Das wird die Woche, die wird

Länderspiele, bei denen es sogar um etwas geht, vielfach Abschied von den Wintersport-Weltcups und der Beginn der MLB – das sind nur die Höhepunkte einer wieder pickepackevollen Sportwoche. In der passenderweise in Griechenland, also der olympischen Wiege, auch der neue IOC-Präsident und somit der Nachfolger von Thomas Bach gewählt wird, über dessen Amtszeit ich den Mantel des Schweigens hüllen will …

 

2 Duelle gegen den Angstgegner

 

Deutschland gegen Italien – das ist immer noch eine der klangvollsten Duelle im Weltfußball. Das sind weiterhin die beiden erfolgreichsten europäischen Teams (beide viermal Weltmeister). Jetzt treffen sie in Hin- und Rückspiel des Nations-League-Viertelfinals aufeinander. Rein statistisch brauchen die Deutschen gar nicht anzutreten, denn in Pflichtspielen sind sie immer noch sieglos gegen die Azzurri (der Erfolg im EM-Viertelfinale 2016 gilt als Remis, weil erst im Elferschießen gesichert). Ausgetragen werden die beiden Partien in den jeweiligen Fußballtempeln des Landes, am Donnerstag in San Siro zu Mailand, am Sonntag im Dortmunder Westfalenstadion (jeweils 20:45). Dort war ich 2006 live vor Ort und auf Strafraumhöhe des Grosso-Tores, als Italien im WM-Halbfinale die deutschen Titelhoffnungen beendete.
Ich habe die Italiener seit ihrer desaströsen EM 2024 nur rudimentär verfolgt; immerhin haben sie sich in ihrer Gruppe gegen Belgien durchgesetzt und auch gegen Frankreich nicht schlecht ausgesehen. Zu welchen Taten sie fähig sind, kann ich daher schwer beurteilen. Das Team setzt sich größtenteils aus den Serie-A-Top-Mannschaften Inter, Napoli und Atalanta zusammen. Bayern-Fans werden besonders interessiert auf die Inter-Spieler schauen, dem Viertelfinal-Gegner der Münchner in der Champions League.
Die Deutschen müssen unter anderem auf Ausnahmespieler  Florian Wirtz verzichten, dennoch sind sie leicht zu favorisieren. Der besondere Reiz: Wer sich in diesem Duell durchsetzt, wird Gastgeber des Final Four der Nation League sein.

Auch die anderen 3 Viertelfinali klingen durchaus reizvoll: Dänemark – Portugal, Kroatien – Frankreich und vor allem Holland – Spanien. Leider hat die UEFA (bzw. die jeweiligen Verbände) alle Begegnungen am Donnerstag und Sonntag zur gleichen Zeit angesetzt.

 

Ansonsten gibt es zahlreiche Relegationsspiele um Auf- und Abstieg der verschiedenen Ligen der Nations League. Ins Auge für mich als austriaphiler stechen die beiden Duelle zwischen Österreich und Serbien um einen Platz in der A-Gruppe. David Alaba ist zurückgekehrt ins Team, dafür fehlt Marcel Sabitzer.

 

Tuchel greift ein

 

England hat Gruppenerster einer B-Liga-Gruppe schon den direkten Aufstieg geschafft. Die Three Lions beginnen am Freitag bereits ihre WM-Qualifikation 2026 zu Hause gegen Albanien, dem am Montag gegen Lettland eine weitere machbare Heimpartie folgt. Es ist das mit Spannung begleitete Debüt von Trainer Thomas Tuchel. Die englischen Presse und/oder Experten-Scharfschützen, die ihm (hoffentlich nur mit Worten) Böses tun wollen, liegen schon bereit und warten förmlich auf einen Fehlstart.

Zwei weitere volle Spieltage gibt es in Südamerika. Dort kann Argentinien mit Erfolgen in Uruuay und daheim gegen Brasilien schon das WM-Ticket fix buchen. Allerdings muss der Weltmeister offenbar auf Lionel Messi verzichten.

 

Preuß kämpft um die Kugel

 

Ausklang der Biathleten am Holmenkollen. Unweit von Oslo kämpft Franziska Preuß um den Gesamt-Weltcup: 3 Rennen stehen für die Frauen (auch für die Männer) noch aus: Sprint, Verfolgung und Massenstart. Die Deutsche hat noch 40 Punkte auf die letzte verbliebene Konkurrentin Lou Jeanmonnet aus Frankreich. Rechenspiele verkneife ich mir:  Die Form spricht eher für Jeanmonnet, der kleine Vorsprung für Preuß.
Bei den Männern feiern die Böe-Brüder Tarjej und Johannes Tignes vor heimischer Kulisse Abschied vom Leistungssport. Die beiden haben das vergangene Jahrzehnt geprägt. Johannes Tignes war der noch begabtere und auch erfolgreichere, der sogar vermeintlich unerreichbare Rekorde von Ole Einar Björndalen übertroffen hat. Der norwegische Ersatz-Armada (um den potenziellen Weltcupsiege Sture Lagreid) steht schon bereit.

 

Die besten Skifahrer haben sich in die USA aufgemacht, wo in Sun Valley ab Samstag das Weltcup-Saisonfinale ansteht mit je 4 Rennen für Frauen und Männer in allen Disziplinen. Die beiden Gesamtsieger stehen fest mit Federica Brignone und Marco Odermatt. Der Schweizer hat auch schon die Kleine Kristallkugel in Super-G und Riesenslalom sicher und dürfte sich auch die Abfahrtswertung holen, wo ihm ein 12. Platz im Duell gegen Landsmann und Weltmeister Franjo von Allmen reicht.
Hochspannung dagegen in allen Disziplinen bei den Frauen, wo es noch heftige Duelle um die Kugeln gibt. Brignone hat in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom gute Chancen, kann jeweils triumphieren, aber auch leer ausgehen.

Und dann sind da noch die österreichischen Männer, die noch 4 Rennen haben, um eine Schmach ersten Grades zu vermeiden. Immer noch sind sie ohne jeden Rennsieg in einem Weltcup, und die Abfahrer sogar ohne jeden Podestplatz. Beides hat es in einer Saison noch nie gegeben. Ernsthaft vermeiden können dieses Debakel der selbsternannten Skination Nummer 1 nur Vincent Kriechmayr in Abfahrt und Super-G sowie Manuel Feller im Slalom. Dort hat der Norweger Henrik Kristoffersen die besten Chancen auf die Kugel und kann auch den Schweizer Totaltriumph gegen Luc Meillard vermeiden.

 

Schlägerschwingen in Japan

 

Wie im vergangenen Jahr beginnt die Major League Baseball ihre Saison mit 2 Partien in Asien, diesmal in Japan. Heute und am Mittwoch treffen im Tokio Dome die Chicago Cubs und Titelverteidiger Los Angeles Dodgers aufeinander. Beide Teams erweisen den Gastgebern die Ehre und stellen in der ersten Partie japanische Starting Pitcher auf. Außerdem wird sich auf Dodgers-Seite der zurzeit weltbeste Baseballer Shohei Ohtani vor heimischen Publikum die Ehre geben, allerdings nur als Schlagmann und nicht als Werfer. Mal sehen, ob sich das im Verlauf der langen Saison ändert (jedes Team hat bis Ende September 162 Partien zu absolvieren).
Ich verkneife mir tiefere Analysen. Die Dodgers sind wieder klare Titelfavoriten. Interessant wird das New Yorker Fernduell der Yankees und Mets sein, wo es in der Off-Season den spektakulärsten Wechsel gab, als Juan Soto von den Yankees zu den Mets übersiedelte. Dort verdient er die nächsten 15 Jahre die Kleinigkeit von 765 Millionen Dollar. So ein hohes Fixgehalt hat es weltweit im Sport noch nicht gegeben, dagegen sind Bundesliga-Profis mit nur gut 20 Mio+/Jahr arme Schlucker. Und alles ohne Sondervermögen der Mets, ein milliardenschwerer Besitzer genügt …

Aus deutscher Sicht interessant: Der Berliner Max Kepler hat vor seiner 10. Saison das Team gewechselt und schwingt jetzt für die Philadelphia Phillies den Schläger. Im Spring Training hat er durchaus einen guten Eindruck hinterlassen, hnachdem es zuletzt für die Minnesota Twins überhaupt nicht mehr lief. Die Phillies gehören zum erweiterten Favoritenkreis und müssten die Play-offs sicher erreichen. Dort wird eh völlig neu abgerechnet.

 

Coe oder Samaranch – oder die große Überraschung?

 

Das Internationale Olympische Komitee wählt am Donnerstag einen neuen Präsidenten. Sechs Männer und eine Frau (die ehemalige Weltklasseschwimmerin und Olympiasiegerin Kirsty Coventry) bewerben sich zur Nachfolge von Thomas Bach, der nach 12 Jahren eher unfreiwillig abtritt, weil die Statuten keine dritte Amtszeit erlauben. Als klare Favoriten gelten Sebastian Coe, der ehemalige Spitzenläufer (ebenfalls Olympiasieger) und langjährige Chef des Welt-Leichtathletik-Verbandes, und Juanito Samaranch, Sohn der sehr zweifelhaften IOC-Ikone Juan Samaranch. Der ehemalige Minister unter General Franco leitete das IOC mehr als 20 Jahre lang und hat es vom reinen Amateursport ins Profitum geführt mit einigen Vorteilen (endlich auch die Profis dabei und nicht nur (Staats)-Amateure und vielen Nachteilen wie zB die Übervermarktung und extremer Gigantismus.
Beide Kandidaten sind nicht unbedingt Bachs Freunde; vor allem nicht Coe, der sich klar gegen russische Wiedereingliederung positioniert (dies aber offenbar schon wieder abschwächt) und sogar Olympia-Preisgelder für die Leichtathletik-Gewinner auslobte und vergab, ein absolutes NoGo für den Deutschen.
Doch Bachs Favoritin Coventry gilt gerade in diesen politisch so heiklen Phasen (vor allem Olympia 2028 in LA, also im Trump-Land USA, wirft jetzt schon seine Schatten) als zu schwach (was allerdings nichts heißen mag bei den teilweise so alten wie unberechenbaren IOC-Granden, die zur Wahl schreiten). Zumal die Wahl Coventrys durchaus ihren Charme hätte, weil sie die erste Frau wäre an der IOC-Spitze, zudem die erste Afrikanerin und mit 41 Jahren fast unverschämt jung. Ein junges Füllen würde die IOC-Lemuren anführen …
Gewählt wird in einem Luxus-Resort am Peloponnes, nicht besonders weit von Olympia entfernt, dem alle IOC-Mitglieder einen Besuch abstatten wollen. Das Wahlprozedere ist klar und doch für Mauscheleien aller Art offen. Im ersten Wahlgang braucht es eine absolute Mehrheit der Stimmen. Wenn es die nicht geben sollte, wovon alle Insider ausgehen, scheidet derjenige mit den wenigsten Stimmen aus. Das wiederholt sich, bis nur noch 2 KandidatInnen übrigbleiben oder in einem Wahlgang es schon eine absolute Mehrheit gibt. Dann beginnt für die  verbliebenen Kandidaten das Gefeilsche um die Stimmen der Ausgeschiedenen. Als leichter Favorit wird Samaranch jr. gehandelt, weil er in der süd- und mittelamerika-Fraktion als besonders gut vernetzt gilt. Und Kontakte zählen viel mehr als Programme. Je intransparent, desto IOC.
Disclaimer: Ich habe den Wahlmodus korrigiert auf Hinweis des Lesers MarioP bei

https://www.allesausseraas.de/dienstag-18-03-2025/#comment-870257

 

Und sonst?

  • Handball: Die Bundesliga nutzt die Fußball-Bundesliga-Pause mit einigen Top-Partien. Zur angestammten Sportschauzeit überträgt die ARD am Samstagabend das Verfolgerduell (und Nordschlager) SG Flensburg-Handewitt gegen THW Kiel. Tags zuvor empfängt Meister SC Magdeburg den Zweiten Füchse Berlin. Tabellenführer Hannover-Burgdorf muss bereits am Donnerstag ziemlich ersatzgeschwächt die Hürde Rhein-Neckar Löwen nehmen, die oft schon zum Stolperstein für Favoriten wurde.
  • Basketball: Der FC Bayern kann mit einem Sieg bei Baskonia die jüngste Heimniederlage gegen Anadolu Efes wieder wettmachen und Platz 5 in der Euroleague festigen. In der Bundesliga haben die Münchner nach dem Sieg im Spitzenspiel gegen Ulm weiter Platz 1 inne, den sie am Samstag mit einem Heimsieg gegen Rostock verteidigen dürften.
  • Eishockey: Bis Sonntag stehen im DEL-Viertelfinale jeweils die Partien 2 bis 4 an. Am spannendsten dürfte die Serie zwischen den Adler Mannheim und Red Bull München werden. Dort werde ich am Sonntag beim 4. Spiel mit meinem guten Freund Stony live vor Ort sein im SAP Garden (Dein Fuß muss diesmal mitmachen …). Theroretisch ist zwar möglich, dass dann die Adler, die das erste Spiel am Sonntag gewonnen haben schon den Sack zumachen mit einem 4. Sieg, doch das würde mich schon sehr wundern.
    In der DEL2 schwimmen die letzten Rettungsfelle der DEG davon: Denn diejenigen Teams (Weiden und Ravensburg), die nicht aufsteigen wollen/dürfen, liegen in ihren Play-off-Serien zurück.
  • Wintersport: Skispiele in Lahti, wo Langläufer, Skispringer und Kombinierer sich zum Ausstand treffen. Der Anzugsskandal um die Norweger wirkt weiter, die Kräfteverhältnisse haben sich erneut geändet, jetzt sind die Deutschen plötzlich wieder da, während das lange dominierende Austria schwächelt. Wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, darf sich jeder selbst zusammenreimen … Mir ist die eh geschwundene Skisprung-Lust völlig vergangen, auch wenn das meist fantastische Skifliegen eine Woche später in Planica schon lockt.
  • Radsport: Mailand – San Remo ist das erste Monument, also einer der 5 ganz großen Klassiker. Und eines der ganz wenigen Rennen, das der überragende Fahrer dieser Zeit, Tadej Pogacar, noch nicht gewonnen hat. Das Profil mit dem legendären Poggio-Anstieg kurz vor Schluss, dem nur noch eine rasende Abfahrt folgt, ist nicht so sehr die Sache des Slowenen: Nichtsdestotrotz gehört er aufgrund seiner Dominanz zu den Favoriten, die wie immer bei der Clasicissima breit gestreut sind.
  • Tennis: Sunshine-Doppel, 2. Teil: Nach Indian Wells und den dortigen Premierensiegern Mirra Andreewa und Jack Draper geht es Quer über Amerika von West-Kalifornien nach Miami/Florida, wo ab Mittwoch zehn Tage lang die besten Frauen und Männer das Racket schwingen. Titelverteidiger Jannik Sinner wird wegen seiner Doping-Sperre weiter fehlen, Titelverteidigerin Danielle Collins ist zwar dabei, aber höchstens Außenseiterin, weil ziemlich außer Form. Die Russin Andreewa ist zurzeit das Maß aller Dinge: Vor Indian Wells triumphierte sie auch beim top-besetzten Turnier in Dubai.
    Deutsche Frauen sind vorerst nicht im Hauptfeld, sie alle scheiterten in der Qualifikation: Nur wenn noch mehrere Spielerinnen kurzfristig absagen, könnte wieder die Zeit für Lucky Lys als Nachrückerin (Lucky Loser) kommen. Alexander Zverev ist wie in Indian Wells als Nummer 1 gesetzt, doch nach den frühzeitigen Niederlagen zuletzt bei diversen Turnieren gehört er nicht zu den Favoriten. Vielleicht ist das gerade gut für den Hamburger.
  • Formel 1: In Schanghai steht am Sonntag der 2. WM-Lauf an. Das Regenrennen von Melbourne lässt für mich zwar eine nachhaltligen Erkenntnisse zu, aber die McLarens um Sieger Lando Norris dürften erst mal das Maß aller Dinge sein.

 

Yankee-Horror in Inning Fünf

Blick über den Teich, MLB

 

New York Yankees – LOS ANGELES DODGERS 6:7 (1:4)

Was für ein Abschluss der MLB-Saison. Und was für ein Horror, den die Yankees im eigenen Stadion erleben mussten. Dieses 5. Inning wird in die Geschichtsbücher eingehen, als der „Blast“ oder „die Zerstörung“, die alle Träume von einem märchenhaften Comeback zunchtemachten.

dabei schien sich in den Abschnitten zuvofr alles zum Guten zu wenden: Aaron Judge schaffte schon im 1. Inning einen 2-Run-Homerun, den ersten in der Endspielserie. Jazz Chisholm noch im ersten per Homer sowie Alex Verdugo (Double-RBI) und Giancarlo Stanton (noch ein Homerunerhöhten bis zum 3. Inning auf 5:0. Und im 4. Inning schienen sich die Geister endgültig für die Yankees entschieden zu haben, als Aaron Judge ein großartiger Catch im Outfield gelang, der vermeintlich sichere Punkte verhinderte.

Und dann das Drama in Inning 5: Es begann recht harmlos, als Aaron Judge ein ganz einfacher Fangfehler unterlief. Passiert auch den Besten, und es war der erste Fielding Error von Judge in de gesamten Saison. 2 Man auf Base also und kein Out; blöd, aber bei diesem Spielstand keine Katastrophe. Die bahnte sich schon eher an, als ein weiterer Error an der 3. Base die Bases lud. Zwei Strikeouts der Dodgers schienen die Situation zu bereinigen. Es trat an die Platte Mookie Betts, der auch einen Groundout ins Feld schickte. Anthony Rizzo klaubte den Ball auf, doch als er das Routine-Play zur ersten Base werfen sollte, war dort gähnende Leere: Nicht nur konnte Betts zum eigenen Erstaunen sicher dorthin laufen, es punktete an der Homebase auch Kiké Hernandez zum 1:5 – der Anfang vom Ende. Freddy Freeman besorgte per Single zwei weitere Punkte, und Teoscar Hernández mit einem Double den 5:5-Ausgleich, bevor Gerrit Cole endlich das 3. Out gelang.

Ein gewonnen geglaubtes Spiel war also plötzlich ausgeglichen, doch die Yankees erhlten sich sogar noch einmal von diesem Schlag und gingen durch einen Sacrifice Fly von Stanton 6:5 in Führung. Gerrit Cole schien das episch lange 5. Inning gut überstanden zu haben und warf wieder so gut, als sei nichts geschehen. Doch im 8. Inning senkte sich die Waage dann endgültig auf die Dodgers-Seite. Yankees-Werfer Tommy Kahnle lud die Bases bei keinem Out, und danach spielten die Dodgers „Little Ball“ aut its Best. Ein Sacrifice Fly von Gavin Lux brachte Kiké Hernández zum 6:6-Ausgleich nach Hause und Tommy Edman auf die 3. Base. Und ein weiterer Sacrifice Fly sorgte für den letztlich entscheidenden Punkt durch Edman.

Zwar hatten die Yankees in 2 Innings noch die Chance auszugleichen. Doch dann hatte Dodgers-Coach Dave Stewart die gute Idee (was bei ihm nicht unbedingt der Fall sein muss) und schickte Werfer Walker Buehler auf den Mound. Durchaus risikobehaftet, denn Buehler hatte erst 2 Tage zuvor als Starting Pitcher agiert und immerhin 76 Würfe im Arm. Buehler zeigte sich bestens erholt und schaffte drei sichere Outs gegen Anthony Volpe, Austin Wells und Alex Verdugo.

Die Entscheidung im Yankee Stadium für die Gäste, die ihren Titel ausgelassen feierten. Mit den Dodgers hat insgesamt das beste TEam der Saison auch den Titel geholt, obwohl Werfer-Stars wie Clayton Kershaw und Ohtani auf dem Mound wenig oder gar nicht zum Einsatz kamen. Die Yankees haben vor allem im Fielding letztlich zu viele Fehler gemacht (nicht nur in Spiel 5).

Starwatch

Aaron Judge
: Das war die Offensiv-Power, die sich alle Yankees-Fans von ihrem Superstar erhofft hatten. Ein Homerun, ein Double, dazu 2 Walks. Und der brillante Save im Outfield. Leider halt auch der Error, der das Drama einleitete.
Shohei Ohtani: 4 At Batts,, 4 Outs, also eine absolute Null-Leistung für einen Designated Hitter, der also nur in der Offensive zum Einsatz kommt. Offenbar doch sehr beeinträchtigt durch seine Schulterverletzung. Ihn überhaupt einzusetzen hätte mit Sicherheit Fragen aufgeworfen, wenn es schiefgegangen wäre.

Um MvP der WS wurde völlig verdient Freddy Freeman gewählt. Seine 4 Homeruns in den ersten 4 Partien sind historisch. Kein anderer Spieler hat die Serie so geprägt.

Lebenszeichen in der Bronx

Blick über den Teich, MLB

New York Yankees – Los Angeles Dodgers 11:4 (1:3)

Zumindest die Schmach eines Sweeps bleibt den Yankees erspart. Ungefähr so dürften sich das alle Fans vorgestellt haben: Die Dodgers-Pticher werden herumgeschubst und die Schlagmänner ergattern Punkt um Punkt. Ob sich das jetzt noch dreimal wiederholen lässst bleibt abzuwarten.

Dabei ging es für die Dodgers glänzend los. Freddie Freeman schaffte gleich im ersten Inning einen weiteren Homerun. In allen 4 World Series hat er damit den Ball über den Zaun geschlagen, das hat es noch nie gegeben. Und nimmt man seine beiden Spiele aus den WS 2021 hinzu, ist er bei jetzt 6 Partien hintereinander mit einem Homerun.

Doch das war es erst mal mit der Yankee-Herrlichkeit, die Offensive verstummte, und die Yankees übenahmen das Kommando. Im 2. Inning verkürzte Alex Verdugo, der mit seinem Groudout ins Ziel brachte. Volpes große Stunde schlug dann im 3. Inning, als er bei geladenen Bases einen Grand Slam schlug und 4 weiterePunkte aufs Scoeboard brachte. Zwar verkürzte LA noch mal auaf 4:5, doch dann brach es über sie hinein. Ein HOmer vor Austin Wells und gleich 5 Scores im 8. Inning gegen einen sich auflösenden Bullpen stellte das Endergebnis her.

Bemerkenswert, dass vor allem die 2. Garde der Yankees-Schlagmänner, die bisher in der Werie ziemlichblass geblieben war, so ablieferte. Die Homeruns besorgten Volpe, Wells sowie Greyson Torres.

Star Watch

Aaron Judge: Eine kleine Besserung. In den ersten 3 At Bats kam er jeweils auf Base (Walk, Hit by Pitch, Fielding-Error), und im 8. Inning brachte er sogar einen Hit und damit den ersten RBI der Serie zu Stande.
Shohei Ohtani: Weiter sichtlich angeschlagen an seiner luxietern Schulter. In „normalen“ Partien würde der Japaner mit Sicherheit nicht an der Platte stehen. Immerhin ein Hit, aber bei einem Slide zur 2. Base fiel er erneut auf die Schulter..

Die Werfer
Yankees SP Luis Gil hatte ein solides World-series-Debüt. Der Rookie fing sich nach dem frühen Homerun
Bei den Dodgers funktionierte das Bullpen-Spiel diesmal nicht. Zumindest wurden nicht allzu viele Pitcher „verbraucht“.

Szene der Partie

Gleich zu Beginn tragten 2 Yankee-Fans in Erscheinung, die dem fangbereiten Mookie Betts einen weiten Ball aus dem fangbereiten Handschuh klauten. Sie wurden umgehend aus dem Stadion geworfen.Zur Belustigung und Veranschaulichung

https://www.spiegel.de/sport/baseball-fans-reissen-mookie-betts-von-den-los-angeles-dodgers-ball-aus-der-hand-a-3de9bbd5-9705-45fc-9918-081550ce7de5

Ansetzung heute
01:08: Yankees – Dodgers (1:3)
Beide Teams greifen auf die Starting Pitcher aus Spiel 1 zurück. Gerrit Cole wird für die Yankees antreten, Jack Flaherty für die
Dodgers. Gewinnen die Yankees, geht die Serie zurück nach LA.

Tristesse im Yankee Stadium

Blick über den Teich, MLB

New York Yankees – Los Angeles Dodgers 2:4 (0:3)

Als im 9. Inning alles fast zu spät auf, wachte das Yankee Stadium noch einmal auf. Ausgerechnet Alex Verdugo, der bisher in der Post Season so gar nichts produziert hat und letzter in der Schlagreihe, drosch bei 2 Outs einen Homerun in die Zuschauerränge und verkürzte auf 2:4 gegen die Dodgers, und die schon resignierten und überraschten Yankee-Fans schöpften noch mal Hoffnung. Sollte tatsächlich die Wende in einem eigentlich schon verlorenen Spiel geschehen und der bitter benötigten Sieg erfolgen? Weil jetzt zumindest nominell die besten Schlagmänne folgten? Doch so schnell die Hoffnung aufkeimte, so schnell war sie auch wieder dahin, denn Greyson Torres, dem bisher in den World Series herzlich wenig gelang, produzierte ein harmloses Groundout. Es blieb beim 4:2 für die Dodgers, die damit in der eSrie mit 3:0 in Führung liegen. Was in den World Series noch nie ein Team verspielt hat und in der Geschichte der Post Season in der MLB auch erst eine Mannschaft, nämlich die Yankees selbst in den sagenumwobenen Conference Finals 2004 gegen die Boston Red Sox, zu der gerade bei Netlox eine Doku gibt.

Alles spricht also für die Dodgers, nicht nur die Statistik. Entgegen allen Erwartungen von praktisch alle Baseball-Experten hatte auch in der 3. Partie ihr Starting Pitcher ein herausragendes Spiel. Walker Buehler ließ in 5 Innings nur 2 Hits und 2 Walks zu. Das hätte man mal prophezeien sollen: Dass die 3 Starting Pitcher der Dodgers Flaherty, Yamamoto und Buehler in den Spielen 1 bis 3 der World Series gegen die Yankees-Kanoniere jeweils mindestens 5 Innings durchhalten und dabei insgesamt nur 3 Runs zulassen. Und auch der Bullpen funktionierte überraschend gut, zumal ein herausragendes Feldspiel von Kiké Hernández im 5. Inning mit üräzisem Wurf an die Homeplate einen fast sicheren Run der Yankees verhindete.
Auf der anderen Seite schaffte Freddie Freeman das Kunststück, auch im 3. Word-Series-Spiel 2024 einen Homerun zu schlagen, was erst 4 Spielern in der Geschichte überhaupt gelang. Mookie Betts im 3. und Kiké Hernández im 6. Inning erhöhten mit Singles auf 4:0. Da fiel auch nicht ins Gewicht, dass Starspieler Shohei Ohtani keinen Hit schaffte, seine Schulterverletzung aus Spiel 2 behinderte ihn sichtlich.

Judge Watch
Der Mann mit der Nummer 99 blieb erneut ohne Hit bei 3 At Bats (dabei; 1 Strikeout, schaffte nur einen Walk. Er will ja, aber es ist nur noch traurig, wie verzweifelt er nach jedem Pitch schlägt. Zur unglücklichen Vorstellung passte es wie die Faust aufs Auge, dass im 6. Inning sein fantastischer Wurf vom Centerfield zur Homebase um Sekundenbruchteile zu spät kam und den 4. Punkte der Dodgers eben nicht vehinderte

Ansetzung heute:
01:08: New York Yankees – Los Angeles Dodgers (0:3)
Schon der Yankee-Epilog? Sie versuchen es mit Starting Pitcher Luis Gil, der noch in keiner Play-off-Partie auf dem Mound stand. Die Dodgers werden wieder mal ein
Bullpen-Spiel versuchen, also keinen Werfer mehr als ein oder höchstens 2 Innings einsetzen. Das hat bisher in der Post Season recht gut geklappt.

Yankees in arger Bedrängnis

Blick über den Teich, MLB

 

Los Angeles Dodgers – New York Yankees 4:2 (2:0)

Nach der dramatischen Partie 1 mit Extra-Inning und Walk-off-Grand-Slam war das 2. spiel der World Series fast Business as usual.. Die Entschedung fiel schon im 3. Inning, als den Dodgers 2 Homeruns in Folge durch Teodoscar Hernández und Freddie Freeman zur 4:1-Führung gelang. Freemans 2. Homerun im 2. WS-Spiel. Der Anschluss im 9. Inning kam zu spät. Dabei hatten da die Yankees bei geladenen Bases durchaus die Chance, das Ruder gänzlich herumzureißen.

Dodgers Werfer Yoshinobu Yamamoto erwischte einen Sahnetag. In 6.1 Innings ließ der Japaner nur den Single Homerun von Juan Soto sowie zwei Walks zu. dementsprechend groß war der Jubel sogar bei den r(für Worrld-Series-Verhältnisse) eher reservierten Dodgers-Fans. Ein wenig blutet da mein Herz, was für einen unglaublichen Lärm Fans etwa in Philly, Cleveland und San Diego veranstaltet hätten. In LA war es ganz nett. Großer Jubel zumindest in einer zugeschaltenen Bar in Tokio über ihren famosen Werfer.

Doch die Freude der Dodgers erhielt einen herben Dämpfer. Shohei Ohtani nämlich verletzte sich beim versuch, eine Base zu stehlen, so schwer an der Schulter, dass er das Spielfeld verlassen musste. Das unnötige Risiko beim Stand von 4:1 im 7. Inning hat sich nicht gelohnt. Jetzt war es gar totenstill im Dodger Stadium. Immerhin geben sich die Verantwortlichen verhalten optimistisch, dass Ohtani nicht länger ausfällt. Näheres steht zurzeit noch nicht fest.

Spieler des Spiels
Yoshinobu Yamamoto: Diesmal lieferte die Wundertüte am Mound Außergewöhnliches ab.

Stark trotz der Niederlage
Juan Soto: Erzielte 2 der 4 Hits und hatte auch die beiden Runs.

Star Watch
Shohei Ohtani: Vor seinem Aus hatte der designated Hitter auch nicht einen Super-Tag. Kam allein durch einen Walk auf BAse, bevor er seinen verhängnisvollen Steal versuchte.
Aaron Judge: Unterbot sogar noch seine bisher dürftigen Play-off-Leistungen. 4 At Bats, 4 Outs, dabei dreimal durch Strike Outs.

Ansetzungen (MEZ)
Di. 01:08: Yankees -Dodgers (0:2)
Mi., 01:08: Yankees -Dodgers
Do., 01:08: Yamnkees – Dodgers (wenn nötig)

 

Wenigstens Freddy Freeman liefert

Blick über den Teich, MLB

Los Angeles Dodges – New York Yankees 6:3 (1:0)

Erwarte das Unerwartete. Ein Pitcher-Duell zu Beginn der mit Powerhittern übervollen Line Ups – damit war nicht unbedingt zu rechen. Aber in den ersten 4 Innings gaben weder John Flaherty (Dodgers) noch Gerrit Cole einen Run up. 0:0 nach dem 4. Inning stand es im ersten Sorld-Series-Game zuletzt im Jahr 2000, wie Fox überrascht vermeldete. Beide Werfer hatten die Sache voll im Griff, das sollte sich auch nicht mehr groß ändern. So benötigten die Dodgers einen Sacrifice Fly im 5. Inning für ihren ersten Run. Die Yankees antworteten fast postwendend durch einen 2-Run-Homer von Giancarlos Stanton. Der Ausgleich der Dodgers im 8. Inning durch einen weiteren Sacrifice Fly.
Die Extra-Innings mussten die Entscheidung bringen, und die Karten für die Yankees schienen sehr gut nach der erneutenFührung. Doch im unteren 10. Inning luden die Dodgers die Bases. Freddy Freeman, der nach seiner Beinverletzung wieder fit wirkt trat bei 2 Outs an die Platte und ließ LA mit seinem Homer jubeln. Es war der erste Walk-off-Grand-Slam in der Geschichte der World Series. Wie gesagt: Erwarte das Unerwartete.

Star Watch
Aaron Judge: Holte gewaltig aus, doch er traf den Ball nicht. 3 Strikouts bei 5 At Bats sind zu viel, fügen sich aber in die diesjährige Post-Season-Bilanz fast nahtlos ein. Ein Single brachte er dann doch zu Stande bei einem weiteren Ground Out.
Juan Soto: Deutlich besser mit einem Hit und 2 Walks, aber letztlich brauchen die Yankees mehr von ihm.
Shohei Ohtani: Auch er hatte einen ziemlich gebrachten Tag und schaffte wie Judge nur einen Hit bei 5 At Bats.
Mookie Betts

Spieler des Spiels
Freddy Freeman: Er schlug ja nicht nur den Grand-Slam zum Sieg, sondern schaffte zuvor auch ein Triple. Erstaunlich genug, dass ihn seine angeschlagenen Beine so weit trugen.

Stark trotz der Niederlage
Jazz Chisholm: Mit 2 gestohlenen Bases schafft er es im 10. Innig von 1 nach 3  und ermöglichte erst die Führung und den vermeintlichen Sieg.

Ansetzung heute:
02:08: Los Angeles Dodgers – New York Yankees (1:0)
Für die Yankees wirft Carlos Rodon, für die Dodgers Yoshinobu Yamamoto. Von grausig bis super ist bei beiden alles drin.