Blick über den Teich, NBA
DETROIT PISTONS – Orlando Magic 116:94 (Endstand: 4:3)
Das wars für die Orlando Magic mit den 3 deutschen Nationalspielern Franz und Moe Wagner sowie Tristan da Silva. Nach einem neuerlichen Kollaps vor und nach der Pause unterlag das Team aus Florida klar bei den Detroit Pistons, die damit noch den 1:3-Rückstand in der Serie drehen konnten.
Bis vier Minuten vor der Pause hielten die Magic die Partie offen, führten zeitweise sogar mit 4 Punkten. Doch in den je 3 Minuten vor und nach dem Wechsel sorgten die Pistons für klare Verhältnisse und führten plötzlich mit 20 Punkten – schon die Entscheidung. Diese Formeinbrüche, bei denen vorn und hinten gar nichts läuft (keinerlei Teambasketball), sind geradezu sinnbildlich für die Play-off-Serie.
Bester der Sieger
Cade Cunningham: 32 Punkte und 12 Assists. Der Star der Pistons hat rechtzeitig auch seinen Dreier wiedergefunden (4 von 6). Diesmal hatte er auch einen adäquten Partner: Tobias Harris legte 30 Punkte auf.
Stark beim Verlierer
Paolo Banchero: In Abwesenheit von Franz Wagner lag es vor allem an ihm, das die Magic bis kurz vor dem Wechsel mithalten konnten, als er 21 Punkte sammelte und 4 seiner 5 Dreier verwandelte. Ging dann allerdings mit unter.
X-Faktoren
Jalen Duren: Vor allem dessen Offensiv-Rebounds (5), die dem Gegner immer besonders weh tun. Insgesamt legte er 16 Punkte un 15 Reebounds auf, so hat man sich das in Detroit vorgestellt.
Daniss Jenkins von der Bank ergänzte 16 Punkte und war vor allem jenseits der Dreierlinie sehr gefährlich (4 von 5).
Dagegen hatte Jalen Suggs einen gebrauchten Tag mit seinen 6 Pünktchen und 0 von 4 Dreiern.
🇩🇪👓
Franz Wagner fehlte erneut wegen seiner Wadenveletzung. Er wäre sehr gut beraten, wenn er diese jetzt voll auskuriert und nicht im Sommer ein National-Team-Intermezzo (WM-Qualifikation) einlegt. Moe Wagner erhielt diesmal den Vorzug auf der großen Position vor Goto Bitadze, gefiel durch Einsatz, konnte dem Spiel allerdings keine großen Impulse geben. Tristan da Silva war in seinen kanpp 9 Minuten Einsatz ein Null-Faktor.
Ausblick der Sieger
Die Pistons treffen jetzt auf die Cleveland Cavaliers (siehe unten). Für mich ein Duell auf Augenhöhe, aber in einem eventuellen Spiel 7 ist der Heimvorteil für Detroit vielleicht ausschlaggebend.
Und die Verlierer?
Eine weitere Saison, in der die Magic nicht wirklich weitergekommen sind. Was auch an den Verletzungen (Banchero, die Wagners) lag, aber vor allem auch daran, dass es Cheftrainer Jamahl Mosley nicht gelungen ist, ein Team-Basketball zu installieren. Extrem bedenklich sind die wiederholten Komplett-Einbrüche, in denen minutenlang überhaupt nichts geht. Das hat ihnen vor allem in Spiel 6 zu Hause die Serie gekostet, als sie eine 24-Punkte-Führung förmlich weggeschmissen hatten.
Ob Mosley eine Zukunft hat, sei dahingestellt und erscheint äußerst fraglich. Außerdem habe ich tatsächlich die Befürchtung, dass der Körper von Franz Wagner den Anforderungen einer NBA-Saison nicht gewachsen ist. Vielleicht (zu) viel Schwarzmalerei, aber die Verletzungs-Historie ist für einen 24-Jährigen halt ellenlang.
CLEVELAND CAVALIERS – Toronto Raptors 114:102 (Endstand: 4:3)
Im 7. Spiel der Serie der 7. Heimsieg. Parallele der Ereignisse: Auch diese Partie wurde in den Minuten kurz vor und nach der Pause entschieden. Die Raptors erwischten den besseren Start, auch dank eines sehr gut aufgelegten Scottie Barnes. Sie führten mit bis zu 10 Punkten.
Doch mit einem 11:2-Lauf vor der Pause glichen die Cavs aus, und in den ersten 3 Minuten schafften sie einen weiteren 9:0-Run. Diese Führung hielt, auch weil Barnes (wegen seiner Knieverletzung?) nicht mehr so auftrumpfen konnte und vor allem Cavs-Center Jarrett Allen unaufhaltsam war. Allein im 3. Viertel schafft er 14 Punkte und 10 Rebounds (5 offensiv).
Bester der Sieger
Jarrett Allen: Bisher in der Serie eher verhalten, wurde er um entscheidenden Mann. Am Ende standen für ihn 22 Punkte und gleich 19 Rebounds auf der Anzeigentafel.
Stark beim Verlierer
Scottie Barnes: Starke Anfangsphase, als er noch voll bei Kräften war. Noch eklatanter die Diskrepanz bei Sam Shead: 14 Punkte in der 1. Halbzeit, 0 im 2. Durchgang.
x-Faktoren
Rebounds: 60:33 (!) lautete das Verhältnis zugunsten der Cavaliers. Im vorentscheidenden 3. Viertel waren es gar 22:8! Jakob Pöltl und Co. waren unterm Korb schlicht überfordert.
Fehlende Spieler: Die Raptors konnten den Ausfall von Quickley und Ingram letztlich nicht kompensieren. So fehlte es schlicht an Breite im Kader, die den angeschlagenen Barnes hätte entlasten können. Das gehört allerdings zum Play-off-Geschäft.
🇩🇪🇦🇹👓
Dennis Schröder stand nur 8 Minuten auf dem Parkett, wo er wenig zustandebrachte und nur einen seiner 7 Würfe im Ziel unterbrachte.
Jakob Pöltl war wie gesagt als Center gegen Jarrett Allen hoffnungslos unterlegen, am Ende sammelte er wenigstens noch 9 Punkte und 7 Rebounds für die persönliche Statistik.
Ausblick der Sieger
Wie gesagt – ich halte die kommende Serie der Cavs gegen die Pistons für ausgeglichen. Beide Teams haben ihre Stärken und Schwächen (mehr bis spätenstens morgen in einer gesonderten Vorschau).
Und die Verlierer?
Unterm Strich haben die Raptors eine zufriedenstellende Saison gespielt. Sie haben mit Scottie Barnes und auch RJ Barrett und einem hoffentlich bald wieder gesunden Immanuel Qickley aufregende Akteure im Kader. Schwächen auf der Center-Position (leider ist Jakob Pöltl nicht mehr in der Verfassung von vor 2 Jahren) müssten allerdings angegangen werden, soll der nächste Schritt nach vorn getätigt werden.
Ansetzungen
Di., 02:00: Knicks – 76ers (0:0)
Di., 03:30: Spurs – Timberwolves (weiter ohne Edwards, DiVincenzo und vielleicht auch ohne Dosunmo)
Mi., 01:00: Pistons – Cavaliers (0:0)
Mi., 03:30: Thunder – Lakers (Doncic dürfte weiterhin fehlen)
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