von Münchner Löwe | Juni 24, 2025 | basketball, Fußball, Tennis, Wochenrückschau
Bubliks Rasenzauber
Publikumsliebling bei allen Turnieren ist Alexander Bublik schon lange. Er spielt ein extrem attraktives abwechslungsreiches Tennis. Nie vorhersehbar, was er als nächstes macht; ein Stop hier, eine unterschnittene Vorhand dort. Überschäumende Spielfreude von einem, der wahrscheinlich selbst nicht weiß, was er als Nächstes tun wird. Wenn er denn will, denn der Kasache gilt nicht als Trainingsweltmeister, der sein ganzes Leben dem Tennis unterordnet, sondern lieber Zeit mit der Familie verbringt. Work life balance at its best, der auch noch mit 50 einen gesunden Körper samt wachen Geist haben will. Und so gibt es auch viele Turniere, wo er keine Lust hat und die Matches abschenkt. Nur noch nach Hause will er dann.
Zurzeit allerdings läuft es wie geschnitten Brot bei Bublik. Schon der Einzug ins Viertelfinale bei den French Open war aufsehenerregend, und jetzt (auf seinem Lieblingsbelag Rasen) legte er in Halle/Westfalen nach und holte sich zum zweiten Mal nach 2023 die Siegestrophäe. Auf dem Weg dorthin begeisterte er durch sein wunderbares Tennis, besiegte unter anderem Jannik Sinner und Daniil Medwedew. Wir dürfen mehr als gespannt sein auf sein Abschneiden in Wimbledon ab nächster Woche. Sein Turniersieg spülte ihn noch auf Platz 30 der Weltrangliste, er wird also gesetzt sein (wahrscheinlich werden die Top-Spieler darüber ziemlich aufatmen).
In Halle endete Alexander Zverevs nächster Versuch, ein Rasenturnier zu gewinnen, im Halbfinale. Dort verlor er gegen „Angstgegner“ Daniil Medwedew in knapp drei Stunden. Jener Russe, der in diesem Jahr bisher extrem wenig erfolgreich war, doch jetzt zu alter Form zurückzukommen scheint. Trotz der Niederlage schaut Zverev einigermaßen zuversichtlich nach Wimbledon.
Die Top-Elite der Frauen traf sich in Wimbledon. Von den Top Ten fehlte in der Meldeliste nur Iga Swiatek. Umso erstaunlicher, dass sich im Finale Marketa Vondrousova aus Tschechien und die Chinesin Wang trafen. Vondrousova immerhin hat auf Gras ihre Stärke mit dem Wimbledonsieg 2022 eindrücklich hinterlegt und spielte eine Woche lang großartiges Tennis mit Siegen unter anderem gegen Madison Keys in der 1. Runde und Aryna Sabalenka (Halbfinale). Im Endspiel brauchte sie dann 3 Sätze, um sich gegen die unverwüstliche Qualifikantin Wang durchzusetzen. Sie wird wie ihre Final-Konkurrentin für Wimbledon nicht gesetzt sein. Apropos: Wer für Wimbledon einen validen Turniersiegerinnen-Tipp hat: herzlichen Glückwunsch. Ich hab nicht die leiseste Ahn ung, wr in gut 2 Wochen die Trophäein die Luft stemmt. Eine „ova“ (also eine Tschechin) scheint wahrscheinlich, aber welche?
Auf den Spuren der Weltmeister 2014?
In einem jetzt schon legendären EM-Viertelfinale (naja vielleicht doch etwas aufgebauscht) setzten sich die Deutschen U-21-Männer gegen Italien durch. Nach dem 0:1 drehten Woltemade und Weiper die Partie. Die Italiener verloren die Nerven und 2 Spieler durch Platzverweise. Zu neunt gelang ihnen durch einen Freistoß in allerletzter Minute (hach haarsträubenden Abwehrfehler) der Ausgleich. Die Verlängerung war ein ewiges Anrennen 11:9 (meinetwegen 10:8), eher systemlos, aber mirt viel Leidenschaft gegen ebenso leidenschaftlich verteidigende Azzurri. Merlin Röhl erlöste die Deutschen mit seinem knallharten Schuss zum 3:2 und bewahrte sie vorm Elfmeterschießen und der möglichen Pleite in Überzahl.
Ein aufregendes Spiel, und schon werden Erinnerungen wach an diesen unfassbar starken 2009er-Jahrgang, als die Deutschen gar Europameister wurden. Und mit Manuel Neuer, Mats Hummels, Jerome Boateng und Mesut Özil in der Stammelf hatten, die 2014 Korsettstangen im Weltmeisterteam waren. Ob den heurigen Spielern Ähnliches gelingt, bleibt abzuwarten, aber einem Woltemade und Torwart abotube wird eine große Zukunft prophezeit.
Die Deutschen qualifizierten sich als einzige Gruppensieger fürs Halbfinale, in dem sie am Mittwoch (21:00) auf Frankreich treffen. Zuvor (18:00) ermitteln England und Holland den anderen Finalisten. Ausgeschieden sind dagegen die hochgehandelten Spanier und Portugiesen.
Und sonst?
- Tennis-Turniersiege feierten auch McCartney (wer zum Teufel nennt sein Mädchen so?) Kessler (in Nottingham) Carlos Alcáraz (in Queens). Das Doppel in Halle sicherten sich Kevin Krawitz/Tim Pütz, eine gelungene Generalprobe des besten deutschen Paars für Wimbledon.
- Motorrad: Die Marquez-Festspiele in der MotoGP gehen weiter. In Mugello gewann Marc sowohl Sprint als auch Hauptrennen, jeweils vor seinem jüngeren Bruder Alexis. Allein diese beiden kommen noch für den WM-Titel in Frage.
- Basketball: Die deutschen Frauen haben sich in der „Hamburger Gruppe“ mit 2 Siegen gegen Schweden und Großbritannien (und einer Niederlage gegen Spanien) fürs Viertelfinale qualifiziert. Dort treffen sie am Mittwoch in Piräus auf den Turnierfavoriten Belgien. Eine fast nicht zu stemmende Aufgabe.
- US Sport: Die Florida Panthers verteidigten gegen die Edmonton Oilers den NHL-Titel. Erstmals feierte das Team der Oklahoma City Thunder über eine NBA-Meisterschaft. Mehr in aller Ausführlichkeit in gesonderten Texten.
Einen Mega-Transfer gab es schon vor dem offiziellen Start. Kevin Durant, trotz seiner 36 Jahre immer noch einer der besten Spieler der NBA, wechselt von den Phoenix Suns zu den Houston Rockets. Dafür erhält das Team aus Arizona Jalen Green, Dillon Brooks, den diesjährigen Nummer-10-Pick der Draft am Mittwoch. Die Meinungen, ob das genug Kompensation ist, sind geteilt. Ich glaube sehr viel mehr, war nicht rauszuschlagen, weil klar war, dass die Suns Durant unter allen Umständen loswerden wollten. Ob dieser den Rockets wirklich entscheidend weiterhilft, ist die große Frage. Ich persönlich habe da so meine Zweifel.
- Leichtathletik: Gina Lückenkemper stellte mit 10,93 Sekunden ihre persönliche Bestzeit über 100 Meter ein. Leider wird die Zeit offiziell nicht gewertet, weil der Wind mit 2,5 m/s etwas zu stark von hinten anschob. Trotzdem: Sie scheint in Form zu sein.
von Münchner Löwe | Juni 16, 2025 | Formel 1, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Freudentag für Mercedes
Silbern sind die Stuttgarter Formel-1-Renner ja schon länger nicht mehr, dafür endlich mal wieder Pfeile. Zumindest dieses Wochenende in Montreal, diesen herrlichen Stadtkurs, vielleicht die schönste Rennstrecke im Kalender. George Russell fuhr nicht nur auf die Pole Position, er nutzte diesen Vorteil auch zu einem Start-Ziel-Sieg. Das Top-Ergebnis rundete Jungstar Kimi Antonelli auf, der als Dritter erstmals aufs Podium fuhr. Dazwischen Weltmeister Max Verstappen im Red Bull.
Bis der Rennsieg allerdings offiziell war, dauerte es fünfeinhalb Stunden. Red Bull hatte Protest gegenRussell eingelegt, weil sich dieser in einer Gelb-Phase kurz vor Schluss nicht regelkonform verhalten hätte. Um 3 Uhr morgens unserer Zeit dann die Bestätigung: alles Okay, Protest unbegründet. Wenn sich die Königsklasse nicht auf Dauer lächewlich machen will, dann muss so etwas einfach schneller gehen.
Und die McLarens? Verpassten das Protest, sorgten auber für den Renn-Aufreger des Sonntags. Kurz vor Schluss meinte der Fünftplatzierte Lando Norris, er müsste sich mit Gewalt an dessen Teamkollegen und WM-Führenden Oscar Piastri vorbeizwängen. Es kam, wie es kommen musste, Norris kollidierte mit Piastri und musste den Wagen abstellen (deshalb die Gelbphase). Piastri hatte Glück, dass er im Rennen blieb und rettete den vierten Platz. Zum wiederholten Mal machte Norris einen dämlichen Fehler, zum wiederholten Mal bat er um Entschuldigung, aber Besserung ist nicht in Sicht. Mal sehen, wie lange das die McLaren-Bosse noch dulden. Eine Teamorder scheint fast unerlässlich.
Einen traurigen Moment hatte Lewis Hamilton: Der Ferrari-Fahrer überfuhr ein Murmeltier und verletzte es tödlich. Das ging dem erklärten Tierfreund nahe: „Grausam, schlimm, das ist mir hier noch nie passiert.“ Zudem trug auch der Wagen einen deutlichen Schaden am Unterboden davon, aber Hamiltons Trauer galt tatsächlich glaubwürdig dem Murmeltier
Magdeburger Handballer obenauf
Nach der verpassten Meisterschaft (vor allem im Herbst wurden zu viele Punkte verloren) rehalbilitierte sich der SCM und holte sich die Champions League. Nach dem aufreibenden Halbfinalsieg gegen den FC Barcelona mit einem Treffer in letzter Sekunde gewann er das deutsche Duell gegen die Füchse Berlin am Ende fast ungefährdet. Die starke Abwehr und ein zeitweise fast unbezwingbarer Schlussmann Sergej Hernandez (ein Spanier!) waren die Schlüssel zum Erfolg. Die Berliner waren sichtlich ermüdet von der Saison, auch Matthias Gidsel kam nicht zur Geltung, und das obwohl er im Halbfinale tags zuvor nach nur 9 Minuten eine (umstrittene!) Rote Karte gesehen hatte. Der Tank war einfach leer beim Welthandballer und dem ganzen Team.
Unwürdig war die Spielfläche: Nicht nur weil sie über und über mit Werbung gepflastert war (augenkrebserregend). Vor allem in den Halbfinals war das Parkett tückisch glatt, die Spieler rutschen wiederholt aus (so auch Gidsel vor seiner Roten Karte, als er in einen Gegenspieler hineinrutschte). Niemand hat sich verletzt, also noch mal gutgegangen. Aber Fehler suchen und aufarbeiten, bitte schön!
Mama Maria – ein Tennismärchen
37 Jahre ist Tatjana Maria mittlerweile alt, inzwischen zweifache Mutter, doch vom Tennis hat sie immer noch nicht genug. Allerdings hatte sie bisher ein verheerend schlechtes Jahr, bevor sie sich auf zum Londoner Queensclub aufmachte zu ihrem Liblingsbelag Gras. Qualifikation musste sie vorvergangenes Wochenende spielen. Sie gewann zwei Partien, und dann begannein märhcenhafter Siegeszug gegen Teile der Weltelite. Schon die Siege gegen Leyla Fernandez und Karolina Muchova kamen überraschend. Im Viertelfinale fertigte sie die ehemalige Wimbledonsiegerin Lena Rybakina ebenso in zwei Sätzen ab wie im Halbfinale die amtierende Australian-Open-Championesse Madison Keys, beide ausgesprochene Rasenspezialistinnen. Da war im Endspiel die Aufgabe Amanda Anisimova fast einfach zu nennen, auch hier gewann geradezu leicht und locker in nur 84 Minuten.
Maria ist ja der Schrecken all der Haudraufinnen mit ihrem völlig unüblichen Schnibbelstil. Sie spielt ja neben der Rückhand auch die Vorhand sehr gerne mit Unterschnitt, verteilt die Bälle klug und ist eine wahre Verteidigungskünsterin. Dazu verfügt sie über einen besonders auf Gras extrem gefährlichen Aufschlag.
Der größte Einzelerfolg für Maria, die ihr erstes 500er-Turnier für sich entschied (zuvor 3 kleinere Veranstaltungen). 2021 war sie mit ihrer unorhodoxen Spielwiese schon mal ins Wimbledon-Halbfinale gestürmt, aber dieser Turniersieg ist meines Erachtens noch bedeutender. Vor den Augen ihrer Familie, dem Ehemann Charles-Édouard und der 11-jährigen Tochter Charlotte, die ihr verblüffend ähnlich sieht und der allgemein sehr großes Tennistalent beschieden wird. Bleibt für sie allerdings fast zu hoffen, dass sie nicht ähnlich verkorkst spielt wie die Frau Mama 👩. Natürlich führte der erste Weg von Maria zur Familie, wo auch die jüngere Tochter Cecilia selig im Kinderwagen schlafend erst mal geherzt wurde.
214.000 Dollar füllen die Reisekasse auf, jetzt geht es nach Nottingham, wo mit Petra Kvitova eine zweifache Wimbledonsiegerin in der 1. Runde wartet. Die ist erst 35 Jahre alt, also eine Springinsfeldin, aber seit 7 Juli 2024 ebensfalls stolze Mama eines Jungen.
Und sonst?
- Fußball: Die deutschen U-21-Männer stehen im Viertelfinale. Dem 3:0 gegen Slowenien am Donnerstag folgte am Sonntag ein 4:2 (nach 4:0) gegen Tschechien.
- Tennis: Alexander Zverev bleibt ohne Turniersieg auf Rasen. Der Hamburger verlor das Finale in Stuttgart gegen Taylor Fritz, die fünfte Niederlage gegen den US-Boy hintereinander. „Du darfst nicht mehr herkommen“ scherzte Zverev bei der Siegerehrung.
Weitere Turniersiege schafften in s´Hertogenbosch (Niederlande) die Belgierin Elise Mertens und Gabriel Diallo aus Kanada.
- Basketball: Der FC Baydern hat das erste von maximal 5 Spielen im BBL-Finale gewonnen. Das 82:66 klingt viel deutlicher, als die lange sehr ausgeglichene Partie tatsächlich war.
- Leichtathletik: Mondo Duplantis hat beim Heim-Meeting in Stockholm seinen eigenen Weltrekord auf 6,28 Meter gesteigert. Sein Landsmann Andreas Almgren überraschte mit einem unglaublichen Europarekord von 12:44,27 Minuten. Robert Farken schaffte nach seinem 1500-Meter-Rekord auch über die Meile eine neue nationale Bestleistung.
- Golf: JJ Spaun gewann die US Open, das 3. Major-Turnier des Jahres. Mit einem Putt aus 30 Metern machte er den Triumph am Oakmont Coutry Club in Pennsylvania perfekt. Er blieb als einziger aller Teilnehmer unter Par auf dem wohl schwierigsten Kurs der Tour, obwohl es nirgends Wasser gibt.
von Münchner Löwe | Juni 9, 2025 | Fußball, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Portugal gewinnt die Nations League, Coco Gauff in Paris, und die Füchse Berlin sind deutscher Handball-Meister.
Anmerkung: Zum Männer-Einzel https://blickueberdenteich.de/alcaraz-gewinnt-den-super-thriller/
und den NBA Finals https://blickueberdenteich.de/thunder-gleichen-aus/
gibt es gesonderte Texte
Unerwarteter Freudentaumel
Etwas überraschend, dafür umso verdienter hat sich Portugal die Nations League gesichert. In einem teilweise hochklassigen Finale setzten sich die Portugiesen im „Iberico“ gegen den großen Nachbarn Spanien nach Elfmeterschießen durch. Zweimal war Espana in Führung gegangen, zweimal glichen die Lusitanier aus. Unter den Torschützen war auch Cristiano Ronaldo, der zum 2:2 traf, kurz vor der Verlängerung allerdings wegen einer Muskel-Verletzung das Spielfeld verlassen musste.
Umso ergriffener war er nach dem letzten Elfer. während die Mitspieler in einem wahren Freudenknäuel versanken, vergoss er Tränen der Freude. Auch ich hab hier ja oft bemäkelt, CR7 schade diesem Team mehr als dass er nutze. Aber zum einen hat er immer noch den genialen Torriecher, zum anderen ist er absolut unangefochtener Volksheld, der hymnisch verehrt wird auch von seinen Mitspielern. Er muss schon von sich selbst sagen, dass es nicht mehr geht, und zurzeit geht es noch sehr gut..
Jedenfalls haben die Portugiesen eine wirklich aufregende Truppe zusammen ohne echte Schwachstelle, dafür mit Mittelfeldmotor Vitinha und Nuno Mendez überragende Einzelkönner, die zumindest am Sonntag auch den spanischen Jungstar Lamine Yamal deutlich in den Schatten stellten. Der hatte einen schwachen Tag und machte einen extrem lustlosen Eindruck.
Im Halbfinale hatten die Portugiesen ebenfalls in München die Deutschen bezwungen, völlig verdient am Ende, auch weil Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinen Wechseln danebengriff. Wie er etwa auf die Idee kommt, dass ein Niclas Füllkrug ohne jede Spielpraxis ein Gewinn wäre. Oder der völlig formlose Serge Gnabry. Klar, einige sehr wichtige Spieler fehlten (Musiala, Rüdiger, Kleindienst), aber der 2. Anzug passt noch gar nicht. Und zumindest Stand heute würde ich das Team nicht zu den engeren WM-Favoriten zählen, zumal das Turnier in Amerika stattfindet.
Gauff triumphiert auf der roten Asche
Sicher ist Sand nicht der Lieblingsbelag der Amerikanerin. Doch nachdem sie sich irgendwie ins Finale von Roland Garros gespielt hatte mit Erfolgen unter anderem gegen Australian-Open-Siegerin Madison Keys , zeigte sie nach einem Fehlstart gegen Aryna Sabalenka eine hervorragende Leistung. Sie drang vor allem in den Kopf der Weißrussin hinein, die vor allem über ihre eigenen Fehler mehr und mehr verzweifelte. Sympathien bei mir hat sie leider eh wenige: Ihre unerträgliche (!) Schreierei auf dem Platz und ihre Egomanie auf (der entnervte Blick zu ihren Leuten) und neben dem Platz sind nur schwer erträglich. Hinterher moserte sie fast ausschließlich über ihr Spiel. Was für eine Unsportlichkeit gegenüber Gauff, der sie den Eindruck vermittelte, die Amerikanerin habe nur wegen Sabalenkas Gnaden gewonnen, was natürlich reiner Blödsinn ist.
Die immer noch erst 21-jährige Gauff hat nun nach den US Open 2023 das 2. Grand-Slam-Turnier gewonnen, ihr Tief im vergangenen Jahr ist überwunden. Attraktives Tennis spielt sie eh, wir werden sehen, wie weit sie das noch führt.
Schöne Erfolge gab es für die deutschsprachigen Juniorinnen und Junioren. Die 17-jährige Österreicherin Lilli Tagger gewann die Mädchen-Konkurrenz. Faszinierend: Sie spielt mit einer einhändigen Rückhand, eine absolute Seltenheit bei den Frauen. Die 1,85 Meter helfen ihr zudem natürlich beim Aufschlag.
Ein rein deutsches Finale gab es bei den jungen Männern: Niels McDonald gewann gegen seinen guten Freund Max Schönhaus. Mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft, zumal die ebenfalls noch ganz jungen Justin Engel und Diego Dedura am Nachwuchsturnier gar nicht teilnahmen.
Berlin endlich Handball-Meister
Im letzten Spiel machten es die Füchse noch mal spannend. 3 Tore lagen sie kurz nach der Pause bei den Rhein-Neckar Löwen zurück, der für den Titel notwendige Punkt schien gefährdet. Doch dann rissen sich die Berliner zusammen, und angeführt von Welthandballer Mathias Gidsel siegten sie letztlich ungefährdet mit 38:33. So retteten sie einen Zähler Vorsprung gegenüber Titelverteidiger SC Magdeburg ins Ziel und holten die erste für die Hauptstadt nach der Wende (und die erste für den Westteil der Stadt überhaupt). Gidsel ist natürlich ein absoluter Glücksfall für die Füchse und die Bundesliga. Er hätte weit lukrativere Angebote in Spanien und Frankreich, zieht aber die ihn stets fordernde Bundesliga vor und genießt das für ihn recht ruhige Leben in de Hauptstadt. Und Jahr für Jahr zeigt er dann noch mit den Dänen, dass er der beste Handballer der Welt ist.
Am Ziel der Träume ist auch Bob Hanning, der vor 20 Jahren das Projekt Füchse-Handball in der Hauptstadt begann. Immer streitbar, aber oft mit erstklassigen Ideen. Die von ihm geförderte Jugendarbeit trägt Früchte und bringt viele Klassespieler heraus wie jetzt Fabian Wiede. Erinnert sei auch an den hochbegabten Paul Drux, der leider allzu früh wegen anhaltender Verletzungen seine Karriere beenden musste.
Die Füchse und Magdeburg sehen sich schon dieses Wochenende in Köln wieder, wenn die Champions League ihr Final Four austrägt. Der SCM trifft am Samstag im Halbfinale auf den FC Barcelona, Berlin auf Nantes, Handballfeste sind wahrscheinlich.
OIlers kassieren Heimpleite
Nach den ersten beiden Spielen in Edmonton steht die Finalserie zwischen den heimischen Oilers und Titelverteidiger Florida Panthers 1:1. Auch die 2. Partie ging in die Overtime, in der diesmal Florida das bessere Ende für sich hatte. Marchmant nutzte einen Konter, lief alleine auf Torwart Scottie Skinner zu und überwand diesen mit etwas Glück und viel Mühe.
Leon Draisaitl hatte für seine Oilers erneut ein Tor geschossen, nach brillanter Vorarbeit von Conor McDavid. In de Nacht zu Dienstag findet Spiel 3 in Florida statt
Und sonst?
- BBL: Die Favoriten haben nach dem jeweils dritten Halbfinalspiel die Nase vorn. Der FC Bayern führt gegen Heidelberg genauso mit 2:1 wie ratiopharm Ulm gegen Würzuburg. Die jeweils vierten Partien finden am Dienstag in Würzburg (18:30) und Heidelberg (20:00) statt.
- Motorrad: Marquez-Festspiele in Aragon. Im Sprint und Hauptrennen gewann jeweils Marc Marquez vor dem jüngeren Bruder Alexis. In der WM-Wertung führt Marc vor Alexis, der Dritte Francisco Bagnaia hat schon großen Rückstand.
- Rallye: In Sardinien war der französische Altmeister Sebastien Ogier mal wieder eine Klasse für sich. Der achtmalige Weltmeister siegte vor Odd Tanak aus Estland und dem Finnen Kalle Rovenpera.
- Schwimmen: Einen unglaublichen Weltrekord stellte die dreifache Olympiasiegerin Summer Mcintosh auf. Die Kanadierin siegte bei den nationalen WM-Ausscheidung über 400 Meter in 3:54,18 Minuten und blieb mehr als eine Sekunde unter der alten Bestleistung von Ariane Titmus.
- Leichtathletik: Einen Uraltrekord verbesserte der deutsche 1500-Meter-Läufer Robert Farken beim Diamond-League-Meeting in Rom. Er lief als Zweiter 3:30,80 und blieb 76 Hundertstel unter der Leistung von Thomas Wessinghage. Der war 3:31,56 im Jahr 1980 (!) in Koblenz gelaufen.
von Münchner Löwe | Juni 2, 2025 | Allgemein, basketball, Fußball, Golf, Handball, Radsport, Wochenrückschau
Giro-Entscheidung und der erste Leichtathletik-Höhepunkt des Jahres. Und die deutschen Handball- und Basketball-Ligen nähern sich dem Ende. Ach ja, das Münchner Champions-League-Finale
https://blickueberdenteich.de/psg-zeigt-fussball-zum-verlieben/
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Yates
In ganz dürren Worten: Simon Yates hat den Giro d´Italia gewonnen. Aber was für ein Drama hat sich da in der vorletzten Etappe abgespielt, die diesen Triumph des Briten erst möglich gemacht hat.
Drei Fahrer hatten vor diesem Teilstück mit dem brutalen Anstieg um Col de Finestre noch Siegchancen. Die besten naturgemäß der Mann in Rosa, Isaac Del Toro, der mit 32 Sekunden vor Richard Carapaz (Ecuador) und einer Minute auf Yates führte. Am Col di Finestre versuchte Yates sein Glück und sprang vom Duo DelToro/Carapaz weg. Der Vorsprung stieg und stieg, weil das Verfolger-Duo sich in der Verfolgungsarbeit nicht einig war. Das ist nämlich die große Kunst im Radsport, Gemeinschaften auch mit dem härtesten Konkurrenten schmieden. In diesem Fall hätte das geheißen. Beide verrichten gleich viel Führungsarbeit.
Doch gerade Carapaz dachte gar nicht daran. Vielleicht war er wirklich mit den Kräften am Ende, das bezweifle ich. Sein Standpunkt: Ob ich Zweiter oder Dritter werde, ist mit eher gleichgültig, aber für Del Toro geht es um den Sieg. Der aber wollte den Hauptkonkurrenten nicht mitziehen lassen, vielleicht auch aus Angst, er könne ga z am Ende von diesem abgehängt werden. Anders als der
So baute Yates seinen Vorsprung auf mehr als 5 Minuten auf Del Toro/Carapaz aus, die ihn zum Gesamtführenden machten. Auf der Ehrenetappe durch Rom ließ er nichts mehr anbrennen und schnappte sich also den ersten Sieg bei einer großen Länderrundfahrt.
Ausgerechnet der Col de Finestre, als er vor 7 Jahren im Rosa Trikot mehr als 40 Minuten verlor. „Wir waren vielleicht die Stärksten, aber nicht die Intelligentesten“, räumte Carapaz ein. Wahr gesprochen.
Ein Fest des Mehrkampfes
Zum wiederholten Mal traf sich ein großer Teil der Weltelite zum Meeting im beschaulichen Götzis und zum wiederholten Mal gab es vor eine Rekordkulisse von 15.000 Zuschauern Top-Leistungen. Bei den Frauen triumphierte Anna Hall mit dem Meeting-Rekord von 7023 Punkten, mit der sie sich auf Platz 2 der All-time-Bestenliste hinter der unglaublichen Jackie Joyner-Kersee (mit 7291 Punkten in einer anderen Welt) schob. Beste Bedingungen (Wetter, Konzentration nur auf Mehrkampf) halfen. Unfassbar ihre 2:01,23 im abschließenden 800-Meter-Lauf, so schnell war noch keine Frau bei einem Siebenkampf.
Bei den Männern „hielt“ die 9000-Punkte-Grenze. Sander Skotheit gewann mit dennoch erstklassigen 8909 Punkten vor dem US-Amerikaner Kyle Garland (8626). Leo Neugebauer, der eigentlich die 9000 Zähler anpeilte, musste sich mit Platz 5 und 8555 Punkten mit Platz 5 begnügen, knackte aber wie sein Landsmann Niklas Kaul (3. mit 8575) die WM-Norm. Die Atmosphäre war mega“, bilanzierte der Olympiazweite sein Götzis-Debüt.
Füchse unaufhaltsam
Zum Endspiel um die Meisterschaft erkoren die Experten die Handballpartie Füchse Berlin gegen MT Melsungen. Das Duell der beiden punktgleichen Teams an der Tabellenspitze entschieden die Hauptstädter klar mit 37:29 für sich. Auch am Sonntag in Stuttgart ließen sie mit einem souveränen 35:20-Erfolg nichts anbrennen. Härtester Verfolger ist jetzt der SC Magdeburg einen Zähler und dem nicht mehr einholbar schlechteren Torverhältnis hinter Berlin. 2 Spieltage stehen noch aus, die Füchse spielen am Donnerstag gegen Gummersbach und am Sonntag bei den extrem schwächelnden Rhein-Neckar Löwen. Der erste Titel scheint also ganz nahe.
Und sonst?
- Conference League: Der FC Chelsea gewann in einer unterhaltsamen Partie das Finale in Wroclav gegen Betis Sevilla. In der 1. Halbzeit waren die Andalusier klar das bessere Team und führten auch mit 1:0, doch im 2. Durchgang hatten sie dem effizienten Spiel der Londoner nichts mehr entgegenzusetzen. Chelsea gewann 4:1 und ist das erste Team, das jetzt alle vier europäischen Pokale in der Vereinsvitrine stehen hat
- BBL: Überraschung im 1. Halbfinale: Der FC Bayern verlor die erste von maximal 5 Halbfinal-Partien zu Hause gegen Heidelberg mit 90:95. Ein gewisser Druck für die Müncher besteht also vor dem 2. Spiel am Mittwoch in Heidelberg. Mit etwas Mühe wurde dagegen ratiopharm Ulm gegen Würzburg seiner Favoritenstellung gerecht.
- Golf: Der nächste Triumph von Scottie Sheffler nach den PGA Championships. Gleich mit 4 Schlägen Vorsprung sicherte er sich das Memorial Tournament vor US-Landsmann Benjamin Griffin und dem erneut sehr starken Sepp Straka aus Österreich.
Bei den Austrian Open feierte der Deutsche Nico von Dellinghausen einen feinen Sieg, der ihm die europäische Tourkarte für 2026 sicherte, das Wichtigste für einen aufstrebenden Golfprofi.
- Verletzungspech: Die deutsche Basketball-Kapitänin Marie Gülich zog sich einen Kreuzbandriss zu und wird bei der Heim-EM fehlen. Ein schwerer Rückschlag fürs Team, zumal auch WNBA-Legionärin Satou Sabally ihre Teilnahme abgesagt hat.
von Münchner Löwe | Mai 27, 2025 | Formel 1, Fußball, Handball, Tennis, Wochenrückschau
Stuttgart rettet mit Pokalsieg die Saison
Ende gut, fast alles gut, werden sie im Ländle sagen. Der neutrale Fußballfreund dagegen wird sich fragen, was passiert wäre, wenn denn der Arminen-Schuss nicht an die Querlatte gedonnert wäre, sondern ins Tor und zur Führung der Bielefelder.
Danach konterten die Stuttgarter die Arminia genauso gnadenlos wie gekonnt aus. Beim Stand von 4:0 musste man schon das Schlimmste für den Zweitliga-Aufseiger befürchten, als zwei schnelle Treffer in der Endphase zum einen das Ergebnis verschönten und zum anderen die Schwaben noch mal gehörig ins Schwitzen brachten.
Übrig bleibentrotz der Niederlage euphorische Arminen-Anhänger, die ihr „Once-in-the-Lifetime“-Finale in der Hauptstadt feierten, wobei es offenbar weitestgehend friedlich bleibt.
Erschreckend allerdings die chaotischen Zustände am Einlass, wo die Fans mehr als 2 Stunden warten mussten und zum Teil den Anpfiff (und die tolle Show davor) versäumten. Eine organisatorische Panne ersten Grades, die Gott sei Dank nicht in einer Katastrophe endete. Hier sind DFB und Veranstalter und Stadt gefragt, das minutiös aufzuarbeiten. Immerhin will sichu Berlin für Olympia bewerben.
Anachronismus bleibt Anachronismus
Jeder Formel-1-Fan und -Experte weiß: Die Königsklasse des Motorsports hat in Monte Carlo nichts mehr zu suchen. Sie ist dem engen Stadtkurs entwachsen. Und doch: Der Formel-1-Kalender ist ohne den Abstecher ins Fürstentum schlicht undenkbar. Hier ist der Glamour echt und auch sichtbar (im Gegensatz zum Beispiel von Las Vegas).
Nur das Rennen stört, könnte ich frei nach Udo Lattek über den Kölner Fußball im Kölner Stadion lästern. Überholen ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Die brillante Idee der Veranstalter, dass das Rennen durch zwei obligatorische Boxenstopps aufgehübscht und spannender gemacht werden könnte, erwies sich als Rohkrepierer, wie hinterher viele Fahrer recht unverhohlen kundtaten. Im Gegenteil: Es wurde noch schlimmer, weil manche Fahrer mit Absicht langsam fuhren, damit der Teamkollege durch den Boxenstopp besser dran sein könnte.
Im Rennen ohne gelungenes Überholmanöver siegte Lando Norris im McLaren vor Charles LeClerc (Ferrari) und Oscar Piasti (ebenfalls McLaren), der seine WM-Führung verteidigte. Weltmeister Max Verstappen zeigte die Absurdidät der neuen Regelung und bog erst in der vorletzten Runde zu seinem 2. Boxenstopp ab. Als wolle er alle, die diese großartige Boxenidee hatten und durchsetzten, verhöhnen und Norris nicht mehrere Führungsrunden zum Sieg gönnen
Meister-Jubel in Neapel und Graz
Erst am letzten Spieltag wurden die Meisterschaften in Italien und Österreich entschieden. Während Napoli mit dem ungefährdeten 2:0 früh alles klar machte im Fernduelle mit Inter, musste Sturm Graz bis zur letzten Sekunde zittern in einem außergewöhnlichen Herzschlagfinale. Am Ende reichte Sturm ein 1:1 gegen den Wolfsberger AC zur Titelverteidigung. Hätten die Steirer verloren, wären sie auf Platz 3 abgestürzt und der WAC Meister geworden. Am Ende trennten die ersten 4 lediglich 3 Punkte, da schaut der deutsche Fan sehr neidisch hin (sofern er den österreichischen Fußball denn überhaupt wahrnimmt).
Djokovic im Club der Hunderter
Ehre, wem Ehre gebührt. Der (von mir nicht geliebte) Serbe Novak Djokovic feierte in Genf seinen 100. Turniersieg. Es wird ihm egal sein, dass dieses Turnier nicht das Schillerndste seiner großen Sammlung ist – eher im Gegenteil. Aber nachdem ihm Jakob Mensik in Miami den Titel im Finale wegschnappte und er danach kein Match mehr gewann, dürfte der Erfolg Balsam für die geschundene Seele sein. Im Finale siegte er in drei Sätzen hartumkämpfen gegen Hubert Hurcacz, nicht gerade als Sandmann bekannt.
Und schon gibt es einige Experten, die ihm für die French Open viel zutrauen. Im vergangenem Jahr musste er im Viertelfinale kampflos aufgeben.
Schweizer Märchen ohne Happy End
Was war das für eine fantastische Eishockey-WM der Eidgenossen. Nach de Auftaktniederlage gegen Tschechien übefuhren die Schweizer die Konkurrenz, beendeten in der K.o.Runde die ebenfalls wundersamen Erfolgsreisen erst gegen Österreich, dann gegen die unglaublichen Dänen, die ihrerseits Rekordweltmeister Kanada eliminiert hatten.
Doch im Finale war Schluss mit der Herrlichkeit gegen die USA. Die hatten sich für ihr erstes WM-Finale seit 1960 (!) qualifiziert und waren letztlich das glücklichere Team. Nach torlosen 60 Minuten entschied die Verlängerung und das reichlich unwüdige 3 vs 3, das mit normalen Eishockey in etwa so viel zu tun hat wie Hallenfußball mit Fußball. Tage Thompson erzielte letztlich den entscheidnnden Treffer nach 2:02 Minuten in der Overtime. Insgesamt sicher nicht unverdient und doch so traurig für die Schweizer, die jetzt 4 WM-Finalis in den vergangenen 12 Jahren verloren haben.
Und sonst?
- Relegation: Im „Dorfico“, wie die Relegation zwischen Heidenheim und Elversberg spöttisch wie letztlich zutreffend genannt wurde, setzte sich der Bundesliga-16. von de Ostalb durch. Dramatischer hätte es nicht sein können, denn der Siegtreffer fiel erst in der letzten Minute der Nachspielzeit. Es waren dem Vernehmen nach zwei höchst vergnügliche und unterhaltsame Fußball-Spiele.
- England: Am letzten Spieltag ging es „nur“ noch um die 3 verbliebenen Champions-League-Plätze nach Meister Liverpool und dem Zweiten FC Arsenal. Die höchst profitablen Tickets sicherten sich Manchester City, Newastle United und der FC Chelsea. Aston Villa vergab alle Chancen mit einer desaströsen Vorstellung bei Manchester United, darf sich aber mit einem Europa-League-Platz trösten. Nottingham Forest bleibt schließlich nur die Conferece League, aber wär hätte das dem Team vor der Saison zugetraut?
- Handball: Die SG Flensburg-Handewitt sicherte sich die European League, den zweitwichtigsten internationalen Wettbewerb. Im Finale in Hamburg gewannen die Norddeutschen souverän gegen Montpellier, nachdem sie im Halbfinale gegen die MT Melsungen eine Verlängerung gebraucht hatten
von Münchner Löwe | Mai 19, 2025 | Formel 1, Fußball, Tennis, Wochenrückschau
Paolini die Triumphatorin von Rom, Verstappen düpiertdie McLarens, der BVB feiert den Sprung in die Geldtöpfe, der 1. FC Köln den Aufstieg.
Ende gut, (fast) alles gut
Mit einem großartigen Endspuret hat sich Borussia Dortmund noch den 4. Platz geschnappt, der die Qualfikaion für die geldige Champions League bedeutet. Ihre Pflichtaufgabe gegen Hlstein Kiel erfüllte die Mannschat mit einem letztlich ungefährdeten 3:0 gegen Absteiger Holstein Kiel, zumal die Norddeutschen nach einem frühen Platzverweis mehr als 80 Minuten zu zehnt agieren mussten.
Alle Ehren sind die 8 Siege in den vergangenen 7 Partien wert, aber natürlich spielte auch viel Glück und vor allem die schwächelnde Konkurrenz mit, die zuletzt fast maßgeschneiderte Ergebnisse ablieferte. Prinzipiell hat das Team Potenzial, der neu gekommene Trainer Niko Kovac hat die Ur-Tugenden und die offenbar fehlende Fitness erweckt. dass Leute wie Julian Brand und _Serhou Guirassy außerordentliche Fähigkeiten haben, steht außer Zweifel.
Die Frage lautet jetzt, ob mehr drin ist als eine CL-Quali auf dem letzten Drücker wie in den vergangenen beiden Jahren.
Der FC feiert
Keine Selbstverständlichkeit, dass einem prominenten Absteiger der sofortige Wiederaufstieg gelingt. Da kann der HSV ein Lied dvon singen, den der Aufstieg jetzt im 7. Jahr gelang.Der 1. FC Köln schaffte es, in einer absurden Zweitligasaison, in der kein Team herausstach. Mit ganzen 61 Punkten wurden die Kölner gar Erster, zum Vergleich, Meiser Bayern München hatte 82 Zähler, also ganze 7 Siege mehr. Apropos Bayern und Köln. Torwart Jonas Urbig gelang das einzigartige Kunststück und darf sich sowohl Zweitliga- als auch Erstliga-Meister nennen. Er wecvhselte ja in der Winterpause vom FC zu Bayern.
In die Relegation muss, eher darf, der Dritte SV Elversberg nach dem 2:1 auf Schalke. Dort kommt es zum Treffen mit dem 1. FC Heidenheim. Beides sympathische Außenseiter, viel Spaß beim Findes eines Favoriten des Herzens.
Paolinis Lächeln
Als der Matchball vollendet war, löste sich bei Paolini die Anspannung, die ihr Lächeln etwas vertrieben hatte. Turniersieg zu Hause in Rom im ausverkauften Foro Italico, mehr geht nicht, wenn ich die Grand Slams weglasse. Mit teilweise perfektem Tennis hatte die Italienerin die leicht favorisierte Coco Gauff entnervt. 6:4, 6:2 lautete das überraschend klare Ergebnis, und danach strahlte und hüpfte über den Court, als könne und wolle sie die ganze Welt umarmen. Die Fans auf dem Center Court feierten sie frenetisch. Spätestens jetzt muss sie als eine der Favoritinnen für die French Open in eine Woche gelten, bei denen sie im Vorjahr erst im finale chancenlos an Iga Swiatek scheitete. Die Polin ihrerseits ist völlig außer Form, also …
Mit ihrem Triumph überstrahlte Paolini sogar die erfolgreichen Männer. Nicht dass diese nicht auch sehr erfolgreich abgeschnitten hätten. Jannik Sinner kam nach dreimonatiger Dopingsperre fit und tennisbereit zurück, als wäre nichts gewesen. Erst im Finale musste er sich dem an diesem Tag etwas besseren Carlos Alcáraz beugen. Die beiden sind eine Klasse für sich. Doch dahinter wartet mit Lorenzo Musetti ein weiterer Italiener, der ins Halbfinale vorstieß und dabei Alexander Zverev im Viertelfinale besiegte.
Verstappens Blitzstart
Beim ersten Rennen in Europa schlug die Stunde des Hlländers. Von Platz 2 war er in Imola gestartet, mit einem brachialen und halsbrecherischen Manöver düpierte er den Pole-Inhaber Oscar Piastri auf McLaren. Dieser Coup sollte dem holländischen Red-Bull-Fahrer schon zum Triumph reichen. Denn Piastri konnte völlig überraschend zunächst dem Tempo nicht folgen. Mit eher unglücklich getimten, weil relativ frühen Boxenstopps handelte er sich zu viel Rückstand ein, die er mit am Ende maladen Reifen nicht mehr aufholen konnte.
So siegte Vestappen vor Piastris Teamkollege Lando Norris und eben Piastri.
Der Australier führt dennoch die WM-Wertung an, hat derzeit 13 Punkte Vorsprung auf Norris und 24 auf Verstappen.
Crystal Palace größter Triumph
Die Londoner gewannen im Wembleystadion das Cupfinale, diesen so unfassbar angesehenen und traditionellen Wettbewerb vor einem Teil der Königsfamilie und naürlich auch sonst viel Prominenz. Im Fianle besiegte sie Manchester City mit Trainer Pep Guardiola, de erstmals seit seiner City-Ägide ab 2016 ohne Titel blieb in einer Saison. Ein frühes Tor brachte die Emtschediung, weil City trotz großer Überlegenheit nichts Zählbares zustandebrachte. Die größte Chance hatte der Ex-Frankfurter Omar Marmoush, doch dieser vergab einen Foulelfmeter.
Im Mittelpunkt stand der Trainer von Palace Oliver Glasner, ebenfalls ein Ex-Frankfurter. Und ein ausgewiesener Pokal-Spezialist, denn mit der Eintracht triumphierte er 2022 in der Euopa League. belohnt wurde damit die Geduld der Palace-Verantwortlichen, die trotz des Katastrophenstartes in der Liga am Österreicher festhielten. Pokalsieg, sicherer Klassenerhalt und nächste Saison in der Europa League dabei – kein Wunder dass viele Topclubs ein Auge auf Glasner geworfen haben.
Endspiel ums Viertelfinale
Mit 3 Siegen sind die Deutschen in die Eishockey-WM gestartet, es folgten 3 Niederlagen gegen die Schweiz, die USA und heute unverdient deutlich mit 0:5 gegen Tschechien. Genau umgekehrt lief es bei den Dänen, die zuerst gegen die Eishockey-Großmächte antraten und verloren. So kommt es morgen zum Endspiel ums Viertelfinale. Wer gewinnt, kommt weiter, und sei es nach Verlängerung.
Und sonst?
- Bundesliga: RB Leipzig wird nächstes Jahr nicht international spielen. Ein Desaster für den Brauseclub, der doch mit dem Head of Soccer Jürgen Klopp angreifen wollte..
- 3. Liga: Im Fernduell um Platz 3 verlor der FC Energie Cottbus Nerven und Spiel. 1:4 unterlag das Team im heimischen Stadion der Freundschaft dem FC Ingolstadt. So bleibt nur platz 4 hinter dem 1. FC Saarbrücken und der Trost einer 1. Pokalrunde.
- Internationaler Fußball, Italien: Was für ein Fernduell war das am Sonntagabend. Die virtuelle Tabellenführung zwischen Napoli und Inter wechselte mehrfach. Am Ende ist die SSC trotz des 0:0 beim FC Parma der große Gewinner, denn Inter verspielte zweimal einen Vorsprung. Vor dem letzten Spiel bleibt es also beim 1-Punkte-Vorsprung. Mit einem Sieg zu Hause gegen Calgiari sichert sich Neapel den ncäshten Titel nach 2023.
Spanien: Alles klar ist in der Primera Division. Schon am Mittwoch stand die Meisterschaft für den FC Barcelona auch rechnerisch fest. Da macht auch die 2:3-Heimniederlage am Sonntag gegen Villarreal nichts.
- Radsport: Primoz Roglic heißt der Verlierer der ersten vollen Giro-Woche. Auf der staubigen Etappe nach Siena am Sonntag verlor er nach einem Sturz mehr als 2 Minuten auf den Sieger Wout van Aert. Gesamtführender ist der 21-jährige Isaac del Toro, als erster Mexikaner überhaupt bei einer großen Rundfahrt. Er gilt als einer der großen Talente im Radsport. Doch stehen die ganz schweren Etappen in Alpen und Dolomiten noch bevor, in denenn auch Roglic noch zurückschlagen kann.
- Golf: Am Ende ungefährdet sicherte sich Scottie Scheffler die PGA Championships in South Carolina. Fünf Schläge Vorsprung hatte er letztlich auf drei weitere US Amerikaner. Es war noch mal spannend geworden auf de Schlussrunde, doch der aufkommende Jon Rahm verlor auf den 3 Schlussbahnen gleich 5 Schläge auf Par und damit alle Hoffnungen.
- Leichtathletik: Eine persönliche Bestleistung schaffte Speerwerfe Julian Weber in Doha. De Deutsche warf das Gerät auf 91,06 Meter und führt die Jahreswertung an.
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