Blick über den Teich, NBA

 

Ausgeglichener Osten ohne Star-Team. Alle 4 Serien gehen mindestens über 6 Spiele.

 

Detroit Pistons – Orlando Magic 116:109 (2:3)

 

Dank eines überragenden Cade Cunningham konnten die Detroit Pistons das Erstrundenaus vorerst vermeiden. Die Magic (ohne den waden-verletzten Franz Wagner) hatten durchaus ihre Chancen auch durch eine erstaunliche Treffsicherheit bei den Dreiern (44 Prozent). aber in der entscheidnen Phase fehlte eben ein smarter Akteur, wie es Franz Wagner ist.

 

Bester der Sieger

 

Cade Cunningham: 27 seiner 45 Punkte sammelte er in der 1. Hälfte, als er fast im Alleingang die 12-Zähler-Führung bewerkstelligte. Enorme Nervenstärke von der Freiwurflinie, als er alle 14 Versuche verwandelte. In diesen Play-offs ist das wirklich keine Selbstverständlichkeit. Formidabel auch sein Dreier (5 von 8), allerdings auch mit 6 Ballverlusten.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Paolo Banchero: Ebenfalls 45 Punkte. Quasi der Alleinunterhalter im Schlussviertel, als er 18 Zähler auflegte (dem Rest des Teams gelangen insgesamt nur 12). Damit ist schon viel erklärt. Banchero ist ein begnadeter Egozocker, im 1 gegen 1 kaum zu stoppen. Doch manches Mal übertreibt er es maßlos und übersieht die klar besser postierten Mitspieler. Mannschafts-Basketball seht man mit einem Banchero auf dem Parkett äußerst selten.

 

X-Faktoren

 

Rebounds: 49 abprallende Bälle sicherten sich die Pistons, nur 33 die Magic.
Freiwürfe: Die Pistons verwandelten 80 Prozent (28 von 35), die Magic indiskutable 53 Prozent (16 von 30).

Angesichts dieser Diskrepanzen verwundert das knappe Ergebnis extrem.

 

🇩🇪👓

 

Franz Wagner fehlte wegen einer Wadenzerrung. Der Einsatz in Spiel 6 am Samstag ist extrem unsicher.
Tristan da Silva spielte zwar 16 Minuten, aber praktisch keine Rolle.

 

Ausblick

 

Es geht zurück nach Orlando, wo der Heimvorteil die Magic zum Sieg verhelfen soll. Ich sehe keinerlei Favoritenstellung, entscheidned wird sein, welcher Superstar die jeweiligen Kollegen mehr einbindet und weniger Fehler macht.

Nächstes Spiel: Sa., 01:00: Magic – Pistons

 

Cleveland Cavaliers – Toronto Raptors 125:120 (3:2)

 

Bis weit ins dritte Viertel sah es nach einer Überraschung aus. Mit bis zu 12 Punkten führten die Raptors, ehe ein fulminanter Zwischenspurt die heimischen Cavs wieder heranbrachte. Im Schlussabschnitt entschieden letztlich 2 schwierige  Dreier von Evan Mobley und ein hervorragender Spielmacher und Punktesammler Dennis Schröder die Partie zu Gunsten der Cavs.

 

Bester der Sieger

 

Evan Mobley: Topscorer der Cavs gemeinsamt mit James Harden (je 23 Punkte), aber neben seinen Dreiern in der Schlussphase zeigt er unter anderem mit 3 Blocks, warum er in der vergangenen Saison zum besten Defensivmann der Saison gewählt wurde.

 

Stark trotz der Niederlage

 

RJ Bennett legte 25 Punkte auf und bestach auch durch 12 Rebounds (5 am offensiven Brett) und 5 Assists. Sehr gut auch der bis dato nahezu unsichtbare Ja’akobi Walter (20) Zähler.

 

X-Faktor

 

Dennis Schröder: Mit Abstand sein bestes Spiel in dieser Serie. Gerade im Schlussabschnitt war er die ideale Ergänzung und schaffte 11 seiner insgesamt 19 Punkte, dazu 2 Assists bei keinem Ballverlust. Das war der Schröder, den die Deutschen aus WM- und EM-(Ko)Partien bestens kennen. Endlich gab ihm Trainer Atkinson das volle Vertrauen und ließ den Deutschen im letzten Viertel die kompletten 12 Minuten durchspielen.

 

🇦🇹👓

 

Jakob Pöltl hatte einen mehr als soliden Auftritt mit 14 Punkten (5 von 6) und 9 Rebounds, alle am defensiven Brett.

 

Ausblick

 

Die Cavs sind wieder in der Vorderhand, aber was heißt das schon. Zumindest in der heimischen Halle dürfte Toronto noch mal zurückschlagen, vor allem wenn Scottie Barnes seinen Slump (auf immer noh hohem Niveau) überwindet.

Nächstes Spiel: Sa., 01:30: Raptors – Cavaliers

 

Los Angeles Lakers – Houston Rockets 93:99 (3:2)

 

Die Rocktes leben noch. Als erst 16. Team der Geschichte verkürzten sie nach 0:3-Rückstand auf 2:3 und so, wie die Formkurven verlaufen, würde es mich wenig wundern, wenn sie am Samstag in eigener Halle auch ein 7. Spiel erzwingen würden.
Die Lakers, wieder mit Austin Reaves (22 Punkte, 6 Assists) entschieden zwar das erste Viertel für sich (28:21), doch ab dem 2. Viertel übernahmen die Rockets das Kommando, gingen in Führung. Die Lakers blieben zwar die gesamte Partie über in Schlagdistanz, doch die Rockets hatten oft die entscheidnde Antwort, sogar als Ayton auf 93:98 verkürzte..

 

Bester der Sieger

 

Jabari Smith mit 22 Punkten. Doch die gesamte Starting Five punktete zweistellig, die Ausgeglichenheit war der größte Trumpf.

 

Stark beim Verlierer

 

LeBron James, der Unverwüstliche. 25 Punkte und 7 Assists. Allerdings ein Dauer-Meckern gegen die Schiris, die gnädigerweise die Ohren auf Durchzug stellten. Der wohl verdiente (nicht wohlverdient) Star-Bonus. Bemerkenswert auch die 18 Punkte und gleich 17 Rebounds von Center DeAndré Ayton.

 

Zahlereien

 

1 Pünktchen schaffte Luke Kennard von den Lakers, bis dato zuverlässiger Punktesammler. Wenn man so will, der große Verlierer, dass Austin Reaves wieder dabei ist.

 

Ausblick

 

Das Pendel scheint in Richtung Houston auszuschlagen, ich sehe sie als Favorit für Spiel 6, zumal zu Hause in Texas. Eine offene Frage: Kommen die Superstars Durant (Rockets) und/oder Doncic (Lakers) noch für diese Serie zurück?

 

Nächstes Spiel: Sa., 03:30: Rockets – Lakers

 

Ansetzungen

 

Fr., 01:00: Hawks – Knicks (2:3)
Fr., 02:00: 76ers – Celtics (2:3)
Fr., 03:30: Timberwolves – Nuggets (3:2)

Sa., 01:00: Magic – Pistons (3:2)
Sa., 01:30: Raptors – 76ers (2:3)
Sa., 03:30: Rockets – Lakers (2:3)