McCollum lässt Atlanta träumen

Blick über den Teich, NBA

 

Drei Spiele, drei Heimsiege gab es diese Nacht für die Gastgeber. Die atlanta Braves und Minnesota kamen damit dem überraschenden Weiterkommen einen Erfolg weiter, doch der Weg ist noch lang

 

Atlanta Hawks – New York Knicks 109:108 (2:1)

 

Die Partie hatte alles, was man von einem Ost-Play-off-Spiel und speziell von dieser Serie erwarten durfte. Knallharte Defense und viel Spannung gerade am Ende mit mehreren Führungswechseln.
Dabei sah es lange Zeit für einen souveränen Erfolg der Hawks aus, die noch anfangs des vierten Viertels mit 10 Punkten Vorsprung führten. Doch wenn die Knicks eines können, dann kämpfen. OJ Amunoby traf gleich 2 fabulöse Dreier mit auslaufender Shotclock, und 1:03 Minuten vor dem Ende führten plötzlich die Knicks mit 108:105. Jalen Johnson verkürzte auf 107:108, die Hawks stoppten den nächsten Angriff, und es war CJ McCollum, der wiederum die Hawks mit einem Sprungwurf in Führung brachte. Der letzte Angriff der Knicks verpuffte, und die Halle von Atlanta feierte den zweiten Sieg der Hawks, der sehr viel mehr Nerven geraubt hatte als lange gedacht.

 

Bester der Sieger

 

CJ McCollum: Nicht nur wegen des entscheidenden Korbes. Der Routinier, der erst im Januar im Tausch mit Trae Young von den Washington Wizards kam, steuerte insgesamt 23 Punkte und 5 Rebounds zum Erfolg bei. Vor allem aber gibt er dem insgesamt jungen Team Halt mit der ganzen Erfahrung seiner 34 Jahren. Zeitweise erinnert er an Glanzzeiten zusammen mit Damian Lillard bei den Portland TrailBlazers, lang, lang ists her.

 

Stark beim Verlierer

 

OJ Amunoby: Sinnbild der Aufholjagd. Hätten die Knicks gewonnen, wären seine zwei unglaublichen Dreier in der Schlussphase Vereinslegende geworden und noch in Jahren bei jedem Rückblick gezeigt worden . So reichten sie  „nur“ dazu, dass sie das allumfassende Talent des 28-Jährigen dokumentierten. Isgesamt legte er 29 Zähler und 9 Rebounds auf und war damit Top-Scorer der Partie. Zudem extrem bissig in der Verteidigung (3 blockierte Würfe).

 

X-Faktor

 

Jonathan Kuminga: Falls Trainer Steve Kerr von den Golden State Warriors aus dem Urlaubsdomizil zugeschaut hat, werden ihm die Tränen gekommen sein. Tränen des Verlustes und vielleicht auch Wut über sich selbst, dass er es mit diesem zwar schwierigen (wechselwilligen), hochbegabten Basketballspieler nicht besser hinbekommen hat, so dass Kuminga Kalifornien in Richtung Atlanta verließ (im Tausch gegen den verletzungsanfälligen Kristaps Porzingis). Mit seiner unglaublichen Athletik schuf sich Kuminga immer wieder Räume, die er sehr gut zu nutzen wusste (21 Punkte 9/14 erfolgreiche Würfe aus dem Feld).

 

Zahlereien

 

2 verschiedene Korb-Schützen hatten die Knicks im ersten Viertel. Jalen Bruson (11 Punkte und OJ Amunoby (10). Der Rest (immerhin Größen wie Towns und Hart und Bridges hatte eine fette Null auf der Habenseite.

Nur 69,2 Prozent (18 von 26) der Freiwürfe verwandelten die Hawks. Ganz anders die Knicks, die zu 90 Prozent (18/20) erfolgreich waren. So kann man überlegene Partien auch wieder spannend machen.

 

 

Ausblick

 

Bereits in der Nacht zu Sonntag folgt ebenfalls in Atlanta das vorentscheidende Spiel 4. Die Knicks haben Kämpferherz bewiesen, müssen aber schauen, dass alle fünf Startspieler von Beginn an wirklich auch dabei sind. Wenn sie es dann noch schaffen, ihre Dreierquote wenigstens auf ein Drittel zu erhöhen (Freitag: 28,9 %), traue ich ihnen den dringend notwendigen Auswärtserfolg zu.

Nächstes Spiel: So., 00:00: Hawks – Knicks

 

Toronto Raptors – Cleveland Cavaliers 126:104 (1:2)

 

Drei Viertel war die Partie völlig ausgeglichen (83:81), doch im Schlussviertel brachen die Cavaliers komplett auseinader und kassierten alleine in diesen 12 Minuten rekordverdächtige 43 (!) Zähler. Damit verkürzte das einzige kanadische Team der Liga auf 1:2, und wenn die Cavs nicht schleunigst draufkommen, was da am Ende so schiefgelafen wird, könnte diese Serie sehr viel aufregender werden als nach den ersten beiden Partien anzunehmen war.

 

Beste Spieler der Sieger

 

Scottie Barnes und RJ Barrett kamen am Ende auf je 33 Punkte. Barnes war vor allem in den ersten drei Vierteln der Mann, der die Raptors im Spiel hielt. Als ihm im Schlussviertel etwas die Kräfte ausgingen, übernahm vor allem Barrett (16 Punkte und Jamison Battle/siehe X-Faktor.

 

Stark beim Verlierer

 

James Harden war mit 18 Punkten zumindest der treffsicherste. Dagegen blieb Donovan Mitchell (15) weit unter seinem Normaschnitt von etwa 28 Zählern.

 

X-Faktoren

 

Jamison Battle: Hatte die besten Minuten seiner noch jungen Karriere. Alle seine 14 Punkte erzielte er im Schlussviertel, als er einen Dreier nach dem anderen versenkte (4/4, dazu ein verwandelter Zweier). Den hatten die Cavs in ihrer Spielvorbereiung nicht auf dem Zettel.
Offensichtlich auch nicht Rookie Collin-Murray-Boyles, der starke 22 Zähler beisteuerte und dabei 11 von 15 oft gar nicht so einfache Würfe traf und letztlich auf 22 Punkte kam.

 

Zahlereien

 

60,87 Prozent Dreier der Raptors waren erfolgreich, dagegen nur 57,1 der Freiwürfe. Wer will nicht über Verrücktheiten auf dem Basketball-Court verzweifeln?

 

🇩🇪🇦🇹👓

Dennis Schröder (Cavs): Traurige Zahlen für den Nationalmannschafts-Kapitän. Nur 5 Minuten Einsatzzeit gönnte ihm Trainer Kenny Atkinson. In denen sammelte er nur 3 Pünktchen (durch einen Dreier) und einen Rebound.
Jakob Poeltl (Raptors). Solide Leistung des Ösi-Centers mit 8 Punkten, 6 Rebounds und 2 Assists.

 

Ausblick

 

Noch sind die Cavaliers in der Vorderhand, aber sie müssen das schlimme Schlussviertel aus den Köpfen bekommen. Und eine Steigerung ihrer Topspieler Donovan Mitchell und James Harden täte ebenfalls gut. Die Raptors haben gezeigt, dass sie nicht das Schlachtvieh abgeben wollen, für das sie viele Experten gehalten haben.

Nächstes Spiel: So., 19:00: Raptors – Cavaliers

 

Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets 113:96 (2:1)

 

Ein von vorn bis (fast) hinten komplett missratener Abend der Nuggets. Vor allem das erste Vietel werden sie in Denver in grausamer Erinnerung behalten, in dem sie gerade mal 11 Punkte sammelten. So schlecht habe ich einen gesunden Nikola Jokic wohl noch nie gesehen, der eine Fahrkarte nach dem anderen warf, absurde Ballverluste produzierte und auch in der Abwehr daneben lag. Mit dem 11:25 waren die Gäste im Target Center noch gut bedient, auch weil Wolfs-Star Anthony Edwards sichtlich gehandicapt war.
Der Vorsprung der Wolves wuchs und wuchs auf zeitweise 25 Punkte an. Riese Rudy Goberts räumte nicht nurn in der Abwehr auf, sondern zauberte vorne in selten gesehener Art und Weise.
So war die Partie zur Halbzeit entschieden (61:39), und auch wenn die Nuggets zeitweise auf bis zu 13 Zähler herankamen, ernstfhaft in Gefahr geriet der Heimsieg der Timberwolves nie. So bleibt den Gästen höchstens die Genugtuung, dass sie den zweiten Abschnitt mit 57:52 für sich entschieden. Ein schwacher Trost.

 

Bester der Sieger

 

Ayo Dosunmo: Erwischte einen Sahnetag mit 25 Punkten und 9 Assists. Sprang für Anthony Edwards in die Bresche, der wegen seines Knies nur 24 Minuten auf dem Parkett stand und dabei auf 17 Zähler kam.

 

Stark beim Verlierer

 

Nikola Jokic: 27 Punkte und 15 Rebounds lesen sich auch großartig. Doch nur jeder 4. Wurf des serbischen Ausnahmespielers fand sein Ziel (im ersten Viertel war es nur einer von 8).

 

X-Faktoren

 

Ausgeglichenheit der Wolves: Sechs Spieler trafen zweistellig

Rudy Gobert: Der Franzose errichtete in der Defensive meist gegen Jokic großartige Arbeit und zwang ihn zu schwierigen Würfen. Dazu erstaunliche  Aktionen auf der anderen Seite des Feldes wie ein Anspiel hinter dem Rücken.

 

Zahlereien

 

Nur 40 Prozent aller Würfe der Nuggets trafen zwischen die Reuse. Ein in der heutigen NBA nicht mehr wettbewerbsfähiger Wert. Die Wolfes hingegen waren zu fast 60 Prozent erfolgreich.

31 Assists gaben die Wolves, also Vorlagen, die direkt zu Punkten führten. Ausdruck des tollen Team-Basketballs von Minnesota (Nuggets 12)

 

Ausblick

 

Ähnliche Situation wie in Atlanta: Die Denver Nuggets brauchen in Spiel 4 unbedingt einen Auswärtserfolg, damit sie sich realistische Chancen bewahren. Jokic wird nicht noch mal so schwach beginnen, der zweite Top-Mann wird sich ebenfalls steigern (müssen). Vielleicht wird auch der schmerzlich vermisste Aaron Gordon wieder dabei sein, seine Körperlichkeit würden die Nuggets dringend gebrauchen.

Nächstes Spiel: So., 02:30: Timberwolves – Nuggets

 

Ansetzungen

 

Sa., 01:00: 76ers – Celtics (1:1)
Sa., 02:00: Rockets – Lakers (ohne Doncic und Reaves) (0:2)
Sa., 04:30: TrailBlazers – Spurs (ohne Wembanyama) (1:1)

Sa., 19:00: Magic – Pistons (1:1)
Sa., 21:30: Suns – Thunder (0:2)
So., 00:00: Hawks – Knicks (2:1)
So., 02:30: Timberwolves – Nuggets (2:1)

Wagner und Co erleiden Komplett-Einbruch nach der Pause

Blick über den Teich, NBA

 

Die zweiten Spiele der 1. Play-off-Runde sind absolviert, nur in drei von acht Serien liegt ein Team mit 2:0 Siegen voran.

 

Detroit Pistons – Orlando Magic 98:83 (1:1)

 

Es ist mir nicht bekannt, ob die Magic die Kabinenwände oder den berühmt-berüchtigten Pausentee in Detroit noch einmal untersucht haben. Grund genug hätten sie, denn allein mit fehlender Klasse ist das komplett-Versagen direkt nach dem Seitenwechsel kaum zu erklären. 46:46 stand die immer umkämpfte, von beiden Seiten recht fehlerhaft geführte Partie zur Halbzeit. Nach 8 Minuten des 3. Viertels lagen die Magic um Franz Wagner mit 49:76 zurück. 3:30 (!) lautete also der Negativ-Run in diesem Zeitraum, so einen Einbruch nach zuvor ausgeglichener Partie habe zumindest ich noch nie gesehen, da kann man schon mal höhere Mächte anfragen.
Ein paar Zahlen in diesen verheerenden 7:30 Minuten belegen das absoute Desaster. Die Magic trafen einen von zehn Wurf-Versuchen (Jalen Suggs per Dreier), ihnen unterliefen 6 Ballverluste. Hingegen durften die Pistons nahezu ungehindert von einer Magic-„Abwehr“ agieren (11/15, 1 Turnover).

Immerhin, das sei positiv angemerkt und gibt auch Hoffnung für die nächsten Partien: So unerwartet der Einbruch kam, so schnell hörte er weder auf, in den verbleibenden 16 Minuten, die natürich nicht mehr allzu play-off-verbissen geführt wurden vekürzten die Magic den Rückstand auf 15 Zähler.

 

Bester beim Sieger

 

Cade Cunningham: 27 Punkte erzielte der Starspieler der Pistons, servierte dazu 11 Assists und pflückte 8 Rebounds. Zeitweise kaum aufzuhalten, und diesmal erhielt er auch die notwendige Unterstützung (weitere 5 Spieler trafen zweistellig).

 

Stark trotz der Niederlage

 

Am ehesten noch Jalen Suggs mit 19 Punkten und 6 Rebounds.

 

Zahlereien

 

Gleich 7 Blocks gelangen den Pistons im ersten Viertel
Gerade mal 14 von 24 (58 %) Pistons-Freiwürfen fanden das Ziel. Cunningham verwandelte nur 4 von 8 Frewürfe, dagegen 10 von 13 seiner zweier-Versuche.

 

🇩🇪👓

 

Franz Wagner kam nur auf 12 Punkte, sehr wenig für seine Verhältnisse. Immerhin gelangen dem Berliner 4 Steals.
Tristan da Silva hatte einen verwandelten Dreier zu Buche stehen, Moe Wagner kam erst in der „Garbage Time“ zum Einsatz, als die Partie entschieden war.

 

Ausblick

 

Die Serie wandert nun nach Orlando. Die Magic werden ihre Lehren aus den desaströsen siebeneinhalb Minuten ziehen, die Pistons sollten diese nicht überbewerten, bleiben aber Favorit der Begegnung.

Nächstes Spiel: Magic – Pistons, Sa., 19:00

 

Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns 120:107 (2:0)

 

Die zweite Partie verlief ähnlich wie die erste. Schnelle Führung der Thunder, die Suns können zeitweise hübsch dagegenhalten, aber letztendlich waren sie nie auch nur in der Nähe eines Sieges.

 

Bester der Sieger

 

Shai Gilgeous-Alexander: Diesmal sammelte der Kanadier 37 Punkte, 5 Rebounds und 9 Assists. Der Unterschiedsspieler, den das Tam aus Arizona nie in den Griff bekam.

 

Stark beim Verlierer

 

Dillon Brooks: 30 Punkte legte der Kanadier im Sun-Dress auf, dazu schnappte er 6 Rebounds.

 

Zahlereien

 

21 Ballverluste unterliefen den Suns, natürlich auch der enorm aggressiven Defense der Thunder geschuldet. Statistisch gesehen war das der größte Unterschied der beiden Teams.

 

🇩🇪👓

 

Isaiah Hartenstein holte 9 Punkte und 10 Rebounds und war wie gewohnt bei zahlreichen Angriffen als Blocksteller beteiligt.

 

Ausblick

 

Alles scheint den eerwarteten Gang zu gehen. Die Serie wandert nun nach Phoenix, es würde mich nicht wundern, wenn die Thunder auch dort zweimal erfolgreich wären und vorzeitig in die nächste Runde einziehen würden.

Nächstes Spiel: Suns – Magic Sa., 21:30

 

Ansetzungen 

 

Fr., 01:00: Hawks – Knicks (1:1)
Fr., 02:00: Raptors – Cavaliers (0:2)
Fr., 03:30: Timberwolves – Nuggets (1:1)

Sa., 01:00: 76ers – Celtics (1:1)
Sa., 02:00: Rockets – Lakers (0:2)
Sa., 04:30: Blazers – Spurs (1:1)

 

 

 

 

 

Wemby raus – die Spurs müssen zittern

Blick über den Teich, NBA

 

Die jeweils zweiten Spiele zeigen: die meisten Serien sind doch sehr viel unterhaltsamer und ausgeglichener als ich dachte. Gerade in San Antonio dürfte jetzt das große Heulen und Zähnklappern losgehen

 

Boston Celtics – Philadelphia 76ers 97:111 (1:1)

 

Große Ernüchterung im TD Garden. Mit einer reifen Leistung holten sich die 76ers von den Celtics den Heimvorteil. Mit einem tollen 2. Viertel stellte das Team aus Pennsylvania die Weichen auf Sieg. Besonders hervor tat sich Rookie V.J. Edgecombe, der in diesem Abschnitt gleich 16 seiner insgesamt 30 Punkte erzielte und dabei 4 von 5 Dreier versenkte.
Die Celtics kamen zwar im 4. Viertel noch einmal auf 2 Punkte heran, doch in dieser heiklen Phase behielt vor allem Tyrese Maxey den Überblick und die nötige Ruhe.

 

Beste Männer des Siegers

 

VJ Edgecombe: eine fabulöse Leistung des Rookies in seinem erst zweiten Play-off-Spiel. Mit seinen 16 Punkten im 2. Viertel brachte er die Sixers nicht nur wieder heran, sondern führte die vorentscheidende Führung herbei. Am Ende standen 30 Punkte (6/10 Dreier) und 10n Rebounds zu Buche.
Maßgelich am Sieg beteiligt war auch Tyrese Maxey, der im Schlussviertel so richtig aufdrehte (12 Punkte) und sich ebenfalls mit herausragenden Distanzwürfen (3/4) hervortat.

 

Stark in der Niederlage

 

Jalen Brown: 36 Punkte legte der nimmermüde Kämpfer auf, und als Einziger Celtic hielt er im Schlussabschnitt dagegen. Jayson Tatum spielte durchaus ordentlich, aber von der Top-Klasse der vergangenen Play-offs ist er nach seinem Achillessehnenriss doch noch sehr weit entfernt.

 

Zahlereien

 

13/50 Dreier: Dies ist die verheerende Bilanz der Celtics-Profis, eigentlich für ihre Treffgenauigkeit bekannt. So scheiterte Dreierspezialist Peyton Pritchard mit all seinen 3 Versuchen (offenbar hat er schnell eingesehen, dass das nichts bringt. Die Sixers hingegen kamen auf 10/19 erfolgreiche Abschlüsse von jenseits der Linie; außerordentlich, zumal wenn ich bedenke, dass sie im ersten Spiel nur 4 von 23 Würfen verwandelten. Die gleiche Halle, dieselben Spieler, derselbe Gegner – und so ein Unterschied.

 

Ausblick

 

Zwar ist jetzt der Heimvorteil bei den Sixers und die Halle in Philly vielleicht die unangenehmste für Auswärtsteams, aber das ist noch nicht einmal eine Vorentscheidung. Zumal sich das Dreierglück (-Können) auch wieder drehen kann. Ich bis gespannt, wie sich die Form Tatum entwickelt

 

San Antonio Spurs – Portland Trail Blazers 103:106 (1:1)

 

Schock für alle Spurs-Fans: Victor Wembanyama zog sich im 2. Viertel einen Gehirnerschütterung zu und musste das Parkett verlassen. Nach einem Foul von Jrue Holiday schlug er mit dem Kopf auf dem Parkett auf. Den Regeln entsprechend musste er das concussion protocoll durchlaufen und dürfte mehrere Spiele ausfallen.
Auch ohne Wemby hätten die Spurs die Partie gewinnen können, vielleicht müssen. Ein Zwischenspurt im 4. Viertel brachte ihnen eine 13-Punkte-Führung (92:79), dicg dieser Vorsprung schmolu so schnell dahin wie er erarbeitet wurde. Der play-off-erfahrene Jrue Holiday war dabei der Anker, an dem sich das junge Blazers-Team aufrichten konnte. Die Spurs hatten mit dem letzten Angriff zwar noch die Chance auf den Ausgleich, doch der Dreier-Versuch von Devin Vassell traf nur den Ring.

 

Bester Mann der Sieger

 

Scott Henderson: Am Ende standen für ihn 31 Punkte zu Buche, im ersten Viertel war er der einzige Blazer, der dagegenhielt (13 Zähler) und den Abstand im erträglichen Maß hielt.

 

Stark in der Niederlage

 

Wirklich überzeugend war keiner, offenbar hatte der Ausfall von Wembanyama sehr stark mitgenommen. Von den Startern hatte allein Julien Champagne eine Wurfquote von mehr als 50 Prozent.

 

X-Faktoren

 

Jrue Holiday und Robert Williams: Zwei sehr erfahrene Spieler, die unter anderem bei den Celtics extrem erfolgreiche Play-ofs absolviert haben. In der entscheidnen Phase behileten sie immer die Ruhe, sorgten mit ihren Punkten und Rebounds für entlastende Momente.

 

Zahlereien

 

5 Offensiv-Rebounds pflückte Luke Kornet. Am Wemby-Ersatz lag es nicht, dass die Spurs unterlagen.
Schwache Freiwürfe: Die Blazers verwandelten nur 17 von 23, die Spurs gar nur 20 von 28. Alles unter 75 Prozent ist nicht NBA-würdig, außer man heißt Shaquille O’Neal.

 

Ausblick

 

Noch steht nicht fest, wann Wembanyama wieder zurück aufs Parkett darf. Fest steht: Ohne ihren französischen Star werden es die Texaner sehr schwer haben, eines der beien nächsten Auswärtsspiele in Portland zu gewinnen. Es ist natürlich nicht unmöglich, aber etzt müssen gerade De’Aaron Fox und Stephon Castle Verantwortung übernehmen.
Die Blazers erweisen sich als der erwartet schwere Brocken. Mit Henderson, Deni Avdija und Center Donovan Clingan verfügen sie über ausgezeichnete Profis. Und ein Jeremi Grant wird auch bessere Tage erleben als am Dientagabend (5 Punkte, 1/8 aus dem Feld).

 

Los Angeles Lakers – Houston Rockets 101:94 (2:0)

 

Der nächste extrem enttäuschende Abend der Rockets, die ihren Ruf als schwaches Play-off-Team eindrucksvoll bestätigten.. Und das, obwohl ihr Altstar Kevin Durant wieder dabei war. Allerdings erkennbar nicht auf der Höhe seines Schaffens, obwohl er mit 23 Punkten Top-Scorer seines Teams war. Aber in der Abwehr fahrig (3 Fouls in der 1. halbzeit), und in der Offensive leistete er sich satte 9 Ballverluste.
Den Lakers (weiter ohne Doncic und Reaves) genügte eine Durchschnittsleistung ohne Ausschläge nach oben oder unten. Ab dem 3. Viertel lagen sie stets zwar nur knapp in Führung (meist zwischen 5 un 10 Punkten), aber ich hatte nie das Gefühl, dass die Partie noch kippen könnte.

 

Bester beim Sieger

 

LeBron James: Der 41-Jährige übernimmt in Abwesenheit von Luka Doncic Verantwortung und liefert ab. 28 Punkte, 8 Rebounds und 7 Assists sind herausragend.

 

Stark trotz der Niederlage

 

Trotz allem Kevin Durant: 23 Punkte im ersten Spiel nach der Knieverletzung sind in Ordnung. Nicht mehr, nicht weniger. Fatal, dass er so wenig Unterstützung erfuhr, etwa von Alperin Sengün, der seine Klasse kaum zur Geltung brachte

 

X-Faktoren:

 

Marcus Smart: Dass der Verteidiungs-Spezialist mit 25 Punkten auftrumpfen würde hatte kaum jemand erwartet, jedenfalls nicht in Houston. Sonst hätten sie ihn nicht so frei seine Würfe (5/7 Dreier) verwandeln lassen. Auch Luke Kennard elgte mit 23 Zählern erneut eine sehr ordentliche Leistung hin.

 

Zahlereien

 

9 Ballverluste leistete sich Kevin Durant. Indiskutabel bei einem absoluten Topsgtar der Szene mit reichlich Erfahrung.

7 Dreier verwandelten die Rockets. In Zeiten der Distanzwürfe ein anachronistisch niedriger Wert.

 

Ausblick

 

Mit 2:0 Siegen können die Lakers jetzt recht beruhigt nach Houston fahren. Dort erwartet sie dann ein hoffentlich stärkeres Rockets-Team, sonst könnte diese Serie sehr schnell entschieden sein. Vor heimischer Kulisse wird sich Houston wohl nicht fast kampflos ergeben, wie es in LA den Anschein hatte.

 

Ansetzungen Donnerstag (MESZ)

01:00: Detroit Pistons – Orlando Magic (0:1) East
03:30: Oklahoma City Thunder – Phoenix Suns (1:0) West

Ansetzungen Freitag

01:00: Atlanta Hawks – New York Knicks (1:1) East
02:00: Toronto Raptors – Cleveland Cavaliers (0:2) East
03:30: Minnesota Timberwolves – Denver Nuggets (1:1) West

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alle jagen die Donnergötter

Blick über den Teich, NBA

 

Endlich hat sie begonnen, die schönste Zeit des Basketball-Jahres. Play-off, Baby! Mit 3 Tagen Verspätung, geschuldet meinem Griechenland-Urlaub (wer plant eigentlich so etwas?), blicke ich auf die Serien, wage eine Vorschau, wer wie weit kommt. Natürlich lasse ich die bisherigen Spiele einfließen in meine Vorschau, versuche allerdings, mich davon nicht allzu sehr von meinen ursprünglichen Gedanken abbringen zu lassen (was im Fall der Orlando Magic schon mal gar nicht so einfach ist)

Allgemein wird die Western Conference für sehr viel stärker eingeschätzt als die Eastern Conference. Trotzdem wird natürlich der Modus nicht geändert. In den Fianls tirfft ein Wet-teams auf eines aus dem Osten. Es gibt mit Titelverteidiger Oklahoma City Thunder den einen ganz großen Meisterschafts-Favoriten, dahinter sind Vorhersagen schon sehr viel komplizierter und komplexer (Copyright: Fritze Merz).

Der Modus ist klar: Es gibt 4 Runden, drei innerhalb der jeweiligen Conference. Jede Serie geht über maximal 7 Spiele. Das bessere Team der Hauptrunde hätte in diesem 7. Spiel Heimvorteil und beginnt jede Serie mit zwei heimpartien.

 

EASTERN CONFERENCE

 

Die Abschlusstabelle ließ eine einseitige erste Runde erwarten, denn die ersten vier Teams hatten sich einen gewaltigen Vorsprung auf die Mannschaften 5 bis 8 erarbeitet. Doch erstens kommt es anders und zweitens kommt es vielleicht doch noch mal anders als anders.

 

(1) Detroit Pistons – Orlando Magic (8) (0:1)

 

Hier der Primus der Conference, dort das Team, das gleich zwei Play-In-Partien (Niederlage in Philadelphia, Sieg gegen Charlotte) brauchte, umd den Play-off-Platz zu sichern. Es ist an andrer Stelle verbürgt, dass ich den Magic Chancen gegen die Pistons eingeräumt habe (dort war das Gelächter recht groß …). Zumindest das erste Spiel hat gezeigt, wie die Orlando Magic den Pistons beikommen kann. Mit extrem aggressiver Deckung und guten Aktionen in der Offensive. Das führte zu einem 112:101 und dem Steal des ersten Heimspiels. Besagt allerdings auch nicht mehr als nur den ersten Sieg von vier notwendigen Erfolgen, aber eben auch nich weniger. Zumal die Leistung des Teams aus Florida auch nicht außerirdisch war, etwa mit der beklemmenden Dreierquote von nur 29,41 % (10/34). Das lernen sie wohl nie mehr.

 

Die Stars

 

Bei den Pistons ist das ohne Zweifel Cade Cunningham. Der Spielmacher ist mit
Abstand der Wichtigste im Team aus Motor City: punktet gut bis überragend, schnappt Rebounds gibt Assist und überhaupt den Takt vor. Von der Lungenverletzung, die ihn Wochen außer Gefecht setzte, ist nichts mehr zu sehen. Sehr gute Ergänzung durch Jalen Duren (das klappte allerdings in Spiel 1 überhaupt nicht).

Bei den Magic gibt es mehrere Schultern, auf denen die Veantwortung lastet. Paolo Banchero, Franz Wagner und Desmond Bane. Für mich Segen und Fluch zugleich. Segen deshalb, weil die Gegner nicht wissen, auf wen sie sich stürzen können. Fluch, wenn die verein-internen Regeln nicht funktionieren und deshalb kein Team-Basketball zustandekommt. Primus inter pares ist trotz allem Banchero, Nummer-1-Pick und Franchise Player in Disney Town. Er wartet noch auf den Durchbruch in die Liga der Top-top-Stars.

 

X-Faktoren

 

Die Pistons sind nicht als Scharfschützen bekannt (und als Team auch nicht darauf ausgelegt). Die große Ausnahme ist Duncan Robinson, noch immer einer der besten „Catch-and Shoot“-Spieler der Liga. Wenn er Feuer fängt und entsprechend eingesetzt wird.

Bei den Magic sehe ich vor allem Jalen Suggs und Wendell Carter jr. in größerer Verantwortung. Suggs mit zuverlässigem Ballvortrag, Carter als Größe unterm Korb (Faktoren wie Turnovers und Offensiv-Rebounds entscheiden knappe Serien).

 

🇩🇪 👓

Die Magic sind das „deutsche“ Team der Liga. Franz Wagner ist rechtzeitig von langen Veletzungsbescwerden wieder zurückgekommen und wird von Tag zu Tag sicher. Tristan da Silva zur sehr wichtigen Ergänzung geworden. Moe Wagner allerdings hat zuletzt kaum mehr Bedeutung, in der 1. Partie kam er überhaupt nicht zum Einsatz

 

🧠 Pistons
sie werden ihre Lehren ziehen und vor allem Duren besser ins Spiel integrieren können
❤️ Dem Franz würde ich es schon sehr gönnen.

 

(2) Boston Celtics – (7) Philadelphia 76ers (1:0)

 

Zwei Teams, die ich nicht besonders gut leiden kann mit besonders nervenden Hallen(sprechern). Irgendwoher muss ich meine Kriterien des Mögens/Nichtmögens ja herleiten … Die Celtics sind die Überraschung der gesamten Liga. Von wegen abgeschenkte Saison, die ihnen viele nach der schweren Veletzung von Jayson Tatum prognostizierten. Schon ohne Tatum mischten sie munter mit, mit ihm sind sie zum Top-Kandidaten zumindest im Osten avanciert.
Die Sixers ihrerseits sind schwer einzuschätzen. Ihr Verletzungspech ist legendär. Zurzeit mal wieder ohne Superstar Joel Embiid unterwegs, dann sind sie gleich eine Klasse schwächer als mit dem überragenden Center

 

Die Stars

 

Jalen Brown avancierte in Abwesenheit von Tatum zum überragenden Mann, hat sogar (kleine) Chancen auf den Titel des MvP (und sehr gute, dass er ins erste All-Star-Team gewählt wird). Die Kunst wird sein, Tatum zu integrieren, was Trainer Machulla offebar glänzend gelungen ist.

Überragender Mann bei den Sixers ist Tyrese Maxey, einer der smartesten Spieler der gesamten Liga. Unglaublich reif und abgeklärt trotz seiner erst 25 jahre.

 

X-Faktor(en)

 

Bostons Dreier: Pritchard, Hauser, White. Man gebe ihnen den Ball in die Hand, und sie drücken ab. Nicht immer erfolgreich (eh klar), aber sehr viel öfter als die Konkurrenz.
Phillies Edgecombe: Einer der tollen Rookies in dieser Saison. Da Joel Embiids Rückkehr emhr als fraglich ist, rücken er und Veteran Paul George in den Vordergrund. In Spiel 1 hat das allerdings überhaupt nicht funktioniert

🧠 Celtics
Ausgeglichen der Kader, Extreme Klasse in der Spitze mit Brown und auch Tatum
❤️ Pest oder Cholera (ja, ich übertreibe, aber diese Serie bringt mir nix). Sixers, weil die dan eher in der nächsten Runde rausfliegen …

 

(3) New York Knicks – (6) Atlanta Hawks (1:1)

 

Die Hawks waren von Anfang an mein Dark horse der Play-offs. Es kann sehr weit gehen, es kann natürlich auch schon in der 1. Runde zu Ende sein. Aber die Line Up liest sich sehr hübsch mit den jungen Wilden Jalen Johnson, Jonathan Kuminga und Onyeka Okungwu und den Erfahrenen CJ McCallum und Nickeil Alexander-Walker.
So hat mich der Sieg in Spiel 2 (nach der ersten schon recht knappen Partie) bei den Knicks nicht groß erstaunt. Die Knicks, ein ähnlich ausgeglichenes Ensemble mit dem außergewöhnlichen Jalen Brunson an der Spitze, der unter anderem mit Karl-Antony Towns und Mikal Bridges herausragende Helfer hat.

 

Die Stars

 

Jalen Brunson ist der wichtigste Spieler der Knicks. In entscheidenden Momenten kaum mehr nicht zu stoppen, obwol er „nur“ 1,93 Meter groß ist. Allein kann ers natürlich nicht richten, Karl-Anthony Towns ist dafür prädestiniert zu assistieren.
Jalen Johnson hat diese Saison seinen Durchbruch in die Elite. Sein  großer Vorteil jetzt: Es kommt nicht auf in alleine an. Vielmehr regiert bei den hawks die Kunst des Team-Basketballs. Und dann haben sie im Januar mit CJ McCullum einen echten Unterschiedsspieler dazubekommen. Allerdings wird er nicht immer 32 Punkte auflegen wie in Spiel 2.

 

X-Faktoren

Mitchell Robinson von den Knicks: Der personifizierte Offensiv-Rebound. Gerade gegen eher kleinen Hawks wird es darauf ankommen, wie viele zweite Angriffe er sichern kann.
Der fehlende Center bei den Hawks: Zumindest fehlt der ganz große Riese im Team. Bisher ist es ihnen gut gelungen, mit diesem Konzept durchzukommen, aber gegen einen Robinson kann sich das schon rächen.

 

🧠 Hawks
Für mich die wahrscheinlichste Überraschung in der 1. Runde.
❤️ Hawks
ich mag das Kombi-Spiel und vor allem mag ich Spieler wie McCullum und Johnson.

 

(4) Cleveland Cavaliers – (5) Toronto Raptors (2:0)

 

Die Cavs haben einiges gutzumachen nach der vergangenen Saison. Damals scheiterten sie als Conference-Bester schon in der 2. Play-off-runde. Damit ihnen das nicht wieder passiert, haben sie das Team verändert. Es ging Darius Garland, zwar hochbegabt, aber oft verletzt. Es kam James Harden mit riesiger Erfahrung und obendrauf auch der Deutsche Dennis Schröder sowie Keon Ellis von den Sacramento Kings (für beide ein Segen!). Ein Team ohne erkennbare Schwäche. Aber können sie auch Play-offs?
Alles scheint bereitet für einen tiefen Play-off-Lauf, der vielleicht erst im Conference-Finale (oder gar erst in den Finals?) enden kann.
Die Raptors sind sehr schwer einzuschätzen. Eingespielt in der Offensive, zupackend in der Defensive. Mir fehlt allerdings der Glaube, wie das gegen Cleveland funktionieren kann. Die bisherigen Partien waren wenig dienlich, diese Skepsis abzuschütteln …

 

Die Stars

 

Donovan Mitchell hat nioch die Wut im Bauch, gut abgehangen nach 2025, als er als Einziger der Stars noch voll bei Kräften war. Er ist der Kopf des Teams. Hinten räumt Evan Mobley zuverlässig auf, auch wenn er von der Superstärke der vergangenen Saison noch etwas entfernt ist.

Scottie Barnes ist der beste von vielen guten Spielern. Die nicht allzu bekannt sein mögen, aber einen mehr als ordentlichen Job verrichten.

 

X-Faktoren

 

James Harden: Kann sich der 35-Jährige auch in Play-offs zu außergewöhnlichen Leistungen aufschwingen. Wenn das gelingt, sehe ich für die Cavs wenige Grenzen und das Team mindestens im Conference Finale.
Torontos Ausgeglichenheit: Neben Barnes können sich auch RJ Barrett, Brandon Ingram und  Ja`kobe Walter zu großen Taten aufschwingen. Wenn dann noch Qickley zurückkommt …

 

🇩🇪🇦🇹👓

 

Dennis Schröder hat im Januar den Jackpot gezogen. Statt mit den Kings auf Verlierer-Jagd zu gehen (sooo großer Seufzer), kämpft er jetzt mit den Cavs zumindest um den Conference-Titel. Ein großer Faktor ist er in den bisherigen zwei Spielen der Serie allerdings nicht gewesen.
Jakob Poeltl schlägt sich diese Saison oft mit Verletzungen herum, und natürlich leiden die Leistungen darunter. Ein zuverlässiger Center, normalerweise für einige Offensiv-Rebounds und Blocks gut.

 

🧠 Cavs
In allen Belangen überlegen, und sie haben einen Donovan Mitchell in Top-Form.

❤️ Cavs
Ich hab mit ihnen letztes Jahr gelitten und wünsche Wiedergutmachung.

 

WESTERN CONFERENCE

 

(1) Oklahoma City Thunder – (8) Phoenix Suns

 

Der Titelverteidiger hat wieder alle Mann an Bord und auch die Form des Vorjahrestriumphes offenbar wiedergefunden. Sie müssen als klarer Favorit gelten, nicht nur für diese Serie
Ich sehe nicht, wie die Suns ihnen gefährlich werden können. Dass diese überhaupt die Play-offs erreicht haben, ist für ein Riesen-Erfolg.

 

Die Stars

 

Shai Gilgeous-Alexander. Schon letzte überragend, jetzt ist er ein Jahr reifer. Das gilt für das gesamte Team, in dem die meisten Spieler ihren Zenith noch gar nicht erreicht haben. In der Rolle des Co–Stars wechseln sich Jalen Williams und Chet Holmgren ab.

Devin Booker ist vom einstigen Star-Ensemble übriggeblieben und gefiel in der Rolle als Anführer.

 

X-Faktoren

 

Die Thunder-Abwehr um Alex Caruso. Macht es jedem Gegner extrem schwer und erlaubt nicht die geringste Atempause.
Suns-Schützen: Einige im Köcher wie Dillon Brooks und Jalen Green.

 

🇩🇪👓

 

Isiah Hartenstein: Wenn dann doch was durchkommt, gibt es noch den deutschen 2,15-Meter-Riesen als Rammbock. Vorne an vielen Angriffen beteiligt und mit einem guten Händchen ausgestattet
Abseits von der NBA: Es ist hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Hartenstein ins deutsche Nationalteam rückt. Offenbar schon diesen Sommer in der WM-Qualifikaiton.

 

🧠 Thunder
Vielleicht gelingt den Suns ein Ehrensieg zu Hause. Zu einem Weiterkommen des Teams aus Arizona fehlt mir jegliche Fantasie.

❤️ Suns
Seit Steve Nash habe ich Grundsympathie für die Suns. Und meine Neigung für Außenseiter. Aber ich bin Realist und kann überdies           auch mit den Thunder leben.

 

(2) San Antonio Spurs – (7) Portland TrailBlazers (1:0)

 

Überraschung, Überraschung! Die Spurs sind erstmals seit einer gefühlten Ewigkeit wieder in den Play-offs, ebenso der Gegner aus Oregon. Beide Teams stehen erst am Anfang der Entwicklung, deren Ende noch längst nicht abgeschossen und abzusehen ist. Die Spurs sind in allem etwa 2 jahre weiter, und sie haben etwas (besser: jemanden), das die Blazers nie haben werden. Den unglaublichen Victor Wembanyama.
Der kommende Weltstar feierte  in der Nacht zu Montag sogar Post-Season-Premiere. Die Bilanz: mehr als beeindruckend mit 35 Punkten, davon 21 schon in der 1. Halbzeit. Nervosität war ihm und dem jungen Team nicht anzumerken, obwohl es vom jungen Portland-Team  gefordert wurde und die Partie  durchaus noch hätte kippen können. Zumindest theoretisch …

 

Die Stars

 

Victor Wembanyama: noch immer erst 21 Jahre alt, doch schon jetzt der Anker. In der Verteidigung gibt der 2,21-Meter-MRiese mit den Krakenarmen den Angreifern bis dato unbekannte Rätsel ohne Lösungsansatz. Vorne inspiriert er die Mitspieler als Anspielpnkt in ungeahnter Höhe. Dazu ein hübscher Distanzwurf. Das sieht schon im Fernsehen äußerst geschmeidig aus, live vor Ort wird man es kaum glauben, wie elegant sich dieser Riese bewegt. Auf meiner to-do-Liste, wenn der Irre aus dem Weißen Haus verschwunden ist und ich wieder in die USA kann …

Dan diese Superduper-Klasse kommt Dani Avdija zwar nicht ran, aber im hochbegabten Blazers-Team scheint er der begabteste zu sein. benfalls ein glänzendes Play-off-Debüt, nachdem er schon vergangene Woche maßgeblich am Play-In-Sieg über die Suns beteiligt war.

 

X-Faktoren

 

Falls dem jungen Spurs doch die Angst beschleicht: Sie haben Routiniers, die in die Bresche springen. Namentlich De’Aaron Fox sei hier genannt, vor gut einem Jahr von den Kings gewechselt, wo er zwei Jahre Play-off-Luft schnuppern durfte. Luke Kornet, der Backup von Wemby als Center, kann sogar einen Meisterschaftsring (mit den Celtics 2024) sein Eigen nennen.

 

🧠 Spurs
Überspitzt gesagt: Die Blazers sind das ideale Team zum Einspielen für die nächsten Runden. Talent ist im Übermaß vorhanden,

❤️ Spurs
Kaum zu glauben die Metamorphose, nachdem ich die Spurs unter Tim Duncan als Dirk-Widersacher nicht so leiden konnte.

 

(3) Denver Nuggets – (6) Minnesota Timberwolves (1:1)

 

Nominell der Top-Schlager der 1. Runde. 2 Teams, durchsetzt mit Top-Stars (Jokic und Murray gegen Edwards und Randle), beide mit tiefen Aufstellungen und hohen Ambitionen. Gerade das 2. Spiel heute Nacht übertraf schon die Erwartungen, und dass die Timberwolves auswärts das bessere Ende für sich hatten und den Heimvorteil „stahlen“, war meiner Laune nicht abträglich (siehe unten). Aber das ist natürlich noch längst nicht die Entscheidung. Mich würde es im Gegenteil nicht wundern, wenn diese Serie über 7 Spiele gehen würde

 

Die Stars

 

Nikola Jokic, soll ich wirklich noch was zu diesem Giganten sagen. In dieser Saison „gewann“ er die Wertung in Reobounds UND Assists, das hat es zuvor in der stärksten Liga der Welt noch nie gegeben. Punkte liefert der Serbe dann frei Haus …
Co-Star der Nuggets ist Jamal Murray. Endlich behindern den Kanadier keine Verletzungen.

Auch Anthony Edwards hat zumindest zurzeit keine körperlichen Beschwerden. Das ermuntert den Jungstar zu außerordentlichen Leistungen. Auch er hat mit Julian Randle einen vorzüglichen Side-Kick, der jederzeit bei Bedarf übernehmen kann.

 

x-Faktoren

Verteidigen gegen Jokic: Die T-Wolves versuchen es einerseits mit dem Riesen Rudy Gobert, allerdings etwas unbeweglich und auch schnell in Foul-Trouble. Der kleinere, aber kräftig-wendige Naz Reed ist eine denkbare Alternative. Letztlich gehts nur im Verbund.

Die Ergängzungsspieler: Christian Braun oder Tim Hardaway (beide Nuggets), Donte di Vincenzo oder Jalen McDavids. Die Stars hinter den Topstars haben ebenfalls klingende Namen. Sogar die dritte Garde (Gordon/Reed) könnte in extremis entscheidend eingreifen.

 

🧠 Nuggets
Neben Hawks vs Knicks für mich die engste Serie. Vielleicht entscheidet am Ende wie so oft ein absolutes Monsterspiel von Jokic mit           45+ Punkten oder so ähnlich. Ein bisschen Aberglaube ist bei diesem Tipp auch dabei, denn …

❤️ Timberwolves
ich mag sie seit ihren Anfängen zum Ende des Jahrhunderts. Seit Jahren in der erweiterten Spitze, doch nie reichte es zu mehr als für die Conference Finals. Ein geschmeidiger Edwards ist mir außerdem lieber als so ein Riesenmensch wie Jokic, bei aller Bewunderung.

 

(4) Los Angeles Lakers – (5) Houston Rockets (1:0)

 

Wenn die beiden Topstars dabei wären, wäre das eine Super-Serie. Doch in Spiel 1 fehlten sowohl Luka Doncic (Lakers) als auch Kevin Durant (Rockets), und es ist unsicher (Durant) bis unwahrscheinlich (Doncic) ob und wann sie zurückkommen. Die erste Partie war dementsprechend fehlerhaft, ja mau (einer musste halt gewinnen, es waren die Lakers …)

 

Die Stars

 

Besser: die in die Bresche springenden Spieler. Von denen LeBron James ja nicht den allerschlechtesten Namen hat. 41 Jahre ist er mittlerweile alt, doch ohne Doncic und den ebenfalls fehlenden Austin Reaves muss der ewige Rekordschütze bei den Lakers sehr viel mehr leisten als gedacht und vielleicht auch gewünscht. Er tat dies durchaus beeindruckend, legte 19 Punkte und 13 Assists auf.

Bei den Rockets gehört ohnehin einem Alperin Sengün die Zukunft. Noch kann er nicht Super-Leistungen wie im türkischen Nationalteam anknüpfen, aber er steigert sich kontinuierlich.

 

X-Faktoren

Rückkehr der Stars: Da sieht es bei den Rockets weit besser aus wie bei den Lakers, wo Doncic mindestens noch eine Woche braucht (vielleicht Spiel 6 oder 7?)
Offensiv-Rebounds: Die Riesenstärke der Rockets. 21:3 (!) entschieden sie diese Kategorie in Spiel 1 für sich. Abenteuerlich, dass sie trotzdem verloren haben. Bei einer Wurfquote von indiskutablen 40 Prozent bei den Zweiern (!) ist das dann nicht mehr so verwunderlich.

 

🧠 Lakers
Die Rockets sind meines Erachtens weit überschätzt (gerne dann auf Wiedervorlage, wenn sie in den Finals stehen …). Ein LeBron James wächst mit seinen Aufgaben, und wenn dann ein Luke Kennard (27 Punkte) oder DeAndre Ayton erneut in die Bresche springt, ist vieles möglich. Natürlich auch, dass Durant einen Jungbrunnen findet und die Lakers im Alleingang erledigt

❤️ Rockets
Nach meiner langjährigen Devise: All but Lakers. Traumatische Triumphe vor mehr als 20 Jahren haben Spuren hinterlassen

 

 

 

 

 

 

NBA-Endspurt ohne große Dramen

Blick über den Teich, NBA

 

Eine Woche oder 4 bis 5 Partien haben die Teams noch vor sich, bevor es in die Play-offs geht. Normalerweise Zeit für Dramen, wer es über den Strich schafft und wer noch absackt. Diese Saison, keine Spannung, fast nirgends. Natürllich gibt es den einen oder anderen Fight um Platzierungen, aber die insgesamt 20 Teams (je 10 im Osten und Westen), stehen schon längst fest. Weil so viele Teams wie noch nie die Saison von vornherein oder sehr frühzeitig abgeschenkt haben, um sich in der reich beladenen Draft-Klasse ’26 ein besonders exquisites Stück zu sichern. Das sogenannte Tanken=absichtliches Verlieren ist ein extrem trauriges Kapitel für sich, das ich jetzt nicht näher beleuchten will, sondern erst, wenn die Draft Ende Juni ansteht.

So määndert die Saison dem Ende entgegen. 2 Spannungsmomente sind dann doch zu entdecken: Im Westen geht es um die Plätze 3 bis 6 (hinter den Oklahoma City Thunder und San Antonio Spurs), im Osten sogar um die Plätze 5 bis 10, wo noch 2 direkte Play-off-Plätze ausgespielt werden.

 

Western Conference

 

OKC wird auf Platz 1 landen. Rechtzeitig sind alle Spieler fit geworden, und spätestens nach dem 139:96 Kantersieg gegen die  LA Lakers besteht auch kein Zweifel mehr, dass der Titelverteidiger für das erneute Meisterrennen bereit ist. Sicherer Zweiter sind die San Antonio Spurs, das sich in den Spielen gegen OKC als Kryptonit erwiesen hat (3 Siege in 4 Partien)

 

Der Kampf um Platz 3

 

Verwickelt sind die Lakers (50:27 Siege), die Denver Nuggets (49:28), die Houston Rockets (48:29) und die schon etwas abgeschlagenen Minnesota Timberwolves (46:31). Rang 3 wäre in doppelter Hinsicht erstrebenswert. Man hätte Heimrecht in der 1. Runde, und würde außerdem in der 2. Runde den vermeintlich unberzwingbaren Thunder aus den Weg gehen. Um so mehr trifft die Lakers der Ausfall von Topstar Luka Doncic, der wegen einer Oberschenkelzerrung mindestens 2 Wochen ausfällt, schlimmstenfalls sogar sechs. Ob sie ohne den slowenischen Spielmacher den Ein-Siege-Vorsprung auf die Nuggets ins Ziel retten, erscheint mir äußerst fraglich.
Die besten Chancen für Platz 3 haben somit die Nuggets um den potenziellen MvP Nikola Jokic. Zwar müssen sie noch zweimal gegen die Spurs ran und einmal gegen die Thunder, doch die könnten am Ende der Woche bereits im Schon-Modus sein im Hinblick auf die Play-offs. Dahinter haben die Rockets eher theoretische Chancen: Sie müssen alle verbliebenen 5 Spiele gewinnen und dann hoffen, dass die Konkurrenz patzt. Minnesota wird auf Rang 6 verbleiben und versuchen, sich für die Play-offs zu konsolidieren.

Mein Tipp: Denver wird noch Dritter. Vor LA, Houston und Minnesota

 

Die Play-Ins

 

Die 4 Teams stehen schon fest (Phoenix Suns, Portland Trailblazers, Los Angeles Clippers und Golden State Warriors). Sie spielen die Plätze 7 und 8 aus, die aller Wahrscheinlichkeit nur Schlachtopfer in der 1. Play-off-Runde für Thunder und Spurs sein werden.

 

Eastern Conference

 

Die Plätze 1 bis 4 sind praktisch vergeben an Detroit Pistons, Boston Celtics, New York Knicks und Cleveland Cavaliers (die beiden Letztgenannten kämpfen um Rang 3 und 4, was praktisch egal ist). Dahinter sind 6 Mannschaften innerhalb von 4 Siegen. Eines scheint im Osten klar, respektive eben gar nicht klar: Die besten Vier sind nicht so viel besser, als dass nicht in der ersten Play-off-Runde eine Überraschung gegen sie gelingen könnte.

Erster Anwärter auf eine solche Überraschung wären die Atlanta Hawks, zuletzt in ausgezeichneter Form und Favorit auf Rang 5 (oder wenigstens 6), was die Play-offs ohne Umweg über Play-Ins bedeuten würde. Ihr Team ist homogen mit mehreren Waffen (Jalen Johnson, CJ McCullom, Nickell Alexander-Walker, Dyson Daniels). Den Hawks in dieser Form traue ich einen Play-off-Run zu, allerdings könnte ihnen der fehlende Top-Center auf die Füße fallen.
Viel versprechen auch die Charlotte Hornets um den endlich gesunden Lorenzo Ball und Super-Rookie Kon Knuppel, seit Ewigkeiten wieder in der Post season dabei samt dementsprechend fanatischen Publikum (bitte lasst bei Heimspielen das entsetzliche dunkelblaue Parkett im Keller).
Und da sind auch noch die Philadelphia 76ers. Die komplette Wundertüte. Nominell ein Top-Team mit absoluten Topstars wie Tyrese Maxey, Joel Embiid und Paul George. Wenn die gesund bleiben (George? Embiid??) und Rookie VJ Edgecombe und andere Ergänzungsspieler Feuer fangen, kann wirklich alles passieren.

Aus deutscher Sicht am interessantesten sind natürlich die Orlando Magic mit 3 Nationalspielern. Franzn Wagner ist nach sehr langer Pause wieder dabei, wirkt allerdings noch arg rostig (und sein Dreier fällt immer noch nicht …). Tristan da Silva hat eine klare Leistungssteigerung hingelegt und mittlerweile auch einiges Selbstvertrauen. Moe Wagner hingegen ist dezeit aus der Rotation rausgefallen. Irgendwie werde ich mit diesen Magic nicht warm (es fehlt jegliche Magie, höhö). Vor allem ist die Abwehr längst nicht so stark wie im Vorjahr. Mich würde also wenig wundern, wenn Orlando in den Play-Ins (an ein Klettern auf Platz 6 nach dem Grunddurchgang glaube ich trotz knappen Rückstands nicht mehr) scheitern würden; Zurzeit würde ich Atlanta, Philly, Toronto und auch Charlotte stärker einschätzen. Ähnliches wie für Orlando gilt für die Miami Heat. Das Glück für die Florida-Teams: meine Vorhersagen treffen recht selten zu.

Mein Tipp ist also mit größter Vorsicht zu genießen, lautet aber:

5. Atlanta Hawks
6. Philadelphia 76ers
7. Charlotte Hornets
8. Toronto Raptors
9. Orlando Magic
10. Miami Heat

Auf Wiedervorlage Montag in einer Woche, dann bin ich aber schon in Griechenland …

 

 

 

Die Celtics im Angriffsmodus

Blick über den Teich, NBA

 

Gut einen Monat und 16+ Partien läuft noch der Grunddurchgang. Höchste Zeit für eine Vorschau, was da noch passieren kann, wobei die Konstellationen sich im Hinblick aufs Play-off-(Play-In) schon ziemlich verfestigt haben. Sowohl im Osten als auch im Westen haben sich Favoriten kristallisiert. Gut ein Viertel der Liga hat schon abgeschenkt; den betreffenden Teams geht es nur noch darum, möglichst oft zu verlieren, damit die Chancen auf einen Top-Pick in der kommenden Draft steigen (ein sehr vielversprechender Jahrgang, was ich so lese und höre). Übers sogenannte Tanking möchte ich mich jetzt aber nicht auslassen.

 

Eastern Conference

 

Die Spitze

 

Ganz vorn rangieren immer noch die Detroit Pistons, doch dahinter kommen die Boston Celtics mit Wucht. Viele Experten hatten dem Meister von 2024 wenige Chancen eingeräumt, auch weil sie ihren Kader aufgeräumt haben und gute, aber alternde und zu teure Profis weggetradet haben (Porzingis, Holiday, Kornet). Dazu die schwere Verletzung von Jayson Tatum. Doch Abschenken der Saison kam nicht infrage, jetzt ist auch Tatum wieder dabei (noch nicht ganz in Top-Form), aber das wird besser und besser.
Dass sie die Pistons in den verbleibenden Spielen noch von Rang 1 verdrängen, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich angesichts des derzeitigen Rückstands von 3,5 Siegen, aber das ist zweitrangig. Die Play-offs sind schon sicher und dort muss man den Rekord-Champion erst mal aus dem Weg räumen.
Ob das etwa dem jungen Team aus Detroit gelingt, erscheint mir fraglich. Hinter den überragenden Cunningham und Duren wird es doch recht dünn, wobei ein Duncan Robinson jenseits der Dreierlinie immer heißlaufen kann.
Fix in den Top 4 würde ich auch die New York Knicks und Cleveland Cavaliers einordnen. Gerade die Cavs haben sich in der Wechselzeit noch klar verstärkt. Harden ist ein Upset gegenüber dem verletzungsanfälligen Garland (Tausch mit den LA Clippers), Schröder und auch Ellis gute Ergänzungen im Kader. Die Knicks wiederum können sich auf ein eingespieltes Team um Brunson, Towns und Amunoby verlassen. Und auf Mitchell Robinson, den Offensiv-Rebound-König.

 

Kampf um die direkten Play-offs

 

Wenn ich großzügig bin, kämpfen sechs Teams um 2 Plätze, die anderen vier machen dann in den Play-Ins die übrigen 2 Plätze unter sich aus. Wenn ich mir Bilanz und Form ansehe, spricht vieles für die beiden Teams aus Florida, Miami Heat und Orlando Magic. Dann müsssten Toronto, Philadelphia, Atlanta und Charlotte in die Ehrenrunde.

Gerade das „deutsche“ Team der Magic (Wagner-Brüder, Tristan da Silva) hat sich zuletzt gefangen, zB mit 2 Auswärts-Siegen in Los Angeles bei den Lakers und Clippers. Endlich scheint auch wieder die Verteidigung besser zu funktionieren. Das alles allerdings ohne Franz Wagner, der erneut wegen einer Verletzung ausfällt. Sehr viel spricht leider dafür, dass er im Januar wegen des Berlin Game in seiner Heimatstadt zu früh wieder eingesetzt wurde (Wer kann ihm verdenken, dass er dort unbedingt auflaufen wollte?). Ob und in welcher Form er zurückkehrt, steht noch nicht fest. Allzu sehr scheint man nicht mehr darauf zu vertrauen.

 

Der traurige Rest

 

Zumindest die Milwaukee Bucks mit Superstar Giannis Antetokuonmpo kämpfen noch um Rang 10, doch der Abstand wird und wird nicht geringer – im Gegenteil. 4 Teams (ich nenne sie jetzt gar nicht) versuchen nur noch zu verlieren. Natürlich nicht die Spieler auf dem Parkett, aber es gibt Mittel und Wege, sie einzuhegen. So traurig.

 

Western Conference

 

Die Spitze

 

Die große Frage: Retten die Oklahoma City Thunder ihren 2-Siege-Vorsprung ins Ziel oder werden sie noch von den San Antonio Spurs noch abgefangen. Trotz erheblicher Verletzugnsprobleme (zuletzt fehlten Jaylen Williams, Hartenstein, Caruso, Holmgren) hat sich OKC um Shai Gilgeous-Alexander wieder gefangen, gewann 9 der letzten 10 Partien – ebenso wie der texanische Kontrahent um Victor Wembanyama, der zunhmend Verantrwortung übernimmt. Gut möglich, dass diese beiden Teams auch das Conference Final bestreiten, wenn ich so weit vorausgreifen darf (so viele Unwägbarkeiten, weshalb man das eigentlich unterlassen sollte).

 

Kampf um die Play-offs

 

5 Teams (Houston, LA Lakers, Minnesota, Denver, Phoenix) rangeln um die Plätze 3 bis 6: Ohne allzu waghalsig zu prophezeien: Der Siebte (das wären zurzeit die Phoenix Suns) wird mit größter Wahrscheinlichkeit die Play-offs über die Play-Ins erreichen.
Die Ränge 3 und 4 hätten in der ersten Play-off-Runde Heimrecht und sind deshalb so begehrt. Wer das letztlich sein wird: Meine Glaskugel ist trotz neuer Brille sehr trüb. Schemenhaft habe ich die Lakers und Timberwolves im Visier, allerdings hier wie dort mit großem Fragezeichen versehen. Bei LA ist der Elefant im Raum LeBron James. Zurzeit fehlt er mal wieder verletzt, und plötzlich spielen sie  besser. Andrerseits: Wer könnte mehr helfen als der so vielen Play-off-Serien gestellte James – trotz des fortgeschrittenens Alters (41).
Die Timberwwolves haben vielleicht das meiste Talent (Anthony Edwards!), aber sie bringen ihre PS nicht auf die Straße, wie der völlig missglückte Auftritt heute Nacht bei den Lakers verdeutlichte.
Ähnliches Hin und Her sehe ich bei den Nuggets (trotz Nikola Jokic!) und Houston Rockets (trotz Kevin Durant!). Deren außerordentliche Leistungen kann das Team plötzlich beflügeln und auf ein ganz anderes Level heben, und dann müssten sich auch Thunder und Spurs warm anziehen.
Die Suns wiederum spielen ohne jeden Druck, wie es scheint. Der 7. Platz ist gesichert.

 

Die Post-Season-Teams

 

Die Ränge 8 bis 10 (und damit die verbleibenden Play-In-Plätze) scheinen schon vergeben. LA Clippers, Golden State Warriors und Portland Trail Blazers kämpfen nur noch um die Reihenfolge. Ein Team des Trios wird sogar noch in die Play-offs rutschen (und dort das Schlachtopfer der Thunder oder Spurs werden, oder etwa nicht?). Während die alternden Clippers (Leonhard) und Warriors (Curry, Butler, Green) dem Sonnenuntergang entgegenreiten, scheint die mittelfristige Zukunft der Blazers eher verheißungsvoll, da viele junge Spieler ihren Zenith erst noch erreichen werden.

 

Der traurige Rest

 

Memphis, Dallas, New Orleans, Utah und Sacramento: 5 Teams des Grauens und keine Zeile wert..