenig: Gerade die Leichtathleten erzählen doch sehr vielschichtige Geschichten. Erfreulich, wie viele junge Menschen mit Migrationshintergrund es ganz an die Spitze geschafft haben. Integration ist also möglich, wenn alle Beteiligten dazu bereit sind.
Der Fall Owen Ansah
Ein deutscher Sprinter, der zwei Medaillen bei einem Großereignis holt, das hätte noch vor drei Jahren wohl niemand für möglich gehalten. Und doch hinterlässt das Auftreten des Owen Ansah nicht vorbehaltlose Freude, zumindest nicht bei denen, die etwas weiter als von 12 Uhr bis mittags schauen. Ich habe vorher hinter Ansah ja ein Sternchen gesetzt (den sogenannten Asterisk). Das besagt in Ergebnislisten meist nichts Gutes, etwa beim Slalomläufer, der an einem Tor eingefädelt hat und früher oder später aus der Wertung fliegt.
Die Wettkämpfe in Birmingham absolvierte Ansah anstandslos, ja fantastisch. Gerade sein Final-Lauf über 200 Meter geriet zur Demonstration, erstmals blieb ein Deutscher unter der 20-Sekunden-Marke, zu starker Rückenwind verhindert allerdings die Aufnahme in die Rekordbücher.
Aber wie ein Elefant im Raum stand da die verweigerte Dopingprobe vom 9. Juli, als ihn ein Kontrolleur antraf, aber wieder unverrichteter Dinge wieder abziehen musste. Ansah erhielt ja nur ein vorläufiges Startrecht; sollte das Sportgericht (oder letztinstanzlich der Sportgerichtshof CAS) befinden, dass der Sprinter ohne wichtigen Grund verweigerte (laut eigener Aussage musste Ansah einen Flug zu einem Wettkampf in Mongte Carlo erwischen), droht ihm nicht nur eine Sperre von bis zu 4 Jahren, es werden ihm dann auch alle Ergebnisse seither wieder gestrichen. Allein deshalb wurde er nicht für die Sprintstaffel nominiert, die am Samstag zu Silber rannte.
Ansah ging zunächst zumindest nach außen hin bemerkenswert locker mit der Situation um; angesichts der Tatsache, dass drei oder vier Jahre Sperre nahezu einem Karriere-Ende für den 25-Jährigen gleichkommen. Er habe sich überhaupt keine Gedanken gemacht, ob er seine Medaille zurückgeben müsse, befand er nach seinem 100-Meter-Lauf zu Bronze. Er vertraue voll und ganz seinem Team. Schon dünnhäutiger reagierte der hamburger nach den 200 Metern, als er sich schon vorher Fragen dazu verbat und dann das Interview abbracht, als ein ZDF-Reporter dennoch dieses wichtige Thema ansprach (was schlicht dessen Job ist, er ist ja nicht der Pressesprecher von Ansah).
Nach allem, was bisher bekannt ist und nach und nach an die Öffentlichkeit dringt, stehen die Karten für Ansah sehr schlecht. Offenbar hat er entgegen einer ersten Aussage doch das Protokoll unterschrieben, in dem die Konsequnzen des verweigerten Tests klar zur Sprache kommen Es bedarf jetzt schon juristischer Kunststücke, wie Ansah aus dieser Nummer herauskommen will (genau dazu bezahlt man teure Anwälte). Für mich von vornherein ein Unding, dass die Sache nicht VOR dem wichtigsten Sportereignis des Jahres geklärt wurde. Schon aus Fairnessgründen gegenüber der Konkurrenz. Soll der Viertplatzierte Holländer Elvis Afrifa über 100 Meter jetzt jubeln, oder gar der Brite Zharnel Hughes, der über 200 Meter Zweiter wurde? Und wie groß wird die Freude sein, wenn nach einer nachträglichen Disqualifikation Ansahs irgendwann im November (oder auch nächsten Mai, wer weiß das schon?) die Medaillen per Post nachgeliefert werden?
von Münchner Löwe | Aug. 17, 2026 | Allgemein, Fußball, Pferdesport, Tennis, WM, Wochenvorschau
Nach der gerade abgelaufenen Superwoche (morgen dazu ein langer Beitrag) ist das Programm ab heute doch relativ überschaubar. Die Reitersleute suchen in Aachen noch diverse Weltmeister, am Wochenende kommt es zur 1. Pokalrunde mit durchaus attraktiven Begegnungen. Dazu das Tennis-Masters in Cincinnati.
Die berühmte Soers im Blickpunkt
Die Aachener Soers gilt bei den Springreitern als der Heilige Gral. Ein Stadion extra für den Pferdesport mit 40.000 begeisterten wie fachkundigen Zuschauern, die jeden Ritt geradezu in sich aufsaugen und nicht nur die deutschen Pferd/Reiter-Paare feiern. Die Springprüfungen sind Höhepunkt jeder Reiter-WM (nix für ungut, Vielseitigkeit, Dressur und Voltigieren). Die besten Teams werden am Mittwoch und Donnerstag ermittelt und der beste Einzelreiter am Sonntag. Leider schon länger nicht mehr in einem Vierer-Turnier, als jeder Starter nicht nur mit seinem eigenem Pferd, sondern auch mit denen der drei Konkurrenten den Parcours meistern musste. Die Deutschen gehören sowohl im Team als auch im Einzel zu den Favoriten, obs dann wirklich zum Titel reich, bleibt abzuwarten.
Sehr stark dürften die deutschen Dressur-SpezialistInnen auftrumpfen. Isabell Werth hat weiter ein Spitzenpferd (Wendy), mit dem sie in der Kür Bronze hinter der unerreichbaren Olympiasiegerin Charlotte Fry (Glamourdale) und Caritne Laudrup-Dufour (Mount St. John Freestyle) Bronze eroberte und ihre 14. WM-Medaille holte. Von Mittwoch bis Freitag werden noch Mannschafts- und Einzelmedaillen im Grand Prix Special verteilt. Der Unterschied zur Freien Kür: Hier gibt es ein festes Programm mit genau geregelten Prüfungen für Pferd und Reiter, geritten wird ohne Musik. Und trotzdem dürften die gleichen Frauen vorn sein. Sach ich jetzt einfach mal
Masters als Generalprobe
Offiziell ist das Tennis-Turnier von Cincinnati das 7. Masters (von insgesamt 9) des Jahres. Inoffiziell die letzte Formüberprüfung vor den US Open, die am 30. August beginnen. Bei den Männern fehlen wie schon in Montreal mit Jannik Sinner und Carlos Alcáraz die beiden besten Profis. Sinner hat nach seinem Wimbledonsieg kein Turnier mehr bestritten, aber viel schlimmer steht es um Alcáraz. Wegen der Handverletzung fehlt er seit Mai, seinen ursprünglich für Cinci geplanten Start hat er abgesagt. Ob er in New York antreten kann, erscheint mittlerweile sehr fraglich.
Die ersten Runden haben die Topspieler schon absolviert, und mit Ben Shelton hat es schon einen Mit-Favoriten erwischt. Der gerade gekürte Turniersieger von Montreal musste sich dem Portugiesen Faria beugen. Ebenfalls schon raus ist Novak Djokovic, der sich während der Partie gegen Tirante übergeben musste. Die Top 2, Zverev und Auger-Alliasime sind dagegen noch im Rennen.
Bei den Frauen sind die ganz großen Überraschungen bisher ausgeblieben (das ist bei diesem auch in der Spitze unbeständigen Feld allerdings schon eine Überraschung). Gespannt bin ich auf die Toronto-Siegerin Iga Swiatek, die in Kanada endlich wieder zu alter Form gefunden hat.
Wem gelingt die Cup-Sensation?
Die 1. Runde des DFB-Pokals ab Freitag garantiert Überraschungen. Nur welchen der 18 Erstligisten es erwischt, das ist halt die Frage. Gefährdet scheint mir vor allem der VfB Stuttgart bei Hansa Rostock (Freitag, 20:30), auch weil die Drittligisten (wie die Zweitligisten) schon 2 Spieltage absolviert haben, während die Bundesligisten den Saison-Auftakt absolvieren, echte Wettkampf-Praxis also fehlt. Weitere besonders heikle Aufgaben stehen demnach dem FC Augsburg (Samstag beim Zweitligisten FC Energie Cottbus), Bayer Leverkusen (Samstag be Wehen Wiesbaden, das im vergangenm jahr die Bayern am Rade einer Niederlage hatte) und die Elversberg (beim Regionalligisten MSV Duisburg).
Meine Löwen empfangen am Samstag (18 Uhr) im Grünwalder Stadion Holstein Kiel, eine Überraschung ist erwünscht.
Die Auftaktpartien von Bayern München und Borussia Dortmund finden zu einem späeren Zeitpunkt statt: Der Meister und Vizemeister bestreiten am Samstag den Supercup (20:30 im Westfalenstadion)
Und sonst?
- Fußball: Die Premier league beginnt am Samstag. Klarer Favorit ist Titelverteidiger FC Arsenal. Die Londoner scheinennnoch stärker und gefestigter als in der vergangenen Saison. Das 3:0 im Community Shield (englischer Supercup) am Samstag beeindruckte Fans und Experten. Näheres zur PL am Ende der Woche in einer gesonderten Vorschau.
- Champions League: Hinspiele der 4. und letzten Qualifikationsrunde am Dienstag und Mittwoch. Wer diese übersteht, hat die Geldtöpfe sinder erreicht, die Verlierer sind zum Trost in der Europa League. Von den insgesamt 7 Partien sticht für mich die Partie zwichen Celtic Glasow und dem LASK ins Auge (Mittwoch im Celtic Park), also der schottische gegen den österreichischen Meister. Ein echtes Duell der Außenseiter werden die beiden Partien zwischen Beer Sheva (Israel) und Sabah (Aserbaidschan) sein.
- Leichtathletik: Nach der EM ist vor der Diamond League. Ein erlesenes Feld wartet am Donnerstag in Lausanne auf, wenn Europameister auf die besten Athleten aus aller Welt treffen, respektive sich in einer Revanche mit knapp geschlagenen platzierten messen. Besdondere Aufmerksamkeit genießt natürlich die Schweizer 800-Meter-Meisterin Audrey Werro, auch wenn die Britin Odgkinsonoffenbar nicht am Start ist. Die Bahn in Lausanne ist ziemlich schnell, das Wetter muss halt mitspielen.
- Golf: Schon die 2. Runde der Fedex-Ausscheidung in den USA. Startberechtigt bei den BMW Championships in St. Louis ab Donnerstag sind nur noch 70 Profis, nur 50 erreichen die nächste Runde.
- Radsport: Die Vuelta beginnt am Samstag, nämlich mit einem 8-Kilometer-Zeitfahren in Monaco. Ziel wird nach 21 Etappen Granada im Süden des Landes sein, im zweifel nahe der Alhambra. Die Spanien-Rundfahrt ist die dritte der drei großen, dreiwöchigen Rundfahrten, hat aber längst nicht die gleiche Bedeutung wie die Tour de France und auch nicht die des Giro. Das könnte sich dieses jahr ändern, weil Tadej pogacar am Start sein wird. Denn der Vuelta-Sieg fehlt noch in de überreichen Sammlung des Slowenen. Alles andere als ein überlegener Erfolg wäre eine faustdicke Überraschung, einer der Konkurrenten wird der österreichische Giro-zweite Felix Gall sein, der für die Frankreich-Rundfahrt aussetzte (aussetzen mussteI.
Typisch sind die sehr schwierigen Bergetappen mit extrem steilen Anstiegen, die Landschaft in Spanien kommt allerdings längst nicht so spektakulär und abwechlungsreich daher wie die in Frankreich.
von Münchner Löwe | Aug. 16, 2026 | EM, Schwimmen
Das Wort „historisch“ mag ich nicht besonders, gerade wenns um Sport geht. Zu oft werden zugegeben großartige Leistungen mit diesem Etikett hochgejazzt. Aber was Andreas Johannes Liebmann am Samstagabend bei der EM in Paris aufführte – dafür gibt es einfach keine andere Bezeichnung.
In dürren Zahlen: Er wurde Europameister über 1500 Meter und brauchte für diese Distanz 14:26,79 Minuten. Damit pulverisierte er förmlich die alte Bestleistung des amerikanischen Olympiasiegers Bobby Finke um fast 4 Sekunden, ein unfassbarer Quantensprung. Von Beginn des Rennens lag er klar unter der virtuellen Weltrekordlinie, die bei Großereignissen eingeblendet wird. Das Pariser Publikum, das hauptsächlich wegen Lokalmatador und absolutem Topstar Leon Marchand in die Halle gekommen war (es war nicht die der Olympischen Wettbewerbe vor 2 Jahren) stand auf dem Stühlen wie auch alle anderen Zuschauer, die Aktiven am Beckenrand, egal aus welcher Nation sie gekommen waren. Bahn für Bahn schwamm Liebmann in diesem unfassbaren Tempo, die Konkurrenz, bestehend aus Top-Athleten aus ganz Europa, waren gar nicht mehr zu sehen, höchstens wenn sie sich beim Hin- und herschwimmen im 50-Meter-Becken begegneten.
Schon die Zwischenzeit über 800 Meter ließ erahnen, dass hier eine ganz außergewöhnliche Leistung stattfinden würde. 7:40 Minuten hatte er da nur gebraucht – sein 3 Tage zuvor aufgestellter Europarekord über diese Distanz an gleicher Stelle war nur etwa 3 Sekunden besser, und da hatte er keine 700 Meter mehr zu schwimmen gehabt. Und unglaublicherweise wurde er einfach nicht langsamer, die letzten 100 Meter absolvierte er noch mal in weniger als 58 Sekunden.
14:26,74 Sekunden – diese Zeit ist ein Meilenstein. Erstmals blieb ein Schwimmer unter den 14:30, er hat also für jede der 30 Fünfzig-Bahnen nicht einmal 29 Sekunden gebraucht. Vergleiche sind immer sehr schwierig, aber mir ist im vergangenen Jahrzehnt, vielleicht auch in den vergangenen 20 Jahren, keine sportliche Leistung zumindest eines Deutschen erinnerlich, die an diesen Husarenritt im Wasser auch nur annähernd herankommt.
19 Jahre ist Abiturient Johannes Liebmann erst alt, er hat also seine sportliche Zukunft noch vor sich. Der Hamburger Jung ist der nächste herausragende Schwimmer, den die unfassbare Talentschmiede in Magdeburg unter Trainer Bernd Berkhan ausgebildet hat. Vor 3 jahren wechselte er dorthin, der entscheidende Schritt. Zuletzt hatte im Frühjahr Olympiasieger Lukas Märtens mit 3:39,96 Minuten einen sagenhaften Weltrekord über 400 Meter aufgestellt. Sagenhaft, weil erstmals jemand unter 3:40 Minuten, aber eben nicht so außerirdisch, so historisch (sic!) wie der von Andreas Liebmann und zudem nicht bei einem Großereignis erbracht.
Ein Problem hat der junge Mann, den die Trainingskollegen als bodenständig und fast schon schüchtern beschreiben. Andreas Liebmann wird jetzt mit Ehrungen überhäuft werden, die vom trainingsintensiven Schwimmen ablenken (können). Sein Leben wird sich ändern, die Erwartungshaltung der deutschen Öffentlichkeit ins Unermessliche steigen (14:20? Na klar! Weltmeister 27? Logisch. Olympiasieger 28? Logo!). Aber jede dieser Ehrungen hat Johannes Liebmann verdient, vor allem die des Deutschen Sportler des Jahres im Dezember, die schlicht erfolgen MUSS (schreibe ich Mitte August). Kein Leichtathlet (trotz toller Erfolge gerade bei der EM in Birmingham), kein Olympiasieger von Mailand hat diese Leistung übertroffen, und auch niemand sonst wird diese Leistung 2026 noch übertreffen können.
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