Blick über den Teich, NBA
4 Spiele standen am Samstag an. Ihr habt sicher Verständnis, dass ich nicht auf alle gleich lang eingehe.
Orlando Magic – Detroit Pistons 113:105 (2:1)
Die Riesen-Überraschung rückt näher. Mit einer erstaunlichen Leistung schafften die Magic den Heimsieg. Ausschlaggebend die erstaunliche Leistung bei den Distanzwürfen. Was die gesamte Saison das größte Problem war, entschied diese hartumkämpfte Partie.
Bester der Sieger
Paolo Banchero: Mit 25 Punkten war er Top-Scorer seines Teams dazu schnappt er 10 Rebounds und servierte 9 Assists. Manchmal etwas eigensinnig, aber das gehört zu seinem Spiel. Und nur 3 Ballverluste zeugen davon, dass er in seinen 38 Minuten Spielzeit nur selten den Überblick verlor.
Stark trotz der Niederlage
Cade Cunningham: Mit 27 Zählern bester Schütze der Partie. Allerdings drehte er erst im Schlussviertel so richtig auf, als er mt 12 Punkten gemeinsam mit Tobias Harris (10) die Pistons allein im Spiel hielt. Zuvor mit großen Schwächen und insgesamt gleich mit 9 (!) Ballverlusten. Viel zu viel für einen Spieler seiner Klasse.
X-Faktor
Desmond Bane: Vor Saisonbeginn holten ihn die Magic aus Memphis, weil er mit seinen Distanzwürfen helfen sollte. Das gelang grundsätzlich, aber nie war er so wertvol wie am Samstag. Nenmal versuchte er es jenseits der Dreierlinie, siebenmal war er erfolgreich, und dabei waren die ersten sechs Würfe makellos. So oder zumindest so ähnlich hat man sich das in Florida wohl vorgestellt.
Zahlereien
45 Prozent der Orlando-Dreier flogen durch die Reuse, das war wirklich magisch von den Magic, die ansonsten Schweirigkeiten haben, die 30-Prozent-Marke zu knacken. Sogar wenn ich Bane herausrechne, waren es 8/24, für Magic-Verhältnisse überdurchschnittlich. Geradezu sinnbildlich Bancheros Versuch in der Schlussphase, als der Ball hoch von der Ringkante absprang und beim Fallen direkt durchs Ziel flog. Glück braucht der Mensch.
🇩🇪👓
Franz Wagner legte offensiv ordentliche Zahlen auf mit 17 Punkten, 5 Rebounds und 6 zum Teil sehr schöne Assists. Viel wichtiger war der Berliner in der Abwehr, als er Cunningham das Lebens äußerst sauer machte und einige der Turnovers provozierte. Noch immer hält er sich nach seiner Verletzung zurück, wie es scheint, aber es wird besser und besser. Herausragend der +/–Wert von 19, der beste aller eingesetzten Profis.
Tristan da Silva trat diesmal kaum in Erscheinung, Moe Wagner wurde erneut nicht berücksichtigt.
Ausblick
Die große Frage lautet: Können die Magic und vor allem Bane ihre Dreier-Quote wenigstens annähernd halten? Dann haben sie wirklich gute Chancen, dass sie den Conference-Ersten eliminieren. Denn die Defense erinnert fast schon ans vergangene Jahr, als sie zu den besten der Liga gehörte. Aber niemand sollte die Pistons abschreiben. Cunningham und auch Duren und Harris stellten die Magic oft vor große Rätsel
Nächstes Spiel: Di., 02:00: Magic – Pistons
Phoenix Suns – Oklahoma City Thunder 109:121 (0:3)
Nie waren die Thunder ernsthaft gefährdet, obwohl mit Jaylen Williams ihr zweitbester Mann fehlte. Shai Gilgeous-Alexander legte 42 Punkte auf. Isaiah Hartenstein hielt sich mit 9 Zählern und 3 Rebounds zurück. Bei den Sus gefiel erneut Dillon Brooks mit 33 Punkten.
Schon am Dienstag dürfte OKC erneut in Phoenix die Serie klarmachen.
Atlanta Hawks – New York Knicks 98:114 (2:2)
Nicht einmal ein Viertel konnten die Hawks mithalten, danach setzten sich die Knicks Schritt für Schritt ab und brachten die Partie sicher nach Hause. New York war viel konsequenter in der Abwehr und gabern längst nicht mehr so viele freie Würfe ab.
Bester der Sieger
Karl-Anthony Towns: Am Ende stand sogar ein Triple Double auf der Anzeigentafel (zweistellige Werte in drei kategorien), nämlich 20 Punkte und je 10 Rebounds und Assists. Diesen Input brauchten die Knicks, und die Stärke in der Verteidigung.
Stark beim Verlierer
Keiner stach wirklich heraus. Immerhin 6 Spieler punkteten zweistellig.
X-Faktor
Die Dreier: Hier war der Unterschied am elementarsten. Die Hawks verwandelten nur 25 Prozent der Distanzwürfe, be den Knicks waren es starke 45 Prozent. Und die Last verteilte sich auf mehrere Spieler, die zuverlässig trafen.
Ausblick
Nach 2 Tagen Pause geht es in New York mit Spiel 5 weiter, das bei ausgeglichenem Stand gerne als Wahrsager herhält. Für mich ist die Serie aber weiterhin völlig offen, das Pendel kann auch wieder zurückschwingen. Aber offensichtlich hat Knicks-Trainer Mike Brown einen Schölüssel gefunden.
Nächstes Spiel: Mi., 02:00: Knicks – Hawks
Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 112:96 (3:1)
Nach zweieinhalb Vierteln sprach sehr vieles für die Nuggets. Nicht nur führte das Team um Nikola Jokic mit 6 Zählern, bei den Timberwolves fehlten mit Donte DiVicenzo und vor allem Anthony Edwards verletzungsbedingt zwei ganz wichtige Akteure. Doch wenn ein Kader Ausfälle verkraften kann, dann der von Minnesota. Angeführt von Ayo Dosunmo überrannte das Team den fAvoriten förmlich, das im Schlussviertel nichts mehr entgegenzusetzen hatte.
Bester des Siegers
Ayo Dosunmo: Am Ende standen 43 Punkte (!) auf der Habenseite. Erst zum vierten Mal seit 1970 hatte ein Bankspieler ein 40+-Spiel in den Play-offs geschafft. Die MvP-Rufe bei jedem Freiwurf waren hatten zumindest in dieser Partie ihre Berechtigung.
Stark beim Verlierer
Jamal Murray und Nikola Jokic: Stemmten sich lange gegen die Niederlage, doch sie fanden viel zu wenig Unterstützung und hatten in entscheidnen Phasen auch ihre Schwächen. So traf Jokic nicht einen seiner 3 Dreier-Versuche und leistete sich erstaunliche Abspielfehler.
Zahlereien
72 von 112 Punkten der Wolves erzielten die Bankspieler, also fast zwei Drittel. Natürlich dem frühen Ausfall von Edwards und DiVincenzo geschuldet, aber neben Dosunmo hatten auch Naz Reid (17 Punkte + 9 Rebounds) und Bones Hyland (8 Punkte, 7 Assists einen guten Tag erwischt.
Und sonst?
Die Partie endete mit dem Ausschluss von Nikola Jokic und Julian Randle. Nachdem Jalen McDaniels 2 Sekunden vor Schluss trotz entschiedener Partie einen Korbleger verwandelt hatte (gegen alle ungeschriebenen Usancen in solchen Fällen) rastete Jokic aus und schubste McDaniels, was wiederum Randle auf den Plan rief. Eine völlig überflüssige Aktion, aber die Gemüter beruhigten sich schnell, und das Ganz dürfte sich nicht über Gebühr auf den Rest der Serie auswirken. Zündstoff genug ist schon vorhanden
Ausblick
Einen 1:3-Rückstand haben bisher nur wenige NBA-Teams umgebogen. Abzuwarten bleibt, ob und wie lange Edwards und DiVincenzo ausfallen. Zumindest dürfte Nuggets-Trainer Adelman sich ein Konzept gegen Dosunmo überlegen.
Nächstes Spiel: Di., 04:30: Nuggets – Timberwolves
Ansetzungen
So., 19:00: Raptors – Cavaliers (1:2)
So., 21:30: Trailblazers – Spurs (1:2)
Mo., 01:00: 76ers – Celtics (1:2)
Mo., 03:30: Rockets – Lakers (0:3)
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