Entscheidung im Osten, Hochspannung im Westen

Blick über den Teich, NBA

 

Die New York Knicks stehen im Finale de Conference Sieg. Nach dem überzeugenden Sweep gegen die Cleveland Cavaliers können sie jetzt in Ruhe auf ihren Finalgegner warten. Ob sich die Oklahoma City Thunder oder die San Antonio Spurs durchsetzen, ist völlig offen. Viel wird wohl vom Fitnesszustand diverser Spieler abhängen.

 

Cleveland Cavaliers – NEW YORK KNICKS 93:130 (Endstand: 0:4)

 

Schon den ersten Matchball für die Serie nutzten die Knicks souverän und ohne den Hauch eines Zweifels. Sie zeigten sich gegen in jeder Hinsicht völlig überforderten Cavaliers als homogene Einheit, demonstrierten Team-Basketball vom Feinsten mit herausragenden Einzelspielern und gleichzeitig zupackend in der Verteidigung.. Nach einem Viertel hatten sie 12 Punkte Vorsprung, zur Pause stand es 68:49. Der Rest war ähnelte einem Schaulaufen

 

Bester der Sieger

 

Karl-Anthony Towns: Top-Scorer des Teams mit 19 Punkten, dazu 14 Rebounds.Endlich konnte er auch in der Defense seine Größe gewinnbringend einsetzen, und endlich scheint er seine überflüssigen Fouls in den Griff zu bekommen.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell hatte sich so viel vorgenommen (12 Punkte im 1. Viertel), doch er stand allein auf weiter Flur und bekam kaum Unterstützung. Am Ende hatte er 31 Punkte und auch eine durchaus vernünftige Dreierquote von 5/9. Viel zu wenig.

 

X-Faktor

 

Landry Shamet: Stellvertretend für die starke Bank der Knicks, die allein in der 1. Halbzeit 27 Punkte sammelte (bei den Cavs waren es nur 3). Perfekt von der Dreierlinie (4 von 4). Ein unverzichtbarer Ergänzungsspieler.

 

Zahlereien

 

30,2 %: Das ist die Freiwurf-Quote von Mitchell Robinson in den diesjährigen Play-offs (und noch einmal deutlich niedriger als in den vergangenen Jahren). Noch nie war ein Spieler in der NBA-Geschichte schwächer (nicht mal Shaquille O’Neal). Dennoch ist der reboundstarke Center (vor allem offensiv) ein extrem wichtiger Bestandteil der Knicks.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder fehlte krankheitsbedingt. Passt zum insgesamt enttäuschenden Play-off-Auftritt des Deutschen, der nie ansatzweise in die Form kam (kommen durfte), die er im Nationaltrikot zeigte.

 

Ausblick der Sieger

 

Die Knicks gelten als klarer Außenseiter in den Finals, egal ob gegen die Thunder oder die Spurs. Wenn sich da mal die Experten nicht täuschen. Die Knicks haben 11 Play-off-Siege hintereinander. Kein Spiler ist verletzt, dafür sind alle erfolgshungrig. Trainer Mike Brown hat ein ideales Sysgem gefunden, und wenn es weirklich heikel wird, dann stehen da noch Ausnahmekönner wie Jalen Brundson und OJ Amunoby zur Verfügung. Ob das dann reich, steht auf einem anderen Blatt, aber die Finalserie könnte spannender werden als allseits gedacht, zumal sich OKC und Spurs jetzt noch in mindestens 2, vielleicht sogar 3 Partien richtig aufreiben müssen physisch und psychisch.

 

Und die Verlierer

 

Im Januar gingen die Cavs noch mal aufs Ganze, holten sich den alternden Topstar james Harden ( im Tausch mit Darius Garland) und dazu noch Denis Schröder und Keon Ellis von Sacramento. Der Coup ist nicht aufgegangen, Harden deutete sein großes Können bestenfalls in einigen Partien an (was bei dessen Historie nicht völlig unerwartet kam), er war nie der Co-star zu Mitchell. Doch auch andere vermeintliche Leistungsträger waren zu inkonstant, vor allem gegen die in fast allen überlegenen Knicks.
Der Grundstock des Teams hat noch ein paar Jahre. Ingteressant wird sein, ob sie sich ernsthaft um LeBron James bemühen, dessen NBA-Karriere bei den Cavs begann. Ich havbe meine Zweifel, ob das sinnvoll wäre zumindest aus sportlicher Sicht.

 

San Antonio Spurs – Oklahoma City Thunder (Stand: 2:2)

 

Auch die 2 Partien in San Antonio wurden gesplittet mit jeweils einem Sieg und einer Niederlage. Beide Partien waren recht klar und auch recht früh entschieden, und auch deshalb möchte ich gar nicht so lang darauf eingehen.

Im Prinzip beginnt jetzt eine Best-of-3-Serie mit Heimvorteil Oklahoma. Für mich gibt es ein paar neuralgische Punkte, die letztlich entscheiden könnten.

 

Verletzungen

 

Leider ein Dauerthema, gerade am Ende einer langen Saison. Bei den Thunder fehlten zuletzt die beiden Aufbauspieler Jaylen Williams und Ajaj Mitchell. Einen de beiden kann der Titelverteidiger kompensieren, vielleicht sogar gegen die Spurs. Doch in Spiel 4 hat man deutschlich gesehen: Wenn beide fehlen, ist es fast unmöglich. Noch ist offen, ob sie heute nacht zum Einsatz kommen können, im Vollbesitz der Kräfte werden beiden nicht sein.
Die Spurs dagegen können auf den vollen Kader zurückgreifen. Auch zeitweise angeschlagene De’Aaron Fox ist wieder dabei, wobei er alles andere als hundertprozent fit wirkt, genauso wie Spielmacher Dylan Harper

 

Spurs-Verteidigen gegen Shai Gilgeous-Alexander

 

Der Starspieler der Thunder kommt längst nicht wie gewohnt zur Geltung. Sein Punkteschnitt ist rapide in den Keller gesaust, in Spiel 4 waren es nur 19 (natürlich auch weil er am Ende nur auf der Bank saß). Gegen die flinken Verteidiger gelingt es ihm vor allem nicht wie gewohnt, sich in seiner Wohlfühlzone rund um die Freiwurflinie Würfe zu kreieren.
Ohne Jaylen Williams fehlt der zuverlässige Co-Star, und Chet Holmgren und Lou Dort springen offensiv zu selten in die Bresche

 

Victor Wembanyama

 

Der Außerirdische. Die Präsenz auf dem Feld ist einzigartig, in der Defensive noch mehr als offensiv. Obwohl er auch dort zeitweise Ungglaubliches zustandebringt wie diesen Dreier von der Mittellinie.
Aber bei aller Wichtigkeit: Die Spurs sind nicht abhängig von Wemby, viele Spieler können ebenfalls übernehmen,auch gegen die immer noch beste Verteidigung der Welt.

 

Ausblick

 

Wie gesagt: Ich halte die Serie jetzt völlig offen. Fast wundern würde es mich, wenn es nicht zu einem 7. Spiel käme. Für die Thunder spricht, dass manche Spieler noch weit unter ihren Möglichkeiten geblieben sind und die Erfahrung des Titelverteidigers, der im vergangenen Jahr zwei ganz heikle Serien gegen die Denver Nuggets und die Indiana Pacers überstanden hat. Für die Spurs spricht der Umstand, dass sie letztl.ich ohne Druck spielen, weil niemand jetzt schn ernstajhaft Titel verlangt.
Viel hängt von der Linie der Refs ab, nämlich wie sie die Dauer-Behinderung von Wembanyama ahnden, gerade wenn er noch nicht am Ball ist.

 

Ansetzungen

 

Mi., 02:30: Thunder – Spurs
Fr., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Thunder – Spurs (wenn nötig)

 

 

 

Neuer und Nagelsmann – zwei verachtenswerte Typen

Es ist also offiziell: Manuel Neuer fährt als Nummer 1 zur Fußball-WM. Eigentlch wollte ich launige, boshafte, vielleicht sogar bis bösartige Zeilen dazu schreiben. Ich habe nur noch abgrundtiefe Verachtung für N&N übrig

Nur die letzte Pointe will ich nicht vorenthalten. Manuel Neuer fehlt den Bayern im Pokalendspiel gegen Stuttgart wegen seiner dauernd maladen Wade. Er will sich für die WM schonen. Kannste Dir nicht ausdenken. Leider gut für die Bayern, weil Vertreter Jonas Urbig eh der viel bessere Torwart ist.

Fünf ganz schreckliche Minuten

Blick über den Teich, NBA

New York Knicks – Cleveland Cavaliers 108:93 (2:0)

 

Zur Pause durften die Cavaliers noch auf eine Überraschung und den für sie so wichtigen Auswärtssieg hoffen. Nur 2 Punkte Rückstand hatten sie da (49:51), vor allem aber war der ansonsten tobende Madison Square Garden fast schon dröhnend still. Doch ein erneut unfassbarer 18:0-Lauf der Knicks anfangs des 3. Viertels schuf klare Verhältnisse und ließ den Lärmpegel anschwellen. 5 Minuten des Grauens, in denen den Knicks fast alles und den Cavs überhaupt nichts gelang. Zwar kamen die Gäste sogar wieder etwas heran, doch in echte Gefahr geriet New York nicht mehr. Sie fahren jetzt mit einem beruhigenden 2:0-Vorsprung nach Ohio, zudem voller Selbstvertrauen nach nunmehr 9 Play-off-Siegen in Folge.

 

Bester der Sieger

 

Josh Hart: Wahrscheinlich für alle Beobachter und Beteiligte ein sehr unwahrscheinlicher Held. 26 Punkte legte er auf, dazu servierte er 7 Assists und war gewohnt bissig in der Verteidigung. Endlich traf er auch seine Dreier vorzüglich (5 von 11) und machte damit die Taktik der Cavs zunichte, die ihn nur zu gern aus der Distanz werfen ließen, weil er zuletzt so gar nichts traf.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell: Zumindest mit Abstrichen, denn in den 5 Horrorminuten war auch er auf dem Parkett. Wehrte sich abe nach Kräften, obwohl er angeschlagen schien (konkrete Bulletins sind natürlich nicht zu erfahren vom Team). Immerhin 26 Punkte, allerdings nur 1 Assist. Diesb ezüglich haben die Knicks ihre Lehren aus Spiel 1 gezogen.

 

X-Faktor

 

Clevelands Dreier: Während Josh Hart für die Kncks überraschend gut traf, war die Quote der Gäste verheerend (25 Prozent). Vor allem ihr Spezialist in dieser Disziplin. Sam Merrill, versiebte alle 7 seiner Versuche (6 allein in de 1. Hälfte, danach hatte er offensichtlich die Lust an dieser Übung verloren). Nicht viel besser der zweite vermeintliche Scharfschütze Max Strus (1 von 4).

 

Zahlereien

 

Nur 14 Ballverluste gab es (6 de Knicks, 8 der Cavs). Außergewöhnlich gutes Aufpassen aufs Spielgerät. Zum Vergleich: Beim ersten Aufeinandertreffen waren es insgesamt 40 (!), also fünfmal so viele.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder werkelte und arbeitete, aber weder effektiv und auch nicht effizient. 4 magere Pünktchen, weil sein Distanzwurf weiter nicht funktioniert und er sich am Korb gegen die New Yorker Riesen nicht durchsetzen kann.

 

Ausblick

 

Viel spricht jetzt für New York. Doch Cleveland ist heimstark, kompensierte auch gegen die Detroit Pistons in der 2. Runde in eigener Halle einen 0:2-Rückstand und gewann letztlich die Serie. Sam Merrill wird nicht noch einmal so furchtbar werfen, und vielleicht gelingt es  dem Team sogar, dass es ohne einen minutenlangen Totaleinbruch auskommt. Zweimal war man mehr oder weniger gleichwertig, ja teilweise überlegen, zweimal schmiss man die Partie wegen katastrophaler Minuten weg.

 

Ansetzungen

 

Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)

Die Spurs bangen um den Einsatz von Spielmacher Dylan Harper (Adduktoren), dessen Einsatz „fraglich“ ist. De’Aaron Fox (Knöchel) dürfte erneut ausfallen.

So., 02:00: Cavaliers – Knicks (0:2)
Mo., 02:00: Spurs – Thunder
Di., 02:30: Cavaliers – Knicks

Thunder schaffen den Pflichtsieg

Oklahoma City Thunder – San Antonio Spurs 122:113 (1:1)

 

Die Thunder von Beginn an bissiger und griffiger, aber lange konnten sich die Spurs erfolgreich wehren. Das Ganze glich einem Hase-und Igel-Spiel. Mehrfach zogen die Thunder auf 10 Punkte und mehr davon, mehrfach kamen die Spurs heran. Aber eben immer nur heran, nie vorbei: fast schien es, als trieben die Thunder ein böses Spiel (natürlich nicht). Vielmehr zeugt es von der großen Klasse der Texaner mit ihrem außergewöhnlichen Potenzial.

Die Partie war von enormen Tempo geprägt, was sich allerdings nachteilig auf die Qualität und vor allem Genauigkeit des Ballvortrags auswirkte. Viele erratische Entschedungen, viele Ballverluste auf beiden Seiten

Die Entscheidung dann im 4. Viertel, als die Thunder mehr zuzusetzen hatten und die Gäste nach dem Ausfall von De’Aaron Fox auch das Fehlen von Dylan Harper verkraften mussten. Zwei Spielmacher mit gutem Ballvortrag fehlten also gegen diese abwehrstarken und aggressive Defense, das konnte nicht gutgehen und das ging nicht gut. So konnten die frenetischen Fans den elementar wichtigen Erfolg bejubeln.

 

Bester der Sieger

 

Shai Gilgeous Alexander: 30 Punkte hatte er am Ende und 9 Assists. Standesgemäß für den MvP, und doch war der Kanadier nicht ohne Schwächen. Etwa bei den Dreiern (0 von 5). Aber dieser SGA, gerade wenn er so mannschaftsdienlich agiert, dürfte die härteste Nuss sein, die es seitens der Spurs zu knacken gibt.

 

Stark beim Verlierer

 

Stephon Castle: 25 Punkte und 8 Assists, das sind glänzende Zahlen. Der „nur“ 1,98 ;eter große Guard sorgte mit einem spektakulärem Dunk über die Thunder-Riesen hinweg für die monumentale Szene des Spiels. Zur Wahrheit gehören aber leider auch gleich 9 Ballverluste.
Wemby-Watch: Nicht ganz so auffällig wie in Spiel 1, nicht ganz so dominant wie in Spiel 1. Eine eher irdische Leistung (auf sehr hohem Niveau) mit 21 Punkten, 17 Rebounds (davon zwei spektakuläre Tip-Dunks), 6 Assists und 4 Blocks. Wirkte am Ende ebenfalls etwas angeschlagen.

 

X-Faktoren

 

Thunder-Bank: Gleich 4 Spieler, die zunächst nur Ersatz waren, punkteten zweistellig. Der beste von ihnen war wieder Alex Caruso mit 17 Punkten, dazu wie immer der besonders vortreffliche Verteidiger dieser extrem lästigen Defense.

 

Zahlereien

 

34 Assists (Vorlage zum direkten Korberfolg) bei den Thunder, Ausdruck eines deutlich verbesserten Zusammenspiels. In der ersten Partie waren es trotz zweier Verlängerungen und 10 Minurten mehr Spielzeit nur 25. Jeder kann jeden bedienen, jeder kann werfen (außer Hartenstein Dreier), das macht das Ganze für den Gegner zu schlecht ausrechenbar.

23 Ballverluste der Spurs – das ist einfach zu viel. Geschuldet der enorm starken Verteidigung. Gerade Castle (9 Turnover) muss einfach besser auf den Ball aufpassen.

 

🇩🇪👓

 

Isaiah Hartenstein hätte ich auch als X-Faktor benennen können. Viel aktiver als in Spiel 1, gerade in der entscheidnen Schlussphase mit mehreren ganz starken Offensiv-Rebounds. Am Ende zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds (10/13). Wurde auf Wembanyama angesetzt, und machte seine Sache auch in dieser Beziehung mehr als ordentlich. Wahrscheinlich die beste Leistung des deutschen Centers in den diesjährigen Play-offs.

 

Ausblick

 

Die Serie geht jetzt nach San Antonio, und trotz des Reisetages ohne größere Unterbrechung. Sehr wichtig wird sein, o und in welchem Zustand die Angeschlagenen zurückkommen. Sollte bei den Spurs neben De’Andre Fox auch Dylan Harper ausfallen, wäre das eine mittlere Katastrophe (ja, ich weiß, es geht um Sport). Gerade der ballsichere Harper wäre als Aufbauspieler elementar wichtig und kaum ersetzbar. Die Thunder haben schon in den ersten Runden bewiesen, dass sie den Asufall von Jalen Williams verkraften, Ajaj Mitchell stünde bereit.

 

Ansetzungen

 

Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder (1:1)

So., 02:00: Cavaliers – Knicks
Mo., 02:30: Spurs – Thunder

Anmerkung in eigener Sache. Über Pfingsten bin ich nicht in München, sondern in einem Bauernhaus ohne WLAN. Morgen wirds noch einen Spielbericht geben, dann erst wieder am Dienstag.

 

Unglaubliche Aufholjagd der Knicks

New York Knicks – Cleveland Cavaliers 115:104 OT (1:0)

 

Im Geiste hatte ich sie schon formuliert. Meine süffisanten Kommentare zu den ganzen allwissenden Experten, die den Cavaliers so überhaupt keine Chance geben wollten. Die detailgenau wussten, warum sich die Knicks klar durchsetzen und in die NBA Finals einziehen würden.

Und dann wurden die New Yorker in eigener Halle richtiggehend vorgeführt. Vor all den Prominenten, die sich so gerne im Madison Square Garden sehen lassen, nicht nur Edelman Spike Lee. Naxch ausgeglichenem Beginn shcraubten die Gäste um den übrragenden Donovan Mitchelldie Knicks in die Einzelteile, und im 4. Viertel betrug der Vorsprung 22 Punkte; es stand 93:71, und es waren nur noch 7:52 Minuten zu spielen, und die ersten Zuschauer verließen die berühmteste Halle der Welt, sie sollten eine historische Aufholjagd versäumen, wenn sie das Gebrüll der Zuschauer nicht wieder auf ihren Sitz gelockt hat.

Punkt für Punkt knabberten die Knicks am Vorsprung weg – und das in beängstigend kurzer Zeit. 4 Minuten vor Schluss waren es nur noch acht. Den Knicks gelang fast alles, den Cavs nichts mehr, vielleicht auch weil ihr Bester Donovan Mitchell sichtlich nicht mehr hundertprozent bei Kräften war. Doch Trainer Kenny Atkinson wollt ihn nicht vom Parkett nehmen, und so ging er im Knicks-Wirbelsturm mit unter. Vor einem ausrastenden Publikum. Der Garden hat schon sehr viel ikonische Sportwettkämpfe gesehen, unter anderem Ali gegen Frazier, doch so eine Extase war selten.

45 Sekunden vor Schluss der Ausgleich zum 99:99, noch einmal hatte die Cavs durch James Harden die Antwort, wieder glichen die Knicks aus (101:101). Den letzten Angriff in der regulären Spielzeit hatten die Cavs, sie hätten mit einem Treffer die absurde Aufholjagd zu einer kuriosen Aufholjagd marginalisieren können: Ausgerechnet Mitchell wagte den Versucht – daneben und damit Verlängerung. Und in dieser machten die Knicks kurzen Prozess mit den völlig entnervten Gästen.

 

Bester der Sieger

 

Jalen Brunson: Der Initiator der Aufholjagd. Der mit seinem unbändigen Willen dem Team noch mal Leben einhauchte. 15 Punkte hatte er allein in den jetzt schon legendären 7:50 Minuten, insgesamt waren es 38.

 

Stark beim Verlierer

 

Donovan Mitchell: Etwas mehr als drei Viertel war es sein Abend. Der eines unfassbar eleganten, kraftvollen Spielers, der fast nach nach Belieben schalten und walten konnte. Bis er angeschlagen wurde und dem Team nicht mehr helfen konnte, das ohne ihn völlig auseinander bracht.

 

X-Faktor

 

OJ Amunoby: In der Verlängerung kam seine Zeit, als er 9 Punkte sammelte (und damit 6 mehr als das gesamte Team der Cavaliers). Bis dahin agierte der Rückkehrer recht gehemmt; als behindere ihn noch die Verletzung, wegen der er zuletzt gegen Philadelphia pausieren musste.

 

Zahlereien der Aufholjagd

 

22 Punkte sind der zweitgrößte Rückstand in den vergangenen 30 Jahren, den je ein Team im 4. Viertel einer Play-off-Partie aufgeholt hat. Die LA Clippers machten 2012 gegen Memphis gar 24 Zähler gut.

5 von 6 Dreier fanden das Ziel. Zuvor waren 5 von 26.

 

🇩🇪👓

 

Dennis Schröder saß während der Aufholjagd weitestgehend auf der Bank.Hätte der Weltmeister helfen können? Man wird ja noch mal fragen dürfen. Zuvor viel aktiver (5 Assists) als zuletzt, allerdings weiterhin mit grauenhafter Wurfquote (1 von 9, obwohl der erste Dreier saß).

 

Ausblick

 

Die große Frage: Können sich die Cavs erholen nah dieser Niederlage, die schon als Sieg verbucht war. Doch die Play-off-Historie zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Viel wichtiger ist deshalb die Frage, o Mitchell sich ensthaft verletzt hat. Das wäre wirklich bitter.

 

Ansetzungen

 

Do., 02:30: Thunder – Spurs (0:1)
Fr., 02:00: Knicks – Cavaliers (1:0)
Sa., 02:30: Spurs – Thunder
So., 02:00: Cavaliers – Knicks