US Open ohne Titelfavoriten

Seit Sonntag laufen die US Open. Ich kann mich nicht erinnern, dass sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern so viele FavoritInnen auf den Titel gegeben hat. Zumindest ist weder hier noch dort auch nur ansatzweise jemand ersichtlich, der unschlagbar erscheint. Das Motto der kommenden 2 Tennis-Wochen lautet also: Alles kann, nichts muss.

 

Sinners Absage macht das Männer-Feld völlig offen

 

Den Wimbledon-Sieger und dominierende Profi der Saison (5 Masters-Triumphe hintereinander) plagen immer noch Hüftbeschwerden, so dass er schweren Herzens die Teilnahme für das New Yorker Spektakel absagen musste. Wer letztlich die Siegestrophäe in die Luft stemmen darf – zumindest ich habe nicht den leisesten Schimmer. Ein gutes Dutzend Profis kommt für den Titel ein Frage, aber hinter jedem Namen steht eben auch ein gewaltiges Fragezeichen. Ich versuche eine Einordnung.

 

Die Etablierten aus Europa

 

An erster Stelle sei Alexander Zverev genannt. Erstmals geht er als Nummer 1 der Setzliste in ein Grand-Slam-Turnier. Aber der Hardcourt-Sommer in Amerika lief wahrlich nicht nach Wunsch für den French-Open-Sieger, der sowohl in Montreal als auch in Cincinnati empfindliche Niederlagen hinnehmen musste. Ob er zu alter Stärke zurückfindet (noch gar nicht so lange her), ist eine der offenen Fragen.

Normalerweise wäre Carlos Alcáraz der natürliche Favorit. Wäre da nicht der leider gewichtige Umstand, dass der Spanier wegen einer offenbar gar nicht so unkomplizierten Handverletzung seit mehr als vier Monaten kein offizielles Tennis-Match bestritten hat. Eigentlich ein völliges Ding der Unmöglichkeit, dass der Titelverteidiger nach einer so langen Pause auch nur annähernd in Bestform sein kann; niemand weiß, wie sein Körper die Anstrengungen von Best-of-5-Partien bei Hitze und Luftfeuchtigkeit verkraftet. Andererseits ist das Tennis-Talent des Carlos Alcáraz schier unendlich.

Daniil Medwedew schließlich gehört neben dem bereits ausgeschiedenen Novak Djokovic und eben Alcáraz zu den Profis, die in New York schon triumphiert haben. Aber für den Russen gilt noch viel mehr als vür Zverev, dass er nach einem verheißungsvollen Frühjahr derzeit eher auf Formsuche ist.

 

Die US Boys, die sind doch dran, oder?

 

Zumindest in der Theorie spricht nichts gegen einen Heimsieg: Gleich ein halbes Dutzend US-Spieler wollen die ewig lange Serie (kein Triumph seit 2003/Andy Roddick) beenden. Die größten Hoffnungen dürfen sich zweifellos Taylor Fritz (Finalist 2025) und Ben Shelton (Sieger beim Vorbereitungs-Turnier in Montreal) machen. Aber auch Francis Tiafoe, Brandon Nakashima und sogar Leander Tien und Tommy Paul haben bei den Vorbereitungsturnieren ihre Klasse gezeigt. Die große Frage ist: Halten die Nerven, wenn der Heimsieg lockt und die Schlagzeilen immer größer werden?

 

Die jungen Wilden

 

Da fallen mir vor allem Jakub Mensik aus Tschechien und Arthur Fils aus Frankreich ein. Fils siegte beim Masters in Cincinnati und zeigte aufregendes Tennis. Wenn er gesund bleibt, muss ihn erst jemand schlagen, doch das Problem ist halt seine Gesundheit, die ihm schon so Strich durch die Rechnung machte. Der aufschlagstarke Mensik agiert vielleicht noch beeindruckender und dominanter, aber ob er sieben Best-of-5-Partien konstant durchhält, wage ich fast zu bezweifeln. Bleibt noch die große Unbekannte Rafael Jodar. Der junge Spanier ist binnen einen Jahres bis in die Top Ten gestürmt, allerdings noch ohne den ganz großen Turniersieg. kann da wirklich Flushing Meadows eine Premiere sein?

 

Ich hab jetzt sehr viele Namen genannt, aber die Liste ist noch nicht vollständig: Die Kanadier hoffen auf Felix Auger-Alliasime, die Tschechen auf Jiri Lehecka, die Sinner-losen Italiener auf Musetti, Darderi und Cobolli.

Die Wettbüros sehen tatsächlich Carlos Alcáraz als Favoriten vor Alexander Zverev, eine Einschätzung, die ich allerdings nicht teile.

 

Ich sag jetzt einfach Coco Gauff

 

(Fast) genauso verworren ist die Lage bei den Frauen. Die Titelverteidigerin und Nummer 1 der Setzliste Aryna Sabalenkaie ist in einem grauenhaften Formtief, das aber eher ein Ergebnis-Tief ist; weil sie Partien, die sie locker gewinnen müsste, schlicht nicht nach Hause bringt. Wenn sich das legt („Ich will wieder einfacher spielen“), dann muss mit der Weißrussin schnell wieder zu rechnen sein, denn keine verfügt über derartig kraftvolle Grundschläge (unterlegt mit grauenhatem Gestöhne).
Lena Rybakina, die Nummer 2, ergeht es ähnlich. Zudem ist die Kasachin angeschlagen, das Bein bereitete ihr Schmerzen, aber die Auftaktspiele scheinen machbar.

In Kanada (Iga Swiatek) und Cinci (Coco Gauff) haben sich wiederum 2 Spielerinnen in den Vordergrund geschoben, die ein eher missglücktes erstes Halbjahr hatten. Swiatek plagte fast chronische Unlust, Gauff kämpfte mit ihrem Aufschlag, der sie komplett verlassen hatte. Die Malaisen scheinen abgestellt, aber hier wie dort lauert die Gefahr des Rückfalls. Und doch: Wenn ich jetzt irgendeinen Siegesnamen nennen müsste, dann wäre es Gauff, auch weil die Amerikanerin bei ihrem Open-Triumph 2023 als haushohe Favoritin bewiesen hat, dass sie in New York auch bei größtem Erwartungsdruck Leistung bringen kann. Ihre Landsfrauen Jessica Pegula, Amanda Anisimova (Finalistin 2025) und Madison Keys traue ich dagegen einen Siegeszug bis zur Trophäe eher nicht zu. Auch die äußerst talentierte Iva Jovic dürfte irgendwann an ihre Grenze stoßen.

Ob die Armada von Tschechinnen, die alljährlich in Wimbledon einfallen und den Titel einsammeln, auch im Big Apple reüssieren – da habe ich meine Bedenken. Aber wenn Wimbledon-triumphatorin Linda Noskova und Finalistin Karolina Muchova erst mal ihren Lauf kriegen, dann muss sich die Konkurrenz warm einpacken im schwül-heißen New York. Gleiches gilt für die vierfache Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka, die in New York 2018 und 2020 triumphierte, das war allerdings vor der Geburt ihrer Tochter.

Ein großes Fragezeichen steht auch hinter den anderen Ost-Europäerinnen. Die Russin Mirra Andreewa hat nach ihrem French-Open-Sieg Anfang Juni wenig getroffen, ihre Landsfrauen Alexandrowa, Shnaider und wie sie alle heißen sind für einzelne Siege und auch Überraschungen gut, aber einen Grand-Slam-Triumph sehe ich äußerst undeutlich. So geht es mir auch bei den beiden Frontfrauen aus der, Ukraine Marta Kostyuk und Lena Svitolina, so sehr ich einer der beiden den ganz großen Sieg gönnen würde.

Auch hier ein Blick in die Wettbüros: Sabalenka werden die größten Chancen eingeräumt knapp vor Gauff und Swiatek.

 

Warum ich Sport so liebe

„Weltklasse in Zürich!“ Unter diesem Titel laden die Veranstalter jedes Jahr die besten Leichtathleten der Welt ins ehrwürdige und mittlerweile modernisierte Stadion am Letzigrund. Geboten werden dann gut zwei Stunden Spitzensport vom Feinsten. Zig Weltrekorde und Bestleistungen Bestleistungen wurden und werden aufgestellt, begleitet von einem fantastischen Publikum, fachkundig und begeisterungsfähig.

Es war also einiges zu erhoffen am Donnerstagabend, aber alle hohen Erwartungen wurden noch übertroffen. Begünstigt durch nahezu perfektes Leichtathletik-Wetter: warm, aber nicht zu heiß, und nur ein ganz leichtes Lüftchen wehte, das niemanden irritierte. Es ist mir unmöglich, all die grandiosen Lesitungen zu benennen, ich will mich auf die tollsten Wettbewerbe beschränken.

 

Ein Sturmlauf, der die Grenzen verschiebt

 

Als Alison dos Santos über 400 Meter Hürden durch die 2. Kurve stürmte, da konnte man schon erahnen, dass etwas Außergewöhnliches geschehen würde. Der Brasilianer hatte da nämlich bereits die Vorgabe von Karsten Warholm egalisiert, seines Zeichens Weltrekordler und blendend in Form. Dos Santos hielt auf der Zielgeraden nicht nur den Vorsprung auf den Norweger, sondern er baute ihn aus. Als die Zeit stehenblieb, erstarrte das Stadion förmlich vor Erstaunen, bevor es vor Jubel explodierte. 45,80 Sekunden, vermeldete die Anzeigentafel, und sie blieb standhaft. Neuer Weltrekord, die vermeintlich unüberbietbare Zeit, die eben dieser Warholm 2021 bei Olympia aufgestellt hatte (45,90), war damit Geschichte. 45,80 Sekunden, mit dieser Zeit wäre ein deutscher Athlet Fünfter in der 400-Meter-Jahreswertung – ohne Hürden, versteht sich.

 

Stabhochsprung-Duell in luftiger Höhe

 

Bisher galten die 6 Meter für die Stabhochspringer als Um und Auf; eine Marke, die auch die Besten ihrer Zunft nicht alltäglich bewältigen würden. Spätestens seit diesem Jahr gilt das nur noch bedingt, denn neben dem unfassbaren Mondo Duplantis, für den die 6 Meter nur der lockere Auftakthüpfer eines Wettbewerbes sind, schafft auch der Grieche Emmanouil Karalis diese Höhe mit fast schon bestürzender Regelmäßigkeit.
Was die beiden aber am Donnerstagabend ablieferten, hatte die Leichtathletik-Welt noch nicht gesehen. Der eine legte jenseits der 6 Meter vor, der andere erhöhte, während der jeweils andere die Höhe ausließ.: 6,10 Meter (Karalis), 6,15 (Duplantis), 6,20 (Karalis/persönliche Betleistung) und 6,25 (Duplantis). Das Tolle daran. Alle Höhen nahmen die beiden im ersten Versuch – und zwar ziemlich klar.
Bei der neuen Weltrekord-Marke von 6,32 trafen sich die beiden wieder. Für Karalis war das noch (!) ein wenig zu hoch, er lächelte. Auch Duplantis riss dreimal, aber er ärgerte sich maßlos und kickte die herabfallende Stange wütend weg. Duplantis und Wut, das waren bisher zwei Begriffe, die nur schwer zueinanderpassten. Offenbar geht dem Schweden die neue Konkurrenz bei all gespielter Lockerheit doch etwas an die Nieren.

 

Der verblüffende Weltrekord

 

Dass Maran Russell verdammt schnell über die Hürden ist, das musste man angesichts der Vorleistung 12,14 Sekunden, mit der sie zu den 100 Meter Hürden antrat. Dass sie aber als erste Frau der Welt die Marke von 12,10 Sekunden unterbieten würde, das überraschte kolossal. Wie der Blitz war die US-Amerikanerin aus den Startblöcken gesprungen und nahm die 10 Hindernisse, als würden diese gar nicht im Weg stehen. Mehr als erstaunliche 12,09 Sekunden standen am Ende zu Buche, damit siegte sie sogar nur relativ knapp vor der bisherigen Rekord-Inhaberin Tobi Amusan aus Nigeria (12,23). Sogar die 12-Sekunden-Marke scheint nicht mehr völlig außer Reichweite, vielleicht bei einem ganz leichten Schiebewind.

 

Werro siegt und siegt und siegt …

 

Schön, dass die Schweizer Zuschauer einer Lokal-Matadorin zujubeln durften. Audrey Werro, der aufkommende 800-Meter-Star der Szene, wurde allen Erwartungen gerecht und siegte erneut. In einem fulminanten Rennen steigerte sie sich auf 1:53,70 Minuten und distanzierte abermals die holländische Ausnahme-Läuferin Femke Bol-Broeders, die ihren erst vor einer Woche aufgestellten natinalen Rekord auf nunmehr 1:54,71 verbesserte.
Ich weiß nicht, welche der beiden Athletinnen ich mehr bewundern soll (in der Hoffnung, dass alle sauber sind): die erst 22 Jahre alte Schweizerin, die sich nach und nach den vermeinlich unantastbaren 1:53,28 der Jarmilla Kratochvilova nähert (aufgestellt in Doping-verseuchten Zeiten). Oder nicht doch Femke Bol, die nach sagenhaften Jahren über 400 Meter (Hürden) erst in diesem Jahr der für sie völlig neuen 800-Meter-Strecke zugewendet hat und bereits in unfassbaren Dimensionen läuft. Mit ihrer Zeit ist sie bereits Neunte in der ewigen Weltrangliste.
Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte Kratochvilovas Weltrekord (aufgestellt 1983 in München) spätestens nächstes Jahr fallen. Nur welche der Ausnahmeläuferinnen am Ende die neue Weltrekord-Halterin ist, das escheint offen, denn Potenzial nach oben scheinen Werro und Bol noch zu haben. Nicht zu vergessen übrigens die in Zürich fehlende EM-Zweite Keely Hodgkinson (hinter Werro, vor Bol) , die nächstes Jahr bestimmt wieder angreifen wird.

 

Und sonst?

  • Eine Weltjahresbestleistung stellte Julien Alfred mit 10,70 Sekunden über 100 Meter auf; die Olympiasiegerin siegte zeitgleich vor Melissa Jefferson-Wooden – und das bei 0,7 Meter/Sekunde Gegenwind
  • Rumesh Tharanga Pathirage schleuderte den Speer auf 92,07 Meter und damit etwa anderthalb Meter weiter als der in Zürich fehlende Europameister Julian Weber.
  • Kenneth Bednarek (USA) brauchte über 200 Meter nur 19,62 Sekunden (WJB).
  • Ann Cockrell stellte über 400 Meter Hürden ebenfalls eine in diesem Jahr noch nie gelaufene Zeit auf (52,13 Sekunden). Pech hatte in diesem Rennen Europameisterin Emma Zapletalova, die gleichauf mit Cockrell in die vorletzte Hürde trat und alle Siegchancen einbüßte.
  • Emmanouel Wanyonyi aus Kenia schließlich setzte seine Siegesserie über 800 Meter fort in 1:41,76 Minuten (WJB), ganz knapp vor dem Algerier Djamel Sedjati.

Das wird die Bundesliga, die wird

Ich wollte eine größere Bundesliga-Vorschau schreiben, aber ich merke, dass mich dieses jahr das Oberhaus kaum interessiert. Spätestens, als ich bei Borussia Dortmund war (dem 2. Club meiner Liste) verließen mich Lust und Laune und auch Kenntnis, was da zu erwarten wäre. Was mich nicht abhält am Ende doch einen Tabellen-Tipp abzugeben.

Denn: Wen interessiert ein „Wettbewerb“, wenn der neue (und alte) Titelträger schon vorm Eröffnungspiel feststeht. Das Meisterrennen ist entschieden (Bayern München), dahinter werden die üblichen Verdächtigen (Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Stuttgart) die Champions-League-Plätze unter sich ausmachen (und in der Königsklasse dann wie gehabt allerspätestens im Achtelfinale scheitern). Es folgt ein beliebiges Mittelfeld, aber wen außer den beinharten Fans der Teams interessiert schon wirklich, ob Augsburg letztlich vor Mainz landet oder Frankfurt vor Hoffenheim?

Die Aufsteiger Schalke, Elversberg und Paderborn werden allein um den Klassenerhalt spielen, in diesen unfreiwilligen Kampf werden dann vielleicht/wahrscheinlich noch der HSV, der 1. FC Köln stoßen. Werder Bremen wird ein schweres Jahr haben und auch der 1. FC Union. Gladbach hofft wie seit Jahren auf bessere Zeiten (die Betonung liegt auf Hoffen, denn echte Klasse suche ich bei den Fohlen vergeblich)

All das wieder in vollen bis ausverkauften Stadien, allein Neuling Schalke garantiert 17-mal eine mit 61.000 Zuschauern gefüllte Arena, weswegen der Ligaschnitt im Vergleich zur vergangenen Saison steigen wird. Im Fernsehen kann der Fan wie seit Jahren jede Partie sehen, denn Sky und DAZN teilen sich wie schon vergangene Saison die Rechte: Sky zeigt die Partien am Freitag und Samstag einschließlich des sogenannten Topspiels am Abend wieder mit Wolfi Fußball ud Lothar Matthäus (am Freitag drohen wieder Buschi und Schmiso, das gefürchtete Laber-Gespann, das jeden noch so entsetzlichen Kick niederredet, anstatt den Mantel des Schweigens zu verbreiten. So schrecklich, dass es schon wieder gut ist. Man kann nicht wegschauen wie beim berühmten Verkehrsunfall).

DAZN hat wieder die Konferenz am Samstagnachmittag, die an manchen Spieltagen zu einem Konferenzchen verkümmert mit 4 Partien, weil wegen Europa-Cup auf den Sonntag ausgewichen werden muss. Wo ebenfalls DAZN dann mögliche Knaller wie Hoffenheim gegen Mainz oder Augsburg gegen Freiburg zeigt. Partien, die in der Vergangenheit nicht einmal messbare Zuschauer vor den Bildschirm gelockt haben.

 

Wirds nicht doch unterhaltsam?

 

Genug des Zynismus, Löwe (mit der Dauerkarte für die 4. Liga)! Es kann doch trotzdem spannend werden. Etwa bei der Frage, wo es am frühesten rumpelt und knallt und der erste Trainerwechsel stattfindet (eine berüchtigte Tippspielfrage).

Vielleicht trumpfen sie ja wirklich auf, die so gehypten Spieler wie die Dortmund-Griechen Konstantinos Karetsas und Giannis Konstantelias (viel Glück, liebe Radio- und Fernseh-Reporter). Was macht El Mala beim 1. FC Köln, startet er jetzt in Richtung Klopps Nationalteam durch (nachdem ihn Nagelsmann schnöde ignoriert hat)? Rettet Rückehrer Niklas „Lücke“ (schaut Euch ein Foto an, auf dem er lächelt …) Füllkrug Werder Bremen, das ansonsten erneut Tafelsilber verscherbelt hat, aber leider nicht zum erhofften Preis, denn Coulibaly ging für nur 20 Millionnen und nicht für 40 Millionen zu Racing Strasburg. Diese Personalie zeigt das Elend der Bundesliga, wenn. nämlich ein hochtalentiertger Abwehrmann die wahrlich nicht bestens beleumdete Lugue 1 und der wahrlich nicht außergewöhnliche Club (Straßburg war in der abgelaufenen Saison Achter, spielt also nicht mal international).

 

Nun denn, der Tabellentipp

 

Wie im Vorjahr werde ich die Teams in etwa gleichstarke Gruppen enteilen, sogenannte „Tiere“, wo dann höchstens Nuancen unterscheiden und Unwägbarkeiten (Verletzungen, Krankheiten) unterscheiden.

 

Tier 1: Der one an only Meisterschaftskandidat

Tier 2: Champions League: Schon hier habe ich bei allen Teams Zweifel, aber es gibt eine grundsätzliche Kaderstärke und eben auch viele Spieler, die zu großen Hoffnungen Anlass geben. 

Tier 3: Internationale Plätze: Wenn alles perfekt läuft, greifen sie sogar in den Kampf um die 4 Champions-League-Plätze ein, aber was im Leben läuft schon perfekt?

Tier 4: Das graue (?) Mittelfeld ohne große (realistische) Hoffnungen nach vorne, sprich internationale Plätze, aber auch vermeintlich ohne große Sorgen nach hinten. Konsolidierung ist angesagt, und alle dürfen natürlich auf eine positive Überraschung setzen, die es noch in jeder Saison gegeben hat.

Tier 5: Abstiegskampf: Vermeintlich zu stark für den direkten Abstieg, aber auch negative Überraschungen gibt es in jeder Bundesliga-Saison.

Tier 6: Irgendwer muss halt direkt absteigen! Ich hätte es mir einfach machen können herumzuschwurbeln, aber ich ziehe einen klaren Tipp vor. Wenn sich sich dann doch retten, ziehe ich voller Repekt den Hut.

 

  1. BAYERN MÜNCHENIch wüsste beim besten Willen nicht, was den erneuten Meistertitel der Bayern verhindern sollte außer eine epische Verletztenplage, die Kane und Olise monatelang außer Gefecht setzt.
    Player to Watch: Nathaniel Brown. Vielseitig verwendbar und ein möglicher neuer Starspieler.

  2. BORUSSIA DORTMUNDMit pragmatischem Spielstil wird Trainer Niko Kovac erneut zu genug Siegen führen. Wahrscheinlich wieder wenig Begeisterung auf den Rängen, aber zum inoffiziellen Vize-Titel wirds reichen. Die Abgänge von Brandt und Adeyemi werden durch die sehr vielversprechenden Griechen Karetsas und Konstantelias kompensiert.
    Player to watch: Nico Schlotterbeck. Selbsternannter Führungsspieler, der jetzt diesen Anspruch endlich gerecht werden will.
  3. BAYER LEVERKUSENVom Meisterteam 2024 ist praktisch niemand mehr übrig geblieben außer Torjäger Patrik Schick. Mit Trainer Carles Martinez versucht sich erneut ein neuer Übungsleiter. Qualität im Kader ist genug vorhanden (Tapsoba, Tillman, Schick), die begabten Spieler müssen jetzt nur zueinanderfinden. Das eher ruhige Umweld hilft dabei.
    Player to watch: Ibrahim Maza deutete bei der WM für Algerien sein Können an. Der 20-jährige kennt jetzt die Liga und dürfte einen gewaltigen Schritt nach vorne machen.
  4. VFB STUTTGARTMittlerweile sind die Schwaben etabliert im oberen Tabellendrittel (wer das vor 5 Jahren prophezeit hätte …) Trainer Sebastian Hoeneß hat ein Händchen für die richtige Zusammenstellung, kann  Abgänge wie vergangenes Jjahr Woltemade sehr gut kompensieren. Ein Undav wird allen zeigen wollen, dasss. er sehr viel mehr ist als ein Ergänzungsspieler, zu dem ihm Nagelsmann bei der WM degradiert hat.
    Player to watch: Finn Jeltsch. Hochbegabter Defensiv-Mann, der diese Saison denschon angedeuteten Durchbruch vollenden kann. Er entwickelt sich in jeder Hinsicht weiter, reift geistig und auch körperlich unfassbar schnell.
  5. RB LEIPZIGDer Abgang von Diamonde zu Real Madrid wiegt schwer, denn der Ivorer war der klare Unterschiedsspieler. Einer allein wird den verlust nicht kompensieren können, und hinter Neu-Trainer Martin Demichelis setze ich auch ein kleines Fragezeichen. 
    Aber die Qualität im Kader ist hoch genug, dass das internationale Geschäft absolut greifbar ist, vielleicht sogar die Königsklasse.
    Player to watch: Antonio Nusa. Dem Norweger traue ich am ehesten zu, dass er das Kommando bei den Sachsen übernimmt und die Diamonde-Lücke ausfüllt. Spielübersicht und ein guter Abschluss zeichnen den Mittelfeldmann aus.

  6. TSV 1899 HOFFENHEIMDie Ösis Christian Ilzer (Trainer) und Andreas Schicker (Sportdirektor) haben die Kraichgauer wieder in ruhige Gewässer geführt. Eine Wiederholung der starken Saison 25/26 (Rang 5) traue ich dem Team allemal zu, ob es sehr viel weiter nach oben geht, erscheint mir allerdings doch fraglich, zumal die offensiven Leistungsträger Kramaric und Asllani vorerst fehlen werden.
    Player to watch: Nathan de Cat: Vom blegischen Supertalent De Cat, den halb Europa haben wollte, erzählt man sich Wunderdinge. Aufregung um einen einzelnen Profi können sie im rihigen Hoffenheim sehr gut brauchen.
  7. EINTRACHT FRANKFURTDas Verpassen des Europa-Cups könnte für die Hessen der große Trump werden. Während sich etwa Hoffenheimer und Freiburger in Europa und Conference League abmühen, können die Hessen sich ausruhen und seriös aufs Wochenende vorbereiten. Ob das allein hilft, ist aber die große Frage, zumal der Eintracht-Fan eine gewisse Anspruchshaltung pflegt. Nach dem Komplett-Mussverständnis um Trainer Riera kehrt mit Adi Hütter einer der Erfolgs-Coaches an den Main zurück. 
    Bis Freitagmittag nicht abschließend geklärt war, ob Schlussmann Atubolo von Freiburg zu den Frankfurtern stößt. Er würde ein großes Fragezeichen auf dieser Position (Santos, Zetterer) durch ein Ausrufezeichen ersetzen.
    Player to watch: Jonathan Burkhard. Nur eine nachhaltige Verletzung verhinderte eine 20+-Tore-Saison des Angreifers. Bleibt er jetzt gesund, traue ich ihm eine sehr erfolgreiche Spielzeit zu, die dann auch sicher in den Nationalmannschafts-Kader führt, wo Klöppo Stürmer wie er dringend gebruachen kann.
  8. SC FREIBURGDer Superschweizer Mazrambi ist zwar nach England verschwunden, doch auch das werden die Breisgauer verkraften. Allerdings wird die vergangene Spielzeit mit dem Sturm ins Europa-League-Finale (0:3 vs Aston Villa) kaum zu toppen sein. Aber das weiß der geerdete Trainer Julain Schuster natürlich, der die Ikone Christian Streich auf der Bank schon fast vergessen ließ. Sollte Atubolo in Richtung Frankfurt entschweben, hat er ein Konfliktpotenzial weniger, zumal Mio Backhaus im Tor für Sicherheit garantiert.
    Player to watch: Matthias Ginter. Noch immer unfassbar, dass Nagelsmann diesen Top-Verteidiger verschmäht hat. Die Karten weden jetzt neu gemischt, und der kapitän wird auf sich aufmerksam machen, dessen bin ich fast sicher.

  9. FSV MAINZ 05Eine unglaubliche Rückrunde brachte den Rheinhessen noch den Klassenerhalt. Urs Fischer hatte jetzt die gesamte Vorbereitung, um den Kader auf sene für alle Kontrahenten eklige Spielweise einzuschwören. Mannschaftliche Geschlossenheit zeichen die Fischer-Teams aus.
    Player to watch: Nadiem Amiri: Der glitzernde Diamant im Kader, der allen Lockrufen widerstand. Jederzeit für herausragende Aktionen gut. Der Nationalspieler muss nur gesund bleiben, und das schafft er halt leider kaum über eine gesamte Spielzeit.
  10. FC AUGSBURGDer einzige Bayern-Bezwinger der vergangenen Saison. Danke, Manuel Baum, der die bayerischen Schwaben wider geerdet hat, nachdem sie mit Trainer-Vorgänger Sandro Wagner in den Himmel steigen wollten. Diue Großen zu ärgern, das ist die Kerzkompetenz des FCA, der mit mannschaftlicher Geschlossenheit aufwartet.
    Player to watch: Chrislain Maslima. Der Wechsel des Abwehrriesen (1,93 Meter) zu Crystal Palace hat sich zerschlagen. Jetzt kann sich der Franzose also auf die Bundesliga konzentrieren, wo er die feste Größe im Deckungszentrum sein wird, so ihn sein Körper nicht im Stich läasst.
  11. BORUSSIA MÖNCHENGLADBACHIch bin tatsächlich vorsichtig optimistisch, dasss die Fohlen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen. Der Kader wirkt  durch die Rückkehrer (Itakura) und Genesenen (Kleindienst) gefestigt. Allerdings müssen die 10 Neuzugänge aus durchweg kleineren Ligen erst integriert und an die Bundeslga gewöhnt werden.
    Player to watch: Tim Kleindienst. Nach de komplett verpassten Saison zeigte der Torjäger in Testspelen schon die alte Klasse. Seine Treffer werden aber auch nötig sein, damit die Gladbacher mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen. Fällt er aus, wirds doch recht finster m Sturm.
  12. HAMBURGER SVDer Abgang des überragenden Verteidigers Vuskovic schmerzt enrom und hinterlässt eine kaum zu füllende Lücke. Umso wichtiger wäre es, wenn der zweite herausragende Akteur, Fabio Vieira, noch eine Saison dranhängen würde. Entsprechende Gespräche laufen mit dem FC Arsenal. 
    Die 2. Saison nach einem Aufstieg ist erfahrungsgemäß schwierig. Aber Trainer Melvin Polzin hat gezeigt, dass er mit komplizierten Konstellationen gut zurecht kommt; mit ihm gelangen sowohl der Aufstieg nach sieben Jahren und der nach dem verheerenden Saisonbeginn nicht unbedingt erwartete Klassenerhalt. Allein diese Hoffnung trägt – und das begeisterungsfähige Publikum, wenn dieses die Erwartungen nicht überhöht.
    Player to watch: Daniel Heuer Fernandez. Der portugiesische Schlussmann hat eine fantastische Saison hinter sich. Eine solche wird der HSV erneut brauchen, dann müsste der Abstieg zu vermeiden sein.

  13. 1. FC KÖLNDas Super-Talent Said El Mala bleibt nach endlosen Transfergerüchten und hat den Vertrag sogar bis 230 velängert. Allein diese nachricht sorgt bei den Geißböcken für Euphorie. Allein wird es der Jungstar natürlich nicht richten, aber ein Routinier wie Neuzugang Ellyes Skhiri dürfte im Mittelfeld für Stabilität sorgen.
    Player to watch: Ragnar Ache. Seine 7 Tore und 5 Vorlagen halfen dem FC extem in der vergangenen Saison. Der Angreifer könnte erneut die ideale Ergänzung von El Mala werden und die gegnerischen Verteidiger vor unlösbare Probleme stellen.
  14. 1. FC UNIONDer spektakulärste Wechsel fand auf der Trainerbank statt, wo künftig mit dem Schweizer Mauro Lustrinelli ein Meistercoach (mit dem FC Thun) das Sagen hat. Ob dieser aber an Erfolge eines Urs Fischer anknüpft, der die Berliner  in die Champions League führte, ist dann doch sehr zweifelhaft. Verstärkt hat sich der Kader jedenfalls nicht großartig (wenn überhaupt), ob die von Lustrinelli ausgegebene Offensiv-haltung zu bewerkstelligen sein wird, bleibt abzuwarten.
    Player to watch: Ilyas Ansah: Der 21-Jährige wusste schon in der vergangenen Saison zu gefallen (5 Tore) und sollte seine Quote weiter verbessern. 
  15. FC SCHALKE 04Nach dem letztlich souveränen Aufstieg herrscht Euphorie bei den Königsblauen. Allerdings nur bei den Fans, denn Trainer Muslic und die Spieler wissen, welch schwieriges Unterfangen der Klassenerhalt wird (nur der kann das Ziel sein). Wenn dieser gelingen sollte, müssen die Profis mit den klangvollen Namen (Torjäger Dzeko, Gosens und Karaman) überdurchschnittlich liefern). 
    Player to watch: Loris Karius. Der Schlussmann hat eine bewegte Karriere hinter sich (un ter anderem ein denkwürdiges Champions-League-Finale). Als Torwart eines Aufsteigers fast automatisch im Blickpunkt, aber mit seinen mittlerweile 33 Jahren hat er mehr als genug Erfahrung, sich so manchem Sturm entgegenzustemmen (und sich auch von vielen Gegentoren nicht verrückt machen zu lassen). Hält karius gut, könnte gar der direkte Kalssenerhalt gelingen.
  16. WERDER BREMENIch war drauf und dran und hätte die Norddeeutschen als direkten Absteiger kla<ssifiziert (nur eine gewisse grundsympathie und die doch sehr namenslosen Aufsteiger hielten mich dabvon ab). Schweirig genug wirds für die finanziell so klammen Brmer, die mit Abwehr Top-Talent Coulibaly ihren vielleicht aufregendsten Akteur verloren, dazu T den ssehr starken Torwart Mio Backhaus. Auch der Abgang der versierten Mittelfeldmannes Romano Schmid schmerzt, denn damit fehlt weitere spielerische Qualität. So hat sich bei den Fans schon eine gewisse Ernüchterung breitgemacht.
    Player to watch: Nikls Füllkrug. Die Rückkehr des Angreifers ist wohl die einzige Wohlfühl-Geschichte an der Weser. Im Sturm natürlich it seiner Kopfballstärke und Kampfkraft gesetzt, aber ob ere wirklich so trifft, wie alle wollen? Immerhin brauchts dafür auch Vorlage, und wer soll die geben? Vielleicht Jens Stage?

  17. SV ELVERSBERGFür alle der logische Absteiger. Doch wie oft haben die Saarländer ihre Kritiker überrascht. Das große Plus könnte sein, dass wohl niemand im Umfeld sehr große Erwartungen. Alles andere als der sofortige Wiederabstieg wäre eine große Überraschung, aber dass die Elversberger Überraschungen fast regelmäßig liefern können, haben sie die vergangenen jahren oft genug gezeigt . Mit sehenswerten Angriffsfußball, bestimmt den schönsten der vergangenen Zweitliga-Saison. Warum eigentlich soll dieser nicht auch den einen oder anderen Erstligisten überrumpeln?
    Player to watch: Cole Campbell: De 6-Millionen-Euro-Mann ist der Uunterschiedsspieler in einem ansonsten sehr ausgeglichenen Kader. Vielleicht geht er mit Elversberg unter, doch wahrscheinlicher ist, dass der 20-Jährige richtig aufgeigt.
  18. SC PADERBORN 07Viele Ähnlichkeiten zu Elversberg, außer, dass die Ostwestfalen schon zweimal das Abenteuer Bundesliga hinter sich haben. wer sie unterschätzt, könnte es ähnlich übel gehen wie dem vermeintlich so viel besser besetzten VfL Wolfsburg in der Relegation. Neuzugänge wie Vidovic und Pieringer haben durchaus noch Großes vor in ihrer Karriere.
    Player to watch: Santiago Castaneda. Nicht ur des wunderschönen Namens wegen. Der 21-Jährige will vorspielen für für die Interessenten aus der Premier League. Der zweikampfstarke Angreifer hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg,.

Das war die Woche, die war

Ein Pokalwochenende ohne Sensation, aber mit einem veritablen Skandal, das Tennis-Masters in Cincinnati und eine äußerst stimmungsvolle Reit-WM.

 

Die Schande von Mannheim

 

Der SV Waldhof gegen den 1. FC Kaiserslautern, mehr Hass und gegenseitige Verachtung gehen kaum im deutschen Fußball. Dieser rührt schon aus den 90er-Jahren, als die Waldhöfer völlig überraschend n die Bundesliga aufgestiegen waren.

Man durfte also einiges befürchten seit der Pokalauslosung. Und doch schien die Partie eingiermaßen normal über die Bühne zu gehen mit nur kurzen Unterbrechungen wegen der unseligen Bengalischen Feuer, die ein Fan offenbar zünden muss, damit es schön raucht und stinkt. Doch kurz vor Anbruch der Verlängerung eskalierte die Sache komplett. Die Mannheimer Fans regten sich über eine angebliche Provokation des Lauterers Ritter auf und bewarfen die Gästebank, wo Trainer Torsten Lieberknecht stoisch dastand (das wurde ihm später ernsthaft vorgeworfen …). Als Reaktion zündeten Lauterer Fans Feuerwerkskörper, die sie in den Mannheimer Block fliegen ließen. Das nwiederum hatte einen versuchten Platzsturm der Waldhöfer zur Folge, der ein unfassbares Polizei-Aufgebot samt Pferdestaffel (man war tatsächlich auf alles vorbereitet) Herr zu werden versuchte. Minutenlang war die Partie unterbrochen, weil Mannheimer Fans fortwährend Feuerwerkskörper und andere Gegenstände aufs Feld schossen und warfen, die Mensch und Tier zum Teil nur knapp verfehlten. Für mich ein veritabler Skandal, dass Schiedsrichter Robert Schröder das Spiel dann fortsetzte. in der Verlängerung geschah dann sehr wenig, die Fans hatten sich wieder beruhigt, die Spieler waren eher apathisch, bis Ibrahim Kanaté in der 120. Minute mit einem feinen Schlenzer den Lauterrer Sieg herstellte.

Das allerdings war nebensächlich, alle sprechen nur über die mal wieder unfassbaren Szenen. Während Lauterns Sportdirektor Robert Hengen selbstkritisch anmerkte, die Szenen auf den Rängen „beider Seiten“ seine furchtbar, erging sich die Mannheimer Seite weitgehend in Schuldzuweisungen Sportdirektor Matthias Schober beschuldigte Lauterns Ritter, er habe durch seine „Provokationen“ das Desaster auf den Rängen provoziert. Noch schlimmer war für mich allerdings die indiskutable Reaktion von Gerhard Zuber, der die ganze Sache ins Lächerliche zog, nachdem er zunächst Waldhofs „großartige Fans“ huldigte. „Deswegen haben wir den Rasen gewechselt, damit die Pferde ein schönes Grün zum Grasen haben.“ Die äußerte dieser unselige Mensch nicht in erster Erregung, sondern lange nach den Geschehnissen. Offenbar genügte die Zeit nicht zum Nachdenken. Der DFB sollte diesem unfassbaren Menschen mit einer sehr, sehr langen Stadionsperre  Zeit zur Besinnung geben!

Wie gesagt: Für mich unbegreiflich, dass die Partie nicht komplett abgebrochen wurde. Die Teams müssten aus dem Wettbewerb geschmissen werden (also auch der Sieger Lautern, für den einer der Erstrunden-Verlierer als Lucky Loser nachrücken sollte); vielleicht sogar für mehrere Jahre. damit vielleicht ein Umdenken stattfindet. Wildwest-Szenen wie diese gibt es tatsächlich nur im Fußball, die aber kein echter Fußball-Fan sehen will (leider tun diese aber auch zu wenig dageben). Um es mit Ex-Nationalspiler und dem heutigen Sportdirektor von Legia Warschau Fredi Bobic zu sagen: Offenbar muss erst jemand sterben, damit es wirklich Konsequenzen in Form eines Abbruchs gibt.

Immerhin: Der DFB ermittelt, hohe Geldstrafen wird es mit Sicherheit geben. Ob es tatsächlich Ausshclüsse gibt, wage ich allerdings zu bezweifeln!

 

Durchmarsch der Bundesliga

 

Alle 16 Teams kamen durch (der FC Bayern und Borussia Dortmund spielen aufgrund des Supercups erst im September). Einen kompletten Durchmarsch des Oberhauses in der ach so gefürchteten 1. Runde hat es zuletzt 2009 gegeben. Nicht mal zittern mussten die meisten Clubs, die das Abenteuer Pokal mittlerweile äußerst ernst nehmen, auch weil hier mit vergleichsweise wenig Aufwand recht viel Geld zu verdienen ist. Einzig Schalke 04 musste gestern in Halle in eine Verlängerung, Mühe hatte auch der 1. FC Union nach zweimaligem Rückstand in Braunschweig. Am Ende siegte schlicht die bessere Klasse der Einzelspieler.

 

Arthur Fils schafft Debüt-Sieg

 

Erstmals siegte der Profi bei einem Tennis-Masters-Turnier. Im Finale von Cincinnati bezwang der Franzose den US-Amerikaner Francis Tiafoe in 3 Sätzen. Eine höchst merkwürdige Partie, denn sie dauerte nicht mal 90 Minuten, was für eine komplette Dreisatz-Partie extrem selten ist, erst recht in einem Finale. Schon länger warte ich auf den Durchbruch des hochveranlagten Arthur Fils, doch immer wieder werfen ihn Verletzungen zurück, zuletzt konnte er wegen anhaltender Hüftbeschwerden nicht bei den French Open antreten, wo die Franzosen so sehnlich auf einen Triumph eines Einheimischen warten.
Jetzt gilt Fils als einer der Anwärter für den Triumph bei den US Open ab Sonntag. Wie allerdings gut 2 Dutzend Männer (ohne große Übertreibung), nachdem Jannik Sinner die Teilnahme für New York schon abgesagt hat und Titelveretidiger Carlso Alcáraz zwar antritt, aber nach 4 Monaten Wettkampfpause nicht in Top-Form sein kann.

Bei den Frauen schaffte Coco Gauff in Cinci den umjubelten Heimsieg und schaffte endlich den ersten Turniererfolg in diesem Jahr. In einem höchst einseitigen Finale bezwang sie ihre Landsfrau Jessica Pegula. Hier gilt Ähnliches wie bei den Männern. Das Favoritinnenfeld für die US Open ist sehr weit, wirklich belastbare Vorhersagen sind hier wie dort nahezu unmöglich (ich versuche es trotzdem, wahrscheinlich am Sonntag).

 

Aachener Festspiele im Reitsport

 

Das Publikum war begeistert über die Leistungen von Ross und Reiter bei der WM, die SportlerInnen waren begeistert über das fachkundige und faire und enthusiastische Publikum. Kurz: Die Reit-WM war ein voller Erfolg. Sie bot spannenden Sport und eben die Fairness gegenüber allen Teilnehmern, die ich im Fußball oft vermisse.
Natürlich wurden die deutschen Erfolge besonders gefeiert. Vor allem den des Springreiter-Quartett, das in einem tollen Wettbewerb am Freitag die Mannschaftswertung für sich entschied. Am Ende hatten Marcus Ehning, Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel einen klaren Vorsprung auf die Vertretungen aus Belgien und Großbritannien.

Dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen, zeigte sich 2 Tage später in der Einzelkonkurrenz, als die Deutschen ohne Medaille blieben. Die erneut 40.000 Zuschauer in der Aachener Soers waren natürlich etwas enttäuscht, nichtsdestotrotz feierten sie Weltmeister Steve Guerdat, der mit mit Dynamix vor dem Belgier Thibeau Spits mit Impress Gold gewann. „Aachen hat Maßstäbe für kommende Weltmeisterschaften gesetzt, “ zeigte sich Verbands-Präsident Ingmar de Vos mehr als angetan. Und, wie ich anmerken will, ein echtes Statement für die Olympia-Bewerbung von Rhein/Ruhr, wo die pferde-Wettbewebe eben in Aachen stattfinden sollen.

 

Und sonst?

 

  • Super-Cup: Erster Titel für den FC Bayern. Die Münchne siegten bei Borussia Dortmund mit 2:0. Neuzugang Brown und Olise erzielten die Tore ür den FCB, für Dortmund war Silva erfolgreich.
  • Internationale Ligen: Der FC Arsenal ist in England der große Gewinner des 1. Spieltag (hört, hört). Die Londoner siegten klar mit 3:0 gegen Aufsteiger Coventry City. Dagegen kam der FC Liverpool bei Newcastle united nicht über ein 2:2 hinaus. Noch über erging es Manchester United und den Tottenham Hotspur, die mit empfindlichen Niederlagen bei Hull City gespektive Brentford starteten. Erster Tabellenführer ist brighton an Hove Albion: Das Team des deutschen Trainers Fabian Hürzeler siegte gleich 4:0 gegen Champions-League-Teilnehmer Aston Villa. Leon Goretzka wird genau hingeschaut haben, denn sein Wechsel zu den Villans steht seit dem Wochenende fest.
    In Spanien heißt der 1. Tabellenführer FC Barcelona, das Elche beim 5:0 nicht den Hauch einer Chance ließ. Unter den Torschützen war auch de Ex-Dortmunder Karim Adeyemi, der etwas überraschend in der Startelf stand. Er hat ja viel Hohn und Spott über sich ergehen lassen, weil Barca doch ein, zwei Nummern zu hoch für ihn sei. Warten wir mal ab!
  • Formel 1: Zum letzten Mal auf absehbare Zeit fand der Grand Prix von Holland in Zandvoort statt, weil die Veranstalter die horrenden Startgebühren nicht zahlen können. Für Lokalmatador Max Verstappen endete das Rennen desaströs, denn schon in der 1. Runde verlor er auf leicht feuchter Strecke die Kontrolle über seinen Red Bull, knallte in die Mauer, blieb aber unverletzt. Es siegte Weltmeister Lando Norris im McLaren vor dem WM-Führenden Kimi Antonelli, der seinen Vorsprung auf seinen Mercedes-Teamkollegen George Russell auf 59 Punkte ausbaugte.
  • Basketball: Missglückter Test der deutschen Frauen vor der Heim-WM in Berlin ab 4. September. Beim 62:68 gegen Ungarn leistete sich das Team zu viele Ballverluste. Da ist noch viel zu tun bis zum Turnier in anderthalb Wochen, immerhin dürften dann die noch fehlenden Frida Bühner und Leonie Fiebich wieder dabei sein.
    Die deutschen Männe gewannen den Supercup in Hamburg durch zwei Siege gegen Tschechien und Kroatien. Nach klarer Füührung machte es das Team um Kapitän Denis Schröder im Finale gegen Kroatien noch mal spannend, siegte aber mit 96:87.
  • Leichtathletik: Herausragende Leistungen bei den Diamond-League-Meetings in Lausanne und Silesia. Die Einheimische Audrey Werro gewann in Lausanne vor Femke Bol-Broeders, die in 1:55,42 Minuten in ihrem ersten jah nach dem Umstieg gleich einen nationalen Rekord aufstellte.
    In Silesia schleuderte der Litauer die 2-Kilo-Diskusscheibe gleich auf 72,58 Meter, Rekord für die Diamond League und wahrscheinlich auch Bestleistung für Wettkämpfe jenseits von besonders günstigen „Segelwiesen“ wie zurzeit Ramona n den USA. In einem grandiosen Rennen über 400 Meter hatte der Brasilianer Alison de Santos in 46,43 Sekunden (Weltjahresbestleistung) knapp die Nase vor Europameister und Weltrekordler karsten Warholm (46,52). zweimal brillierte auch Mondo Dupbantis, der mit dem Stab in Lausanne 6,21 Meter und in Silesia 6,20 überwand.

Das wird die Woche, die wird

Die Bundesliga beginnt am Freitag, bei den US Open wird in dieser Woche die Mixed-Konkurrenz den Appetizer fürs letzte Grand-Slam-turnier geben, und die besten Leichtathleten der Welt treffen sich am Donnerstag bei Traditions-Meeting in Zürich.

 

Große Überraschung: Bayern wird Meister

 

Laut einer der Herberger-Weisheiten (der Ball ist rund, das Spiel hat 90 Minuten/nona) ist Fußball deshalb so spannend, weil die Zuschauer nicht wissen, wie es ausgeht. So gesehen dürfte 64. Saison der Fußball-Bundesliga keinen Menschen interessieren, denn die Meisterschaftsfrage ist entschieden. Wer will ernsthaft dagegen wetten* oder auch nur argumentieren, dass die Bayern am Ende erneut die Nase vorn haben, die Frage ist allein, ob sie den Titel schon im März fixieren oder dank außergewöhnlichen Umständen erst im April oder gar mai.

* Die Quote liegt etwa bei 1,15. Wer also 100 Euro auf die Bayern setzt, bekommt satte 115 zurück. Wau!

Los gehts am Freitag, wenn die Münchner den VfB Stuttgart empfangen (20:30). Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Überraschung, wenn überhaupt reizt höchstens die Frage, ob der Sieg hoch genug ist, damit der FCB auch nach Ende des 1. Spieltags schon von der Tabellenspitze grüßt; wie vergangenes Jahr, als die Kompany-Elf mit 6:0 gegen Leipzig triumphierte und die Führung ncht mehr abgeben sollte.

Viele Augen werden am Wochenende auf den grunderneuterten BVB gerichtet sein. Die Dortmunder bestreiten im Westfalenstadion gegen den HSV das erste Topspiel der Saison (Sa., 18:30).

Mal sehen, ob ich in der Woche noch zu einer ausführlichen Bundesliga-Vorschau aufraffe mit einer eingehenden Analyse aller 18 Teams. Tendenz eher ja, aber ich will nix versprechen.

 

Mixed-Wettbewerb in New York prominent besetzt

 

Wie im vergangenen Jahr wird der Titel schon vor dem offiziellen Start der US Open ausgetragen. Das ruft prominente TennsispielerInnen auf den Plan, die sonst die gemischte Konkurrenz (eh nur noch bei den Grand Slams) meiden. Das vom Namen her attraktivste Doppel ist zweifellos das Paar Serena Williams/Carlos Alcáraz. Allerdings auch sehr umstritten: Serena Williams ist auf einer Comebacktour nach jahrelanger Pause, Alcáraz hat seit April wegen einer hartnäckigen Handverletzung nicht mehr an offiziellen Turnieren teilgenommen. Mehr als ein Einspielen für den Einzelwettbewerb ab nächsten Sonntag wird es für den Spanier also nicht geben.

16 Teams werden an zwei Tagen am Start sein: 14 stehen schon fest, darunter die Titelverteidiger Sara Errani/Andrea Vavassori aus Italien. Alexander Zverev an der Seite von Doppelspezialistin Tayler Townsend ist der einzige Deutsche im Bewerb. Erwartet werden darf nach den Erfahrungen 2025 durchaus attraktiver Sport, wo allerdings die letzte Ernsthaftigkeit fehlen dürfte (eher eine verschärfte Trainingseinheit, die aber Profis und Zuschauern höllisch Spaß macht). Genau das richtige Entrée für die wirklich wichtigen Einzel- und Doppelkonkurrenzen, das vom Publikum dankbar angenommen wird.

 

Die Meisterschaft von Zürich

 

Der Letzigrund ist nach wie vor die wichtigste Station der Diamond League. Dementsprechend prominent ist das Starterfeld am Donnerstag, wenn die versammelte Weltspitze um den Sieg in den verschiedenen Lauf-, Sprung-, und Wurfdisziplinen kämpft. Ein Erfolg in Zürich schmückt immer noch jeden sportlichen Lebenslauf. Ob dann auch die angestrebten Rekorde geschafft werden, steht auf einem anderen Blatt. Da muss doch vieles zusammenkommen, an erster Stelle gutes Leichtathletik-Wetter herrschen, die Vorhersage für Donnerstag ist allerdings nicht allzu günstig.

Die Schweizer hoffen natürlich auf ihre nationalen Heroen, angeführt von 800-Meter-Europameisterin Audrey Werro und Multitalent Simon Ehammer, der im Weitsprung starten wird. Doch jeder der Wettbewerbe ist sehenswert, auf die Zuschauer warten gut 2 Stunden beste Leichtathletik-Unterhaltung, zu sehen unter anderem im ARD-Sportschau-Stream oder per VPN via SRF.

 

Und sonst?

 

  • Europacup: Die Rückspiele der letzten Qualifikationsrunde in den drei Wettbewerben Champions-, Europa- und Conference League, bevor es Mitte September mit den 36er-ligen ernst wird. Der SC Freiburg hat nach dem 3:1 in Motherwell das Ticket für die Conference League fast sicher. Ebenso Celtic Glasgow jenes für die Chmapions League, denn der LASK wird im Rückspiel das 0:3 nicht mehr drehen (sach ich einfach mal). Besser sieht es für den österreichischen Konkurrenten Red Bull Salzburg in der Europa League nach dem 1:0 bei Mjällby aus. In der Conference League kämpfen die Wiener Clubs mit unterschiedlichen Aussichten ums Weiterkommen. Gut sieht es für Rapid aus (2:2 bei den Hearts of Midliothian), eher schlecht für die Austria (0:2 bei Sporting Braga). Ansonsten ein schönes Sammelsurium von Partien mit Teams, dessen Herkunft immer wieder nette Ratespiele ergeben (wo würdet ihr zum Beispiel den KS Egnatioa oder St. Truiden oder den FC Iberia verorten?)
  • Internationale Ligen: Die wichtigsten haben jetzt alle den Spielbetrieb aufgenommen. Im England lautet der Schlager des 2. Spieltages Aston Villa vs FC Arsenal (allerdings erst am 31. August).
    In Italien erwartet die SSC Neapel das Überraschungsteam von Como, das unter Anleitung von Trainer Cesc Fabregas als Vierter die Champions League erreicht hat.
    Ein Duell zumindest großer Namen ist immer wieder die Partie in La Liga zwischen dem FC Sevilla vs Atlético, wobei die Andalusier in zuletzt  längst nicht mehr so stark waren in der Zehner-Jahren, als sie fast Seriensieger in der Europa League waren.
  • Deutscher Fußball: Für mich natürlich der Top-Schlager ist das Spiel Sechzig gegen Landshut (So., 14 Uhr), wo ich dank meiner Dauerkarte live vor Ort im Grünwalder Stadion sein werde. Ich werde berichten …
  • Handball: Auch hier beginnt die Männer-Bundesliga. Meister SC Magdeburg hat mit der partie beim VfL Gummersbach gleich einen echten Prüfstein (Sonntag, 15 Uhr). Die Bördestädter gelten erneut als klarer Titel-Favorit vor dem offenbar wiedererstarkten THW Kiel.
  • Basketball: 2 weitere Spieltage in der WM-Qualifikation der Männer. Deutschland kann mit Siegen gegen Holland (Do., 20:00) und in Polen (So., 14:45) dem Turnier in Katar 2027 sehr nahekommen. Es fehlen zwar die nicht ganz fitten NBA-Stars Franz Wagner und Isaiah Hartenstein, dennnoch dürfte die Truppe um Kapitän Dennis Schröder stark genug sein für 2 Siege.
    Die Frauen testen für die Heim-WM im September. Am Donnerstag empfängt das deutsche Team die Türkei. Leider ohne die Schwestern Satou und Nyara Sabally und wohl auch Leonie Fiebich, die auch für die WM passen müssen.
  • Motorrad. Nach längerer Sommerpause gibt es WM Läufe in Aragon in allen Klassen. In de MotoGP sind die Aprilias von WM-Leader Jorge Martin und Marco Bezecchi das Maß aller Dinge. Gleich 6 Spanier und 5 Italiener sind in den Top 12 zu finden. Einzig der Drittplatzierte Ai Ogura kann in diese südeuropäische Phalanx einbrechen.
  • Volleyball: Die Frauen-WM findet in gleich vier Ländern statt. Das deutsche Team hat eine schwere Gruppe erwischt und bestreitet die partien in der Türkei. Nach der Auftaktniederlage gegen Slowenien sind Lettland, Ungarn, Co-Gastgeber Tprkei und Polen die weiteren Gegner. Fürs Achtelfinale ist mindestens Platz 4 notwendig.