Blick über den Teich, MLB und WNBA
Jetzt steht es fest. In der MLB wird es einen neuen Meister geben. Denn die World Series werden ab Fretag Nacht die bisher titellosen Milwaukee Brewers und Tampa Bay Rays bestreiten.
Einen Auswärtserfolg gab es dagegen im 2. Finalspiel der WNBA. Atlanta Dream siegte dank einer überzeugenden 2. Halbzeit mit 79:65 bei den Golden State Valkyrie und stellte in der Serie auf 1:1.
ALCS: TAMPA BAY RAYS – Cleveland Guardians 7:3 (Endstand: 4:2)
Im 8. Inning mussten die Rays noch mal richtig zittern. Beim Stand von 5:1 (2 Out, 2 Guardians auf den Bases 1 und 2) wechselte Team-Manager Kevin Cash den Ersatzwerfer Ian Seymour ein, und der hatte extreme Probleme mit der Strikezone. Mit dem ersten Walk (vs Travis Bazzana) lud er die Bases. Danach der nächste Walk (Patrick Bailey) – nur noch 5:2. Eine Auswechslung war den Regeln noch nicht möglich, aber Seymour blieb erratisch. Mit dem nächsten Wurf traf er Angel Martinez – Hit by Pitch und ein weiterer Punkt für die Guardians zum 5:3. Erst jetzt konnte Seymour von seinem Pitcher-Elend erlöst werden, doch die Situation blieb bei immer noch geladenen Bases bedrohlich. Wie gut, dass für die Rays Kevin Kelly die Nerven behielt und Brayan Rocchio per Strike out ausmachte.
Im unteren 8. Inning beseitigte dann Yandy Diaz mit seinem 2-Run-Homer letzte Zweifel am Sieg der Gastgeber und den Einzug in die World Series, erstmals seit 2020 und insgesamt zum dritten Mal (2008).
Vielleicht wird dann das Tropicana Field ausverkauft sein, denn nicht einmal fürs 6. Spiel der ALCS wurden alle Karten verkauft. Immerhin: Diejenigen, die gekommen waren (offiziell: 40.230), machten viel Stimmung. Sie sahen die frühe Führung im 2. Inning durch einen 2-Run-Double von Richie Palacios, die Johnny de Luca mit einem Sacrifice Fly im 3. Inning auf 3:0 ausbaute. Das notgedrungen erstellte Konzept der Guardians ohne echten Starting Pitcher ging nicht auf, zumal die Offensive ihre durchaus verhandenen Chancen nicht in Runs verwandeln konnte. Zwar verürzten die Guardians auf 1:3, doch Rays Starspieler Junior Caminero hatte umgehend die Antwort und drosch im 7. Inning einen 2-Run-Homer (seinen ersten in der Post Season überhaupt) zum 5:1 über den Zaun. Die vermeintliche Vorentschedung, ehe es Seymour im 8. nning noch mal spannend machte.
Brewers Favorit in den World Series
Ab Freitagnacht bekämpfen sich also Brewers und Rays in den World Series. Vieles spricht nach dem beeindruckenden 4:0-Sweep gegen den Titelverteidiger Los Angeles Dodgers für die Brewers, zumal sie sich vier Tage länger ausruhen durften (gerade für die WErfer von großer Bedeutung am Ende der strapaziösen Saison) und in einem eventuell entscheidenden 7. Spiel aufgrund der besseren Saisonbilanz Heimvorteil genießen würden. Die Wettanbieter sehen die Brewers sogar recht klar vorn (1:1,6/Brewers respektive 1:2,24/Rays)
Doch die Rays haben meines Erachtens mehr als nur Außenseiter-Chancen. Viel wird vom ersten Spiel abhängen, wenn die besten Starting Pitcher der Teams, Jakob Misiriowski und Drew Rasmussen, aufeinandertreffen. Gerade der während der Saison überragende Misiriowski hinterließ bisher in den Play-offs zumindest kleine Fragezeichen, kam in seinen Partien nie übers 5. Inning hinaus. Wobei die unfassbar starken Ersatzwerfer nahezu unangreifbar waren.
World Serie, Ansetzungen (MESZ/MEZ)
Sa., 02:00: Brewers – Rays
So., 02:00: Brewers – Rays
Di., 01:00: Rays – Brewers
Mi., 01:00: Rays – Brewers
Do., 01:00: Rays – Brewers *
Sa., 01:00: Brewers – Rays *
So., 01:00: Brewers – Rays *
* wenn nötig
Verschiebungen wegen Wetterungills wird es nicht geben, beiden Stadien sind überdacht, in Milwaukee zumindest bei Bedarf.
Zu beachten ist, dass in Europa schon nächsten Sonntag die Uhren zurückgestellt werden, in den USA erst eine Woche später.
WNBA: Golden State Valkyries – Atlanta Dream 65:79 (1:1)
Ausgleich in der Finalserie, die zum ersten Mal im Modus Best of 7 ausgetragen wird. Nahezu ausgeglichen war die 1. Halbzeit. Dabei konnte sich Atlanta bei der fulminanten Angel Reese bedanken, die in den ersten 20 Minuten ihr Team fast allein im Spiel hielt mit 15 Punkten und 7 Rebounds, davon 3 am offensiven Brett, so dass die Gäste mit einem 2-Zähler-Vorsprung (39:37) in die Pause gingen.
Die Hoffnungen der heimischen Fans (wieder alle fliederfarben gekleiden, recht gewöhnungsbedürftig) auf eine Wende und den zweiten Heimsieg zerschlugen sich schnell. Das 3. Viertel war eine einzige Demonstration der Dream, die teilweise traumhaften Team-Basketball zelebrierten, während bei Golden State nichts mehr zusammenging. Sinnbildlich die letzte Aktion des Abschnitts, als Dream-Spielmacherin Jordan Canada mit der Sirene aus weiter Entfernung den Dreier versenkte.
Mit 21:9 holten sich die Gäste das Viertel, und diesen Vorsprung bauten sie auf bis zu 21 Punkte aus. Reese war weiterhin kaum aufzuhalten, legte letztlich 30 Punkte auf und sammelte 16 Rebounds. Bei den Gastgebern blieben vor allem im 2. Durchgang alle Akteurinnen unter ihren Möglichkeiten, exemplarisch sei Gabby Williams genannt (5 Punkte, 2/10 erfolgreiche Würfe).
Weiter geht es jetzt mit 2 Spielen in Atlanta, danach wechselt der Heimvorteil von Partie zu Partie.
Ansetzungen
Do., 02:00: Dream – Valkyrie (1:1)
Sa., 19:00: Dream – Valkyrie
Di., 01:00: Valkyrie – Dream
Fr., 01:00: Dream – Valkyrie *
So., 01:00: Valkyrie – Dream *
* falls erforderlich
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