Das wird die NBA 25/26, Western Conference, Teil II

Die 8 Teams von Teil I sehe ich alle mehr oder weniger sicher mindestens in den Play-Ins (also Top 10). Jetzt kommen diejenigen, bei dennen die Bandbreite (sehr hoch bis weit unten) viel größer ist.

 

 

IV. Die Hoffnungsvollen

 

SAN ANTONIO SPURS

 

Das 3. Jahr mit dem Außerirdischen Victor Wmbanyama (Wemby), und nach 2 Saisons des Ausprobierens sind die Spurs auch bei en eigenen Fans ganz langsam in der Bringschuld, zumal das Team nach und rund um den 2,21-Meter langen Franzosen aufgebaut wurde. De’Aaron Fox kam schon im Februar von den Kings), mit Dylan Harper kam ein Top-Rookie (die Nr. 2 hinter Cooper Flagg), dazu ein Klasse-Center wie Luke Kornet. Alles scheint angerichtet mindestens für die Play-Ins Aber: Wird dies gelingen ohne Gregg Popovic auf der Bank (siehe Problemfeld)?

 

Der Star

 

Victor Wembanyama: Immer noch erst 21 Jahre jung ist das Ausnahmetalent, der keine Grenzen nach oben zu kennen scheint. Dem alles zugetraut wird, sogar ein Quadruple (zweistellige Werte in vier Kategorien). Wemby hat in der NBA schon manches Glanzlicht gesetzt, ist jetzt schon der beste Verteidiger (kein Angreifer bei Verstand versucht zB, gegen ihn und seine Krakenarme einen Sprungwurf.
Und doch regen sich bei mir leise Zweifel, ob es wirklich was wird mit der außerirdischen Karriere. Eine Thrombose setzte ihn seit Februar außer Gefecht, und die Frage darf gestellt werden: Hat sich dieses Problem jetzt erledigt mit OP ujnd Reha oder droht beim 2,21-Meter-Riesen mit den ewig langen Gliedmaßen immer wieder diese Gefahr.
De’Aaron Fox war Teil und sogar Herz der aufregenden Kings-Mannschaft seit 2022, die (wieder nach den grandiosen Nuller-Jahren im Arco Centre)) zu meinem Lieblingsteam wurde. Theoretisch bilden er und Wemby ein Traumpaar, doch Fox ist angeschlagen und muss für den Saisonbeginn passen.

 

X-Faktor

 

Stephon Castle: Hatte eine tolle Saison 2024/25. Setzt er diese Entwicklung fort, haben die Spurs bei aller Gesundheit ein Trio infernale plus Ergänzungen wie eben Rookie Dylan Harper, den erfahrenen Centern Luke Kornet und Kelly Olynik.

 

Problemfelder

 

Ohne Gregg Popovich: Nach dem Schlaganfall in de vergangenen Saison verkündete die 75-jährige Trainerlegende seinen endgültigen Rückzug. Wie sich das auswirkt, ist völlig offen, denn die Spurs waren 3 Jahrzehnte ohne „Pop“ auf de Bank undenkbar. Der mit seinen weisen Aussagen zum Weltgeschehen auch für die ganze Liga so wichtig war, nota bene.
Mitch Johnson genießt alles Vertrauen im Team und auch das von Popovic. Doch nun steht der ewige Assistent  erstmals nicht nur interimistisch in der Verantwortung, und das mit einem Team, von dem viele erwarten, dass es in den nächsten Jahren ein echter Titelkandidat wird.

 

Memphis Grizzlies

 

Ein Team zwischen Genie und Wahnsinn: Das beginnt bei (dem einen) Superstar (Ja Morant, siehe dort) und endet noch längst nicht bei der Team-Führung, die im Frühjahr ganz kurz vor Saisonende den damaligen Chef- und Erfolgscoach Taylor Jenkins in die Wüste schickte und durch Tuomas Iisalo ersetzte. Der Finne ist in Deutschland wohlbekannt aus Zeiten bei den Telekom Baskets Bonn.
De Wahnsinn setzte sich im Sommer fort, als die Grizzlies mit Desmond Bane ihren besten Dreier-Schützen Richtung Orlando Magic ziehen ließen. Allerdings bekamen sie im Gegenzug mehrere sehr gute Picks, was sich alelrdings erst in den kommenden Jahren auswirken wird.
Und doch: Zugänge wie Ty Jerome (von den Cavaliers) und Kentavious Caldwell-Pope (Lakers) machen Hoffnung, dass es wenigstens mit Platz 10 etwas werden könnte.

 

Der Star

 

Ja Morant: Zumindest ist das der bekannteste Profi. Mit 1,88 Metern wahrlich kein Basketball-Riese, findet er mit seiner Schnelligkeit und Schlauheit und Wagemut immer wieder Lücken in den riesigen Verteidigungs-Wällen. Dem Typ schaut jeder Basketball-Fan sehr gerne zu. Nur leider ist Ja Morant auch der Wahnsinn sehr nah. Ein Waffennarr, der schon mal öffentlich mit Pistolen fuchtelt (was ihn schon eine harsche Sperre einbrachte), praktisch nicht lernwillig (Pistolen-Jubel bei einem erfolgreichen Korb.
Jalen Johnson jr.: Effektiver, ruhiger, das Herz des Teams. Zu ganz großen Taten fähig.

 

X-Faktoren

 

Zack Edey: Das 2,24-Meter lange Elend mit dementsprechenden Krakenarmen. Allerdings oft angeschlagen, so muss er auch jetzt für den Saisonstart passen.
Ty Jerome: Durchbruch-Season bei den Cleveland Cavaliers, doch die mussten ihn wegen Salary Cap ziehen lassen. Kann er diese Leistungen bestätigen oder gar verbessern, wird man in Memphis viele Loblieder auf ihn singen.

 

Problemfeld

 

Europäische Trainer wie IIsalo haben in der NBA einen schweren Stand. Reicht die Geduld der Vereinsbosse?
Banes Abgang: Hinterlässt eine Riesenlücke bei den Dreiern, die ich nicht kompensiert sehe.

 

SACRAMENTO KINGS

 

Würde ich auf Papier schreiben, wäre das jetzt übersät mit heißen Tränen (okay, ich übertreibe jetzt maßlos!). Aber im Ernst: Ich bin fassungslos, was aus meinem Lieblingsteam geworden ist. Ein erratischer Teambesitzer fuhrwerkt dort ohne Sinn und Verstand herum. Die viel zu frühe Entlassung von Trainer Mike Brown in der vergangenen Saison, das quasi kampflose Gehenlassen des besten Spielers De’Aaron Fox, kein vernünfige Team-Aufbau. Alles durchaus begabte und fähige Profis (Zach Levine, Domantas Sabonis), aber ohne Sinn und Vverstand zusammengestellt.
In diesen Wahnsinn wechselte der deutsche Nationalmannschafts-Kapitän Dennis Schröder (siehe 🇩🇪 👓, der dort nun Spielmacher Nummer 1 werden soll neben so vielen (Möchtegern-)Stars, die auch so genre den Ball haben: Zach Levine. Demar Drozan, Malik Monk, Keegan Murray. Und weil das nicht genügte, verpflichteten die Kings kurz vor Toresschluss auch noch Russell Westbrook, den Spielmacher-Veteranen. Einst brillant, immer noch ehrgeizig, aber: Was zum Teufel soll das!?

Wohin das führt? Keine Ahnung. Insgesamt ist die Truppe zu gut besetzt, um total abzufallen (im Hinblick auf künftige Top-Picks ist für viele Teams das absichtliche Verlieren leider eine seriöse Option). Aber dass sie vorne angreifen wie 2022, als die Kings erst in einer epischen California-Serie gegen die Warriors den Kürzeren zog, dafür fehlt es an Klasse gerade auch in der Verteidigung. Bei aller echten Wertschätzung, ja Zuneigung für Sabonis: ein Top-Defender wird der Litauer nicht mehr.

 

Der Star

 

Domantas Sabonis: Für mich einer der meist-unterschätzten Spieler der gesamten Liga. Dass er die meisten Rebounds pflückt, so what? Dass man mit ihm als Anspielstation vernünftigen Angriffsbasketball spielen kann?, pah! Im vorvergangenen jahr brach er den Rekord von Double-Doubles (zweistellig in 2 Kategorien), puh. Eingehackt wird auf seine tatsächlich nicht so großartigen Verteidigungs-Künste. Okay, hier spricht und schreibt ein Fanboy, aber ich bin trotzdem überzeugt, dass er ein echter Zugewinn sein kann. Allerdings muss der Litauer für den Saisonstart passen.
Zach Levine: Kam letztlich im Dreiertausch für Fox von den Chicago Bulls. Agiert ordentlich bis überdurchschnittlich, aber keineswegs überragend.

 

X-Faktor

 

Die Halle: Wenns läuft oder knapp wird: die stimmungsvollste der gesamten Liga. Hat vielleicht nicht den Charme der alten Arco-Arena (großer Seufzer), aber ein echter Ohrenschmaus und für den einen oder anderen Sieg gut.
Keon Ellis: Scharfschütze, Balldieb, lästiger Verteidiger: Und doch kriegt er nicht bedingungslose Vertrauen (weil er nur 1,98 Meter groß ist?)
Der begabte Kader: Und wenn Coach Doug Christie die magische Formel findet, dass all die Begabten großartig miteinander spielen, keiner dem anderen den Ball (oder gar Erfolg) meidet. Dann schießen sie durch die Decke

 

Problemfelder

 

Die langen Kerle: Verteidigen ist nicht so: Also kam die Team-Führung auf die brillante Idee und holte Dario Saric von den Nuggets. Der dort nie, nie, nie irgendein Faktor war und auch dann nicht zum Einsatz kam, wenn der Coach nur 5 fitte Spieler hatte. Nun also der Hoffnungsträger, Grund für weitere Tränen, oder? Zeigs mir, Dario!
Der begabte Kader: Eher wahrscheinlich, dass all die ballverliebten Jungs eher für sich selbst als miteinanderspielen. Doug Christie ist jetzt auch nicht die Riesen-Autorität als Coach

 

🇩🇪 👓

 

Dennis Schröder ist nun auf seiner 10. NBA-Station ein King, was hierzulande königliche Wortspiele geradezu herausfordert. Ein Kaiser wie ich kann darüber natürlich nur müde lächeln … Im Ernst: Nach dem sagenhaften EM-Triumph als Käptn ist Schröder voller Selbstbewusstsein und Tatendrang und will nicht nur seinen üppigen 15-Mio-Dollar/Jahr-Vertrag absitzen, sondern es der immer noch extrem kritischen, ja dem europäischen Basketball arrogant gegenüberstehenden US-Öffentlichkeit zeigen. Als King-Afficionado wünsche ich ihm so viel Erfolg wie mit dem deutschen Nationalteam.

 

PORTLAND TRAILBLAZERS

 

In den vergangenen Jahren steigerte sich das Team aus Oregon und kroch aus dem NBA-Nirwana wenigstens wieder in den Dunst der Hoffnungsvollen. Dieser Trend könnte sich fortsetzen, und vielleicht kam mit Jrue Holiday das entscheidende Puzzleteil. Der Meisterspieler der Boston Celtics fiel dort den Sparmaßnahmen  zum Opfer. Portland war vielleicht nicht der Lieblingsort des Verteidigungs-Spezialisten, abe ein Holiday lässt sich nicht hängen, so zumindest die Hoffnung in Oregon. Mit seiner Erfahrung soll er aufregende Spieler wie Deni Avdija und Shaedon Sharpe noch besser machen. Ernsthaft von den Play-offs (Play-Ins) träumen sie dort nicht, eher hofft man auf weiteres Konsolidieren.

 

Der Star

 

Sheadon Sharpe: Hat eine tolle Saison hinter sich, als er 18,5 Punkte im Schnitt auflegte. Der Spielmacher ist mit seinen 22 jahren noch längst nicht am Zenith angelangt.
Jrue Holiday: Mit alle Wassern gewaschen ist der allerdings schon 35-Jährige. Ein extem guter Verteidiger, aber auch ausgestattet mit einem vernünftigen Wurf.

 

X-Faktor

 

Yang Hansen: Die Draft-Überraschung, die die Blazers im Juni aus dem Hut zauberten. Ein Chinese, 2,16 Meter lang, bewährt in der 1. chinesischen Liga, kennt also Profi-Basketball. Abwehrstark, aber auh offensiv vielseitig mit einem vernünftigen Wurf. Wenn denn der Spruch vom Rohdiamant seine Berechtigung hat, hatt beim erst 20-jährigen Center.
Daman Lillard: Auch wenn das Blazer-Urgestein diese Saison keine Minute lang spielen wird wegen seines Achillessehnenrisses. Die Rückkehr zu „seinen“ Blazers entfachte Euphorie. Diese Spielzeit soll er als Mentor für die Jungs auf der Blazerss-Bank helfen, nächstes Jahr wieder selbst eingreifen. Dort, wo er so grandiose Leistungen im Akkord ablieferte und die Blazers ein Play-off-Serientäter waren. In seiner gewohnten Umgebung, hahe demr Familie, den Freunden, dem Meer (und nicht im kalten, in jeder Hinsicht abweisenden Milwaukee, oh Graus).

 

Problemfeld

 

Recht wenige, da kaum ernsthafte Ambitionen, die enttäuscht werden können. Vieleicht, wenn Holiday keine Lust hat (keine Anhaltspunkte) oder wenn die Eigentümer doch aus hellem Wahn die Geduld verlieren mit dem konstanten Aufbau.

 

VI. Sehr viel Grau(en), wenig Hoffnung

 

 

NEW ORLEANS PELICANS

 

Eine Katastrophensaison, auch wegen unfassbarer Verletzungsprobleme. Ganz kleine Hoffnungsstreifen, dass es besser werden könnte (Zion Williamson ist nur noch dick und nicht fett). Trotzdem wäre für mich eine Play-off-Teilnahme höchst verwunderlich; die Pelikane werden nicht abheben und somit nicht die Möglichkeit haben, ihre Flugkünste zu zeigen.
Die in der Theorie in ihnen schlummern, siehe die Urgewalt des Zion Williamson, den Basketball-IQ von Dejaunte Murray, die Anführer-Qualitäten von Neuzugang Jordan Poole

 

Der Star

 

Zion Williamson: Die Urgewalt unterm Korb samt feinem Händchen. Mittlerweile geht der 25-Jährige in seine 7. NBA-Saison. 2019 war er der heißeste Scheiß der gesamten Liga, die Pels wurden beneidet für ihren Number-One-Pick. Ernüchternd die Bilanz: Nur in 2 der 6 abgelaufenen Spielzeiten absolvierte Zion mehr als 30 Partien, mehr ließen die Beschwerden auch durch sein Gewicht nicht zu. Wenn er denn auf dem Parkett stand, zeigte er regelmäßig seine Klasse und wurde zweimal ins Allstar-Team berufen. Zurzeit gilt er tatsächlich als spielfähig …
Dejaunte Murray, der Bessermacher: Wenn er auf dem Parkett stand, waren das wirklich flugkünstelnde Pelikane, die das Basketball-Herz erfreuten. Mit ihm 114 Punkte/Partie, ohne ihn (nach dem Achillessehnenriss: 102). Wird frühestens im Januar zurückerwartet, dann dürfte der Anschluss an die Play-off-Plätze schon verloren sein.

 

X-Faktor

 

Jordan Poole: Eigentlich ein Star. Muss sich aber erst finden nach erfolglosen Jahren im Basketball-Nirwana Washington Wizards. Gutes Ballhandling, gutes Auge, guter Wurf: Poole bringt viel mit, auch viel Engagement. Die große Frage, ob ers hinkriegt in Big Easy.

 

Problemfelder

 

Zion Williamson: Wann wird der Koloss wieder verletzt sein?
Geduld: Geht sie sogar im beschwingten Big Easy verloren. Dann  droht eine weitere traurige Saison vor trauriger Kulisse.

 

PHOENIX SUNS

 

Vor Jahren wagten sie den Angriff auf den Titel, mit dem Super-Dreigestirn Kevin Durant, Bradley Beal und Devin Booker und ein paar extrem talentierten Basketball-Spielern. Zurückgeblieben ist ein trauriges Nichts, verloren in Streitigkeiten (Durant!), Irrsinns-Verträgen ohne Trade-Klausel (Beal!), sinnentlehrten Deals (Trade von Ayton). Die Folge: Sogar die Play-Ins wurden verpasst, was auch der schlimmste Pessimist bei diesem Star-Ensemble nicht für möglich gehalten hätte.
Also die Notbremse: Durant weg (mit eher lausigem Gegenwert), Beal rausgekauft aus seinem Irrsinns-Vertrag ohne Trade-Möglichkeit und abgeschoben mit Briefmarke auf dem Rücken zu den Clippers. Einzig Booker ist geblieben und die Hoffnung, dass es schlimmer nicht werden kann.
Aber auch die Realität, dass es wahrscheinlich nicht so schnell sehr viel besser wird. Gerade die für Durant von Houston gekommenen Spieler Jalen Green und Dillon Brooks sind zwar ordentlich, genügen aber eben nicht gehobenen Ansprüchen. Die Post Season erscheint da höchstens als Fata Morgana in weiter Ferne.

 

Der Star

 

Devin Booker: Ich liebe sein Spiel, seine Leichtigkeit, wie er Würfe sich selbst erschafft. Aber auch er fiel in ein Leistungslosch, als bei den Suns die Sonne unterging.

 

X-Faktor

 

Mark Williams: Der Center kam von den Charlotte Hornets. Sollte im Februar ein Laker werden, was sich wegen gesundheitlicher Probleme zerschlug. Bringt sehr viel mit, was ein Big Man so braucht: 2,13 Meter, gute Verteidigung.
Khamnan Maluach: Noch ein Center. Mit 2,18 Meter und 2,30 Metern Armspannweite extrem beeindruckend. Mit 20 jahren natürlich noch längst nicht am Ende sener Entwicklung.

 

Problemfeld

 

Die Erwartung: Macht das Publikum mit bei einem Team, vor 2 Jahren noch Titel-Kandidat, jetzt im totalen Neuaufbau mit der ganz geringen Aussicht auf einen Play-In-Platz. Besitzer Mat Ishbia ist nun auch nicht für seine Geduld bekannt, wie seine regelmäßigen Ausfälle bezeugen und die dauernden Änderungen auf der Trainerbank bestätigen.

 

UTAH JAZZ

 

Als ich zur NBA stieß (in den 90ern), waren die Utah Jazz ein heißer Kandidat auf den Titel (den zweimal die Bulls in den Finals verhinderten). All-time-Legenden wie Karl Malone, John Stockton waren im Staate der Mormonen die Superstars, angeleitet von schier ewigen Jerry Sloane auf der Trainerbank.
Davon sind die heutigen Jazz (Erklärung: einst war die Franchise in New Orleans beheimatet) himmelweit entfernt. Nach Meinung aller Experten werden sie im Westen mit Abstand das schlechteste Team sein. Die Frage ist nur, ob sie 20 Siege bei 82 Partien zusammenkratzen oder darunterbleiben.

 

Der Star

 

Lauri Markkanen: Bei der EM zeigte der Finne, welch großartiger Basketballer er ist. Ein Teamplayer mit großartigem Wurf. Der 28-Jährige, also in seiner besten Zeit, hat in so einem schwachen Team eigentlich gar nichts zu suuchen, weswegen auch die Trade-Gerüchte um ihn nicht verstummen

 

X-Faktor

 

Durchaus beachtlich war die Entwicklung von Keonte George. Mit 21 Jahren geht er schon in seine 3. Saison. Ohne jeden Druck, weil er nichts gewinnen muss, sondern nur an seiner Entwicklung arbeiten darf. Ruhe am Salzsee, es gibt tatsächlich auch beim größten Elend noch Lichtblicke

 

Problemfeld

 

Das ganze Team ist das Problem. Lasst sie einfach für ein paar Jahre in Frieden arbeiten.

Das wird die NBA 25/26, die wird: der Westen, Teil I

Mit dem Tip-off zur Partie von Titel von Oklahoma City Thunder vs Houston Rockets beginnt in der Nacht zu Mittwoch die neue Spielzeit.  In Teil II meiner Vorschau befasse ich mich mit der Western Conference, die als weitaus stärker gilt als die Eastern Conference. Mehr Stars, mehr konkurrenzfähige Teams, mehr Glamour.
Wie im Vorjahr werde ich die 15 West-Teams in Gruppen einsortieren (sogenannte Tiers), noch ohne endgültige Platzierung. Bitte immer bedenken: Auch wenn ich mich um Seriösität bemühe, bitte nicht jeden Buchstaben tierisch ernst nehmen. Ein wenig Provokation muss schon auch sein. Und ebenfalls immer dran denken: Wenn alles einträfe, wie ich es denn glaube, wäre es auch stinklangweilig. Und auch wenn ich Verletzungs-Anfälligkeiten durchaus einpreise (kann der Kader einen Ausfall kurzfristig ausgleichen?), Achillessehnenrisse und andere Verletzungs-Katastrophen lasse ich außen vor. Auch versuche ich, dem Zahlenfetisch der Liga zu vermeiden, wobei sich manche Statistik schlicht nicht vermeiden lässt
Noch eine Anmerkung: Die gesamte Vorschau betrifft erst mal nur die reguläre Saison. Zu viel kann sich während der nächsten gut sechs Monate ändern (Verletzungen, Trades, Trainerwechsel), als dass ich jetzt schon einen Blick in die Play-offs wagen würde. Die nächsten Zeilen sind angreifbar genug, fürchte ich

 

I. Gruß von der Spitze

 

Oklahoma City Thunder

 

Der Titelverteidiger und das Team, das es zu schlagen gilt. Eher noch stärker einzuschätzen als in der vergangenen Saison, denn es ist gänzlich zusammengeblieben, und die meist noch sehr jungen Spieler haben enorm an Erfahrung gewonnen.
Andererseits war die Saison auch sehr fordern, für Geist und Körper. Die Erfahrung lehrt, dass sich die Titelträger automatisch ein ganz klein wenig zurücknehmen. Mir fehlt dennoch jegliche Fantasie, das OKC einen Total-Absturz hinlegt.

 

Der Star

 

Unbestritten ist weiter Shai Gilgeous-Alexander der Superstar: MvP der vergangenen Saison, treffsicherster Korbschütze und auch wichtigster Spieler der Finalserie. Der Kanadier ist mit seinen 27 Jahren immer noch nicht an seinem Zenith angekommen: noch immer zu viele Ballverluste und trotz seines so schön anzusehenden Wurfes fallen zu wenige Dreier.
Legitimer Co-Star ist Jalen Williams. Der 24-Jährige hat es ins Allstar-Team geschafft und überzeugte weitgehend in den Play-offs. Glänzender Taktgeber, enorme Athletik.

 

X-Faktoren

 

Alex Caruso war der beste Verteidiger des besten Defensiv-Teams der Liga. Für keine Drecksarbeit ist er sich zu schade.

 

Problemfelder

  1. Wie wirkt sich der Titel auf die Motivation aus? Und das Wissen der Profis, dass sie im Normalfall fast jede Partie gewinnen.
  2. Es dürfte die letzte Saison sein, dass OKC mit diesem Kader spielen kann. Ab 2026 werden bei manchen Profis die Gehälter explodieren, so dass sie auch wegen des Salary Caps und scharfer Regeln nicht mehr gehalten werden können. Macht diese unsichere Zukunft etwas aus; den Spielern etwas aus, dass etwas zu Ende geht?

 

🇩🇪 🧠

 

Isaiah Hartenstein hat alle (recht hohen) Erwartungen mindestens erfüllt, wenn nicht sogar übererfüllt. Mit seiner Länge und Spielübersicht ist der Center defensiv und offensiv ein Faktor. Noch lässt er das Dreierwerfen gänzlich sein, angeblich trainiert er es schon …

 

DENVER NUGGETS

 

Im Viertelfinale zwangen die Nuggets Oklahoma in ein 7. Spiel, das sie dann klar verloren. Hauptkritikpunkt war, dass ihr Kader zu klein sei und ohne Jokic auf dem Parkett eigentlich nicht konkurrenzfähig. Dieses Manko sind sie im Sommer angegangen. Unter anderem mit  Cam Johnson, Tim Hardaway und Jonas Valenciunas verstärkten sie sich qualitativ und quantitativ. gerade der Litauer Valenciunas könnte als mehr als brauchbarer Center Nikola Jokic so manche Pause mehr verschaffen, die den Tank des Serben nicht vorschnell ausgehen lassen.

 

Der Star (und die 2. Option)

 

Nikola Jokic: Der Serbe hat eine unglaubliche Saison hinter sich und hätte den Titel des MvP nach Ansicht vieler Experten erneut verdient gehabt. Das Um und auf des Nugget-Spiels, der fast an jedem Angriff seine Finger irgendwie im Spiel hat. Kleines Manko: In de Verteidigung spart er oft Kräfte, allein seine Größe (2,15 Meter) soll es dann richten. Kleiner Nachteil: Zuletzt war die Abhängigkeit der Nuggets von ihrem Jokic schrecklich.
Jamal Murray ist die 2. Option. Der Kanadier blieb endlich mal verletzungsfrei und kann sich jederzeit selbst Würfe kreieren. Er hat allerdings auch schon so manches Fortief überwinden müssen

 

X-Faktor

 

Die Höhe in Denver verschafft den Nuggets einen echten Heimvorteil, weil den Gegnern oft die Puste ausgeht.
Sehr gespannt bin ich auf Cam Johnson, der nach seine durchaus beachtlichen Zeit in Brooklyn jetzt bei einem echten Contender spielt, also bei einem Team, bei dem es um etwas geht.

 

Problemfelder

 

Die Neuen: Vor allem die Frage, ob der doch schon 33-jährige Jonas Valenciunas Jokic wirklich auch nur annähernd besetzen kann. Sollte das die Fall sein, hat nicht nur Houston ein Problem, sondern alle NBA-Teams.

 

II. Ganz nah dran

 

HOUSTON ROCKETS

 

Den Texanern gelang der Transfercoup des Sommers, als sie sich die Dienste von Kevin Durant sicherten und dafür vergleichsweise wenig Gegenwert an die Pheoenix Suns entrichten mussten. Weshalöb viele die Rockets sogar ganz oben auf dem Plafond sehen, aber da habe ich meine Zweifel. Weil KD mit 37 nicht mehr de Jüngste ist und bei seinen Teams jicht immer die allerbeste Team-Chemie verbreitete (ich schreib das noch sehr euphemistisch).
Aber das Talent der Rockets ist außergewöhnlich. Mit Amen Thompson haben sie einen kommenden All Star in den Reihen.

 

Der Star

 

Kevin Durant: Das verlangt er von sich selbst, das erwartet die Öffentlichkeit. Obs dann so klappt, wie sich das die Rockets vorstellen, steht auf einem anderen Blatt.
Wenn Amen Thompson den nächsten Schritt geht, wird er auch in eine neue Dimension vorstoßen. Guter Wurf, viel Athletik (hilfreich beim Rebound) und auch noch Spielübersicht.

 

X-Faktor

 

Alperen Sengün: Er spielte eine überragende EM und hatte wesentlichen Anteil daran, dass die Türkei ins Finale gegen Deutschland kam. Wo er Franz Wagner und Co. viel Kopfzerbrechen bereitete, ehe ihm am Ende die Kraft ausging. Transportiert er diese Brillanz in die NBA (dort blicken sie eher verächtlich aufs europäische Championat), wird der baumlange Mann für jede Abwehr zum Problem. Und mit seinen langen Armen wird er es in der Abwehr so manchen Schützen schwermachen.

 

Problemfeld

 

Die saisonbeendende Verletzung von Fred vanVleet war und ist ein echter Schlag ins Kontor. Der einzig echte Spielmacher im Kader, mit einem sehr feinen Distanzwurf ausgestattet. Darauf muss Trainer Ime Udocka nun verzichten; zumindest mir ist nicht ganz klar, wie das nahtlos gelingen soll.

 

MINNESOTA TIMBERWOLVES

 

Zum zweiten Mal in Folge standen die Wolves im Conference Finale, wieder scheiterten sie recht klar (2023 an den Mavs, 2024 an OKC). Ein Team, dem ich sehr gerne zuschaue nicht nur wegen dem spektakulären Anthony Edwards. Mit Mickell Alexander-Walker verlor das Team einen wichtigen Ergänzungsspieler, aber es gibt noch genug Pfeile im Köcher, wenn ich es so ausdrücken darf.

 

Der Star

 

Anthony Edwards: Vor zwei Jahren verglichen sie ihn schon mit Michael Jordan, aber das waren noch ein paar Schuhgrößen zu viel (wir reden vom GOAT!). Viel erinnert aber tatsächlich an den jungen MJ, eine unfassbare Athetik verhilft ihm zu unglaublichen Korberfolgen weit über Ringlevel. Wenn es bei ihm läuft, fällt auch der Dreier verheerend gut für den Gegner. Wenn …
Julius Randell kam in der vergangenen Saison von den NY Knicks. Immer ettwas angezweifelt, zeigt er oft, wi wertvoll er sein kann. Allerdings bringt er sich in der Verteidigung viel zu oft durch täppische Fouls in arge Probleme und muss deshalb allzu früh vom Feld genommen werden.

 

X-Faktor

 

Donte DiVicenco: Ich bin ein absoluter Fanboy des Italieners. Vortrefflicher Wurf, viel Übersicht und mittlerweile auch viel Erfahrung: 28 Jahre, also im besten NBA-Alter. Wenn, ja wenn er doch mal ohne größere Verketzungen über die Saison kommen könnte, die ihn so oft zurückwerfen.

 

Problemfelder

 

Mike Conley: Nicht falsch verstehen, de 38-Jährige ist immer noch ein guter Spielmacher. Aber halt auch ein 38-jähriger Spielmacher. Also bei all der tollen Ballkontrolle nicht mehr so (gedanken)schnell. Und doch, wie es aussieht weiter die Nummer 1 von Trainer Chris Finch auf dieser Positiion.
Der Abgang von Mickkell Alexander-Walker (tatsächlich ein Cousin von Shai) dürfte schmerzlicher sein, als sich das die sparsamen Wolves-Manager schönreden wollen.

 

LOS ANGELES CLIPPERS

 

Erster Frevel, ich nenne sie (und platziere sie auch) vor den Lakers, in Los Angeles wäre das nicht möglich. Doch ich glaube eher an den „kleinen“ Stadtclub, der im Sommer mit „Oldies but Goodies“ wie Chris Paul (40), Brook Lopez (37) einiges an Erfahrung zugelegt hat. Allerdings ließen die Clippers auch den vortrefflichen Norman Powell ziehen, der wird ihnen noch fehlen.

 

Der Star

 

Kawhi Leonard: Vom Namen her sowieso, aber auch vom Können. Offenbar verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen (zum ersten Mal seit Ewigkeiten). Ein fitter Leonard kann vorne und hinten (mit seinen Riesenhänden!) den Unterschied ausmachen.
Mindestens so klangvoll ist auch de Name James Harden. The Beard ist nicht mehr so schnell und athletisch, aber liest das Spiel wie kaum ein Zweiter.

 

X-Faktor

 

Ivica Zubac: Der kroatische Center hat die beste Saison der Karriere hinter sich. Ein Fels in der Brandung und in der Starting Five neben John Collins der einzige U-30-Spieler
Die Bank: Sehr breit aufgestellt wirkten die Clippers, mit namhaften Profis wie eben Spielmache Chris Paul, Scharfschütze Bogdan Bogadovic, dem langen Brook Lopez und auch dem Franzosen Nicolas Batum.
Bradley Beal: Ein Kapitel für sich, weil der hochbegabte Profi  bei den Phoenix Suns nie zeigte, was er kann und alles über seine „No-trade-Klausel“ dort redete. Jetzt hat er freiwillig gewechselt, doch welchen Beal wir in LA sehen, es bleibt mir nur ein großes Fragezeichen zu setzen.

 

Problemfeld

 

Das Alter: Erfahrung ist schön und gut, aber so ein Supertalent wäre auch ganz hübsch. Dieses sehe ich weit und breit nicht.
Der Eigentümer: Steve Ballmer ist unter den eigenwilligen „Ownern“ der Liga sicher der exzentrischste. Der, wie jetzt heauskam, einen höchst zweifelhaften Deal mit Kawhi Leonard abgewickelt hat, um den scharfen Slalary-Cap-Regeln zu entgehen. Ob da von der Liga noch Strafen kommen, ist nicht klar. Unruhe gibt es jedenfalls zusätzlich. Wer weiß, ob sich das Team davon beeinflussen lässt.

 

III. Auf dem Sprung

 

GOLDEN STATE WARRIORS

 

Frevel Nummer 2: Ich sehe die Warriors nicht in Tier II und weiß nicht, woher andere ihren Optimismus herholen, das besser zu beurteilen. Gewiss, ein Steph Curry trifft an einem guten Abend immer noch aus jeder möglichen und unmöglichen Situation und sichert unfassbare Siege. Aber reicht das? Mit dem alten (und weisen?) Draymond Green (35), dem gleichalten Jimmy Butler, den noch älteren Al Horford (38), mit den Fragezeichen Jonathan Kuminga.

 

Der Star

 

Steph Curry: Der unfassbare Scharfschütze mit allen Dreierrekorden de Liga hat das Spiel im vergangenen Jahrzehnt geprägt; nicht allen Basketball-Freunden gefällt im übrigen dieses Dreier-Gewitter. An einem guten Tag gewinnt er immer noch jedes Spiel, weil er dann tatsächlich „unstoppable“ ist, dem völlig egal ist, von wo er abdrückt. Doch diese Tage werden seltener, auch an flinken Curry nagt der Zahn der Zeit mit Verletzungen, wie in den Play-offs gegen die Timberwolves.
Ob ihm Jimmy Butler in der Offensive in seiner ersten „vollen“ Warriors-Saison nachhaltig entlasten wird, bleibt die große Frage. „Play-off-Jimmy“, nannten sie ihn während der großen Zeit bei Miami Heat, weil er vor allem in der K.-Runde aufdrehte, aber in der regulären Saison oft wenig sichtbar blieb.

 

X-Faktor

 

Al Horford: Nach ewigen Hin und her und Finanzierungs-Vorbehalt ist der Celtic nun ein Warrior. Ein glänzender Verteidiger, der gerne auch den Dreier nimmt und gut trifft. Aber jetzt muss er sich in einem neuen Umfeld beweisen, wobei Coach Steve Kerr wohl eine der besten Eingliederungs-Trainer ist.

 

Problemfelder

 

Die Zeit läuft ab, sogar für einen Steph Curry, den ich für sein Spiel so liebgewonnen habe. Mir fehlt der Glaube, dass mehr drin ist als die direkte Play-of-Qualifikation, also mindestens Plat 6 im so starken Westen.
Jonathan Kuminga: Eigentlich war klar: Kuminga verlässt das Team. Doch obwohl es Interessenten gab (angeblich Sacramento), ein Deal kam nie zu Stande. Jetzt ist er also weiter im Team, vielleicht auf gepackten Koffern. An seinen Fähigkeiten gibt es keine Zweifel. Und sollte sich Mr. Kuminga entschließen, dass er noch mal mit vollem Einsatz ein Warrior sein will, dann könnte aus dem Problemfeld sehr schnell ein X-Faktor werden – mindestens.

 

LOS ANGELES LAKERS

 

Alles Doncic oder was? Alle sind begeistert, wie „fit“ der Slowene ist, wie austrainiert. Wir werden sehen … Wie die Warriors mit Curry sind auch die Lakers mit dem sogar schon 40-jährigen LeBron James fast auf der letzten Mission. Bei den Lakers bin ich noch skeptischer, wenn ich ehrlich bin, auch weil es sich in Los Angeles und all den Möglichkeiten (8 Teams in den Big Leagues + Hollywood et all) erheblich schwieriger arbeiten lässt als im (auch nicht wirklich) beschaulichen San Francisco.

 

Der Star

 

Luka Doncic (nicht LeBron): Der Mann für die Zukunft. Noch immer rätselt die Basketball-Welt, welch Geister Dallas-Manager Nico Harrison verlassen haben, dieses Genie im Februar nach LA ziehen zu lassen. An guten Tagen (und die hat er oft) gehört Doncic schlicht zu den drei besten Bakeballspielern der Welt (nbeben Shai und Jokic). Punkt. Ein brillanter Spielmacher, kreativ, ideensprudelnd. Aber auch cholerisch, abwehrschwach; keiner diskutiert mehr mit den Referees (praktisch nach jeder missglückten Aktion, die es sogar bei ihm gibt).
LeBron James ist für viele der Beste aller Zeiten, nicht Michael Jordan (ich warte auf den erbitterten Streit der Kulturen hier …). Wird der jetzt 40-Jährige wirklich unterordnen (erst mal fällt er einen Monat mit einer Verletzung aus)? Niemand weiß es. Beide eint, dass sie nicht (mehr) zu den Verteidigungskünstlern gehören. Aber James ist immer noch ein im Wortsinn unfassbar guter Basketballspieler, kennt alle Facetten des Spiels. Aber die 40 Jahre kann auch er nicht verleugnen (siehe auch: Novak Djokovic, Tennis, und der ist erst 38).

 

X-Faktor

 

Deandre Ayton: Der Vorschusslorbeer für den Center beim Trade nach LA ist überschaubar, um es noch freundlich zu formulieren. Eher: was wollen die denn mit dem? Dabei ist der 27-Jährige ein ehemaliger Number-One-Pick, hat also außerordentliche Fähigkeiten wie guter Wurf, gute Übersicht. Wenn er die auch nur annähernd aufs Parkett bringt, werden sie in der Crypto-Arena viel Freude haben und die Gegner eine chtes Problem.
Die Ergänzungsspieler: Hachimura, Vincent, Reaves: Alles großartige Profis, die aber so im Schatten der Stars stehen. Manch Gewächs entfaltet sich (Hachimura). Grundsätzlich ist das Potenzial also vorhanden.

 

Problemfeld

 

LeBron James geht in sein letztes Vertragsjahr bei den Lakers. Super würde wohl bestenfalls die Pressestelle das Verhältnis Spieler-Team bezeichnen, andere nennen es belastet. Keiner weiß, was LeBron vorhat, ob er bei den Lakers bleiben will (für Fantastilliarden, die das Budget sprengen), die Franchise wechseln will (muss ein Titelanwärter sein) oder gar etwas ganz neues (neue Ligen gar in Europa geistern herum). Autorität hat er und eine Anhängerschaft treu wie Gold. Ein Damoklesschwert, bei dem niemand weiß, wann und wo es niedersausen wird und welchen Schaden es dann anrichtet.

 

DALLAS MAVERICKS

 

Ein dark horse, das ich so gar nicht einschätzen kann, und wenn ich die Vorschauen mir so anschaue, bin ich mit meiner Unwissenheit wahrlich nicht allein. So viele Fragezeichen: die Gesundheit von Anthony Davis. Wann und in welcher Verfassung kommt Kyrie Irving zurück. Wie schlägt sich Super-Rookie Cooper Flagg im 1. Jahr. Welchen Irrsinn plant Team-Manager Nico Harrison für Januar.. Es läst sich wohl nur eines sagen: Langeweile kommt nicht auf beim Lieblingsclub so vieler Deutscher, remember Dirk.

 

Der Star

 

Anthony Davis: Wenn er denn gesund ist, gehört der 32-Jährige zu den besten Verteidigern der Liga, der auch offensiv einiges zu bieten hat: einen vernünftigenSprungwurf, ein gut eingestreuter Dreier. So rechtfertigte der irre Manager Nico Harrison ja auch den Tausch Doncic-Davis. Nur ist AD halt nie eine gesamte Saison lang gesund.
Das gilt auch für Kyrie Irving: Vielleicht im März wird er nach seinem Kreuzbandriss zurückerwartet, u nd wenn er zu seiner alten Form zurückfindet, könnte das Duo Irving/Davis einiges an Staub aufwirbeln. Es stellt sich halt die Frage, wie gut die Mavs bis dahin zurechtkommen.

 

X-Faktor

 

Cooper Flagg: Der Nummer-1-Pick, mit Vorschusslorbeer überhäuft nach grandiosen College-Jahren. Das aberwitzige Geschenk de Götter für Harrison, denn die Wahrscheinlichkeit lag bei 2 Prozent, dass die Mavs ihn an Nummer 1 haben dürfen ziehen. Nicht mal Harrison konnte sich dem verweigern. Jetzt stellt sich halt die große Frage, ob Cooper Flagg damit gedient ist, gleich bei einem (mindestens) play-off-ambitionierten Team zu spielen anstatt bei einer Mannschaft, bei der er sich ohne große Folgeschäden an die NBA gewöhnen kann (NBA und College sind 2 verschiedene Welten, ja Galaxien); sich ausprobieren kann und auch genügend Spielzeit sammelt ohne allzu großen Druck.
Wenigstens hat Cooper Flagg mit Jason Kidd einen Cheftrainer, der weiß, worum es bei Ausnahmetalenten geht. Er war ja selbst eines, als er 1994 an Nummer 2 (hinter Glenn Robinson, vor Grant Hill, was für ein Jahrgang!) von den Mavs gezogen wurde, die damals allerdings ein Katastrophenteam waren.

 

Problemfelder

 

Nough said. Und solange Nico Harrison samt der Ownership ihr Unwesen treiben darf, kann auch der größte Wahnsinn nicht ausgeschlossen werden.

 

Ende Teil I, Teil 2 folgt.

 

 

 

Das wird die Bundesliga 25/26, die wird, Teil IV

Tja, so geht es mit den Vorschauen vor dem Transferschluss, wenn personelle Wechsel noch möglich sind (deshalb kann man auch die gedruckten „Sonderhefte“ von Kicker und Konsorten schon in die Tonne kloppen). Ein paar meiner „Players to watch“ haben sich bereits aus der Bundesliga verabschiedet. So wechselt Nick Woltemade für bis zu 90 Millionen Euro zum Premier-League-Club Newcastle United (so geht geräuschloses Verhandeln, lieber FC Bayern). Der Transfer des brillanten Heidenheimer Freistoßkünstlers Leonardo Scienza zum englischen Zweitligisten FC Southapton nimmt ebenso Formen an. Trotzdem will ich noch wenigstens vor dem 2. Spieltag meine Vorschau beenden, deshalb jetzt schon

 

Meine Abschlusstabelle

 

Es ist natürlich reichlich vermessen von mir, die genauen Platzierungen zu bestimmen. Also werde ich in etwa gleichstarke Teams in Gruppen einteilen; im Sportlersprech (wie in der Biologie) sogenannte „Tiere“.

 

  1. Bayern München
  2. Eintracht Frankfurt
  3. Borussia Dortmund
  4. Bayer Leverkusen
  5. VfB Stuttgart
  6. RB Leipzig
  7. SC Freiburg
  8. VfL Wolfsburg
  9. FC Augsburg
  10. Bor. Mönchengladbach
  11. Mainz 05
  12. TSG Hoffenheim
  13. 1. FC Union Berlin
  14. 1. FC Köln
  15. Werder Bremen
  16. FC St. Pauli
  17. HSV
  18. 1. FC Heidenheim

 

Tier 1: Ich sehe niemanden, der dem FC Bayern die Meisterschaft streitig machen kann und am Ende auch nur annähernd dem Titelverteidiger nahekommt

Tier 2: Champions League: Schon hier habe ich bei allen Teams Zweifel, aber es gibt eine grundsätzliche Kaderstärke und eben auch viele Spieler, die zu großen Hoffnungen Anlass geben. Sehr darkes horse und eigentlich untippbar ist Bayer Leverkusen.

Tier 3: Internationale Plätze: Wenn alles perfekt läuft, greifen sie sogar in den Kampf um die 4 Champions-League-Plätze ein, aber was im Leben läuft schon perfekt?

Tier 4: Das graue (?) Mittelfeld ohne große (realistische) Hoffnungen nach vorne, sprich internationale Plätze, aber auch vermeintlich ohne große Sorgen nach hinten. Konsolidierung ist angesagt, und alle dürfen natürlich auf eine positive Überraschung setzen, die es noch in jeder Saison gegeben hat.

Tier 5: Abstiegskampf: Vermeintlich zu stark für den direkten Abstieg, aber auch negative Überraschungen gibt es in jeder Bundesliga-Saison.

Tier 6: Irgendwer muss halt direkt absteigen! Ich hätte es mir einfach machen können herumzuschwurbeln, aber ich ziehe einen klaren Tipp vor. Mögen der HSV und/oder Heidenheim mich eines Besseren belehren, und ich ziehe gerne den Hut.

 

Widerspruch gerne erwünscht! Lets Play!

Das wird die Bundesliga 25/26, die wird, Teil III

Die sogenannten Abstiegskandidaten, also das halbe Dutzend, das um den Klassenerhalt kämpft. Manche allerdings durchaus mit Ambitionen nach oben

 

1. FC UNION BERLIN

 

Überblick

 

Die Köpenicker gehen bereits in das 7. Bundesligajahr nach dem Aufstieg 2019, und es bleibt abzuwarten, ob es das verflixte 7. Jahr wird. Nachdem es lange stets bergauf ging, 22/23 gar mit dem Erreichen der Champions League, waren die beiden Spielzeiten zuletzt eher durchschnittlich. Wirklich gefährdet, was den Klassenerhlat betrifft, waren die Berliner andererseits auch nicht (was auch an der äußerst schwachen Konkurrenz im Tabellenkeller lag.
Platz 13 klingt trotzdem besser, als es letztich war, die Alte Försterei war auch keine uneinnehmbare Festung, wovon gleich 6 Heimniederlagen zeugen.
Zurück zu den Wurzeln: Vorbei scheint die Phase mit den namhaften Neuzugängen Robin Gosens, Kevin Volland und Bonucci, di in Berlin nie richtig zu Geltung kamen. Jetzt  hatte Trainer Steffen Baumgart, der seit seiner Zeit als Spieler bei den Eisernen extrem hohes Ansehen genießt die gesamte Vorbereitung Zeit, sein Spielsystem einzuimpfen: mit viel Kampf, aber auch spielerischen Akzenten. Allen Beteiligten ist klar, dass die beiden Aufsteiger HSV und Köln (zwei seiner Ex-Clubs) zumindest dem Namen nach eine große Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt abgeben werden.  Selbst will sich der Ex-Stürmer zurücknehmen, lieber Taten und Ergebnisse sprechen lassen als Hampeleien an der Seitenlinie (wie zu schlimmsten Zeiten beim 1. FC Köln).

 

Players to Watch

 

Frederic Rönnow: Der Däne gehört mittlerweile zz den besten Torhütern der Liga, mit hervorragenden Reflexen. Und er dirigiert seine Leute auch hervorragend. Auf ihn ist fast durchweg Verlass. Dennoch hat Baumgart mit Matheo Raab einen ambitionierten Schlussmann als Konkurrenten geholt, der das Geschäft (sprich: Trainingseifer) noch mehr bleben soll
Ilyas Ansah: Der Stürmer mit deutschen und ghanaischen Pass gilt als der Königstransfer im Sturm un soll den abgewanderten Benedict Hollerbach vergessen machen. Zum Auftakt gegen den VfB Stuttgart traf er gleich zweimal sehenswert, so wird es allerdings kaum weitergehen.

 

Mögliche Fallstricke

 

Gefahr des Fehlstarts: Angesichts des brutal anmutenden Anfangsprogramms war dieser durchaus im Bereich der Möglichkeit. Der Heimsieg gegen Stuttgart schafft enorme Beruhigung.
Sturmformation der Riesen: Neben Ansah (1,94) kam auch Oliver Burke (1,88) neu, und Andrej Ilic (1,89) ist auch großgewachsen. Das verspricht Power und Kopfballstärke, aber auch relativ wenig Abwechslung.

 

Erste Spiele

  1. VfB Stuttgart (H) 2:1
  2. Borussia Dortmund (A)
  3. 1899 Hoffenheim (H)
  4. Eintracht Frankfurt (A)

Durchaus knifflig, aber die Gefahr des totalen Fehlstarts ist schon mal gebannt.

 

Fazit

 

Ich sehe die Eisernen gut aufgestellt, besser als in der vergangenen Saison. Zumal Steffen Baumgart mit einem klaren Konzept in die Spielzeit geht. Und die so stimmungsvolle Försterei könnte wieder zur Festung werden.

 

FC ST. PAULI

 

Überblick

 

Einige Parallelen zu den Eisernen. Ein sehr stimmungsvolles, schnuckeliges Stadion, der „kleinere“ Club in der Stadt, der zurzeit erfolgreicher ist. Und eine realistische Clubführung, für die allein der Klassenerhalt zählt., allein weil immer wieder die besten Spieler das Team verlassen wie jetzt Elias Saad.
Im Gegensatz zu Union-Coach Steffen Baumgart hat Alexander Blessin als Spieler keine großen Spuren hinterlassen. Aber in seinem ersten Jah in der Bundesliga überzeugte er durch eine klare Spielidee, die klar auf der Defensive fußte. Mit 41 Gegentreffern stellten die Hamburger die zweitbeste Abwehr nach dem FC Bayern, gerade auch in der Fremde.
Funfact: Von allen 4 Spielen in Baden-Württemberg kehrten die Pauli-Kicker vergangene Saison mit einem Auswärts-Dreier heim.

 

Players to Watch

 

Nikoaj Vasilj: Der Schlussmann hatte großen Anteil an den wenigen Gegentoren, hatte insgesamt eine großartige Saison. Auf ihn wird es wieder ankommen. Der 29-Jährige ist ein Elfer-Killer, wehrte in de vergangenen Saison 4 von 5 Versuchen ab. Die Serie setzte er fort, als er gegen Dortmunds Serhou Guirassy erfolgreich blieb.
Joel Chima Fujita: Für 3,5 Millionen Euro kam der Japaner vom belgischen Erstligisten St. Truiden, Rekordablöse für den Kiezclub (was die Absurdidät de Ungleichheit in der Liga verdeutlicht). Er ist ein vielseitig vewendbarer (polyvalnt, wie Lucien Favre sagen würde), der Struktur ins Spiel bringen soll.

 

Mögliche Fallstricke

 

Stürmer: einen echten „Knipser“ sehe ich nicht im Kader. Ob immer die mannschaftliche Geschlossenheit das ausgleichen kann, wird sich zeigen.
Umbruch: 13 Spieler verließen den Verein, darunter Leistungsträger wie Elias Saad, Philipp Treun und Morgan Guilavogui. Es wird also einige Zeit dauern, bis das neue Team eingespielt ist. Allerdings gehört das Wechselspiel quasi zur Vereinsidentität.

 

Erste Spiele

 

  1. Borussia Dortmund (H) 3:3
  2. Hamburger SV (A)
  3. FC Augsburg (H)
  4. VfB Stuttgart (A)

Sehr frühes Hamburger Derby, normalerweise der absolute Höhepunkt in der Saison.

 

Fazit

 

Der Nichtabstieg ist das große (und einzige) Ziel. Ich halte diesen durchaus für realistisch (und sei es erst in der Relegation), auch wenn es vielleicht ein wenig komplizierter wird als im Aufstiegsjahr. Mehr Heimsiege als 3 würden dabei enorm helfen, denn der Württemberg-Durchmarsch dürfte nicht wieder gelingen.

 

TSG 1899 HOFFENHEIM

 

Überblick

 

Neben dem VfL Wolfsburg wahrscheinlich der „egalste“ Club der Bundesliga, der es zudem selbst selten schafft, die eigene Arena auszuverkaufen. Nach einer vogelwilden Saison mit Wechseln an der Vereinsspitze, im gesamten Trainerteam und einem nur glücklich vermiedenen Abstieg ist etwas Ruhe eingekehrt.
Zu allgemeinen Überraschung sitzt Christian Ilzer noch auf der Trainerbank – und siehe da: Die Kraichgauer haben eine sehr gute Vorbereitung hinter sich mit schönen Erfolgen in Testspielen, die der Auftaktsieg bei x-Meister Bayer Leverkusen krönt (nebst souveränem 4:0 im Pokal bei Hansa Rostock).
Darauf lässt sich aufbauen, und der Österreicher Ilzer hat gezeigt, dass  er mehr kann als Abstiegskampf, als er 2024 in der Heimat Sturm Graz zum Meistertitel führte.

 

Player to Watch

 

Oliver Baumann: Der zweite „Zweikämpfer“ um den Platz im Nationalteam. Mittlerweile seit 11 Jahren beim Club und damit dienstältester Profi bei den Kraichgauern. Eine verlässliche Größe und ein Rückhalt, auf den Trainer Ilzer auch in heiklen Phasen jederzeit bauen kann.
Fislik Asslani: Der Kosovo-Deutsche hatte großen Anteil am Erfolgslauf der SV Elversberg, der erst in der Bundesliga-Relegation endete. Jetzt ist der erst 23-Jährige Sinnbild für den neu ausgerufenen „Jugendwahn“, der Einzug halten soll. Wobei manch „Alter“ wie Vereinslegende Andrej Kramaric derzeit noch nicht aus dem Team wegzudenken ist.

 

Mögliche Fallstricke

 

Riesenkader: Nach dem Kaufrausch 2024, der so wenig brachte, sind immer noch mehr als 30 Profis im Team: schwierige Trainingsarbeit und unzufriedene Profis sind da programmiert. Einen schnellen Stamm zu finden, scheint da das erste Gebot (und vielleicht noch den einen oder anderen Profi zu veräußern).
Stimmung: Das eigene Stadion zu füllen (nicht nur gegen Bayern und Dortmund!) wird nur mit außergewöhnlichen Leistungen gelingen (wie etwa ein 2:1-Erfolg in Leverkusen?). Auch die Zahl der mitreisenden Fans zu Auswärtspartien ist mehr als überschaubar.

 

Erste Spiele

 

  1. Bayer Leverkusen (A) 2:1
  2. Eintracht Frankfurt (H)
  3. 1. FC Union (A)
  4. FC Bayern (H)

Schwieriger geht es kaum mit 3 Champions-League-Teilnehmern und dem Gastspiel in der Alten Försterei. Umso wichtiger das 2:1 in der BayArena.

 

Fazit

 

Die gute Stimmung aufgrund der hervorragenden Vorbereitung führt schon zu ersten Erfolgen. Dennoch ist es ein schmaler Grat, auf dem das gesamte Team wandelt, zu sehr steckt die völlig missratene Saison 24/25 in den Knochen. Andererseits sehe ich großes spielerisches Potenzial, und die Hoffenheimer könnten durchaus eine positive Überraschung der Saison werden.

 

1. FC HEIDENHEIM

 

Überblick

 

In buchstäblich letzter Minute im Relegationsspiel bei Elversberg sicherten sich die Ostalbstädter den Klassenerhalt und die schon 3. Saison im Oberhaus. Und es dürfte niemanden überraschen, wenn es wieder allein darum geht, den Nichtabstieg zu verhindern, Zu limitiert sind die finanziellen Möglichkeiten. Das Positive: Jeder im Team weiß das, erst recht Trainer Frank Schmidt und Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald, beide seit Ewigkeiten im Verein, den sie gemeinsam von den Niederungen der Viertliga-Provinz ins Oberhaus führten.
Trotzdem sind alle natürlich hochmotiviert, dass es auch eine vierte Siaon ganz oben gibt, das machte Frank Schmidt am Samstag im Sportstudio jedem klar. Zu veschenkengibt es nicht, im Gegenteil: Das heimische Stadion soll wieder mehr Punkte einbringen als in der vergangenen Spielzeit.

 

Players to Watch

 

Léo Scienza: Der Mann mit den Zauberfüßen, von denen der rechte vielleicht noch ein bisschen stärker ist. Vielleicht der Unterschiedsspieler und legitimer Nachfolger des brillanten Standard-Spezialisten Niklas Beste, wie der wunderschöne Freistoß am Samstag gegen Wolfsburg zeigte. Fast ein Wunder, dass er nach der starken Saison 24/25 noch in Heidenheim anzutreffen ist.
Diant Ramaj: Der Schlussmann kam erst Ende Juli als Leihgabe von Borussia Dortmund II und verdrängte doch schon Publikumsliebling Kevin Müller, was im beschaulichen Heidenheim tatsächlich Aufsehen erregte (siehe auch Fallstricke). Doch er hat in seinen jungen Jahren schon internationale Erfahrung gesammelt bei seiner Station in Kopenhagen. Hatte zum Auftakt durchaus Glück, dass sein rüdes Einsteigen gegen den Wolfsburger Pascal Wimmer nicht  mit einem Platzverweis geahndet wurde. Ab3r der gebürtige Stuttgarter kann durchaus zum Rückhalt werden.

 

Mögliche Fallstricke

 

Torwartposition: Es gab tatsächlich Kritik am unantastbar scheinenden Frank Schmidt, als er sich in der Torwartfrage für den gerade ausgeliehenden Diant Ramaj und gegen den langjährigen Keeper Kevin Müller (seit 2015 im Verein) entschied. Durchaus mit nachvollziehbaren Gründen, weil zum einen Ramaj als große Torwart-Begabung gilt, anderseits Müller in seinen 67 Bundesliga-Partien nicht immer voll übezeugte. Patzt jetzt allerdings Ramaj, könnte das Gegrummel lauter werden.
Eine Eskalation schließe ich allerdings praktisch aus: Ganz Heidenheim weiß, dass es ohne das Duo Sanwald/Schmidt niemals Bundesliga-Fußball in diesem beschaulichen Städtchen geben würde.

 

Erste Spiele

 

  1. VfL Wolfsburg (H) 1:3
  2. RB Leipzig (A)
  3. Borussia Dortmund (H)
  4. Hamburger SV (A)

Der Heimdreier gegen Wolfsburg war eigentlich eingeplant, der Faustpfand der 2 Siege zum Saisonstart 2024 ist schon dahin. jetzt folgen 3 Spiele, die ich zwar nicht aussichtslos sehe, aber doch heikel sind.

 

Fazit

 

Zwei, besser drei Teams müssen die Heidenheimer hinter sich lassen. Auf dem ersten Blick scheint das noch schwieriger zu sein als zuletzt, weil der HSV und Köln doch sehr namhaft sind (ob auch besser, muss sich zeigen). Das ruhige Umfeld könnte den Württembergern helfen und auch der Umstand, dass ein Abstieg nicht der Weltuntergang bedeutet, so ärgelich er natürlich wäre.

 

1. FC KÖLN

 

Überblick

 

Ich muss gestehen, dass ich den sofortigen Wiederaufstieg nicht unbedingt erwartet hätte. Die Transfersperre vor der Saison 24/25, viel Theater im Club – das alles sprach gegen die Geißböcke. Die äußerst wechselhafte Saison schien meine Skepsis zu bestätigen, aber da kein Konkurrent die Gunst der Stunde nutzen konnte/wollte, klappte trotz zweier Trainerwechsel während der Saison die Rückkehr ins Oberhaus – und das sogar als Zweitliga-Meister.
Auch wenn die Euphorie groß ist (erst recht nach dem Sieg im Karnevalico bei Mainz) – beim Aufsteiger zählt nur der Klassenerhalt. Da wäre es hilfreich, wenn die neue sportliche Führung um Sportdirektor Thomas Kessler und Trainer Lukas Kwasniok Ruhe in den immer unruhigen Club bringen würden. An der Unterstützung sollte es nicht fehlen, denn die Fans sind treu wie Gold, überschwänglich und bei aller zur Schau gestellten Euphorie (vor Gladbach bleiben) auch realistisch genug, die eine oder andere (Heim)-Niederlage einzupreisen.

 

Players to Watch

 

Marvin Schwäbe: Seit dem Winter die Nummer 1, weil da Jonas Urbig den (Ver)lockungen des FC bayern nicht widerstehen wollte und als Ersatz von Manuel Neuer anheuerte (ein Thema für sich, seufz). Der 30-Jährige hatte mit glänzenden Leistungen wesentlichen Anteil am Aufstieg, und im ersten Spiel in Mainz hielt er souverän seinen Kasten sauber, musste allerdings recht wenige heikle Prüfungen überrstehen.
Ragnar Ache: Der Angreifer kam vom 1. FC Kaiserslautern und soll die nötigen Treffer erzielen. Dass er weiß, wo das Tor steht (und den Ball dort auch unterbringen vermag), bewies er bei Lautern mit 34 erfolgreichen Versuchen in den vergangenen beiden Spielzeiten.

 

Mögliche Fallstricke

 

Traineramt als Schleuderstuhl: Gleich 9 Cheftrainer „verbrauchte“ der FC in den vergangenen 10 Jahren, diverse Interims-Coaches wie 2-Spiele-Aufstiegs-Funkel noch gar nicht eingerechnet. Das spricht nicht gerade für einen dicken Geduldsfaden, den es als Aufsteiger allerdings wahrscheinlich brauchen wird. Lukas Kwasniok ist jetzt auch nicht unbedingt de Liebling aller Fans, dass er in Mainz im FC-Trikot coachte, verleiht ihm höchstens kurzfristig einen kleinen Bonus.

 

Erste Spiele

 

  1. FSV Mainz 05 (A) 1:0
  2.  SC Freiburg (H)
  3. VfL Wolfsburg (A)
  4. RB Leipzig (H)

Einladung zum Punktesammeln, „wenn nicht jetzt wann dann“, um das bekannteste Lied der  Kölschen Kultband „De Höhner“ zu zitieren. Alles machbare Kontrahenten, und wenn wirklich die ersehnten Punkte auf dem Konto landen, spricht ganz Kölle von den internationalen Plätzen, mindestens …

 

Fazit

 

Von all den Teams da unten habe ich beim FC das beste Gefühl (bei meinem Tipp-Genie sollten alldings schon die Taschentücher bereitliegen). Aber tatsächlich gibt es eine vernünftige Achse und eine durchaus emotionale Clubführung, in der Stadt mit so viel „Jeföhl“ eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft.

 

HAMBURGER SV

 

Überblick

 

Der 2. Traditionsclub zurück im Oberhaus – nach sieben langen Jahren, die den HSV schon zum Zweitliga-Dino werden ließen. Warum das ausgerechnet im 7. jahr gelang, weiß wahrscheinlich niemand, denn die Leistungen waren eigentlich die gesamte Saison wenig erbaulich und immer wieder erschüttert durch peinliche Aussetzer. Doch die 2. Liga änehlte vergangene Saison eher einem Irrenhaus, das jeden Tipper genau dorthin brachte, denn einer gesettelten Liga.
Nun denn, jetzt ist der HSV wieder da, wo er hingehört (nicht nur nach Meiinung der HSV-Fans). Die das Abenteuer Bundesliga allerdings wenig euphorisch angehen, zu sehr haben die 7 Jahre am Selbstvertrauen genagt Trotzdem wird das Volksparkstadion regelmäßig ausverkauft sein, bei allem Misstrauen sind die Anhänger wie in Köln treu wie Gold. In der 2. Liga kamen mehr als 56.000 Besucher – im Schnitt!

 

 

Players to Watch

 

Yussuf Poulsen: der namhafteste Neuzugang (vom RB Leipzig). Mit Abstand der Erfahrenste im Team (233 Bundesliga-Partien, 87 Länderspiele für Dänemark). Nicht der ganz große Torjäger, aber mit Führungs-Qualitäten und vielleicht die ideale Ergänzung zu Zweitliga-Torjäger Robert Glatzel.
Daniel Heuer Fernandes: Der Schlussman hat sich im von Trainer Merlin Polzin offen ausgerufenen Zweikampf gegen Bayern-Leihgabe Daniel Peretz durchgesetzt, was die Münchner „erstaunte“. Doch der Schlussmann mit portugiesischen Wurzeln hatte eine insgesamt überzeugende Zsweitliga-Saison und ist mit seinen Vorderleuten bestens eingespielt. Den israelischen Nationaltorhüter in der Hinterhand zu haben, ist nun auch nicht die größte aller Qualen.

 

 

Mögliche Fallstricke

 

Mangelnde Erfahrung: Bestenfalls eine Handvoll Profis können auf eine zweistellige Zahl von Erstliga-Einsätzen zurückblicken. Viel Zeit sich einzugewöhnen, bleibt nicht.
Das gilt insbesondere auch für den Trainer Melvin Polzin: Eh ein Treppenwitz, dass gerade dieser No-Name-Coach den HSV zum Aufstieg führte, nachdem zuvor Branchengrößen wie Steffen Baumgart, Tim Walter, Daniel Thioune und Dieter Hecking am Projekt HSV gescheitert und verzweifelt sind. Vollends überzeugt hat Polzin die Chefetage allerdings noch nicht, zu wechselhaft waren die Leistungen. Die in Hamburg zahllos Experten (Rudi Völler: Ex-Gurus) scharren schon mit den Hufen udn wissen jetzt schon alles besser.

 

Erste Spiele

 

  1. Bor. Mönchengladbach (A) 0:0
  2. FC St. Pauli (H)
  3. FC Bayern (A)
  4. 1. FC Heidenheim (H)

Erstes Heimspiel gegen den Stadtrivalen und dann nach München, wo es in den Jahren vor dem Abstieg regelmäßig Gegentore zu hauf gab (bis zu 9) – da haben sich die Planer einen üblen Scherz erlaubt. Schon eine Schlüsselpartie gegen Heidenheim?

 

Fazit

 

Alles ähnlich wie beim Mitaufsteiger Köln, aber ich habe hier mehr Zweifel. Die allerdings ein Yussuf Poulsen in Bestform zerstreuen könnte. Platz 16 und die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten wäre meines Erachtens schon ein Erfolg

 

 

 

 

 

 

Das wird die Bundesliga 25/26, die wird, Teil II

Nach den Top 7 in Teil 1 wende ich mich nun dem Mittelfeld der vergangenen Saison zu. Noch viel schwieriger einzuschätzen …

 

WERDER BREMEN

 

Überblick

 

Viele Bundesligisten haben sich in der 1. Pokalrunde nicht mit Ruhm bekleckert, aber allein Werder Bremen hat sich aus dem Wettbewerb verabschiedet. Wobei Arminia Bielefeld sicher der schlimmst mögliche Kontrahent war. Doch auch abseits dieser Niederlage: Es wird eine komplizierte Saison für die Norddeutschen. Der Kader scheint auf Kante genäht, Ausfälle wie jetzt Mitchell Weiser (Kreuzbandriss), mit der Begabteste im Kader, fallen besonders ins Kontor.
Andererseits gibt das Team noch genug Klasse her, die Ösi-Kombo (seit den Bruno-Pezzey-Zeiten (großer Seufzer) ist Werder eine Adresse für die Spieler aus dem Nachbarland) um Abwehrchef Marco Friedl und Romano Schmid genügt höheren Ansprüchen.
Ein Hoffnungsträger ist auf jeden Fall der neue Trainer: Horst Steffen hat gerade zuletzt in Elversberg herausragende Arbeit geleistet, die ihn völlig zurecht auch im fortgeschrittenen Alter von 55 Jahren (schreibt ein bald 62-Jähriger …) das Bundesliga-Debüt beschert.

 

Players to Watch

 

Mio Backhaus: Der Torhüter verlor zwar den mannschaftsinterenen Zweikampf mit Michael Zetterer um die Nummer 1, doch da es diesen kurzfristig zu Eintracht Frankfurt zog, genießt er jetzt das volle Vertrauen. Ein hochbegabter Schlussmann (viele Beobachter sahen ihn eh vor Zetterer), allerdings auch erst 21 Jahre alt und ohne Bundesliga-Erfahrung; Fehler sind also einzupreisen.
Marco Friedl: Schwang sich vergangene Saison zum Führungsspieler auf. Den Wert des Abwehr-Chef wurde gerade dann sichtbar, als er verletzt pausieren musste. Besticht durch Zweikampfstärke und feine Technik.

 

Mögliche Fallstricke

 

Stürmerfrage: Wer soll die Tore schießen? Das zog sich durch die Vorbereitung inklusive des Pokalspiel. Und durch den Abgang des recht zuverlässigen Marvin Ducksch Richtung England werden die Sorgen ganz vorne nicht geringer, zumal auch Oliver Burke und Andre Silva den Verein verlassen haben. Hier scheint noch großer Handlungsbedarf bis Ende August.
Mio Backhaus (die Torhüterfrage): Wie gesagt, hochtalentiert ist der junge Schlussmann. Aber jetzt steht er gleich in der Verantwortung. Vom FC Arsenal kam der Este Karl Hein vom FC Arsenal als Ketterer-Nachfolger, der ausgeliehen nach Spanien  Spanien bei Real Valladolid Erstliga-Erfahrung sammelte.

 

Erste Spiele

 

  1. Eintracht Frankfurt (A) Sa., 15:30
  2. Bayer Leverkusen (H)
  3. Gladbach (A)
  4. SC Freiburg (H)

Ein Programm, das es in sich hat gegen gleich drei Top-5-Clubs der vergangenen Saison. Zumal am 5. Spieltag (27. September) der Wiesn-Ausflug beim FC Bayern ansteht …

 

Fazit

 

Von (mittlerweile sehr) leisen Europapokal-Hoffnungen bis befürchteten Abstiegskampf: Die Reise der Werderaner kann überall hingehen. Am Ende werden alle Beteiligten über einen gesicherten Mittelfeldplatz froh sein.

 

VFB STUTTGART

 

Überblick

 

Nach der märchenhaft anmutenden Saison 23/24 und der Vize-Meisterschaft fiel der VfB auf den Boden der Tatsachen. Nur Rang 9, doch die Spielzeit wurde gerettet durch den Pokal-Erfolg, der den Schwaben erneut das internationale Geschäft in der Europa League beschert.
Im Gegensatz zu vielen anderen Teams blieb die Kernmannschaft weitgehend zusammen, auch weil die Clubführung bis zuletzt dem Bayern-Werben um Nick Woltemade standhielt. Hier liegen allerdings Gefahr und Chance eng beieinander. Alle Leistungsträger bis auf Enzo Millot, der schon mit 23 Jahren die Geldtöpfe in Saudi-Arabien vorzieht, konnten gehalten werden. Das Team ist eingespielt, jung und entwicklungsfähig. Und an. der Seitenlinie steht mit Sebastian Hoeneß einer der besten  (jungen) Trainer der Liga.

 

Players to Watch

 

Nick Woltemade: Von Beginn an werden sich alle Blicke auf ihn richten: Wie reagiert er auf den verweigerten Wechsel zu den Bayern. Zeit fürs Beleidigtsein bleibt dem hochbegabten und vor allem auch technisch so starken Angriffsriesen (1,98 Meter) nicht, denn er will sich für weitere Einsätze in der Nationalmannschaft empfehlen, wo er im Juni erste Schritte machen durfte (und danach eine herausragende U-21-EM spielte). Eines ist klar: Die Gegner werden sich auf ihn einstellen, und wehe es läuft nicht: Dann wird der Hoffnungsträger schnell zu einem Fallstrick.
Alexander Nübel: Der Schlussmann befindet sich im virtuellen Zweikampf mit Liga-Konkurrent Oliver Baumann (1899 Hoffenheim) um den Nummer-1-Platz im Nationalteam (oder schwenkt Nagelsmann doch wieder zu Manuel Neuer?). Er hat große Fähigkeiten, streut aber immer wieder Nachlässigkeiten in sein Spiel. Diese muss er schleunigst abstellen.
Angelo Stiller:  Der Mittelfeldmann ist vielleicht der Begabteste der vielen Begabten im Kader (Undav, Führich). Ein Führungsspieler par excellence und ein Parade-Beispiel, dass die Bayern-Akademie durchaus gute Profis hervorbringt … Geht die Entwicklung so weiter, wird der Bundestrainer nicht mehr an ihm vorbeikommen.

 

Mögliche Fallstricke

 

Heimspielschwäche: Das Neckarstadion ist seit dem Umbau eines der stimmungsvollsten Arenen der Liga. Umso erstaunlicher die Niederlagenserie in der Rückrunde, als ab Januar gleich 6 Partien dahiem in Folge verloren gingen und das zum Teil auch nicht gegen die Liga-Elite (u. a. Heidenheim). Ob das 1:2 im Supercup gegen die Münchner ein schlechtes Omen ist?
Nick Woltemade: „Nough said“. Schaun wir einfach mal.

 

Erste Spiele

 

  1. 1. FC Union (H) Sa., 15:30
  2. Gladbach (A)
  3. SC Freiburg (H)
  4. St. Pauli (A)

Das kann was werden mit dem gelungenen Start. Vor allem wenn das württembergisch-badische Derby gegen den SC Freiburg gewonnen wird …

 

Fazit

 

Ich sehe sehr viel Licht und kaum Schatten. Faustpfand des VfB sind das Eingespieltsein und der Trainer. Ein erneuter Sprung in die Champions League würde mich wenig überraschen. Vorausgesetzt natürlich, es bleibt ein Woltemade-Theater aus welchen Gründen auch immer aus.

 

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

 

Noch so ein Traditionsverein, wo Anspruch und Wirklichkeit weit auseinanderklafen. Noh immer schwärmt man von den gloriosen Zeiten, doch diese sind jetzt fast 50 jahre her und ebenso Geschichte wie der Bökelberg. Eher zeigt die Borussia Leistungen, die fürs Leben (internationale Plätze) zu wenig, fürs Sterben (Abstieg) zu viel sind. Große Anzeichen, dass sich das positiv ändert sehe ich eher nicht, zumal mit Allasane Plea einer der schillerndsten Profis in Richtung Eindhoven entschwunden ist.

 

Players to Watch

 

Rocco Reitz: Mit seinen 23 Jahren schon die Identifikationsfigur der Borussen. Spielte eine herausragende U-21-EM und sich damit ins Schaufenster der Begehrlichkeiten. Spätestens nach der nächsten Saison dürfte sich der Hochbegabte nach einer anderen Adresse umsehen, weil die Borussia zu klein geworden ist.
Tim Kleindienst: Mit seiner Torgefährlichkeit avancierte er zum Stammspieler im Nationalteam (und das im reifen Alter von 29 Jahren), bis ihn ein Meniskusriss außer Gefecht setzte und bis Ende Oktobe außer Gefecht setzt. Seine Rückkehr wird sehnlichst erwartet, denn im Angrif gibt es weit und breit keinen gleichwertigen Ersatz. Vielleicht wächst Neuzugang Shuto Machino (Holstein Kiel) in diese Rolle.

 

Mögliche Fallstricke

 

Florian Neuhaus/Disziplin: Hier kann ich das „möglich“ schon streichen. De Mittelfeldmann beherrschte die Schlagzeile, als er alkoholgeschwängert auf die glänzende Idee kam, per Instagramm Sport-Boss Roland Virkus als „schlechtesten Manager der Welt“ bezeichnete und auch noch überstolz sein 4-Millionen-Gehalt kundtat. Was natürlich glänzend in der Clubführung ankam, die ihn mit einer saftigen 100.000-Euro-Strafe sanktionierte plus Abschiebng ins 2. Team für einen Monat. Die Unruhezeichen wurden also gesetzt, und es liegt an Cheftrainer Geraldo Seoane und eben Virkus, die Disziplin wiederherzustellen.
Graues Liga-Mittelfeld: Es droht eine Saison ohne große Spannung. Doch die einst so schillernde Borussia ist wenig geeignet für Graumäusigkeit, das Publikum im gar nicht meh so neuen borussia-Park verlangt nach mehr, nach Außergewöhnlichen. Umso schlimmer wirkt der Abgang von Plea und der Ausfall von Kleindienst.

 

Erste Spiele

 

  1. Hamburger SV (H) So., 17:30
  2. VfB Stuttgart (A)
  3. Werder Bremen (H)
  4. Bayer Leverkusen (A)

Wehe, wenn die beiden Heimspiele gegen die schlagbaren Nordclubs HSV und Werder verlorengehen. Dann brennt es überall.

 

Fazit

 

Ich fürchte, es wird bestenfalls eine Saison der Mittelmäßigkeit mit der Tendenz eher nach unten. Schade um die begeisterungsfähigen Fans. Die ihrerseits allerdings auch das Team zu besseren Leistungen als gedacht anzuspornen. Borussia Mönchengladbach – das hat immer noch den besonderen Charme.

 

VFL WOLFSBURG

 

Überblick

 

Krise bei VW bedeutet immer auch Krise beim VfL. So gesehen muss man Schlimmes befürchten in Wolfsburg, und das obwohl sie dort gerne nach Höherem streben. Aber Pokale haben zuletzt höchstens die Frauen abgeräumt.
Wieder mal versuchen es die Verantwortlichen mit einem neuen Trainer, Ralph Hasenhüttl wurde geschasst: Paul Simonis heißt jetzt der Chef an der Linie, ein hierzulande wenig bekannter Holländer, der zuletzt  die Eagles Deventer betreute und sensationell zum holländischen Pokalsieg führte.
Obwohl die VW-Millionen nicht mehr so üppig fließen (wäre angesicht Massen-Entlassungen auch nicht opportun), ist das internationale Geschäft das erklärte Ziel. Dazu hat das Team auch grundsätzlich die Klasse, allerdings fehlte es zuletzt an der nötigen Konstanz.

 

Players to Watch

 

Mohamed Amoura: Einer der Lichtblicke der vergangenen Saison, als dem Algerier immerhin 10 Saisontreffer gelangen. Grund genug für die Wölfe, den ausgeliehenen Angreifer fest zu verpflichten.
Maximilian Arnold: Immer noch der Denker und Lenker im Mittelfeld. Seine Erfahrung hilft enorm, und für ihn mit seinen 31 jahren dürfte es von Vorteil sein, dass er sich auf die Liga konzentrieren kann ohne internationale Ablenkung.

 

Mögliche Fallstricke

 

Jonas Wind: Eigentlich ist der Stürmer mit großer Torgefahr ein Hoffnungsträger, doch beim Dänen schwanken die Leistungen permanent zwischen Welt- und Kreisklasse. Äußert auch immer wieder Wechsel-Gedanken.
Pascal Wimmer: Noch so ein Zaubeer zwischen Genie und Wahnsinn, der die Trainer in denselbigen treibt. Wann wird der Ösi seine Klasse konstant auf die Straße bringen?
Das Umfeld: Wie gesagt, die VW-Krise. Die sich natürlich auch auf Stadt und Publikum auswirkt, das hauptsächlich aus VW-Mitarbeitern besteht (Klischee, ich weiß).

 

Erste Spiele

 

  1. Heidenheim (A) Sa., 15:30
  2. FSV Mainz (H)
  3. 1. FC Köln (H)
  4. Borussia Dortmund (A)

Schon richtungweisend, wie es so unschön heißt (gerne auch mitn Dehnungs-s). 2 Siege sollten herausspringen, sonst droht schon früh Ungemach.

 

Fazit

 

Noch so ein Mittelmaß-Club zwischen Baum und Borke. Hier kann ich noch nicht mal eine Tendenz erkennen. Vielleicht gibt der neue Coach, den sie „Gouda-Guardiola“ nennen, entscheidende Impulse nach vorn.

 

FC AUGSBURG

 

Überblick

 

Unglaublich, aber wahr: Die Augsburger gehen in ihr 15. Bundesligajahr ohne Unterbrechung seit dem Aufstieg 2011. Dabei schafften sie es allerdings kein einziges Mal in die internationalen Plätze. Meist waren sie im unteren Tabellendrittel anzusiedeln, doch mit dem Absstieg hatten sie trotz mancher Krise wenig zu tun.
Die abgelaufene Saison war sogar eine der erfolgreichsten im Oberhaus. Eine bemerkenswerte Serie von 9 ungeschlagenen Partgien und insgesamt 523 Partien ohne Gegentor ließ sie gar vom Europapokal träumen, ehe sie die Realität in Form von Niederlagen wieder einholte.
Jetzt will der Club wenigstens sein Graue-Maus-Image abstreifen. Mit der Verpflichtung von Sandro Wagner als neuen Chefcoach gelang ein echter Coup, der bundesweit Beachtung fand. Wagner zog die Position des veantwortlichen Chefcoaches im Stahlbad Bundesliga dem eher „gemütlichen“ Job des Assistenten für Julian Nagelsmann vor. Überdies ein Mann der (vor?)lauten Töne, wie er schon bestätigte. Damit steen die Augsburger vielleicht so sehr im Fokus wie höchstens im Aufstiegsjahr.

 

Players to Watch

 

Finn Dahmen: Die Partien ohne Gegentor spülten den Schlussmann schon ins nähere Umfeld des deutschen Nationalteams. Dazu reichte es zwar noch nicht, aber auf den 27-Jährigen ist stetsVerlass.
Alexis Claude-Maurice: Zusammen mit Elvis Rexhbecaj ie beste Offensiv-Waffe der vergangenen Saison. Sehr torgefährlich, gerne auch aus dem Nichts (8 Bulitreffer).

 

Mögliche Fallstricke

 

Erwartungshaltung: Wehe, den großspurigen Wagner-Tönen folgen keine entsprechende Taten. Dann könnte das Konstrukt wie ein missglücktes Souflee zusammenfallen.
Torgefahr: Der ehemalige Stürmer Wagner sucht im Kader einen Angreifer, der ihm die nötigen Tore schießt. Auf dem ersten Blick sehe ich da allerdings niemanden, auf dem zweiten eigentlich auch nicht …

 

Erste Spiele

 

  1. SC Freiburg (A) Sa., 15:30
  2. FC Bayern (H)
  3. St. Pauli (A)
  4. Mainz 05 (H)

Das Bayern-Heimspiel ist ein Bonus, beim Aufsteiger St. Pauli sollte nicht verloren werden, sonst wird es gleich ungemütlich.

 

Fazit

 

Viel Vorfreude auf die Wagner-Festspiele (sorry, musste sein). Ob es welche werden, da habe ich so meine Zweifel, aber zumindest dein gehobenes Interesse ist dem Club erst mal sicher. Am Ende wahrscheinlich eine Saison im Mittelmaß mit dem  zweistelligen Tabellenrang am Ende, ohne dass der FCA in echte Abstiegsgefahr gerät. Aber viuelleicht eine mit mehr Unterhaltungswert.