Blick über den Teich, NBA

 

Boston Celtics – PHILADELPHIA 76ers 100:109 (3:4)

 

Zum ersten Mal in der Team-Geschichte haben die Philadelphia 76ers einen 1:3-Rückstand in einer Serie gedreht (beim 19. Versuch). Früh hatten sie sich einen Vorsprung herausgearbeitet, vor allem auch, weil Joel Embiid unterm Korb agieren konnte, fast wie er wollte. Die Celtics versuchten es von Beginn an mit Distanzwürfen, doch zunächst hatte nur Derrick White sein Visier richtig eingestellt, Jalen Brown erarbeitete sich mit purer Willenskraft wichtige Zähler. Topstar Jayson Tatum hingegen fehlte wegen einer Knieverletzung.

Im dritten Viertel schienen die Sixers schon die Vorentscheidung herbeigeführt zu haben, 18 Punkte betrug der Vorsprung. Doch wenn. diese Play-offs mich eines gelehrt haben, dann bitte auf voreilige Schlusse verzichten. Die Celtics robbten sich Punkt für Punkt heran. Drei Minuten vor Ende war die Partie völlig offen, als die Sixers mit 99:98 führten.

Mehrere Male hatten die Celtics die Chance zur Führung, doch Jalen Brown verpasste 2 durchaus machbare Würfe. Auf der anderen Seite war der bis dato sehr starke Center Joel Embiid sichtlich angeschlagen und humpelte nur noch übers Feld.. Es war dann Tyrese Maxey, der mit 2 unwiderstehlichen Antritten zum Korb die Entscheidung herbeiführte. nervenstark zewgte er sich überdies von der Freiwurflinie. 8 Punkte in Folge schaffte er – die Entscheidung.

 

Beste der Sieger

 

Joel Embiid legte erstaunliche Zahlen auf: 34 Punkte, 12 Rebounds und 6 Assists. Das kompensierte auch Schwächen in der Defensive, als er manches Mal arg unbeweglich schien.
Tyrese Maxey hielt sich lange zurück (8 Punkte in der 1. Halbzeit), als es darauf ankam war er mit seiner unglaublichen Schnelligkeit zur Stelle. Am Ende standen 30 Punkte, 11 Rebounds und 7 Assists zu Buche.

 

Stark beim Verlierer

 

Jalen Brown: Hielt mit Kraft und Durchsetzungsvermögen lange dagegen. 33 Punkte legte er auf, und gleich drei Würfe konnte er blocken.
Derrick White hatte eine tolle erste Halbzeit, doch im zweiten Durchgang hatte er seinen Distanzwurf fast völlig verloren (1/9).

 

X-Faktor

 

VJ Edgecombe: Der Rookie lieferte erneut und legte 23 Punkte auf, war zielsicher von der Dreierlinie (5/11) und sorgte für die nötige Entlastung. Edgecombe wurde zwar nicht zum Rookie des jahres gewählt, sondern Coope Flagg, aber von allen neuen Spielern in diesem Jahr hat er mit Abstand die besten Play-offs.

 

Zahlereien

 

3 Punkte nur hatten die Sixers-Bank-Spieler (Quentin Grimes). Trainer Nick Nurse hat offenbar null Vertrauen in die zweite Garde, allein  Grimes erhielt mehr als 10 Minuten Spielzeit und durfte überhaupt auf den Korb werfen. Dagegen mussten die Stammkräfte unververhältnis lange ran, etwa Maxey mit 45 und Edgecombe mit mehr als 43 Minuten.

13 von 49 Dreier: Die vermeintliche Stärke der Celtics (Treffsicherheit von außen) wurde mal wieder zur Schwäche. Wie in der vergangenen Saison, als vornehmlich der Slump jeseits der Dreierlinie das Ausscheiden gegen die Knicks bescherte. Gerade der vermeintliche Spezialist Payton Pritchard (2 von 7) traf längst nicht so gut, wie er es gewöhnlich vermag. Der Dreier ist halt eine sehr volatile Angelegenheit, kommt und geht (bei vielen ist er allerdings nie da …).

 

Ausblick der Sieger

 

Die Sixers treffen jetzt auf die Knicks, die unter Mke Brown ihren Play-off-Modus gefunden haben und gerade unterm Korb für Embiid und Co eine weitaus größere (im Wortsinn) Herausforderung sind mit Karl-Anthony Towns und Mitchell Robinson. Abzuwarten bleibt, wie der gerade von einer Blinddarm-OP genesene Embiid die Strapazen wegsteckt, das sichtbare sah am Ende der Celtics-Partie alles andere als gut aus, und die Pause bis Dienstagfrüh (MESZ) relativ kurz. Andererseits sind Maxey, Edgecombe und auch Paul George ein extrem gefährliches Trio. Ohne effektive Unterstützung von der Bank (Drummond, Grimes) wird die Serie abe kaum zu gewinnen sein.

 

Und die Verlierer?

 

Die überraschend starke Saison der Celtics hat ein überraschend frühes Ende gefunden. Ob das jetzt allein am Ausfall von Tatum in Spiel 7 lag, sei mal dahingestellt (die Celtics-Fans weden es natürlich behaupten). Das Team hat eine große Schwäche, nämllich unter dem Korb, wo Queta allein überfordert ist. Sollten die Celtics hier nachlegen, dürfte mit einem dann wieder vollends wiederhergestellten Tatum mit Boston wieder zu rechnen sein.

 

Ansetzungen, 1. Runde

 

So., 21:30: Pistons – Magic (3:3) Die orlando Magic erneut ohne Franz Wagner, dessen Wadenverletzung schlimmer ist als zunächst                              angenommen.
Mo., 01:30: Cavaliers – Raptors (3:3)

 

2. Runde

Di., 02:00: Knicks – 76ers (0:0)
Di., 03:30: Spurs – Timberwolves (die Wolves offenbar weiter ohne Edwards und DiVincenzo und vielleicht auch noch ohne Dosunmo.